^--j^VT- v.^-*/ l'-^v ^rä TEXTE UND üNTEESUCHUNaEN ZUR GESCHICHTE DER ÄLTCHRISTLICHEN LITERATUR HERAUSGEGEBEN 1? VON OSCAR VON GEBHARDT und ADOLF HARNACK. ERSTER BAND. LEIPZIG J. 0. HINRICHS'SCHE BUCHHANDLUNG 1883. Inhaltsverzeichniss. Heft 1 u. 2: Die Überlieferung der griechischen Apologeten des 2. Jahrhunderts in der alten Kirche und im Mittelalter, von Adolf Harnack S. 1—300 Heft 3: Die Altercatio Simonis ludaei et Theophili Christiani nebst Untersuchungen über die antijüdische Polemik in der alten Kirche, von demselben S. 1 — 136 Die Acta Archelai und -das Diatessaron Tatians, von dem- selben S. 137—153 Zur handschriftlichen Überlieferung der griechischen Apolo- geten. 1. Der Arethascodex, Paris. Gr. 451, von Oscar von Gebhardt . S. 154—196 Heft 4 : Die Evangelien des Matthäus und des Marcus aus dem Codex Purpureus Eossanensis, herausg. von demselben S. I — LIV. S. 1 — 96 Der angebliche Evangeliencommentar des Theophilus von An- tiochien, von Adolf Harnack S. 97 — 17.> Digitized by the Internet Archive in 2011 with funding from University of Toronto w http://www.archive.org/details/texteunduntersuc01akad DIE ÜBERLIEFERUNG DER GRIECHISCHEN APOLOGETEN DES ZWEITEN JAHRHUNDERTS IN DER ALTEN KIRCHE UND IM MITTELALTER VON ADOLF HARNACK LEIPZIG J. C. HINRICHS'SCHE BÜCHHANDLU!. 31 1882. SEP 3.0 1957 Orack von Uundcrtstuud & Fries ia Lelpcig. DER HOCHWURDIGEN THEOLOGISCHEN FACÜLTÄT IN MAßBURG WIDMET DIESE STUDIE ÜBEß DIE ÄLTESTEN APOLOGETEN ALS ZEICHEN HERZLICHEN DANKES FÜR DIE IHM VERLIEHENE DOCTORWÜRDE DER VERFASSER. Vorwort. Auf den folgenden Blättern ist der Versuch gemaclit, die Fragen, deren Erledigung dem Studium der ältesten christ- lichen Apologien vorangehen muss, zu beantworten. Es ist die Ueberlieferungsgeschichte , welche hier aufgedeckt und darge- legt werden soll. Wir besitzen seit dem t7« Jahrhundert nicht . wenige selbständige Untersuchungen, die hier einschlagen; aber jeder Kundige weiss, dass die Forschung auf diesem Gebiete noch nicht so weit vorgeschritten ist, dass es zur Zeit möglich wäre, auf Grund der bereits geleisteten Vorarbeiten ein Capitel „Griechische Apologeten" für eine altchristliche Literaturge- schichte zu schreiben. Der Zweck der hier veröffentlichten Untersuchungen wäre erreicht, wenn durch dieselben die Er- füllung der dringenden Wünsche nach einer solchen Literatur- geschichte um einen Schritt näher gerückt wäre. Für das erste Capitel, die handschriftliche Ueberlieferungs- geschichte, ist bisher so gut wie nichts geschehen. Aber das Material ist mit dem grössten Fieisse von Professor von Otto in dem. Corpus Apologetarum (T. I — IX; T. I — V in 3. Auflage) zusammengetragen worden. Da ich leider selbst nicht in der Lage gewesen bin, die wichtigeren Handschriften aufs neue zu vergleichen, so fussen die textkritischen Studien, die hier ver- öffentlicht sind-, zum grössten Theile auf der Ausgabe von v. Otto. Damit ist zugleich das Mass der Dankbarkeit bezeich- net, welches, ich für das erste Capitel meiner Arbeit diesem verdienten Gelehrten schulde. Er selbst ist zwar bei der Textes- construction in den meisten Fällen den richtigen Weg gegangen, aber er hat sich nicht dazu entschlossen, durch eine kritische Vergleichung der Codices die allein in Betracht kommenden yj Vorwort. Zeugen zu gewinnen, mit dem Wust der wertlilosen Hand- schriften des 15. und 16. Jahrhunderts aufzuräumen und eine Geschichte der handschriftlichen üeberlieferung, welche doch so Vieles erhellt, vorzulegen. Dass dieser Verzicht doch nicht ganz ohne Nachtheile für die Recension der Texte ge])lieben ist, ist nun offenbar geworden. In der Untersuchung bin ich von den Tatianhandschriften ausgegangen und habe diese, vor allen im Auge behalten. Ursprünglich leitete mich dabei ein besonderes Interesse an der Apologie des Tatian; aber bald sah ich ein, wie zweckmässig es sei, bei dem Studium der Apologeten- Handschriften mit der Üeberlieferung des Tatian zu beginnen. Die handschriftlichen Forschungen führten schHesshch auf den Erzbischof Are thas von Cäsarea in Kappadocien und auf seine Studien. Es gereicht mir zur besonderen Freude, das Andenken dieses fast vergessenen Gelehrten, dem wir heute noch zu «0 grossem Danke verpflichtet sind, erneuern zu können, und ich bedauere nur, dass es mir nicht möglich gewesen ist, meine Studien über ihn weiter auszudehnen, als hier geschehen ist. Aber die kärglich ausgestattete Giessener Universitätsbibliothek gestattet keine gelehrten Extravaganzen und lässt in den mei- • sten Fällen selbst den im Stich, der schon gebahnte Wege wandeln wiU. Für das zweite Capitel lagen gründliche Untersuchungen vor: aus älterer Zeit von Halloix, den Bollandisten, Fronto Ducaeus, Vaiesius, Dodwell, Le Nourry, Cave, Grabe Oudin, Ittig, Tillemont, Tentzel, Fabricius, Maranus u. A., aus neuerer von Kouth, Semisch, Piper, Pitra, Do- naldson, von Otto und A. Dennoch werden die erneute7\ Be- mühungen nicht überflüssig sein; denn die Gelelirten des 17. und anfangenden 18. Jahrhunderts, denen wir die Grundlagen unseres kirchenhistorischen Wissens verdanken, haben kaum ein Datum so festgestellt, dass es die kritische Prüfung ver- trägt; in unserem Jahrhundf^rt aber hat nur Donald son eine zusammenfassende Darstellung gegeben, in welcher jedoch ge- rade die Benutzungsgeschichte summarisch abgehurldeitist. Das einschlagende reiche Material habe ich rmr an einigen Stelleu vermehvon können; aber zu berichtigen gab es genug. Die Er- gebnisse der Kritik der Handschriften leisteten auch für die Geschichte der Kenntniss und Beurthoilung di>r Apologien werth- Vorwort. yu volle Dienste. Speciell in Bezug auf Justin sind erst liier die verhängniss vollen Folgen des eusebianisclien Berichtes und der irreführenden handschriftlichen üeberlieferung aufgedeckt und zum Theil aufgehoben. Dass das ßäthsel, welches über den Schriften des Athen agoras schwebt, hier gelost sei, wageich nicht zu behaupten; aber vielleicht wird man zugestehen, dass dasselbe bei der Lückenhaftigkeit des Materiales zur Zeit nicht anders angefasst und behandelt werden konnte. Die üeber- lieferung über Quadratus, Aristides, Aristo, Apolinarius, Melito und Miltiades anlangend; so vermag ich in der letzten grösseren Arbeit (Corpus Apolegg. T. IX) einen Fort- schritt über Routh nicht zu erkennen. In den §§ über Ta- tian und Theophilus sind das Diatessaron und der Evan- geliencommentar fast ganz bei Seite gelassen worden. Die neueste, grundlegende Untersuchung von Zahn (Forschungen z. Geschichte d. neutestamentl. Kanons L Theil 1881) über jenes forderte zwar den Widerspruch in ganz besonderem Masse heraus, aber hätte eben desshalb eine Nachprüfung auf vielen Bogen verlangt. Ich habe mich daher begnügt, die wichtigsten Thatsachen zusammenzustellen, welche gegen die Zahn 'sehe Chronologie des Lebens des Tatian und gegen seine Auffassung des Diatessaron sprechen. Da Zahn ferner eine Abhandlung über den dem Theophilus beigelegten Evangelien- commentar bereits angekündigt hat (a. a. 0. S. 8), so wollte ich nicht vorgreifen. Bei der Darstellung der Geschichte der Benutzung der alten Apologien in der Kirche konnte ich es nicht vermeiden, soweit auf diese selbst einzugehen, als ihre Echtheit controvers, ihr Ursprung unsicher ist. Indessen habe ich mich streng an die Regel gebunden, diese Fragen hier nicht weiter zu verfolgen, als ihre Beantwortung für die Geschichte der Tradition von Bedeutung ist. Wo ein Problem durch die bisherigen Unter- suchungen bereits gelöst schien, ist es nicht von Neuem aufge- nommen, sondern nur die Art der Lösung kurz angedeutet worden. Alle Hypothesen aus älterer und neuerer Zeit — es sind ihrer sehr viele — , die nicht wirklich noch beachtenswerth sind, habe ich einfach bei Seite gelassen, auch solche, die einst der Forschung zum Fortschritt verholfen haben. Wir schleppen uns in der Literaturgeschichte des 1. und 2. Jahrhunderts aus Ylll Vorwort. verschiedenen, zum Theil nicht sehr achtbaren Gründen mit einem solchen Ballast, dass eine Erleichterung dringend Noth thut. Ich habe desshalb auch darauf verzichtet — und dies wurde mir schwerer — , bei jedem einzelnen Fragmente, bei jeder einmal entdeckten Beziehung, wenn sie bereits Gemeingut geworden sind, anzugeben, wem wir dieselben verdanken. Es muss genügen zu bemerken, dass Halloix, Grabe und Routh in dieser Hinsicht vielleicht den grössten Anspruch auf unsere Dankbarkeit erheben dürfen. Schliesslich noch ein' Wort über die Anlage des zweiten Capitels. Es hätte gewiss manche Yortheile gehabt, wenn die Geschichte der Tradition nicht für jeden Apologeten besonders, sondern für alle zusammen nach den Epochen der Kirchenge- schichte zur Darstellung gebracht worden wäre. Warum dies nicht geschehen ist, obgleich es in dem ursprünglichen Plane lag, darüber beiehrt in Kürze der 7. Paragraph, auf welchen ich mir hier zu verweisen erlaube. Dazu aber habe ich mich nicht entschliessen können, in einem angehängten dritten Capitel die Ergebnisse nach einem einheitlichen Schema noch einmal aufzuführen. Grosse Wiederholungen waren unvermeidlich ge- wesen: umgekehrt darf ich hoffen, dass der aufmerksame Leser die parallelen Züge in der Geschichte der Tradition der einzel- nen Schriften — es sind ihrer nicht so viele, als man vielleicht erwartet hat — mit wenig Mühe sich selbst abstrahiren wird. Giessen, im November 1881. Adolf Harnack. Erstes Capitel. Die handschriftliche Ueberiieferung der Apologien im Mittelalter. § 1. Die Tatian-Handschriften. 1) Der älteste bisher vergiiehene Codex, welcher die Oratio ad Graecos enthält, ist der Cod. Parisin. 174 (olim Fonte- blandensis), welcher spätestens in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts der königlichen Bibliothek einverleibt worden ist*). Montfaucon hat ihn dem 10. Jahrhundert zugewiesen, Worth dem 11 ; von Otto hat zwischen beiden Daten ge- schwankt, jüngst aber mitgetheilt '^), dass nach C. B. Hase auch das 12. Jahrhundert fiir den Ursprung desselben tH^Betracht zu ziehen sei. Nach eingezogenen Erkundigungen halten die Ken- ner heute an der Datirung „saec. XI. vel XH." fest. Der Codex (membran., formae quadratae, fol. 190) ist von verschiedenen Schreibern geschrieben, die aber sammtlich einer Zeit angehören. Er enthält 14 Stücke, nämlich: 1) Olympiodori Commentarius in Ecclesiasten. * 2) Scholia in Salomonis Proverbia (ex Basilii, Didymi, Evagrii, Hippolyti, Palladii scriptis excerpta. Laudatur quoque Aristoteles). 3) Athanasii locus de Psalmis. 4) Decem veteris legis mandata. 5) Maximi Confessoris Quaestiones, interrogationes et respon- 1) S. über ihn v. Otto, Corp. Apolog. Vol. IIP p. X sq. IV^ p. 22. VI p. XIII sq. VII p. XIV sq. Ein Facsimile 1. c. Vol. VI. 2) L. c. Vol. IV p. 22. Texte tind Uutereuchangen. 1 2 Die Tatianliaudschriften. siones breviores. Item divers orum capitum difficilium seiecta explicatio. 6) Scholia in Ezeehielem (ex Apolinarii, Gregorii Nyss., Orige- nis, Polychronii ^), Theodoreti scriptis excerpta). 7) Scholia in Danielem (Saepenumero laudantur Africanus ^), Ammonius, Chrysostomus, Cyrillus^ Hippolytus ^), Poiychro- nius ^). 8) Excerpta ex Theodoreti Dialogis tribns igavtOTTjV inter et orthodoxum. 9) Justini Epistula ad Zenam et Serenum (fol. 85^—92»). 10) Justini Cohortatio ad Gentiles (fol. 92^—112»). 11) Tatiani Oratio ad Graecos (fol 112a— I32a). 12) Athenagorae Supplicatio (fol. 132a — 153^). 13) Ejusdem über de resurrectione mortuorum (fol. 153^ — 171^). 14) Eusebii Pamphili liber adversus Hieroclem. Der Codex zerfallt also ganz deutlich in zweiTheile: St. 1—7, St. 9 — 14. Der erste enthält exegetische Arbeiten zu den poeti- schen und prophetischen Büchern des A. T., der zweite ist ein kleines Corpus Apologetarum"). Schon hier lässt sich mithin feststellen, dass in der späteren byzantinischen Zeit Samm- lungen der ältesten christlichen Apologien existirt haben. Correcturen aliä manu hat der Codex wenige, im Tatian sind von Otto nur drei verzeichnet. Dagegen stehen am Rande der Ep. ad Zenara, der Cohortatio, der Schriften Tatian's und Athenagoras' Schollen, die namentlich bei der Oratio Tatian's und der Schrift de resurrect. zahlreich sind. Dort finden sich 50 ^, von denen 35 prima manu stammen, während 15 von einer jüngeren Hand, nach von Otto von einem Italiener, saec. XVI. init., herrühren und zum Theil lateinisch sind. Der Codex hat sich also wahrscheinlich um den Anfang des 16. Jahrhunderts 3) S. Bardenhewer, Polychronius (1879) S. 27. 4) S. Geizer in deu Jali^b. f. protest. Theol. ISSI S. 376 f. 5) S. Bar denke wer, des h. Hippolytus von Rom Commentar z. Biicli Daniel (1877) S. 0 f. 0) S. Bar denke wer, Polychronius S. 26. 7) Wohin das 8. Stück gehört, lässt sich nicht ausmachen, da der Inhalt der Excerpte bisher nicht testgevstellt ist. 8) Nach der Ausgabe vonOtto's, der sie auf Grand einer CoUation Hase 's zum ersten Male vollständig mitgetheilt hat. Die Tatianhandschriften. 5 in Italien befunden, war aber geraume Zeit nacb seiner Her- stellung noch im Orient, genauer auf der Insel Cypern, wie die Bemerkung auf fol. 190^ die nicht dem Schreiber der Hand- schrift angehört, beweist: rj ßlßXog aiTt] evTsloig ia()xofpvXa'Aoq neXu yeagylov zov oy.'lr]gaTov ötanovov Trjg jidcpov. Front o Ducaeus hat zuerst einzelne LAA aus dem Codex mitgetheilt (1624); seitdem ist er mehrfach verglichen worden, am genaue- sten von Hase für von Otto. Zwei andere Handschriften, welche mit dem Par. 174 ziem- lich gleichalterig sind, sind bisher leider für Tatian nicht ver- glichen worden; doch ist ihr anderweitiger Inhalt zum Theil bekannt und gestattet Rückschlüsse auf den in ihnen gebotenen Tatiantext. Es sind das die Codd. Mutinensis 111. D. 7 und Venetus-Marcianus 343. 2) Der Cod. Mutinensis^) (membran. formae quadratae) vnrd in das 11. Jahrh. gesetzt ^^). Er enthält folgende Schriften : 1) Clementis Alex. Protrepticus. 2) Ejusdem Paedagogus. 3) Justini Epistula ad Zenam et Serenum. 4) Justini Cohortatio ad Gentiles. 5) Expositio fidei vel de trinitate. 6) Tatiani Oratio ad Graecos. 7) Athenagorae Supplicatio. 8) Ejusdem de resurrectione. 9) Firm. Lactantii Romani de sibyllis. Auch dieser Codex enthält also ein Corpus Apologetarum, und zwar fallt die Verwandtschaft mit dem Par. 174 in der Auswahl und Anordnung der Stücke sofort auf. Fünf apologeti- sche Schriften haben sie gemeinsam und diese in der gleichen Anordnung ^ ^). Dazu kommt weiter, dass der Codex wie Par. 174 9) S. Dindorf, Clementis Alex. Opp. T. I (1869) p. VII sq., von Otto, Corp. Apolog. Vol. UP p. XXXI sq. IV» p. XIX sq. p. XXV. VI p. XIVsq 10) Montfaucon piar. ital. 1702 p. 31) wies ihn dem 10. Jahrh. zw; Cavedoni hat sich für das 11, entschieden. 11) Von Otto hat in seiner kurzen Angabe über den Inhalt des Codex die Oratio Tatian's den Werken des Athenagoras nachgestellt (Vol. III ^ p. XXXI sq.). Ich folge Dindorf, der den Codex selbst eingesehen und 1. c. p. VII die Inhaltsangabe desselben abgeschrieben und veröffenthcht 1* 4 Die Tatianhandschriften. reichliche Schohen besitzt, die auf sein Yerwandtschaftsverhält- niss mit jenem und einem noch zu nennenden ein helles Licht werfen. Verglichen ist er bisher nur für Clemens Alex, von Dindorf und für Athenagoras von Cavedoni^^j, 3) Der Marcianus 843 (membran. fol. 280) wird ebenfalls in das 11. Jahrh. gesetzt ^3). Derselbe enthält 1) die fünf ersten Bücher der Praepar. Evang. des Eusebius vollständig (fol. 1 — 204^), 2) Euseb's über adversus Hieroclem (fol. 204l>— ?), 3) Tatian's Oratio ad Graecos ( — fol. 280). Auch dieser Codex weist durch seine Zusammenstellung des Tatian mit der Schrift gegen Hierokles eine Art von Verwandtscliaft mit Par, 174 auf, welche näher zu untersuchen sein wird. Verglichen sind bisher leider nur die dem Eusebius angehörenden Stücke **). Eine wichtige Nachricht be.sitzen wir über ihn bei Morelli^^). Derselbe schreibt: „Tatiani Oratio ad Graecos anno 1546 Tiguri primum edita est juxta exemplar, quod Jo. Frisius ab Arn. Arlenio Vene- tiis acceperat: non illud tarnen ex codice hoc (seil. Veneto) fuerat expressum; qui ad Etonensem de ßononiensi Canonicorura S. Salvatoris sumptum et a W. Worth in editione Oxoniensi ad- hibitum, praesertim accedit". Diese Notiz führt bereits zu der zweiten Gruppe, den jüngeren Tatianhandschriften hinüber. 4) Der Cod. Aetonensis 88^'') (chartac, in fol, 70 fol.) enthält: 1) Justini ep. ad Zenam etc. (fol. la — 8^). 2) Athenagorae Supplicatio (24 fol.). hat; von Otto stimmt übrigens in seiner Angabe Vol. VI p. XIV mit ihm zusammen. Vol. VII p. XIX giebt er fälschlich an, der Mutin ent- halte nur die Supplicatio, nicht auch de resurr. 12) S. von Otto, 1. c. p. XXXII. Die Collation hat von Otto noch nicht publicirt. 13) So nach Dindorf, Eusebii Caesar. Opp. Vol. I (Praepar. Evang.) (1867) p. VI sq. Von Otto (Vol. VI p. XV) setzt ihn ins 12. Jahrh. 14) S. Gaisford, Eusebii Evang. Praepar. T. I (1843) p. II. Gais- ford, Eusebii c. Hieroclem (1S52) p. III (nach der Collation von Th Heyse). Dindorf, 1. c. Nach Coi-p. Apologg. Vol. VIII p. 363 besitzt von Otto eine Collation auch des Tatian nach dem Marcianus. 15) Biblioth. msta gr. et lat. T. I (1802) p. 223, s. v. Otto, Vol. VI p. XV. 16) S. V. Otto Vol. VI p. XV sq. VII p. XVII sq. und genauer Vol. IV3 p. XXIII sq. Die Tatianhandschriften. 5 3) Ejusdem de resurrectione (18 foL). 4) Tatiani Oratio ad Graecos (20 foL). Es sind also wiederum dieselben Stücke, welche ancli in Par. 174 und Mut. stehen. Von Otto bemerkt aber weiter, dass in dem Codex Scholien beigeschrieben sind, welche mit denen in Par. 174 identisch sind. Auf foL 8^ findet sich die Be^ merkung: OvaleQiccvog f.i6vaxog (poQohßievg 6 dlßivov zavTr^v aygaxpev ßißlov etu arpye. Also ist der Codex im Jahre 1535 von Valerianus geschrieben worden. Derselbe, Canonicus regu- laris S. Salvatoris zu Bologna, ist kein unbekannter Schreiber ^'); eine ganze Reihe von datirten Handschriften tragt seinen Na- men. Die Oratio Tatians hat er, wie wir sehen werden, vier- mal abgeschrieben, die Ep. Justini ad Zenam ebenfalls vier- mal, die Supplicatio und den über de ressur. des Athenagoras nachweisbar ebenso oft, die Cohortatio ad Gentiles und die Expos, rectae fidei einmal. Das Urtheil von Otto*s, Vale- rianus sei „graecae linguae non apprime gnarus" gewesen, spe- ciell die Beobachtung, dass der Cod. Aetonensis von Fehlem wimmle, ist richtig; sie trifft aber nicht die Hauptsache. Vale- rianus hat vor allen Dingen seine Vorlagen mit grosser Freiheit behandelt und geschäftsmässig Handschriften fabricirt. Dies wird in dem Verlaufe unserer Untersuchungen deutlich hervor- treten. Den Cod. Aetonensis hat zuerst W. Worth in seiner noch immer sehr schätzbaren Ausgabe Tatian's zur Textesre- cension herbeigezogen und die lectiones variantes vollständig mitgetheilt ^^). Kürzlich hat von Otto eine neue CoUation des ganzen Codex von Gwynne erhalten, die bereits für die 3. Auf- 17) S. Gardthausen, Griech. Paläographie (1879) S. 341, wo indess nicht alle von Valerianus herrührenden Handschriften aufgeführt sind. Gardthausen macht 8 datirte namhaft, die zwischen 1533 und 1543 ge- schrieben sind. S. auch Graux, Essai sur les origiues du fonds grec de TEscurial (1880) p. 189. 267. 18) Tatiani Oratio ad Gr. edid. Wilh. Worth, Oxon. 1700. P. XI der Praefatio (sie ist im Druck nicht paginirt) heisst es: „Tertium (codicem) viri praestantissimi D. Henrici Godolphin, Collegü Aetonae Praesidis huma- nitati debeo, qui dum ms. librum cum excusis in aedibus ejus confero, me officüs plane singularibus sibi aeternum devinxit. Est autem codex iste apographum transcriptum anno 1534 [sie] a Valeriano nescio quo Foro- Liviensi, ex exemplari quodam in Biblioth. Coenobii S. Salvatoris; illo ipso, ni fallor, Bononiae, cujus meminit Possevinus in Apparatu sacro p. 449". g Die Tatianhandscliriften. läge* der pseudojustmischen Werke verwerthet worden ist^^). Eine Gollation dei' Scliriften des Atlienagoras hatte bereits Worth für die Ausgabe von Dechair (Oxon. 1706) besorgt -^ö). Der Cod. Aetonensis soll nach Morelli (s. oben) dem Marcianus sehr verwandt sein; da er aber zugleich, wie sein Inhalt und die Scholien beweisen, dem Par. 174 verwandt ist, so ist damit ein weiteres Indicium der Verwandtschaft zwischen den beiden älteren Codd. gewonnen. Ferner: Worth bringt die positive Nachricht, dass der Aetonensis aus einem Bononiensis abge- schrieben ist. Da nun Possevinus^') und Montfaucon'^"^) einen Bononiensis auffuhren, der die Oratio Tatian's enthält, so wird die Vermuthang von Worth, eben diese Handschrift sei die Vorlage des Aetonensis, sehr wahrscheinlich. 5) Der Cod. Bononiensis (in XXII. plut. repos.). üeber denselben. ist nur das Wenige bekannt, was Possevinus und Montfaucon mittheilen; Der Codex enthält 1) die Demon- stratio des Eusebius und 2) die Oratio Tatian's (20 fol.)^^). Auch dieser Codex ist von Valerianus und zwar im Jahre 1533 geschrieben^^); er ist also 2 Jahre älter als der Aetonensis und die einzige Lesart, welche Possevinus aus demselben mit- theilt, stimmt mit dem Aeton. zusammen 2^). Beide Beobach- tungen stützen die Hypothese, dass wir in ihm die Quelle für jenen in Bezug auf Tatian zu erkennen haben. 6) Der Cod. Parisinus 2376 (olim Fontebland., chartac, 251 fol.)^^) ist von drei Schreibern des 16. Jahrh. angefertigt. Der Eine von ihnen ist Valerianus, wie die Notiz auf fol. 236^ 19) S. V. Otto, 1. c. Vol. IV3 p, XXIHsq. 20) S. v. Otto, L c. Vol. VII p. XXXIX. XVHI. 21) Appar. stier. (Colon. 1608) II p. 449. 22) Diar. ital. (Par. 1702) p. 408: •2S) S. V. Otto, 1. c. Vol. VI p. XV. 24) Gardthausen führt a. a. 0. unter den von Valerianus geschriebe- nen Handschriften einen Bononiensis Nr. 587 ann. 1533 an, ohne den In- halt desselben anzugeben. Derselbe ist jedenfalls mit dem Tatiancodex identisch. 25) Orat. 42 n. 3 lesen Aet. und Bonon. ;iQvnt£iv, während Par. 171 richtig xrjQvTtstv bietet, welche LA durch das Citat der Stelle bei Euse- bius in der Praepar. beglaubigt ist. 26) S. von Otto, i. c. Vol. VI p. XVI sq.; daselbst auch ein Fdc- simile. Die Tatianhandschriften. . 7 beweist; '0 ddeXtpog ßaXeoLavbg lygaips latzrjv ßißJ^ov, Iv itjt fiovaOTr^QiM Tov dylov [sie] avTtovlov IvezitjOL [= Yenetiis] ^'') exei TOV Avqlov rj^tov ctcpXd^ [=: 1539]. Dazu die seltsamen Worte: xiw,vö6fj.evoq ovöelg Xavd^dvei, 7coXvv xQ^^ov, Der Codex (= Par.^j enthält: 1) — 3) Schriften von Asklepius, Nicomachus Geras.. Cleome- des, mathematischen Inhalts. . 4) Tatiani Oratio ad Graecos (fol. 149^—169^). 5) Gregorii Comment. de anima ad Tatianum^^). 6) — 13) Schriften von Gem. Pletho und Bessarion. Ailch dieser Codex, den bereits Worth benutzt, von Otto nach einer genauen Collation C. B. Hase 's verwerthet hat, hat ein paar Scholien, die mit solchen in Par. 174 identisch sind ^^j. Am Rande stehen einige Lesarten, resp. Correcturen von an- derer Hand („manu alicujus Graeci occidentalis medio fere sae- culo XVI"). 7) Der Editio princeps der Oratio Tatian's^^), weiche 1546 in Zürich erschien und von Conrad Gessn er. besorgt wurde, 27) In Venedig hat Valerianus femer geschrieben den Par. 473 (Eusebii Pemonstr.) i. J. 1543, den Scorial. 343 (nunc X. I. 4) i. J. 1542 (Mathema- tiker') und andere, welche Gardthausen (a. a. 0.) aufffihrt. Der älteste in Venedig geschriebene Codex ist votn J. 1539; die früheren sind in Bologna von Valerianus angefertigt worden. Er ist also zmschen 1535 und 1539 von dort nach Venedig übergesiedelt. 28) Diese dem Gregorius Thaumaturgus beigelegte Schrift ist zuerst von G. Vossius (S. Gregorii Opp. Mogunt. 1604 p. 135 sq.) abgedruckt worden: s. über dieselbe Ryssel, Greg, Thaumaturgus (1880) S. 34 f. Der in ihr erwähnte Tatian hat natürlich mit dem Apologeten des 2. Jahrhun- derts nichts au thun, man mag nun über die Echtheit urtheilen, wie man woüe. Der Schreiber des Paris. 2376 aber hat jedenfalls an den Apologeten gedacht und die Annahme einer solchen Beziehung lag um so näher, als Tatian in seiner Oratio gleichfalls auf die Lehre von der Seele ausführ- lich eingegangen ist. Ob dem Schreiber eine ältere Tradition vorlag, steht dahin. Vossiua spricht 1. c. p, 146 sq. von mehreren Handschriften, unter denen er zwei Klassen unterscheidet und ein MS. GaUic. und Anghc. nam- haft macht. Aber genaueres giebt er nicht, an. Nourry in seiner Diss. in Tatian. I, 5 identiti'cii't die beiden Tatiani. 29) Darnach ist die Bemerkung von Otto 's 1. c. VI p. XVIII zu Oomgiren. 30) S. die genau« Beschreibung bei von Otto, 1. c VI p. XXI sq. Die Ausgabe findet sich auch auf der Univ. -Bibliothek zu Giessen. g Die Tatianhandschriften. liegt eine Handschrift aus der grossen Bibliothek des kaiser- lichen Gesandten in Venedig Diego de Mendozazu Grunde, welche dem Jo. Frisius bei einem Aufenthalt in Venedig im Jahre 1545 durch Vermittlung des Arnoldus Arlenius zur Herausgabe überlassen wurde ^^}. Inder dem Abdrucke voraus- geschickten Epistula dedicatoria des Frisius an Hieron. Frick Bernas (p. 276) heisst es: „Bxhibeo itaque tuae huma- nitati et benevolentiae Tatianum Graecum, antea nunquam typis excusum, quem anno praeterito, cum agerem Venetiis, ex doc- tissimi viri Amoldi Arlenii Peraxyli veteris mei ämici liberali- tate mecum huc deportavi*'. Die Handschrift selbst is^^ bisher nicht aufgefunden worden ^2), so dass die Editio princ^rs für sie einstehen muss. Dieselbe enthält am Rande 147 Marginal- noten, von denen 61 durch „lego** oder „forte" als Conjecturen Gessuej^'s eingeführt sind. Von den übrigen 86 sind 38 durch „al." bezeichnet, somit als wirkliche Lesarten einer anderen Handschrift deutlich gemacht. Der Rest von 48 Noten ist durch einen Stern, resp. ein Kreuz oder durch gar kein Zeichen ein- geführt. Es bedarf daher noch der Untersuchung, ob in diesen Conjecturen zu sehen sind, die Gessner nur für sicher ange- nommen hat, oder ob hier ebenfalls überlieferte Varianten vor- liegen'*^^). Von Otto bemerkt, es sei ihm wahrscheinlich, dass der Codex, welcher der Editio princeps zu Grunde liegt, eben- 31) In der BibUoth. univ. Gessner's (Zürich 1545) heisst es s. v. Tatia- nus: „Attulit eam (seil. Tatiard orationem ad Graecos) nuper ad nos Jo. Frisius noster ex bibliotheca Diegi Huitadi Caesaris apud Venetos legati, et brevi, deo juvante in lucem dabit". Wenn Frisius (s. ober das fol- gende) in der Zuschrift *an H. Frick seinen Dank dem Arnoldus Arienius abstattet, so erklärt sich dies daraus, dass dieser der Vermittler war. S. Gessner's Präfatio zur 2. u. 3. Ausgabe des Stobäus (abgedruckt bei Gais- ford, t. I p. XXXVII): ,Is [seil. Arnoldus Arlenius Pemxylus] praeter alia non exigua in me beneficia, hoc etiam effecit, ut ex bibliotheca generosi viri Diegi Huiiadi a Mendozza, Caesarei tum temporis apud Venetos ora- toris, vetustiesimum et raanuscriptum Stobaei volumen acciperem". Ueber die Bibliothek und die Liberalität des spanischen Humanisten Diego de Mendoza sowie über den Philologen Arnoldus Arlenius s. Graux, Essai p. 1 36 sq. und a. a. St. 32) S. von Otto, 1. c. Vol. VI p. XIX. Dazu Graux. 1. c. p. 245: „Jam non superest". 33) Das letztere hat von Otto stillschweigend angenommen. Die Tatianhandßchriften. 9 falls von Valerianus herrühre, ohne Gründe für diese Verrauth- ung anzugeben. Sie empfiehlt sich allerdings in hohem Masse; denn 1) der Cod, Frisianus ist nach der Angabe Morelh's mit dem Cod. Marcianus nicht identisch, 2) der Cod. Fris. unter- scheidet sich andererseits sehr bestimmt von dem Aeton., der nach MorelK eben dem Marcianus so nahe verwandt sein soll, 3) der Frisianus hat dieselben wenigen Scholien, welche die übrigen Valerianus-Codices haben, 4) er steht seinem Werthe nach, wie uüten gezeigt werden wird, dem Aeton. und Paris. 2376 völlig gleich, 5) das Jahr, in welchem Frisius den Codex zu Venedig zum Geschenke erhielt (1546), liegt den Jahren, in welchen Valerianus eben in Venedig seine Tatian-Handschriften fabricirte, sehr nahe; einen sehr alten, werthvoUen Codex wird Arlenius Peraxylis . schwerlich seinem Freunde überlassen haben. 6) Für seine Ausgabe der Supplicatio Athenagorae hat Gess- ner ebenfalls einen Valeriancodex benutzt ^^). 8) Im 9. Bande des Corp. Apolog. p, XV macht v. Otto die Mittheilung, dass der Cod. Ottobon. gr. 112 (olim Sirle- tianus, chartac. in fol. saec. XV.) primo loco fol. 1 — 17 die Ora- tio Tatian's enthalte, indessen verstümmelt; die 9 ersten Capp. und das 10. bis zu den Worten aiTrjg tiqXv trjv 7iQ0€i(jrjf.uvr)v ano^aveiv fehlen nämlich. Die Handschrift ist bisher für Tatian nicht verglichen worden s^). An zweiter Stelle enthält sie den Apolog. des Eunomins, an dritter die Irrisio des Hermias^^). Daraus lässt sich betrelis ihres Verhältnisses zu Par. 174 und den anderen Tatiancodices nichts scliliessen. Dieser Zeuge ist daher bis auf weiteres bei Seite zu lassen. 34) S. über die Grundlage dieser editio (prineeps) ann. 1557 v. Otto, 1. c. VII p. XVin. XXXI sq. 35) Die obige Mittbeilung verdanken wir 11. Brunn, der i. J. 1853 die Handschrift eingesehen hat. 36) Diese Zusammenstellung zeigt, dass der Codex mit dem Monac. 512 saec, XV (Otto, 1. c. iX p. XIV) verwandt sein muss, in welchem eben- falls die Irrisio auf den Apolog. Eunomü folgt. Die Verwandtschaft mit dem Ottob. gr. 191 hat schon Brunn constatirt. Die Handschrift ist ohne Zweifel dieselbe, welche sich einst in dem Escurial befunden hat (s. Miller, Catal. des Ms. grecs de ia Bibliotheque de TEscuriai 1848 p. 316; Graux, 1. c. p. 244 sq. 256 sq.; von Otto, 1. c. VII p. XX). Ueber die Geschichte der Handschriften, weiche im Besitze des Cardinal Sirlet ge- wesen sind, 8. Graux, 1. c. p. 226 sq. und sonst. IQ Das Versvandt8cliaft6verliältiiii3s. § 2. Das Verwandtschaftsverhältniss der Tatianhaud- scliriften. In seiner Ausgabe der Oratio des Tatian liat von Otto natürlich den Paris. 174 zu Grunde gelegt, lieber die übrigen urtheilt er also: .,Parisino videtur Mutinensis consimillimus esse . . . Caeteri Codices (Aeton. Bonon. Paris. 2376, Fris.), confecti potissimum, opinor, juxta exemplar Venetum saec. Xu., quam- vis singuli interdum scripturas habeant peculiares, ad unam tarnen eamdemque familiam pertinent: id quod ex permultis patescit indiciis, inprimis ex consensione lectionum creberrime conspicua: nimirum ex Bononiensi effluxit Aetonensis atque ex alterutro (?) Parisinus 2; utrum autem Frisianus (ex Veneto) prius quam exemplar Bononiense scriptus sit, nee ne, id non liquet"^'^. Diese Beurtheilung erweist sich nur zum Theil als richtig und ist zugleich unvollständig. Ausserdem ist von Otto bei seiner Textesrecension an 22 Stellen dem 2eugniss der Valerian- Codices gegen Paris. 174 gefolgt und hat sie damit als selb- ständige — weil auf den Cod. Venet. (Marcian.) zurückgehende — Autoritäten neben Par. 174 (= Par.^) anerkannt. Es fragt sich, ob er mit diesem ürtheile im Rechte ist. Die Untersuch- ung soll im folgenden so genau wie möglich geführt werden; ihr Resultat wird der Kenntniss der gesammten üeberlieferungs- geschichte der griechischen Apologeten zu Gute kommen. 1) Beginnen wir mit einer statistischen üebersicht über die LAA der vier Tatiau-Codices, die bisher genau verglichen sind (Par.i Par. 2 Aet. Fris.): a) An 65 Stellen enthalten alle 4 Handschriften LAA, die ent- weder höchst wahrscheinlich oder ganz offenkundig felüer- haft sind (nach der Textesrecension von v. Otto); von diesen sind 26 solche, die aus den Citaten bei älteren Kirchenvätern, namentlich bei Clemens AI. und Euse- bius^^), sofort, berichtigt werden können, den 39 übrigen ist durch Conjectur nachzuhelfen. 37) L. c. Yol. VI. p. XIX sq. 38) Eusebius hat in der Praepar. evang. 1. X die cc. 31, 36—42 der Oratio wörtlich ausgeschrieben. Das Verwandtschaftsverliäitniss. 11 b) An 52 Stellen bietet Fris. in marg. eine besondere LA gegen alle anderen Zeugen. c) An 18 Stellen bietet Par.^ in marg. eine besondere LA gegen alle anderen Zeugen. d) An 50 Stellen bietet Par.^ eine besondere LA. e) An 56 Stellen bietet Aet. eine besondere LA. f) An 41 Steilen bietet Par.^ eine besondere LA. g) An 47 Stellen bietet Fris. eine besondere LA. h) An 50 Stellen gehen Par.^ Par.- zusammen, resp. an 48 Aet. und Fris.^^) i) An 18 Stellen gehen Par.^ Aet. zusammen, resp. an 15Par.2 und Fris.*<^) k) An 12 Steilen gehen Par.^ Fris. zusammen, resp. an 13 Aet. undPar.2 41) 1) An 29 Stellen stimmt Fris. in marg. mit Par.^ resp. mit Par. ^ und einem der anderen beiden Codices, m) An 8 Stellen stimmt Par.^ in marg. mit Par. ^ resp. mit Par.i und einem der anderen beiden Codices *2). Die Aufstellung dieser Tabelle, in welcher vollständig alle lectiones variantes gezählt sind^ kann nur entschuldigt wer- den durch den Hinweis darauf, dass in allen Gruppen das Ver- hältniss der unbedeutenden Abweichungen zii den beachtens- 39) D. h. dreimal differiren Aet. und Fris. (4 n. 14; 18 n. 4; 33 n. 5), wo Par.i und Par. 2 zusammengehen, und einmal findet der umgekehrte Fall statt (18 n. 9). 40) D. h. viermal differiren Pär.2 und Fris., wo Par.^ Aeti zusammen- gehen (.5 n. 4; 13 n. 14; 25 n. 7; 31 h. 18), und einmal findet der umge- kehrte Fall statt (3 n. 19). 41) D. h. eimrlal differiren Par.^ und Fris., wo Aet. und Par.2 zusam- mengehen (41 n. 27). . 42) Ausserdem kommen nur noch folgende 13 Fälle vor: dreimal haben Par.2 und Fris- eise gleiche, sonst unbezeugte Marginalnote (4 n. 4; 5 n, 7; 39 n. 10); dreimal stimmt Far.2 im Text mit Fris in marg. gegen die übrigen Zeugen zusammen (18 n. 2; 21 n. 5; 34 n. 12); zwei- mal findet sich eine gleiche, sonst unbezeugte Marginalnote in Par.^ und Par.2 (16 n. 5 und ?); zweimal hat Par.^ vo^n jüngerer Hand eine Cor- rectur nach den jüngeren Handschriften (12 n. 19; 34 n. 15); zweimal haben Aet. und Par.'^ die gleiche, sonst unbezeugte Marginalnote (25 n. 1 ; 39 n. 17); und einmal stimmt Aet. im Text und Fris. in marg. gegen die übrigen Zeugen zusammen (I8 n. 2). 12 Das Verwandtschaf tsverhältniss. werthen ungefähr das nämliche ist, sowie dass bereits aus dieser dürftigen üebersicht Schlüsse auf das Verwandtschaftsverhält- niss der Handschriften gezogen werden können. Aus den sub a. b. c. aufgeführten 135 Stellen folgt, dass alle 4 Codices — und, da der Bononiensis die Vorlage für Aet. ist, die fünf — nahe mit einander verwandt sind. Einige Beispiele mögen das iUustriren : c. 1 n. 15 alle ^EVMviKog für ^EkkaviAog, c. 2 n. 5 „ TS „ firj. c. 3 n. 1 ,. iöida^afir^r „ iöil^r^ödftr^v. c. 7 n. 6 „ ;rA»;v „ Tidliv, c. 27 n. 5 lesen alle Codd. IdtTiuovog, dagegen c. 38 n. 7 wiederum alle l4nniiov, c. 31 n. 11 alle Toao) 6* av für t6 ö' av (Euseb.). c. 31 n, 13 c. 31 n. 18 c. 31 n. 29 c. 36 n. 6 c. 36 n. 11 c. 36 n. 12 c. 39 n. 18 c. 40 n. 5 Hierzu kommt noch folgendes: Par.^ hat gleich im Ein- n 'Prjiog » 'Pr^yivog (Euseb.). n c 0 ?5 xcci (Euseb.). n H n 6t (Euseb.). » 6t ora. » 6t (Euseb.), n öt om. » 6{ (Euseb.). )? (ig om. n bg (Euseb.). >j KixQOTTa w Kqotojticcv (Euseb.). n voi-iitiaai w vo(.iio%(ooi (Euseb.) *^). 43) Die übrigen Stellen, an denen nach von Otto alle 4 Codices fehlerhaft sind, mögen hier folgen: 1 n 21; 3 n. 12, 14; 5 n. 9; 9 n. 4, 8, 11, 13; 10 n. 16; 11 n. 10; 12 n. 18; 14 n. 8; 15 n. 21; 16 n. 7, 10; 17 n. 15; 18 n. 5; 19 n. 9; 21 n. 9; 22 n, 9; 24 n. 3; 25 n. 5, 9; 26 n. 3, 6; 27 n. 12; 29 n. 3, 6; 30 n. 9; 31 n. 23, 25; 32 n. 5; 33 n 16, 19, 20; 34 n. SP, 14; 37 n. 3; 38 n. 8; 39 n. 9, 12, 16, 17; 40 n. 1 (bis), 4 (bis), 10; 41 n. 12, 23; 42 n. 5. Die oben sub b) genannten Stellen, welche auch für die Verwandtschaft der vier Codd. in Betracht kommen, sofern Fris. in marg. besondere LAA bietet, denen gegenüber alle 4 Codd. meistens zusammenstimmen, sind folgende: 1 n. 16, 26; 3 n. 15, 17; 4 n. 1; 7 n. 11, 15; 8 n. 4, 8, 9 (bis\ 13; 9 n. 10; 10 n. 8; 12 n. 7; 13 n. 15, 17; 15 n. 13; 16 n. 10; 17 n. 11; 18 n. 5, 7, 9, 11, 13; 19 n. 9, 11; 20 n. 1, 6; 21 n. 2, 13; 22 n. 14; 23 n. 4, 9; 25 n. 8, 9; 30 n. 5; 31 n. 4; 32 n. 10; 33 n. 4, 15; 34 n. 2, 7; 35 n. 7 ; 37 n. 1 ; 38 n. 1, 4; 39 n. 3, 6; 41 n. 7, 14 (bis). Die sonst unbezeugten Marginalcorrecturen in Par.2 sind: 1 n. 9; 3 n. 1. 3, 10, 15; 7 n. 6, 10; 16 n. 9; 19 n. 2, 21; 22 n. 11; 26 n. 9 29 n. 3; 33 n. 2; 34 n. 2; 38 n. 7; 4'J n. 2, 6. Das Verwandfcschaftsverhältniss. 13 gange am Rande ein Scholion (s. das Facsimile bei v. Otto): OTi ovdev xojv S7€iTi]d€Vf.iaTiov oig "Ellrjveg y.aXli07ilCovTai fllrjVixoVf älla ix ßagßagMv ttjv sigr^aiv eaxr}y.6g. Die drei anderen Codd. bieten diese Worte auch, aber seltsam verkehrt als Zusatz zur Ueberschrift Tariavou nqog ^'Elhjvagy als ob durch diese Worte der Inhalt der ganzen Apologie bezeichnet wäre. Ferner, c. 13 n. 1 haben alle vier Codd. das gleiche Scholion^*): yjixrj ^vtjti^' tov Kcooyovov [Fris. et Aet. ^woXo- yiov mendose] Xiyei öuvafitv, rjrig "noivri ndvuov twiov iaiiv, t] YMi ov/.t(p^Bi()6tai toJg ocif.iaaiv |Fris. al'uaoiv]' ov fievroi HCtl |om. •/«/ Fris, et Aet.] i] loyini] divctf-ug [seil, ^vy^tyi]' avtri yccQ i^i-Qrjtaif d(p' r^g at %i%vai ^.al [Fris. et Aet. rj ymi] sni- oti^fiai nQoßdXkovrai, C. 17 Ä. 2 bietet Far.^ zu den Worten tov ^idyov ^OoTavTjV das Scholion: TzctQCc to7g IJegoaig; in marg. Fris. et Aet. lesen wir: 'OoTavai ol fidyoi toig Hiqöaig exa- Xoivio. C. 22 n. 13 bieten Par.^ Aet. und Fris. zu den Wor- ten oivavlovai tcl aloxqcL in marg. das Scholion: tijcoi qivoxtv- 7Z0VGIV, olovel 10 nvsvfia %o1g gcod^iooi ovvelTiovTsg [Aet: ovvsX- y,6vtov] noiov rfiov im xatayiXom aTtoteXotoi^^). Weitere Schollen finden sich in Par.^ Aet. Fris. nicht, während Par.^ im Ganzen 50 hat. Hieraus folgt aber 1) dass die drei genannten Codd. nicht unabhängig von Par.^ sein können ^6), 2) dass sie unter einander näher verwandt sind; denn sie haben aus der grossen Zahl der Schollen in Par.^ dieselben wenigen gemeinsam. Es fragt sich nun, von welcherlei Art die Verwandtschaft der drei Codices mit Par.* und unter einander ist. Beginnen wir mit der zweiten Frage. AiÄ der oben mitgetheilten Tabelle scheint sich schon bei 44) In der editio princeps des griechischen Tatian ist dasselbe nicht abgedruckt, sondern nur in der gleichzeitig mit ihr erschienenen Ueber- setzung des Tatian von C. G essner. 45) C. 22 n. 4 hat Par.* das Scholion: MagiutagvTtovta tolg iv roZi ^edtQOtg -bnoxQiTaZg; am Rande des Aet. aber stehen die Worte: tot? iv ■B^eatgoig vnoxgitöiv. 46) Vielleicht ist es erlaubt, noch auf eine andere Beobachtung in diesem Zusammenhange aufmerksam zu machen. Sollte es zulällig sein, dass sowohl in Par.^ wie in Par.2, Aet. und Bonon. der Tatiantext über- einstimmend 20 fol. ausfüllt? (Im Ottob. hat der vollständige Text c. 21 fol. eingenommen.) j^4 I)as Verwandtschaftsverhäitniss. flüchtiger Betrachtung zu ergeben, dass keiner der drei jünge- ren Codices aus dem anderen abgeschrieben ist. Zwar gehen Aet, und Fris. viel häufiger zusammen als Aet. und Par.^, resp. Fris. und Par.^, aber dass Aet. die directe Vorlage für Fris. gewesen ist, ist ebenso unmöglich wie der umgekehrte Fall, und noch weniger kann daran gedacht werden, dass Par.^ aus einem der beiden Codd. abgeschrieben ist. Gegen diese An- nahme entscheidet z. B. das, was oben sub f) und h) zusam- mengestellt ist. Ein Blick auf die Tabelle sub d — h lehrt, dass die Abweichungen der drei Codices unter einander — ihrer Zahl, nicht ihrem Werthe nach — nicht geringere sind, als die Abweichungen aller von Par.^ Mithin bleibt nur die Annahme übrig, dass die drei (mit dem Bonon. vier) von einem Schreiber gefertigten Handschrif- ten auf eine Quelle, resp, auf zwei oder mehrere, aber unter sich sehr verwandte Quellen zurückgehen, und diese Annahme bestätigt sich durch eine Untersuchung der Art der Yarianten*'). Dieselben sind entweder aus Sorglosigkeit des Schreibers ent- sprungen oder haben zum grösseren Theile den Charak- ter nichtsnutziger Conjecturen, resp. willkührlicher, 47) I. Die Stellen, wo Par.i allein steht, sind: 3 n. 8, 15, 19; 4 n. 11, 12; 5 n. 7, 8; 6 n. 6; 7 n. 6; 9 n. 4 (bis), 7;- 12 n. 2, 10, 17 (bis), 19; 13 n. 13, 16; 15 n. 22; 16 n. 9, 13; 17 n. 12; 18 n. 2, 9; 20 n. 8; 21 n. 4; 22 n. 14; 26 n. 1,4,7, 11; 29 n. 9; 31 n. 11,24, 28; 32 n. 13; 33 n. 2, 22; 34 n 15;35n. 3; 36 n. 1 ; 38 n. 8; 39 n. 9, 22. In fast allen diesen Fällen hat Par.» das rich- tige bewalirt, während Par ^ Fris. Aet. gemeinsame grobe Fehler haben. — II. Par.2 weist besondere LAA auf; 1 n. 2, 4, 6, 8, 25; 2 n. 1, 2, 10; 3 n. 4, 9, 15, 18; 4 n. 10; 5 n. 4; 6 n. 4; 7 n. 2, 3; 13 n. 11, 14; 15 n. 19; 17 n. 3, 14; 18 n. 9, 11; 19 n. 3, 21; 22 n. 4; 24 n. 2; 25 n. 3, 7; ^6 n. 5; 28 n. 1; 29 n. 3; 31 n. 18; 33 n. 5, 10, 17; 35 n 2; 39 n. 2; 40 n. 7: 41 n. 19.— III. Aet. hat besondere LAA: 1 n. 16, 19, 23, 26; 2 n. 5, 8; 3 n. 3,5,8,1.3, 15, 17, 19 (bis); 4 n. 14; 6 n. 3; 7 n. 8, 10: 8 n. 11, 14; 10 n. 6, 17; 11 n. 5, 12; 12 n. 4, 5, 12; 14 n. 5; 16 n. 7, 14; 17 n. 8; 18 n. 4; 19 n. 6, 9, 15; 20 n. 7; 21 n. 7; 22 n. 14; 23 n. 1, 2, 6; 25 n. 0: 26 n. 16; 27 n. 2, 12; 31 n. 2, 12; 33 n. 5, ö, 11, 21; 34 n. 6, 13; 36 n. 10; 39 n. 2; 40 n. 7. — IV. Fris. hat besondere LA A : 1 n. 9, 20, 21, 22, 24; 3 n. 4, 10, 15; 4 n, 1, 5, 14; 5 L>. 8; 8 n 13, 15; 9 n. 4; 10 n. 6; 11 n. 4; 12 n. 4 (bis), 5, 18; 13 n. 13, 14; 14 n. 2, 7; 15 n. 2, S; 16 n. 2; 17 n. 7, 10, 18; 18 n. 4, 9; 19 n. 11, 12; 23 n. 5; 25 n. 7; 31 n. 11, 18; 33 n. 5, 12; 34 n. 5; 38 n. 1; 40 n. 1, 7. Diese Tabelle ermöglicht es, das im Texte bemerkte nachzu- prüfen. Es erscheint unthunlich, hier in extenso die Stellen vorzuführen. Das Verwandtschaftsverhältniss. j|5 sog. gelehrter Veränderungen. Es ist sogar wahrschein- licli — ' beweisen lässt sich das schwer — , dass der Schreiber absichtlich seinen verschiedenen Codices eine unterschiedliche Gestalt hat geben wollen; denn von den 144 LAA, die nur durch einen der drei bekannten Valeriancodices bezeugt sind, finden sich in den drei ersten Capiteln bereits 34 d. h. nahezu ein Viertel. Das sieht doch gerade so aus, als hätte der Schrei- ber die Selbständigkeit seiner Fabrikate för ein oberflächliches ürtheil bei den ersten Capiteln markiren wollen. Dass es aber eine Quelle ist, auf die sie alle zurückgehen, wird durch die gemeinsamen groben Fehler*^) und durch die Schollen, von denen oben gesprochen worden ist, überaus wahrscheinlich. Hat nun Morelli recht, dass für den Aet. durch Vermittelung des Bonon. ein dem Marcianus 343 nahe verwandter Codex die Quelle gewesen ist, so ist derselbe auch für Par.^ und Fris. als Vorlage in Anspruch zu nehmen, wobei vorbehalten bleibt, dass sie nicht unmittelbar aus ihm geflossen zu sein brauchen, son- dern, wie auch der Aeton., durch Vermittelung älterer Abschrif- ten, die Valerianus von ihm bereits genommen hatte. Die An- nahme, dass der Marcianus selbst diese Quelle ist, wie v. Otto vermuthet, wird insofern wahrscheinlich, als Valerianus Jahre lang sich gerade in Venedig aufgehalten und dort seine Codices fabricirt hat. Allein andererseits bietet der Aet. auch Stücke, die nicht im Marcianus, wohl aber im Par. ^ stehen. Ich wage daher kein ürtheil, bevor der Marcianus vergHchen ist. Sicher ist, dass Par. ^ die directe Vorlage für die Valerian- codices nicht gewesen ist; aber oben wurde bemerkt, dass sie doch in einem sehr nahen Verwandtschaftsverhältnisse zu ihm stehen. Es folgt somit unabweislich, dass ihr Archetypus selbst dem Par.i verwandt sein muss. Wäre der Marcianus 343 mit dem Archetypus identisch, so wäre die Annahme, dass die Va- leriancodices durch Vermittelung dieses aus dem Par.* geflossen sind, nicht wahrscheinlich; denn Par.^ ist schwerlich die directe Vorlage zu Marc. $4^ gewesen, da dieser Codex ein Stück ent- hält, welches Par.* nicht bietet. Verzichtet man aber darauf, 4S) S. die Stellen in der vorigen Anmerkung sub I. Sie machen es völlig deutlich, dass Par.^ nicht die directe Quelle der "Valeriancodices sein kann. jß Das Verwandtschaftsverhältniss. im Marc, die Quelle der Valeriancodd. zu sehen, so ist man lediglich auf eine detaillirte Untersuchung des handschriftlichen Bestandes angewiesen. Suchen wir daher zunächst das Verhältniss der Vorlage der Valeriancodices zu Par. * genauer zu bestimmen. Wir gehen dabei von der Voraussetzung aus, dass die Vorlage in diesen überall dort bewahrt geblieben ist, wo sie, resp. einer von ihnen, mit Par.^ stimmen, eine Voraussetzung, die selbst- verständlich ist, sobald zugestanden wird, dass überhaupt eine Verwandtschaft besteht. Berücksichtigt man nun alle die Fälle in Aet. Fris. und Par,^, wo einer von ihnen oder zwei mit Par.^ stimmen, und zählt sie zu denen, wo alle 4 Codices dieselben LAA bieten, so bleibt eine verhältnissmässig sehr kleine An- zahl von Fällen nach, in denen ihre Vorlage von Par. * abwich, nämlich nur etwas über 50 Stellen flir das ganze Buch, auch die unbedeutenden Abweichungen eingerechnet. Anders ausge- drückt: die Vorlage von Aet. Fris. Par.2 ist dem Text in Par. ^ sehr nahe verwandt und sie ist relativ am treuesten durch Par. 2 (s. oben sub h), am unzuverlässigsten durch Fris. (s. oben sub k) repräsentirt'*'). Hier mag nun noch einmal die Vermuthung auftauchen, Par. * sei die directe Quelle für die drei; um sie zu widerlegen genügt der Hinweis auf die Stellen, in denen Par.^ allein das Richtige bewahrt hat, während die drei dort gemeinsame Abweichungen haben. Es sind das fast durchgehends nicht unbedeutende Varianten, sondern wirk- lich andere LAA. Es lässt sich aber dem hier bestehenden Verhältnisse noch anders beikommen; zuvor aber sind die Mar- ginalnoten in Fris. und Par.^ zu untersuchen. Oben § 1 wurde bereits bemerkt, dass die Gessner'sche Ausgabe des Frisianus 147 Marginalnoten hat, von denen 61 49) Die sub h) genannten Fälle sind folgende: 1 n. 5; 3 n. 15, 19; 4 n. 14; 6 n. 7, 8; 7 n. 14; 8 n. 20; 10 n. 6; 12 n. 8; 13 n. 8; 14 n 1; 15 n. 18; 16 n. 7; 17 n. 11, 13, 16; 18 n. 4; 19 n. 3, 6, 24; 21 n. 7, 9; 22 n. 8; 23 n. 7, 8; 26 n. 3; 27 n. 3, 12; 28 n. 2; 30 n. 3, 5, 6; 31 n. 4, 24, 31; 32 n. 1, 2; 33 n. 5. 7, 14; 34 n 8; 36 n. 4; 37 n 1,4; 39 n. 5,6, 7; 41 n. 12, 24. Die sub i) genannten: 3 n. 4, 10, 18; 6 n. 7; S n. 13; 12 n. 12; 13 n. 14 17 n. 3; 18 n. 2 (bis), 6; 20 n. 2, 10; 21 n. 14; 25 n 7; 31 n 18; 34 n. 2 35 n. 6. Die sub k) genannten: 3 n. 3, 15; 9 n. 9, 13; 10 n. 11; 13 n. 1 14 n. 8, 7, 8; 25 n. 1; 31 n. 2, 11. Das VerwancUscliaftsverhältniss. 17 als Conjectureii, 38 als LAA eines anderen Codex eingeführt sind; die Herkunft von 48 ist nicht weiter bezeichnet. Von jenen 38 sind 30 ganz singulare LAA, 8 dagegen stimmen mit Par. ^ resp. zugleich mit den übrigen Codices; von diesen 48 aber stimmen 26 mit Par. \ resp. zugleich mit einem anderen Codex, und nur 22 sind sonst unbezeugt. Dies Yerhaltniss ist aber fast ganz genau dasselbe, welches bei den 61 deutlich als Conjecturen (durch „lego", „forte") eingeführten LAA obwaltet, von denen 30 sonst unbezeugt sind, während 31 mit Par. ' über- einstimmen. Man wird also schwerlich fehlgehen — und die Prüfung der einzelnen Varianten bestätigt das — , wenn man auch in jenen 48 Noten Conjecturen sieht, die Gessner eben für sicher angenommen und desshalb ohne weiteres an den Rand gesetzt hat. Die Marginalnoten, die ihm der Codex bot, entstammen also einem sehr wenig brauchbaren Zeugen; da- gegen ist Gessner ein sehr glücklicher Kritiker gewesen ^^). Was die spärlichen und jungen Marginalien in Par.'-^ an- langt — es sind ihrer überhaupt nur 33 — , so ist von den 18, welche singulare LAA bieten, und von den 7, die mit Par. ^ in marg., resp. mit Fris, und Aet. gehen, schon oben die Rede gewesen. Die 8 übrigen bestätigen LAA von Par. * ^ ^) lieber die Herkunft lässt sich bestimmtes nicht aussagen; doch ist sowohl ihr Verhältniss als das der wirklichen Marginalvarianten in Fris. zu den übrigen Codd. das nämliche, welches zwischen den Codd. selbst obwaltet; das Mass der Verwandtschaft und Abweichung mit anderen Zeugen entspricht dem Masse, welches wir in dem Verhältnisse der Valeriancodd. unter einander und zu Par. ^ festgestellt haben. Also ist es wahrscheinlich, dass 50) Oben in der Tabelle sind die Fälle, welche mit „al." von Gessner bezeichnet sind, zu denen gerechnet, die ohne jede Benennung eingeführt sind, um nicht zu präjudiciren. SchUesslich hat auch die Sache keine grosse Wichtigkeit. Die Fälle, wo eine Kandle&art, die Gessner mit „al.*' bezeichnet hat, mit Par.^ stimmt, resp. mit einem anderen Codex, sind: 3 n. 17; 15 n. 22; 16 n. 2; 21 n. 5; 31 n. 18; 32 n. 2; 34 n. 12; 38 n. 8. Die übrigen Stellen, wo Fris. in marg. (sine notala) mit Par.^ stimmt, sind: 4 n. 5; 5 n. 7; 9 n. 4; 12 n. 4, 18; 13 n. 14, 16; 17 n. 3, 11, 16; 18 n. 2; , 20 n. 2; 21 n. 4; 26 n. 11; 31 n. 24; 32 n. 1; 38 n. 5; 34 n. 5 ; 36 n. 4; 38 n. 1; 39 n. 9; 41 n. 17; 41 n. 31. 51) S. 1 n. 8, 25; 5 n. 7; 8 n. 13; 18 n. 11; 31 n. 28; 32 n. 13; 41 n. 17. Texte und Uutersuchungeu. 2 j[g Bas Verwandtschaftsverhältniss. wir auch liier nur auf Yalerianisches , und niciit weiter hinauf, gefuhrt werden. Kehren wir zu dem Verwandtschaftsverhältniss des Arche- typus der Valeriancodd. und des Par. ^ zurück. In seiner Textes- recension hat von Otto, wenn ich richtig zähle, 87mal den Text des Par.- verlassen. An 65 Stellen ^^) von diesen fand er auch hei Fris. Aet. Par.^ keine Hülfe und sah sich auf die Con- jectur oder auf Verbesserungen, welche die Citate späterer Kir- chenväter boten, angewiesen ^^). Diese FäUe kommen hier nicht mehr in Betracht. Dagegen an 22 Stellen ist er der LA eines oder mehrerer der anderen Zeugen gegen Par. ^ gefolgt. Die Zahl ist gewiss eine sehr geringe, und doch steht es so, dass sie nicht leicht Jemand vermehren, sondern eher noch Abzüge an ihr vornehmen wird. Schlagender kann der überaus geringe Werth jedes einzelnen der Codd. des 16. Jahrhunderts gar nicht bewiesen werden als durch die hier vorliegende Thatsache, dass ein Gelehrter j der sich von diesem ünwerthe nicht von vorn- herein überzeugt hatte, nicht mehr an ihnen zu loben gefun- den hat. Indessen es sind immerhin noch 22 Stellen, an denen er ihnen Glauben schenkt. Dies ist nicht von geringem Be- lang; denn in ihnen spricht sich das, wenn auch geringe, Mass der Selbständigkeit und höheren Brauchbarkeit aus, welches dem Archetypus gegenüber Par. ' zukommen soU. Prüfen wir also die Stellen ^'i)., 1) und 2) Zweimal folgt von Otto einer LA, die Fris. Aet. Par.2 gemeinsam haben gegen Par. ^, nämlich 5 n. 8 und 26 n. 1. Dort bietet Par. ^: „Ot're ycco avagxog rj vXrj y.ad^aneQ yml 6 -v^£og"; bei den übrigen Zeugen fehlt '/.cd. Man wird hier schwerlich Grund haben, die LA des ältesten Zeugen zu ver- lassen, da sie zwar schwieriger, aber sehr wohl erträglich ist. Dasselbe ist an der zweiten Stelle der Fall. Par.^ liest: ,,nau- oao&e loyovg alAOTQlovg ^Qi(x(,ißavovTeg v.al ügneQ o y.olocog 52) Sie sind oben aufgeführt worden. 53) Ich. glaube indess, dass mindestens an den Stellen 3 n. 12, 14; 9 n. 4, 8; 15 n. 21; 17 n. 15; 26 n. 3; 29 n. G; 31 n. 23 die LA des Par.» zu halten ist, 54) S. 1 n. 9, 16, 24; 3 n. 4, 19; 5 n. 8; 8 n. 15; 16 n. 9; 17 u. 11; 18 n. 5; 19 n. 2; 22 n. 14; 23 n. 9; 26 n. 1; 27 n. 3; 33 h. 7, 12; 88 n h 7; 39 n. 5, 10; 40 n. 7. Das Verwandtscliaftsverhältniss. 19 ovY. ISlotg 87TiKOG^touii€vo^ 7tz£Qolg'\ Die anderen Zeugen haben 6TCi,y.oaf.ioi-^i£voi: Wiederum ist jenes die schwierigere LA, wäh- rend die Codd. des 16. Jahrh. den Text glätten. Ich sehe darum keinen Grund von Par.^ abzuweichen. 3)— 5) An drei Stellen hat von Otto eine LA, die Fris. und Aet bieten, gegen Par.^ in den Text aufgenommen: C. 33 n. 7 ^LlavUov (Aet. Fris.), dagegen Par.^ ^silavlojv. Hiervon darf füglich abgesehen werden. Anders steht es an den beiden anderen Steilen. Das ,,:Sd-£vslaog", welches Aet. und Fris. 39 n. 5 bieten (om. Par. ^J, ist nicht zu missen und kann auch nicht durch Conjectur gewonnen sein. Ebenso ist das ivrvy- yavovrag des Par. i 27 n. 3 unerträglich, während iinvyxo^vovzeg (Aet. Fris.) gewiss das Ursprüngliche ist. ß)__9) An vier Stellen folgt von Otto dem Fris. Die LA yvaitmTag (reli. yvuTr.cdg) c. 8 n. 15 zu erwählen, ist Geschmacks- sache; jedenfalls ist die Variante völlig irrelevant. C. i n, 2-1 bietet Par.^ (ebenso Par.^ Aet.): laQvyyiwol es ol Tavzi^g scpu- f.ievoc, '/,al xoQd/M}v ecpUvzai (pwvtjv, Fris. liest acplevrai. Diese LA ist gewiss die richtige; ist sie aber nicht vielleicht ledig- lich Correctur? Aehnlich ist der Fall c. 33 n. 12: Par.^ (ebenso Aet. Par.-) hat hier in dem Statuen verzeichniss der Künstler vor Mvrjoiagxldog die Worte: ,^KleiTovg de 'AmpioTtjaTog''^ Nun steht aber schon drei Zeilen vorher „x«t lAficpioTQaTog KJiSLTO}' in allen Codd., so dass also jenes lediglich Wieder- holung, die schwerlich ursprünglich ist. Frig. allein hat sie nicht. Aber der Fris. liege uns nicht in der Handschrift, son- dern nur im Druck vor. Es gehörte wenig Verstand dazu, um die Dittographic zu tilgen; Gessner aber war ein sehr ver- ständiger Corrector. Ich möchte desshalb die Stelle nicht zu den Fällen rechnen, wo Fris. eine glaubwürdigere Tradition als Par.i bezeugt. Am interessantesten ist c. l n. 9: Par.^ Aet. Par.- bieten: lidgEg ttjV öiä zcov doxQiov (seil, s^slqov) ngoyvtu- OLVy TiTTjOaig bQvid-iov Oqvyeg xal 'loaugiov ol naKciiöxaroi^ Kl- JCQLOi ^vTi'/Jp BaßvXcjViOi jLiayevsiv TleQöai yewfieTgslv Ah/vn- TtoL, Frig. bietet allein vor Baßvlwvioi ^^doroovof.islv^'' und das hat von Otto in den Text aufgenommen (Par.^ hat in marg. vor Baß. ein xa/). Er stützt sich für diese LA auf Clem. Alex. Protrept. 6, 70, wo es heisst: yeiofieTQiav naq AlyvnTiuyv ^lav- S^iivsigj aOTQOVOf^lav TtaQcc BaßvkcovUov. Die eigentliche Haupt-r •1* ^0 I^^'^ Verwandtschafts verliältniss. stelle, an welcher Clemens AI. dieselben Ausführungen giebt, wie Tatian c. 1, ist aber Strom. I, 16, 74 sq. Man halt gewöhn- lich diesen Passus für ein Plagiat aus Tatian; dass er dies aber nicht ist, Clemens und Tatian vielmehr auf eine gemeinsame Quelle zurückgehen, die sie verschieden bearbeitet haben, lässt sich leicht zeigen und wird später nachgewiesen werden. Es kann mithin aus dem Clemenstext nicht sofort, der Text Tatians verbessert werden. Die Stelle bei Clemens lautet: ^lyhixiot yovv TiQvnoL aozQoXoyiav alg dv^QOjnovg e^iyeyy.av^ o(.ioicog de Tcai Xalöaioi . . . eialv öi^ di KaQcig t^v di^ aotBoiov jigoyvojoiv i/iLvevotj'/evai ?JyovoiVf 7iZ7jOEig öi oQvld^cov nagaq^vXd^avro nQOJTOL (J>Qvyeg^ Tcal ^iTL'/.r]v ijXQißcooav TovOkol 'Ivaliag yehoreg. "laavQOL 08 Tial 'L4.Qaßeg e^enovrjoap ty^v ouoviOTr/.ijV xtA. Dass die Babylonier die Astronomie erfunden hätten, steht hier nicht; weiter aber: Gregor von Nazianz sagt an einer Stelle der 3. Oratio, an welcher er sich überhaupt mit Tatian berührt>. zo 0-U81V öi ov Traget Xcclöalwv elV ovv Kv7rQioy — das ist aber auch der Gedanke, welcher sich aus dem Text des Par.* er- giebt, wenn man mit Par.- in marg. ein '^ai vor BaßvltoviOL setzt. AVie die 7ciiioetQ vqv/O-cüv auf die Phrygier und Isaurier zurückgeführt werden, so die Svxi/,r] auf die Cyprier und Babylonier. Indessen das aürgovo/^t^lv des Fris. ist schwerlich blosse Coiijectur, da Clemens im Protrept. auch so liest und zwar wie bei Tatian im Zusammenhang mit dem yecofxezQah' der Aegypter. Also wird es in der Vorlage des Fris. gestan- den haben. Dann aber ist räthselhaft, dass Aet. und Par.'-^ es nicht bieten, vielmehr mit Par. ^ gehen, und Gregor von Nazianz auch schon die ^iiiKrj auf die Babylonier (Chaldaer) zurück- führt. Ich sehe hier keinen anderen Ausweg als in der aller- dings gCAvagten Annahme, dass in der Vorlage beide LAA ver- zeichnet Wciren, resp. aoinovoiiuv in marg. stand. Aber dass Valerianus durcli Coiijectur eine LA getrotfen hat, die bei Cle- mens im Protrept. bezeugt ist, ist noch unwahrscheinlicher. 10) — 12) Dreimal ist von Otto dem Cod. Aet. gefolgt gegen Par.i und die anderen. C. 1 n. 16 und 22 n. 14 bietet Aet. vf.uüv (vf.uv), die übrigen i)u(ov {rjtüi). In den Valeriancodd. ist diese Verwechselung häutig und zum Theil absichtlich. Dass Valerianus zweimal damit in der That das Richtige getroffen hat, beweist nicht, dass seine Vorlage schon dieses bot, zumal Bas Verwandtschaftsverhältniss.' 2 t da Fris. und Par.'^ wie Par.^ lesen. Unsicher mindestens ist es auch, ob das nQoXr^f.if.LCLXiy welches Aet. c. 3 n. 19 hat (Par.^ Fris. TiQoXriaaTL^ Par. ^ nQoaXi]i.i^(xTi) mehr ist als eine ortho- graphische Correctur. Doch muss es offen bleiben, dass wirk- lich die Vorlage dieses hatte. 13) — 15) Dreimal hat von Otto eine LA aufgenommen, die nur der Par.'^ bietet. C. 3 n. 4 lesen Par J und Aet.: cpaöiv EuQinldrjv . . . xo '^H.qu.kIsltov öxoiog naQci6eötoY.ivai, Fris. hat ^HQay.XeiTELOv, Par.^ 'Hoazleltoi. Man mag nun das letztere für die richtige LA halten, so scheint doch die LA des Fris., die ohne Zweifel eine Correctur zu ' HottAluTov ist, zu beweisen, dass die Vorlage eben dieses bot. Aus dem schwer erträglichen *^HQdy.l€itov desPar. ^ erklärt sich sowohl 'i/(>»ax/tfc/rof wie 'Hoff- aIsItsiov^ und dass auch Aet. für "^[iQaxXetxov eintritt, ist ent- scheidend. Es ist also ganz unwahrscheinlich, dass Par.^ hier seine Vorlage wiedergegeben hat, namentlich wenn man er- wägt, wie vielfach Valerianus seine Texte corrigirt hat. Noch weniger ist auf die zweite Stelle, c. 19 n. 2, zu geben: alle Codd. bieten hier d7cod£tovGt^ auch Par."^, aber hier ist nachträglich dieses Wort durch ccTuodiovoc supra lineam ersetzt. Die Vor- lage der Valeriancodd. las hier also auch wie Par. ^ Auch c. 40 n 7 bietet Par.^ nicht Ueb erlief ertes. Alle 4 Codd. haben hier verschiedene LAA. Par. ^ liest log ^vO^oXoyiaig xi]v dltj^eiav 7iaQa7t(i€oßet(jüOL) Aet. wg (.iv^oXoyiagy Fris. zeug f-iv^oloylaig^ Par.2 (hg jLivd-oXoylav, Letzteres hat von Otto recipirt, aber auf Grund der Uebereinstimmung der drei anderen Codd., die einen Plural hier bieten, scheint es geboten, an diesem festzu- halten und in der LA des Par.^ eine naheliegende Correctur (nach dXr;d-siav) zu sehen. Nur darum kann es sich handeln, ob die LA von Aet. für überliefert zu halten ist oder nicht. Es ist aber offenbar, dass sich allein aus der LA des Par. ' alle "übrigen erklären lassen, während man, legt man Aet. zu Grunde, fragen muss, woher Fris. und Par.^ beide auf den Dativ ge- kommen sind. Legt man Fris. zu Grunde, so erklärt sich das übereinstimmende cog der anderen Zeugen nicht mehr, während von Par. 2 aus, wie bemerkt, der Plural der übrigen unerklärt bleibt. Es ist also hier ein recht treffendes Beispiel zu er- kennen, wie Valerianus seine Handschriften fabricirt hat. Die LA des Par.^ ist auffallend, vielleicht falsch; aber eben dieselbe 22 I^as Verwaudtschaftsverhältiüss. lag dem Valerianus vor. Er hat sie in den 3 Codd., die wir kennen, jedesmal anders behandelt. Dass er bei seinen Correc- tnren gerade in Par.^ das Richtige getroffen hat — denn Euse- bius bietet auch rog ftivd^oloylav — , ist wohl zufällig. Aber für mehr als eine Corrcctur kann die LA in Par.'- schwerlich gelten, wenn auch die blasse Möglichkeit offen bleiben muss, dass Valerianus den Eusebius hierbei zu Rathe gezogen hat. 16) — 22) Viermal ist von Otto LAA des Fris. in marg. gefolgt, zweimal Par.^ in marg. und einmal einer gemeinsamen Marginalnote in Par.^ und Fris. Diese Fälle kommen aber eigentlich für uns nicht mehr in Betracht; denn da bei ihnen Par.^ Aet. Par.2 und Fris. im Texte zusammenstimmen, so kön- nen sie das ürtheil über den Archetypus der Valeriancodices nicht erschüttern. Da aber oben vermuthet worden ist, dass die Marginalien in Fris. und Par.^ keinen höheren Werth haben als die Valeriantexte, und da es doch wichtig ist, festzustellen, ob nicht in ihnen wenigstens Reste einer besonderen und werth- voUen Ueberliefemng enthalten sind, so sind jene Fälle noch zu prüfen. Allerdings sind vier von ihnen sofort auszuschliessen: C. 17 n. 11. c. 23 n. 9, c. 38 n. 1 stehen zwar unzweifelhaft richtige LAA am Rande des Fris. (loxcsi- für löxvav — g)ov£L:£- ad^at für das grammatisch unmögliche (povevo^at — in^ uAgißig für €7t' a-agißelg; die Fehler sind allen 4 Codd. gemeinsam), aber sie sind nicht durch ein „al." von G essner eingeführt. Wir haben daher in ihnen (s. oben) lediglich Correcturen zu erkennen, die jeder denkende Herausgeber nothwendig an- bringen musste. Nicht anders steht es c. 39 n. JO: Alle Codd. lesan hier Jiotisq ol xcrTor "Iva^ov 7teq)r^vev o 3I(üva^g ysyovcjg^ 'iiQBößvTBQOQ i-oti Tiüv 'IXia/.(üv. Das ist sinnlos. Fris. und Par.^ haben daher am Rande et für o/, und diese LA ist natür- lich richtig. Aber dass sie auf älterer handschriftlicher lieber- lieferung beruht, ist sehr unwahrscheinlich ; denn Fris. führt sie ohne ein „al." ein, und die Marginalien in Par.^ sind aus einer Zeit, wo schon die Oratio Tatian's nach dem Fris. gedruckt vorlag. Desshalb wird auch aus Par.^ in marg. bei c. 16 n. 9 und 38 n. 7 nichts Sicheres zu gewinnen sein. Dort liest Par. ^ iva TB voniCiociv elvai xivegj Aet. Fris. Par.- vofLti^ovoiv. Das Passivum voiitoOtoöiv ist aber .schlechthin nothwendig und so bietet denn auch der Corrector von Par.^ in marg. An der Das Yenv-andtscliaftsverhältniss. 23 zweiten Stelle lesen alle Tatiancodices f-iBza Tomiov, Par.^ in marg. richtig ^^vomor^^ und zwar mit Eusebius. Es ist möglicli, dass hier geradezu der Eusebiustext vom Corrector berück- sichtigt worden ist^^). So bleibt nur die eine LA bei Fris, in marg., welche Gessner durch ein „al." aus einer IJeberlieferung angeführt hat (18 n. 5), als beachtenswerth nach. Hier bieten alle Codd. n.Qog t6 vofiiLo^evov xay.ov, Fris. in marg. aber -Aalöv^ und diese LA ist durch den Zusamm.enhang gefordert. Die Seitenüberlieferung also, die im Fris. (marg.) vielleicht vorliegt, hat in der That an einer Stelle das Sichtige allein aufbewahrt. Wir können nun das Resultat dieser Untersuchungen zu- sammenfassen: 1) Die Valeriancodd. sind ziemlich willkührliche Kecensio- nen ein und derselben Handschrift. Par.^ ist noch relativ am wenigsten misshaudelt. Aet. und Fris. stehen sich ziemlich gleich. Keiner der 3 Codd. ist aus dem andern abgeschrieben. 2) Der Archetypus der Valeriancodd. ist nicht aus Par.* direct geflossen oder gar mit ihm identisch, da er an einigen, freilich sehr wenigen Stellen Zuverlässigeres überliefert hat. Er ist aber dem Par.^ sehr nahe verwandt, freilich von sehr viel geringerem Werthe als jener, da er schon durch viele Fehler entstellt ist. 3) Der Marcianus, dem nach dem Zeugnisse Morelli's der Aet. so ähnlich ist, muss mit dem Archetypus der Valerian- codd. verschwistert sein, .wird also für die Textesconstruction wenig austragen. Diese ist ganz und ausschliesslicher, als von 55) Dabei sei darauf hingemesen, dass auch im God. Aet. sich eine Stelle findet, deren Redaction nicht anders erklärt werden kann als durch eine Benutzung des Eusebius seitens des Yalerianus — eine Annahme, die schon desshalb nicht unwahrscheinlich ist, weil Valerianus verschiedene Werke des Eusebius mehrere Male abgeschrieben hat: die Königsreihe der Argiver bieten Par.', Fris., Par.2 in dieser Reihenfolge ^Amg, KQiaatq, TpioTtag, U.^yEtog, 4^6(>ßag^ Kgovoinag. Dagegen hat Euseb. an der Stelle, wo er in der Praepar. den Tatian ausschreibt ~Anig^ 'AgyeTog, Kglaoog, bei Vaierian in mehr oder weniger gelehrten Redactionen vorliegt. 24 I^er Cod. Parisinus 451. Otto es getlian hat, bei unserer bisherigen Handschriftenkennt- niss auf Par.* zu basiren; die LAA der Codd. des 16. Jahr- hunderts haben fast durchgängig nur den Werth von Con- jecturen. Dieses Resultat ist nicht eben ein befriedigendes. Wir sehen uns für den Tatiantext fast lediglich auf den Par.^ an- gewiesen, eine Handschrift des 11. oder 12. Jahrh. s. Die Ver- gleichung des Marcianus verspricht wenig Hülfe. Die Ueber- lieferung ist auch dann nicht über dass 11. Jahrh. hinaufzu- führen. Indess von unerwarteter Seite kommt uns Beistand. § 3. Der Codex Parisinus 451. In § 1 ist auf die merkwürdige Yerwandtschaft des In- haltes der Codd. Par. \ Mutin., Venetus und Aet. (indirect also des Archetypus der Valeriancodd.) hingewiesen worden. Es ist nützlich sie liier übersichtlich zur Anschauung zu bringen: Mutin. Par.^ Aet. Marcian. Clemens Protrept. ,, Paedagogus Ep. ad Zenarn. Ep. ad Zenam. Ep. ad Zenam. Cohortatio. Cohortatio. Expositio r. fid. Tatianus Tatianus. Athenag. Suppl. Athenag. Suppl. Athenag. Suppl. „ de resurr. ,, de resurr. „ de resurr. Tatianus. Euseb. Praep. I— V. Euseb., Hierocl. Euseb., Hierocl. Tatianus. Es liegt auf der Hand, dass die Codd. einen, wenn auch weit zurückliegenden, Archetypus haben müssen. Der älteste afller bisher bekannten griechischen Codices, welche apologe- tisclie Schriften des 2. Jahrhunderts enthalten, ist der Paris. 451, olim 1109, i)Ostea 2271 (A)^'<>). Er ist nach der Unter- schrift (fol. 4()lb): iyQaq^)^ "/.^lqI ßadvovg votaoLov dQad'<^ ß«?X'^- 7iiO'/,6mit '/Mioagslag y(,a7r7taÖoy.iag €T€c xoof^ov gv/.ß' — ge- 56) S. über ihn von Otto, 1. c. Vol. IIP p. VII sq. IV-"» p. XXII. VII p. XIII sq. Kin Facsimile iiii III. Vol., bei Montfaucon, Palaeogr. Gr. p. 275 und bei Gardthausen, Griech. Paläogr., Taf. 5, Col. 6. Der Cod. Parisinus 451. 25 schrieben i. J% 914. Dieser Codex (membran. in 4^ fol. 403) iimfasst folgende Schriften : 1) Clementis AI. Protrepticus (fol. la— 56h). 2) Ejusdem Paedagogus (fol. 57a— 154h). 3) Jastini ep. ad Zenam (fol. 155^— 163h). 4) Justini Cohortat ad Gentiles (fol. 163h— 187h). 5) Eusebii Praeparat. 1. I-V (fol. 188^— 322a). 6) Athenag. Supplicatio (fol. 322h— 348a). 7) Ejusdem de resurr. (fol. 348h — 367h). S) Eusebii adv. Hierociem (fol. 368a— 40lh)57). Man könnte nicht zweifeln, dass alle vier oben genann- ten Codd. auf A zurückgehen oder doch einen gemeinsamen Archetypus mit ihm haben, bestünde nicht eine Schwierig- keit: in Cod. A fehlt Tatian's Oratio , während gerade diese Schrift die einzige ist, welche alle vier oben genannten Codd. gemeinsam bieten. Sie müsste, wie eine Vergleichung mit Par. ^ und Mutin. lehrt, in A entweder zwischen Nr. 4 und 5 oder zwischen Nr. 5 und 6 stehen. Die genaue Beschreibung von A bei von Otto giebt hier unerwartet Aufischluss. „Exci- derunt", sagt er, „in codice inter folia nunc numeris notata 187 et 188 quattuor quaterniones, h. e. triginta duo folia sive sexaginta quattuor paginae, quae jam saeculo quarto decimo desideraban- tur, ut ex verbis liquet illa aetate subscriptis: evtevO-sv .ilkei^ Tcovoc Tergddia (J'." Die Lücke begreift den Schluss der Co- hortatio (der Text endet bei den Worten im 36. cap, p. 34 A) und den Anfang der Praepar. des Eusebius (p. I88a setzt bei den Worten I, 3, 5 ein: yjfuv v ^lexä xelga^ exnoveiTaL tiqo- i^eoig). Aber von Otto hat sich nicht darum gekümmert, ob sie nicht mehr umfasse, d. h. ob nicht eine ganze Schrift da- zwischen ausgefallen ist. Nach obiger Tabelle wird es sofort Jeder vermuthen dürfen, dass Tatian's Oratio hie^ gestan- den hat. Die Richtigkeit dieser Vermuthung kann erwiesen werden. Der Beweis lässt sich durch eine einfache Rechnung fuhren: 1) Die Cohortatio umfasst in der Ausgabe von Otto 's c. 53 Seiten; das Stück aber, welches durch A bezeugt ist, 57) Die Suhscriptiö steht fol. 40 1^. Dann sind noch zwei Blätter an- gehängt, von denen später gehandelt werden soll. 25 Der Codex Parisinus 451. 47 V2 SS. Die 47 V2 SS. bei Otto entsprechen ^ fol. in A, die fehlenden 5^2 SS. würden somit fast 3 fol. in A gefüllt haben. m 2) Die 135 fol., welche A ans der Praepar. ev. jetzt bietet, entsprechen 246 Seiten in der Di ndorf 'sehen Ausgabe. Das in A am Anfang der Praep. fehlende Stück umfasst aber bei Dindorf 6,2 Seiten. Mithin hat dasselbe im Codex 3,4 fol., das ist, da der Schreiber eine neue Schrift auf derselben Seite nicht angefangen hat, = 3V2 ^^l., eingenommen. Somit ent- sprachen den fehlenden Stücken der Cohort. und Praepar. in A zusammen 6^'2 ^ol. Die Lücke im Cod. beträgt aber 32 fol. Mithin hat in derLücke von A ursprünglich noch eine Schrift gestanden, die 25^2 fol. umfasste. 3) Um zu ermitteln, ob diese Lücke den Tatian enthalten haben kann, ist folgender Weg einzuschlagen: Die vier Schrif- ten Ep. ad Zenam, Cohortat., Supplicat., de resurr, nehmen in Par.i 66 1/2 fol- ein; dieselben Schriften füllen in A 81 fol. (die drei fehlenden fol. der Cohort. sind hier eingerechnet); Tatian's Oratio ist aber in Par.^ auf 20 V2 ^ol- geschrieben. Auf Grund einer einfachen Proportion (66,5 : 81 = 20,5 : x), die um so zu- verlässiger ist, als A gleichmässig von einer Hand geschrieben ist und durchweg 26 Zeilen auf der Seite enthält, ergiebt sich, dass Tatian in A muthmasslich 24,9 fol. gefüllt hätte; es sind aber nach dem Obigen 25^5 fol., die zur Dispo- sition stehen. Bei einem so schlagenden Ergebnisse der Rechnung wird die Hypothese einer weiteren Begründung nicht mehr bedür- fen, dass A wirklich zwischen der Cohort. und Praepar. die Oratio Tatian's enthalten hat, und dass die Codd. Mutin., Par. *, (Aet.), Marcian. mit ihrem Tatiantext direct oder indirect auf A oder dessen Vorlage zurückgehen. Es wird nun möglich sein, ein Urtheil darüber zu gewin- nen, wie treu diese Codd. den Tatiantext ihrer Vorlage in A wiedergegeben haben; denn man wird annehmen dürfen, dass im Ganzen dasselbe Verhältniss hier obgewaltet hat, welches bei den controlirbaren, ihnen gemeinsamen Stücken sonst be- steht. Ferner eröffnet sich nun die Aussicht, die Herkunft der Scholien in Par.* und sonst zu bestimmen. Dieselben erhalten einen ganz anderen Werth, wenn sie auf den Anfang? des 10. Jahr- Der Codex Parisinus -l')!. 27 • hunderts und auf die Schreiber des gelehrten Arethas zurück- geführt werden können. Endlich wird diese Untersuchung auch Licht verbreiten über die Ueberlieferungsgeschichte und den uns heute zugänglichen Apparat eines grossen Theiies der übrigen Apologien des 2. Jahrhunderts. Zuvor aber ist der Cod. Par. 451 selbst noch näher ins Auge zu fassen und die gelehrte Thätigkeit des Arethas zu beleuchten. Der Par. 451 ist in älterer Zeit von Stephanus, Hut- chinus, Maranus, Nourrius, Montefalconius eingesehen worden, für das Corp. Apologg. hat ihn C. B. Hase verglichen, später hat ihn Nolte für die Apologeten verwertliet. Die fünf Bücher der Praepar. ev. sind für die Ausgabe von Galsford"^"^) von Miller verglichen worden. Nicht ganz deutlich wird^ ob Dindorf für seine Ausgabe der Praepar. ev. ^^) eine neue Col- lation des Codex verwendet hat; für seine Ausgabe des Cle- mens Alex.^ö) hat, wie es scheint ^^), Duebner die Collation geliefei^t. Im Ganzen darf gesagt werden, dass es möglich ist, auf Grund der verschiedenen Collation en ein treues Bild von dem Inhalt des Codex zu gewinnen. 1) Die Handschrift ist auf Bestellung geschrieben für den Erzbischof Arethas von dem berufsmäs.sigen Abschreiber Baa- nes**2). Der Name dieses Schreibers ist bisher auf keiner anderen Handschrift nächgewiesen ^^j. Unmittelbar nach der Unterschrift ist der Preis, welchen Arethas bezahlt hat, ange- geben: MN ,,nEPrAMNNS — so nach Duebner ß*). Ich muss es dahingestellt sein lassen, wie diese Buchstaben zu er- gänzen sind, vermuthe aber, dass statt IVJN vielmehr ebenfalls NN zu lesen ist und somit eine doppelte Preisangabe vorliegt, 58) Oxon. 1843 T. I (p.l). 59) Lips. 1867 Vol. I (p. IV sq.). 60) Oxon. 1869 Vol. I (p. V sq.). 61) S. P. de Lagarde, Sjmmicta I (1S77) S. 12. 62) Ueber voTägtoqs. Gardthausen, a. a. 0. S. 296 f. u. vgl. Sozom., h. e. IV, 10: TfxyyyQd(poq ßaai)ui dia tov 'aqoo- Gov TtaQiGTwv ccy.QOTeksvTtov yag 6 y.goGOog. Ob nun diese beiden Scholien allein von Aretbas verfasst, die anderen da- gegen von ibm nur abgeschrieben sind, darüber soll später ge^ urtheilt werden, soweit dies möglich ist. Im Allgemeinen sei bemerkt, dass die Scliolien antiquarischen, historischen, geogra- phischen, grammatischen, lexicalischen und exegetischen In- haltes sind. Sie enthalten manches sonst Unbekannte und sind jedenfalls ebenso interessant und wichtig, als die neuerlich von Piccolomini so splendid herausgegebenen Scholien des Lau- rent, plut. VII, 8 zu den Reden Gregor's von Nazianz "^ ^). Nur sehr wenige berühren das dogmatisch-polemische und mora- lische Gebiet ^^). Folgendes sei hervorgehoben. Zu Protrept. I, 6 (p. 6, 11) wird eine polemische Bemerkung gegen Nesto- rius gemacht. Zu Paedag. 11, 7, 59 (p. 265, 22) führt der Verf. aus, dass man das Schriftwort, welches Clemens citirt hat ,,,«/) Ö6vTe()0JGrjg loyov ev ugoGsvxfj gov^^ nicht auf die Wiederholungen des '/,vQie sktrjoov in der Liturgie beziehen dürfe, vielmehr sei nur gemeint, dass man Gelübde, die man im Gebete gethan habe, sofort ausführen und nicht wiederholen solle (!). P. 277, 12 (zu Paedag. 11, 8, 73) wird auf die griechisch-kirchüche Sitte der Bekränzung der Brautleute bei der Eheschliessung ange- spielt. P. 305, 20 (zu Paedag. II, 10, 108) sagt der Scholiast, die von Clemens angeführte Apokalypse sei die des Johannes, des Theologen. P. 341, 24 (III, 3, 20 inii) corrigirt er den 71) Estratti inediti dai codici Greci della Bibl. Mediceo-Laurenciana, pubbl. da E, Piccolomini, Pisa 1879 (fol). 72) S. die Scholien zu p. .6, 11. 7, 23. 265, 22. 277, 12. 285, 3. 289, 7. 298, 5. 305,20. 309,24. 341,24. 343, 7. 344, 15 der Dindort'schen Ausgabe. 32 I^er Cod. Parisinus 451. Clemens, indem er sagt: ri zoirco ipijg, (.laxuQiB KXi]f.nqCj fxij v,Li{)£a^ui {ir^öi ^vqelod^ai lovg avdoac;; vmI /nijv 6 JJavXog yvvui^L fiiv aioxQov tovxo nooeJTrev, a)d()ä()L di ov' el de ovy, aloyoovj ovdi -/.ioktztov xzA. Endlicli zu IJI, 3, 23 (p. 344, 15): Ol yag x^^^/i^ig i/.cllal noce lo yeveiov macht er die Bemer- kung: vmI (.ir^v aoTicjg o\ '^Pcoiianov hoüg ojg ri iiov i^atoeztoi CiTTO^vQovvTca zo ytvEiov. Die Schoüen sind also keinesfalls älter als saec VIL extr. 5) Die Ep. ad Zenam ist vollständig, die Cohortatio jetzt nur verstümmelt in A enthalten. Diese trägt die Aufschrift: Tor aylov louozliov (pi?,oa6(fov v.al ^d^rvoog loyog nanatveTiY,oc TCQog t)J.r.vag, jene dagegen: lovorlvog trjvai ytal 0£Qi']viot zoig döelcfolg yaiotiv. Die Abweichung ist bemerkensvrerth. Zwar ist wohl gewiss, dass Arethas den Brief als von dem h. Justin, dem Philosophen und Märtyrer, geschrieben aufgefasst hat (s. auch das Scholion) — darum ist er zwischen Clemens' Werke und die Cohortatio gestellt, aber die Ueberschrift sagt das nicht ''■*), und der Brief giebt sich selbst gar nicht als von dem Apologeten Justm geschrieben'^). Nur ein Scho- lion hat von Otto aus A mitgetheilt (Ep. ad Zen. 10 n. 11) und nicht angegeben, ob der Codex mehrere enthält. Aber das Eine genügt, um zu erkennen, dass hier derselbe Scho- liast redet, der die Notiz zu Paed. III, 3, 20 geschrieben hat'^). Bei der Cohortatio hat von Otto zwei Schollen aus 73) Erst in dem Index zum Mutinensis (saec?) und in zwei Valerian - Codices ist die Ueberschrift verändert i^Iovoxlvoi; tpikduoipog 'xal fia()iv(j t^rjvn xcd otgi^vü) toiq aöt-hpolc yaigeiv)) die alte, einlache Aufschrift hat sich sonst in den meisten Handschriften und auch noch in den jüng- sten des 10. Jahrh. erhalten. 74) S. den Eingang, wo der Verfasser ausserdem zwei andere von ihm verfasste Briefe erwähnt {n^ö(; nanav und ngög aQxovtaq). 7r>) Der Verf. der Ep. huite geschrieben, dass auch die verdammlich seien, welche zwar deji Zorn so dämpfen, da?!^ er nicht in Worten her- vortritt, ihn aber durch Geliärdeu verrathen. Dazu bemerkt der ehrhche SchoUast: tovio fxep, tö fi// yakenaiveiv xivu xaxibg dxovovxa, ayis tovarlvs, in* ai'f^fjvnyTOig /)v ddvvaxov, dyyeXcjv yäg rj xdiv al'oO^jjOiv ovx ixovxwv xo 61 v-ixa ij/ Xü?.tn6TTji (piXoooipiag ivxoq OQiov xb xTiq ^'VXV'» xaxeiQ^ai {xu&Elpqcu cod.) '^V(A.ovfx6vov, iyxQaxovq ayav xal xb tavxoi oxeZoq tcöoxoq xzäa&fu iv uyiaajmö. Der Cod.. Parisinus 451, 33 A veröffentlicht, beide zu c. 31. Auch sie sind im, Stile der Clemensscholien ^^). 6) Die 5 ersten Bücher der Praepar. ev., welche A enthält, sind nicht nur am Anfange verstümmelt, sondern es fehlen auch im 2. Buch beträchtliche Stücke (c. 3—6. p. 63^ von roA^jJ- oag — p. 74<1 a7Tocprjvaf.Uv(üv edit. Viger.), sowie im 4. etwas (c. 14. p. 152c von oiav de veog — 153l> öirjyi]08Tai Sia jovkov). Die erste Lücke ist nach Berechnung = 8 fol. = 1 Quaternio; die zweite (^,2 fol. ungefähr entsprechend) ist bereits vom Abschreiber verschuldet. Am Ende des ersten Buches hat der Codex eine Stichenzählung: evayysliKrig nQonaQaOKeiy^g aajjc acpvy = 1553; eine solche findet sich dann noch am Schluss des dritten Buches: evayysltKrjg nQOTiaQaor^evijg y.x an acovT]' = 1858*^"). Die nicht zahlreichen Scholien — leider ist nicht gesagt, ob sie a prima oder a secunda manu sind — hat Gaisford in dem Apparatus mitgetheilt. Es ist nützlich, die wichtigsten aus diesem Verstecke zu befreien: Eusebius hatte I, 3 (p. 13, 3 ed. Gaisf.) I Pet. 3, 15 angeführt zur Be- gründung der apologetischen Thätigkeit. Der Scholiast bemerkt dazu: *^Onoiog 'lovorlvog 6 ^elog l^-^^rjvayoQag Tariavog KArj(.i£ig [sie] 6 ^TQ(.oi.ictTeig ^fjQiyevr.c ymI avxoq Irt JJccufpL?.og o tov nciQOvrog Evoeßlov yrarr^g. Wir finden hier griechische Apolo- geten zusammen gestellt, und zwar — von der Bedeutung des Namens Athenagoras neben dem des Justin soll hier abgesehen werden — in chronologisch-richtiger Reihenfolge. Es sind die- 76) Zu Ezecli. 10, IS sq. xal siiüßr] enl Xegovßeifx bemerkt der Scho- liast: Kai t6 'Ensßrj ini Xbq. x^l insraoOf]' iTieraa^r] ini nxeQvywv av^ßiov ciQ ov aacpcate-jov', — zu III. Reg. 19, 11 sq. ovx iv x<5 nvev- /uciTi xvQiog] tovto iv rfj xaxä tov HXiav ysyaunzat d^fomlcr (oq oix iv T(5 nvevfiaTL S^ecv iß(paviC,o{xevov avO^Qwnoiq, ovx iv ico avaaeiaucö, ovx iv rv) uvqL *l^vxh y^Q civ&Qwnov, ry nsgl ^ecv ivaaxokeZo^aL do- ^afisvij ^t(i)QLCi^ TTQÖDtov fihv OLO. Tivi ßiauo nvev(xaxi ai'gsxai and xü)i ya^ai iQx^!^^"''^^ anavxüyv. Addit Cod., fährt v. Otto fort, nonnuUa, pariter atque illa nullius pretii. Es ist zu bedauern, dass das SchoHon nicht vollständig mitgetheilt ist. 77} Eine genaue Auszählung ergab, da^s ein oxixoq nach dieser An- gabe durchschnittlich 37 Buchstaben enthalten hat. Dieses üesultat stimmt überraschend mit den sorgsamen Berechnungen von Graux in der Rey. de philol. II (1878) p. 97—143; s. Gardthausen, a. a. 0. S. 132. Texte und Untersuchungen. 3 34 öer Cod. Parisinus 451. selben Männer (bis auf Origenes und Palnphilus), deren Werke in diesem Codex vereinigt sind. Beacblenswerth ist, dass Pam- philus als der Vater des Eusebiüs (Evodßiog 6 Ilaficpikox) bezeichnet wird. So selir war die gescbichtliche Kunde für den Scholiasten schon verschleiert'^). — Im Scholion zu I, 8 ;p. 49, 9} hält der Scholiast ein stilles Zwiegespräch mit Xeno- phanes {ei tpsvdeJg al ala&rjong, Sev6w.), ganz ähnlich wie oben mit Clemens AL und dem Yerf der Ep. ad Zenam. — Zu I, 10 (p. 88, 10) steht ein längeres Scholion ^ welches der Chrestomathie des Proclus entnommen ist; demselben Werke war aber auch ein Scholion zu Clem., Protrept. % 10 (p. 12, 5) entlehnt. — Zu dem ^aXa/ulvL IV, 16 (p. 329, 10) bemerkt der Scholiast: ov ttjv Tigog zalg i^d-rjvaig 2a?M(ilva /Jyei, avTtj yag KovlovQig ticlXcci eliyerOi cog '/.al KaXXi^axog 6 Kvgr^vocXog iv jfj ^EkciXt] (pr^oty «AAaTj/v xctza Kvtiqov 2ctXa(.uva Xiyei, Auch in den Scholien zu Clem., Protrept. 2, 21 (p. 21, 7), U, 24 (p. 24, 20), II, 40 (p. 42, 2) ist Callimachus ciiirt. — Zu V, 20 (p. 448 init.) ^OfurjQi'HTjv vooov heisst das Scholion: töv koifiov diä to '^'0^7}gov iv dgxfj tr^g Ttoirjoeiog aiitov tovto xo voorjfia vno&eod^at. Auch in den Scholien zu Clem,, Protrept. 2, 31 (p. 32, 1) und Paedagog. 11» 6, 52 (p. 259, 20) ist Homer an- geführt ^s). 7) Die beiden Schriften des Athenagoras sind in A voll- ständig erhalten. Es ist aber sehr beachtenswerth. dass die Supplicatio keinen Titel trägt (sie beginnt gleich mit der Ueber- schrift: AvtonQaiogoiv MagTLii) ^vQrjXit^ xtX.); es fehlt also der Name des Athenagoras überhaupt in A; denn die zweite Schrift ist mit den Worten eingeführt: zov avtov tceqI ava- arcioeag vey.gdiv. Erst von späterer Hand (saec. XI) sind der ersten Schrift die Worte vorgesetzt worden: L^x^rjvay'gov ai^r:' lalov (piXoGOcpov XQf^oziavov ngeoßeia negi XQiOTiavcov^^). Scho- 78) Warum Pamphilus hier überhaupt genannt ist, kann man mit Recht fragen. Hat der Verl. vielleicht an Lucian gedacht, oder Hess er sich durch den Titel der Aijologie für Origenes verleiten? 79) Die übrigen unbedeutenden SchoUtn stehen zu 1, 4 (p. 20, 11), I, 4 (p. ?4, 1), I, 6 (p. 37, 11), I, 7 (p. 41. 2), U, 2 (p. 122, 9), H, b (p. 173, 11), lU, 3 (p. 195, 2), in, 14 (p. 267, 3), V. 22 (p. 454, 8), V, 23 (p. 455, 10), V, 84 (p. 492, 9). 80) S. Corp. Apolog. Vol. VU p. XIII. Der Cod. Parisinus 45 L 35 lien finden sicli in der Suppliiiatio nur spärlich, sehr reichlich dagegen in dem Tractat über die Auferstehung ^ i). Dieselben hat Dechair th eil weise ^^), von Otto nach der CoUation C. B. Hase's zum ersten Male vollständig mitgetheilt^^j^ Sie sind zum grösseren Tlieile a prima manu, zum geringeren von einer Hand des XL oder XIL Jahrhunderts*^*). Die zum Tractat de resurr, sind fast alle ziemlich ausführliche philosophisch-theo- logische Bemerkungen, denen schwerlich Jemand mehr ein Interesse abgewinnen kann. Hervorgehoben aber sei, dass der Scholiast zu c. 1 n. 1 1 (prima manus) den Verf. des Tractats also bezeichnet: d ^aif.idoiog ovtooI ical %^eiog avi^Q ^*). Das Scholion zu c. 4 n. 13 (t7]v MTjdiKrjv T^äne^ctv) lautet (prim. man.): rjv 'lAqnayog [co^/lAQnaXog] i&oiväzo [cod„ id-vvato], oti Kvqov Tieguowaev. 'H lOTogia nag^ '^HgodoTqf. Herodot ist aber auch mehrere Male in den Clemensscholien citirt. Zu c. 12 n. 43 (prim. man.) heisst es: o y.ai Ilavkog 6 O^slog g>r]GLV' Ticciteg fiiv ov yiotfj,rjd'r]ü6}ieda^ TtdvxBg 6i aXkayr}G6pLsd-G. Dasselbe Epitheton Omans für Paulus findet sich auch in den Clemensscholien. Endlich das Scholion zu c. 5 n. 1 (man. sec. saec» XI) ist aus- drücklich dem Arethas zugeschrieben**). Es wird hier er- 81) Dort 7, hier 52, nämlich an folgenden Stellen: Ad Inscript, Suppl.; Suppl. 17 n. 11; 20 n. 17; 24 n. 24; 25 n. 1; 26 n. 12; 32 n. 6. de re- snrr. 1 n. 2» 11 (bis), 24; 2 n. 2, 14, 26; 3 n- 6, U; 4 n. 13; 5 n. I; 6 n. 8; 7 n. 9; 8 n. 3; 9 n. 1; 10 n. 1, 21; 11 n. 2, 8, 21; 12 n. 1, 6, 21, 29, 35, 43; 13 n, 6; 14 n. 1; 15 n. 5, 27; 16 n. 18; 17 n. 2, 10; 18 n. 8, 15, 17 (bis), 18; 19 n. 3; 20 n. 4, 8; 21 n. 3, 11, 23; 22 n. 4, 9; 28 n. 2; 24 n. 1, 4, 6, 12; 25 n. 1. 82) Ausgabe des Athenagoraa v. J. 170G, Oxon. 83) Dechair hatte in seinen Mittheilungen bei de resurr. c. 6 abge- brochen, 8. von Otto, 1. c. p. 207. 84) Von Otto hat nur bei einem Theile angegeben, ob sie a prima oder a secunda manu sind (bei Suppl. 24 n, 24; 25 n. 1; de resurr. 1 n. 2, II, 24; 2 n. 2, 14, 2ö; 3 n. 6, 11; 5 n. 1 ; 6 n. 3 ist sec, manus ge- nannt) ; nach der Nofciz 1. c. p. XFV darf man doch wohl nicht schhessen, da«8 manus prima überall anzunehmen ist, wo nicht ausdrücklich das Gegentheü bemerkt ist, 85) Dieselbe Bezeichnung fand sich auch im SchoUon zur Praepar, ev. I, 8 (ß. oben). S6) S. die Schollen zu Paedagog. II, 4, 41 und zu II, lO, 110, wo eben- falls Arethas' Name beigeschrieben ist. Das SchoHon zu de resurr. 5 n. 1 lautet: Avaig xCov zoiovtcDv dnö^tov. 'Agi^a. Ei fxhv iv tavt(5 xh 3* *^ß Arethas von Caesarea. sichtlich, da:>s auch noch dem späteren Scholiasten, der im 11. (12.) Jahrhundert geschrieben hat, Notizen des Arethas zu Ge- bote standen. Also mag der Codex damals noch in Cäsarea oder Umgegend gewesen sein. — In der Supplicatio ist gleich das erste SchoHon zur Inscriptio interessant (prima manus). Der Scholiast vermisst in der Adresse das x^^Q^^^ ^^^d schreibt: Elleuciig r) (X7i6()oi)Lg ziijg TiQoyocccpijg. Ov yaQ zo xaigeiv y.cfkbv spofilod^rj 7T(jooy.alod^ai , to) ^i] oltt^ l'ocov trjv 7iQ6GQrjaiv yiveoS^at, -Acd Icllag XgiGTiavo) ovtl' t] dia TaneivorfooavvrjVj r TCO svöei^aol^aL zrjv r/.£TrjQtav, rj y.al Tfi) dvd^LOv eivai'Elhi- vag ovrag xrjg TOiavtrig rtaga Xoiotiarcdv eu?.oyiag. Im Scho- lion zu c. 20 n. 17 (pr. m.) wird eine Erklärung des Stabes des Hermes gegeben. Zu c. 24, 24 tadelt der Scholiast (sec. m.) die von Athenagoras auf Grund von Gen. G, 2 dargelegte Mei- nung, dass Engel sich mit den Töchtern der Menschen ver- mischt hätten. Üv fioi doxel xoöe Tidvv tot Lkyeiv oQ&cijg, d?M xal näf^inoXv 7i6oQw xijg evoeßovg öiavoiag^ %va firj Xfyco y,al (pvai/.olg loyiGf-iolg dnaQdöe/.Tov, ovv. oiö^ o zt /iiaS^o)v 6 txvrjQ, y.at xavT evösßcog ayav y.al ysvvaiozara toIgÖ€ toig GvyyQaft- ILiaGtv l(.i(fikoGO(fo)v To Tiaqdnav. Dieses Urtheil ist um so auf- fallender, als die meisten alten Vater die Ansicht des Athenagoras theilen. Interessant ist endlich noch, dass der Scholiast zu c. 26 n. 12 (o xov fJocoitcug) hinzufügt: tovtov Xlyei JjQOJCBa negl ov yiovy,tav6g ygoKpeij ov i/.eivog y.al IlsgeyQivov xaXsi. Excurs zu § 3: Der Erzbischof Arethas von Cäsarea, seine Studien und seine Bibliothek. In neuerer Zeit sind von verschiedenen Gelehrten Beob- achtungen gemacht und veröffentlicht worden, welche die Zeit Xij jiQonvXaUov y.al fj lov ^yiXtXXivjq avdcTiSLTUL Getig, xagyclvotg rrjv /.ecpakrjv di(X0Tqs(prjg' wv oi vvv ididnai ttjv ^ev yf^v q)aöl xrjv ^yix^t^vav, ^dXaooav di GeTLv, Totg iv tfj -/.scpaXfj svvdgoLg e^a7iaTCJiJ.svoi ycvoddXotg tctX. Auch zu den Reden des Aristides hat Arethas also Scholien geschrieben. Aus dem hier veröffentlichten erkennt man, dass er antiquarische Kenntnisse besass und auch unter den Denk- mälern der Stadt ConstantinopeL heimisch war. 7) Die Zeit der Abfassung des grossen Commentares zur Apokalypse lasst sich nach dem bisher Gesagten annähernd be- stimmen. Er ist jedenfalls nach dem J. 895 geschrieben^*^). Man wird nach der Beschaffenheit diesem Scholienwerkes be- urtheilen dürfen, wie weit Arethas sonst in seinen gelehrten Erklärungen und Excursen selbständig gewesen ist. Nun hat er freilich einen grossen Theil des von Andreas aufgespeicher- ten Materials übernommen, aber nicht nur hat er es reichlich ItS) A. a. O. S. 749 n. 2. 114) Nov. collect. Yatic. Vol. I, P. 3 p. 42. 115) Nach den üntergiichungen von Pulch (de Eudociae quod fertur vioiario 1880) kommt die Eudocia ßchweriich melir in Betracht. 116) Üeber seine üeberlielerung s. Cramer, a. a. 0. p. 5 sq., Ret- tig, a. a. 0. S. 749 f. 758. 44 Arethas von Caesarea. durch eigene Studien vermehrt i^''), sondern auch die Citate des Andreas sorgfältig revidirt und bestimmt ^i^). Dies lässt auf eine sehr umfangi'eiche Bibliothek und auf sehr fleis- sige Leetüre schliessen ^^^). 8) Dindorf macht darauf aufmerksam ^ 20^^ ^^^^ {j^ ^^y 117) In seinen Händen befanden sich z. B. die Werke des Josephus, Clemens Alex., Diouysius Areop. u. A., die er für seinen Commentar ver- werthet hat ohne Vermittelung des Andreas. 118) Rettig, a. a. 0. S. 755 f.: „Wir finden in dem Buche selbst keineswegs einen blossen Auszug aus Andreas, sondern eine reiche Anzahl zum Theil eigener, zum Theil fremder Erkläningen. Bisweilen werden die Worte des Andreas abgekürzt, bisweilen unbedeutend verändert, namenthch oft dieselben Citate, welche schon jener anführt, mit dem Unterschiede beigebracht, dass Arethas insgemein die Schriftsteller durch gewisse Prädicate, von ihren Wohnorten, Aemtern u. s. w. hergenommen, deutlicher bezeichnet, oft auch die Bücher selbst nach Büchern und Ka- piteln nennt, was Andreas vernachlässigt." 119) Hervorgehoben sei die Berufung auf die Uebersetzung des Aquila (p. 397, 8), auf Homer (p. 305, 1), Aristoteles (p. 486, 13. 494, 6); s. ferner die genauen Titelangaben bei Werken des Athanasius, Basilius, Cyrillus Alex., Epiphanius, Eusebius, Gregor v. Nazianz, Gregor V. Nyssa, Hippolytus (über die üeberlieferung der Hippolytusfragmente durch Vermittelung des Andreas s. Overbeck, Quaest. Hippol. specimen p. 30 n. 43; Bardenhewer, d. h. Hippol. Comment. zum Buche Daniel, 1877,8.20), Irenäus, Methodius und Philo. Citirt sind auch Papias, Justin, ^i nazsQiov naQaöoaiq (p. 360,30) und scriptores Bithynarum re- rum (ra ndzQia Bi&vvwv dvava^af^svoi p. 486, 32). Dürfte man aus den Citaten schliessen, dass Arethas die betreffenden Werke handschriftlich be- sessen hat und rechnet man dazu die Codices solcher alter Bücher, welche seinen Namen tragen und für ihn abgescluieben sind, so ergäbe sich eine stattliche Bibliothek. — Bemerkt sei, dass manche Schoben zur Apoka- lypse an die Schoben zu den Apologeten erinnern und so den Ursprung auch dieser bezeugen. So heisst es zu Paedag. H, 10, 108 (p. 306, 3): ^agöiccvixoy^] xu Bivezov XByofievov. In den Schoben 2u Apocal. 21, 21 (p. 486, 10): 11dn(piiQoc] ovxoq xov KaXaivov ;fpa///«roe xuXovfxsvov, 0 xivec Bevtxov s lässt sich aber viel mehr sagen : A hat zum Protrepticus, wenn ich richtig zähle, 233 Schoben. Alle diese Scholien ohne Ausnahme finden sich auch in M, und M prim. man. hat nur drei ganz unbedeutende Schoben hinzugefügt ^'^^). In dem Stück, welches in A vom Paedagogus erhalten ist, zähle ich in A 103 Scholien. Auch diese stehen bis auf eines ^"^^) sämmtlich inM; M prim. man. hat 26 hinzugefügt, die jüngere Hand noch weitere fünf ^^5^ Hieraus ergiebt sich, dass sämmtliche Clemensscholien in A im 11. Jahrhundert schon vorhanden waren; sie sind aber, wie oben gezeigt worden, nicht älter als saec. VII. extrem- Die Ab- fassungszeit wird sich aber noch näher bestimmen lassen. Zu Paedagog. II, 10, 113 (p. 309, 24): ovoeiv rag eoOi^ag heisst es in A: wg ol (.ii(.irjVGi£g vcv Nixo/.cÜTaL, avxov rov y,ay.o6ai- jiiova y.ad^rjyfjiiova fiLfiovficvoi. Wer die jetzigen Kicolaiten sind, ist nicht sofort deutlich, aber der jüngere Scholiast sagt es in seiner Supererklärung: tov naTQiäoyrjV kiyei NiAolaor — der Patriarch ist doch wohl der constantinopolitanische, nicht der römische (Nikolaus L). Also ist höchst wahrscheinhch der Pa- triarch Nicolaus Mysticus gemeint, der im Jahre 906 abge- setzt wurde, weil er das Eingehen einer vierten Ehe dem Kaiser Leo VI. untersagt und den Kaiser selbst gebannt hatte. An seine Stelle trat Euthjmius; wieder gab es zwei sich heftig bekämpfende Parteien in dem Klerus des Ostreichs. Im Jahre 912 wurde Nicolaus wieder eingesetzt, der Streit aber damit nicht geschlichtet. Er dauerte vielmelir noch über das Jahr 920 hinaus. Auf der Synode dieses Jahres zu Constantinopel 123) Zu p. 15, 22. 18, 4. 73, 3. Erst eine jüngere Hand hat in M noch weitere 21 Scholien beigeschrieben (p. 8, 1. 3. 7; 9, 1: 12, 15. 18; 15, 12; 18, 4; 21, 3; 24, 17: 26, 13. 17. 20; 28, 3. 16. 21; 31, 10; 33, 19; 50, 8; 57, 22; 58, 3; 73, 3; 74, 2 bis). 124) Zu p. 221, 27. 125) Zu p. 216, 11; 225, 24; 226, 16 (bis); 24S, 12; 267, 11; 269, 7; 271, 4; 272, 10. 12; 27.3, 20; 274, 27; 276, 2. 6; 279, 14; 280, 17; 294, 18 (bis). 24; 305, 16; 313, 7; 316, 12; 352, 18; 385, 8; 3S9, 25; 399, 12. A reo. manu sind Scholien zu 211, 5; 229, 14; 300, 10; 309, 1. 24 vermerkt. Der Cod. Pari.siniis 451 und der Mutinensis 49 wurde auf Betreiben des Nicolaus die dritte Ehe erschwert, die vierte für unzulässig erklärt, Bestimmungen, die das Abendland nicht acceptirt hat'-^). Aber auch der Scholiast steht auf Sei- ten der milderen Praxis, wie seine boshafte Zusammenstellung des Nicolaus mit den alten Nicolaiten, die statt eine recht- mässige Ehe einzugehen sich der Unzucht hingaben, beweist ^-^). Wir haben es hier also bei dem Scholiasten mit byzantinischem Partheitreiben in den Jahren 906 — 920 zu thun. In das Jahr 914 fällt aber auch die Abfassung der Handschrift A. Dass der Scholiast die Bibliothek des Photius benutzt hat, wurde oben bereits angemerkt. Hier haben wir nun ein noch jüngeres Datum, welches genau in die Zeit des Arethas führt. Es wird also noch einmal wahrscheinlich, dass Arethas selbst Schreiber (Verfasser, resp. Redactor) der Scholien in A gewesen ist^^s-j^ Was nun den Text der Scholien in A und M betrifft, so erweist sich auch hier der Schreiber von M als der sprachkundige, sorglich bessernde, freilich auch hier und da über's Ziel hinausgehende Corrector; eine Vergleichung der ersten 50 Schoben beweist dies bereits. Doch sind die Scholien sorgfältiger geschrieben als der Text, die Abweichungen von A in M desshalb verhält- nissmässig sehr geringe. In dem Stücke, welches jetzt von M allein bezeugt ist (Paedag. I, 1 — 11), hat dieser Codex c. 48 Scholien. Man darf nach dem obigen schliessen, dass sie zum grösseren Theile aus A geflossen sind und etwa nur 10 der prim. oder sec. man. M eigenthümlich angehören. Unter diesen Schoben ist das längste, welches bei Dindorf '2') fast zwei eng- 126) S. die Acten der Streitigkeiten bei Mansi, T. XVIII. Dazu Theophanes und Simeon Logotheta. Hefele, Conciliengesch. IV (2. Aufl.) S. 587. Baronius, Annal. ad 901. 920. 127) Auf welchen dem Nicolaus gemachten Vorwurf das av^eiv r«? ta&Jitag gellt, gestehe ich nicht zu wissen. 128) Das interessante SchoHon, welches auch in M steht, liefert zu- gleich die Probe darauf, dass M nicht aus einem älteren Cod., etwa aus der Vorlage von A, geflossen ist. Wäre dies der Fall, dann könnte es nicht ein Scholion enthalten, welches frühestens zwischen 906 und 920 verfasst ist. Also ist A selbst direct oder indirect die Vorlage von M gewesen. Sollte aber auch unter dem Nicolaus doch der römische ge- meint sein, so wäre die Vorlage von M immer noch nicht früher als saec. IX. extrem, zu setzen. 129) L. c. I p. XIV sq. Texte und Untersuchungen. 4 50 I^ie Qodd. Parisini 451 und 174. gedruckte Seiten füllt, mit den Worten eingeführt: Ldoed-a «(>Xi£3ttaxd7tot' (zu Paedag, I, 5, 15 p. 137, 7}. Es enthält einen exegetisch- theologischen, homilienartigen Excurs über Zachar. 9, 9. Da die beiden anderen Scholien, welche mit 'Age^ci bezeichnet sind*^**), in A und M stehen, so darf man annehmen, dass auch dieses — zumal da es a prim. man. in M ist — aus A geflossen ist. Als Resultat dieser Unter- suchungen für den Tatiantext im Mutin. ergiebt sich, dass der- selbe im wesentlichen eine treue, von einem kundigen Manne leise gebesserte Abschrift des Textes in A sein wird, und dass die Schoben, welche er voraussichtlich enthält, zum grössten Theile ebenfalls aus A geflossen sind. 2) A und der Paris. 174 (Par.i). ^ Der Codex Par. * besteht, wie oben § 1 gezeigt worden ist, aus zwei Hälften. Die erste enthält exegetische Arbeiten zu dem A. T., darunter den Commentar des Olympiodorus zum Ekklesiastes. Leider aber kann die Zeit dieses Mannes nicht bestimmt werden '^*). In der folgenden Scholiensammlung zu den Proverbien ist neben den Vätern Aristoteles citirt, ganz wie in Arethas' Commentar zur Apokalypse. Doch lässt sich daraus natürlich nicht schliessen, dass Arethas sie redigirt hat. Die zweite Hälfte des Codex ist ein Corpus Apologetarum, wel- ches In Umfang und Anordnung dem des Cod. A gleicht mit der Ausnahme, dass die drei umfangreichsten Schriften (Cle- mens, Protrept. und Paedagog., Euseb., Praepar. ev.) ausgelassen sind. Hinzugefügt ist keine einzige. Die Handschrift ist im 11., spätestens 12. Jahrhundert geschrieben. Dass sie irgend- wie mit- A verwandt ist, ist bereits deutlich geworden. Es fragt sich, welcher Art, die Verwandtschaft ist, resp. ob Par. ' irgend einen selbständigen Werth neben A behaupten kann. Wird diese P\age verneint, so fragt sich weiter, ob Par. ' den Text von A treu wiedergegeben hat. Für die Toxtüberlieferung des Tatian ist die Beantwortung dieser Frage entscheidend; denn Par. ' ist zur Zeit der älteste uns bekannte Zeuge für 130) S oben S. 30. 13i) Cave (l. c. p. 500} und Oudin (1 c 11 p. 513 sq.) setren ihn versuchswoirje < 090. andero \nei früher: in das 6. oder 7. .Tahrh. Der Com- mentar /um Ekkles iel abgedruckt bei Fronte Diicaeus, Auct. Bibl. II p. 602 sq. Die Öodd. Parisini 451 und 174. 51 Tatian. Zunächst ist offenbar, dass die Verwandtschaft die In- tegrität des Cod. A voraussetzt, der in seinem jetzigen Zustand die Cohortatio verstümmelt, den Tatian gar nicht enthält. Aber dieser Verlust in A ist ja erst für das 14. Jahrhundert controlir- ha.r^^^); der Annahme, dass im 11. (12.) A noch vollständig gewesen ist, steht nichts im Wege. Im Folgenden wird so zu verfahren sein, dass die Stücke, welche A und Par. ^ gemeinsam haben, auf ihren Text genau verglichen werden, um ein ürtheil über die Verwandtschaft im Allgemeinen, über den Tatiantext in Par.^ im speciellen zu gewinnen. Die Stücke sind: a) die Ep. ad Zenam, b) die Cohortatio, c) Athenag., Supplic, d) Ejus« dem de resurr, e) Euseb., adv. Hierocl. ^^^) a) Die Epistula ad Zenam. I) Beide Codd. geben dem Briefe die Aufschrift: lovoxlvog tr^vaL y.ai OBQrjvcoi rolg aöeXfpotg x^^Q^^^* Aber Par. * hat statt des fehlerhaften Crjvca richtig „^J^vai" geschrieben. II) Das eine Scholion, welches von Otto aus A mitge- theilt hat (c. 10 n, 11) ^^^\ findet sich auch in Par.^ und zwar mit einer Ausnahme wörtlich identisch ^^% selbst der Fehler yia^- slg^aL für y,a%UQ^at ist repetirt ^^^). III) Die Varianten der beiden Codd. sind folgende ^^'): 1) c. l n. 5 xat A, om. Par.^ sed add. supra lin. 2) c. 1 n. 9 naQafpoQoig, sed £ et t super&cr., vX ^ünBQifpo- Qcuc^ 7i€Qi(poQcäg Par, 1 3) c. 2 n. 6 yiaTSTiiTrjSsiorzag A, yiaTeTtiTiaidevovTctg Par. ^ 4) c. 2 n. 9 ilievdoöo^el A, ^evdodo'^^ Par.^ 5) c. 2 n. 10 xazaqfOQOv A, yLataqjWQOv Par.^ 132) S. oben § 3 S. 25. •133) Die letztgenannte Schrift darf hier ausser Betracht bleiben, da die Vergleichungen der Codd. in a— d ein vollständiges Material zu sicheren Schlüssen liefern, und da die Untersuchung möglichst auf die Schriften des 2. und 3. Jahrhunderts beschränkt bleiben soll. 134) S. oben § 3 S. 32. 135) A hat tiv, Par.i ehai. Die beiden Worte werden, wenn dvui abgekürzt ist, in der Minuskel leicht verwechselt; doch kann dieses auch eine absichtliche Correctur von Par.^ sein 136) In Par.i finden sich 3 andere jüngere Schoben, die A nicht hat; über diese s. später. 137) Alle Fälle sind aufgezählt mit Ausnahme der Verschiedenheiten in Bezug auf das v ephelc. und den Spiritus bei aitdc. i* 52 I^ie Codd. Parisini 451 und 174. 6) c. 3 n. 2 iiij S' A, in) öi Par.^ 7) c. 3 n. 7 adr/Mv A, ädiy.elv doy,(.ov Par. ^ 8) c. 4 n. 2 i-ir.öe laXslv A, fi?) Xa?.£7v de Par. ^ 9) c. 5 n. 8 ovT€ A, out" Par.^ 10) c. 6 n. 3 ioKiQOjiiievijv A, sömQQCo^iivrjv ParJ 11) c. 6 n. 6 ava7rA«2:z:£fi^ re A, ip. om. Par.', sed supra lin. ante avanX. superscr. x«/. 12) c. 9 n. 19 ctvTÜv A, (xhiov ParJ 13) c. 11 n. 9 livriöo^el TovTOv ov^ißovKEvovxoq, Y.aL {^Aa'i ^w^X2. lin.) ccvtidiKOS A, aJTfd". toi; (Ji;^/3. xal avz. Par.' 14) c. 18 n. 4 o ayaQiGxr^oiov A, o %aQiOTrjOcov Par. ' Dies sind alle Abweichungen, welche bei einer doch ziemlich umfangreichen Schrift von 18 Capiteln in den Handschriften sich finden. Von ihnen dürfen die Nrr. 1, 2, 4, 5, 0, 8, 9, 10 ausser Betracht bleiben; eine nähere Be- gründung ist hierfür wohl nicht nothwendig. Es bleiben also überhaupt nur 6 Fälle übrig, bei denen daran gedacht werden kann, dass Par. ' eine andere Vorlage als A gehabt hat Diese Zahl steht einer nicht ganz geringen Anzahl von Fällen gegen- über, wo A und Par. ^ gemeinsame und grobe Schreib- fehler haben. Aber machen jene 6 Fälle wirklich die Annahme nothwendig, dass Par J nicht ans A selbst geflossen sein kann? Dies wäre doch nur dann zu behaupten, wenn Par. ^ an diesen Stellen einen besseren Text als A böte, obschon selbst dann noch bei der verschwindend geringen Anzahl der Fälle die Hypothese gelehrter Correcturen in Par. ^ mindestens ebenso wahrscheinlich wäre. Es steht aber so, dass in Nrr. 3, 7, 12 die LA in Par.' fehlerhaft und auch von Otto unberücksichtigt geblieben ist; also ist in vMTEmnaidEvovTaQ, ,,frat'' lediglich Schreibfehler für irj^ avzov ist verlesen für avTcov, und dör/.elv öoycaiv für döixcov ist entweder eine absichtliche Correctur oder eine Art von Dittographie. Es bleiben mithin nur 3 Fälle (Nrr. 11, 13, 14) noch zu berücksichtigen. Mit ihnen hat es folgende Bewandtnis?: C. 6 n. 6 ist sowohl in A als in Par.' fehlerhaft überliefert; ava7r?MiTeiv xe ist sinnlos und von Otto hat daher unter Zustimmung von Nolte richtig aian'kaTTOvxcoi' conjicirt. Aus diesem Wort ist die falsche LA uvanlaTTeLv tb in A entstanden, in Par.' fehlt das te. Also steht A der ur- sprünglichen LA noch näher. Das später in Par. ' eingeschobene Lie Codd. Paiisini 451 und 174. 53 /Mt kommt überhaupt nicht in Betracht. — C. 11 n. 9 unter- scheidet sich ParJ von A dadurch, dass er statt tovtov „toD" bietet. Dies ist die richtige LA, die von A ist unerträglich. Hier könnte Par. ^ also aus besserer Ueberlieferung geschöpft haben. — C. 18 n. 4 endlich lautet in A o ayaQiOTijOiov eyyvg^ in Par. ^ 6 %ctQiöi7]Gcov eyyvg. Der letzteren LA hat von Otto nach dem Vorgang des Maranus den Vorzug gegeben. Die Stelle ist schwierig und vielleicht überhaupt verderbt. Der Zu- sammenhang ist dieser: der Verf. warnt in dem 18. Cap. vor weltlicher Traurigkeit und ermahnt, sich im voraus zu starken wider Leid und Unglück, das jeden treffen kann: tcqo 7iavTiov de yivcüGxco^eVy ozi ycal voöog aTioxsiTai lolg aaQxioig tjjtitdv y,at Crjfila Kai evöeia^ y.al o %aQLöxii]öcov {ay^aQ) syyvg. Kai Ölcc TOVTO^ XQi ngo/iieleTäv to anoßrja6f.i£vov^ iva fxi] ovußalvov ■d-avfiia xal eTcrrkrj^iv ncxQsyr) xaig yM^Siatg i^jlkov. Es kann hier 6 yaQiGTrjOiJüv — die Möglichkeit solch einer seltenen Bildung vorausgesetzt — nur Gott bedeuten, und so hat auch von Otto übersetzt („atque praesto adesse qui grates nobis per- solvat"). Aber der Zusammenhang wird dadurch zerrissen; denn der Verfasser will hier gar nicht trösten durch Hinweis auf künftigen Ausgleich, sondern er will ermahnen. Auch würde man nicht xal 6 yaQiOT.^ sondern vielmehr öe erwarten. Die V. dxaQiOTsw ist somit viel passender, wenn auch der Ausdruck seltsam genug bleibt, sie ist ferner aber auch belegbar. Zu ayaQiöXTiöwv ist KciLQog oder vielleicht didßoXog zu ergänzen. Die Lx4 in Par. ^ ist also entweder als Correctur oder, was wahr- scheinlicher, als Flüchtigkeitsfehler {o^aQ. für oayaQ.) zu beur- theilen. Somit ist also ausser ein paar leichten orthographi- schen Correcturen nur eine Stelle nachzuweisen aus der über- haupt so geringen Zahl der Abweichungen in Par. \ wo dieser Cod. gegenüber A " eine wirklich beachtenswerthe LA bietet. Das Urtheil darf daher als begründet gelten, dass Par. ^ aus A abgeschrieben ist, und zwar ist er, hier bei der ep. ad Zen., eine recht zuverlässige Abschrift. Die Möglichkeit, dass zwi- schen ihm und A noch ein Mittelglied gestanden hat, kann offen gelassen werden, obschon eine Nothwendigkeit für diese Annahme nicht vorhanden ist ^'^^), 138) Eine Modification könnte dieses Ergebniss nur dann erleiden, 54 Die Codd. Pai-isini 4ol und 174. b) Die Cohortatio. I. Beide Codd. geben der Apologie die Aufschrift: {lov ayiov A) loiozivov qjtlnijoipov xal fH'QciQog Xoyog iiaQUiveTuag TiQog eX?^r]V(j(g. IL Die beiden Scholien, welche von Otto aus A mitge- theilt hat (c. 31 n. 3 n. 8) ^^'0^ finden sich wörtlich identisch auch in Par/ Aus letzterem Codex hat von Otto noch zwei Scholien ausgeschrieben (c. 9 n. 28 n. 29), die manu sec. bei- gesetzt sind und sich in A daher nicht finden. III. Die Yarianten der beiden Codd. in den ersten 12 Capp. sind folgende '^^^): 1) c. 1 n. 5 liov 7TQfk€Q0V A, tcov ngoTe^wv Par. ' 2) c. 1 n. 7 7]fnv A, ifJ^tv {r. supra lin.) Par. ' 3) c. 2 n. 3 a;TO tcDj' tov A, twv om. Par. ^ 4) c. 2 n. 4 (pr^olv A, cpaaiv Par. ^ 5) c. 2 n. 30 enidXxj^g A, icpidlzr^g Par. ^ 0) c. 2 n. 38 xeXadivjfj A, y.eladtLvrj Par. ^ 7) c. 2 n. 41 xoft A, om. Par.^ , 8) c.'' 2 n. 42 O^eovg avzovg A, avr. ^s. Par.^ 9) c. 3 n. 10 a7i£(pr/azo zo vdioo A, z6 vd, an^cp, Par.* 10) c. 3 n. 12 zovzo A, tovzov Par. ^ 11) c. 3 n. 14 /[VQog A, tov nvgog Par. ^ 12) c. 3 n. 15 o^OiOneQLag A, o^otofiSQslag Par.' 13) c. 4 n. 4 oiQxäg .... elvac A, agxf^g el^cct Par. ^ 14) c. 4 n. 9 z€ A, om. Par.^ 15) c. 5 n. 9 frXdzwvog A^ zov nlaz. Par.^ 16) c. 5 n. 14 slax^v A, tXax Par.^ 17) c. 5 n. 22 avzöv g)rja£L A, ai-rov (ptiai Par. ^ 18) c. 6 n. 6 (og A, zr^g Par.i 19) c. 6 n. 8 eiöiag A, iÖtag Par. ^ 20) c. 6 n. 9 rji^uv A, vfilv Par. ^ 21) c. 5 n. 19 ^rjqaheoiyai A, ^rjoaivezai Par. ^ wenn die übrigen Handschriften, welche die Ep. ad Zenam enthalten, die eigcnthümlichen LAA in Par.' bestätigen sollten, ohne doch aus ihm geflossen zu sein. Desshalb werden diese sxiäter noch zu berücksich- tigen sein. 139) S. oben § 3 S. 82. 140) Die Cohortatio umfasst 38 capp. Eine genaue Vergleichung von 12 dürfte genügen. Die Codd. Parisini 451 und 174. > 55 22) c. 7 11. 5 ccydvvjTov (yevTjTijv) A^ aysvvTjTov {ysvvTjirjv'j V'd.r.^ 23) c. 7 n. 9 drjlov ozi A, driXovovi Par. ^ 24) c. 8 n. 3 tcc «AAjo^wy A, TctXXijXcov Par. ^ 25) c. 8 n. 3 alkcc A, c('a.V Par.^ 26) c. 8 n. 8 iöviv rjiuv A, rjf.dv eoxiv Par. ^ 27) c. 9 n. 11 a^ttjoidog A, ajiidotdog Par.' 28) c. 9 11. 20 fiVov A, TW»' Par. ^ 29) c. 9 n. 33 aeaovxaaiv A, oeaoxxofoiv Par. ^ 30) c. 10 n. 3 oix€iaOx^ai A, (itKeitüad^ai Par.' 31) c. 10 n. 9 Tiaqiox^ A, TtaQtoxexo Par.' 32) c. 11 n. 9 vofuKrjTe A, vo(.ut,erE Par. ^ 33) c. 12 n. 5 wg A, om. Par.^ 34) c. 12 n. 6 r/MPVjg ÖtjIovgiv . . . nga^eig A, praem. nga^ ^Big Par.' 35) c. 12 n. 7 dXV diove A, aXXcog ze Par.' 36) c. 12 n. 12 x^j^re/^ A, y.qi%i(jc Par.' 37) c. 12 n. 19 yga/ii/iiapi A, evdaio^ai yQ(xf.i(.iaoi Par.' Die Zahl der Abweichungen ist hier grösser als bei der Ep. ad Zenam; aber der Text der Cohortatio ist auch viel schwieriger als der jener Schrift, so dass der Unterschied der beiden Codd. noch immer als ein sehr geringfügiger gelten darf. Zunächst, was den Werth der Varianten in Par. ' betrifft, so ist von Otto nur an 9 Stellen (Nrr. 6, 10, 12, 16, 21, 28, 30, 35, 36) Par.' gegen A gefolgt. Von diesen fallen aber sofort fünf weg; denn /.tXaÖLyri — y.eX(xdeivri, 6(.ioiofi€Qtag — ofwiofie^ Q€iag^ k'Xaxev — sXax\ olxeuood'ai — iijxu&od'ai, xgrjzela — aqi- xia sind keine Varianten im strengen Sinn des Worts. Es blei- ben also nur die Nrr. 10, 21, 28, 35 übrig. C. 9 n. 20 ist aber hiov die schwierigere und desshalb beizubehaltende LA. Der ganze eigenthümliche Werth von Par.^ steckt also darin, dass c. 3 n. 12 das grammatisch unerträgliche xovto zu xovtov cor- rigirt ist, dass c. 5 n. 19 ein nothwendiger Infinitiv gesetzt ist, und dass für cclX* Serie richtig c. 12 n. 19 aXXagre geschrieben ist, was kaum eine Correctur zu nennen ist. Das Ergebniss ist somit genau dasselbe wie bei der Ep. ad Zenam: Par.* ist eine Abschrift von A; die Annahme einer zwischen beide Codd. hin- einspielenden, von A unabhängigen Handschrift ist durchaus un- statthaft. Deutlicher aber als oben tritt hier die glättende, den Text leise zu verbessern strebende Art des nicht unkundigen 56 Die Codd. Parisini 451 und 174. Schreibers von Par. • hervor. Er nimmt Umstellungen der Deut- lichkeit wegen vor (Nrr. S, 9, 13, 26, 34), sucht die Orthographie zu verbessern (Nrr. 5, 6, 12, 19, 22, 23, 27, 29, 30), ändert an den' Artikeln (Nrr. 3, 11, 15), hält sich strenger an die Gesetze der EHsion (Kit. 16, 24, 25) u. s. w. Doch ist seine Hand- schrift sorgfältig und mit Bedacht geschrieben; von wenigen, freilich absichtlichen, Fehlern entstellt, darf sie als eine leicht corrigirte Copie von A gelten. c) Die Supplicatio Athenagorae. I. Die Aufschrift in Par. ^ lautet: ^Ad-rjvayooov ii^r^vcdov rpLkoo6q}Ov yoiOTiaiov viQFMßEicc 71£qI XQLOZLaviov. In A lautet sie jetzt ebenso; aber es ist oben *") bereits daraufhingewiesen worden, dass K ursprünglich eine üeberschrift überhaupt nicht irehabt hat, dieselbe vielmehr erst im 11. Jahrb., d.h. zu der Zeit, wo Par. * geschrieben wurde, hinzugesetzt ist. II. Von den 7 Scholien, welche A bietet, hat Par. ^ vier ' ^\ dazu noch zwei von jüngeren Händen ^^'^). Die Scholien sind bis auf ganz unbedeutende Abweichungen identisch ^^^). III. Die Varianten der beiden Codd. in den letzten 18 Capp. (cc. 20—37) sind folgende: 1) c. 20 n. 11 "/o^r;s A, a/.oQorjq Par."^ (y.noarjg in marg). 2) c. 20 n. 11 hyofdvr] A, yero/iicvr] Par. ^ 3) c. 21 n. 37 cpoißov A, (polßov Par.* 4) c. 22 n. 3 viotIq &^ i] A, vr^orig t£ t] Par. ^ 5) c. 22 n. 3 T,{yy€L ZQüivcofta A, t I/iikovqov vo^ä Par. ' 6) c. 22 n. 12 ayivrixitt A, uyavvriTa) Par.^ 7) c. 22 n. 17 liyivrjxov te ymi atöiov A, cadiov re y.ai ayev- vfjcov Par.^ 8) c. 22 n. 31 öel A, de Par.* 141) S. § 3 S. 34. 112) Zu c. 17 n. 11; 20 n 17; 20 n. 12; 32 n. 0. Zwei von den dreien in A, welche Par.i niclit hat (zu c. 24 n. 24; 25 n. 1), sind dort a manu saec. XII. 143) Zu c. 22 n. 50; 25 n. 5. Das letztere ist a manu lat. aaec. XV. (XVI.) und lautet: „Claudianus poota: Saepe mihi duliiam traxit sen- tentia mentem, Curarent superi terras an nullus inesset Rector et incerto fluerent niortalia ca'-^u*'. 144) Par.^ xrjQrxEiov für xtjqvxiov, für o, om. xal, dnd für xaxa, .9tAö>v für i^eliiDv. Die Cocld. Piirishii 451 und 174. Ol 9) c. 22 n. 32 7] u A, ymI Par.i 10) c. 22 11. 46 /V ri A, %v /] Par. i 11) c. 22 n. 46 tov Jiog jui^ig A, fiii^ig tov Jing Par. ^ 12) c. 22 11. 48 ovPTSTtj/MOiv A, aweoxrjÄaoi Par.^ i;]) c. 23 11. 2 yivea^aL A, ylyveot>((i Par.' 14) c. 23 n. 9 cyivriiov (ayeviqTOv) A, aylvvrjxov (ayevvr]' rot) Par. ^ 15) c. 23 11. 14 ye nov A, ye xot Par. ^ 16) c. 23 n. 14 havxcov jtQoyovovg A, om. Par. ^ 17) c. 23 n. 23 ^6f)V A, ^siov Par.i 18) c. 23 ij. 25 a7ioxe6(.ievov A, e7ci.yj6f.iePOv ParJ 19) c. 23 11. 38 dyevrjTov (ysvmov) A, dyevvrjxov ■ {ysi^vrjvov) Par.' 20) c. 24 n. 1 öai A, d,i Par.i 21) c. 24 n. 7 o A, om. Par.^ 22) c. 24 n. 21 iva ttjv A, i'va rj rt)v Par. ^ 23) c. 24 n. 24 neqi A.'xiov nt-Qi Par.* 24) c. 25 n. 12 siooQcovTSg A, daoQiovxccg Par. ' 25) c. 25 n. 12 rj A, ei Par.i 26) c. 26 n. 21 öai A, öt Par.' 27) c. 27 n. \h havxriv A, avxf^v Par.' 28) c. 28 n. 23 'lovv A, 'ho Par.' 29) c. 28 n. llloxoQiTii A^ latoQiav Par.* 30) c. 28 n. 44 "iQfn A, i£Q([} Par.i 31) c. 28 n. 51 vskolov A, xüv vsycQidv Par.' 32) c. 28 n. 52 7rouifj.cci A, 7t£7ioLßv(.iai Par.' 33) c. 30 n. 3 J^qa^xco A, j£QY.EXto Par. ' 34) c. 30 n. 7 dt] A, y.ai Par.' 35) c. 30 n. 7 öeyidTT] yevet] A, ösAdirj ysvefj Par.' 36) c. 30 n. 9 ßaoilsvoa A, ßaoilevg Par.' 37) c. 30 n. 22 dyevrixog A, ytvvrjxög Par. ' 38) c. 31 n. 9 v^dv A, viidg Par.' 39) c. 32 ri. 4 Idi' A, ö' Par.' 40) c. 32 11. 13 ante v(.uv Par. * supra lin. z«/, om. A. 41) c. 34 11, 13 ov ydq A, oiöa Par.' 42) c. 35 11. 3 ndaaüO-at A, G/rdöaQ^ai Par.' 43) c. 35 n. 8 vxcv A, om Par.' 44) c. 35 n. 11 xov cfor. A, xo rpov. Par.* 45) c. 37 B. 7 yivo^ercüv A, yiyvo^evcov Par.' 58 I>ie Codd. Parißini 451 und 174. Die Zahl der Abweichungen des Cod. Pur. ^ von A ist hier etwas geringer als bei der Cohortatio. Es kommt durchschnitt- lich genau auf eine Seite (c. 13 — 14 Zeilen) in der Ausgabe von V. Otto eine Variante — ein den bisherigen Resultaten ganz analoges Ergebniss. Den Werth der LAA in Par. ^ anlangend, so hat au den 45 Stellen v. Otto nicht öfter als dreimal An- lass genommen, A zu verlassen, was nur zu billigen ist. Es fragt sich aber, ob nicht auch an jenen drei Stellen die LA in A zu halten ist. C. 24 n. 24 (Nr. 23) sind verschiedene Engel- gruppen genannt; von einer heisst es: fiegoi neql to 7iqlozov tovTO üT€Qiwua. Par. ^ schaltet hier vor Tiegi „twi^" ein. Der Ausdruck wird so allerdings sprachlich correcter; aber auch an anderen Stellen lässt sich in Par. * gegenüber A das Bestreben, die Artikel zu vermehren, bemerken (s. in der C oh ort. die Nrr. 11, 15; in vorstehendür Tabelle Nr. 31; bei der Schrift de re- surr, die Inscriptio u. s. w.). Man wird also bei der LA in A bleiben können. C. 32 n. 4 (Nr. 39) bietet A ywacx.! Idr dd€X>:pij XQiof.i€Vöv, Par. ^ ywoa^l d* ddelq)fj /(»xjjwcx'o»'. Otto hat in den Text aufgenommen: yivaivA d' Idia ddeXrpf^ xQiofiBvov, indem er den jüngsten Codd. des 16 Jahrh. dabei folgt Das de ist aber im Zusammenhang vöUig entbehrlich und augenscheinlich aus dem seltsamen löi' entstanden. Die LA in A ist also cor- rect. C. 30 n. 7 (Nr. 34) endlich bietet A einen sibyllinischen Hexameter also: Ji, toib öixaTrj ysvsij fjeQ67icüV dvd-gwjtwv. Der Anfang des Verses ist falsch; Par.^ bittet richtig (wie in Sibyll. Orac. III, 108): Kai zots dt] xzX. Aber es fragt sich, ob Athenagoras so geschrieben hat. Möglicherweise sollte das störende y,al am Anfang, wenn auch auf Kosten des Verses? vermieden werden. Es kommt hinzu, dass alle übrigen Athena- gorascodd. wie A lesen. Par.^ ist also auch ftir die Suppli- catio kein selbständiger Zeuge neben A; er ist vielmehr aus A mittelbar oder unmittelbar geflossen. Die Zahl der ge- meinsamen eigenthtimhchen Lesarten und Fehler (so lesen beide Codd. gleich in der Aufschrift ciO(.ievLa/.olq für ap/<.) ist darum auch eine beträchtliche. Die Abweichungen von A sind ab(T. wie mau sich leicht überzeugen kann, zum kleinsten Theile als Flüchtigkeiten zu beurtheilen. Wie bei der Cohort. , so erkennen wir auch hier fast überall die Hand eines zwar sorgtältigen und kenntnissreichen Schrei- Die Codd. Parisini 451 und 174 59 bers ^^% der aber zugleich es nicht lassen konnte, hier und da in seiner Weise zu verbessern. Auf seine „Verbesserungen" werden wir später noch zurückkommen müssen; denn sie sind fortgepflanzt worden. d) Die Abhandlung des Athenagoras de resurr, mort. I. Die Inscr. lautet in A: zov attov negl dvaoTaosfog ve- y.QWVy Par.^ schiebt rcuv vor veAQiov ein. II. Von den 52, zum Theil sehr umfangreichen, Scholien in A stehen in Par.^ 39^^^), neue sind nicht hinzugefügt. Im Texte der Scholien sind nur ganz geringe Abweichungen. III. Die Varianten der beiden Codd. in der ersten Hälfte des Buches (c. 1 — 12) sind folgende: 1) c. 1 n, 10 diaoTQ€(povoLv A, atqicpovoiv Par. ^, supra- scr. ^(Cf. 2) c. 1 n. 19 nQoy,ad'7]Qag A, 7rQo/Md^d()ag Par. ^ 3) c. 2 n. 12 avTwv A, om. Par.^ 4) c. 2 n. 15 yiVG)ay.£TaL A, yiyvioGxeraL Ptir. ^ 5) c. 2 n. 16 0 T€ ydQ A, o ydg Par. ^ 6) c. 2 n. 18 STiiOKe^patTo A, eTiipxBXpezai Par.^ . 7) c. 2 n. 19 ze A, om. ParJ 8) c. 3 n. 7 Tiag^ avTfjg vevof.iLOi,uvrjv A, rcaqä trjg vevo^tio- (levijg Par. * 9) c. 3 n. 16 ixelvoig avtolg A, avt. ix, Par. ^ 10) c. 5 n. 8 T(p A, om. Par. ^ 10b) c. 5 n. 13 T?}r A, om. Par. ^ 11) c. 5 n. 15 ye A, de Par. ^ 12) c. 5 n. 16 dg A, ig Par,^ 13) c. 6 n. 2 TQircrfg A, i()krjg Par.^ 14) c. 6 n. 10 cavtr/v f.i€v A, add. t^v eiXcAQiveaTdTrjV, qtiod habet A in marg. 15) c. 6 n. 11 övvdianXeyLousvTjv A, av(.inXBxo(.ievnv Par.^ 16) c. 7 n. 8 ov xoX^g ov nvevf^tuTog desunt in A. 145) Nur c. 22 n. 3 (Nr. 5) hat er Unsinn geschrieben, weil er die Worte seiner Vorlage entweder nicht verstand oder nicht lesen konnte. 148) Zu c. 1 n. 2, 11 (bis), 24; 2 n. 2, 14, 26; 3 r. 6, 11; 5 n. 1; 6 n. 3; 7 n. 9; 8 n. 3; 9 n. 1; 10 n. 21; 11 n. 2, 8; 12 n. 1, 6, 21, 29, 35, 43; 13 n. 6; 14 n. 1; 15 n. 5, 27; 16 n. 13; 17 n. 2, 10; 18 n. 17; 19 n. 3; 20 n. 4; 21 n. 11, 23; 22 n. 4; 24 n. 1. 12; 25 n. 1. ßO Die Codd. Parisini 451 und 174. 17) c. 7 n. 16 yivoiAeviov A, 87Tiyivof.ievit}r ParJ 18) c. 8 n. 6 oud' A, ova Par.^ 19) c. 8 n. 7 ^uoQioig A, xcooioig; Par.^ 20) c. 10 n. 8 Tavta A, fuvTt] Par.^ 21) c. 10 n. 15 ovÖEf-iia A, ovd^ . . . i.da Par. ' 22) c. 10 n. 16 ovo" A, oiöi Par.^ 23) c. 10 n. 22 tov A, ttcoq Par. ' 24) c. 11 n. 12 t6 A, om. Par.^ 25) c. 12 n. 31 te A, om. Par.^ Die Zahl der Abweichungen ist hier sehr* gering, und nur eine der Par. ^ eigenthümlichen LAA hat von Otto in den Text aufgenommen. Prüft man die Art der Varianten, so dürfen die Nrr. 1, 4, 12, 14, 22 ausser Betracht bleiben. Die Nrr. 5, 7, 10, 10b, 11, 18, 23, 24, 25 enthalten Artikel- und Partikel- änderungen, die Nrr. 9, 21 Wortumstelluugen. Die alte Form nQtrKaö^r}Qag hat Par. ^ durch 7iQoyiad^aQag (Nr. 2) ebenso er- setzt, wie das ungewöhnlichere TQiZTrjg durch TQiTrjg (Nr. 13). Nr. 17 ist für das Simplex das Compositum, Nr. 15 dieses für ein Bicompositum gesetzt. Nr. 6 ist die Verbalform leicht ver- ändert. C. 2 n. 12 (Nr. 3) ist in den Worten ngog xr^v tcov avTwv avd^QtjTKDv ovotaoiv das avTcov wohl aus Versehen fort- gelassen; neben dem avS^^ioniDv konnte es leicht wegfallen. Ebenso ist Nr. 19 Ltigsoc v.al x<^0QiOLg eine Flüchtigkeit für fiogioLQ. Die Formel kommt sehr häufig in der Abhandlung vor und ist sonst stets richtig von Par. ^ wiedergegeben. Ein leichtes Versehen ist auch TcaQcc xr^g für nao" avrijg (Nr. 8). In c. 10 n. 8 (Nr. 20) ist Tavxrj für xavxa eine Erleichterung. Die einzige Stelle, wo von Otto Par. ^ gefolgt ist, findet sich c. 7 n. 8 (Nr. 16). Der Verf. erörtert dorf das Verhältniss der bei Lebzeiten in den Körper aufgenommenen NahrungsstofFe zu dem Körper selbst in Rücksicht auf die zukünftige Aufer- stehung desselben und will den Beweis liefern, dass sie für diese niclit in Betracht kommen. Er sagt, sie würden nicht mi tauferstell en, ovöev ovvTeloivTog txi (seil, in resurrectione) 7i:Q6g xo Cr^p OCX d^tf^iccxog oc (pX^ynarog ov ;foA?;c^ ov fivevuarog. Die letzten vier Worte fehlen in A, aber ich sehe auch keinen Grund, sie aus Par. ' in den Text aufzunehmen. Die Zusammen- stellung des „Athem" {/iverficctog) mit Blut und Speichel als Product der Nahrungsstoffe erscheint gesucht und nimmt sich Der Cod. Parisinus 451 und der Marcianus (31 wie eine gelehrte Ergänzung aus. Dazu kommt, dass auch der Argent. die Worte nicht hat. Andererseits freilich könnten sie in A aus Versehen {(pliyf.taTng — 7iv^v4taT0Q) weggefallen sein. Wir können al^o auch hier die Untersuchung nicht völlig zu Ende führen, ohne die übrigen Texteszeugen zu Rathe zu ziehen. Indessen wird auf Grund des gesammten übrigen Materials gegenüber diesem einen nicht völlig aufgeklärten Fall die Hypothese doch schon hier sehr unwahrscheinlich, dasis Par. ^ auf eine ältere, von A relativ unabhängige Vorlage zurückzu- führen sei. Es sollen aber aus dem bisher Erörterten die Schlüsse für den Tatiantext noch nicht gezogen, vielmehr zuerst noch die vergleichende Untersuchung des Marcian. 313 und der Valeriancodd. (Aet.) vorgeführt werden. Die letztere führt mit Nothwendigkeit auf das Verhältniss von A zu den jüngeren Handschriften der Apologeten überhaupt. 3) A und der Marcianus 343 (Ma). Auf Grund der Collationen von Gaisford ist es möglich ein Urtheil über das Verhältnisv^ der beiden Codd. in Bezug auf die Praepar. ev. zu gewinnen. Dieses Urtheil gilt auch für die beiden anderen in Ma. enthaltenen Stücke, die ja ebenfalls in A sich finden. Gaisford selbst hat als Ergebniss seiner Untersuchung ausgesprochen, Ma. sei aus A abgeschrie- ben^^''); Dindorf hat dem widersprochen „Cum Gaisfordio", sagt er, „ita consentio ut non descriptum quidem ex illo, sed ex alio ejusdem fere aetatis libro, qui Parisino A simillimus fuit, derivatum esse censeam. Nam etsi liber Venetus cum Parisino nbique fere consentit, ctiam in vitiis prorsus singu- laribus, nullo dum alio e libro enotatis, tamen scripturas non paucas praebet quae non videntur librarii codicem Parisinum describentis arbitrio omnes tribui posse, sed aliunde potius petitae esse videntur" ^'*^). Prüfen wir das Verhältniss näher. In der oben i*^) gegebenen Beschreibung von A wurde darauf 147) L. c. p. II. 148) K c. p VI. P. XI giebt aber auch Dindorf zu, dass die bei- den Handschriften als ein Zeuge zu beurth eilen sind. Andere jüngere Codd. zeigen übrigens bei der Praepar ev. ganz besonders deutlich, dass A ein recht sorglos geschriebener Codex ist. 149) S. § 3 S. 33. (J2 Der Cod. Parisihus 451 und der Marcianus. hingewiesen, dass A die 5 ersten Bücher der Praepar. enthält, dass aber 1) durch den grossen Ausfall \X)n 4 Quaternionen zwischen fol. 187 und 188 auch der Anfiing der Praepar. be- troffen worden ist — was schon im 14. Jahrh. angemerkt wurde, 2) im 2. Buch jetzt ein Qnaternio fehlt, 3) im 4. Buch der Schreiber selbst ein grösseres Stück — ungefähr V'2fol. gleichkommend — ausgelassen hat ^^^). I. In Ma. , welches wie A nur die 5 ersten Bücher der Praepar, umfasst, finden sich die Theile, welche in A durch den V^erlust der Quaternionen abhanden gekommen sind, dagegen fehlt das Stück im 4. Buche gleichfalls, welches be- reits der Schreiber von A weggelassen hat. Diese Be- obachtung rückt die beiden Codd. bereits sehr nahe, da alle übrigen Handschriften der Praepar., wie bemerkt, hier voll- ständig sind, II. Beide Codd. haben eine nicht geringe Anzahl von ganz groben Schreibfehlern und Versehen gemeinsam '•'* i). Ist. Ma. nicht aus A selbst, sondern %s der Vorlage von A, resp. aus einem mit A verschwisterten Codex abgeschrieben, so müsste der Unsinn drei- oder viermal von Schreibern wiederholt wor- den sein, was ja freilich nicht unmöglich ist. III. Dindorf hat p. VI — X die Stellen zusammengestellt, auf die er das Urtheil, Ma. sei nicht direct abhängig von A, gegründet hat. Nur geringfügiges ist weggelassen. Von dem grösseren Theile der Abweichungen des Cod. Ma. von A ur- theilt auch er, dass sie auf Rechnung des Abschreibers kommen könnten und also nicht die Annahme einer anderen Vorlage als A für Ma. erheischen. Es darf hinzuffefüot werden, dass diese Abweichungen fast durchweg nicht aus Schreibversehen 150) Die Lücke, die an sich nicht auftauend ist, wird durch die jüngeren Codd. ergänzt, die sämmtUch die fehlenden Sätze bieten. 151) Dindorf hat L c p. VI not. mehrere aufgeführt; s. p. 99 c (edit. Viger,) xa^^'^i'^a*' pro xalki&viocv. p 100 c aQi^yovog e^ko^ pro opZ*" yivs^Xoq. p. 101 b ^naXrj^ht; y8kaQv^wvi>ro ndXi ^iaxeXa ^il^iov. p. 116 d innixov pro övzixov. p. 120 a a^()a pro öoxsa. p. 126 c daxVf^ovovaa> pro aQX^) Y"^ ovoa, p. 146 h Qevoia Xoinöv pro QEVotaXiov. p. 137 b T(5 &e

Q(^Q — t^ov tottov). 45c {7T(jcurjv [.ih — TTQaiTOv). 45en Socrates von Plato die Rede. 155) S. p. 7b, 7s 7d, 9'», 12^, 13<--, 23% GOc, ()ld, ggd. An zwei Stollen hat Ma. längere Zusätze (89c, 104^), die sowohl von Gaisford als von Dindorf als solche beurtheilt werden. Der Cod. Parisinus 451 und die Valerianoodd, ß5 Ma. und die übrigen Codd. xai:' ccgxdg vor 8^ einschieben. P. 231» felilt in dem Satze: aTio^palvstaL Ös ymI Tteql ^ewv, wc ovde^iiäg riye^oviag bv avzoig ovötjc; in A das unentbehrliche riYEi-ioviag, welches Ma. und die übrigen Codd. bieten. P. 47l> fehlen in A die Worte Aad-ieQiod-rjvat v.al tovrovg oeßso^^ai, weil das Auge des Schreibers auf das gleich folgende Wort }ca^c(7t£() (f. xaS^isQiü&Tjvai) abirrte; Ma. und die übrigen Codd. bieten die Worte. Mindestens an den beiden letzten Stellen hat Ma. wirklich das Richtige bewahrt gegen A. Somit bleibt nur die Annahme übrig, dass der Schreiber von Ma. entweder seine Abschrift aus A nach einer zweiten Handschrift hier und da, aber selten, controlirt hat, oder dass er nicht direct aus A geflossen ist, sondern aus einer schon corrigirten Abschrift dieses Codex. Jedenfalls aber bleibt das ürtheil zu Recht bestehen, dass Ma. wie Par. ^ ein auf Grund der in A vorliegenden lieber- lieferung recensirter Text ist, und an diesem ürtheile kann auch die Beobachtung nichts ändern — Dindorf scheint ihr besonderen Werth beizumessen — , dass die übrigen Hand- schriften der Praepar. an einigen Stellen mit Ma. gegen A stehen; denn die übrigen Handschriften sind sämmtlich jünger und sind allem Anschein nach bereits von der Textrecension abhängig, die in Ma. vorliegt. 4) A und der x\rchetypus der Valeriancodices. Es ist oben § 2 nachgewiesen worden, dass der Archetypus der Valeriancodices dem Par.^ sehr nahe verwandt gewesen sein muss, aber schwerlich mit ihm identisch ist; es ist ferner § 3 init. an einem Exemplar jener Codd. gezeigt worden, dass die ganze Gruppe derselben höchst wahrscheinlich ebenfalls nur eine, wenn auch ganz verwilderte, Verzweigung des Cod. A bildet. Dieser Beobachtung wird nun naher nachzugehen sein. Für die apologetische Literatur kommen folgende sieben Valeriancodd. in Betracht: 1) Claromont. 83, nunc Bodlej. 283 (scr. ann. 1532) ^^^). 2) Bonon. plut. XXTT (scr. ann. 1533) i"). 3) Aeton. 88 (scr. ann. 1535) i^«). 156) S. V. Otto, 1. c. IV3 p. XXIVsq,, VII p. XVI sq. 157) S. oben § 1 S. 6. 158) S. oben § 1 S. 4. Texte und UnterBuchungen, 5 ^ Der Cod. Parisinn« 451 und die Valemncodd. 4) Parisin. 2376 (scr. ann. 1539) *^^). 5) Bonon. ? (scr. c. ann. 1530— 1540) '^O). 6) Angelic. ß. 1. 10 (scr. c. ann. 1530—1540)1*^*). 7) MS. Frisii (scr. c. ann. 1540) '6'^). Den Tatian allein aus der Zahl der älteren apologetischen Schriften enthalten Bonon. plut. XXII, Paris., MS. Frisii. Die anderen haben "folgende Stücke: Claromont. Aeton. Bonon. Angelic. Ep. ad Zenam. Ep. ad Zenam. Athenag. Siippl. Athenag. de res. Athenag.de res. Athenag. Suppl. Athenag. de res. Athenag. Suppl. Athenag.Suppl.Athenag.de res. Ep. ad Zenam. Ep. ad Zenam. Tatian. Cohortat. Expos, rect. fid. Die Verwandtschaft dieser von einem Schreiher geschrie- benen Codices liegt schon nach diesem Inhaltsverzeichnisse auf der Hand, ebenso ihr Zusammenhang mit A (resp. Mutin. \xn4 Far. ^)i^^). Ueber den Claromont (fol. 108 in 4"), der nach den drei oben genannten Schriften 4) Epiphanii, de mensuris et ponderibus, 5) Josephi, patriarchae CPitani, Confessio fidei, 6) Epitome libri Epiphanii de XII lapidibus, 7) Excerpta ex Joanne Damasceno enthält, hat P. de Lagard e die Mittheilung gemacht ^^'), dass er — wenigstens was die Schrift de mens, et pond. betrifft — aus einem Codex c. saec. XI. scr. abge- schrieben zu sein scheint. Diese Notiz stimmt mit der Beob- achtung zusammen, dass der Archetypus der Valerianhand- schriften in Bezug auf die apologetischen Schriften (Tatian) dem Cod. Par. * (saec, XI.) sehr nahe verwandt gewesen sein muss. Hat nun Valerianus Alles, was er im Cod. Claromojit mitgetheilt hat, aus einer Handschrift abgeschrieben, so wäre 159) S. oben § 1 S. 6. 100) S. V. Otto, 1 c. IIP p. XXXII. IV3 p. XX. XXV. VII p. XVIII. Der Codex ist bisher nicht vergüchen. 161) S. V. Otto, 1. c. IV3 p. XXV iq. Vllp. XTX. Auch dieser Codex ist bisher nicht vergHchen. 162) S. oben § 1 S. 7 sq. 168) Man verj^fleiche namentlich den Inhalt des Bonon. mit dem des Cod. A und Mutin. 164) Symmicta I (lij77) S. 210. Der Cod. Parisinus 451 und die Valeriancodd. ß7 damit bewiesen, dass diese der Cod. Par. ^ selbst nicht gewesen sein kann, da dieser z B. die Epiphaniana nicht enthält. Wie dem auch sein möge, uns interessirt hier die Beant- wortung der Frage, ob der Archetypus der Valerian Codices in Bezug auf Apologetisches mit A näher verwandt gewesen ist als mit Par. \ d. h. anders ausgedrückt, ob dieselben direct aus A geflossen sind oder aus einer Abschrift von A, die auf dersel- ben Stufe wie Par. ^ steht. Zur Beantwortung dieser Frage ge- nügt die Untersuchung einer einzigen Schrift, der Ep. ad Ze- nam: 1) Alle Abweichungen, welche sich in ParJ von A finden ^*^^), finden sich auch in Claromont. 83 und Aet. 2) Die beiden Codd. sind nur soweit mit A vor- wandt, als Par.^ ihn treu wiedergegeben hat. 3) Die drei Schollen, die Par. ^ mehr als A hat, finden sich auch wörtlich identisch in Aet. ^^**^). 4) Nach dem hand- schriftlichen Befunde in Bezug auf Ep. ad Zenam allein steht der Annahme nichts im Wege, dass Par.* selbst die freilich überaus lüderlich, schüler- und stümper- haft copirte Vorlage der Valeriancodices sei. Da in- dess diese Annahme nach dem über die Tatianhandschriften Bemerkten unwahrscheinlich ist, so ist als der Archetypus der Valeriancodices eine mit Par.* eng verschwisterte Handschrift anzusehen. Endlich: die beiden Valeriancodd. selbst sind sich überaus ähnlich, aber der Claromont. ist nicht die Vorlage für Aet., da z. B. c. 5, 2 der Ep. dieser ein Time mit A Par. ' bietet, welches in jenem fehlt. Valerianus ist, wie schon bei dem Tatiantext deutlich wurde, bei mehreren seiner Handschriften auf den Archetypus selbst zurückgegangen '^'). Als Resultat der bisherigen Untersuchungen ergiebt sich, dass die Codd. Mutin., Par. 174, Marcian. 343, sowie der Arche- typus der Valeriancodices, leicht recensirte Abschriften von A aus dem Zeitalter der Komnenen sind, und dass die gelehrten Bemühungen des Arethas damals noch nicht vergessen waren. 165) S. oben § 4 sub 2» S. 51. 166) S. Ep. ad Zenam 6 n. 12; 7 n. 8; 15 n. 4. 167) An den Codd. Par.\ Ciarom., Aet. ist in späterer Zeit von ganz jungen Händen corrigirt worden und zwar nach den Editionen, resp. was unwahrHclieinlicher, nach dem unten zu nennenden Paris. 450 iann. 1364). (58 Verzeiclmiss der Apologetenhandschriften. Stammtafel : A (ann. 914) (direct oder durch Vermittelung) Mutin. Par. 174 fere consentit cum Archetyp. YolerJ^^) Marcian. 343. Ciarom. 83. Bonon. plut. XXII. Paris. 2376. Bonon. Nr. ? Angel. Fris. Aet. Excurs zu § 4: Die Justincodices des 13. (14.) Jalirh, in ihrem Verhältniss zu Par. 451. Um das obige Ergebniss zu erhärten, resp. gegen Einwürfe sicher zu stellen,' ist eine Prüfung der übrigen Apologeten- Handschriften, sofern ihnen Selbständigkeit zukommt, angezeigt. Ich stelle imi folgenden zunächst die Handschriften sämmtlich übersichtlich zusammen: Verzeichniss der für die Schriften der vorkatholischen griechischen Apologeten bisher bekannt gewordenen griechischen Codices ^^'0. 1) Paris. 451 (ann. 914 von Baanes geschrieben für den Erzbischof Arethas von Casarea): Clem. AI. Protrept. et Paedag., Ep. ad Zenam, Cohortat., (Tatian.), Euseb. Praepar. ev. I— V, Athenag. Suppl. et de resurr., Euseb. adv. Hierocl. a) Coisl. 120 (saec. X init.): Expositio rectae fid. 168) Möglich ist, dass der Mutin. der Archetypus der Valerianhand- schriften ist; doch lässt sich vor Vergleichung des Cod. nichts behaupten. 169) Die Codices, welche den Apologeten fälschlich beigelegte Schrif- ten enthalttn, sowie die Titel dieser und anderer sicher nicht dem 2. Jahrh. angehöriger Werke, sind mit kleineren Typen gedruckt. Alte lateinische üebersetzungen giebt es für die ältesten griechischen Apologien nicht. Wohl aber ist eine syiische Bearbeitung der Oratio ad Gr. (Cod. Nitr. Mus. Brit. 14658. saec. VII.) bekannt geworden; der Miscellan-Codex, der sie enthält, umfasst auch loco septimo eine dem Melito beigelegte Apo- logie in syrischer Uebersetzung (s. v. Otto, 1. c, III3 p. XXVII sq. IX p. aTOsq.). Femer existirt die pseudojustinische Expositio rectae fidei syrisch (Cod. [misceil.] Syi-. Mus. Brit. 803 saec. X.), aber nicht vollständig, VerzeichnisB der Apologetenhandschriften. 69 II. Saec. XI. et XII. 2) Paris. 174: Ep. ad Zenam, Cohortat, Tatian., Athenag. Suppl. et de resurr., Euseb. adv. Hierocl. 3) Mutin. in. D. 7: Clem. AI. Protrept. et Paedag., Ep. ad Zenam, Cohortat., Expos, rect. fid., Tatian., Athenag. Suppl. et de resurr., Lactant. de Sibyll. 4) Marcian. 496: Theophilus. 5) Marcian. 343: Euseb. Praepar. ev. I— V et adv. Hierocl, Tatian. b) Ambros. L 88 sup. (saec. XL): Expos, rect. fid. c) Vatic. Gr. 423 (saec. XII.): Expos, rect. fid. d) Paris. 1268 (saec. XII.): Expos, rect. fid. III. Saec. Xlil. et XIV. 6) Paris. 450 ( ann. 1364): Ep. ad Zenam, Cohortat., Justini Dialoge c. Tryph. et ApoL I. IL, de monarchia, Expos, rectae fidei, Confat. dogmat. quorund. Aristotelis, Quaest. Christ, ad Gent., Quaest. et respons. ad Orthod., Quaest. Gent, ad Christ., Athenag. de resurr. 7) Argentorat. 9 (nunc combust.): De monarchia, Cohor- tat., Expos, rect. fid., Oratio ad Gr., Ep. ad Diogn., Sibyll. Oracc, Athenag. Suppl. et de resurr. ^''^) e) Marcian, gr. 86: Expos, rect. fid. f) Paris. 1259: Expos, rect. fid. g) Florent. gr. 35 plut. VII: Expos, rect. fid. h) Florent. gr. 12 plut. VI: Expos, rect. fid. i) Ambros. H 257: Expos, rect. fid. IV. Saec, ut videtur, XV. 8) Ott ob. 274: Excerpt. ex Justini ApoL, Ep. ad Zenam, Ex- pos, rect. fid., Athenag. Suppl. s. V. Otto, 1. c. IV* p. XXI sq. Endlich sei auf das Bruchstück einer Apologie hingewiesen, welches in einem armenischen Codex vom J. 981 sich findet und dem Aristides beigelegt ist (S. Aristidis Phil Athen. Ser- mones duo. Venetüs 1878). 170) Abschriften dieses Codex, aber nicht vollständige, giebt es noch zwei (Apogr. Stephani, nunc Leidens., ann. 1586: Ep. ad Diogn., Oratio ad Gr., und Cod. Tubing. M. b. 27 c. ann. 1580: Orat. ad Gr., Ep. ad Diogn., Oracc); eine dritte, Apogr. Beureri (Orat. ad Gr., Ep. ad Diogn., Oracc), ist jetzt nicht mehr aufeufinden. Ueber den Cod. Tu- bing. s. Neumann, Ztschr, f. KGsch. IV, 2 S. 284 f., über die anderen Apographa v. Gebhardt, Patr. App. Opp. I, 2 [edit. II] p. 144 sq. 70 Verzeichniss der Apologetenhandschriften. 9) Ott ob. 94: Athenag. Suppl. et de resurr. 10) Ottob. 275: Athenag. Snppl. 11) Ottob. 112: Tatian, Hermiäs. 12) Ottob. 101: Hermias, Expos, rect. fid., Confutat Aristot. 13) Florent. gr. 3. plut. IV (ann. 1491 scr. ab Joanne Rhoso Venetiis): Athenag. de resurr. 14) Florent. gr. 32. plut, X (scr. ab eodem, ut videtur;: Athenag. de resurr., Cohortat. 15) Vatic. gr. 1261: Athenag. Suppl. IG) Sirletian. (nunc desideratur): Athenag. Suppl. 17) Neapolit. gr. II. A. 13: Athenag. Suppl. 18) Bodlej. gr. Barocc. 98: Athenag. Suppl. 19) Bodlej. gr. Barocc. 145: Athenag. Suppl. 20) Luban.: Athenag. Suppl. 21) MS. Pici (e quo Picus saec. XV. exeunte latine vert., nunc desider.): Cohortat, 22) MS. Vallae (quod Valla saec. XV. exeunte latine vert., nunc desider): Athenag. de resurr. 23) Vindob. philos. et philol. gr. 13: Hermias. 24) Monac. 512: Hermias 25) Leidens. 16: Hermias (vielleicht schon saec. XIV), k) Vatic. gr. 1097: Confut. Aristot., Quaost. Christ, ad Gent., Quae.st. Gent, ad Christ. 1) Vatic. 841: Expos rect. fid. m) Coisl. 225: Expos, rect fid. n) Monac. gr. 136: Respons. ad Orthod., Quaest. Gent, ad Christ, o) Mosq 34 : Expos, rect. fid. V. Saec. XVI. 26) Claromont. 83, nunc Bodlej. miscell. 212 (scr. ann. 1532 a Valeriano): Ep. ad Zenam, Athenag. de resurr, et Suppl. 27) Bonon, plut. XXII (scr. ann. 1533 a Valeriano): Euseb, Demonstr. ev., Tatian. 28) Aeton. 88 (scr. ann. 1535 a Valeriano): Ep.- ad Zenam, Athenag. Suppl. et de resurr., Tatian. 29) Parisiu. 2376 (scr. ann, 1539 a Valeriano): Tatian. 30) MS. Frisii (nunc desider., scr. c. ann. 1540 a Valeriano): Tatian. Veraeichniäs der Apologetenhandschiiften. 71 31) Bonon. (scr. c. ann. 1530—1540 a Valeriano): Athenag. Siippl. et de resurr., Ep. ad Zenam, Cohortat., Expos, rect. fid 32) Angelic. B. 1. 10 (scr. c. ann. 1530 a Valeriano): Athe- nag. de resurr, et Suppl., Ep. ad Zenam. 33) Paris. 887 (scr. ann. 1510 a Constantino Palaeocappa): Theopiiilus I. III 34) Paris. Suppl. gr. 143 (scr. c. ann, 1540 a Constantino Palaeocappa): Athenag Suppl. 35) Claromont. 82, nunc Fenwick. (scr. ann. 1541 a Geor- gio): insunt eadem quae in Paris. 450 (Nr. 6), sed in fine repetuntur alia manu Ep. ad Zenam, Expos, rect. fid. 36) Bodlej. gr. misc. 25 (scr. ann. 1543 a Georgio): Theo- philus. 37) Monac. 81 (scr. ann. 1552 a Michaele Sophiano): Athe- nag. Suppl. 38) Monac. 339 (scr. ann. 1576 a Darmario): Hermias. 39) Matrit. 119 (scr. c. fin. saec. XVI. a Darmario): Hermias. 40) Scorial. gr. III, 12 (scr. ann. 1576 a Darmario): Hermias. 41) Vatic. (Reginae Suec.) 159 (scr. c. fin. saec. XVI. a Darmario): Hermias. 42) Anglicanus (nunc desider., scr. ut videtur a Darma- rio): Hermias. 43) Scorial. gr. X, 4, 1 (scr. saec. XVI. exeunte ab Antonio Calosyna): Hermias. 44) Monac. 58: Hermias. 45) Paris. 19: Cohortat. 46) Gissensis 669: Cohortat., Expos, rect. fid. 47) Mazarin. 1298, olim Orator.: Athenag. Suppl. 48) Ms. Suffridi Petri (nunc desider., saec. XVI ut vide- tur): Athenag. Suppl. ^'^) p) Bodlej. gr. canon. 51 : Respons. ad Orthod q) Parisin. 2135: Confut. Aristot. r) Parisin. 1)38: Expos, rect. fid. s) Monac. gr. 121: Expos, rect. fid. 171) Der Codex, aus welchem E. Bigot für die Schrift de resurr. des Athenagoras LAA gezogen und Maranus mitgetheilt hat, ist nicht mehr zn finden und auch chronologisch nicht zu bestimmen. Er gehört übrigens zu den besseren. »yo Verzeichniss der Apologetenhandsclii-iften. t) Vindob. phil. gr. 335: Confut. Aristot. u) Vindob, phil. gr. 217 (scr. c. ann. 1550 a Mathusala monacho): ♦ Confut. Aristot. 172) Diese üebersicht ist sehr lehrreich. Sie zeigt, dass wir nur. sieben Handschriften, die Apologien des 2. Jahrhunderts enthaltend, besitzen, die älter sind als das Renaissance-Zeit- alter ^''•^). Von diesen sieben sind aber drei lediglich Abschriften von A; es bleiben also aus dieser Gruppe nur drei übrig, die neben A selbständigen Werth haben können. Eine derselben ist eine Theophilus-Handschrift. Die Ueberlieferung des Theo- philus ist aber von der der übrigen Apologeten vollständig ge- trennt^'*). Somit stehen neben A lediglich der Paris. 450 und der Argentoratensis. 172) Die Beschreibung aller dieser Codd. findet man bei von Otto, 1. c. T. I-IX; zu Nr. 47 s. Theol. Lit-Ztg. 1877 Col. 627. 173) Von den 48 + 20 Handschriften, welche aufgezählt sind, sind 22-1-1 mit Wünschenswerther Genauigkeit zu datiren, 21 + 1 sind von benannten Schreibern geschrieben: Baanes (1), Joh. Rhosus (13. 14; s. über ihn Graux, Essai p. 288), Valerianus (26—32), Constan- tinus Palaeocappa (33. 34), Georgius (35. 36), Michael Sophianus (37), Darmarius (38—42), Antonius Calosynas (43) undMathusalas Monachus (u). 174) Ueber die handschriftliche Ueberlieferung des Theophilus kann man leider sehr kurz sein. Bei von Otto (T. VIII) ist der Sachverhalt nicht klar gestellt. Die älteste bisher bekannte Handschrift, der Marcianus 496 (oUm peculium Cardinahs Bessarionis), saec. XI., den von Otto zum ersten Male verglichen hat, enthält an 7. und letzter Stelle (Index) : &£0- (piXov naxQLOLQXov hxzov trjg fjLsyaXr}q dvxioxsias nQÖq aitoXvxov ikXTjva tisqI TTJq Tüiv xQtOTiavwv niatecDg loyoi XQelg (Euseb., h. e. IV, 24: rp/a xa uQÖq AvxoXvxov axoix€i(ö6i] (pegexai avyyQccfjLfiaxa. Gennadius, de vir. ül. 34: „tres libelli fidei" [vel ^de fide libros"], die er aber fälschlich dem alexandrinischen Patriarchen beilegt. Photius schweigt über Theoph.). Vorhergehen 1) Gregorii Nyss. Antirrhet. adv. Apoll. 2) Eusebü adv. Mar- ceil. 3) Eusebii adv. Marcell. de theol. eccl. 4) Origen. Adam. c. Mar- cionit. 5) Zachariae ep. Mitylen. [saec. VI.], Ammonius s. de opificio mundi. 6) Aeneae Gaz,, Theophrastus s. de anim. immortal. Die Bücher des Theophüus sind vielleicht durch einen Zufall hierher versclüagen , wenn sie nicht zusammen mit den Tractatcn des Aeneas und Zacharias gleich- sam als apologetische Einleitung in die Dogmatik dienen sollten. Der Text ist von einem ungelehrten, aber, wie es scheint, gewissenhaften Schreiber copirt. Ueber die Correcturen von jüngerer Hand s. von Otto, 1. c. p. XVIIT. Er vermuthet, dass der Corrector einen zweiten, freilich Die Codd. Parisini 450 und 451. 73 1) Der Cod. Paris. 450 (C) in seinem Verhältniss zu A. Der für Arethas geschriebene Cod. A bekundete sich als ein Corpus Apologetarum veterum. Die Sammlung ist dürftig viel schlechteren Codex herbeigezogen hat. Dies mag dahingesteUt blei- ben; von Otto urtheilt selbst: „hujus viri interpolatrix potius quam emendatrix manus a Theophilo melius omnino abstinuisset." Diese Handschrift ist die einzige, die wir für Theophilus besitzen; denn der Bodlej. Gr. miscell. 25 ist lediglich eine Abschrift aus ihr (y. Otto sagt: „Bodlej. valde consentit cum Veneto: ex quo descriptus videri possit" ; aber es handelt sich hier nicht nur um einen Schein), wie er denn auch bis auf das erste Stück alle im Marcianus enthaltenen Schriften und zwar in derselben Reihenfolge und mit den „Emendationen" des Correctors wiedergiebt. Der Bodlej. ist nicht, wie von Otto (1. c. p, XIX) mittheilt, c. med. saec. XV. a Georgio quodam geschrieben, son- dern vielmehr, wie Gardthausen (a. a 0. S. 322) angiebt, von Geor« gius Tryphon Epidaurius im J. 1543 (Subscr. cryptograph. : ^iiov yeoQ- yrioxQVipbv xov sni SaßQtjov [sie] aipixy). Von diesem Schreiber besitzen mehrere europäische Bibliotheken Handschriften, einige ebenfalls mit cryptographischer Subscriptio ; s. Graux, Essaip. 78. Diebeiden, welche ich controlirt habe (zuTheoph. und Justin), sind sorgfältiger geschrieben als die Valerianhandschriften ; doch fehlen nicht absichtliche Verschreibungen und Entstellungen (s. von Otto, l. c. p. XIX). Schliesslich ist noch der Paris. 887 zu erwähnen, der im J. 1540 von Constantin Palaeocappa (Pachomius Monachus) in MouokondyHen (Gardthausen, a.a.O. S. 113 f.) wahrscheinlich zu Venedig geschrieben ist: Ilaxcii^iog dgxilJi^avf^Qixriq iv x^ XTJg Gsßao^cccg Xavgag fcov^. a(pf/. Die Pariser Bibliothek besitzt von demselben Schreiber eine Athenagorashandschrift ; auch die Moskauer hat einen Codex von seiner Hand (Gardthausen, a. a.O.S.318). Der Paris. 887 enthält neben 11 kürzeren byzantinischen Stücken an 11. Stelle das dritte Buch des Theophilus ad Autol. Ueber die Herkunft desselben hat von Otto sich nicht ausgesprochen, während es evident ist, dass auch diese Handschrift aus dem Marcianus direct oder indirect geflossen ist, wie viele gemeinsame Fehler beweisen. Bodlej. und Paris, sind von einander unabhängige Copien; denn dieser kann nicht aus jenem abgeschrieben sein, da er drei Jahr älter ist, und jener nicht aus diesem, da der Paris, nur das dritte Buch enthält. Der Paris, ist etwas sorgloser abgeschrie- ben als der Bodlej.; doch hat er hie und da, wenn auch selten (s. z. B. UI, 5 n. 7. in, 7 n, 9) die LA des Marcian. treuer bewahrt. Als Textes- zeugen sind natürlich beide Codd. einfach nur zu streichen. Die Editio princeps (Zürich 1546) ist aus einer Handschrift geflossen, welche Frisius durch Vermittelung des Arnoldus Arlenius Paraxylus in Venedig erhielt und welche, wie der Tatian, der Bibliothek des Gesandten Diego de Men- doza angehörie (s, Biblioth. univ. Gesneri 1545 s. v. Theophilus: „Ad 74 I^ie Cotl«l. Pariaini 4ö0 und 451. genug — Justin's Ajjologio und der Dialog mit Trv-pho, Qua- dratuR, Aristides, Miltiades, Melito. ÄpoÜinaris, Theophilus, Aristo fehlten in ihr; aber letztere scheinen bis auf Justin und Autolycum libri tres elegantissimi contra gentes . . graece extanf Vene- tüs in bibliothecvx Diegi Hurtadi oratoiis Caesa-iei: eos'Jem Jo. Frisiiis noster nuper advexit secuin ex Italia ciiraturus i>t brevi ptiblicentur"). Die Handschrift soll si_)äter iu die Bibliothek des M. Corvinus nach Ofen ge- kommen sein und ist wahrscheinlich nachmals von den Türken vorschleppt worden (von Otto VIII p. XXIV sq.) Ihr Verlust lässt sich, seitdem der Marcianus saec. XI. bekannt geworden, verschmei-zen. Bereits von Otto bemerkt, dass die Handschrift „neque cum Veneto nostro nequ(.' cum Bodlejano prorsus consentit", d. h ihnen sehr verwandt ist. Aus Graux, Essai p. 137. 225. 253. 363. 399 ist aber zu schliessen, dass sie höchst wahi-scheiiilich ebenfalls lediglich eine Copie des Marcianus ge- wesen ist; demi sie umfasste die Bücher Eusebs gegen Marcell, Origenes' Dialog gegen die Marcioniten, Zacharias' Aminonius, Aeneas und Theo- philus, d. h. dieselben Stücke wie der Marcianus. Es fehlt ihr der An- tirrheticus des Gregor, der auch in der CojDie des Georgius Trypho ver- misst wird. — Auch die Ueberlieferung des Hermias, die für uns erst mit dem 15. Jahrh. beginnt (der Leidens*, soll zwar schon dem 14. Jahrh. an- gehören, doch erlaube ich mir dies zu bezweifeln), steht in keinem Zu- sammenhang mit der der übrigen Apologeten. Zwar enthält der Cod. Ottob. gr. 191 ausser Hermias auch die Expos, rect. fid. und die Confut. Aristot., aber er ist ein Miscell.-Codex. In dem Ottob. gr. 112 befindet sich neben Hermias auch Tatian; aber das ist zufällig; denn zwischen beiden Stücken steht der Apolog. Eunomii. Die Verbindung des Hermias mit Eunomins findet sich im Monac. 512, Ottob. 112, Leidens., Monac. 58. Da nun der Ottob. 191 nach Brunn (bei Otto IX p. XV) dem Ottob. 112 „consimillimus" ist, !^o bilden diese 5 Codd. eine Gruppe, was auch durch die LAA bewiesen wird. Unter ihnen ist der Monac. 512 der beste, so dass man die übrigen vier missen kann. Ob nun die Zusauimenstellung von Hermiaa und Eunomins üine zufällige ist {EPMEIOY, EYNOMEIOY) oder ob sie einen Fingerzeig für den Urf^prung des gänzhch unbezeugten Büchleins giebt, lasse ich dahingestellt. Dem 15. Jahrh gehört nur noch von den 12 bisher bekannt gewordenen Codd. der Vindob. philot:. gr. 13 an, der den Hermias am Schluss der Platoscholien Olympiodor. enthält. Sein Text ist mit dem de» Monac. 512 sehr verwandt und muss neben jenem der Recension ;.u Grunde gelegt werden. Gar keiner Beachtung würdig aber sind die ß übrigen „Codd.", die jünger sind als die edit. prin- ceps (ann. 1553). Nicht weniger als fünf von ihnen (denn der Anglicanus gehört auch in diese Gruppe) sind in dem Atelier des berüchtigten Hand- schriftenfabrikanttm Andren f Darmarius Epirota verfertigt (s. über ihn Muratori, Antiq. Jtul. lll col. 927 sq. Kyabinger, Münch. Gel. Anz. 1849 Nr. 56. Gardthausen, a. a. 0. ö. 312 f.: ,lta sceiestus erat l Die Cod.l. Parisini 450 und 151. 75 Apolliiiaris auch schon Photins unhekiinnt gewesen zu sein — , sie ist jedoch nicht ganz ohne geschichtliche Kenntnisse an- gelegt. In dem Cod. Pars. 450 dagegen steDt sich ein Corpus Opp. Justini dar, gesclmeben resp. beendigt, wie die Unterschrift fol. 40 la* bezeugt {heheiiod^r] xo naoov ßißliov €711 f-TOVQ co}oßi Ivd. ß' £p fj^r^vi oemeßglfo <«.), am 11. Sept. des Jahres 1364. Die Handschrift (chartac. in fol. min., fol. 461) ist zu einer Zeit verfasst, wo das apologetische Interease, nament- lich auch gegenüber den Juden, ein sehr reges im Ostreiche war ^'^). Sie beginnt fol. 1 — 5b mit den Berichten des Photius (Biblioth. 125) und Eusebius (h. e. 1. IV) über Justin i'^)^ so- dann folgt ^"'): 1) Ep. ad Zenam (Incipit medio folio 6b verbis [c. 1] «x Tiagaßytsvijg avögayad^eiv)^'^^). 2) Cohortatio (fol. 17a~50a). Darmarius, ut nihil illi credere debeamus nee titulis ejus*. Sehr ausführ- Hch handelt über Darmarius Graux, Essai sur les origines dufondsgrec de TEscurial (1880), an vielen Stellen, namenthch p. 287—297), — wie, darüber belehrt der Monac. 339, dessen Varianten von Otto unverdrossen sänimtlich angemerkt hat. Die sechste ist wohl noch jünger, hat Anto- nius Calosynas zum Verf. (s. über ihn Miller, Catal. Escurial. p. XXII. Gardthausen, a. a. 0. S. 314. Graux, a. a. 0. passim) und zeigt Zu- sammenhang mit den Darmari us-Handschrif tan, sofern auch sie auf Her- mias Julians Rede flg xbv ßaaiXia ijlujp folgen lässt. 175) Im J. 1 265 schrieb ThaddaeusPelusiota seinen Tractatus gegen die Juden (bisher nicht ediit; s Cod. Paris, 887); im J. 1327 Androni- cus aus dem Geschlechte der Komnenen einen Dialog adv, Judaeos (nur lat. edirt in Stev/artii Tom. singul. auctor. Ingol. 1616). Zwei bisher eben- falls nicht gedruckte Streitschriften gegen die Juden verfasste c. 1350 der Erzbischof Theophanes von Nicaea (s. Oudin, III p. 1134 sq. Cave, App. p. 31, von Senden, Gesch. d. Apologetik II S. 21 f.); auch die vom Exkaiser Joh. Kantakuzenos c. 1360 auf dem Athos verfasste Schrift gegen die Juden ist noch nicht veröffentlicht (Cave, App, p. 28). Möglicherweise enthalten diese Schriften Citate aus Justin's Dialog. c.Tryph. 176) Auch über Folycarp und Irenäus wiid Einiges aus Eusebius mit- getheilt. 177) Die Beschreibung nach von Otto, 1. c. P p. XXI sq. IIP p. XI sq. IV3 p. Xsq. XXlIsq.XXVIsq. XXXII sq. XXXVI. XXXVII. VII p. XXVII. Ein Facsimile im I. Bande. Ich selbst habe die Handschrift im Herbst 1877 zu Paria eingesehen. 178^» Die Vorlage des Schreibers war bereits verstümmelt. Er selbst hat richtig feststellen können, dass ein Blatt in ihr fehlte. So Hess er fjQ Die Codd. Parisini 450 und 451. 3) Dialogus c. Tryplione Jud. (fol. 50a— 193a) i' 9). 4) Justini Apologia minot (fol. 193a— 20ia) i^O). 5) Justini Apologia major (fol. 201a— 24ia) isi). 6) De monarchia (fol. 24la— 247a). 7) Expositio rectae fidei (247a— 26ia). 8) Confutatio dogm quorund. iVristotelis (fol. 261a— 302^.) 9) Quaest. Christ, ad Gent. (fol. 302b -334b). 10) Quaest. et Respons. ad Orthod. (fol. 334b— 418b). 11) Quaest. Gent, ad Christ, (fol. 418b— 433a). 12) (Athenag.) de resurr. (fol. 433b— 461). Die Verwandtschaft dieses Codex (C) mit A kann, wie Aus- wahl und Anordnung der Stücke beweist ^^2)^ höchstens eine entfernte sein. Immerhin ist es wichtig, über sie ins Klare zu kommen, resp. zu entscheiden, ob C neben A in den Stücken, welche sie gemeinsam haben (Ep. ad Zenam, Cohortat., Athe- nag. de resurr.) für die Textesconstruction ein Werth zukommt. Aber auch die Frage ist von Interesse, ob C vielleicht bereits den recensirten Abschriften von A (Par.^ Mutin. etc.) näher steht, als diesem selbst. Die Untersuchung soll auch hier zu- nächst an der Ep. ad Zenam geführt werden. a) Der Text der Ep. ad Zenam nach A (Par.^) und C. 1) An den 14 Stellen (s. oben § 4 sub 2a S. 51 sq), wo A und Par.i differiren, geht C Nr. 1, 4, 5, 6, 9, 10, 11, 12, 14 mit A, Nr. 3, 7 mit Par.* Nr. 2 kommt nicht in Betracht, da A und Par.^ hier eigentlich die gleiche LA bieten, die auch von C bezeugt ist; Nr. 8 liest A fir^öi laXelVj Par.^ [J-tj XaXelv öi, 5bmed. — ßt'med. frei und bemerkte an dem Rande: ivtav&a Xslnsi . tov vdlov\'-). Antiquarische Be- merkungen sind folgende: c. 8 n. 20 bemerkt der Verf.: ,,6 ev TO) vau) Tip ev JeXcpoig^'O^icpa^^og ovo^a.t,6f.ihvog Tdq)og tjv /Jiovv' öov^'. C. 9 n. 9 giebt er eine andere Legende über den Ur- sprung des Delta-Sternbildes als Tatian im Text: „Ttvfg Ss öia TO ev u4lyv7iT(j) y.aXovf-ievov Jehia cpaölv o noiovGiv aVw- x)^sv Liev o Nellog, düoT(xf.i€vog dcp^ tvög tov eavzov Qevfuavog eig di'o, Kajoyd^ev öi rj TiQog ^Aka^dvÖQeiav d-dXaooa, elg t]v tcc öTOf-iaxa tov Neilov iyiöidoi^^. Zu c. 10 n. 16 vermag er, ob- wohl zur Mittheilung kein Grund vorliegt, die Wiederholung der Sage nicht zu unterdrücken: l^xMevg ev xolg ^Hlvoloig öwoi- K€lv leyEzav cij Mi]del(^ xat T-rj ''E'kevrj^^, C. 17 n. 2 wird von ihni^zu (xdyov ^OoTavrjv bemerkt: ^^jiaQa lölg Tlegamg^'. C. 25 n. 1, 25 n. 11, 23 n. 3, 33 n. 14 macht der Scholiast darauf aufmerksam, dass die Cyniker, beziehungsweise die Stoiker, Gladiatoren und Glaukippe (hier irrt er sich) im Texte gemeint seien. Viel interessanter aber sind die neun Schollen, in wel- chen der Verf. den Tatian kritisirt. C. 17 n. 19 greift dieser den heidnischen Schwindel mit Sympathiemitteln, namentlich aber mit Menschenknochen u. s. w. an; in* dieser Beziehung sagt er: Titog ydg ^cov f^av rJKiqTCc jnox^r^Qog eiriv, vbkqov de ovrog fÄOv heixpavov zb ev eßoi, firjöev ifiov ngazToviog . . . atod'tjTov zi dnegyaoezai; dazu der byzantinische , Sjphohast: „Tovro ovx aloiwg 7vccQeh]q)d'l^f Mal ^azd t^g tiov Veotöv fiaQzvgcov xcov aylcov Xeixpdvcjv &avi^azovQyiag^\ Namentlich aber Tatian's Ansicht von dem hylischen Geiste, der Seele und den Dämonen, sowie seine Christologie haben die Bedenken des Scholiasten hervorgerufen. Tatian spricht c. 4 n. 12 und öfter von einem „hyhschen Geiste", der dem wahrhaft göttlichen Geiste unter- sreordnet sei. Dies hat den Scholiasten befremdet und er er- 94 I^ic Resultate für d<;n Tatiaii Toxt iiDfl die 8ch(.'lien. klärt desshalb das tatianisclie nrtvtia rn öic) ii]g v?.i]g dtif/.ov also: jyTivsvfia itjt' 6rj/.novQyiKr)v ('^lv cty.ovoiiov vvv uiovv Suva- ^iiVj irp Trj i)lrj tyy.azaGTnigag O-soc tag öic.cfoooig et' ko OQazui TOiTii) anezü.eae q)ioeig, lonov yeooatcor, h'vdgcov, mijvidv, loo- (pvxiovy cfVTcdv'^y oder c. 12 n. 9 (zu yivtifia vh/.ov): ,y7rr£v^ta y.al Ttjv €v Tolg oioiv uY.ovoxtov drj/iiiovQyiTiip' dci'C(f.in' k«^' i^v fxcf- öTOv elöog' rolg t/r' avio zo of-ioinv rov TrQoayayovzog vcfiOTij- aiv^^. Auch in den Satz Tatian's, dass die Seele sterblich sei, weiss er sich nicht zu finden und stumpft denselben (13 n. 1) also ab: i/^t'X»; ^vrjzjy zr^v 'Cco6yovoj> liyti öivafiiv^ ijTig y.oivt) Tiavziov Cioav iozlv, rj /mI ovfiq^Oeigszai To7g oiüf.iuQiv' ov f.iiv- zoi xal 7] 'AoyiKij öuvaf.ug \sciL ■^rrjzrj]' aizrj yao e^rJQj-zca, aq^^ fjQ m zt%vai nat eniozr](.iaL TTQoßdlkorzai^^. Garrz ' consequent muss er nun auch an der Behauptung Anstoss nehmen: TTvet^ia zov x^€Ov naget näoiv (.liv ovv. tozi, 7ic(ga 6f: zioi zolg öiY.aiojg TtoXizevoiiievoig y,zl. Er bemerkt dazu c. 13 n. 6: yyzovzo 6v y.ttXiog, aXXa y.al 7iaga zov Jiovvolov zov navv^^*'') o/.oziov". Am Areopagiten also ist die Theologie des Scholiasten orien- tirt (s. d. Scholien des Arethas zur Apokalypse, wo Dionysius p. 246, 29; 331, 14 o -^tTog, p. 491, 30 6 i^iyag heisst). Audi im gleich folgenden Scholion (c. 13 n. 19) polemisirt er gegen die Lehre, dass nicht alle Menschen „den Geist^* haben sollen und beruft sich auf Paulus : ,,!/^^A« ye yal Uavlov zov d^eiov ano- ozoXov xi zo' ^Anoy.a'kvTtz izai ogyy zov -D^eov . . . aA?J- d^eiai zov d^eov ev ädixia y.azexovziov ßov?.ezai; zJtoziy q)7joi, yvovzsg zov ^€ov . . . rjvxagiozrjoavy y.al za zovzcov f^rjg. El yag firj eixov nvei/tia i^eov, zi y.al y.azaxgiioi eni- öiazglvo) dwafiu zov iul za ygelzrco Ttodr^yeiv oiov zs oviog; Ti de xal r iv aöi/.ia zov S^eov cD.rjS^eta y.azeyo^tivti;'-^ So findet er denn auch das, was Tatian c. 20 über den durch den Sündenfall bewirkten völligen Verlust des Pneuma, sowie über die Strafversetzung der Dämonen und Protoplasten gesagt hat, nicht überzeugend (n, 4): ,,xrtz:* l^ovoiav äLÖau/ta'/.iy.wgj ov/. d7rodety.11/.cdg zaiza^^. C. 15 n. 16 bestreitet er den Satz des Tatian, dass es keine Bussmöglichkeit für die Dämonen gebe: jyJiä zl^\ sagt er, y^öu^ioaiv iniazgocpi] ngbg zo ygehtov ov/. 219) Zu dem Ausdruck 6 nuvv vgl. llaniaq & nccvu bei Anastasius Sin. (Tatr. App. Opp I, 2. p. 95^ und ol navv de moiiarch. 1 fin. Die Resultate für den Tatian-Text und die Scholien. 95 tOTiv;^^ Auch dies ist wohl areopagitisch. unstreitig am werth- vollsten ist die ausführliche Kritik, welche der Scholiast über die Logoslehre Tatian's zu c. 5 niedergeschrieben hat. Hier ist doch wirklich einmal ausführlich zu lesen, wie ein Byzan- tiner die Christologie eines vorkatholischen Theologen, dessen Buch im Ganzen nicht angetastet werden durfte, da die Tradi- tion es geweiht hatte, beurtheilte. Aehnliches findet sich aller- dings in der Bibliotheca des Photius, aber meistens mit ganz kurzer oder mit gar keiner Begründung. Der Scholiast schreibt: ,^'Eoi'A6v ovTog o dvrj(j fxi] /rdvv [man beachte hier den vor- sichtig gewählten Ausdruck] ccTitjXXaxOaL i-^g L4QeiavL/,^g sqe- esyeXiag. ^ÜQyavLKov avTiov vq>iota tov vibv ey olg cprjai' [es folgen die Worte Tatian^s p. 22^ 3 — 24, 1] ^Idoh ydq öid f.iev TOV dvwT£Qco ^iKQOv 7i()6 'fiJQ oQaTTJg xTioecog (novov üodyei zöv ^€ov ovTa, syovra f,iev%oi ev avTip tip' xov koouov ovalwGtv, üaneQ drj Ticcl tov viov 0 xal avTO öoyfia l.^Q£Lavajv. Waol yag ovtol to' Ev ctQXf] tjv o Xoyog — sv ctqx}] '^öJ' TcaTega (paoAeiv TOV evayyeXiOTr^v ovTog öe jTatianus] ycat dosßioTSQOv SZ€IV10V(T) dlä TOV OVGLCOO IV OQCtTWV T€ XOfl do^aTlOP Cp(XÜ/,€L TOV VIOV, rjv otolwGiv 6vvaf.iiv söo^ev ovo^d^eiv. IlQoßalviov di: ovy. iiivd^Qia bfXOTayrj Trjg y.Tiaecog tiolcjv tov viov umov öe ovv avT([) Tcc TtdvTa öic loyiü^g övvduewg vnoGxijoai TOV ^tov^ €(p€Qf,irjvev(jt}v eavTov tijv Xoyt/.rjv ßovleTai övva^iv 'Äcclsiv. £7nq)€Q€L' T(p de x^slrj^aTi Trjg dnXoTrjTog avTov ix7ir]öa loyog' ov -aal eqyov 7tQC!)T6TOxov tov naTQog ytal agxrjv tov xoGf-iov ov7t evaQxrjGev amelv, Eha GacpeGTegov Tji ßXaGcprjiiu(^(J) ;fw^wi^, FeyovtVy endyei, zara fieg^Gfiov, Tfi 7roitJG€i xal TO ovvatöiov tov viov d^eTcov^ xat öid tyiv XqeLav Trig '/.TiGscog vno tov naTQog ngoayof-iEvog [die Construc- tion ist verworren], oQyavimjv öiöoug rr5 vl(^ ttjv ahlav, enel Tial TovTo eToXfirjoav, wg eq,Tq(.iev^ einecv oi av&gwnoi [seil. Ariani], €x tcov tov HXdTwvog ogfxrj^evreg XrjqmVj (hg, STceidi^ 6 x^eog VTiBQ ndoav otofiaTiKrjv evvoidv sgtl, xal qidoqdg dnccGrjg vneQaveGTrjxcogy '/ml aloi^rjGeL dnQOGTcikaOTog^ xal dgxijg ccwdGtjg ent'KEiva^ dvd^iog yial 6 vno dqxijv TiOGfiog Trjg tovtov ngO' aycjy^g. Ei ydg -d^eog ngmiyaye tov viov cog av did ogyuvov nqoGaydyoi [fort. Ttgoaydyoi] Tovöe tov aiG^i^TOv xal (fd^OQ^ owofiiXov Tcoo/iiov, TavT/j %al 6 vlog^ cctc dgx^jv iox^j^o^gf f^d öevTegela Trjg dy.gaLg)vovg O-eairjtog dnofpegeTtxi» 96 Die Resultate für den Tatian-Toxt und die Scholien. Der Scholiast hat nicht ungeschickt die Logoslehre Tatian's hier reproducirt: er hat sich nicht hernüht, die ihm bedenk- hchen Punkte zu vertuschen. Aber oben desshalb kann er auch nicht umhin, sie aufs bestimmteste zu verurtheilen. Zwar beginnt er seine Darstellung noch mit den Worten, es scheine, dass Tatian sich nicht ganz von dem arianischen Geschwätz befreit habe, aber im Fortgange muss er eingestehen, dass seine Lehrweise noch gottloser als die der Arianer, ja wahrhaft blas- phemisch sei. Dies ist nun auch ganz in der Ordnung. Will man sich nicht absichtlich die Augen verschliessen, so kann das Urtheil vom Standpunkt der byzantinischen Theologie nicht anders ausfallen, als dass Tatian's Christologie viel häretischer sei als die der Arianer. Man kann hier lernen — wenn man es nicht schon wüsste — , warum die vorkatholische Literatur bis auf wenige Stücke „verloren gegangen ist". Arethas — denn er ist höchst wahrscheinlich der Scholiast, der Pindar, Plato, den heil. Paulus und den Areopagiten zum Vergleiche heran- zieht, für die Rehquienverehrung eintritt und grammatische Be- merkungen einschaltet — hat trotz seiner scharfen Bemerkungen die Apologeten des 2. Jahrhunderts noch gelesen und auch achtungsvoll behandelt. Aber gewiss hat der Mann, dem wir die Erhaltung eines wichtigen Theiles der ältesten christlichen Literatur verdanken, unter seinen Zeitgenossen und Collegen nicht Viele seines Gleichen gehabt 2"^o). Das Urtheil, dass die byzantinische Censur aus der vorkatholischen Literatur wenig- stens doch die apologetischen Schriften noch verschont hat, ist dahin zu berichtigen, dass in Wahrheit nur der „göttliche" oder „heilige" Justin Gnade oder Literesse gefunden hat, und auch er nur um den Preis einer umfangreichen „Ergänzung" seiner 220) Die Vermuthung liegt nahe, dass in A die Quatemionen, welche die Oratio des Tatian enthielten, zwischen dem 12. und 14. Jahrh. ab- sichtlich ausgerissea worden sind, entweder weil der Name Tatian's ))erüchtigt war, oder um jener christologischen Ausführung wdllen, die Arethas als Arianisnms schlimmster Art gebrandmarkt hat. Dass dabei der Schluss der Cohortatio und der Anfangvier Praeparatio auch wegfiel, ist nicht auffallend, da sie auf Quaternionen standen, die zugleich den Anfang resp. den Schluss der Oratio enthielten. Indessen ist diese An- nahme doch sehr unsicher, da die Handschrilt auch an anderen Stellen nachträglich Verluiste erlitten hat. Die Resultate für den Tatian-Text und die Schollen. 97 theologischen Arbeiten durch ihm untergeschobene Stücke, welche bald den echten Justin fast völlig verdrängten. Sein Name deckte, wie sich zeigen wird, neben anderem auch die beiden Bücher, welche man heute unter der Aufschrift „Athena- goras" liest. Tatian's Rede, Clemens' Protreptikus und Paeda- gogus, Theophilus' apologetische Abhandlungen sind nur in je einer Handschrift aus dem Alterthum auf uns gekommen. Alles übrige, die Arbeiten des Quadratus, Aristides, Apoiinarius, Melito, Miltiades, ist verschollen. Die Beobachtung aber, dass im 15. und 16. Jahrhundert einzelne Apologien, resp. unechte Werke der Apologeten, besonders häufig abgeschrieben wor- den sind, enthält kein Problem, welches einer Erklärung be- dürftig wäre; denn in jenen Jahrhunderten wurden bekanntlich griechische Handschriften, einerlei welchen Inhaltes, in Italien und in Frankreich zahlreich vervielfältigt, weil die Nachfrage, namentlich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, eine so grosse worden war. Seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts lässt sich aber besonders deutlich beobachten, wie sich die Speculation und selbst der Schwindel der Handschriftenfabrication be- mächtigen. Texte und Untersuchungen. Zweites Capitel. Die Kenntniss und Beurtheilung der Werke der Apologeten in der alten Kirche und im Mittelalter. § 7. Einleitung. In der Bibliothek zu Casarea, welcher Eusebius die Ur- kunden für seine Kirchengeschichte entnommen hat (h. e. VI, 32, 3), befand sich keine Handschrift, in welcher Apologien verschiedener Verfasser des 2. Jahrhunderts zusammengestellt waren. Wenigstens giebt Eusebius nirgendwo eine Andeutung, aus der man auf eine Sammlung der ältesten Vertheidigungs- schriften für das Christenthum schliessen dürfte. Auch er selbst fasst sie nicht zu einer besonderen Gruppe zusammen, sondern behandelt sie einzeln bei gegebener Gelegenheit, wie er denn auch in seiner Vorrede zur Kirchen geschieh te, ohne Unterschei- dungen anzugeben, über alle die zu schreiben verheisst, „welche von Geschlecht zu Geschlecht mündlich oder schriftlich Für- sprecher des Wortey Gottes gewesen sind" (I, 1, 1) — darunter die kirchlichen Schriftsteller überhaupt verstehend ^). Auch in 1) Eusebius' Kirchengeschichte ist die grundlegende Quelle für die (reschichte der Ueberlieferung der Apologien des 2. Jahrhunderts. Doch gilt auch hier, wenn auch mit anderer Motivirung, was Maxiruus im Prolog zu den Opp. S. Dionysii Areop. gesagt hat (ed. Corder p. 36) : Uafinokka naptixsv Evaißioq oix i?,&vvia naga x^^Q^i olxsiaq' xai yag ovxs ri- alv anavra xa&KTiaq ovvaytjoxsvai' ftäXXoy ye ßfjv dfzoXoysi xal ägi&fi»v XQfiixova ßlßXia xa^eaxuxai f/T]6aiis Yfievaiov xal NaQxiaoov x(Sv IsQSvaafievcop iv IsQocfoXvfioig. eyw yovv ipsTv/ov ziai xCJv '^Yf.isvcciov. xal (x^v ovxe üavtaivov rovg Tiövovg avEYQarpev^ ovie xov IPcofiaiov KkrjfAevxog nX^v ovo xal /uövwv sTiiaToXöjv aXX ovxe nXelaxcav ^ti^wv 6 ytcQ 'S^Qiyevijg cvx olöa si itavxcov, ßöXig 6h xsaoapwv ifiPtiöf^rj. 2) Allerdings fasst T«rtullian (de testim. animae 1) die Verfasser älterer christlicher Apologien zusammen, indem er sagt: „Nonnulb' qui- dem, quibus de pristina litteratura et curiositatis labor et memoriae te- nor perseveravit, ad eum modum opuscula penes nos condiderunt, com- memorantes et testificantes in singula rationem et originem traditionum et sententiarum argumenta, per quae recognosci possit, nihil nos autem novum aut portentosum suscepisse etc."; aber es lässt sich hieraus nicht schliessen , dass sie ihm in einer Sammlung vorlagen. Ebensowenig er- giebt sich dies a,us der Zusammenstellung der (antignostischen) Werke des Justinus, Miltiades, Irenäus und Proculus (adv. Valent. 5). Doch darf wohl daran erinnert werden, dass der ungenannte Bekämpfer der Monar- chianer, der jüngere Zeitgenosse TertuUians (bei Euseb. h. e. V, 28, 4 sq.), eine Zusammenstellung älterer Apologeten in folgenden Worten vollzieht: Kai a6eX' rjuag ogfuio/^i^vog EvoaßEiac; nennt er ihn, ohne sein Werk, welches übrigens damals nach Eusebius ebenso verbreitet war wie das des Quadratus, speciell zu charakterisiren. Aus dem Umstände, dass Eus. dem Buche kein Citat entnommen hat, darf man vielleicht schliossen, dass dasselbe keine historisch wichtigen Details enthalten hat. Die Benutzung des Quadratus, Justin, Tatian, Hegesipp u. A. bei Euseb. macht es nämlich deutlich, dass er von dem Grundsatze ausging, aus den von ihm angeführten und besprochenen Werken in der Regel nur geschichtlich interessante Facta mitzutheilen. Allein minde- stens ebenso wahrscheinlich ist, dass Eusebius, als er seine Kirchengeschichte schrieb, das Buch gar nicht eingesehen hat; denn er sagt nicht, wie bei der Apologie des Quadratus, dass er dasselbe selbst in Händen habe. — Dies ist Alles, was wir von Eus. über die ältesten Apologeten erfahren; denn die bei- den Quadratus' saec 11, welche in seiner Kirchen geschichte noch erwähnt werden, mit dem Apologeten gleichen Namens zu identificiren, liegt kein Grund vor '^). 9) Es bezeugt freilich auch die enthusiastische Verwilderung der Ueberlieferung. Man beachte übrigens, dass Quadratus den Ausdruck 0 OiozTjQ ii(jiwv für Christus braucht. 10) In dem Auszuge, welchen Eusebius (h. e, IV, 23, 2 sq.) aus dem Briefe des korinthischen Dionysius an die Athener giebt, wird als Bischof der dortigen Gemeinde zur Zeit Marc AureVs ein Quadratus genannt, der nach einer Verfolgung, in welcher sein Vorgänger den Tod erlitten, dies Amt überkommen hatte. Weiteres ist über denselben nicht bekannt. — Einen bedeutenden, allgemein anerkannten Namen unter den christ- lichen Propheten ältester Zeit hat ein anderer Quadratus gehabt. Der unbekannte kleinasiatische Antimontanist, dessen Werke Eusebius h. e. V, 16 sq. Vieles entnommen hat, zählt unter den neutest^mentUch(m Pro- pheten, die er anerkennt und den neuen Propheten entgegenstellt, neben Agabus, .Judas, Silas, den Töchtern des Philippus und der Ammia aus Phi- ladelphia, einen Quadratus auf (V, 17, 3). Die Art, in der er das thut, zeigt aber, dass sich auch die Montanisten auf Quadratus berufen haben. Der Anonymus sagt dies an einer anderen Stelle seines Werkes ganz deutlich (§ 4): „Denn wenn nach der Kataphryger Behauptung die Wei- Die Apologien clo« Qiiadratus und Aristides. 103 Dreimal kommt Hieronymus auf die beiden ältesten Apolo- geten zu sprechen. In der Chronik (ad ann. 2142 = 125 p. Chr. II p. 167) hat er lediglich die betreffende Stelle der Chronik des Eusebius ohne Zusätze wiedergegeben. Aber in dem Tractat de viris inlustribus lässt er bereits sein Conibinationstalent walten (c. 19. 20). Qnadratus, der Bischof von Athen, und Quadratus der Apologet sind identisch ' ^) ; Hadrian gab durch seinen Aufenthalt in Athen und durch die Einweihung in die ber um Montanus die Prophetengabe nach Quadratus und der Ammia in Philadelphia empfangen haben, so sollen sie uns diejenigen aufwei- sen u. s. w." Den Quadratus, der zeitHch zwischen den alten Töchtern des Philippus und den montanistischen Prophetinnen steht, konnten also auch die katholischen Reformer nicht preisgeben und suchten daher trü- gerisch Unterschiede zwischen ihm und den neuen Propheten zu statui- ren, während die Anhänger dieser in ihm, gewiss mit mehr Recht, ein GHed in der prophetischen Supcession erkannten, mag auch diese Theorie selbst sehr jungen Datums sein. Die Zusammenstellung des Quadratus mit den Töchtern des Philippus und der Ammia in Philadelphia heisst uns denselben ebenfalls in Asien suchen. Sein Name war übrigens vieb leicht auch in Rom bekannt; denn es ist auf Grund einer Combination von Euseb. h. e. III, 31, 4 mit III, 37, 1 {z(üv öh xaia tovtovg diaXtxfi' xpavxitiv xal Koögaroq ^v, ov cißa raXq 4*LXlnnov &vyatQdeov o xgeiiccfievog^^: ge- nau so hat nach Hieronymus Aquila übersetzt. Die LXX hat: xexatrjga/iivog vnb S^eov nag xgejuaf-ievog ini ^vlov^ und ähn- lich Justin, 1. c. Der Verf der Altercatio hat — dieser Schluss wird gestattet sein — die Uebersetzung des Aquila bereits be- 1868 p. 103. Die Worte des Origenes, 1. c. c. 52: dvaysyQcxTtTai Xgiaiicc- vog lovSaltp öiaXtyofievpg — olö^ drcQSTKSi; tio *Iov6aiX(f> ngoamno) sind zu beachten. 32) 'AvttXoyia bei Celsus und Origenes. 33) Diese Reihenfolge hat auch Origenes, und sie ist somit n^&g Mapxtiova avvTctytiaxL (prfolvy und nun folgt ein sehr interessantes Citat. Ein zweites wird ohne nähere Angabe V, 26, 2 mit den Worten einge- führt: xaXiix; o ^lovatlvog ftpri. Es ist jedenfalls auch einer polemischen Schrift Justin's entnommen. Schon I, 28, 1 war Justin bei Erwähnung des Tatian genannt als eine durch seine Lehrthätigkeit und sein Marty- rium bekannte Persönlichkeit. 71) Dies ist allerdings sehr controvers. Die Untersuchung zu erneuern würde hier zu weit führen. Ich verweise auf Lipsius, Zur Quellen- kritik des Epiphanios 186.5 und: Quellen d. ältesten Ketzergeschichte 1875, s#wie auf meine oben genannte Schrift und deren Fortsetzung in der Ztschr. f. d. hist. Theol. 1874 II; vgl. auch Theol. Literaturztg. 1876 col. 134 f. In den „multo nobis meliores* Iren. I. IV praef. ist gewiss Justin miteinbegriffen . 72) Die Auswahl von ParaUeLstelien, welche von Otto (1. c. II p. 595) gegeben hat, ist eine treffhche und beweist hinreichend das oben Aus- gesprochene. Bei der durchgehenden, starken Abhängigkeit des Irenaeua von Justin, die wahrscheinlich noch deutlicher hervortreten würde, wenn wir von Justin mehr besässen als seine apologetischen Schriften (einen Beleg hierfür s. PP. App. Opp. I, 2 edit. II p. 136), haben die beiden einzigen ausdrückUchen Citate ein besonderes Gewicht. Das erste ent- hält eine Paradoxie, und das zweite einen Aufschluss über die Veranstal- tungen des Satans, in die eben nicht Jeder eingeweiht sein konnte. 73) Edit. Bonn. p. 483. 74) Die Abhängigkeit tritt weniger in directen Entlehnungen hervor als in der Haltung, selbst auch in der Anlage. 9* J32 ^^^ Werke des Justin. Justin's Schutzschrift nicht unbekannt gewesen ist^^). Das Gleiche ist über die nur syrisch erhaltene, pseudomeHtonische Apologie :'-u sagen. Auch sie ist durchaus eigenthümlich ge- halten, aber an einigen Stellen von Justin abhängig '^^). Nicht sicher ist, dass Minucius Felix die Apologie des Justin gelesen hat. Man beruft sich dafür gewöhnlich auf Octav. 29 u. 30 vgl. mit Apol. I, 55. II, 12. Allein diese Stoffe brauchen nicht durch directe Vermittelung des Justin an Minu- cius gekommen zu sein, und was sonst an Parallelen aufge- wiesen worden, ist nicht erheblich. Dagegen unterliegt es keinem Zweifel, dass Tertullian verschiedene Schriften Justin's gekannt und von denselben, freilich ohne seine Quellen zu nennen, bei Abfassung mehrerer seiner Tractate — auch noch der späteren^ — Gebrauch gemacht hat'^). Einmal hat er den Justin auch* ausdrücklich genannt'^), und zwar als Ketzerbe- streiter, nicht als Apologeten, oder doch nur indirect zugleich als solchen. Wir erfahren hier, dass Justin für den ältesten Ketzerbestreiter galt — die Ordnung der Namen L c. ist eine chronologische — , dass er auch gegen die Valentinianer ge- schrieben'9), und dass er bereits am Anfang des 3. Jahrhun- derts den Ehrentitel „Philosoph und Märtyrer" geführt hat^°). 75) Vgl. Theophil, ad Autol. III, 8. 30 mit Just., Apol. I, 4 fin. Th. I, 8 mit Apol. I, 19. 76) Belege bei Otto, 1. c. p. 596. 77) Das Apologeticum Tertullian's ist auf Grund sehr sorgfältiger Leetüre der justinischen Apologie niedergeschrieben worden und nicht ohne stillschweigende Correcturen derselben. Das Urtheil über seine Vor- gänger in der Apologetik (De testim. anim. 1) ist sehr treffend, wenn man es in erster Reihe auf Justin bezieht. Von einer lateinischen üeber- setzung der Apologie Justin's wissen wir nichts. 78) Adv. Valent. 5: „Nee undique dicemur ipsi nobis finxisse mate- rias, quas tot iam viri sanctitate et praestantia insignes, nee solum nostri antecessores , sed ipsorum haeresiarcharum contemporales, instru- ctissimis voluminibus et prodiderunt et retudemnt, utJustinus, phi- losophus et martyi*, ut Miltiades . . , ut Irenaeus . . . , ut Proculus... , quos in omni opere fidei quemadmodum in isto optaverim assequi." 79) S. auch Dial. c. Tr. 35. 80) In der oben angeführten Schrift „Z. Quellenkritik u. s. w." habe ich zu zeigen versucht, dass Tertullian auch sonst das Syntagma Justin's benutzt hat, z. B. Apol. 13. de anima 34. 50. de resun*. 5. In der Schrift Justin in der voreusebianischen Ueberlieferung. 133 Auch Hippolyt, der Zeitgenosse Tertullian's, kennt „Justin den Märt3nrer" ^ ^), und der Verfasser des kleinen Labyrinths ^'^) nennt unter den kirchlichen Apologeten und Polemikern vor der Zeit des Bischofs Victor, welche Christus für einen Gott erklärt hätten, an erster Stelle den Justin. In den zwei Menschenaltern also zwischen den Jahren 150 und 230 ist die Apologie des Justin und ein (mehrere?) pole- misches Werk von ihm in Rom und in Antiochien, in Lyon und in Carthago gelesen, ist er selbst in gleicher Weise als Ketzerbestreiter und Apologet gefeiert worden ^^). Aber ge- naueres über seine schriftstellerische Thätigkeit erfahren wir nicht. Die einzige Schrift von ihm, die ausdrücklich citirt wird, ist das ^mTayfia TtQog MaQxitjva^-). um die Wende des 3. Jahrhunderts zum 4. hat Methodius in seinem Werk: ^^jioötoXtKcov qtjxiov sQfir^vela, aus welchem Photius (Biblioth. c. 234) Mittheilungen gemacht hat, ein Wort adv. Valent. kann allerdings nur Weniges jenem Werke entnommen sein. Aber desshalb anzunehmen, dass Tertullian dasselbe überhaupt nicht ein- gesehen hat, ist doch unstatthaft. Dass die Schilderung und Bekämpfung der Valentinianer durch Justin eine summarische und unzureichende war, sagt überdies Irenaeus 1. IV praef 1 ausdrücklich. Nicht unwahröchein- lich ist , dass Tertullian's Schrift de anima von der gleichnamigen des Justin abhängig ist, s. Euseb. IV, 18, 5 (so vermuthet Grabe II, 168). 81) Philos. VIII, 16, s. auch Pseudotertull. h. 26. Nach Lipsius (Quellenkritik des Epiphanios) hat Hippolyt im Syntagma vornehmlich das Syntagma des Justin benutzt. Doch hat Lfpsius diese Hypothese später selbst widerrufen. Ueber das Verhältniso der beiden Syntagmata s. Ztschr. f. d. bist. Theol. 1874 S. 219. 82) Bei Euseb. h. e. V, 28, 4. 83) Bei Clemens Alex, und Origenes ist bisher kein sicheres Citat aus Justin nachgewiesen worden. Vielleicht hat Rhodon die Apologie Ju- stin's oder die Schrift gegen Marcion gelesen. Beide bezeichnen nämlich den Marcion als „Wolf" (ApoL I, 58. Rhodon bei Eusieb. V, 13, 4). lieber Julius Afr. g. unten. 84) Es ist nicht auszumachen, ob diese Schrift mit dem avvzay^a xatä 7t. T. y. aiQsascav (Apol. I, 26) identisch war, resp. ihren Haupttheil büdete. Die Präposition nQoq (Lat. „ad") spricht vielleicht dafür ^ dass hier eine Schrift von anderer Haltung zu verstehen ist als sie jenes Syn- tagma einnahm. — Die Angabe des Eusebius tJV, 18, 9), die Schriften des Justin hätten onovöfiQ a^ioi xal tolg naXaiolq gegolten, erprobt sich für uns eicigermassen an dem bisher im Texte Beigebrachten. j^4 ^i^ Werke des Jusfein. des „Justin aus Neapolis, eines Mannes, der sowohl zeitlich als durch seine Tugend den Aposteln nahe stand'', citirt, wel- ches sich in den uns bekannten Werken des Apologeten nicht findet ^^). Einen eingehenden Bericht über Justin hat erst Eusebius in der Kirchengeschichte geliefert ^^). Seine ausführ- lichen Mittheilungen kommen in dreifacher Hinsicht in Be- tracht: 1) zur Bestimmung der schriftstellerischen Thätigkeit des Apologeten, 2) für die Zeit desselben, 3) für den Text der uns von Justin erhaltenen Schriften. Eusebius hat namentlich im 1. Buche, aber auch schon im 2. und 3., Mittheilungen des Justin, besonders aus der Apolo- gie, vielfach benutzt und fast durchweg wörtlich herüberge- nommen. Wir lesen bei ihm die ausführliche Adresse der Apologie, die Abschnitte über Simon Magus, Menander und Marcion, die Erwähnung des Sjntagma, des Barkochbakriegs und des Antinous. Den Schluss der sog. ersten Apologie sammt dem Hadrianbrief hat er wörtlich und in extenso in seine Kir- chengeschichte aufgenommen; ebenso findet, sich .dort, was Justin über die Nachstellunofen des Crescens. über seine Todes- 85) P. 298 ed. Bekker. Irrthümlich giebt von Otto (1. c. III p. 255) an, das Citat stamme aus des Methodius Schrift nfQl dvaozdaecuc. Es lautet: xlTjQOvoßslad^ai (xhv xo dno&vrjaxov , xXijQovoixelv 6s xb töiv^ xnl dno^vTjOxeiv fikv oüQxa, t,ijv 6h xijv ßaoiXBiav xwv ovgavwv. Die Beziehung auf 1 Cor. 15, 50 lässt sich schwerlich verkennen. Die Be- zeichnung des Justin, als NeanoXixrjg stammt wohl aus Apol. I, 1. Zu dem Ausdruck x

xE, und ad ann. 2108 Abr. Antonin. XV. = 152 p. Chr. (Hieron. ad ann. 2170 Antonin. XVil. Syncellus p. 663, 6): KQTjOxrjq xvvixog (piXo- aow xov (jiaQXVQixov avveaxsvaas d^dvaxov, iXsyxof^svog vn avxov log Xix^'og xal dnaifwv (so ist nach dorn Annen., Hieron. und Syncellus der Sat'A zu reconstruiren). Die letztere Angabe stammt aus Tatian Orat. c. 19 (vgl. Justin, Apol. II, 3), beruht aber auf einer Missdeutung; s. unten. Die Daten .sind in dieser Form beide unrichtig. Sie sollen ebenfalls unt«n besprochen werden. Der Bericht des Eusebius über Justin. 135 aiinungen, über den Eindruck, welchen die christlichen Marty- rien auf ihn gemacht, und über die Execution einiger Christen in Rom berichtet hat. Dem Dialog ist die Bezeugung der Apokalypse und der noch jetzt vorhandenen prophetischen Charismen entnommen, sowie der Bericht über die Machina- tionen und Verleumdungen der Juden und ihre Verfälschung der heiligen Schriften. Kein Zweifel: Eusehius hat die Apo- logie und den Dialog sehr sorgfältig durchgelesen und so ziem- lich alle „historisch wichtigen Notizen" aus denselben excerpirt. Alles andere hat er bei Seite gelassen oder vielmehr durch höchst allgemeine ürtheile charakterisirt. Sein Verfahren hat zunächst den nicht hoch genug anzuschlagenden Vortheil für uns, dass wir nun im Stande sind, wenigstens einen Theil des nur in einer Handschrift und schlecht überlieferten Justin* Textes einigerraassen zu controliren ^'^). 87) Es ist oben (S. 79 n. 170) bereits darauf hingewiesen worden, wie schlimm es um den Text der Apologien und des Dialogs steht. Es wurde bemerkt, dass allein in den Apologien im Vergleich mit einem supponir- ten Archetypus saec. X. muthmasslich 2—300 Fehler zu corrigiren seien. Eusebius bestätigt diese Vermuthung. Die Stellen, an denen er Justin wörtlich ausgeschrieben hat, sind folgende: h. e. II, 13, 2 sq. =- Apol I, 26 (p. 76, 15—80, 6 ed. Otto). , I, 26 (p. 80, 6—11). , I, 29 (p. 90, 5-8). , I, 31 (p. 94, 3-6). II, 12 (p. 232, 4-12). , I, 68 (p. 188, 18—190, 5). , Hadr. ep. (p. 190, 6-1^2, 11). , I, 26 (p. 80, 11—82, 10). , I, 26 (p 84, 1-3). I, 1 (p. 2, 1-6, 2). 11, 3 (p. 202, 13—206, 14). II, 2 (p. 196, 13-202, 12). Dial. 17 (p. 62, 7—13). („ „ IV, 18. 8 ' Beziehungen auf Dial. 71. 81. 82). Eine Berechnung ergiebt, dass Eusebius ungeföhr Yu der beiden Apologien wörtlich mitgetheilt hat. Ein ganzes Stück aus der sog. 2. Apologie hat er uns allein erhalten; es fehlen nämlieh jetet in Cod. C in c. 2 die Zeilen p. 196, 15—202, 3 (ed. Otto), d. h. ein Blatt ist ausge- rissen (dies ergiebt sich aus folgender Berechnung: die beiden Apologien nehmen bei v. Otto c. 2200 Zeüen ein, welche 46 fol. im Cod. C ent- sprechen, d. h. ein fol. in Cod. C ist » e. 48 Zeilen der Otto 'sehen Aus- III, 26, 3 == IV, 8, 3 = IV, S, 4 ==^ IV, 8, 5 = IV, 8, 7 sq. = IV, 9 ■^ IV, 11, 9 = IV, 11, 10 = IV, 12 = IV, 16, 3 sq. = IV, 17, 2 sq. = IV, 18, 7 = 136 ^^^ Werke des Justin. Um festzustellen, wie Eusebius den Justin beurtheilte, und was er von ihm und seiner schriftstellerischen Thätigkeit wusste, ist es nothwendig, seine Worte genau ins Auge zu fassen. Wo gäbe. Das fehlende Stück biiträgt aber bei Otto 47 Zeilen, d. i. ein Blatt des Cod. C. Somit ist offenbar, dass C ursprünglich das fehlende geboten hat und der Verlust durch mechanische Mittel zu Stande ge- kommen ist. Schon vor dem J. 1541 ist aber das Blcktt ausgerissen wor- den; denn (Jeorgius, der Schreiber des Cod. Claromont , hat es bereits nicht mehr vor sich gehabt). Was nun den Text der Stücke bei Euse- bius betrifft, so bietet er auf HO Otto'schen Zeilen mehr als 100 Varianten, d. h. der Text der Apologien, wie ihn die Euseb- Godd. bezeugen, wich wahrscheinlich an mehr als 2000 Stellen von dem uns in C überlieferten Text ab! Eine genaue Prüfung der LAA. bei Eusebius lehrt allerdings, dass mindestens die Hälfte der- selben auf Rechnung der selbst corrumpirten griechischen Eusebiushand- schriften zu setzen ist (vgl. die Stellen, wo einige oder mehrere Codd. Eusebii mit C gegen die anderen stehen), aber es bleibt auch so eine sehr grosse Anzahl von Stellen übrig, an welchen d^u- Justin-Text des Eusebius sicher wieder hergestellt werden kann und sich als der vorzüglichere er- weist. Man wird daher in den Partien der Apologie, die durch Eusebius bezeugt sind, diesem ein viel grösseres Gewicht beizulegen haben als von Otto dies gethan hat, der nur im äussersten Falle die LA von C ver- lassen hat. Man wird aber ferner auch der Conjecturalkritik einen wei- teren Spielraum verstatten müssen, als dies in den bisherigen Editionen der Werke Justin's geschehen ist (doch hat selbst v. Otto sich zu sehr vielen Correcturen entschliessen müssen; man vgl. nur zur Probe c. 2 — 12). Ein guter Anfang ist in dieser Hinsicht in neuester Zeit von Zahn (Ztschr. f. d. bist. Theol. 1875 I) und Buche 1er (Rhein. Museum 1880 II) gemacht worden. Dem letzteren (s. S. 285) wird Recht zu geben sein, wenn er sagt: „Irre ich nicht, so ist die Apologie, weil viel gelesen, früh mit Randbemerkungen und orientirenden Zusätzen versehen worden [s. die Marginalien in C], die nach anderthaibhundert Jahren im Exemplar des Eusebius schon in den Text eingedrungen waren." Das Beispiel, wel- ches er anführt (zu U, 2), scheint auch mir schlagend. Nur irrt der Verf., wenn er sagt, die Interpolation fände sich sowohl im Eusebiustext als im Cod. C; denn C hat den ganzen Abschnitt überhaupt nicht. Ein an- deres Beispiel dieser Art ist I, 26 ^p. 80, 5). Dort heisst es in C von der Helena einfach: tiqötsqov inl riyovq avadELoav. Bei Eusebius findet sich der Zusatz: iv Tvga» trjg ^ocvixrjg — wahrscheinUch eine Glosse, die frühe schon in den Text gerathen ist. Eine Lücke ist sicher II, 1 (p. 196, 8) anzunehmen, eine Glosse II, 15 (p. 240, 9). Dagegen ist die von Ma- ranus und Otto empfohlene Verstellung des c. 3 (Zählung von Otto) von seinem alten Platze (zwischen c. 8 u. 9) gänzlich verfehlt. Schliesslich sei bemerkt, dass die griechische Uebersetzung des Hadrianedicts durch I Der Bericht des Eusebius über Justin. 137 er ihn zuerst einführt (II, 13, 2 bei Simon M.), sagt er: „Es bezeugt uns dies Justinus, welcher nicht lange nach den Apo- steln sich in unserer Lehre ausgezeichnet hat. Ich werde über ihn zu seiner Zeit das Nöthige anführen. Nimm und Hes seine Schrift; er sagt in seiner ersten an Antoninus gerichte- ten Vertheidigung unseres Dogmas also" (folgt I, 26). L. III, 26, 3 erftihren wir von Eusebius nur, dass der Abschnitt über Menander bei Justin mit dem l'iber Simon verbunden war. In dem IV. Buch c. 8 kommt Eusebius aufs neue auf Justin zu' sprechen. Er befindet sich augenscheinlich in einer nicht ge- ringen Verlegenheit. Den grossen gnostischen Secten Stiftern aus der Zeit Hadrian's sollen gleichzeitige Verfechter der kirch- lichen Wahrheit entgegengestellt werden. Solche sind aber dem Eusebius nicht bekannt. Trotzdem beginnt er c. 7, 15 mit den Worten: „üebrigens hatte zu jenen Zeiten die Wahr- heit wieder eine ziemlich grosse Anzahl ihrer Vertheidiger auf- gestellt, die nicht nur durch mündliche Widerlegungen, son- dern auch mit schriftlichen Beweisen gegen die gottlosen Häresien kämpften". Die nluoveg reduciren sich aber auf zwei (Hegesipp und Justin), und von beiden muss Eusebius eingestehen, dass sie der Zeit Hadrian's eigentlich gar nicht angehören. Von Justin sagt er dies mit überraschender Offen- heit. „Um diese Zeit lebte auch Justin, ein echter Liebhaber der wahren Philosophie, hing aber damals noch den bei den Griechen gepflegten Lehren an." Es folgt nun das Citat aus ApoL I, 29 über Antinous, eingeführt mit den Worten: „Justin schreibt in der Apologie an Antoninus also." Hieran schliesst sich sofort die Anführung der Bemerkung Justin's über den jüdischen Krieg (I, 31); dann fährt Eusebius fort (v. 5): „In di6rselben Schrift {Iv ravz(j)) erzählt er ferner seinen Uebertritt von der griechischen Philosophie zur Gottesverehrung", und nun folgt ein Abschnitt aus der sog. 2. Apologie (c. 12). Den Be- schiuss dieser Citate macht die Anführung des 68. Cap. der 1. Apologie und des Hadrianedicts, welchen Eusebius die Worte voranstellt: „Derselbe erzählt ausserdem" (stl d^ o autog loto- Eusebius in C an die Stelle des lateinischen Grundtextes (Euseb. IV, 8, 7) getreten ist. Diesen hat Rufin bewahrt, der also die Apologie selbst in Händen gehabt hat. 138 Die Werke des Justin. gel). Eiisebius geht mm von IV, 10 ab auf die Zeit des Autou Pius über. Nachdem er die wichtigsten Sectenstifter und die Veränderungen im Episkopat zu Rom und Alexandria aufge- führt, fahrt er fort (IV, 11, 8): „Besonders blühte zur dama- ligen Zeit Justinus, der im Philosophenkleide das göttliche Wort verkündete und durch seine Schriften für den Glauben kämpfte. Er verfasste auch eine Schrift gegen Marcion und berichtet, dass dieser Mann zur Zeit der Abfassung derselben noch am Leben war. Er sagt nämlich/' Es folgt aber kein Citat aus einer Schrift Justin's 'gegen Marcion, sondern viel- mehr zwei aus der Apologie (I, 26), die durch die W^orte: lov- Toig i7cig)€Q£t Xtyojv mit einander verbunden sind. Man kann den Eusebius nicht von dem Vorwurf absichtlicher Täuschung seiner Leser, als habe er jene Worte aus dem Syngramma gegen Marcion genommen ^^), freisprechen, da er (IV, 11, 11) fort- ßihrt: „Eben dieser Justin verfasste auch gegen die Griechen sehr Treffliches und widmete Auseinandersetzungen, die eine Vertheidigung unseres Glaubens enthalten^"), dem Könige An- toninus mit dem Beinamen „der Fromme" und dem römischen Senat. Er hatte nämlich in Rom seinen Aufenthalt. Wer und woher er sei, giebt er selbst in seiner Schutzschrift also an" (folgt L Apol. 1). Eusebius lässt nun durchblicken (IV, 12), dass Justin s Apologie das Toieranzedict des Kaisers A. Pius (IV, 13) mitverursacht habe und geht dann 1. IV, 14, 10 zu der Zeit des M. Aurelius Verus und Lucius über. An den aus- führlichen Bericht über die Verfolgung in Smyrna schliesst er nun wieder Notizen über Justin an. C. 16, 1 heisst es: „Da- mals '^^) wurde auch der kurz zuvor von uns erwähnte Justinus, nachdem er eine zweite Schrift zur Vertheidigung unserer Lehrsätze den angeführten Herrschern über- geben hatte ^^), mit einem herrlichen Martyrium gesclmiückt." Und zwar, fährt Eusebius fort, fiel Justin den Nachstellungen 88) Dieses kannte er aus Irenaeii*N (s. h. e. IV, li>, 9). 89) Aöyoi V716Q Tr,q 7]fAeTkQag niaxswq anoXoyiav sxovtSQ. Euse- bius denkt nur an eine Schrift, wie auch das folgende beweist. 90) Kaia rovxoyg d. i. zur Zeit der asiatischen Märtyrer. 91) JevxsQOv hnnQ täv xa^^ ^ßä<; öoyfxdxißv ßißklov avaSovq xoi<; (SeörjXwfxivoLg ci(}xovai (dem Marc Aurel und Lucius). Der Bericht, des Eusebms über Justin. 139 des Philosophen Crescens zum Opfer, den er öfters in Dispu- tationen widerlegt hatte. „Dieses Ende sagte auch dieser grosse Philosoph der Wahrheit in seiner erwähnten Schutzschtift {iv Tfj öidrjkw^itvjj wcoXoyiq) deutlich so voraus, wie er es nun auch in Bälde wirklich erfahren sollte, mit folgenden Worten" (folgt IL Apol. 3).* ,,Dass aber Justinus, wie er selbst voraus- gesagt, durch die Nachstellungen des Crescens seinen Tod ge- funden, dieses sagt Tatian in seinem. Buch an die Griechen un- gefähr so (lodt Tiioc):'' Es folgen nun die zwei Stellen aus Tatian über Justin (Orat. 18. 19), und Eusebius schliesst: „Dieses war die Veranlassung zum Märtyrertode des Justin". Er bringt hierauf im folgenden (17.) Capitel jenen Bericht Justin's (IL Apol. 2) über die römischen Märtyrer nach und leitet ihn also ein: „Derselbe Mann erwähnt in seiner ersten Apolo- gie {sv Trj nqoTeqa d7ioloyia) vor seinem eigenen Kampfe (sie) Anderer, die vor ihm Märtjrrer geworden sind . . , er schreibt also" (folgt II, 2 p. 19(5, 13—202, 12). „Auf diese Erzählung lässt Justin schicklicher und zusammengehöriger Weise '-^2) die oben von uns erwähnten Worte folgen: Auch ich erwarte nun u. s. w." (s. oben IV, 16, 3). Nun erst 1. IV, 18 giebt Eusebius , den Generalbericht über die schriftstellerische Thätigkeit des Justin. Er lautet: „Justin hat uns sehr viele, in jeglicher Hinsicht lehrreiche Denkmäler seines gebildeten und mit den göttlichen Dingen 92) Elxotioq xal axoXov^ioq. Dieser Ausdruck hat Maranus und von Otto veranlasst, den Abschnitt über Crescens aus seiner überliefer- ten Stellung zwischen c. 8 u, 9 zu entfernen und unmittelbar nach c. 2 zu stellen (s. oben). Allein axoXovS^aig braucht nicht „unmittelbar" zu heißsen; ferner wird der Zusammenhang der Rede so gestört. Der Ein- gang des Crescenscapitels schliesst sich recht wohl an c, 8 fin. an; ol wvoiAocofihvoL sind die Dämonen, und der Üebergang zu Crescens erhält so ein besonderes Acumen. Aber auch c. 9 init, ist nach dem Schluss der auf den Cyniker bezüglichen Ausführungen nichts weniger als be- fremdlich; begimit es doch mit einem Hinweise auf die vojuit^o/xsvot tai Tigog Tovg ekXrjvag — ccTcoycQioeig ngog rovg oQ^odo^ovg negl tlvcov dvctyy.auov LXjZr^fxdTCjv (mit demselben Appendix wie bei Nr. 8, hier aber mit der Aufschrift: 7iQog zovg elkrjvag) — sgcoti^aeig Blkr^vLxal TtQog xovg XQLOTiavovg negl tov doto^dzov y.at Ttegl TOV dsov ycal negi Tijg dvaovdoewg tcov vsxgwv und dnoxgiosig XgcGtLuviTial ngbg Tag Trgoggrjd^eiGag igcüTTjöacg dno r^g evoeßeiotg Tcjv q)voixwv XoyLOfÄiov. Die 12. Stelle endlich nimmt ohne jede Aufschrift ein Tractat über die Auferstehung ein, der mit dem namenlosen Tractat über diesen Gegenstand in Par. 451 identisch ist (herkömmlich dem Athenagoras beigelegt). A prima manu sind dem Tractat am oberen Rande die Worte beigeschrieben: Hsgi dvaCTdaeiog' ovTog 6 Xoyog agiozog. IV) Der Cod. Argentorat. (s. oben S. 79 sq.) ist jedenfalls in seiner Zusammenstellung von Eusebius' Berichte nicht unab- hängig. Er bringt an 1., 2. und 4. Stelle (s. Eusebius Nr. 3. 4. 5) eine Schrift nsgl fxovagxcccg [tov ^£oi3], den loyog nagaive- TiY.bg ngbg tkli^vag und eine sonst nicht überlieferte, zvreite Schrift Tigbg elhjvag. An 3. Stelle steht die Expositio rectae fidei; an 5. der Brief an Diognet. Es folgt nun ein Einschiebsel jüngerer Hand (zwei Stücke) und sodann 6. (8.)* ddr^payogov dx^rjvalov cptXooöcpov ;f^f(7z:'oi; ngeoßela Tisgi x^tar^aj^wy, und endlich 7. (9.) tov avTov dd'rjvayogov Ttegl dvaOTdoewg. V) Der Ottobon. 274 saec. XV. ist noch bemerkenswerth (s.- oben S. 89), da er relativ selbständig ist. Auch er will ein kleines Corpus Opp. Justini geben. Er beginnt mit einem Stück aus der Apologie an Antoninus Pius, welches er betitelt: i/. Ttjg ß' dnoloyiag ^Iovotivov tov (xdgTvgog. Dann folgt: 7ot- OTlvog Zr^va y,al ^eglvi^. Ferner: tov avTou ix^soig Tpjg og&fjg nioTEtog; endlich 4) ^Ad-rivayogov dO-rjvalov cpiXoaocpov x^^ar««- vov ngeoßeia negi ^('^tJ^^ö'c^»'. j54 ^i^ Werke des Justin. VI) In zwei Codd. der SS. Parallel, des sog. Job. Damas- cenus, dem Rupefucald. (Claromont.) und Coislin., findet sich mit der Aufschrift: tov aylov Iovotivov tov (pihmjocfov ymI f.io!(jTtQog (ez tov) ttsqI avaaraGBioc ein umfangreicher Tractat, der ein vollständiges Ganze bildet, in welchem nur an zwei Stellen weniges fehlt (Corp. Apol. IV p. XLIV sq.) 120). Der erste Eindruck, den man von dieser Ueberlieferung des „Justin" im byzantinischen Zeitalter empfängt, ist der einer absoluten Verwilderung resp. einer fast hoffnungslos erscheinen- den Vermischung. Beginnen wir mit den Schriften, deren Titel mit denen solcher Bücher, welche Eusebius als justinisch auf- geführt hat, identisch sind oder ihnen doch verwandt erscheinen. l) Die Schrift 71€qI /iiovagxlag {xov^eoi: add. Apogr. Tubing.), welche uns im Par. 450 und im Argentorat. überliefert ist, ent- spricht ihrem Titel nach einer von Eusebius angeführten Schrift. AUein nach der Beschreibung, welche dieser von dem Inhalt des Tractats gegeben hat (s. oben), kann jene Schrift nicht justinisch sein^^ij^ M.'avl darf auch nicht mit Grabe ^22-) sagen, dass unsere Schrift etwa der zweite Theil der justinischen sei; denn sie bildet ein Ganzes für sich ^^^j Um die Abfassungs- zeit dieser farblosen Gompilation zu bestimmen, ist man ledig- lich auf die Beobachtung angewiesen, dass der Verf. — er schreibt nichts, was nicht auch ein Jude hätte schreiben kön- nen — eine Recension derselben jüdisch-alexandrinischen Chre- 120) Alle übrigen, S. 68 sq. aufgezählten Codd. dürfen in diesem Zu- sammenhang unbeachtet bleiben, wie die Ergebnisse des 1. Capitels dar- thun. Bemerkenswerth ist nur, dass die unechten Werke so vielen Bei- fall gefunden haben. 121) In der Schrift wird die Einheit, Grerechtigkeit und Bedürfiiiss- losigkeit Gottes und die Nichtigkeit der Götter aus meistentheils ge- fälschten Dichfcerstellen (Aeschylus, Sophokles, Philemon, Orpheus, Pytha- goras, Enripides u. s. w.) bewiesen und auf Grund dieses Beweises für den Monotheismus Propaganda gemacht. Der Verf. sagt selbst c. 1 : xovxo ov Xöym xakk(onlt,wv (pgäau), anoöel^ei ös xy ix zcöv xaza zb mxXaiov eiq xo navxskhi xrjg hk?>rjvix^<; laxogiag 7toii^a$i xsxQVß^'*'^^ ^ ^^ ^^*' näOL xoLvy deöof/eviav yQafifxäxioy. 122) Spicil. II p. 153. 123) Grabe's Beweis beruht auf einem Missverständniss resp. einer missverständlichen Beziehung der Worte c. 1 : iyoi öh iog fiixQfü Ttgöo- i^SV XX X. Die Seiariften de moiiarcMa uxid ad Graecos. 155 stomathie selbständig ausgeschrieben hat, welche Clemens Ale- xandrinus im Protrept. und in den Stromat. benutzte ^^^). Man mag es daher mit Recht für wahrscheinlich halten, dass die Schrift der apologetischen Zeit angehört und keine blosse Stil- übung ist. Citate aus derselben bei späteren Schriftstellern sind nicht nachgewiesen. Zu der Annahme, dass der- Verf. für Justin habe gelten wollen, ist man durch nichts veranlasst. Die Schrift muss aber ursprünglich einen Verfassernamen getragen haben (s. das syoj in c. 1 und vgl. c. 6). So wird inan zu der Annahme geführt, dass sie dem Justin beigelegt wurde, weil bei Eusebius zu lesen stand, dass der Apologet eine Schrift unter diesem Titel verfasst habe — möglich, dass jene bereits eines Verfassernamens entbehrte, als die Unterschiebung statt- fand. Wann dies geschehen ist, lässt sich nicht sagen; jeden- falls aber nicht früher als im 4. Jahrhundert und geraume Zeit vor dem 14., da der Archetypus füt Par. 450 und Argent. weit hinter ihnen zurückliegen muss^^s^ 2^) Eine ähnliche Bewandtniss hat es mit der kleinen ener- gischen Schrift TTQog '^'El}.r]vac, welche allein der Argent. bietet. Dieselbe zeigt in Stoff und Haltung die frappirendsten üeber- ein Stimmungen mit Tatian's Oratio auf und scheint desshalb der ältesten Apologetik anzugehören, ist aber keinesfalls von Justin, mit dessen Namen sie übrigens im Argent. nur durch ein „Toi; avtov^'' verbunden ist. Wir besitzen aber über sie noch eine zweite üeberlieferung. Im Cod. Nitr. Musei Britt. num. 987 (add. 14658) saec. VI. vel VII (s. Cureton, Spicil. Syr. Pref. XI sq. p. 38—42 resp. p. 61—69. Otto, Corp. Apol. III p. XXVII sq.) findet sich neben Schriften des Plato, Isocrates, Bardesanes, Melito eine sehr freie Bearbeitung der Oratio ngöc; "EXXrjvag ^'^^), Nach Cureton lautet die üeberschrift: „Hy- pomnemata, which Ambrose, a chief man of Greece, wrote: who became a Christian: and all his fellow-senators raised a 124) Dass weder Clemens (mit ihm geht Eusebius in der Praex^ar.) unseren Verf. ausgeschrieben hat, noch umgekehrt dieser jenen, ist aus c. 2 n. 21: c. 3 n. 2. 12. 20; c. 4 n. 2; c. 5 n. 3. 6. 46 evident. 125) S. Donaldson, a. a. 0. II p. 94 sq. In c. 4 fin. ist übrigens in beiden Codd. eine Lücke zu statuiren. 126) S. auch Donaldison, a. a. 0. 11 p. 90 sq. 156 ^^^ Werke des Justin. clairaour against him: and he fled from them, and wrote and shewed them all their folly: and at the beginning of this dis- course he answered and said". Man braucht diese seltsame Inscriptio nicht erst mit dem Inhalt der Oratio zu vergleichen, um ihre Unhaltbarkeit zu durchschauen ^^7-)^ Lediglich der Name des Ambrosius kann überhaupt hier in Betracht kommen. Aber auch mit diesem Namen lässt sich nichts anfangen; wenig- stens kennen wir keinen Ambrosius, dem man die Rede vindi- ciren könnte. Wichtig ist nur, dass der Schreiber saec. VI. vel VII. — er hat übrigens auch Melito eine Apologie beige- legt, die ihm nicht gebührt — von Justin als Verfasser der Schrift noch nichts weiss. Da die Unterschiebung für uns so- mit nur durch den Argent. bezeugt ist, und selbst Par. 450 die Schrift, die übrigens auch von keinem Schriftsteller citirt wird, noch nicht als justinisch kennt, so wh'd wohl die Oratio erst in spätbyzantinischer Zeit dem Justin auf Grund des Verzeich- nisses bei Eusebius (Photius) beigelegt worden sein ^^^). 2^) Für die Untersuchungen über den ^oyog nagaiveTixog gewährt die Ueb erlief erung eine breitere Basis. Zwar Photius nennt ihn nicht; aber die Sammlungen Nr. II, III, IV, welche ihn enthalten, bezeichnen ihn als justinisch, d. h. er galt be- reits um das Jahr 900 dafür. Die Ueberlieferung führt uns je- doch noch weiter zurück. In dem Cod. Rupef. der dem Joh. Damascenus beigelegten SS. Parall. (Opp. ed. Leq. II p. 781; vgl. Cod. Vat., 1. c. p. 518) findet sich ein Citat mit der Ueber- 127) Dass sie aus einer dunklen Reminiscenz an Euseb., h. e. V, 21 (Apollonius) geflossen sei, behauptet Nolte (Quartalschr. 1S62 S. 318); doch vermag ich mich hiervon nicht zu überzeugen; s. Ov erb eck, Stu- dien I S. 19f. 128) Die oben bemerkte Verwandtschaft mit der Oratio des Tatian ist in jeder Hinsicht eine so nahe (worüber man sich aus Otto 's An- merkungen nicht Orientiren kann), dass die Hypothese, die Rede stamme von Tatian selbst, gewagt werden könnte. Indessen scheint mir die Ver- schiedenheit der Sprache ein unüberwindliches Gegenargument zu sein. Jedenfalls hat aber der Verfasser den Tatian gelesen. JNIan wird aller- dings, sobald man dies bemerkt hat, misstrauisch werden gegen die pathe- tischen Schroftheiten des Veiiassers. Aber zu der Annahme einer blossen Stilübung liegt auch hier kein Grund vor. — Worauf sich die Angabe Cureton's (a. a. 0. p. XI) gründet, die Oratio ad Gr. werde „in several copies" dem Justin beigelegt, ist mir unbekannt. . Die Scluiften ad Graecos, 157 Schrift: rov ay. ^Iovgtlvov tov rpiX. x. ^agc. i/. tov rcgdg '^'EXXyj^ vag Tcagaivezizoi'^ und dieses Citat ist in der Cohortatio c. 5 nachzuweisen. Ferner: Photius theilt cod. 232 p. 290 eine Stelle aus Stephanus Gobarus mit, in welcher dieser ein Citat aus einer Schrift des Justin angeführt hat, ohne diese selbst zu bezeichnen. Dasselbe findet sich aber in der Cohortat. c. 23 ^^^). Also bereits im 7. und 6. Jahrhundert (in dieses wird Stepha- nus Gob. herkömmlich versetzt) hat man die Cohortatio dem Justin zugeschrieben. Dass sie ihm nicht angehört, vielmehr frühestens im 2. Viertel des 3. Jahrhunderts abgefasst ist von einem Unbekannten, der keineswegs für Justin gelten wollte, ist aber sicher ^^^). Zwischen dem 4. und 6. Jahrh. hat also diese Schrift, welche sich durch ihren Inhalt im Kampfe gegen 129) Photius laat dem Citat die Worte zugefügt: rw 6s (in isto libro) TiQog xrjv hXXrjVixrjv fiev öo^av avvevi^vsxzo f^axVf ^«t zov Illazcavog sXsyxoQ xax£axBvaC,STo. 130) Ashton war der erste, welcher darauf hingewiesen, dass die Chronik des J. Africanus Quelle für den Verf. der Cohortatio gewesen ist (Just. Ph. etM. Apologiae p. 294, citirt nach Otto, 1. c. III p, 42). A. von Gutschmid („Ein Beitrag zu den Fragm. d. griech. Historiker" in: Fleckeisen's Jahrbb. 1860 S. 703 f) behauptete das Umgekehrte, ohne von Ashton's Untersuchungen Notiz zu nehmen. In sehr sorgfältiger Untersuchung hat Donaldson (a. a. 0. II p. 96 sq.) die Priorität des Africanus er-wiesen und unabhängig von diesem aufs neue Schür er (J. Africanus als Quelle der Pseudo- Justinischen Cohort. ad Gr. in: Ztschr. f. K,-Gesch. II. S. 319 f.). Geizer hat sich ohne Prüfung der Sache und ohne die Untersuchungen Donaldson's und Schür er's zu kennen der Annahme von Gutschmid angeschlossen (Chronik des J. Afric. I S. 19 f.). Eine nähere Zeitbestimmung für die Cohortatio als 225 — 300 zu geben, scheint mir nicht möglich. Cyrill berührt sich mit dem Buche in seinem Werk adv. Julian, so stark (s. Corp, Apol. III p. 316), dass die Annahme eines Abhängigkeitsverhältnisses unvermeidlich ist. Aber die Beobach- tung, dass die Cohortatio nicht im nachconstantinischen Zeitalter abge- fasst sein kann, ist das einzige Argument, welches man der Hypothese, der Verfasser der Cohoitatio habe den Cyrill ausgeschrieben, entgegen- zusetzen vermag. Aus den Berührungen mit Ensebius' Praepar. lässt sich nichts schliessen. noch weniger aus denen mit Hermias' Irrisio (s. Cohort. c. 7 n. 14). Zu der Sibyllenstelle c. 37 ist mit Recht Procop., de bell. Goth. I, 14 verglichen worden. In c. 11 ist vielleicht schon auf des Por- phyrius' Schrift ne^l rrjg ix Xoyicjv (piXoaotpiaq Rücksicht genommen. Jedenfalls hat der Verf. einen bereits übermüdeten Gegner zu bekämpfen und gehört schon desshalb nicht in das 2. Jahrhundert. j^^g Die Werke des Justin. den Neuplatonismus empfahl, und durch ihre Form dem da- maKgen Geschmack zusagte ^^^), den Titel einer justinischen erhalten. Man wird e^s immerhin für wahrscheinlich annehmen dürfen, dass Eusebius' Verzeichniss auch hier herhalten musste, um die Unterschiebung zu legitimiren, obschon nur die Worte /cQÖg "Elh]V(xg im Titel übereinstimmen. 2c) Indessen scheint es, als -ob die Oratio und Cohortatio nicht die einzigen Schriften gewesen sind, welche man unter dem erzwungenen Schutz des eusebianischen Verzeichnisses dem Justin als seine Schriften ngog "'El/.rjvccg beigelegt hat. Im Cod. Parallelorum Parisinus 923 fol. 253b (Corp. Apol. III p. 262) ist nämlich eine inhaltslose Phrase ^•^2) citirt mit den Worten: tov ccytov lovOTLVOV cpik. X. ^i(XQT. ngog ellrjvag. Sie findet sich in der Cohortatio, die uns ohne Lücken überliefert ist, nicht. Dass sie aber aus der echten Schrift Justin s stamme, ist völlig unwahrscheinlich, da diese nach Eusebius, soviel wir wissen, Niemand mehr gesehen hat, die Recension der Parallel, im Pa- ris. 923 aber sehr jung ist. Da nun bei der bestimmten An- gabe des Verfassers ein zutalhger Irrthum schwerlich im Spiele ist, so bleibt nichts übrig, als anzunehmen, dass wir hier die Reminiscenz eines Parallelversuches zur Unterschiebung der Cohortatio vor uns haben. 2d) Aehnlich verhält es sich mit einem Citat bei Leontius (adv. Eutych. et Nestor. 1. II), welches Grabe (II p. 172 sq.) aus einer Bodlejanischen Handschrift zuerst veröffentlicht hat *^^). Es ist eingeführt mit den Worten: 'lovoxivov (piXoaö(pov Tcal ^ocQTVQog ix TOV y.azcc ^ElXrjvcov ^^*). Das Fragment ist von Interesse, da es die altkirchliche Erlösungslehre in besonders 13 J) Der Verf. der Cohortat. hat im Eingang das Exordium der Rede negl ötE(pavov des Demosthenes nachgeahmt: ÜQibxov (xkv, w avögeg 'AG-TjvaZoi, xolc. ^soZc t^x^f^^^ ^^^- — ^^^ gründlichste Untersuchung über die Cohortatio findet sich bei Semisch, a. a 0. I S. 105 f. 132) '// TOV SiSaoxakov dnsiQia aitoXXvtL tovg fjia&Tjrevofievovg, xai ^ tcüv iüia&TjiEvofji€Vü)v a^iXsLO. xLvövvov ipiQSi ro) öiöaaxaXw^ xal jUa- Xiüxa oxav naga xijv avxov dvsniaxrj/uoavvrjv pä^vfxoi eiev ixslvoi. 133) S. auch Corp Apol. III p. 256. 134) Die erste, kleinere Hälfte findet sich auch als justiniach citirt (doch ohne Angabe des Fundorts) im Cod. Vatic. der SS. Parallel, (ed. Leq. II p. 315). Die Schriften ad Graecos. 159 präciser Weise wiedergiebt; es ist auch nichts in ihm enthal- ten, was offenbar nicht von Justin herrühren könnte. Aber, wie auch vonEngelhardt^^^) geurtheilt hat, es ist zu präcis für Justin und enthält Ausdrücke (i; (pS-ogoTioiog ovoia z. B.), welche aus den echten Werken des Märtyrers nicht zu belegen sind. Man hat also auch hier anzunehmen, dass eine fremde Schrift xatci ^EkXrivcjv in frühbyzantinischer Zeit dem Justin beigelegt resp, unter seinem Namen verfasst worden ist. Eine anderweitige Spur dieser pseudojustinischen Schrift xata ''EXXrj- vcov -3^), welche also durch Leontius und die SS. Parallel, be- zeugt ist, scheint sich noch bei Photius zu finden. Dieser nennt als erstes Werk von Justin, welches ihm zu Gesicht gekommen: lAnoloylcc VTiEQ XgiOTiavcov y,al xöto: ^Eklrjvcov xal y.axa. ^lov- öalviv. Nach Photius ist dies ein einheitliches, zweigetheiltes Werk, welches also mit der Apologie an Antoninus und dem Dialog nichts zu thun hat. Hier haben wir mithin eine Schrift xar« ^EUtJviov, In dem Cod. Coisl. 276 der Parallel, (saec. X. ut vid.) findet sich aber fol. 33b (Corp. Apol. III p. 263 sq.) ein kurzes Citat ^^'^) mit der Aufschrift: tov äyiov lovörlvov i/. xov ftQog iovdalovg: Es ist im Dialog mit Trypho nicht nach- zuweisen, und die Annahme, es habe in der Lücke gestanden, ist ein unstatthafter Nothbehelf. Es liegt also nahe anzuneh- men, dass aus dem von Photius genannten Werk Leontius so- wohl als der Verf. der Recension der Parallel, im Coisl. ge- schöpft haben, vielleicht auch der Redactor der SS. Parallel, im Par. 923 (s. oben sub 2 c). Sicher lässt sich darüber nicht entscheiden, da die üeberlieferung hier eine zu schmale ist. 2e) Im Cod. Par. 450 ist je einer grösseren Schrift des Justin ein Appendix angehängt, der an zweiter Stelle: ngog covg "EXXrjvag überschrieben ist^^^). Otto hält ihn für den Schluss der Confutatio dogm. Aristot., allein er kann dafür nicht gelten. Er richtet sich, 19 philosophische Thesen umfassend, 135) Christentimm Justin's S. 432 f. 136) Auch hier wird das „TtQOQ^^EXXrjvaQ^' bei Eusebius die Brücke gebildet haben. Die Präpositionen tiqoq und xctzä sind in Citaten von Büchertiteln öfters verwechselt worden. 137) Ovza ax€vox;|rorrfc römische Kaiser zu verstehen, und so eine Beziehung auf den angeblich an den Lehrer des Kaisers M. Aurel, Diognet, gerichteten Brief zu construiren. 146) S. die vortreffliche Beweisführung bei Donalds© n. a. a. 0. II p. 119 sq.; anders Semisch, a. a. 0. I S. 140 f 147) So auch Donaldson, a. a. 0. p. 123: , . . On the ;:ontrary, the fragment can be more completely paralleled in its rea?onings from Athe- ntigoi-as and Tertullian, and the likelihood is ihat it is a work of a date somewhere between these two "writers." Die Uebereinstimmuiigen mit Melito und Tertullian sind namentlich vom 7. Cap. ab so frappant, dass man kaum Bedenken tragen könnte, die Schrift d«mi Ersteren zuzusprechen, wenn es überliefert wäre, dass er über die Auferstehung geschrieben hätte. Die Annahme, dass Tertullian die Schrift für seinen Tractat de resurr, carnis benutzt hat, scheint mir nicht zu kühn (bei Irenaeus V, 6 scheint die Benutzung sicher). Man vgl. die Ausführungen über die Ehe in c. 3, femer die Ansicht des Verfassers, dass das Ebenbild Gottes im Menschen schon in der cuq^ hege {Jr^Xöv ovv (ug xaz* slxova &sov nkaaa 6/4 fvog o äv&gwnoQ tjv accgxixoq. Elia nwg ovx axonov xijV vno Osov actQxa nXac&ttaav xat* flxova xtjV kavxov ipaoxftv axifiov elvai xal ovdsvdg a^iavy — dazu Melito, Tertullian) und die folgenden Gedankenreihen bis c. 8 fin. Wie Melito unterscheidet der Verf. nur ^pv^rt und a(xifia im Menschen (c. 8: xL yaQ iaxiv 6 av&Qmnog aAA' rj xo ix tpvx^? xal «xcb- ftaxog avveaxog t,g avOig xnv vyiä Tijg niözeug e/.Ti^efjeO^a Koynv. Weiter aber bezeichnen die ältesten Zeugen, Leontiiis und Anastasius Presbyter, unsere Schrift als das dritte Capitel oder Buch Q.oyoi; — ßiß?Uov) eines grösseren Werkes '^^). Nach jenen Ein- gangsworten ist also anzunehmen, dass dasselbe !) einen loyog Tcazct ^lovöaiwv, 2) einen .solchen /.«O"' ^^liXXijVcav und ?>) die eAiyeaig niotecog umfasste. Nun aber nennt Pliotius unter den Büchern Justins, die er kennen gelernt, eine ^^nohoyia vTito XQKniavöjv /Ml xaza ' EX^nov Aal xaza ^loiöalan' (s. oben). Hiernach kann schwerlich mehr zweifelhaft sein, dass die Ex- positio als der letzte Tbeil (s. auch c. 18: tojv Xoyioy azQOfpal) der von Photius genannten Apologie zu betrachten ist. aus welcher wir noch ein paar Bruchstücke besitzen (s. oben), von denen eines bei demselben Leontius sich findet, der auch die Expositio ein paar mal citirt hat. Es scheint aber ferner an- gezeigt, hier eine absichtliche Unterschiebung zu vermuthen. Denn eine Schrift gegen die Griechen und Juden, schliessend mit einer Darlegung des rechten Glaubens, ist doch schwerlich dem Justin ohne Rücksicht auf dessen apologetische Thätigkeit beigelegt worden ^^®). Behält man weiter im Auge, dass im byzantinischen Zeitalter die echten Schriften Justin's so gut wie verschollen sind, so bietet sich die Annahme von selbst dar, dass eben jenes grosse dreigetheilte Werk sie zu verdrän- gen bestimmt war und diesen Zweck auch ziemüch vollständig erreicht hat. Die Zeit zwischen 450 und 600 ist bekanntlich nicht nur die Periode ganz besonders heftiger christologischer 158) S. 0 verbeck, Studien IS, 19. 159) S. die Stellen bei Otto, IV p. 35. 37. 38. 42. V p. 426. Auch in dem Titel dcH Citat;i des Anaßtasius Presb. (Mai, Script. Vet. Nova Coli. VII, 1 p. 29) ist für ösxazov Xoyov „tqLxov loyov^' (^ = I^) za lesen. Die Capiteleintheilung, welche einige Hands(;luii'ten bieten, findet sich ebenfalls schon bei Leontius und Anustasius Presbyter. IfiOj Der AusdiTick „?Afy;iro5" ist Exp-os. 1 gebraucht, s. dazu Euseb., b. e. IV, 18, 1. Die Schrift gegen Aristoteles und die Quaeetiones. 1(57 Kampfe (welche die Expositio, namentlich in ihrem 2. Theile, auch voraussetzt), sondern in dieser Zeit ist auch der traditio- nelle Stuft* revidirt imene Schrift scheint kürzer gewesen zu sein als die uns überlieferte; aber an der wesentiich'fu Identität braucht nicht gezweifelt zu werden. Ib2) Richtig Donaldson, a. a. 0. p. 143: „a purely philosophical vfoxk. Tliere is no appeal to Christian teaching in any way." 163) S. die schmale Textüberlieferung (Corp. Apol. IV p. XXXII— XXXVII). -jgg Die Werke des Justin. Respons. ad Orthodoxes, weitaus das interessanteste i^-*). Dieses umfangreiclie Werk ist naclmicäniscli und setzt auch die Wirk- samkeit der älteren antiochenischen Schule bereits voraus. Aber es ist auch nicht viel später geschrieben — - nach Gas s um das Jahr 100. Citirt ist es selten worden i^'^). Dass ein Werk, in welchem die Namen des Irenaeus und Origenes genannt und Bücher von ihnen citirt sind, selbst für justinisch habe gelten wollen, ist nicht wahrscheinlich. Nirgendwo verräth der Verf., dass er für den Apologeten der alten Zeit angesehen sein wolle *^^'). Aber dass man selbst einem Werk von so compli- cirter Beschaffenheit, welches so ziemlich über alles theologisch und kirchlich Bedeutende orientiren sollte, nachmals den Namen des Justin vorgesetzt hat, zeigt, wessen man sich zu dem ge- feierten Apologeten versah. — Was die beiden anderen Stücke, die ^EgcoTTjoSig XQiaTtavLTial ngog xovg ""Ellr^vag und die kürze- ren ^EgcoTT^ösig ellrjvr/ML ngog rovg XQLoriarovg ti^ql xov aaco- jttaTot' xal TieQL xov -S^sov ymI ttbol Trjg avaOTaGSwg tüjv vs/.qwv^ betrifft *^''), so hat man vermuthet, dass die Erzählung des Justin in der Apologie (II, 3h) Anlass zu ihrer Abfassung und Unter- schiebung gegeben habe. So ansprechend diese Hypothese ist — s. auch das Stichwort eocozr^oeig Apol. 11, 3 — , so fehlt doch in den „Fragen" selbst jeder Anhalt zu ihrer Bekräftigung. Diese sind nicht vor dem 4. Jahrh. i*^^), aber vielleicht viel sf)äter verfasst. Nicht unwahrscheinlich ist, dass ihr Verfasser mit dem der Confut. dogm. Aristot. (s. oben sub 6) identisch ist^^'-^), und dass die „Fragen" mit jener Widerlegung zusam- 164) S. über dasselbe Gass in der Ztschr. f. d. bist. Tlieol. 1842 IV S. 35—154. 165) Grabe verzeichnete (II, 201) ein Citat bei Macarius Chrjsoce- phalus, und dieselbe Stelle wies Otto, oinp^efülirt durch ein lovozivov (lagivQoq, in einem Cod. Vindob. (Catena in ev. Lucae) saec. XL vel XII. nach (s. Corp. Apol. V p. 2S). Unsicher ist, ob Procopius Gaz. das Buch eingesehen hat (s. 1. c. V p. 73. 80). 166) Spuren, die man hierfür aufgedeckt zu haben glaubte, sind ganz unsicher. 167) Die Ersteren sind citirt von Johannes Sapiens (Cypariss.) saec. XIV., s. Grabe, 1. c. II p. 156. 168) S. die Bekämpfung der Manichäer Quaest. Christ. I. 109) S. von Otto in Allg. Encyklop. d. WW. u. KK. S. 11 P. XXX S. 55 f. Der Cominentar zum Hexaeim^ron. [(39 men dem Justin beigelegt worden sind. Dass aber auch die Quaest. et Respons. ad Orthod. von demselben Vei'f. herrühren, möchte ich nicht behaupten. In dem bisher Beigebrachten ist das erschöpft, was in den oben aufgeführten Sammlungen als von Justin herrührend be- zeichnet ist. Es erübrigt noch auf einige vereinzelte Nach- richten aufmerksam zu machen. 8) Photius (Cod. 48 p. 12 ed. Bekker) berichtet, dass eine Schrift ircql tou uavrog, welche von Einigen dem Josephus, von Anderen dem Cajus resp. Hippolytus beigelegt werde, auch von Manchen als von Justin herrührend betrachtet werde. Näheres weiss man hierüber nicht; die Notiz ist aber inter- essant und lehrreich, denn sie zeigt besser als lange Ausfüh- rungen, wie schwankend die Urtheile über manche alte Schrif- ten bei den byzantinischen Gelehrten gev/esen sind, und wie oft an ihren fehlerhaften Urtheilen nicht böser Wille sondern Unkenntniss und Leichtfertigkeit Schuld gewesen ist. 9) Commentare des Justin zum Hexaemeron erwähnt von allen Schriftstellern nur Anastasius Sinaita„ In seiner Con- templ. anagog. in hexaem. 1. Yll^''^) schreibt er: Ol (.lev ovv ccQxaiozeQOL tlov iy//.l7]Gi(Sv i^r^yrjtwv , ?J'yco di] (DiXiov 6 cpiXo" ooq)og 7,ai tiov dnoOTolcov ofioxQOVog Kai Uaulag 6 nolvg 6 ^Iwavvov Tov evayyeXiöiov cpoiTiqxr^g 6 ^le^aTcolhr^g ymI Elgr^- valog yial ^lovGzlvog o uccqtvq ytal rpiXooocpog . . . '/ml ol cx(.i(p^ avTOvg 7tv€VfiaTi/.cüg za negl TiaQaöeiöov sS^ecogrjoav elg zr^v Xqiötov eKY.Xiqolav avacpeqofxevot. Wenige Zeilen weiter heisst es^"^^): "OSsv y,at 6 ymzcc Ttavza O-elog lA/ußgoGiog y,al ^lovGzlvog 6 d^eöXrinzog fdccQZvg ev zolg elg zb ^EBari(.ie- oov avTojv vTtofAvr'ji.iaGi za Jiegl nagadeiGov die^iovzeg , . . TiaQTiyayov ev jiiiGco za TTQoxei^eva zov -d-eiov ^le^^extrjl ntgl napadeiGov ovQCivlov g/jittaza azL Es folgt die Ausführung des Gedankens, dass unter Paradies etwas Himmlisches zu verstehen sei ^"^2). Endlich wird an einer dritten Stelle eine Erklärung zum 170) S. Grabe, i. c. II p. 214. Migne, Patrol. Gr. LXXXIX p. 962. 171) S. Grabe, L c. II p. 243 sq. 172) In diesem Zusammenliange steht der Satz: rrc 6h naXiv. (pccalv, vovv 6xili;r7rog o ^idtjTijg h loyo) ^ö'). In demselben wird von Athenagoras erzählt, er habe zu den Zeiten des Hadrian und Antoninus gelebt und an diese Kaiser eine Apologie gerichtet {/MTcc Tovg XQOvovg ay.fiaaag yiÖQiavoi /.al 1,^vto)vlvov^ olg -nai Tov vTTiQ XQiOTtavwr 7TOK(jßivziy.ov 7iQooiq)wrrjO€i'), während er ursprünglich, wie nachmals Celsus, beabsichtigt habe, das Chri- stenQium aus den h. Schriften selbst zu widerlegen; Athena- goras (ar)]Q tv avTOf x^LüTiaviöag Tf?) TQißiovi) sei erster Vor- steher der alexandrinischen Katechetenschule gewesen, sein Schüler sei Clemens Alex., dessen Scliüler Pantaenus, — Dass. der unbekannte Schreiber hier wirklich aus Philippus Sidetes gescliöpft hat, soll nicht m Abrede gestellt werden ^^'*); indessen gie])t die Bezeichnung £?' koyo) fiö' zu Bedenken Anlass. So- crates berichtet nämlich, das Werk sei in 36 Bücher getheilt gewesen, die wiederum in fast 1000 Tomof zerfielen. Photius hat die 23 ersten Bücher in Händen gehabt und berichtet, jedes von ihnen umfasse 24 Abschnitte. Hieraus darf man wohl schliessen, dass auch die 1 3 letzten Bücher in je 24 Tomoi getlieilt waren, so dass die ganze Zahl der Tomoi 36 X 24 == 864 betrug, was mit der Angabe des Socrates ungefähr stimmt. Dann aber ist die Zahl loyog: fiö' höchst w^ahrscheinlich un- richtig. Indessen liegt es näher, hier einen Schreibfehler an- zunehmen, 'dh an eine spätere "Fortsetzung der Geschichte des Philippus zu denken. Ob niin der Schreiber mit Sorgfalt und 183) Ann. ± 420; s. Socrate^. h. e. VIT, 27, Pbotiüs, cod. 35. 184) Noch Photius kannte die umfangreiche, schlecht disponirte, chro- nologisch unzuverlässige „ChiinUiche Gescliichte** d(?s Philippus. Jüngst hat Neu mann (Jujiani Imp. lib. c ('hiint. . quae supersunt., 1680 p. 34) darauf hingc^viesen, dass sich in einem Wiener Codex ein noch nicht ver- ötFentlichtos Fragment aus der CTeschichte de? Philippus finde, worauf schon Lambeciur- aufmr}rk«ani gemacht hat 12* ;[§Q Die Schriften des Athenagoras. pünktlich aus seiner Vorlage referirt hat, steht dahin. Da aber Socrates ausdrücklich auf schwere chronologische Irrthümer in der ,,Christlichen Geschichte" aufmerksam macht, so mag die unrichtige Reihenfolge : Athenagoras, Clemens, Pantaenus bereits dort gestanden haben. Dieselbe offenbart eine solche Unkennt- niss der alexandrinischen Kirchengeschichte, dass man Beden- ken tragen wird, auf die Zusammenstellung des Athenagoras mit den Vorstehern der Katechetenschule überhaupt etwas zu geben. Wäre er wirklich erster Vorsteher der alexandrinischen Schule, also Vorgänger des Pantaenus gewesen, so würde sich darüber doch wohl eine Notiz bei Clemens resp. Eusebius fin- ' den. Aber auch die Angabe, Athenagoras habe seine Apologie an Hadrian und Antoninus gerichtet, ist unrichtig; gemeint ist indess zweifellos wirklich die Supplicatio. Dies geht aus der Bezeichnung .,6 vjziQ XgcOTiccnov TrQsoßevrLxog'^ und aiTS der anderen: ^^Ad^VjVayoQag . . . dvr^Q iv avTco XQt^OTiavioag xQißwvi^^ hervor; denn die Aufschrift der Apologie lautet seit dem 11. Jahrh.: ^^Ad-TjV. ad-r^valov (pikoo6q)ov XQiGziavov ngsaßeia jceql XQLOTLavcüv^^. Auffallend ist nur, dass Philippus von dem ^Ad^iqvaiov nichts zu wissen scheint. Soviel aber lässt sich im- merhin festhalten, dass die im Arethascodex enthaltene Apologie dem Philippus (+ 420) unter dem Titel Idi^iqv. cpik. xqlot. TiQeoß. 7r£Ql xQiOTiavcon^ bekannt gewesen ist. Die Zeugnisse der Tradition für Athenagoras stehen — ein seltsames Spiel des Zufalls — beide in Schriften, die wir nicht mehr besitzen. Sie stützen sich aber gegenseitig, so verworren der Bericht des Philippus auch ist. Man kann es nicht für zweifelhaft halten: um das Jahr 300 hat man in Tyrus, noch ein Jahrhundert später in Constantinopel einen Athenagoras saec. IL für den Verfasser der Apologie gehalten, deren hand- schriftliche Ueberlieferung eine so auffallende ist. Aber man hat auch schon um 400 das Buch höchst wahrscheinlich unter demselben Titel gekannt, welchen die Handschriften seit dem 11. Jahrhundert bieten. Diese Thatsachen lassen jedoch das Schweigen der grossen kirchlichen Tradition nur um so räthsel- hafter erscheinen i"^''). Giebt der Inhalt des Buches selbst viel- leicht hier einen Aufschluss? 185) Spuren stillschweigender Benutzung der Supplicatio habe ich bei Das Selbsfczeugniss der Supplicatio. 181 IV. Das Selbstzeugniss des Buches. 1) Zunächst lässt sich mit Sicherheit feststellen, dass dia Apologie keine Fälschung ist, sondern in die Zeit des brennenden Kampfes zwischen Heidentlium und Christenthum , näher in das zweite Jahrhundert gehört. Dies lässt sich bestimmen ganz abgesehen von der Inscriptio ^^^), 2) Aber auch die Adresse an die Kaiser Marc Aurel und Commodus kann aus der Apologie selbst ab- strahirt werden. Sie beginnt mit den Worten: 'H vf^ezsoa, (.leyaXoi ßaatlewvy orKov/.iivrj ktI. Also regierten damals zwei Kaiser. In c. 1 (p. 6) heisst es von ihnen: t6 jrqäov vf.adv xal fjfxeQOV xal to fCQog anavTa eigrjvixov xal (piXdvd^qiOTtov d^avfxat^ovTsg ol (nev v.a^ sva loovo(.iovvTai . , ytcxl r] GV(xiTa6a olKOv^svri Tfi vf-ieriga Gvvsoei ßa^eictq elgT^vrjg aTtoXavovGiv. Aehnlich sind die Ausdrücke in c. 2 p. 10 {luyiovoi xal cpi- Xdvd^Qcoftoi ymI q)ilo^ad^eOTa%oi ßaoiXeig)^ c. 2 p. 12 (vf-ielg . . . cjoavel ccTio (pi?.ooo(pLccg ymI naidelag ndörjg bQ^af(.ievoi)y c. 6 p. 28 sq., c. 7 p. 36 (ßfxelg övveoei xort t'^ ttsqI t6 ovrcog Sslov evoeßeicx zovg aXXovg 7iQotyovTeg\ c. 9 p. 42, c. 11 p. 50 (ßaai- Xeig (f)iX6oo(poi)^ c. 17 p. 74, c. 22 p. 110 sq., c. 23 p. 116, c. 24 p. 122, c. 37 p. 184. Wir haben es also ganz bestimmt hier entweder mit M. Aurel und L. Verus oder mit jenem und den griechischen Apologeten Theophihis und Clemens Alex, nicht gefun- den. Dagegen scheint es mir allerdings sehr wahrscheinlich, dass Minu- cius Felix den Athenagoras gelesen hat (s. Ebert, Abhandl. d. k, sächs. Geseilsch. d. Wissensch. 1868 Bd. V S. 321 f.). 'Zwar lässt sich keine ein- zige Stelle namhaft machen , aus welcher die Abhängigkeit des Minucius mit Evidenz hervorgeht, aber das was die beiden Ax^ologeten über Justin hinaus gemeinsam haben, ist so umfangreich und bedeutsam, dass die Hypothese einer Benutzung des Athenagoras durch M. Felix schwerlich angefochten werden kann. Nicht mit dem gleichen Grade von Wahr- scheinlichkeit lässt sich behaupten, dass TertuUian die Suppl. gelesen hat. Nachdem dieses niedergeschrieben war, kam mir Loesche 's Abhandlung in den Jahrbb. f. protest. Theol. 1882 S. 168— 178 (Minucius Felix' Ver- hältniss zu Athenagoras) zur Kenntniss. Der Verf. stellt das Material in wenig methodischer Weise zusammen, bespricht das Einzelne gar nicht, kommt aber auch zu dem Resultate, dass eine Abhängigkeit anzuneh- men sei. 186) Den Beweis für diese Behauptung zu geben, würde hier zu weit führen; Einzelnes zu erheben, wäre von zweifelhaftem Werthe. Es ist übrigens meines Wissens die Datirung der Apologie auf das 2. Jahrh. von Niemandem bisher bestritten worden. 'l§2 ^-'i*' Schriffcun dos Atlienagoras. Coinmodus zu thun *^"'). ludessen nur der letztere kann ge- meint sein; denn 1) heijsst es c. 18 (p. 82) "£xolt€ a(p^ eavzwv y.al Ttjv i'/covQCxvcov ßaoi?.aiav i^ttdCeiv' ojg yag vfuv uargl xal vi(^ navta AextiQOjrca^ ävioi^ev zt^v ßaoiXelav £lXr](p6oiv, ouTü)g €vl Tut d^eo) x«2 Tut nag^ avTOv loyot vhiP voovf-iivi^ aittegi- ot(() Tidvtct vnoTeTaxTcxi ^'^^). 2) wird c. 26 (p. 140) von einer Statue gesprochen, welche dem Proteus gesetzt sei und welche als Orakel-spendend verehrt werde *''^). Die Verbrennung des Proteus fällt in das Jahr 165, der Tod des Lucius* Verus in das Jahr 169. Die Angabe des Athenagoras setzt aber vor- aus, dass bereits eine längere Zeit seit dem Tode' des Proteus verflossen sei. Mithin ist die Apologie an Marc Aurel und Commodus gerichtet, und da dieser erst im Jahre 176 Imperator wurde '^^), ist sie zwischen diesem Jahre und dem März 180 eingereicht worden. Da aber c. 1 eine Friedenszeit vorausge- setzt ist, so muss sie vor dem August 178, d. h. entweder im Jahre 177 oder im Jahre 178 geschrieben sein^'«^^). 3) Der Verfasser zeigt sich in seiner Schrift als ein christlicher Philo- soph, der den Uebergang zum Christenthum vom Piatonismus her gewonnen hat. In seiner politischen Stellung sowohl als auch in seiner theologischen Haltung unterscheidet er sich bei aller Verwandtschaft sehr bestimmt von Justin. Was jene an- langt, so lässt er sich mit Melito vergleichen; in dieser erweist er sich noch um einen Grad stärker von der platonischen Phi- losophie abhängig, als Justin. Seinen Kamen hat der Apologet in dem Buche selbst nirgends genannt ^^2); ein Schluss aber von 187) Auf die Zeit Marc Aurels paset auch die Voraussetzung des Ver- fassers, das8 die Kaiser die Denunciation verboten hätten (s. Mehto's Apo- logie); doch ist der Text c. 3 p. 16 v. 8 unsicher. 188) Man kann auch auf c. 37 (p. 184) verweisen; doch kommt dieser Stelle weniger Gewicht zu. 189) S. dazu Lucian's Verkündigung poat eventum, Peregr. Prot. c. 28. Bernays, Lucian und die Kjniker S. 10. 90. Lob eck, Aglaoph. p. 1171. 190) Am 27. Nov. 17G wurde Commodus zum Imperator ernannt, hat aber die trüninicische Gewalt er«t im Laufe des Jahres 177 erhalten (s. Mommscn, llöm. Staatsrecht II, 2. II. Aufl. (1877) S. 1093. 1096. 777 n. 3). 191) Aehnlich von Otto; er will jedoch bestimmt das Jahr 177 be- zeichnen; allein die erste Hälfte des Jahres 178 muss otfen bleiben. 192) Anders Justin und Tatian. DaK Selbstzeugniss der Suppliciitio. 183 der Beschaffenheit des reichen antiquarischen und historischen Materiales, welchtJs er benutzte, auf den Ort, an weichem er gewirkt hat, wäre gänzlich unsicher. 4) Als sicher darf' ange- nommen werden, dass der Verfasser die Apologie des Justin gelesen hat*"-^). Der Beweis hierfür kann den Parallelsteilen entnommen werden, die Otto (VII p. 321) gesammelt hat^'^^). Spuren einer Benutzung der Oratio des Tatian sucht man ver- gebens (s. § 11). 5) Der Tractat ti^qI avaoraoewQ kann recht wohl von demselben Verfasser sein, von welchem die Suppii- catio herrührt. Zwar könnten die Worte am Schlüsse der- selben: a)JJ dvaKeloO^o) f^iv 6 7i€ql dvaotdöeiog Xnyog (c. 36 p. 182) dazu verführt haben, ihrem Verfasser einen alten namen- losen Tractat über die Auferstehung beizulegen; allein aus dem Inhalt desselben wird man diesen Verdacht schwerlich zu be- gründen vermögen. 6) Der Inhalt der Supplicatio enthält nichts, was der Folgezeit besonders anstössig sein musste, oder viel- mehr: er enthält des Anstössigen weit weniger als die Apolo- gien des Tatian und Justin *^^). In dem Vorstehenden sind die wichtigsten Punkte aus dem Selbstzeugniss der Supplicatio erhoben. Man kann nur stau- nen, dass ein so unverdächtiges, reichhaltiges Werk, weiches in den Augen der Väter des 3. und 4. Jahrhunderts den Apolo- gien des Justin, Tatian und Melito mindestens als ebenbürtig erscheinen musste, so rasch fast spurlos verschollen gewesen sein soll, um nach Jahrhunderten erst wieder aufzutauchen. Das Problem hat sich also bisher bei jedem Schritte vorwärts stets als schwieriger, ja als paradoxer erwiesen. Aber um so sicherer ist es nun geworden, dass ein wirkliches literarhistori- sches Problem hier vorliegt, und dass es einer Hypothese be- 193) S. oben S. 131. 194) Der Widerspruch, in welchem Justin, Apol. 11, 12 und Athena- goras, Suppl. 35 (p. 178) stehen, ist keine Gegeninstanz gegenüber den Stollen, die deutlich ein Abhängigkeit«verhältniss darthun. 195) Das apokryphe Herrenwort c. 32 (p. 168), welches vielleicht dem Aegypterevangelium entnommen ist, konnte den späteren Generationen nur willkommen sein. Die Stellung des Verfassers zur Ehe , namenthch zur zweiten Ehe, brauchte ihn zu keiner Zeit in den Verdacht der Ketzerei zu bringen. I^g4 Die Schriften des Athenagoras. darf, um dasselbe zu lösen. Die Inscriptio der Suppli- catio bringt, wenn nicht Alles trügt, den Schlüssel zu solcher Lösung. V. Die Inscriptio der Supplicatio. Sie lautet über- einstimmend in Par. 451 und Argentorat.: ^vToytQcxTOQOtv MaQüip AvQYikio) i^vTcovivo) '/.al ^ovmq) ^tgr/llq) Kof-ijun^o) ^^Qf.i€via/.o7g, ^ag^arrAolgf zo de fueyiOTOv 0iXoa6cf>oig ^^^). Die ersten acht Worte stimmen mit dem Selbstzeugniss des Buches trefflich überein: „Lucius Aurelius Commodus" ist die zutreffende Bezeichnung für den Sohn des M. Aurel als Irdperator. Die Inscriptio bestätigt also hier das Datum für die Abfassung der Apologie, welches sich aus inneren Gründen ergab. Dagegen erheben sich aber in Bezug auf den zweiten Theil der Inscrip- tio die schwersten Bedenken: von den Worten: ro de fxeyLOxov (pikoaorpoig ist abzusehen; ein Philosoph mag sich einen sol- chen Zusatz wirklich erlaubt haben. 1) Schon dem SchoHasten ist es aufgefallen, dass die Inscriptio unvollständig ist (s. oben S. 36: ilXeifirjg yj anoöooig Trjg ngoyQacpijc); er vermisste das ,,Xa/^€t^". Er hätte mehr zu vermissen gehabt: es fehlt der Name des Verfassers, Dieser ist aber hier um so un erlässlicher, als ja auch im ganzen Buche der Verfasser sich nicht genannt hat. Es ist schlechterdings undenkbar, widerspricht auch allen Regeln einer Adresse, resp. einer Eingabe, dass der Autor sich nicht genannt hat, zumal da er ja in seinem Buche auch von 196) Märkel (Programm des Gymnasiums zu Königsberg in der Neu- mark 1857: de Athenagorae libro apologetico) hat Zweifel an der Ur- sprüngliclikeit der Adresse überhaupt ausgesprochen (p. 9): „Omnia quae hucusque disputata sunt reputantibus admodum dubium \'idetur, num Athe- nagorae 71€qI XQictiav(Sv nQBoßslct ex auctoris mente ac consilio potis- simum ad imperatores, quorum inscripta est nominibus, referri debeat atque iis revera tradita sit. Primus, qui hanc dubitationem movit, ut a Gieselero (h. e. I, 157) edocemus, fuit Baylius, quem plures deinde se- cuti sunt theologi, ipseque Gieseler dubiam de hac re proferfc sententiam". Aber Märkel selbst hat doch diese Zweifel in sehr beachtenswerthe Er- wägungen verwandelt über die beabsichtigte und wahre Adresse aller derjenigen Apologien, welche die Namen von Kaisern in der Aufschrift tragen. Diese Wendung der Kritik ist entschieden zu billigen. Die That- sache, dass die Apologie des Athenagoras nicht eben sehr geschickt auf die Kaiser berechnet ist, ist anzuerkennen und zu erklären, nicht aber zu beseitigen. Die Inscriptio der Supplicatio. 185 sich selbst spricht (z. B. c. 2 fin.) i^'). Man darf daher mit Zu- versicht sagen, der Yerfassername ist hier einfach ge- strichen worden und mit ihm fiel auch der Gruss weg. 2) Aber auch die Worte ^^Qf-ievia/.olgj ^agfuaTtxolg haben langst zu Bedenken Anlass gegeben, ja sogar viele Gelehrte dazu ver- führt, die gerade bei der Supplicatio möglichst einfach liegende Frage nach der Abfassungszeit unrichtig zu beantworten. Ueber die Geschichte der Controverse kann man sich bei Otto^^^) in Kürze Orientiren. Das Problem ist dieses: die Supplicatio ist gewiss an Marc Aurel und Commodus gerichtet; aber Marc Aurel hat seit dem Tode des L, Verus (f 169) den Namen „Armeniacus" nicht mehr geführt (Commodus hat ihn sogar nie besessen), dagegen den anderen „Sarmaticus" im Jahre 175 an- genommen und auch auf seinen Sohn übertragen ^^^). Da es nun völlig unwahrscheinlich ist, dass ein Zeitgenosse sich in der Titulatur geirrt haben sollte, so sind nur zwei Möglichkeiten denkbar: entweder l^Qfi£via'/,o7g ist als alter Schreibfehler zu corrigiren (etwa in reQf,iavr/.o7g, wie Mommsen, Theol. Jahrbb. 1855 S. 250 vorgeschlagen hat; den Namen „Germani- cus" führte M. Aufei seit 172), oder aber IdQf.ieviOLY.o'ig ist absichtliche Correctur resp. Interpolation. Diese Hypo- these ist aber darum der ersteren vorzuziehen, weil, wie oben gezeigt worden ist, an der Inscriptio überhaupt corrigirt worden ist, und^weil das Cognomen l^Q/ne- via-Kolg den Sinn der ganzen Adresse verändert. Be- steht es nämlich zu Recht, dann ist die Apologie nicht an M. Aurel und dessen Sohn Commodus gerichtet zu denken, son- dern soll auf jenen und Lucius Verus bezogen wer- den. „Armeniacus" ist. der Name, den die beiden Brüder ge- meinsam geführt haben, und die Namen L. Äurelius Commodus können auch von L. Verus („L. Äurelius Verus Augustus" — so nach Inschriften, s. Pauly, Realencykl. I, 1 S. U98. „L. 197) Auf den Titel des Buchs, der im 11. Jahrli. auftaucht, resp. dem Philippus Sidetes bekannt gewesen ist, darf man sich nicht berufen; denn selbst zugestanden, dass er vom Autor herrührt (was, nach Analogien zu urtheilen, gänzlich unwahrscheinlich ist), so kann er nicht das Fehlen des Verfassernamens in der Adresse ersetzen. 198) L. c. VII p. LXII-LXXV. 199) S. Theol. Realencykl. 2. Aufl. Bd. IX S. 284: |§g Die Schritten dos Athenagova«. Ceioniiis Aelius Commodiiä Verus Antoninus" — Capitoliii., Verus c. 1. Auch: „L. Aurelius Verus Commodus") verstanden werden. In der Tliat "haben sich bis zur Zeit Mosheim's viele Gelehrte wirklich irreführen lassen (so Scaliger, Dodwell, Pagi, Clericus u. A.) und unter den Adressaten M. Aurel und L. Verus verstanden, indem sie entweder das jj^aQ^ati- y,o7g** nicht beachteten oder es in üagd^iiiolg änderten. Die Inscriptio ist also corrigirt worden und zwar so, dass der geschichtskundige Fälscher den Namen des Verfassers einfach gestrichen und die Adressaten als M. Aurel und Lucius Verus vorgestellt hat^oo). Der Zweck, den er hierbei verfolgte, kann kein anderer gewesen sein, als die Apologie ihres wahren Verfassers zu berauben und sie einem anderen Schriftsteller, von dem bekannt war, dass er die Zeit des L. Verus nicht überlebt hatte, beizulegen. In diesem Ergebnisse ist vielleicht die Lösung enthalten für die drückendsten Räthsel, welche über der „zweiten Apo- logie" des Justin und über der Supplicatio des Athenagoras schweben. Die angebliche zweite Apologie des Justin soll ja nach Eusebius eben an M. Aurel und L. Verus gerichtet ge- wesen sein ; noch genauer sagt Hieronymus : „successoribus (Ant. Pii) Antoninis Marco Antonino et Lucio Aurelio Com- modo". Dies ist aber wörtlich die Adresse der Supplicatio des Athenagoras ^^ *). Hiernach ergiebt sich folgende G eschichte dieser Apologie and der ihr zugesellten Schrift über die Auf- erstehung: • 1) Die im Jahre 177/8 entstandene Supplicatio an M. Aurel 200) Den Namen „ZapfiarixoTq" Hess er stehen, entweder weil seine geschichtliche Kenntniss nicht weit genug reichte oder weil er so wenig wie möglich verändern wollte und auf besonders geschichtskundige Leser nicht zu rechnen hatte. 201) Ich vermuthe daher, dass Hieronymus die von Eusebius als zweite Apologie bezeichnete Schrift wirklich in Händen gehabt hat. MögUch bleibt allerdings, dass er willkürlich die ungenaue Adresse, welche Eusebius gab, präcisirt und dabei zufällig den Wortlaut der Inscriptio der SuppUcatio getroffen hat. Jedoch ist dies sehr unwahrscheinlich ; denn es liegt sehr fem dem L. Verus die Namen „L. Aurelius Commodus" zu geben. An L. Verus hat aber auch Hieronymus gedacht wissen wollen, wie der Ausdruck „successores Antonini** beweist. Die Supplicatio vmcl die zweite Apologie Justin's. 187 und Commodüs trug den Namen des Athenagoras in der In- scriptio. In einer sehr alten Handschrift (saec. III.) ist dieser Name getilgt, die Adresse durch leichte Yeränderung corrigirt und die Apologie den Werken des Justin beigesellt worden ^®'^). Die Gründe, wesshalb dies geschehen ist, lassen sich nicht mehr entrÜthseln. Es mag sein, dass man die Aenderung vor- nahm, weil man von dem wahren Verfasser absolut nichts wusste — dies ist das wahrscheinlichere — ; es ist aber auch möglich, dass umgekehrt irgend eine unbequeme Kunde von ihm hier im Spiele gewesen ist 2^^). 2) In der Sammlung justinischer Schriften, welche Euse- bius vorfand, befand sich bereits die Supplicatio. Eusebius hat sie desshalb als zweite Apologie des Justin bezeichnet. Aber er hat sich gehütet, auf dieselbe näher einzugehen, da sie sei- ner Construction der Geschichte des Justin ein starkes Hinder- niss bereitete. Wohl hat er sich an einer Stelle den Anschein gegeben, als citire er aus ihr, wie er sich ja auch den Anschein gegeben, als excerpire er die Schrift ngbg MaQuiiova, aber f ac- tisch hat er in beiden Fällen lediglich die Apologie an A. Pius ausgeschrieben. Ob er dem justinischen Ursprung der Suppli- catio etwa misstraut hat, lasst sich nicht entscheiden. Hierony- mus und Photius haben den Bericht des Eusebius einfach wie- derholt; der erstere aber hat wahrscheinlich die beiden Apolo- gien flüchtig eingesehen. 3) Dem Fälscher ist es indess nicht gelungen, die Erinne- rung an den wahren Urheber der Supplicatio ganz zu unter- drücken. Nicht nur hat Methodius, der ältere Zeitgenosse des Eusebius, noch ein Exemplar derselben gekannt mit der Auf- schrift „Athenagoras", sondern auch Philippus Sidetes hat 100 Jahre später die Supplicatio noch unter dem Titel lAd-rjvayoQOv 202) Eine dunkle Ahnung des Richtigen hatten die Kritiker also, von denen Baronius (Annall. II ad ann. 179 c. 39) mittheüt, dass sie Justin für den wirklichen Verfasser der unter dem Namen des Athenagoras gehenden Schriften hielten. Dazu Hallo ix u. Act. SS. ad 13. Apr. p. 106. Oudin, de Script, ecci. I p. 205. 203) Die Unterschiebung ist jedenftills voreusebiani&ch und nicht etwa von Eusebius selbst gemacht. Ihm musste ja die zweite Apologie Justin's unbequem «ein, da ihn schon die erste bis zu den Ausgängen des Lebens des Märtyrers geführt hatte. |§3 Die Schriften des Atlienagoras. (Ad-Yivaiov) rpiXoo6q)OV yoiotiavnv noeßeiu ^rsQi XQiOTtavtov^ resp. unter einem diesem sehr ähnlichen gekannt 20 4^ 4) Aber in der Folgezeit haben die Exemplare mit ge- fälschter Inscriptio und abgeschnittenem Titel die anderen ver- drängt; sie blieben aber theils in Verbindung mit den justini- schen Werken, theils wurden sie von ihnen gelöst. So hat Arethas (ann. 914) in sein Corpus Apologetarum die Supplicatio und den Tractat über die Auferstehung ohne jede Verfasser- bezeichnung aufgenommen ; aber in dem Scholion zu de resurr. 1 hat er durchblicken lassen, dass er den Justin für den Autor dieses Tractats, also auch der Supplicatio, halte. In den Samm- lungen der Werke des Justin, die dem Par. 450 und Argento- rat. vorhergehen, haben jedenfalls auch die Supplicatio und der Tractat über die Auferstehung gestanden, allerdings nicht mit der Aufschrift ^^d^rjvayoQov, sondern ohne jeden Titel. 5) Spätestens im 11. Jahrhundert taucht der alte Titel: i^d-rjvayoQov xtX. für uns wieder auf^^^). J){q Abschriften des Arethascodex bieten ihn bereits und in diesen selbst ist er nach- träglich eingesetzt worden. Der Scholiast saec. XL zählt als alte Apologeten den göttlichen Justin, Athenagoras, Tatian, Clemens und Origenes auf. Die Stellung, die er dem Athenagoras an- gewiesen, bekundet noch die ursprüngliche Ueberlieferung. 6) Für die Sammlungen justinischer Werke konnte das Wiederauftauchen des Namens des Athenagoras nicht ohne Folgen bleiben. Entweder man beliess die beiden von ihm herrührenden Werke im Corp. Opp. Justini, wo man sie vor- 204) Das „k.9^»7va/oi'" wird von PhiUppiis nicht berücksichtigt; ihm ist Athenagoras Alexandriner. Man darf daher vielleicht vermuthen, dass jenes Cognomen, welches erst in den Handschriften nachweisbar ist, aus ji^7]va- yÖQOv entstanden ist. Doch vermag man darüber schwerlich mehr zu entscheiden. Ebensowenig ist auszumachen, ob Philippus noch die ur- sprüngliche oder schon die interpoHrte und verkürzte Inscriptio vor sich hatte. Er hat die Adresse jedenfalls völlig unrichtig wiedergegeben („Hadrian und Antonin m,"); aber seine Zeitbestimmung trifft wie- derum für Justin zu, und die Rolle, die er den Athenagoras spielen lässt, macht die Annahme nicht ganz unwahrscheinhch, dass in seinen Bericht die gefälschten Traditionen über den Doppelgänger des Justin schon liineinspielen. 205) Zu dem Verschwinden und Auftauchen von Verfassernamen in der Tradition vgl, das oben § 9 über Aristo von Pella Bemerkte. Die Supplicatio und die zweite Apologie Justin's. 189 gefunden, trotz des wiedererkannten Verfassernamens — so zeigt es uns die Sammlung, welche der Cod. Argentorat. repräsen- tirt — oder aber man verzichtete auf die Supplicatio, da sie sich als nicht-justinisch erwiesen, suchte aber den Tractat über die Auferstehung zu halten, da für diesen der Beweis, dass er nicht von dem gefeierten Apologeten herrühre, so bestimmt nicht geführt werden konnte. So finden wir es in dem Par. 450: die Supplicatio fehlt hier ganz, der Tractat über die Auf- erstehung ist ohne jede Ueberschrift aufgenommen. Aber nun hatte man jene zweite Apologie verloren, von welcher Eusebius berichtet hatte! Man wusste sich zu helfen. Niemand wird es für einen Zufall erklären, dass in der jungen Samm- lung, in welcher der dogmatische Tractat zum ersten Male von der Supplicatio getrennt auftaucht und sich diese überhaupt nicht mehr findet, die Apologie an A. Plus in zwei Apologien zerlegt ist. Diese Zerlegung lehnte sich an eine alte, schon im 7. Jahrh. nachweisbare, sach- gemässe Eintheilung der einen Apologie in zwei Theile an (s. die SS. Parallel.). Sie liegt aber im Par. 450 und im Otto- bon. 274 bereits in einer corrumpirten Form vor. In dem Vorstehenden sind die oben S. 171 f. gestellten Fragen, warum die Apologie des Justin getheilt worden ist, welche ßewandtniss es mit der zweiten Apologie dieses Apolo- geten hat, und wie die räthselhaftef üeberlieferung der Athena- goras-Schriften zu deuten sei, beantwortet — gewiss nicht so, dass alle Zweifel nun ausgeschlossen sind; blieben doch die Gründe, wesshalb man den Namen des Athenagoras im 3. Jahr- hundert getilgt hat, und manches Andere völlig im Dunkeln. Aber mindestens wird auf dem angegebenen Wege die Losung des Problems zu suchen sein. Justin hat also eine zweite Apologie überhaupt nicht ge- schrieben. Eine solche ist ihm falschlich beigelegt worden. Da dies aber bereits in der voreusebianischen Zeit geschehen sein muss, so ist es möglich, dass auch andere Werke, welche Eusebius (h. e. IV, 18) als justinisch aufgeführt hat, nicht von ihm herrühren. Darüber lässt sich jedoch nicht mehr urth eilen. Gewiss ist dies, dass vom dritten Jahrhundert ab. bis tief in die byzantinische Zeit hinein fort und fort Werke obscurer oder unbekannter Schriftsteller, die man für werthvoll hielt, j^90 ^-^ Werke des Justin Jem „göttlichen" Apologeten beigelegt worden dind,imd dass diese die ecliten Schriften verdrängt Laben ^'J^'). Justin absorbirte die Schriften Anderer, aber eben diese Schriften cbsorbirten schliess- lich ihn selbst. Photius hat bereits kein einziges echtes Werk des Justin in Händen gehabt. Seine oft kritiklos nachgesprochene Charakteristik des Apologeten beruht aiisschlies-siich auf der Leetüre pseudojustinischer Schriften. Aber doch nur in sehr wenigen Fallen hat der Historiker Grund zu der Annahme, dass unter Justin's Namen betrügerisch Schriften gefälscht worden sind; die Verfasser der pseudojustinischeu Werke sind meistens an der Unterschiebung vi^llig unschuldig. Leichtfertige Coui- binationen der Stümper, Sorglosigkeit der Schreiber, üb'.-lan- gebrachte Verehrung für den nahezu „apostolischen'' Apolo- geten — und diese ist wohl hier und da zu wissentlicher Unterschiebung vorgei^chritten — haben es verschuldet, dass die Opera Justini im byzantinischen Zeitalter zu einer Biblio- thek angewachsen sind. Den Umfang derselben vermögen wir jetzt einigermassen zu übersehen; aber wir dürfen nicht ver- gessen, dass niemals im Mittelalter alles das beisammen war, was je für justinisch gehalten worden ist. Uebersicht über die Ueberlieferung des Justin ^*^'). A. Echte Werke: 1) Adv. Marcionem — Irenaeus. 2) Syntagma c, omnes haer. — (Hegesipp), (Trenaeus), Ter- tuUian, (Hippolyt), (der Verf. des kl. Labyrinths). 3) Apologia ad A. Pium — AthenagoraS; Melito, Theophilus, 206) Die antignostischeri Schriften wurden durch die Werke der offosscn Kot./crl>efitroiter bereits im 3. .Jahrhundert verdriingt. An den apologeti- schen Werken — mit Ausnahme der Schrift an A. Pius — scheint schon Eusebius keinen recliton Geschnjack mChr gefunden zu habent sie wurden durch das grosso gcfi'll^cl!tc• apologetisch- rheti^cbe 'W'eik wider Griechen und Juden (mit angehiln^j^ter Expositio fidei) er.^ctzt. 207) Als Zeugen sind hier nur .solche aufgeführt, welche die be- treffende Schrift in Händen gehallt haben. Ist der Name gesperrt ge- druckt, HO zeigt das ein iuisdnifkliches Citat oder die Erwähnung der Schrift mit ihrem Titel ;in. Die. Klammern bedeuten, dass die Benutzung unsicher ist. Ueberiicht über die Ueberlieferung des Justin. 191 Tertullian, (Hippolyt), (Minucius Felix), Pseudomelito, (der Verf. des kl, Labyrinths), (Julius Afr.), Eusebius, Rufinus, Athanasius, (Hieronymus), SS. Parallel. Cod. Rupef., Par. 450. 4) Dialogus c. TrypL. — Irenaeus, (Tertullian), Eusebius, SS. Parallel. Cod. Rupef., Par. 450. 5) De anima — (Tertullian), Eusebius. 6) Ad Graecos — Eusebius. 7) Ad Graecos refutatio — Eusebius. 8) De Monarchia — Eusebius. 9) Psaltes — Eusebius. B. Werke, die echt sein können: 10) Hypomnemata in Hexaem. — Ana^tasius Sin. 11) De resurr. — Procopius Gaz. 12) Eine nicht näher zu bezeichnende Schrift, aus v^elcher Methodius citirt hat (s. oben S. 133 f.). C. Werke, die dem Justin bereits in voreusebianischer Zeit beigelegt worden sind: 13) Athenagorae Supplic. — (s. oben S. 175 f.). , 14) Athenag. de resurr. — (s. oben S. 175 f.). D. Werke des 2. — 5. Jahrhunderts, die von unbekannten Verfassern herrühren und dem Justin fälschlich bei- gelegt worden sind. 15) De resurr, (voreusebianisch) — Irenaeus, (Tertullian), SS. Parallel. Cod. Rupef. [beigelegt spätestens im 7. Jahrh.j. 16) De monarchia (voreusebianisch) — Argentorat., Paris. 450 [Zeit der Beilegung unbestimmt]. 17) Ambrosii(r) oratio ad Gr. (voreusebianisch) — Argen- torat. [Zeit der Beilegung unbestimmt]. 18) Ep. ad Diognelum (voreusebianisch) — Arge nio rat. [Zeit der Beilegung unbestimmt]. 19) Hippolyti de universo (voreusebianisch) — Gewährs- männer d e s P h 0 1 i u s [Zeit der Beilegung unbestimmt] . 20) Cohortatio ad Gr. (voreusebianisch, saec. IIL) — C}Til- ius AI., Stephanus Gobarus, SS. Parallel. Cod. Rupef., 192 ^i® Werke des Justin. Photius, Paris. 451, Paris. 450, Argentorat. [zwischen dem 4. u. 6. Jahrh. dem Justin beigelegt]. 21) Justini cujusdam ep. ad Zenam (nicht vor dem 4. Jahrh. entstanden) — Paris. 451, Paris. 450. [beigelegt vielleicht gleichzeitig mit der Cohortatio]. 22) Quaest. et Resp. ad Orthodoxes (c. 400) — (Procopius), (Photius), Vindob. gr. 71, Paris. 450, Macarius Chry- socepli. [beigelegt wahrscheinlich schon vor Photius, je- denfalls nicht später als saec. XI.]. E. Ein Werk, welches dem Justin zugeschrieben wor- den ist, aber überhaupt nicht existirt hat. 23) Interpret, in Apocalyp. — Hieronymus. F. Werke der byzantinischen Zeit, die höchst wahr- scheinlich unter Justin's Namen gefälscht wor- den sind. 24) Additam. ad Apologiam — SS. Parallel. Cod. Rupef. (s. oben S. 173 f.), [spätestens im 7. Jahrh.]. 25) u. 26) Apologia pro Christiaais et c. Graec. et c. Jud. mit der Expositio rectae fidei (3 Bücher) (450 — 600) — Buch I und II (vielleicht auch lU) bei Photius, Buch I und III bei Leontius, Buch I im Cod. Vatic. der SS. Parallel, und wahrscheinlich auch im Cod. Paris. 923 der SS. Parallel., Buch II im Cod. Coisl. 276 der SS. Parallel., Buch III bei Anastasius Presb.^ Cod. Syr., Cod. Mutin., Coisl. 120, Argentorat., Par. 450 [Justin beigelegt 450—600]. 27) Ep. ad Euphrasium seu de Providentia (Zeit unbestimmt) — Max im US Confessor [beigelegt spätestens im 7. Jahrh.]. G. Philosophische Werke der byzantinischen Zeit, die möglicher Weise unter Justin's Namen gefälscht worden sind. 28) Confutat. Aristot. (zwischen dem Ende des 6. und Mitte des 9. Jahrhunderts) — Photius, Paris. 450. 29) u. 30) Quaest. Christ, und Quaest. Graec. ... de resurr. Die Ueberlieferung über das Martyrium des Justin. 193 (vielleicht von demselben Verf. wie Nr. 28) — (Pho- tius), Par. 450; jene auch citirt von Johannes Sapiens saec. XIV. 31) Ad Graecos (vielleicht von demselben Verf. wie Nr. 28— 30) -- Par. 450.207b) Die Ueberlieferung über Justin in den Menäen und Mar- tyrologien steht ausser Zusammenhang mit der Tradition über seine Werke ^ö^). Das Gleiche lässt sich fast stets in der mar- tyrologischen Literatur in Bezug auf hervorragende Schrift- steller der ersten Jahrhunderte beobachten. Für Justin be- sitzen wir griechische Acta in einem Codex von Cryptoferrata, „qui Vitas SS. a Symeone Metaphr. partim coUectas et sine ulla mutatione adoptatas, partim conscriptas vel interpolatas suppedi- tayit"20o^^ Scheidet man von diesen Acten ^lOj den Anfang und Schluss (c. 1. 6) als offenbar später hinzugesetzt aus, so ent- halten dieselben nichts, was gegen die Annahme der urkund- lichen Zuverlässigkeit spricht. Schon dies ist ein starkes Pra- judicium für ihre Echtheit ^ ^ i), dass sie die Anfeindungen des Crescens unerwähnt lassen und überhaupt von Eusebius nicht abhängig sind2i2j^ Weiter aber ist zu constatiren, dass sich in 207 b) Hierzu kommt noch jenes Citat bei dem Syrer (s. oben S. 170 f.) sowie die Citate aus nicht genannten pseudojustiniscben Werken in den Codd. der SS. Parallel, und bei A. MeUssa. Posse vin will in griechischen Handschriftencatalogen eine Erklärung der pseudoareopagitischen Schrif- ten unter dem Namen des Justin gefunden haben (Fabricius-Harles, Bi- blioth. Gr. VII p. 67); von einer solchen ist sonst nichts bekannt. 208) S. die Zusammenstellungen in den Acta SS. ad XITI. Apr. p. 104—119, ad I. Jun. p. 16—22. 209) S. Corp. Apol. III p. XL VI sq. Die Acten gab hiernach la- teinisch zuerst Lipomanus (1558), griechisch Papebroch (1695) heraus. Der God. Vatic. 655, welcher sie auch griechisch enthält und zuerst von Maranus, dann für Otto von Cozza verglichen wurde, ist höchst wahrscheinlich nur eine Abschrift des Cryptoferr. (s. 1, c. p. XLVIII). 210) S. Corp. Apol. III p. 266—279. 211) Unter dieser ist verstanden, dass die Acten das Verhör Justin's und seiner Genossen (Chariton, Charito, Euelpistus, Hierax, Paeon und Liberianus) wesentlich treu wiedergeben. 212) Dieser Umstand hat viele Kritiker des 17. Jahrhunderts und der Folgezeit zur Annahme der Unechtheit der Acten, oder zu der Unter- scheidung von zwei Männern Namens Justin, oder zu sehr künstlichen Texte und Untereuchungen. j3 [94 ^^^' Werke def^ Justin. der Erzählung der Acten keine Anachronismen finden; Zug um Zug stininit vielmehr mit dem Verfahren, welches in der Zeit zwischen Trajan und Decius beobachtet wurde ^^^j. Somit steht der Annahme nichts im Wege, dass diese Acten wirklich dem zweiten Jahrhundert angehören 2^^). Von den älteren Kirchen- schriftstellern hat sie vielleicht Epiphanius gekannt: er berichtet wenigstens (h. 46, l), dass Justin zu Rom unter dem Präfecten Rusticus Märtyrer geworden sei-'*'). Den byzantinischen Com- pilatoren der Synaxarien sind sie nicht entgangen. Aber schon sie haben den Philosophen und Märtyrer Justin von dem Justin der Acten unterschieden, beide^*'^aber auf den 1. Juni ange- setzt ^^^l In dem ältesten Menaeuni iMS. Cryptae-ferratae), wel- Combinationen zwischen dem Bericht des Justin und der Erzählung des Eusebius verführt. Es ist nicht der Mühe werth, diese Hypothesen zu- registriren. Nur dies sei bemerkt, dass die Bollandisten im Junibande ihre im Aprilband gegebenen Ausführungen mit Recht zum Theil zu- rückgezogen haben. 213) Auch das christliche Bekenntnis^ des Justin (c. 2) hat den Cha- rakter hohen Alterthums, Die Antwort auf die Frage: nov avvigx^aO^e (c. 3) ist sogar durch die Aufschl-üsse über sehr alte Gemeindeverhält- nisee überraschend. In den Geständnissen der Genossen des Justin (c. 4) trägt jedes Wort den Stempel der Zuverlässigkeit. Das letzte Zwiege- spräch endlich zwischen Justin und dem Stadtpräfecten (c. 5) handelt von dem Dogma, welches, wie Lucian belehrt, den gebildeten Römern und Griechen das anstössigste war. Der Stadtpräfect, der augenscheinlich den Justin retten will, sucht ihn bei seiner wissenschaftlichen Ehre zu fassen. Aus c. 5 fin. lässt sich nicht .schliessen, dass ein allgemeines Gebot zum Opfern vom Kaiser ausgegangen war. Der „Erlass" bezog sich darauf, dass die angeklagten Christen zu opfern hätten. 214) Das Martyrium des Justin ist in der alten Kirche besonders be- rühmt gewesen. Nicht nur weiss schon Trenaeus von demselben, pondern TertuUian und Hippolyt bezeugen auch, tlass zu ihrer Zeit Justin unter dem Namen „der Märtyrer" bekannt gewesen ist. 215) Bei Aponius (Coujment. in Cant. Cant. 1. I), der nach Lab- beus c. 680 geschrieben haben soll, findet sich der Tod des Justin er- wähnt (ich kenne die Stelle nur aus Act. vSS. ad I. Jun. p. 17). Der Text ist aber so corrumpirt, dass ich auf jede Benutzung desselben vemchte: ,Ju8tinus Philosophus . . . quosdam filioa matris pbilosophos (philosophiae?) redarguit blasphemantes, caliide in secreto vocatus, ab iis magistris inter- fectua est". 216) S. Acta SS. ad f. Jun. p. 16. In einem russischen Menolagiuui ut da« Martyrium des Philosophen sub Severo ann. CC (CCVIII). das d»:s Justin der Acten sub Hadriano ann. CXXIII (CXXXI) angesetzt! r>ie Ueberliefornng über das Mn.rtyrinm des Justin. 195 dies den Bollandisten zur Verfügung stand (nomine Imp. Basilii Porphyrog. insignitum}, ist zuerst zum 1 Juni das Mar- tmum des Philosophen verzeichnet mit einem langen Elogium, welches wesentlich auf Eusebius zurückgeht, aber durch den Znsatz bemerkenswerth ist, dass A. Pius den Philosophen für seine Apologie anfänglich belobt habe und erst durch die Ränke des Crescens zur Verfolgung gedrängt worden sei. Nun folgt das M/irtyrium eines zweiten Justin nach den Acten. In dem Synaxarinm Divionense und in einem Menaeum ms. Chif- üetianum liegen die Acten in einer poetischen Bearbeitung vor (s. Acta SS. 1. c. p. 17. XIll. Apr. p. 104). Da der Tod durch das Schwert dem Justin der Acten bleiben musste, so erfand man für den Philosophen den Tod- des Socrates — den Schir- lingsbecher '^ 1 '). Auch für dieses letzte Stück der Legenden- bildung in den griechischen Menäen ist immer noch Eusebius durch seine verhängnissvolle Leichtfertigkeit bei der Angabe des Todes des Martso'ers verantwortlich. Die Lateiner kennen die echten Acten des Martyriums nicht. Erst Ado hat Justin in das Martyrologium aufgenom- men auf Grund des Berichtes bei Eusebius-Rutin und zwar ad d. XIII. Apr., weil auf diesen Tag das Martyrium des Carpus und Papylus nach der Tradition fiel und bei Eusebius der Be- richt über Justin's Tod dem über das Martyrium der genann- ten Kleinasiaten folgte. Es scheint fast, als hätten Ado und nach ihm Üsuardus dafür gehalten, dass Justin ebenfalls zu Pergam um ums Leben gekommen sei. ErstBaronius ist (für das Martyrologium Romanum) auf die echten Acten zurück- gegangen. Die Lateiner sind aber bei dem 13. April stehen geblieben. Schliesslich ist noch zu erwähnen, dass der Cod. Cryptoferr. prima manu das Martyrium ugb la alöcov ^lovkiov datirt hat (sec. manu ^t/vl ^lovvlov ngcorrj^ wie die allgemeine griechische Tradition). Da auch die Form dieser Datirung fehlerhaft, so hat schon Sirletus dafür tt^o iojv alöcov 'lovviov conjicirt. Das le. scheint allerdings aus einer Dittographie von el{öiov) entstanden zu sein, und ' lovliov und ^lovviov sind leicht zu verwechseln. 217) lovaxTvov xwveiov r/gsv ix ßlov^ 'iß tCbv ^AaavQlotv y^, nai- ösv&slg 6h Tt^mtov ßhv tä vfiHega^ ösvtSQOv 6h azLva vvv xriQvtxeiv iTiayyikXoiJtat. Tatian nennt sich also selbst nicht einen Barbaren, son- dern einen Anhänger der barbarischen Philosophie (genau so auch c. 1 p. 6, 14 sq.). Das folgende yevvTj&slg xtL soll dem nicht zur Erklärung dienen, sondern der Sinn ist vielmehr der: „meine Bildung ist ursprüng- lich eine griechische, obschon ich im Lande der Assyrier geboren bin." Man beachte den Ausdruck: iv x^ xdiv ^AaavQloJv yy. 234) Dass an Assyrien im strengen Sinn des Wortes zu denken sei, hat Zahn S. 268 f. wahrscheinlich gema,cht. 235) Clem. Alex. Strom. III, 81 p. 547: Taxiavbv olf/at xbv Svqov. Epiphan., h. 46, 1: (Taxiavog) ^v fihv Svgog xo yivog^ iog r) elg ^(läg ikß^ovccc yvwatq ne^iij^si, Ireaneus und Eusebius sagen nichts hierüber. 202 I^i^ Oratio des; Tatian. mit Recht auf Tatian belogen hat^^*^), einen aus dem Lande der Assyrier stammenden Mann, und es liegt bei der häufigen Verwechselung von Syrien und Assyrien nahe anzunehmen, dass jenes „der Syrier'* aus dem von Tatian selbst gebrauchten Aus- druck entstanden ist. Woher aber Epiphanias seine Kunde geschöpft hat, wissen wir nicht. Vielleicht aus derselben Ueber- lieferung, die ihm auch zugetragen hat, dass Einige das Dia- tessaron Hebräerevangeliura nennen. Wie wenig auf die An- gabe des Clemens und Epiphanius hier zu geben ist, lehrt das Selbstzeugniss Justin's des Märtyrers wie auch die Trädi^ tion über ihn. Justin entstammte ohne Zweifel einer griechi- schen Familie in Flavia Neapolis (sein Vater hiess Friskus, sein Grossvater Bakchius), und er ist in dem hellenischen Glauben erzogen worden. Trotzdem rechnet er sich Dial. 120 lin. in das Volk der Samariter ein^^''), weil er geborener Samariter ist 2^^). In demselben Capitel nun, wo Epiphanius den Tatian einen Syrer nennt, bezeichnet er den Justin nicht nur mit den- selben Worten als Samariter, sondern unterstellt sogar, wie es scheint, dass Justin sich von der samaritischen Religion zum Christenthum bekehrt habe 2'-^^). Unter solchen Umständen wird man es für mehr als gewagt halten müssen, mit Zahn anzu- nehmen, Tatian sei ein in Assyrien geborener Westsyrer ge- wesen, weil Clemens und Epiphanius ihn einen Syrer nennen. Bis nicht neue Quellen entdeckt werden, hat man festzuhalten: Tatian war ein in Assyrien geborener Grieche, der eben dess- halb von Einigen ein Syrer genannt worden ist. 236) Strom. I, 11 p. 322. 237) Ovöe yäg dnb rov yivovg rov ißov, Xsyv} ös rtSv SafxuQewv xxX. Auf Apol. II, 15 init. möchte ich mich nicht berufen. 238) Hiernach erledigt nich die Bemerkung Zahn 's (a. a. 0. S. 270): „Mir wenigstens ist es völlig unbekannt, daes man um jene Zeit die in Syrien geborenen oder wohnenden Griechen oder Körner „Syrer" genannt hätte." Mail wird den }3ewei3 speciell für Syrien nicht mehr zu führen brauchen. Haben sich doch selbst die in der Diaspora geborenen Juden in Jerusaleni in Genossenschaften zusammengethan, die sich nach dem Geburtslantio benannten (Act. (5. 9). In Act. 4, 36 wird- Barnabajä „Jiv- €iti]Q KvrcQioQ TV) yivei" genannt. 289) 11. 46, J: 6 ^loiailvoi; ^^ocjiiapeiztjq »Jv- t6 yivog. (iovativu)) rd) and ^a[xaofiiü}v tlg X^iutoy ntnioitvxoxi. Chronologisches als Einleitung. 203 4) Kehren wir nach dieser notliigcn Abschweifung zur Chronologie zurück. Wir besitzen für dieselbe nocb folgende üaten : a) In dem 1. Buch adv. liaer. c. 28, 1 (geschrieben um das Jahr 185) und zwar in dem Ketzerkatalog kommt Irenaeus, nachdem er von Marcion gehandelt, auf verschiedene eklek- tische christlicbe Partheien und Schulen zu sprechen. Aut sa- tornilische und marcionitische Einflüsse führt er eine Richtung zurück, die unter dem Namen Enkratiten bekannt sei. Sie verkündigen Ehelosigkeit, enthalten sich des Fleischgenusses, setzen überhaupt die Schöpfungsordnungen Gottes herab und lehren speciell die ewige Verdammniss Adam's. Doch letzteres erst seit kurzer Zeit. „Ein gewisser Tatian hat zuerst diese Blasphemie aufgebracht." V^on ihm berichtet nun Irenaeus, dass er ein Hörer des Justin gewesen sei und nichts derglei- chen verkündigt habe, solange er mit jenem zusammen war; nach dessen Märtyrertode erst sei er von der Kirche abgefallen und habe, aufgeblasen und verblendet durch die Meinung, er sei ein besonders vorzüglicher Lehrer, eine eigenartige Lehr- fassung aufgestellt ^^^) ; „abereinstimmend mit den Valentinianern nämlich fabelte er von gewissen unsichtbaren Aeonen, ähnlich wie Marcion und Saturnin nannte er die Ehe eine das (ewige) Verderben bringende Hurerei; den Widerspruch gegen die Selig- keit Adam's fügte er dem von sich aus hinzu''. Im 3. Buch c. 23 polemisirt dann Irenaeus sehr ausführlich gegen diese Sondermeinung Tatian's und nennt ihn selbst (§ 8) .,connexio omnium haereticorum" '^^^). 240) Der griechische Ausdruck (bei Euseb. IV, 29) lautet: i6iov xa- gaxTTJga öiöaaxaXeiov övvFati^aaxo. Die nächstliegende Bedeutung von ötSaaxaXstov ist „Schule", und dafür spricht der Gegensatz zu dem anoaxag xriq ixxkrjoiag, ferner das vorhergehende ol^/xazi SiSacxaXov und auch das Verbum ovvsari]0(xzo. Dennoch halte ich mit Zahn (a. a. 0. f. 284 n. 2) die üebersetzung „Lehre" für möglich; denn nicht nur macht das „i'öiov xtxQaxtriQa'* diese wahrscheinlicher, sondern noch mehr legen die folgenden Participia ßvd-o?.oyriaac: • — dvayogevoaq — noirjad- fxevoq nahe, dass Irenaeus von der Lehre Tatian's hier sprechen wollte. • 241) Möglich ist, wie Zahn (Gott. Gel. Anz. 1873 S. 1554 f.) ent- deckt hat, dass auch in IIl, 2, 1 von Irenaeus gegen Tatian polemisirt worden ist. V 204 -^i® Oratio des Tatian. Für diesen Bericht des Irenaeus ist folgendes zu beachten: 1) Justin wird von ihm als ein Bekannter, Tatian als ein Unbe- kannter eingeführt, 2) die bestimmte Nachricht, dass Tatian erst naph dem Tode des Justin von der Kirche abgefallen sei, darf man um so sicherer hinnehmen, als Irenaeus die Art des Verhältnisses der Beiden niqjit, wie die späteren Berichterstatter, übertreibt und ferner um die angegebene Zeit resp. etwas früher höchst wahrscheinlich selbst inRom anwesend gewesen ist^^^^. Dann aber wird man auch den Ausdruck „aTioGtag Ting iyi/.lr]' oiag'''' nicht als eine blosse Floskel hinnehmen dürfen, sondern vielmehr an einen, wenn auch von langer Hand vorbereiteten, offenkundigen Bruch Tatian 's mit der Kirche zu denken haben, der in Rom nicht früher als im J. 163 und spätestens wenige Jahre nach 167 erfolgt ist. Von der Stiftung einer eigenen Secte durch Tatian sagt Irenaeus vielleicht nichts bestimmtes, aber was er berichtet, ist davon nicht wesentlich verschieden. Die Parthei der Enkratiten hat seine Lehre von der Verdam- mung Adam's aufgenommen und dadurch ihre bisherige Son- derstellung neben der Kirche noch verschärfte*^). Ist nun Tatian unstreitig Lehrer gewesen und eben als Lehrer aus der Kirche ausgetreten, so wird sein Erfolg bei den Enkratiten schwerlich ein unbeabsichtigter gewesen sein — mit einem Wort: Tatian wurde als Apostat ein einflussreicher Führer der römi- schen Enkratiten. Nun zeigt uns zwar die Schilderung des Irenaeus invito auctore diese Parthei durchaus nicht als eine gnostische — einem strengen theoretischen Diialismus haben 242) Die chronologischen Ausführungen, welche Zahn in der Real- encyklop. f. prot. Theol. 2. Aufl. VII S. 134 f. über das Leben des'Ire- naeus gegeben hat, scheinen mir in hohem Grade wahrscheinlich. Sie bestätigen sich aber noch durch manche Beobachtungen, die der Verf. in dem Rahmen eines Artikels nicht hat anführen können. Irenaeus ist über die Zeit des Anicet in Rom gut berichtet, dagegen weiss er von der Folgezeit sehr wenig. So ist ihm zwar Marcellina noch bekannt, aber nicht Apelles u. s. w. 243) Dieser genaue Bericht über die Enkratiten zeigt wiederum, dass Irenaeus hier gut orientirt ist. Dass Tatian nicht „Stifter" der Enkra- titen gewesen ist, geht auch daraus hervor, dass in der ältesten Streit- schrift wider sie (von Musanus) sein Name gar nicht erwähnt war. Erst Eusebius hat ihn zum Anführer der Enkratiten gemacht (h. e. IV, 28). Chronologisches als Einleitung. 205 sie ohne Zweifel nicht gehuldigt — ^44^^ .^{^^q^ q[q erschien doch den Zeitgenossen als eine solche, weil in ihr der absolute ün- werth der materiellen W elt hehauptet und auch zwischen dem Schöpfergott und dem höchsten Gott unterschieden wurde 2^^). Beachtet man dazu, dass die ausdrückliche Verwerfung der Ehe auch im socialen Lehen eine unüberwindliche Scheidewand zwischen den Kirchlichen und diesen Enkratiten aufrichten musste, so darf man mit Bestimmtheit sagen, dass Tatian nicht mehr für die Kirche und in deren Dienst arbeiten konnte, nach- dem er Enkratit geworden war, und dass umgekehrt diese das, was von ihm kam, als für sie nicht existirend betrachten musste 2^^). So aber nicht allein in Rom, sondern überall in der Christen- heit. Der Abfall eines einst angesehenen christlichen Lehrers musste mindestens überall dort bekannt werden, wo man die- sen selbst kannte, umgekehrt war Tatian am wenigsten der Mann, Unterschiede und Gegensätze zu vertuschen. Seit seinem Abfalle war er von der Kirche getrennt, galt als eine connexio haereticorum , hat daher auch nicht mehr für die Kirche, sei es nun im Ost, sei es im West, wirken können. Diese Aus- führung wäre nicht nothwendig geworden, hätte nicht Zahn eine Schilderung des Bruches Tatian's mit der Kirche und seiner Folgen entworfen, welche denselben als völlig harmlos 244) Das geht auch aus den Fragmenten der späteren Schriften Ta- tian's hervor. 245) S. Tatian's „Probleme" und die Fragmente. Irenaeus weiss übrigens (III, 23, 8) von „auditores" Tatian's, von solchen, „qui ab eo sunt". 246) In meiner Habilitationsschrift „De Apellis gnosi monarchica" habe ich p. 88 — 90 auf die grosse Verwandtschaft hingewiesen, welche zwischen Apelles und dem späteren Tatian besteht. Ich wüsste an dem dort Ausgeführten nur weniges zu ändern. Hinzuzusetzen wäre nur, dass auch bei Tatian wie bei Marcion und Apelles durch Rückgang auf das paulinische Christenthum die eigenen Lehren bewiesen werden sollen. Unter Berufung auf Paulus sind die „Antithesen" Marcion's, die „Syllogismen" des Apelles, die „Probleme" des Tatian gesehrieben wor- den. Unter solchen Umständen ist vielleicht doch die Nachricht im SchoHon 44 ad ep. Hieron. ad Avitum des Victorinus nicht ganz zu ver- achten, Apelles sei auditor des Tatian gewesen. Jedenfalls aber verdient die sichere Beobachtung, dass Tatian als Häretiker Hyperpauliner ist, mehr Beachtung als ihr bisher in der Dogmengeschichte geschenkt worden ist. 206 ^^^ Oratio des Taiian. darstellt. „Er wollte der Kirche iuigcliören und dienen, aber in Freiheit. Es zog ihn zu den Barbaren des Ostens, wo es noch keine durch Generationen von Bischöfen gepflegte con- ventionelle Orthodoxie gab." ,,Es musste Tatian schwerer als Anderen werden, sich in Bezug auf seine Bechtgläubigkeit ver- dächtigt zu sehen, aber auch ^eine Yerirrung einzugestehn." Aber um Orthodoxie oder Heterodoxie hat es sich nicht allein gehandelt, sondern um das schwerer wiegende sociale Problem, welche Stelluiig die Gemeinden zum gemeinen Leben einzu- nehmen haben. Wer in Beantwortung desselben zum schroff- sten practischen Dualismus fortschritt, diesem aber dazu noch ein theoretisches Fundament unterlegte, der gab sich mit der grossen Kirche überhaupt nicht mehr ab, und diese nicht mehr mit ihm. Jenes rührende Bild, welches Zahn S. 289 f. uns vorgeführt hat, von dem im Alter erst vernünftig und besonnen gewordenen Tatian, der, nachdem ihm Rom und das Abend- land verleidet worden ist, in sein fernes Heimathland zurück- kehrt, um nach schmerzlichen Erfahrungen endlich sich an der „positiven Arbeit" zu betheiligen, seine Kritik an den Nagel zu hängen, auch „mit der kirchlichen Sitte .sich nicht mehr zu befassen", — dieses Bild ist nichts als eine Phantasie. Die Ge- schichte kennt einen solchen Mann nicht, sondern lediglich den energischen Christen, der der grossen Kirche und ihrer Weltförmigkeit den Rücken gekehrt hat; und sie weiss nichts davon, dass er nach dieser Wendung es nachmals doch „nicht für seine Aufgabe gehalten hat, seine Sonderlehren zu ver- breiten", sondern vielmehr „eine Volkskirche in ihrer ersten Entwicklung zu fordern" bestrebt gewesen sei. Also der Mann, welcher jede geschlechtliche Vereinigung, auch die eheliche, als Aussaat des ewigen Verderbens brandmarkt, soll nachträg- lich und ohne seine Sondermeinungen aufzugeben der Förderer einer Volkskirche gewesen sein! Welche Vorstellung macht man sich von den Asketen der alten Kirche, die mit ihrer Mutter, der Kirche, gebrochen haben, und welche Vorstellung macht man sich von der Kirche gegenüber solchen Apostaten! Es ist überflüssig, hier noch ein weiteres Wort der Widerlegung hinzuzufügen. Die Idrchliche Wirksamkeit des Tatian schhesst nach Irenaeus bald nach dem Tode des Justin. Vorher ist Tatian längere Zeit mit Justin in Rom oder vielleicht auch im Chronologisches als Einleitung. 207 Orient — Justin selbst hat Rom zwischen 152 und -h 165 ver- lassen — zusammengewesen. b) In seiner Schritt gegen die Häresie des Marcion hat der Kleinasiat Rhodon bekannt (Euseb., h. e. V, 13, 1. 8), dass er zu Rom Schüler des Tatiau gewesen sei; er berichtet ferner, dass Tatian ein Buch unter dem Titel „Probleme" ge- schrieben habe; in diesen „Problemen" sollte die ündeutlich- keit und Dunkelheit der göttlichen Schriften vor Augen ge- führt werden; er, Rhodon, aber wolle dieses Buch widerlegen, resp. die Lösung der hier aufgestellten Probleme geben. Achtet man auf das ,,6fioloysl' cpr^ai df'* bei Eusebius (§ 8), so. wird es wahrscheinlich, dass Rhodon Schüler des Tatian gewesen ist, als dieser bereits ausserhalb der Kirche stand. Tatian ist also nach seinem Bruche mit der Kirche noch in Rom geblie- ben und hat dort weiter geschriftstellert. Dazu fügt sich, dass ja auch Irenaeus mindestens ein heterodoxes Werk desselben in Händen gehabt hat^'*'^). c) Eusebius hat nicht in der Kirchengeschichte, wohl aber in der Chronik ein chronologisches Datum für Tatian mitge- theilt. Ad ann. Abr. 2188 -= 171 p. Chr. (M. Aurel XII. = März 172 — 173) ist vermerkt: „Tatianus haereticus agnoscitur, aquo Encratitae"^'*^). Eusebius hat die erste Hälfte dieser 247) Es ist schwerlich zufällig, dass der Mann, welcher zeitweilig Schü- ler des Tatian war, dann ihn aber zu widerlegen verhiess (Rhodon), sich auch mic Apelles, dessen Christenthuni dem des Tatian so verwandt gewesen ist, eingehend befasst hat. Dies wird freilich noch verständ- licher, wenn Apelles wie Rhodon auch zeitweilig Hörer des Tatian ge- wesen wäre (s. oben). — Die Beschreibung des Problemenbuches bei Sixfcus von Siena.(B. S. IV p. 380): „insigne propositionum et quaestio- nura volumen, in quo onmia «iuae in S. S. obscura et difficilia sunt, re- stituit" stammt aus einem Missverständniss des Rufin. Zahn unterstellt (S. 286), das Buch habe lediglich ..gewagte und unerbauliche Ansichten eines, nicht eben orthodoxen Schriftstellers" enthalten! Als ob nicht schon der Titel „Probleme" genug besagte! 248) So Hieronymusj im Arm. fehlt die Notiz. Sie ist aber auch durch das Chron. pasch, I, 480 bezeugt. Daher ist sie für eusebianisch zu halten (so Zahn, a. a. 0. S. 282 n. 2, der mit Recht darauf aufmerk- sam macht, dass Tatian bei den Syrern eben nicht als Ketzer galt, wess- halb die Notiz gestrichen sei). Hat sie bei Eusebius ad ann. XU. M. Aurelii gestanden, so war sie auch richtig auf 172 p, Chr. datirt. 208 I^iß Oratio des Tatian. Angabe hockst wahrscheinlich der Chronik des J. Africanus entnommen, die zweite aus eigenen Mitteln hinzugefügt 2^^). Das Datum fügt sich recht wohl zu der Mittheilung des Ire- naeus, dass Tatian nach dem Tode des Justin von der Kirche abgefallen sei. Ein so bestimmtes Datum aber iässt voraus- setzen, dass auch ein bestimmtes Ereigniss, welches Aufsehen erregte, stattgefunden hat. Wir dürfen somit annehmen, dass einige Jahre nach dem Tode Justins im Jahre 172 zu Rom unter Soter der Bruch des Tatian mit der Kirche erfolgt ist. d) Chronologische Bestimmungen bringt schliesslich noch Epiphanius (h. 46, 1) über Tatian's Leben. Zur Beurtheilung derselben ist zu beachten, dass Epiphanius die Ausführungen bei Irenaeus, resp. bei Eusebius gekannt hat. Er bemerkt zu- erst, dass Tatian gleichzeitig mit Justin gelebt — hier folgt die confuse Angabe über das Datum des Todes Justin's — und sich trefflich bewährt habe, so lange er im Verkehr mit diesem gestanden sei. Nach dem Martyrium des Apologeten aber sei Tatian wie ein Blinder ohne Führung in die Grube gestürzt. „Er war von Geburt ein Syrer, wie man uns berichtet hat; aber seine Schule richtete er anfangs in Mesopotamien auf, ungefähr um das 12. Jahr des Antoninus, der den Bei- namen „der fromme Kaiser'' führt. Nach dem Tode des heil. Justin nämlich verliess er Eom, ging in den Orient, Hess sich dort nieder, verfiel einem Irrglauben und führte nun in Weise der valentinianischen Fabeln gewisse Aeonen, Principien und Emanationen ein". Epiphanius ist der einzige Gewährsmann dafür, dass Tatian nach dem Tode Justin's in den Orient, nach Mesopotamien, gegangen sei und dort eine Schule gegründet habe. Die Nachricht ist aber mit zwei offenkundigen Irrthü- mern verknüpft. Erstens nämlich soll Tatian erst in Mesopo- tamien Irrlehrer geworden sein — wir wissen aber durch Rho- don imd Irenaeus, dass dies nicht der Fall gewesen — , zwei- tens datirt Epiphanius die Eröffnung der häretischen Schule Tatian's in Mesopotamien auf die Zeit um das 12. Jahr des Pius (149 — 150); damals hatte aber der Apologet noch nicht einmal seine Griechenrede verfasst. Es ist nun allerdings wahr- 249) Den Beweis für diese Behauptung vermag ich hier nicht zu geben; s. übrigens oben S. 143. Clironologisclies als Einleitung. 209 sclieinlich, wie schon \on Anderen bemerkt ist, dass der An- gabe „ann. XII. Antonini Pii" die andere „ann. XII. Antonini Veri" zu Grunde liegt, da ja Epiphanius den Tod des Justin fölsclilicli unter Hadrian angesetzt hatte, also fast gezwungen war, dem Marc Aurel den A. Pius zu substituiren. Aber da- mit ist das nicht erewonnen, was Zahn^-^^^) für erreicht hält. Dieser Gelehrte nimmt zwei von einander direct nicht abhängige Traditionen an: die eine (bei Eusebius), nach welcher Tatian 172/3 mit der Kirche gebrochen hat, die andere (bei Epipha- nius), nach der Tatian vielmehr in diesem Jahre seine Schule in Mesopotamien (Edessa) eröffnet hat; „offenbar" sei aber der zweiten Ueberlieferung der Vorzug zu geben. Man wird es zunächst nicht für methodisch halten können, ein chronologi- sches Datum, wenn nicht dringende Gründe vorliegen, so zu construiren, dass man aus zwei Berichten je eine Hälfte aus- scheidet, aus dem einen aber sich die Zahl, aus dem anderen das Ereigniss abstrahirt. Man wird es aber als unqualificirbar beurtheilen müssen, wenn man gewahrt, dass das Ereigniss selbst genau in sein Gegentheil umgesetzt wird. Nach Epi- phanius erfolgte ann. XII. Anton, die Eröffnung der häretischen Schule in Mesopotamien, nach Zahn begann damals die För- derung der syrischen Volkskirche durch Tatian! Aber die ganze Voraussetzung ist zu beanstanden. Liegt dem Datum bei Epi- phanius das Datum ann. XII. M. Aurel. (so Eusebius) zu Grunde, so hat man, bis nicht Gegengründe vorgebracht werden, ein- fach anzunehmen, dass eben Eusebius die Quelle für Epipha- nius hier gewesen ist. Dies wird aber desshalb noch ganz be- sonders wahrscheinlich, v^^eil Epiphanius die Gründung der Schule in Mesopotamien nicht bestimmt auf das 12. Jahr des Antoninus verlegt, sondern den unsicheren Ausdruck (og tteql To iß' bzog gebraucht hat. Man 'sieht hier deutlich, Epiphanius hatte ein Datum und ein ihm wichtiges Ereigniss aus der Tradi- tion zur Verfügung, die er beide in seiner Weise mit einem gewissen Vorbehalt mit einander verbindet. Die einzige brauchbare Angabe bei Epiphanius über Ire- naeus und Eusebius hinaus ist also die, dass Tatian als Christ von Rom nach Mesopotamien gegangen ist. Wann das ge- 25Ü) A. a. 0 S. 282 f. Texte und Untersuchunfren. ]4 210 ^^^ Oratio des Tatian, schehen ist, darüber lässt sich direct gar nichts sagen; denn die Behauptung des Epiphanius, die Uebersiedelung habe nach dem Tode Justin's stattgefunden, fällt mit seiner ganzen Con- struction. Man ist also auf Vermuthungen angewiesen; diese Vermuthungen sind aber der Annahnje, dass die Uebersiedelung zwischen den Jahren 152 — 172 erfolgte und keine definitive gewesen ist, ungleich günstiger als der anderen, dass. Tatian sich erst nach dem Jahre 172 3 von Rom aus zu dauerndem. Aufenthalt in den Orient begeben hat. 1) Als Tatian seine Oratio c. 152 verfasste, hatte er Rom bereits verlassen (s. oben). Also fällt in die Jahre 152 — 172 jedenfalls eine Abwesenheit von Rom. Die Zeit aber bis zum Tode Justin's (103 — 167) ist gross genug, um für ein längeres Wirken im Orient und auch für einen erneuten Verkehr mit Justin m Rom Raum zu lassen ^^^). Justin ist ja selbst zwi- schen c. 152 und seinem Todesjahr auf längere Zeit im Orient gewesen ^^2). 2) Im Abendland und in Aegypten war Tatian als Häretiker seit c. 180 bekannt (s. Rhodon, Irenaeus, Tertullian, Clemens, Origenes); im Orient dagegen, speciell in der syrischen Kirche, weiss man von seinen Häresien fast nichts. Im Abendland und in Aegypten werden seine häretischen Werke gelesen und widerlegt; im Orient kennt man sie nicht, wo man aber in einem Buche ihn als Häretiker bezeichnet fand, da strich man solche Notiz einfach aus. Der nächstliegende Schluss ist also doch wohl der, dass Tatian als Häretiker nicht in Syrien, son- dern im Äbendlande gewesen ist, und, wenn er als Christ in Syrien oder noch weiter im Osten gewirkt hat, dort von der Grosskirche nicht getrennt war. Welch' künstliche Combinatio- nen und UnwahrscheinMchkeiten hat Zahn nöthig, um diesem seine ganze Auffassung vernichtenden Argumente zu entgehen 1 Da muss Tatian geradezu eine zweite Wandelung durchmachen, muss auf seine Sonderlehren verzichten und „der Kirche dienen, von der er sich nie getrennt hatte'*! 251) Die Annahme eines aolchen ist aber in Wahrheit nicht einmal gefordert. Hat Tatian um das Jahr 150 längere Zeit gemeinsam in Rom mit Justin zugebracht, so Ist damit der Angabe dea Irenaeus — und auf ihn gehen die Berichte zurück — Genüge gethan. 252) S. d. Dialog mit Trypho und Acta Just. 3. Chrono] ogisclies als Einleitung. 211 3) Epiphanius (]. c.) schreibt also von Tatian: Kai rjv ^ifv ^VQog To yh'og^ lug ?; sig ij/iag tldoioa yvcuoig 7reQir/£i. z6 Ss avTov öidaoxaXslov nQOEarrjoaxo an aQX^jQ h^^ ^^ ^f] ^^^^^f] Tiov UoTaficüv fug jnnl to iß' erog lAvrcovivov t. evoeß. -AaiG. FTHY.Xrjdn'Tog. ^Atto ^Pojf.ir]g yaQ /nza ttjv tov ay. ^lovürivov reliicooiv xtI. Man gewahrt leicht, dass dem a/r^ ocQxrjg f(tP in dem folgenden nichts entspricht. Nun folgt aber später der Satz: To öi nXeiOTov zov avxov TtrjQvy/Liarog ano ^^vTioyeiag TTJg TToog JuffVTjv, Y,al enl t« tojv Kilr/.iov ^tigrj^ Im nXeiov de Bv xfi fltoiöia tAQarvvev^ und es ist wahrscheinlich, dass Epiphanius ihn schon im Sinne hatte, als er von der Eröffnung der Schule in Mesopotamien berichtete. Immerhin scheint er den Aufenthalt daselbst nicht für einen definitiven gehalten zu haben, sonst hätte er schwerlich an agx^g f^^^ geschrie- ben. Indessen will ich bei der confusen Schreibweise des Epi- phanius auf diese Beobachtung, nichts gebaut haben. LehiTeich ist nur, dass Tatian's häretische Wirksamkeit in Mesopotamien nicht nur nach Eusebius, sondern auch nach Ephraem, nach dem Zeugniss der ganzen syrischen Kirche, ohne jeden Erfolg geblieben ist. Wichtiger aber ist noch folgendes: 4j Tatian war, als er die Oratio (c. 152) schrieb, ein Mann gereiften Alters. In fieser „Rede" spricht ein Philosoph zu uns, der die Welt, die Weltweisheit und die Menschen kennen und verachten gelernt hat. Zahn selbst nimmt (S. 284) dess- halb an, dass Tatian schwerlich später als c. 110 geboren ist. Es war also um 172 etwa im Anfange des siebenten Jahr- zehnt;?. Und in diesem Lebensalter soll er nach Mesopotamien gegangen sein — das ist natürlich an sich nicht unwahrschein- lich — , nein, eine neue dritte Epoche seines Lebens begonnen, die syrische Volkskirche in ihrer ersten Entwicklung gefördert, namentlich aber ihrem Cultus den wichtigsten Dienst geleistet haben? Wir werden auf Goethe, aufL. von Ranke, auf die Greise der alten Kirche von Johannes bis Hosius verwiesen 253). Dagegen wäre nur zu sagen, dass mau ein so hohes, rüstiges Greisenalter nicht durch Vermathungen feststellt, sondern nur auf Grund einer zuverlässigen Ueberlieferung, femer, dass uns hier mehr zugemuthet wird, als an ein ungewöhnliches hohes Alter 253) Zahn, a. a. 0. S. 284 n. 1. 14' 212 -^^^ Oratio des Tatian. * in Kräftigkeit des Geistes zu glauben. Wir sollen auch hin- nehmen, dass ein Mann in den Sechszigen seine Sonderlehren zurückgestellt und eine ganz neue Form seiner Wirksamkeit begonnen hat. Kein Historiker wird aber so unvorsichtig sein, solche entfernte Möglichkeiten, wenn von solchen hier über- haupt geredet werden darf, für geschichthche Beweise zu nehmen. Nach dem sub 1. 2. 4 Ausgeführten wird man zugestehen, dass der von Epiphanius allein berichtete längere Aufenthalt Tatian's in Mesopotamien, wenn er überhaupt stattgefunden hat — was ich nicht bezweifeln will — , höchst wahrscheinlich in die Jahre zwischen c. 152 und -f 165 fällt, d. h. in eine Zeit, wo Tatian noch unbefangen in der Kirche stand. Es ergiebt sich somit folgendes Schema des Lebensganges Tatian's als wahrscheinlich 254): Tatian ist in gereiftem Lebensalter nach langen Wanderungen durch die römisch-griechische Welt als angesehener Philosopli 2 55) nach Rom gekommen. Dort trat er c. 150 zum Christenthum über und zwar schloss er sich der grossen Kirche an. Er lernte Justin kennen und verehren, er- litt mit ihm zusammen die Anfeindungen des Crescens, die ihn dem Tode nahe brachten, verliess aber Rom bald wieder und verfasste zunächst für einen Kreis frühereiJBekannter, aber unter der Form einer Rede an die Griechen bald nach dem Jahre 152 eine Schrift, in welcher er seinen üebertritt motivirte und zu- gleich der hellenischen Cultur den Abschied gab. Höchst wahr- scheinlich kehrte er in sein Geburtsland zurück und blieb dort mehrere Jahre 256). Aber wie den Justin, so zog es auch ihn wieder nach Rom zurück. Wann er dorthin zum zweiten Male ■gekommen ist, ist ungewiss. Vielleicht vor dem Tode des Justin, vielleicht auch später. Hier war er anfangs ein geehrter 254) Hiernach sind die Ztschr. f. K.-Gesch. IV S. 492 f. gegebenen Andeutungen zu vervollständigen, resp. zu berichtigen. 255) Orat. 1 p. 6, 15. Er war auch schon als Schriftsteller aufge- treten s. c. 15 p. 68, 7. 256) Aus der Geschichte der römischen Provinzen Mesopota-mia und Assyria (s. Marquardt, Römische Staatsverwaltung 1873 I S. 278 f.) wird man zur Bestimmung der Reise des Tatian nichts schlicssen können. Die Wiedereroberung Mesopotamiens erfolgte durch den parthlschen Feldzug des L. Verus 162—165. Chronologisches als Einleitung. 213 Lehrer. Sehr bald aber bildete er seine schroffe Denkweise weiter aus, namentlich unter dem Eindrucke der paulinischen Briefe und unter Zugrundelegung des Gegensatzes von Fleisch und Geist. Er schritt zu Thesen fort, die auf dem Boden der grossen Kirche unerträglich waren, und bestritt die weltförmige Lebensweise der gemeinen Christen grundsätzlich. So erfolgte im Jahre 172/3 zur Zeit des römischen Bischofs Soter der Bruch des Greises mit der katholischen Kirche. Die „Enkratiten" zu Rom und bald auch auswärts — eine Parthei, die so alt sein mag als die Heidenkirche — verehrten ihn nun als einen ihrer Führer und Lehrer, ja nahmen selbst ein ihm eigenthümliches Dogma auf. Dagegen mussten solche katholische Theologen, die seine Schüler gewesen, sich nachträglich salviren. Er selbst war noch in dieser Zeit d. h. c. 170 f. als Schriftsteller thätig und suchte seine Ansicht zu begründen. So schrieb er eine wesentlich negative Schrift JjQoßlijßaTa, und eine positive: TIsQi tov Tiara top GwzrJQa ytatagTiafiov. Wann und wo er ge* storben ist, ist völlig unbekannt; aber nichts hindert, anzuneh- men, dass er bis zu seinem Tode in Rom verblieben ist. - Ich gebe diese Construction nicht als eine sichere; aber ich setze sie der Zahn'schen als einer völhg unwahrschein- lichen und der, die Daniel gegeben hat 2^'), als einer jeden- falls falschen entgegen. In welche Zeit gehört aber das Diatessaron? Wir sind Dank den gelehrten Ausführungen Zahn 's endlich im Stande, über dasselbe mit einiger Sicherheit zu urtheilen, wenn auch dies ürtheil in wichtigen Punkten anders ausfallen muss, als der zugeben wird, der sich bisher die grössten Verdienste um das Werk erworben hat. Erstlich — und das scheint mir Zahn erwiesen zu haben — ist das Werk kein häretisches; es ist viel- mehr ein vorkatholisches. Was für jene Annahme zu sprechen schien, hat sich bei näherer Betrachtung in Nichts aufgelöst. Dann aber ist gewiss, dass der Tatian, welcher die Ehe, das Thiere-essen und den Weingenuss verwarf, welcher die Probleme geschrieben und den Gott des Gesetzes vom Gotte des Evangeliums getrennt hat, dieses Werk nicht zusammen- stellte. Nur dann kann man darüber anders urtheilen, wenn 257) A. a 0. S. 55 f. 214 Die Oratio des Tatian. man, wie Zahn thut, das Datum, welches für den offenkundigen Bruch Tatian's mit der Kirche überhefert ist, als das Datum nimmt, von welchem ab er eine Volkskirche in ihrer ersten Entwicklung gefördert haben soll, d. h. Avenn man die Quellen das Gegentheil von dem sagen lässt, was sie sagen. Also fallt die Abfassung des Diatessaron zwischen die Jahre 153 und 0. 170^^^^). Zweitens: ein Werk, welches a) in inniger Ver- wandtschaft mit der Itala steht-^'^^), so innig, dass die Verwandtschaft noch in der syrischen Form desselben durch- schimmert, welches b) von einem unteritalienischen Bischof um 540 in lateinischer üebersetzung, richtiger Umarbeitung vorge- funden wurde 2ö0)^ welches c) auch von Griechen in byzantini- scher Zeit benutzt worden isf^^^), welches d) von den Syrern stets mit dem o^riechischen Namen z/iaTeooagtov be- zeichnet worden ist, von welchem endlich e) kein Bericht- erstatter jemals behauptet hat, dass es syrisch niedergeschrieben • 258) In meinem Aufsätze über Tatian's Diatessaron (a. a. 0. S. 494) hatte ich geschrieben ,c. 155 bis höchstens 175". Ich rectificire beide Zahlen etwas aus Gründen, die in den bisher gegebenen Ausführungen mitgetheilt sind. Die Zahl c. 170 und nicht 172/3 wähle ich, weil Tatian vor seinem erklärten Bruch gewiss schon geraume Zeit die Lehren ver- kündet hat, die ihn zu dem Bruche veranlasst haben. Zahn bemerkte zu meinem Ansätze (a. a. 0. S. 284 n. 1), dass „kein Nachdenkender ihn gelten lassen könne", und hält mir dann das Beispiel L. von Ranke's vor. Aber darauf, wie alt Tatian geworden ist, kommt es hier zunächst gar nicht an. Zahn sollte zuerst beweisen, dass ein Häretiker das Diatessaron geschrieben hat; und zweitens verständlich machen, dass es aus einer Zeit stammt, in welcher man an die wörtliche Inspi- ration der Evangelien geglaubt hat. 259) Zahn, a. a. 0. S. 290 u. passim. 260) Zahn, a. a. 0. S If. , meine Andeutungen, a. a. S. 490. 494. Wace in „The Expositor" 1881 Aug p. 128 sq. 261) Zahn, a. a. 0. S. 313 f. S. 25 f. Das „i6 xaO^' latOQiav evay- ysXiov . . . Taviavoi)^^ spricht für sich, mag man auch die zwischenstehen- den .sinnlosen Worte AiaSoygov xal und die ebenso sinnlosen folgenden Wörter deuten, wie man will, Zahn hält es für einen wohlfeilen Einfall, für 6iaöwQ0v 6ia d' zu conjiren. Ich will mich für denselben auch nicht erwärmen, erlaube mir aber auf ÖLaöavgov == öiaöcjgov hinzuweisen. Weil der Schreiber jenen Ausdiuck nicht verstand, wühlte er öiaöioQov und schob nun ein xai ein. Chronologisches als Einleitung'. 215 sei — ein solches Werk ist ursprünglich griechisch ahgefasst worden. Zahn kennt nicht nur diese Argunviite sämmthch, er hat sogar das erste selbst erst entdeckt: trotzd^'m entscheidet er sich für die Abfassung des Diatessaron in syri- scher Sprache und stellt die Existenz einer griechischen Recen- sion des Buches, Avenn ich ihn recht verstehe, überhaupt in Abrede. Aber die Analogien, die er S. 310—313 beigebracht hat, um wahrscheinlich zu machen, dass um das Jahr 500 ein syrisches Buch — und zwar ein Evangelienbuch — lateinisch bearbeitet worden sei, erweisen sich sämmtlich als haltlos. Sie reichen nicht im Entferntesten an das heran, was hier bewiesen werden soll. Selbst zugestanden, Eusebius berichte von dem Diatessaron nur nach Hören-Sagen262j und Theodoret habe nur syrische Exemplare des Buches gekannt und eingezogen — ist es denn .besonders auffallend, dass wir in der griechisch- römischen kirchlichen Tradition von einem Werke so gut wie nichts hören , welches im 3. Viertel des zweiten Jahrhunderts entstanden ist und einen Mann zum Urheber hat, der seit dem Ausgang dieses Jahrhunderts in Rom, in Lyon, in Carthago und in Alexandrien für einen Häretiker galt? Das Umgekehrte wäre vielmehr das Auffallende ^^^j. Auf die Beobachtung aber, dass doch die Oratio Tatian's wenigstens im griechischen Orient bekannt geblieben ist, darf man sich nicht berufen, da ein an- deres ein apologetisches Werk ist, ein anderes ein Evangeüen- buch, über welches der Stab bereits gebrochen war, wo der Glaube an die Wörterinspiration der Evangelien zur Herrschaft gelangte. Es steht aber auch nach Zahn nicht einmal so, dass die griechische und lateinische Kirche von dem Diatessaron gar nichts weiss; dazu tritt das Zeugniss des muratorischen 262) Dies ist aber auch desshalb uDwahrscheinUch, weil Eusebius sich bei der gleich folgenden Mittheilung über die Bearbeitung der paulini- schen Briefe durch Tatian auf eine ihm von auswärts zugekommene Kunde beruft, bei dem Evangelium dagegen nicht. 263) Ich erinnere hier an die Schicksale der in der ältesten Kirche als heilige Schriften gelesenen jüdischen Apokalypsen. Griechisch sind sie zum grössten Theü spurlos verschorien, bei den christlichen Semiten und theiiweise bei Jen Lateinern haben sie sich erhalten. Auch eine Ver- gleichung der Schicksale des Dialogs zwischen Jason und Papiskus in der Kirclie ist liier lehrreich. 216 I)ie Oratio des Tatian. Fragmentisten'^^^), auf welches ich auch nach den Gegenbe- merkungen von Zahn 265) nicht verzichte. Hier ist ausge- sprochen, dass die Katholiken von Tatian „in totum nihil reci- piunt''. Damit kann nur eine Schrift gemeint sein, die An- spruch darauf machte, in den Öffentlichen Gebrauch der Kirche genommen zu werden. Ist nun der Text des Diatessaron mit der Itala verwandt, so wird man für die Abfassung desselben auf Rom (Carthago ist natürlich ausgeschlossen) verwiesen. Nach Rom, mindestens nach Italien, gehört aber auch das Muratorische Fragment, und in Unteritalien taucht 300 Jahre später wiederum eine lateinische Bearbeitung des Diatessaron auf2^'*>). Darnach kann von einer syrischen Urschrift des Werkes 264) S. Ztschr. f. lutli. Theol. 1874 S. 276 f. 445 f. 1875 S. 207 f. Ztschr. f. wiss. Theol. 1877 S. 109 f. Ztschr. f. K.-Gesch. III S. 400. 265) A. a. 0. S. 9 f. Zahn hat augenscheinlich meine auf Autopsie beruhenden Angaben (Ztschr. f. luth. Theol, 1875 S. 217 1'.), für die ich mich auch auf die Augen meines Freundes Prof. Schür er berufen konnte, nicht gewürdigt. Er beruft sich gegen mich auf Hertz, der schwerlich mit derfeelben Aufmerksamkeit wie wir jeden Buchstaben und jede Mög- lichkeit erwogen hat; denn ihm ist ja entgangen, wie allen die vor ihm das Fragment eingesehen, dass der 7. Buchstabe ursprünghch ein „i" war und dass der 6. aus einem Buchstaben mit zwei Grundstrichen ent- standen ist. Man hat, einmal vom „m" abgesehen, somit nur folgende 6 Möglichkeiten für den ursprünglichen Namen: motiavi — mutiavi -r- ma- tiavi — motiani — mutiani — matiani. Das ist alles sinnlos; das „m" kann aber aus „t" corrigirt sein. Ich habe selbst constatirt, dass man Spuren einer Correctur nicht mehr gewahrt; aber das kann nicht ent- scheiden, da „m" aus „t", und ledigUch aus „t" unmerkbar, in jenen Schriftzügen hergestellt werden konnte. Dass aber eine Erwähnung des Tatian neben Valentin und Marcion nicht nur nicht auffallend, sondern nach dem Zeugniss des Irenaeus sogar sehr angemessen ist, brauche ich nicht noch einmal auszuführen. Der Name des Tatian wurde vom abend- ländischen Schreiber des 9. Jahrh. aus demselben Grunde getilgt, aus welchem in der iirmenischen Uebersetzung der Chronik des Eusebius und in der Epitome Syr. das „Tatianus haereticus" getilgt worden ist. Hier wie dort la« man eben ein Evangelienbuch des Tatian als katholisches Werk. 266) Man beachte, dass Victoi- von Capua (Cod. Fuldens. ed. Ranke 1868 p. 1) das Buch als ein namenloses in die Hände fiel („et absente titulo non invenirem nomen auctoris"). Der Bearbeiter des Diatessaron hat es also nicht gewagt, seine Vorlage zu nennen. Wir haben hier das Gegenstück zur Praxis der syrischen Kirche. Doi*t strich man den „Ta- Chronologisches als Einleitung. 217 nicht die Rede sein, mag auch die syrische Uebersetzung selbst noch dem 2. Jahrhundert (?) angehören. Eusebius fügt aber dem Bericht über das Diatessaron noch folgendes bei (IV,- 29, 6): „Man sagt aber, Tatian habe es gewagt, einige Aussprüche {(ptovac) des Apostels zu umschreiben (f.i€zaq)QC(aai\ wie um die Fassung des Ausdrucks derselben {trjv Trjg ^(fQaoecog ovvra^iv avTCüv) zu verbessern". Wir haben es hier also augenschein- lich, wenn wir die Gewährsmänner des Eusebius das sagen lassen wollen, was sie sagen, mit einer stilistischen Bear- beitung der Paulusbriefe zu thun. Dieses Unternehmen ist doch schwerlich unabhängig von dem anderen, die Berichte der Evangelien in eine richtige Syntaxis zu bringen. Den Proble- men, d. h. den Anstössen, welche die vierfachen resp. disparaten Berichte der Evangelien dem „Glauben der Gläubigen" bringen, entsprechen doch mutatis mutandis genau die Schwierigkeiten, welche sich erheben, wenn man auf die Syntaxis der Gedanken in den paulinischen Briefen zu achten beginnt. Der Versuch, diese wie jene durch freie Epidiorthose zu heben, kann natür- lich nur in einer Zeit unternommen werden, wo man an die Wörterinspiration noch nicht glaubte , wo man altchristliche Schriften noch nicht als Sammlungen von Orakeln beurtheilte, andererseits aber doch bereits die Nothwendigkeit empfand, eine kanonische Urkunde zu schaifen. Man wird das Unternehmen Tatian's daher nicht anders beurtheilen können, als dass er auf Grund einer Revision der bereits im Vordergrunde stehenden altchristlichen Schriften der Kirche einen Kanon erst schaffen wollte. Dieser Versuch — seine Be- deutung für die Geschichte des Kanon soll hier nicht erörtert werden — missglückte. Aber sein Urheber hatte sich bereits zu tief in seine T^xte versenkt und machte wohl die Erfahrung, dass die Epidiorthose nicht ausreiche. So entstand folgerecht das Buch der „Probieme'S mit welchem er bereits aus den Grenzen der grossen Kirche heraustrat. Ist nun dieses Buch griechisch geschrieben und in Rom schon c. 180 bekannt ge- wesen, und war die Metaphrase der paulinischen Briefe eben- tianus haereticus" a\is (so im Chron. Eusebii), hier umgekehrt den Tatian selbst. Ganz natürlich: denn im Abendland war Tatian fast lediglich als Ketzer bekannt, in Syrien nur als Kirchenmann (doch s. die Acta Archelai). 218 Die Oratio des Tatian, falls griechisch — oder hat Tatian einzelne Aussprüche des Paulus syrisch bearbeitet? — , so kann man noch einmal an dem griechischen Gewände des Diatessaron und an seinem rö- mischen Ursprung nicht zweifeln. IL Weder Athenagoras'-^^'), noch Theophilus, noch Ire- naeus2'>^), nocli Minucius Felix '^^^) — doch ist betreffs des letzteren ein sicheres ürtheil abzugeben zur Zeit nicht mög- lich — haben die Oratio des Tatian benutzt. Irenaeus schweigt über die apologetische Thatigkeit des Tatian vollständig; er weiss zwar, dass derselbe, so lange er mit Justin zusammen- gewesen, zur Kirche gehalten hat, aber er berichtet über ihn nur als über den Asketen, der sich satornilische, marcionitische 267) Die einzige Stelle, an welcher man an eine Benutzung denken könnte, wäre de resurr. 8 n. 12 = Grat. 6 n. 7; aber auch darauf' lässt sich nichts bauen. 268) Am scheinbarsten ist noch Iren. III, 33, 8 = Orat. 8 init. (s. auch V, 12, 4 = Orat. 11 n. 10). 269) In dem Verhältniss des M. i'elix zu Tatian steckt noch ein Pro- blem; die Annahme einer dii-ecten Benutzung ist nirgends indicirt, wohl aber bieten namentlich die CC. 21—23 in dem Materiale, aber auch in der Verwerthung desselben, die frappantesten Parallelen. Man vgl. Min. 21, 0 mit Orat. 10, p. 46, 6 sq.: Min. 21, 11 mit Orat. 21 p. 92, 15 sq.; Min. 22, 2 mit Orat. 8' p. 38, 12 sq.; Min. 22, 4 (24, 4) mit Orat. S p. 36, 11 sq.; Min. 22, 6 (80, 4) mit Orat. 29 p. 112, 23 sq.; Min. 22, 7 mit Onit. 10 p. 48, 3 sq.; Min. 22, 7 mit Orat. 9 p. 42, 13 sq.; Min. 23, 5 mit Orat. 21 p. 92, 8 sq.; Min. 23, 7 mit Orat. 8 p. 36, 5 sq.; Min. 23, 7 mit Orat. 10 p. 44, 16 sq.; Min. 23, 7 mit Orat. 34 p. 134, 12 sq. Dazu Min. 26, 11 mit Orat. 17 p. 74, 21 sq.; Min. 26, 10 sq. 27, 1. 2 mit Orat. 18 fin.; Min. 30, 4 mit Orat. 3 p. 14, 1; Min. 31, 3 mit Orat. 28 p. 112, 15 sq.; Min. 34, 5 mit Orat. 40 p. 152, 16 sq. (man beachte TtaQaxcxpaTzstv und intcrpolare) ; Min. 34, 6 mit Orat. 3 p. 14, 11 sq. (25 p 102, 16 sq.)"; Min. 34, 10 mit Orat. 6 p. 18, 3 sq. Ferner Min. 5, 12 mit Orat. 34 init.; Min. 19, 12 mit Orat. 8 p. 38, 8; Min. 37, 11. 12 mit Orat. 22 (24); Min. 37, 11 mit Orat. 23 p. 98, 13 sq.; Min. 38, 5 mit Orat. 2 (3). Die stärksten üebereinstira- mungen finden sich dort, wo beide das Götterwesen verhöhnen, aber auch das Dämonen- und Magierunwesen. Die Annahme liegt daher nahe, dass eine Streitschrift wider dieses von beiden benutzt worden ist. Vielleicht darf man an die Schrift ror]Tiov (poQo. des: Oenomaus aus Gadara, eines geborenen Syrers, denken, der unter Hadrian geschrieben hat. Bruch- stücke dieser Schrift hat p]nsebius (Praepar. ev. V, 19) mitgetheilt; s. Tzschirner, Fall des Heidenthums S. Iij2f. Zeugnisse aus dem zweiten Jahrli lindert. 219 und valentinianisclie Lehren angeeignet hat 2'^^). Aus dem, was Eusebius aus dem Werk des Khodon über Tatian mitgetheilt hat, geht nur hervor, class Tatian in Rom eine Schule hatte, die nachmals in Mis^credit gekommen ist^'i). Wie Irenaeus scheint auch Rhodon auf eine gewisse Verwandtschaft Ta- tian's mit der marcionitischen Lehre (Apelles?) hingedeutet zu haben 272). Das Gleiche hat Tertullian in einer seiner spätesten Schriften (de ieiiin. 15) gethan, und nur hier hat er den Tatian ausdrücklich erwähnt 2'^). Aber auch im Syntagma des Hip- polyt ist Tatian unmittelbar nach Apelles gestellt 2^^). Der erste, der im Abendlande Tatian als Apologeten gerühmt '*hat, ist somit der Verfasser des kleinen Labj^rinths, der nicht vor Beginn des zweiten Viertels des 3. Jahrhunderts geschrieben hat 2 7 5^. Indessen — man hat gemeint, dass bereits Tertullian, 270) S. oben S. 203. Ein liäretisches Werk Tatian's hat Irenaeus gelesen. Stammt nicht das Fragment bei Harvey II p. 483 aus den Problemen? 271) S. oben S. 207. Das häretische Buch der „Probleme" war in Rhode n's Händen. 272) Ebenso der Muratorische Fi-agmentist (s. oben S. 216), wenn meine Deutung der Stelle richtig ist. 273) „Reprobat etiam illos, qui iubeant cibis abstinere, sed de Provi- dentia Spiritus sancti, praedamnans iam haereticos perpetuam abstinen- tiam praecepturos ad destruenda et despicienda opera creatoris, quäl es inveniam apud Marcionem, apud Tatianum, apud Jovem, hodiemum de Pythagora haereticum, non apud Paracletum. Quantula est enira apud nos interdictio ciborum?" Also auch der Montanist will natürlich mifc dem Enkratiten nichts zu thun haben. Man beachte auch, dass für Ter- tullian Tatian kein „hodiernus haereticus" ist. 274) S. Pseudotertull 24, Philastr. 48, Epiph. 46. Lipsius, Quellen- kritik S. 218 f. Der Bericht im Sj^ntagma ist übrigens lediglich Plagiat aus Irenaeus. In den Philosophumenen sind die Doketen und Monoimus zwischen Apelles und Tatian eingeschoben; aber wie im Syntagma folgen auf diesen die Quartodecimaner und aMontanisten (VII, 4. 16. X, 18) Die Philosophumena bringen nur eine neue Notiz, nämlich dass nach Tatian die Welt von einem inferioreii Aeon geschaffen sei; sonst geben auch sie nur die Worte des Irenaeus wieder. 275) S. Euseb. V, 28, 4. Hier wird Tatian unter die „Brüder" ge- rechnet, die vor den Zeiten des Victor gegen die Heiden iür die Wahr- heit und gegen die Häresien geschrieben haben (Justin, Miltiades, Tatian, Clemens); in ihren Schriften werde Christus das Prädicat der Gottheit beigelegt. — Es ist aber nicht nothwendig anzunehmen, dass Tatian auch gegen Häresien seiner Zeit Schriften verfasst habe. 220 Die Oratio des Tatian. vornämlicli in seinem Apologeticum, stillschweigend die Oratio des Tatian benutzt hat 2^^), Man wird dies auch schwerlich in Abrede stellen können; aber die Dinge liegen hier recht complicirt. Gewiss ist nämlich, dass Tatian und Ter- tullian aus einer gemeinsamen Quelle geschöpft haben; über- wiegend wahrscheinlich, dass Tertullian dazu noch die Oratio gelesen hat 2'^). Unter den vielen christlichen, katholi- 276) Sehr vorsichtig hat sich hierüber Zahn (a. a. 0. S. 8 n. 3) aus- gesprochen. 2f7) Die deutlichste Parallele, die für ^ie Abhängigkeit des Tertul- lian von Tatian geltend gemacht worden ist, zeigt umgekehrt, dass jener mindestens an dieser Stelle von diesem unabhängig ist, was auiFallender Weise bisher Niemand bemerkt hat: Orat. 2. Tei-tuU. Apol. 46. liplaTinnog iv noQtpvglÖL nsQi- Si de simplicitate consistam, Ari- ncczwv d^ioniazwg fjawtsvaaTO. stoteles familiärem suum Hermian nkdtcov (piXoaocpcüv vno /Itovvalov turpiter loco excedere fecit: Chri- öiä yaaxQifzagyiav intngaaxezo. stianus nee inimicum suum laedit. Kai AgiaT0zi?.7jQ, dfiaS^ä}q oqov t^ Idem Aristoteles tam turpiter Ale- TiQovolcc d^elg xal t^v evöaifxovlav xandro regendo potius adolatur, ev olc ^giaxezo nsgiygatpaq Xlccv quam Plato a Dionysio ventris gra- änaiösvzxog liXi^avögov fi^ fis/j-vti- tia venditatur. Aristippus in pur- (xevoq [jieigdxiov ixoXdxsvsv dang pura sub magna gravitatis super- agiazozeXtxwg ndvv xbv eavxov ficie nepotatur. (piXov 6iä to fifj ßovXea&at avzov ngoaxvveZv xa&sig^ag wansg ag- XTov ^ ndgöaXiv nsgiecfsge. Eine literarische Verwandtschaft besteht hier ohne Zweifel. Tatian be- folgt die Reihe: Aristippus, Plato, Aristoteles und schliesst daran eine Mitthei- lung über Alexander den Grossen an ; Tertullian lässt umgekehrt Aristoteles (Aristoteles und Alexander), Plato, Aristippus sich folgen. Auch im Aus- druck herrscht die grösste üebereinstimmung. Aber Tatian kann nicht Quelle für Tertullian gewesen sein; denn bei ihm steht der Bericht über Alexander mit dem über Aristoteles in einer Verbindung, die, an sich geradezu unverständlich, durch Tertullian erst ihr Licht empfängt. Ta- tian sagt: „Aristoteles schmeichelte dem Knaben Alexander, und Alexan- der misshandelte dgiozozeXixuig ndvv seinen Freund". Man begreift nicht, was dies KgiazotsXixcog ndvv hier soll. Tertullian sagt es uns. Bei ihm stehen die Worte: „Aristoteles familiärem suum Hermian turpiter loco excedere fecit". An diese Notiz schliesst sich das dgiazozeXtxwg ndvv treiflich .an. Also haben beide ein und dieselbe Quelle mehr oder weniger frei benutzt. Diese Quelle enthielt erbärmlichen Klatsch über die vor- Tatian und TertuUian. 221 sehen und häretischen Schriften, welche Celsus zum Zweck der Abfassung seines Aöyoq ahjO^tjg studirt hat, scheint züglicbsten Philosophen. Die Stelle über Alexander stand aber überhaupt nicht in der Quelle, wie Tatian selbst deutlich macht, der nach der Epi- sode p. 10, 4 — 11 über Alexander zu Aristoteles zurückkehrt, wobei man nur errathen kann, dass das avzov sich auf diesen bezieht. Lässt sich nun nicht auch anderes, was Tatian und TertuUian gemeinsam haben, auf diese Quelle zurückführen? Ad martyi*. 4 sagt TertuUian: „Minus fecerunt philosophi Heraclitus, qui se bubulo stercore obHtus exussit; item Empedocles, qui in ignes Aetnaei montis desilivit" — dasselbe steht Orat. 3 zu lesen (vgl. auch Apolog. 50 mit Orat. 19 p. 86, 3: Anaxarchus). Beide nehmen Socrates aus dem allgemeinen Urtheil über die Philosophen aus; s. Orat. 3 p. 14, 4. Ad nat. I, 4. — Für die directe Abhängigkeit des TertuUian von Tatian spricht am stärksten die chronologische Aus- führung in Apolog. 19 (s. Schürer l d. Ztschr. f. K.-Gesch. II S. 324 f.). Zu vgl. ist: Apol. 19 (p. 96, 14 sq. edit. minor Oehleri) mit Orat. 38 (p. 146, 3 sq.) 39 (p. 148, 14 sq.); Apol. p. 96, 15 sq. mit Orat. p. 150, Isq.; Apol. p. 97, 2 sq. mit Orat. p. 140, 7 sq.; Apol. p. 97, 5 sq. mit Orat. p. 140, 11 sq. 142, 8 sq. 144, 9 sq. 146, 2 sq. 7 sq. Die MögUchkeit besteht ja, dass Tatian selbst bereits sein ganzes chronologisches Arrangement von irgend- woher, etwa von Juden, entlehnt hat; aber erstens ist dies nicht sehr wahrscheinUch, da er zu einer Zeit, wo man seine Quelle noch gekannt haben muss, stets als der Gewährsmann für diese Chronologie ehi-envoU erwähnt wird, zweitens würde auch diese Annahme noch nicht gegen eine directe Benutzung bei TertuUian, der vom Text des Tatian völlig abhängig erscheint, sprechen. Ist aber einmal die Abhängigkeit als wahr- scheinUch zugestanden, dann faUen zwar nicht ParaUelen, wie Orat. 4 p. 18, 5 (Apol. 30); 8 p. 34, 6 (Apol. 35); 6 p. 28, 1 (Apol. 23. ad Nat. I, 20); 11 p. 50, 1 (Apol. 46); 10 p. 46, 4 (Apol. 13); 22 p. 96, 2 sq. (ApöL 15); 25 p. 102, 13 (Apol. 47); 27 p. 108, 15 sq. (Apol. 2) in's Gewicht, wohl aber Orat. 27, p. 108, 19 sq. mit Apol. 48 p. 140, 19—21; Orat. 19 p. 84, 3 sq. mit Apol. 46 p. 140, 21—23; Orat. 27 p. 108, 15 sq. mit Apol. 46 p. 140, 14 sq.; Orat. 21 p. 92, 11 sq. mit ApoL 21 p. 101, 9 sq.; Orat. 6 mit Apol. 48; Orat. 40 p. 152, 13 sq. mit Apol. 47 p. 143, 15 sq. — Die gemeinsame Quelle Tatian's und TertulUan's kann (s. oben) wiederum die Fo^Tcav ^o()a.4es Oenomaus gewesen sein; man wird sich aber hüten müssen, ein Urtheil abzugeben, bevor die Frage nach 'dem Verhältniss des M. Felix zu TertuUian nicht befriedigend beantwortet ist. Das ist sie zur Zeit noch nicht; am wenigsten kann der neueste Versuch von V. Schnitze für eine befriedigende Antwort gelten. Auffallend bleibt es immerhin, dass TertuUian dort am stärksten von Tatian abhängig zu sein scheint, wo er auch eine gemeinsame Quelle mit ihm benutzt hat. ParaUelen in den übrigen Schriften TertuUian's .wie in de idolol. 9 (Orat. 8); adv. Marc. II, 4. 9 (Orat. 15); de spect 10 (Orat. 22. 16) etc. kommen 222 Die Oratio des Tatian. ancli ein Tractat des Tatian ans dessen späterer Zeit gewesen zu sein^'^). Eingehende Bekanntscliaft mit den Werken des Tatian ver- rathen die alexandrinischen resp. alexandriniscli gebildeten Theo- logen, namentlich Clemens, aber auch Julius Africanus und Origenes. Clemer.s hat in seinen Schriften nicht nur die Oratio vielfach ausgeschiieben, sondern auch häretische Schriften Ta- tian's mehrfach citirt und zu widerlegen versucht, jedoch weder das Diatessaron, noch die Metaphrase der paulinischen Bücher, noch die Probleme ausdrücklich genannt "^'^^). Nach Strom. I, scliwerhch Ib Betracht, Dagegen ist eine directe Abhängigkeit in der Formnlirung der Logoslehre kaum zu verkennen und mit Rocht nament- lich Ürat 5 mit adv. Prax. 5 (s. auch 2 — 1 u. sonst) verghchen worden. Bei der grossen zwischen Tatian und Tertullian bestehenden Geistesver- wandtschaft — derselbe Mann, der um 17(> im Abendlande gnostischer Enkratit wurde, wäre wohl ein Menschenalter später Montanist geworden — kaim unter der Voraust^etzung, dass Dieser Werke Jcik^s gelesen hat, nur angenommen werd(;n, dass Tertullian aus besonderen Gründen den Tatian nie als Gewährsmann genannt hat. Tatian musste ihm sehr unbequem sein; denn dieser hätte über seinen (späteren) christlichen Standpunkt kaum anders urtheilen können, als Tertullian selbst (de pudic.) über den des Hermas Und Tertulhan erapfiind das sehr wohl! 278) S. Geis, apud Orig. VI, 51. Origenes schreibt: „Wie ich ver- muthe, hatCelsus von der Lehre einer gottlosen Secte gehört, welche die Worte: „Es werde Licht"! irrig verstand und sie als einen Wunsch des Schöpfers auffasste, und desshalb die Bemerkung gemacht: „Gott hat das Licht nicht von oben geborgt, in der Art, wie man seme Lampe am Liciite des Nachbars anzündet". Er hatte auch von der Lehre einer anderen schlechten Socto oberflächliche und mangelhafte Kenntniss; die.^ verrathon die folgenden Worte von ihm u. s. w." Unzweifelhaft denkt Origenes bei der gottlosen Secte an Tatian und seine Anhänger (s. Orig. de orrt. 24. Clem. Alex. Eclog. 38 sq. Corp. Apolog VL fragni. VL VII.), und es ist sehr wahrsicheinhch , dass seine Vermuthung über die Quelle des Celsus die richtige ist: denn die Auffassung: fvxitxov eivai z6 revr^- i^rjxw 2) und im Commentar zu Arnos ^^^) verräth er genaueres Wissen. Dort berichtet er, dass Tatian, der Patriarch der Enkratiten, zwar einige Briefe des Paulus verworfen, den Titusbrief aber trotz Marcion's Ablehnung recipirt hat; hier, dass Tatian sein Verbot des Weingeniisses auf Arnos 2, 12 gestützt hat. Für beide Angaben haben wir Grund dem Hieronymus dankbar zu sein. Die erste bringt uns einen werthvoUen Beitrag zu den Verhandlungen über die pau- linischen Briefe im 2. Jahrhundert. Dass Jemand, der sich für seine christliche Verkündigung ganz besonders auf Paulus be- rief, doch Briefe unter dem Namen des Apostels verworfen hat, ist nicht auffallend. Auffallend ist nur, dass der Titusbrief in das verwerfende Ürtheil nicht eingeschlossen war. Zahn^^i^ j^at dess- halb gemeint, die ganze Nachricht sei ein Product der Rhetorik 290) In der Praepar. evang. hat Eusebius (X, 11) Orat. 31. 36—42 d, h. alle chronologischen Ausführungen Tatian's abgeschrieben. Für den Text des Tatian ist die Ueberlieferung bei Eusebius von grosser Bedeu- tung. Sie giebt aber auch man che Räthsel auf, die sich ohne die An- nahme gelehrter Correcturen sowohl in den Tatianhandschriften als bei Eusebius schwerlich lösen lassen. Auf Einzelnes kann hier nicht einge- gangen werden. 291) Die chronologische Angabe: „Et hie sub imp. M. Antonino Vero et L. Aurelio Commodo floruit" ist in den cc. 27—32 stereotyp. H. be- hauptet, dass aus der unzähligen Menge der Schriften Tatian's die Eede an die Griechen allein noch existire, eine Angabe, zu welcher ihn wahr- scheinlich Eusebius verführt hat, und mit der man es desshalb nicht so genau nehmen darf. 292) Opp. edid. Vallarsi Vn, 1, p. 686. 293) Opp. edid. Vallarsi VI, 2, p. 247. 294) A. a. Ü. S. G n. 4. r* 228 ^i® Oratio des Tatian. undLeiclitfertigkeit des Hieronymus. Dieser habe unter Reminis- cenz an Euseb. IV, 29, 8 das Verfahren des Marcion in Bezug auf Paulusbriefe für Tatian und ßasilides generaKsirt, habe aber in Bezug auf den Titusbrief eine Ausnahme zugestehen müssen, weil er selbst irgendwo in einem tatianischen Werke Auslegungen Tatian's von Stellen dieses Briefes vorgefunden hätte. Diese Erklärung ist an sich überaus künstlich; H. hat sich aber ferner so ausgedrückt, dass sie ausgeschlossen ist: „Tatianus, qui et ipse nonnullas Pauli epistolas repudiavit, hanc vel maxime, hoc est, ad Titum ApostoH pronunciandam credi- dit, parvi pendens Marcionis et ahorum, qui cum eo in hac parte consentiunt, assertionem". Das „vel maxime" und das „parvi pendens etc." weist doch wohl auf eine förmhche Dis- cussion über die Echtheit des Briefes hin, die Hieronymus bei Tatian gelesen hat. Welche Briefe aber durch das verwerfende ürtheil Tatian's betroffen wurden, das sagt Hieronymus über- haupt nicht. Es ist lediglich wahrscheinliche Vermuthung, dass es die Briefe an Timotheus und etwa der Hebräerbrief waren ^ 95). Was die zweite Stelle betrifft ^'J«), so erfahren wir, dass Tatian Arnos 2, 12 (LXX: xai STiorlCsTe lovg ^yiaaf.i€vovg oivov) auf die katholischen Christen bezogen hat. Nun heisst es aber unmittelbar darauf bei Arnos weiter: y.al toIq Ttqoq)r^(xig ive- z^lleo^E ?JyovT£g' Ov fxyj TCQOcprjTsvorjTS. Wer die erste Hälfte des Verses auf die katholischen Christen bezogen hat, wird wohl auch in der zweiten sie wiedergefunden haben. Das wirft aber ein Licht auf das Verhältniss der „Enkratiten" zu den 295) Das Riclitige ist hier schon von Otto "bemerkt worden. Erst- lich macht er mit Hecht darauf aufmerksam, dass Clemens (Strom. li, 11, 52) von Secten (im Plur.) spricht, welche die Timotheusbrdefe verwer- fen, und dass in dem ersten für einen Asketen sehr viel Anstössiges ent- halten ist; sodann weist er darauf hin, dass im Titusbrief die Häretiker so bestimmt als jüdische bezeichnet sind. Das konnte aber Tatian nur willkommen sein. So hat er diesen Brief aus dem Feuer der marcioni- tischen Kritik gerettet. 296) „Et propinabatis Nazaraeis vinum et prophetis mandabatis di- centes: Ne prophetetis .... De hoc loco haeresim suam Tatianus Encra- titarum princeps struere nititur, vinum adserens non bibendum, cum et lege praeceptum sit, ne Nazaraei bibant vinum, et nunc accusentur a pro- pheta, qui propinent Nazaraeis vinum. " Üeber die Benutzung alttestament- licher Stellen als echter Sprüche des höchsten Gottes s. oben S. 223. Tatian bei Hieronymus und Epiplianius. 229 „Montanisten" 2 »7j^ Hieronymus hat aber auch, sonst nicht ganz selten den Tatian erwähnt. So in der Schrift gegen JoTinian (I, 3), in welcher er allerdings Grund genug hatte, seinen Stand- punkt gegenüber den Verächtern der Ehe zu präcisiren^''^). Neben Hieronymus kommt als relativ selbständiger Zeuge aus dem 4. Jahrhundert noch Epiphanius in Betracht ^^ 9). Sein Be- richt aber, der oben bereits besprochen worden ist, enthält des Originalen sehr wenig. Von der Oratio schweigt Epiphanius ganz. Die Notiz über das Diatessaron, über die Eröffnung der Schule in Mesopotamien, confuse Angaben über Verbreitung der Secte, eine nicht unwichtige über ihren Cultus ^^^) und über ihren Untergang sind allein zu nennen. 297) Uebrigens war auch im Kreise des Apelles die „Prophetie" ge- schätzt; s. de Apellis gnosi p. 76. — Zahn (a. ä. 0.) bemüht sich ver- geblich zu beweisen, dass diese Stelle gar nicht auf Tatian gehen könne. „Es wird ihm hier von H. ein Judaismus zugeschrieben, dem der geschicht- liche Tatian völlig fern stand." Aber der Judaismus ist erst von Zahn ein- 'getragen. 298) „Neque vero nos Marcionis et Manichaei dogma sectantes nuptiis detrahimus nee Tatiani principis Encratitarum errore decepti, omnem coitum spurcum putamus: qui non solum nuptias, sed ciboa quoque, quos deus creavit ad utendum, damnat et reprobat." Mit „Manichaeus" ist Tatian auch Comment. in Arnos 2 fin, zusammengestellt. Ferner ist er er- wähnt in Comment in Osea 7, in Joel 1. An der wichtigen Stelle in Gal. 6 (VII, 1 p. 526) ist möglicherweise „Cassianus" statt „Tatianus' zu lesen („Tatianus, qui putativam carüem Christi introducens omnetn conjunctio- nem masculi ad feminam immundam arbitratur, Encratitarum vel accer- rimus haeresiarches, tali . . . usus est argumento: Si qui seminat in carne, de carne metet corruptionem: in carne autem seminat, qui mulieri jungi- tur: ergo et is qui uxore utitur et seminat in carne ejus de carne metet corruptionem"). Nicht nur gut Cassian bei Clemens als der besondere Vertreter des Doketismus, während von Tatian in dieser Hinsicht nichts bekannt ist, sondern auch die römischen Handschriften, welche VaUarsi eingesehen (s. Zahn, a. a. Oo S. 7), bieten alle „Cassianus". Allein dess- halb ist die Entscheidung, die Zahn so bestimmt geben wüi, noch keines- wegs sicher. Die Bezeichnung „Encratitarum . . . haeresiarches'' passt für beide (gegen Zahn). Die Argumentation aus paulinischen Briefen ist unstreitig der sonst bei Tatian bekannten ganz analog. AnderCxS^its ist Zahn beizupflichten, dass -Tatianus leichter aus Cassianus bei Abschrei- bern entstehen konnte als umgekehrt. 299) H. 46. (45. 47). 300) H. 46, 2: MvotTjgloig de waavzajg xexQ^tai xaxa (xlfAriaiv tijg äylaq ixxXf]aiagf vöazL öh fjt,öv(p ;fpcb^froc iv toZg avxolg fzvaTrjQioig. 2'M) Die Oratio des Tatian. Die späteren Kachricliteii aus der griechischen Kirche über Tnt^an sind sämmtlich von Irenaeus, Eusel)ius "und Epiphanins abhängig. Nur die Oratio wird um ilirer chronologischen Aus- fühi'ungeu willen noch gelesen und mit Achtung citirt. Der nhronologe und der Häretiker erscheinen fast als getrennte Personen '^^ ^). Mehr aber als aus den Werken dieser Compi- 301) Pseudo-Eustathius, Comment. in Hexaem. (Edit. Lngdun. 1C29 p. 1); Hier wird Tatian neben Clemens, Africanus, JosepliUvS und Justin zu denen gerechnet, welche das Alter des Moses- [xuiä ^'Ivaxov) bestimmt haben. Theodor et, h. f. I, 20. V, 24: Er ist bis auf die Mittheilungen über das Diatessaron (Zahn, a. a 0. S. 35 f.) von den früheren Häresio- logen abhängig. Josephusi^?; im '^Ynoixvriaiixöv (citirt nach Worth. 1. c, p. 11, der einen Cod. Cantabrig. als Quelle anführt) ist von Epipha- nius abhängig. Sophronius (Acta VI. Concilii, Hardouin III p. 12S8) hat „Tatian den Syrer" in einem grossen Ketzerverzeichniss. In dem Chronicon p aschale wird (I p. 169) eine Steile aus der Oratio über die Zeit Salomon's mitgetheilt, P. 436 giebt der Compilator ad ann. V. Claudii eine sehr interessante, aber räthselvoUe Notiz über den Apostel Paulus in Antiochien und beruft sich für dieselbe auf die Chronographen Clemens und Tatian. Da dieser an zweiter Stelle genannt wird, so hat man sich wohl nur umzusehen, ob die Angabe den Hypotj^posen ent- nommen sein kann. P. 486 — 488 endlich ist der Bericht de« Eusebius in extenso abgeschrieben [xaV.lcov für y.ccXlioxoQ am Schluss ist wohl nur eine Variante. Zahn hat sich geirrt, wenn er behauptet S. 25 n. 1, in der PassachroniV sei vom Diatessaron nicht die Rede). Johannes Da- mascenus, lib. de haeres. 46 (Cotelier, Monument, Eccl. Gr. I p. 292) giebt einen kurzen Auszug aus Epiphanius, ohne das Diatessaron zu er- wähnen. Timotheus Presb. C. P. (Cotelier, 1. c, III p. 379) geht mit seinem Bericht auf Theodoret zurück, nennt aber nicht einmal Tatian's Namen. Auch für den Bericht des Nicetas (Thesaurus JV, 18. Migne CXXXIK col, 1283) über das Diatessaron ist Theodoret die Quelle. Pho- tius schweigt ganz über Tatian (doch s. Cod. 120). Joh. Malalas (p. 242 ed. Bonn.) hat die Stelle über Paulus nach Clemens und Tatian aus der Passachronik abgeschrieben. Syncellus (p. HS. 122. 228. 280 ed. Bonn.) erwähnt den Tatian ab Chronologen mit Achtung. Cedre- nus (1 p. 439, 1) nennt den Tatian, sich auf Clemens berufend, als einen römischen Häresiarchen aus der Zeit des A. Pius neben Valentin, Cerdo, Marcion, Bardesanes, Maximilla und Priscilla. Glycas (p. 227 ed. Bonn.) spricht von den Tatianern, welche die Unseligkeit Adam's lehren. Nice- phorus endlich (Gregorius Hamartolus' Chron. [ed. Muralt] ist mir nicht zugänglich gewesen; doch soll auch bei ihm sich nichts Neues fin- den) umschreibt h. e. 111, 32 in seiner bekannten Weise den Eusebiu? und macht es auch hier so. als ob noch zu seiner Zeit mehrere Werke des Tatian existirten. Die ]>yzaiitinische und occidentalisclio Tradition. 231 latoren lernt man für die Geschichte der Oratio in der bj^zan- tinischen Kirche aus den zahbeichen Scholien, welche die älteste Handschrift (Cod. Paris. 45 i ann. 914) enthält, und welche oben S. 91 f. besprochen worden sind. Da wir den Tatian im Par. 451 nicht mehr besitzen, so haben wir diese Schollen seiner Abschrift, dem Par. 174, zu entnehmen. Noch dürftipfer als die orientalischen sind die späteren oc- cidentalischen Berichte, Rufin (h. e. VI, 11) legt dem Tatian ein besonderes Ghronicon bei. Vielleicht darf man daraus schliessen, dass die chronologischen Abschnitte aus der Oratio von dieser abgetrennt worden sind. Indessen ist es doch wahr- scheinlicher, dass hier nur ein Missverstandniss des Rufin vor- liegt ^^^). Die occidentalischen Häreseologen bringen nichts selbständiges ^^3). Die Oratio hat vom 4. Jahrhundert ab Nie- mand mehr im Abendland gekannt, und als dem Victor von Capua in der Mitte des 6. Jahrhunderts jene namenlose latei- nische Evangelienharmonie in die Hände kam, da instruirte er sich lediglich aus Eusebius über deren rauthmasslichen Ver- fasser, Tatian. Aber durch Victor ist in Anschluss an jenes 302) Jedenfalls ist Daniel (a a. 0. 117) im unrecht, wenn er hier an die in der vorigen Aurnerkung mitgetheilte Stelle bei Maialas (Chron. pasch.) erinnert und desshalb die Nachricht des Rufin für glaubwürdig erklärt. 303) Pseudotertujlian und Philastrius (h. 48) gehen durch Ver- mittelung des Hippolyt auf Irenaeus zurück. Aber Philastrius läset den Tatian post Decii persecutionem auftreten. Es wäre noch der Unter- suchung * werth festzustellen , woher die zahlreichen Verschiebungen namentlich von Märtyrern aus der antoninischen Zeit auf die Mitte des 3. Jahrhunderts in der kirchlichen Tradition stammen. Augustin (h. 25) schöpfte aus Epiphanius; ihm ist auch das dort unklare Verhältniss zwi- schen den Tatianern und Enkratiten aufgefallen. Per Prädestinatus (h. 25) schrieb den Augustin aus , fügte aber dessen Bericht noch hinzu, dass Epiphanius, der Bischof von Ancjra, t'ie Tatianer widerlegt habe, und dass die katholischen Asceterr lobenswerth seien. Excerpte aus Ex- cerpten sind die Berichte bei Isidor (li. 25), Paul (h. 26), Honorius (h. 40). Der letztere hat auch de scriptor. eccl. e. 30 nacli Hieronynius über Tatian gehandelt. Auf Rufin gehen Ado Vienn. (Chron.) und Za- charias Chrysopolitanus (Praefat. in Ainmonü Monntessaroni saec. XII. (Worth, 1. c. p. 14) zurück. Der letztere erwähnt auch das Dia- tessaron („unum ex quattuor compaginavit evangelium, et magnificos contra gentes libros edidit''). 232 Apolinarius von Hierapolis uml seine Schriften. Evangelienbuch trotz der Häresiologen der Name Tatian's im Abendland wieder zu Ehren gekommen und namentlich in der deutschen Kirche auch in Ehren geblieben. § 12. Apolinarius von Hierapolis und seine Schriften 304). In seinem antimontanistischen Briefe an Karikus und Pon- tius hat als der Erste der antiochenische Bischof Serapion (c. 190—209)3^^) des Apolinarius Erwähnung gethan^^^). Ej. schreibt an dieselben: „Damit ihr aber auch dies wisset, dass das Treiben dieser lügenhaften Schule (zd^ig), welche die neue Prophetie genannt wird, von der ganzen Brüderschaft auf Erden verabscheut wird, so schicke ich euch auch die Schriften des hochseligen {^aytagitoTazoc) Claudius Apolinarius, welcher Bi- schof zu Hierapolis in Asien gewesen ist." Apolinarius war also damals bereits gestorben, galt aber als ein tüchtiger Kämpe gegen den Montanismus ^^^). Eusebius. hat ihm in der Kirchen geschichte einige Zeilen gewidmet; während in den uns erhaltenen Quellen des 2. und 3. Jahrhunderts sein Name nicht genannt wird 3^^). Er stellt ihn (k e, IV, 22. 26, i. 27) mit Melito von Sardes zusammen und rechnet ihn zu den Schriftstellern, deren apostolische Or- thodoxie aus ihren Werken, die sich erhalten haben, hervor- geht. „Von Apolinarius", schreibt er, „befinden sich viele 304) Halloix, Vit. ill. eccl. Orient. Script. T. II: Vita S. Apolünaris. Gallandi, T. I p. CXX— CXXII. 680. Fabricius-Harles, Vol. VII p. 160--162. Routh, Rel. S. Voi. I p. 157-174. Donaldson, 1. c, III p. 240—249. Otto, l c. IX p. 479—495. 305) S. meine Chronologie der antioch. Biscböfe (1S78) S. 46 f. 62. 306) S. Euseb. h. e. V, 19, 1 sq. (VI, 12). 307) In Hierapolis hatte früher Papias als Bischof gewirkt und hatte daselbst noch die „weissagenden Töchter" des Philippus gekannt. Ausser- dem ist uns ein Martyrium des Bischofs Abercius von HierapoUs aufbe- halten, welcher dem 2. Jahrhundert angehört (Pitra, Spie. Solesin. III, 533) und wahrscheinlich mit dem Abircius Marcellue (Euseb., h. e. V, 16, 3) identisch ist, also nach Apolinarius Bischof war. 308) Der ApoHnarius, welchen Origenes in dem Brief an Africanus (Schluss) grüssen lässt {Sv xbv xaXov ^/llCüv nanav "Änokiva^iov aonaoai)^ ist gewiss nicht mit dem von Hierapolis identisch. Apolinarius von Hierapolis und seine Schriften. 2'^d Scliriften in den Händen Vieler. Die mir bekannt gewordenen sind folgende: Die Schrift an den vorhin genannten Kaiser ^^'') (M. Aurel), fünf Bücher an die Griechen, von der Wahrheit Buch eins nnd zwei^^^), dazu die später von ihm verfassten Schriften gegen die Secte der Phrygier, die bald darauf offen mit ihren Neuerungen an's Licht trat, damals aber erst im Ent- stehen war, sofern Montanus zugleich mit seinen Prophetinnen damals noch erst die Fundamente zu seiner falschen Lehre legte." Das ürtheil über die Vorzüglichkeit der antimontani- stischen Schriften des Apolinarius ist. bereits bei Eusebius nur dem Wortlaut nach ein sehr günstiges; denn die Bemerkung, dass dieser gleich beim Beginn der montanistischen Bewegung geschrieben habe, will mit der Thatsache zusammengehalten sein, dass Eusebius keine Zeile aus den Schrift.en des Apolina- rius citirt, sich vielmehr für seine Darstellung des Montanismus an die jüngeren Gregenschriften gehalten halt. Apolinarius war ihm höchst wahrscheinlich noch zu wenig entschieden, obgleich er V, 16, 1 von ihm rühmt, dass er als ein „starkes und un- besiegliches Rüstzeug" gegen den Montanismus von der Macht der Wahrheit erweckt worden sei. Ob nun seine Erklärung, dass nämhch Montanus damals noch nicht offen hervorgetreten sei, die richtige ist, ist mindestens sehr zweifelhaft. Hat Apo- linarius nach seiner apologetischen Thätigkeit gegen die Kata- phryger geschrieben, so können diese Schriften, wie gezeigt werden wird, nicht lange vor c. 180 fallen. Dass aber damals die montanistische Bewegung in den ersten Anfängen gewesen ist, ist nicht glaublich, üebrigens hat Eusebius schon in der Chronik denselben Pragmatismus befolgt. Zu ann. Abr. 2187 (M, Aurel. XL) bemerkt er (Arm.): „Apolinarus Asianus Hiera- politanorum provinciae episcopus cognoscebatur", dann zum fol- 309) Schon IV, 26, 1 hatte er diese genannt {loyoQ vnsQ TTJg nl- axuoq). 310) Die Angabe nsgl aXij&siag n^wTOv xal öBvzsqov macht es wahr- scheinlich, dass das Werk in dieser Gestalt nicht vollständig war. Nach ösvtegov lesen AEaE^GH Niceph. „xal UQoq ^ovöaiovg ngChrov xal öevzi- QOV^% während die Worte in BCDFaKRa, fehlen. Man könnte urtheilen, dass sie hier durch Homöoteleuton ausgefallen; allein da Rufin und Hiero- nymus sie auch nicht bieten, so wird man sie vielmehr für einen Zusatz nach Y. 17, 5 zu halten haben. 234 Apolinarius von llierapolis und seine Schriften. gen den Jahr: „Phrygum pseudoprophetia orta esi" Ebenso das Chron. liieron. zum 10. und 11. Jahr des M. Aurel. Hier wird auch die Apologie des Melito auf das 10. Jahr datirt. Im Armenier fehlt sie. Sjncellus (p. 665, 9): ^A/iollfvaQiog 87Ti(j: UbqI tov ncio%a Xoycp toc nagaTtkr^aia eÖLÖa^s, leycov ovTwg. Bemerkenswerth ist, dass Apolinarius so nahe an das apostolische Zeitalter gerückt wird. Er ist nicht der einzige aus der Zahl der kirchlichen Schriftsteller, dem diese Ehre von den Byzantinern zu Theil geworden ist; vielmehr werden mehr und mehr die Vater bis auf Origenes hin als dem nachapostolischen Zeitalter zugehörig betrachtet. Ausser den genannten Citaten findet sich im Chronicon paschale ad Olymp. 237, 1 = ann. Christ. 169 (p. 484) die Notiz: 1\UUt;o)v , . . ycal lAnoXivdQiog ^ItQaTTolewg hiioy.onog y.ai d),Xoi tloXkoI tov x«^ Tjfxag loyov ßißUov djio'koyiag 3IdoKq) u4vQYjliq) AvtwvIvoj f-7ilöo)'/,av. Noch zur Zeit des Photius befanden sich in Constanti- nopel die Abschriften von drei apologetischen Werken des Apolinarius. Dieser sagt (Cod. 14): \4veyv(oolhi t^nolivaglov :/CQbg "FJ'.Xrjvag y.al tisqI evoeßelag ymI tceqI aXtjd-eiag. aoTi ös ' leQanoXiZijg o ovyyQacftvS) ^^S ^'^ ^^ö"/« '^^ leQanöXEoyg yeyovcog STrlo/.onog. /jvd^r^ae öe enl BldQAOv l^vzcovivov BrjQov ßaaLXaojg 313) Ueber die „Severianer" (im letzten Viertel des 2. Jahrh.) s. Euseb. h. e-. IV, 29. Cleni. AI. >Strom. 1, 15, 71. VII, 17, 106. Paedag. II, 2, 33. Epiphan. Theodoret. 23{) Apolinarius von Hierapolis und seine Schiiften. Piüf.iaitov. a^ioXoyog de 6 avrj() xal cpQaoei a^Lokoycp '/.exQri(.ie- vog, XeyeTCiL di avzov /mI eTSoa ovyygajUfiaTa a^iouvrif.i6vEVTa eivcttj olg ovttco i^aeig evecvyßuev. Die Tradition über Apolina- rius erscheint also nocli, selir verschieden von der über Justin, ungetrübt. Das Werk neqi svosßelag hat Eusebius nicht ge- nannt, aber er hat ausdrücklich gesagt, dass er nicht alle Titel der von Apolinarius geschriebenen Bücher angeben könne. Nicephorus giebt in seiner Kirchengeschichte wesentlich den Eusebius wieder 3^^) und repetirt zugleich (X, 14) die oben mitgetheilten Worte des Socrates. Das von diesem gebrauchte Wort jyOf.ioXovyof.iEvov^'' ersetzt er aber durch j,6fwovoiov^' und macht dadurch den alten Bischof zu einem Zeugen für die orthodoxe Trinitätslehre. Eine merkwürdige Notiz über A. hätte sich noch erhalten, wenn einer Notiz Glauben geschenkt werden dürfte, die sich in dem von J. Pappus im J. 1601 zuerst edirten Libellus Sj- nodicus findet (s. auch Mansi, Coli. Concil. I, col. 723): ^vvo- Sog i^aia xai uqcc tottixt] sp ^ leqanoXei Tjjg L^oiag Gvva&QOi- od'eioa vfco ^Trokivaglov tov TavTJjg oouot(xtov STtiaxoTiovy y,al eTSQwv el'xoGt ej eTiiGKoncov, anozrjgv^aad zs y.al e/,x6xpaaa MovTavov xal Ma^if.ii'kXav rovg ipevdoiiQOcpriTag' ol y.al ßXao- (pr.fAwg rjroi öai/novicovregj y.ad^ojg (pr^oiv 6 avxog TtazrjQy tov ßiov yMTeoTQ€iliav' ovv avToTg di y.aTexQiv£ y.al OeodoTov xov oycvTea. Ohne über die Herkunft und Glaubwürdigkeit des ganzen Buches^ dessen Ursprung gewöhnlich auf das Jahr c. 900 datirt wird, ein Urtheil fällen zu wollen — der Umstand, dass es zuerst Andreas Darmarius an's Licht gebracht hat, ruft den stärksten Verdacht hervor — lässt sich doch betreffs der angeführten Stelle behaupten, dieselbe sei lediglich eine freie Ausführung von Euseb. h. e. V, 16. Die Schrift eines unbekann- ten Verfassers, aus welcher Eusebius dort ein Excerpt gegeben hat, wird von vielen für apolinarisch gehalten. Auch der Verf. des Libell. Synod. hat sie dafür angesehen. Wie abhängig er 314) Die Apologie an M. Aurel nennt Nicephorus : o npog jivzwvtvov XöyoQ inhg xTjq 71 iai etaq. S. hierzu Ilieron. de vir. inl. 26. Euseb. h. e. iV, 26, 1. Von der Schrift n()dc;"EXXr}vag behauptet er, sie sei in dialo- gischer Form geschrieben. Es ist möglich, ja wahrscheinlich, dass er sie selbst eingesehen hat, da auch Photius noch dieselbe gekunnt ha^. Apolinariiis von Hierapolis und seine Schiiften. 237 von ihr ist, beweist der Umstand, dass er Montanus, Maximilla und Theodotus — den Montanisten meint er wahrscheinlich, nennt aber den Monarchianer — allein anführt, die Priscilla z. B. weglässt, weil dieselbe auch h. e. Y, 16 nicht genannt ist. Auf unbekannte Quellen, welche hier im Libell. Synod. benutzt sind, wird man also schwerlich schliessen dürfen, wenn auch die Nachricht von den 26 Bischöfen nicht weiter abgeleitet werden kann^^^). Sechs Schriften sind es, die in der Tradition dem Apoli- narius beigelegt werden. Eusebius hat vier davon eingesehen, aber bezeugt, dass noch andere Schriften dieses Bischofs be- kannt und verbreitet seien; Photius kennt drei, hat aber auch noch von anderen vorhandenenr Schriften des Apolinarius ge- hört. Die antimontanistische ist schon von Serapion genannt worden; Spuren ihrer Existenz lassen sich nur bis in's 5. Jahr- hundert verfolgen. Die Bücher ngbg'^'Ellr^vccg und 7tsqI alrj- ^eiag hat noch Photius gelesen, das erstere vielleicht auch noch Nicephorus. Citate aus denselben hat Niemand mitgetheilt. Die Schrift negl evosßelag hat vor und nach Photius Niemand genannt, die über das Passa nur der Compilator des Chronicon paschale. Aus den beiden Fragmenten, die er mitgetheilt hat — ihre Echtheit ist einst ohne Grund beanstandet worden ^16) — geht hervor, dass Apolinarius ein Gegner der quartodeci- manischen, asiatischen Osterpraxis gewesen ist, also in diesem Punkte auch ein Gegner des Melito von Sardes^^"*). Die Frag-, mente sind in verschiedener Hinsicht nicht uninteressant. Das erste zeigt, wie besonnen und milde Apolinarius gegen die quartodecimanische Praxis gekämpft hat, und lehrt, dass der Streit damals schon mit exegetischen Mitteln auf Grund der Evangelienberichte geführt worden ist. Apolinarius selbst scheint übrigens bereits die Unmöglichkeit eines Widerspruchs zwischen den Evangelien vorauszusetzen — eine für die Kanons- 315) Anders hat He feie (Concil.-Gesch. I [2. Aufl.] S. 83 f ) geurtheilt. Das Richtige bei von Otto, 1. c. IX p. 483. 316) S. Tillemont, Memoires T. 11 p. 748 coli. 453. Lardner, Glaubwürdigkeit d. ev. Gesch. II, 1 S. 565 f. 317) S. Schürer in der Ztschr. f. d. bist. Theol. 1870 S. 227 f. 272. Vielleichf: hat Apolinarius in seiner Schrift geradezu den Melito bekämpft. 238 Apolinarius von Ilierapolis unti seine Schriften. geschichte nicht unwichtige Beobachtung^*^). Das zweite Frag- ment ist als rhetorisch-liturgische Darlegung des Todesleidens Christi interessant und auch für die Geschichte des Glaubens- symbols von Bedeutung ^i®). Die Apologie, , welche Photius nicht mehr gekannt hat, war an den Kaiser Marc Aurel gerichtet, wie Eusebius und mit ihm übereinstimmend das Chronicon paschale angeben. Gewöhnlich nimmt man an, da kein Mitkaiser genannt sei, müsse die Schrift in die Zeit der Alleinherrschaft des M. Aurel, also zwischen die Jahre 170 und 176 fallen. Eine genauere Zeitbestimmung scheint sich daraus zu ergeben, dass Eusebius (h. e. V, 7, 4) sich bei Erzählung der bekannten Legende von der Melitinischen Legion auf Apolinarius berufen hat. Eusebius schreibt: „Unsere Geschichtsschreiber aber haben als Freunde der Wahrheit den Vorfall auf eine einfache und ehrliche Weise überliefert. Zu diesen gehört auch Apolinarius, welcher sagt, dass von jener Zeit an die Legion, durch deren Gebet dieses 318) Elal rolvvv o^l di' ayvoiav cpiXovsLxovOL tlfqI tovtcov, ovy- yvmatov n^dyfia Ttenov&ozeg' ayvoia yäg ov xatyjyoQiav dvaöe- Xerai, dXXa öiÖax^iQ TCQooSüxai' xal Xeyovaiv dri tfj iö' xo ngößarov y.f,xd zG)v /uaO^TjrG)v scpaysv 6 xvgiog, zfj Sh ßsyäl^ hf'^^Q^ '^^^ d'C.vfJioJv aixoq STiad^ev, xal diTjyovvxai Max&atov ovxco ksytiv (oq vEV07jxaaiv, o^ev aav/acpcovög xe vo/uo) r^ voTjoig avxwv, xai axaaid^etv öoxfZ xax avxovg xa €vccyy,8?ua. 319) H iö^ dXri^Lvbv xov xvqIov Tcdo'ia ?) &vaia rj /usydXr], 6 avxl xov dfivov nalq deot\ 6 öe&elg^ o öi^oag xov ic/^vgov, xai ö XQid^elg XQixr^g ^ ixxsvTTjBelg, 0 ixxtag ix xr-g nXevQccg avzov td öio nu?.iv xaS-dgota. v6(oq xal alf/a^ Xöyov xal nvevfJia, xal o xacpelg iv q^ifiQa xy xov itdo/a, htLZi^hvzog zvl ßvrjßUXL xov XiS^ov. Dass der Tod nicht genannt ist. sondern nur Kreuz und Begräbniss, ist ein Beweis für dus hohe Alter des Stücks (s. das altröraische Symbol). Auffallend ist das ,,X6yov xal tx v e v fi a'-'- -, indessen nicht unerhört. Apo- linariu.t ist also Vertreter der JiOgos-ChristoIogie gewesen; was sich frei- lich schon auf Grund seiner apologetischen Thiitigkeit erwarten Hess. Apolinnrius V'On Hierapoiis und seine Schriften. 239 Wunder bewirkt worden war, von dem Kaiser 43inen den Vor- fall bezeichnenden Namen, die blitzende, in lateinischer Sprache erhalten habe." Ist dieser Apolinarius mit dem Hierapolitaner identisch — und dies ist auch desshalb wahrscheinKch, weil Eusebius im Chronicon zum 11. Jahr des M. Aurel den Apo- linarius Hierap., zum 12. die Geschichte von der Legion ge- stellt hat — , und stammt die Mittheilung aus der Apologie des A., so könnte dieselbe nicht vor dem Jahre 174 geschrieben sein. Indessen die abenteuerliche Erzählung hat doch schwer- lich in einer Eingabe an M. Aurel selbst gestanden; sie wird wohl aus einer anderen Schrift des Apolinarius stammen, be- weist aber deutlich, wie leichtgläubig solche leicht zu wider- legende Märchen auch von den Bischöfen aufgenommen, resp. colportirt worden sind^^O) Chronologisch lässt sich nicht mehr sagen, als dass die apologetische Thätigkeit des Apolinarius in die zweite Hälfte der Regierung des M. Aurelius, die Abfas- sung der Apologie vielleicht vor das Jahr 176 fällt. Nach dem bestimmten Zeugniss des Eusebius, dessen Begründung wir leider nicht kennen, hat die montanistische Polemik des Apo- linarius erst später begonnen, also c. 180. Vielleicht ersah Eusebius aus derselben, dass M. Aurelius bereits nicht mehr am Leben war. Die Schrift über das Passa gehört jedenfalls nicht der Periode des Streites zur Zeit des Victor an, sondern einer früheren in den siebziger Jahren (s. die Abfassungszeit der Schrift Melito's über das Passa). Was bisher aus Oatenen als von einem Apolinarius stam- mend bekannt geworden ist, lässt sich in keinem Stück auf den Bischof von Hierapolis mit irgend welcher Sicherheit zu- rückführen. Anders hat Zahn (Stud. u. Erit. 1866 S. 680 f.) geurtheilt. Doch s. v. Otto, Corp. Apol. IX p. 485. Over- beck, Ztschr. f. wissensch. Theol. 1867 S. 40 n. 3. Patr. App. Opp. I, 2 edit. 2. (ed. Gebhardt, Harnack, Zahn) p. 93. 320) Vielleicht darf man aus Tertull., Apol. 5 ; ad Scap. 4 scflliessen, dass TertuUian die betreifende Schrift des Apohnarius gelesen hat; doch ist dies sehr unsicher. 240 Melito und seine Schriften. § 13. Melito und seine Schriften^'^^). In seinem Schreiben an Victor und die römisclie Gemeinde (+ 195) erwähnt der Bischof Polycrates unter anderen grossen „Lichtern", welche die kleinasiatische Kirche besessen hat und welche für ihre Osterpraxis einstehen, nämlich dem Apostel Phi- lippus, seinen zwei jungfräulichen Töchtern, der weissagenden Tochter, dem Aposteljohannes, Polycarp, Thraseas, Sagaris,Papi- rius, auch den „Eunuchen Melito, der in seinem ganzen Wandel voll des h. Geistes war und in Sardes hegt in Erwartung der Heim- suchung vom Himmel, in der er von den Todten auferstehen wird" ^2'^). Als Schriftsteller hat Polycrates den Melito hier nicht gefeiert, wohl aber als den geisterfüllten, um des Himmel- reichs willen verschnittenen, das zukünftige herrliche Reich Christi verkündenden Bischof. Den Schriftsteller hat zuerst Clemens Alexandrinus in seiner verlorenen Schrift über das Passa erwähnt. Nach Eusebius^^'^) war ein Tractat des Melito über denselben Gegenstand in zwei Büchern ^^^j der Anlass zur 321) Halloix, Vit. illustr. eccl. Orient. Script. TU. Woog, De Me- Htone Sardium in Asia episcopo. Dissertt. II. Lips. 1744. 1751. Galland i T. I p. CXIXsq. et 677—679. Fabriciiis-Harles, Vol. VIT p. 149-151. Routh, Rel. S. Vol. I p. 111—153. Piper in den Tlieol Stud. u. Krit. 1838 I S. 54—154. Pitra, Spicil. Solesm. II p. IV sq. Cureton, Spicil. Syriacum p. 22—33. 49 sq. (p. 41—60. 85—99). Donaldson, 1. c. III p. 221—239. von Otto, 1. c. IX p. 374-478. 322) S. Euseb. h. e. V, 24, 5: xal MeXlrova xbv svvov'/ov (Rufin: flpropter regnum dei eunuchum". Walirsclieinlicli ist die freiwillige Ehe- losigkeit gemeint. In diesem Sinne braucht z. B. Tertullian die Worte „caatratus", „spado" häufig; s. Schwegler, Montanismus S. 63. 128. 242 u. sonst), Tov €v aylq) nvevfiazi navxa no?.iTSvad,u£voi' (die besondere Hervorhebung dieses Merkmals ist nicht zu übersehen; Rufin.: „spiritu sancto repletum**. Es ist eine vorzügliche Begabung mit dem h. Geiste gemeint; s. auch V, 24, 2, wo es nur von der einen Tochter des Philip- pus heisst: iv äylo) nvev/uazi noXixevoauivrj), oq xelxai iv I^agöeai m- (iL/xBVü)v zijv <^7i6 rwv ovQavwv inioxonyv (s. I Clem. ad Rom. 50, 3), ^v y ix vfxQüiv dvaozrioEzaL (nach dem, was vorangeht, wird auch dieser Zug eine specielle Bedeutung haben. Melito muss in besonderem Sinne ein „Erwartender" gewesen sein, d. h. ein energischer Prediger der be- vorstehenden Zukunft Christi). 323) H. e. IV, 20, 4; s. auch VI, 13, 9. 324) H. e. IV, 26, 2. 3. » Melito in der voreusebianischen Literatur. 241 Schrift des Clemens ^^5^^ ])ag erste Zeugniss aber über das hervorragende schriftstellerische Talent des Melito hat ein Abendländer ausgesprochen, TertuUian. In seinem grossen, verloren gegangenen Werke de ecstasi lib. VIP^g)^ {^^ welchem er sich mit der kleinasiatischen antimontanistischen Literatur vertraut zeigt, hat er nach Hieronymus auch „das feine und rhetorische Talent des Melito verspottet", zugleich aber bemerkt, dass derselbe in weiten Kreisen bei den Katholikern als Pro- phet gelte ^'^'). Diese Angabe lehrt, erstens, dass Melito ver- schiedene Schriften verfasst haben muss, zweitens dass derselbe von den Montanisten nicht als der ihrige betrachtet worden ist; drittens aber illustrirt sie das Zeugniss des Polycrates, Melito sei in seinem ganzen Wandel voll des h. Geistes ge- wesen. Dieser Ausdruck ist demnach wirklich in dem Sinne der prophetischen Begabung zu verstehen. Nun ist es ja auch bekannt, dass die kirchlichen Bestreiter des Montanismus in 325) Wenn Eusebius sagt, Clemens habe sein Buch „aus Anlass (^| ctixlao) der Schrift des Mehto" geschrieben, so ist das sicherlich gleich „gegen MeUto". Unrichtig Hefele (Conciliengesch. I S. 299), Weitzel (Passa- feier S. 26. 74): „zur Ergänzung"; Steitz (Stud. u. Krit. 1856 S. 778): „mit Bezugnahme auf". — Die Schrift des Mehto ist nach ihrem eigenen Selbstzeugniss unter dem Proconsulat des Servilius Paulus, zur Zeit des Martjrriums des Sagaris, aus Anlass einer in Laodicea ausgebrochenen Controverse über das Passa vertasst, aber nicht sofort veröffentHcht wor- den. Statt Servilius ist mit Rufin höchst wahrscheinUch ,.Sergius" zu lesen. Das kleinasiatische Proconsulat desselben wird von Waddington (Fastes des provinces Asiat, p. 226) zwischen die Jahre 164—166 verlegt (nach Borghesi). Wieseler (Christen Verfolgungen der Cäsaren S. 102 f.) hat mit unzureichenden Gründen das Jahr 170 — 171 (Mai) als das richtige zu erweisen versucht (s. Weitzel, Passafeier S. 17. Hilgenfeid, Pascha- streit S. 252). Indessen ist auch der Wadding ton 'sehe Ansatz nicht gesichert. Keim (Aus dem ürchristenthum S. 155) will das Jahr 167 in Anspruch nehmen. 326) Die einzigen Notizen über dies Werk finden sich bei Hierony- mus, de vir. inl. 24. 40. 53. 327) De vir. inl. 24: „Hujus elegans et declamatorium Ingenium Ter- tullianus in VII übris, quos scripsit adversus ecclesiam pro l^ontano, ca- villatur dicens eum a plerisque nostrorum prophetani putari". Die Va- riante „laudans dicit-' für „cavülatur dicens" ist eine dreiste Correctur in Jüngern MSS. Dass unter den „nöstri" ß.atholiker (nicht Montanisten) zu verstehen sind, hätte man nicht leugnen sollen. Texte und Untersuchimgen. 16 242 Melito und seine Schriften. Kleinasien den ekstatischen nenen Propheten gegenüber nicht nur an der These festhielten, dass das prophetische Charisma in jeglicher Kirche bis zur Parusie fortdauern müsse '*-'^), son- dern auch die Eeihe ihrer eigenen Propheten ausdrücklich nam- haft gemacht haben. Bis auf Quadratus und die Ammia, d. h. bis auf die Zeii welche dem Auftreten des Montan us unmittel- bar vorhergeht, waren es dieselben Personen, auf welche man sich dort und hier berufen hat (vornehmlich Agabus, Judas, Silas, die Töchter des Philippus, die Ammia und Quadratus). Von da ab spaltete sich der Stamm. Bei den Kataphrygern traten Montanus, Maximilla und Priscilla ein, bei den Kirchen- leuten Tivsg aXXoi firjdsv avzoTg {seil, den Montanisten) jcqooi- xovTsg^'^'^). Hätte der anonyme Bestreiter der Montanisten es für nothwendig befunden, diese alXoi aufzuführen, so hätten wir gewiss den Namen des Melito zu hören bekommen 3^^). War Melito „Prophet" und zugleich ehelos, so dürfen wir ihn zu der Zahl derjenigen Bischöfe rechnen, welche wie Pinytiis von Knosus auf Creta eine strengere Lebenssitte befolgten und dess- halb diQn Grundsätzen des Montanismus näher standen, ohne mit ihm selbst gemeinsame Sache zu machen, ja mit mehr oder weniger entschiedenem Widerspruch gegen ihn^^i). Dass er trotzdem in den Augen Tertullians nicht Gnade gefunden hat, ist nicht auffallend. Man braucht sich nur zu erinnern, wie dieser in derselben Zeit den Hirten des Hermas beurtheilte ^'^'^). Aus dem dritten Jahrhundert sind uns noch drei Zeugnisse über Melito erhalten. Zwei finden sich bei Origenes: sie bestätigen in eigenthümlicher Weise die „Alterthümlichkeit" der Denkart des Melito. Das erste stand in dem Psalmencommeutar (ad Ps. 3 inscr.). Es wird dort die Frage aufgeworfen, wer Ab- 328) Der Anonymus bei Euseb. b. e. V, 17, 4: ötlv yctg ehai to noo- (prjtixov ;if«()ia^a iv naain x^ ixxXrjala fxc-XQi r^S tfXeiaq napovaiaCj ö andaxoXog a^ioL 329) So q kxdzsQOQ dnoXoyiccg 7iQQGe(p6ivrioav. In § 2 wird das Werk x6 n^oq 'Avküvlvov ßißkiöiov genannt. 342) Euseb., h. e. IV, 26, 2. Das Verzeichniss ist mit Hülfe der üeber- setzung Rufin's, der syi'ischen Uebersetzung (s. Cureton, p 56 sq. Pitra, Spicil. Solesm. II p. LXV) — über diese Version s. unten das Nähere — , des Nicephorus und des 24. Cap. der Schrift des Hieronymus de vir. iial. herzu- stellen. Wahrscheinlich hat Eusebius diese Schriften sämmtHch in der Bibliothek zu Cäsarea gefunden. So vermuthet auch Pitra; aber seine weitere Behauptung (1. c. p. VIHsq.); „Instituit Eusebius in hac recen- sione quasi quattuor aut quinque Ubrorum classes, quas ad totidem Volu- mina distincta referre übet et Hcet" ist sehr gewagt, und der Versuch, den Umfang dieser Codd. auf Grund der von Eusebius in das Verzeichniss eingeschaltenen Wörtchen zu bestimmen, mehr als kühn (doch s. Anm. 348). 246 Melito und seine Scliriften, 1) Ta 71€qI tov nixo^a ovo (Z^vei Bücher über das Passa), y.al 2) To jisgi 7co?uz6Lag Kai ngoipijTcdv (Von der rechten Lebensweise und den Propheten) ^*^), y.ai 3) 'O 7[£qI iK/,h]OLag (das Buch über die Kirche), Kcxl 4) *0 77€qI y.iQiay,rjg loyog (die Schrift über den Sonntag), fT« ÖS 5) V> 7r£Ql TiLOiEwg ttVx^Qonrov (das Buch über den Glauben des Menschen) ^^'*), xal 6) 'O negl nXdoecjg (das Buch von der Schöpfung des Menschen), Tiul 7) '0 7i€Qi v7iaKor^g 7iioz€tog (das Buch vom Gehorsam des Glaubens), 8) 'O Tisgl alod^TjtrjQiatv (das Buch über die Sinne) ^^^), 343) To cum AEaGH Ruf. Hleron. Syr., ra cett. Otto. — ßCDF*: ZTJg noXixslaq. Da Rufin „de optima conversatione liber unus, sed et de proplietis", der Syrer; xal nsgl noXitelaq xal nsQi ngocpritüiv bietet, so ist der Vorschlag von Otto, der sich lediglich auf Hieronymus („de vita prophetarum liber I") stützt, für xal vielmehr xöiv zu lesen, abzuweisen. Die LA des Hieronymus ist entstanden, weil das absolut stehende noXi- Tsla auffallend schien. Die Bemerkung aber Otto's: „sed nuUo pacto vox nokitsi'a ita mide posita stare potest" geht zu weit. • Nach Rufin und dem Syrer sind möglicherweise zwei verschiedene Bücher hier zu ver- stehen. Indessen erklärt sich die Wiederholung des negl beim Syrer auch als stylistisch nothwendig. 344) niatscoq cum E*GHO Ruf. Hieron. (es macht sich gerade hier und im folgenden besonders fühlbar, dass wir noch keinen zuverlässigen Hieronymustext besitzen; die Ausgabe von Her ding ist ganz unzurei- chend) Syr., (fvafwg ACFi^KRs* Heinichen, Otto. Auf Grund der Ueber- liefcrung darf man sich nur für niaifcug entscheiden. Das beigesetzte dv^Q(6jiov ist freilich sehr auffallend, aber doch nicht unerträglich (vgl. Jacob. 2, 19). 345) Die griechischen Codices bieten sämmtlich: xal 6 nsgl VTiaxorjg ni(Jt€(o<; cclo&TjtTj^iwv. Aber Rufin liest: „de obedientia fidei; de sensi- bus"; Nicepborus: 6 7i,e()l vTiaxor/q niarewg, xal d nspl ala&rjtTjQitov; Hieronymus: „de sensibus librum unum'-, die ersten Worte unübersetzt lassend. Umgekehrt hat der Syrer nur die Worte: xal 6 nsgl vnaxoriq nlazewq wiedergegeben. Hiernach scheint es mir (gegen Heini oben und Otto) zweifellos, dass in den griechischen Codd. die Worte ö tifqI nach niatsojq ausgefallen sind und somit zwei selbständige Schriften des Melito hier bezeichnet waren. Es kommt hinzu, dass der Ausdruck o n. vnccx. niat. cxlof^. schwer erträglich ist. Der Bericht des Eusebius über Melito. 247 xccl TtQog TOVTOig 9) '0 Tiegl ipux^g Kcd oiouatog (das Bueb über die Seele und den Leib)^*^), y.ccl 10) ^0 Tteql Iovtqov (das Buch von der Taufe), /mI 11) 'O TTSQi aXr^d-elag (das Buch, über die Wahrheit), xat 12) Tleoi y.xiaeiog ycccl yevlasiog Xqwtov (über die Er- schaffung und die Geburt Christi)'**'^), ytccl 13) Aoyog avzoü 71€qI 7iQ0(prjT€iag (sein Buch über die Weissagung) ^*^), xaf 14) 0 iieQi q)ilo^€viag (das Buch von der Gastfreund- schaft), Aal 15) H Klslg („der Schlüssel") ^^^), 346) So Eufiii, Der Syrer (sowohl im Schriften verzeichniss als in der Ueberschrift eines Fragmentes) und Hieronymns : „de anima et corpore". Die meisten griechischen MSS. ^ vo6q; aber AE» Nicephorus: j;v iv oiq. Letztere LA ist ledigHch entstellt aus ^' vo6q; denn die scharfsinnige In- terpretation derselben von Otto, sie sei entstanden aus einer alten in den Text gerathenen Glosse, welche besagen wolle, dass einige Hand- schriften für j] vielmehr xal lesen (= .^, iv ßvloig xai) scheitert daran, dass bei dieser Annahme ja das voog, welches Otto selbst behalten will und muss, ganz ausgefallen wäre. Stände im AE» Nie. ijVj iv oiq xai vooq, dann erst wäre die Erklärung Otto's glaubHch. Ich halte xai {vi) vooq nicht für die ursprüngliche LA, sondern für einen schon im 4. Jahrh. gemachten Zusatz (s. Änni. 348). 347) So BCDFaGaERa Nie, für xxioEcjq lesen niazscag EaF^GHO Ruf. Sjr., was ohne Zweifel eine dogmatische Correctur ist; Hieron. übersetzte das xrlaeojq nicht und bietet: „de generatione Christi librura unum". 348) Rufin bietet: „Item de fide. De Generatione Chiisti et de pro- phetia ejus*. Er hat also aus No. 12 zwei Bücher gemacht, aber Nr. 13 zu dem zweiten gezogen. Hieronymus übersetzt; „De prophetia sua („sua" fehlt in einigen Codd.) librum unum'^. So will auch Valesius den Satz verstanden wissen, und auffällig ist das avzov gewiss. Indessen ist die Beziehung auf Xöyoq näherhegend. Der Syrer hat freilich auch übersetzt als stände im Griechischen* xai rtsgl Xoyov trjq jiQOtpijzslaq aitov. Nach nQO(pt}X€i(xq folgen in AE^Fb Ruf. Syr. noch einmal die Worte xai usqI ipvx^q xai aw/uaiog (s. oben). Denselben Zusatz bieten CKR» na-ch dem gleich folgenden (pilo^evlaq. Die Dittographie ist also uralt, wahrscheinlich schon von Eusebius «elbst verschuldet. Die Hypothese Pitra's (1. c, p. LXVI) empfiehlt sich hier, dass Eusebius den Inhalt mehrerer Melitocodices wiedergegeben hat, in welchen die Schrift tcsqI rpy^i^q xäl aioficczoq zwei- mal stand. So hat er sie auch aus Flüchtigkeit zweimal inventarisirt. üebrigens beweist der Titel, wie er hier lautet, dass die Worte fj {aal) vooq (s. oben) ein alter Zusatz süid von einem Trichotomiker. 349) Fehlt im Syrer. 248 Melito und seine Sclirifton. xat 16) T« 7t€Qi Tov diaßolov v.al zr^g anoy.cilv\petoq hodr- vov (die Bücher über den Teufel und die Offenbarung Joban- nis) 3^0), ycccl 17) ^O neql lvco)fxdxov d-eov (das Bucb über die Kör- perlichkeit Gottes) 3 51), £7Ti TiaoL Kai 18) TO TtQog l^rTCovXvov ßißkldtov^^^). Eusebius theilt nun ein Fragment aus der Schrift über das Passa mit, um aus demselben die Zeit des Melito seinen Lesern zu bezeugen. Sodann bringt er drei Bruchstücke aus der Apo- logie Melito's. Die beiden ersten hat er ausgewählt, weil sie Angaben über die Lage der Christen, resp. über ihre Verfolgung unter Marc Aurel enthalten; das dritte, theils aus demselben Grunde, theils weil es eine kurze, dem Eusebius sehr will- kommene Darstellung des Verhältnisses von Kaiserthum und Christenthum von Augustus bis zu den Antoninen giebt^^«^). 350) So die GriecHsclien MSS. und der Syrer (letzterer wiederholt nsQl); Rufin und Hieronymus machen zwei. Bücher daraus. Für jene Ueberlieferung spricht, dass das oben niitgetheilte melitonische Fragment bei Origenes eben von dem Teufel in der Apokalypse handelt. Bon- wetsch (a. a. 0. S. 22) folgt dem Rufin. 351) Hieronymus hat diesen Titel griechisch wiedergegeben. Rufin übersetzt: „de deo corpore induto" und hat vielleicht schon an die Mensch- werdung gedacht, so auch der Syrer. Doch ist dies durchaus nicht wahr- scheinlich. Wie Hieronymus beweist, konnte ein Lateiner das Wort nicht gut wiedergeben. Allerdings heisst ivatoßdrcooig „Menschwerdung" (s. Const. Apost. in, 5 p. 100, 18 ed. Lagarde. Orig. c. Celsum I, 43 t. XVIU p. 83 ed. Lommatzsch), und Athanasius redet (Orat. c. Arian. ü, 53 p. 360) von einer ivawfzaiog TtaQovola tov aiaxrjgoq. Allein der Aus- druck ivaüjfiatog &€6g kann schwerlich auf die Menschwerdung des Logos bezogen werden; in diesem Falle würde man Tiegl ivaiD/uaKoaecog ^eov {loyov) erwarten. Dazu kommt, dass Origenes (s. oben) Schriften Meli- to's erwähnt tisqI tov ivaih/uarov eivai tov ^eov. Die Hypothesen Pi- tra's (1. c. p. XI), dass hier eine Verleumdung des Origenes vorliege, und Anderer, Origenes habe sich durch den Titel des Buches, welches er nicht selbst eingesehen, verführen lassen, so zu interpretiren, sind ganz unwahr- schcinHch. Ueber das angebliche Zeugniss des Anastasius für die Auf- fassung == adQxwaig s. unten. 352) Hieraus zu schUessen, dass die Apologie die jüngste Schrift Me- Hto's gewesen sei (Otto, 1. c. IX p. 377), ist ganz unstatthaft. .353) Eusebius fühlt die Fragmente also ein (§5): hv^ö'k T(p jtQog tov ctvTOXQaTOQa ßi.ßXl(p totavTci xiva xad-' i^fxiov in^ avxov ys^ovivai \gio- Der Bericlit des Eusebiiis über Melito. 249 Hierauf tragt Eusebius noch eine (19.) Schrift des Melito nach unter dem Titel ^j^EyXoyai^^. Dieselbe war in 6 Bücher ge- theilt und enthielt Auszüge aus dem A. T. Das Prooemium der Schrift, welche an den Bruder Onesimus gerichtet war, hat Eusebius ausgeschrieben. Es enthält Angaben über die Ver- anlassung des Buches, eine Notiz über eine Reise Melito's nach Palästina und das Yerzeichniss des alttestamentlichen Schriften- kanons auf Grund von Erkundigungen, die der Verf. in Palä- stina angestellt hat. Hiermit beschliesst Eusebius seinen Be- richt 354). Es bedarf nur eines flüchtigen Ueberblicks über die von Eusebius aufgeführten Titel sowie über die wenigen Fragmente, die uns hier und von Früheren und Späteren mitgetheilt sind, um eine sehr nahe Verwandtschaft zwischen MeUto und Ter- tullian, dem Theologen, Apologeten und Schriftsteller, zu vermuthen. Trotz der Spärlichkeit des uns für die Vergleichung zu Gebote stehenden Materials erscheint dieselbe so gross, dass ein wirkliches Abhängigkeitsverhältiriss des Jüngeren von dem Aelteren angenommen werden muss, und dass man zugleich mit einigem Recht mutatis mutandis Melito als den asiatischen Tertullian bezeichnen darf ^^^). Ist dem so, dann erklärt es sich, gel. üeber die Geschichtsbetrachtung des Melito, s. Overbeck, Studien I S. 144f. 354) Die Titel, welche Eusebius bietet, sind nicht sachlich geordnetj nur hier und da scheinen zwei neben einander genannte wirklich zusam- menzugehören. Was das Werk nait der Aufschrift „^/ xXeiq"' betrifft, so lässt sich der Inhalt nicht einmal vermuthen. An Mtth. 16, 19 ist nicht zu denken (so Seh wegler, Montanismus S. 223), sonst stände der Plural. Auf Lc. 11, 52 resp. auf den platonischen Gebrauch des Wortes haben Andere verwiesen (s. von Otto, 1. c. p. 401 sq.) = xktlq trjq yy<6ae(og, aber das Fehlen jeder Näherbestimmung" macht diese Erklärung unwahr- scheinlich. Vielleicht darf man an den Gebrauch des Wortes in der Apo- kalypse denken (s. 3, 7 f. 9, 1. 20, 1. 1, 18), zumal da das von Eusebius an nächster Stelle genannte Werk von der Offenbarung Johannis handelte. Doch ist natürlich diese Hypothese nichts weniger als sicher. 355) Eine Reihe von Vergleichungspunkten ergab sich schon oben; hier sollen alle zusammengestellt werden unter Rücksichtnahme auf die später noch zu besprechenden Fragmente MeHto's. Auch die Parallelen, welche kein Abhängigkeitsverhältniss, sondern nur Verwandtschaft be- zeugen, sind mitaufgeführt. 250 Melifco und seiiiß Schriften. wamm Eusebius trotz seiner Bescheinigung der Orthodoxie des Melito sich mit einer blossen Aufzählung äQr Schriften dessel- 1) In der Schrift de ecstasi hat TertulHan sell)st ausgesj)rochen , dass er Schriften Melito's gelesen habe (s. oben). Sein Spott über das »elegans et declamatorium ingenimn" des Bischofs beweist nicht, dass er ihn nicht in iTüherer Zeit ausgeschrieben oder nachge- ahmt haben kann. 2) Melito besass nicht nur selbst die Prophetengabe, sondern hat auch in zwei Büchern (Nr. 2 u. 13) über die Prophetie geschrieben — gewiss nicht im Sinne der neuen Propheten (was aus dem Zeugniss des Polycrates und Eusebius sich ergiebt). aber auch nicht in dem der Aloger und der späteren kleinasiatischen Antimontanisten, sondern etwa in dem vermittelnden des Irenaeus u. A. Dazu Tertullian de ecstasi und Abschnitte in seinen montanistischen Schriften. 3) Melito blieb ehelos und hat eine eigene Schrift nsgl noXizflaq ge- schrieben. Dazu Tertullian de pudicitia, de exhortat. castitatis, die verlorene Schrift de nuptiarum angustiis (Oehler II p. 746 sq.) • und de monogamia (passim); ferner, die richtige Lebensordnung (disciplina) ist ein Hauptthema in den Schriften Tertullian's. 4) Melito war Chiliast (Nr. 16) wie Tertullian (de resurr, camis. Adv. Marc. III etc.). 5) Zu Melito Nr. 17 und dem Fragment bei Origenes vgl. die Stellen, wo Teri3uUian Gott Körperlichkeit beilegt, und Gennadius, de eccl. dogm. 4. 6) Zu den psychologischen Schriften Melito's (Nr. 6. 8. 9) vgl. TertuU. de anima, de animae submissione (nach dem Cod. Agobard.), de censu animae (nach de anima 1), de came et anima (nach dem Agobard.; so aber war auch eine Schrift Melito's betitelt), adv. Marc. 1. n (dazu Melito's neQl nXdaewg) etc. 7) Zu MeHto Nr. 10 vgl. Tertull. de baptism. 8) Zu Melito Nr. 4 vgl. TertulL de orat. 9) Zu Melito Nr. 12 vgl. TertuU. de carne Christi. 10) Die Geschichtsbetrachtung Melito's in seiner Apologie (3. Fragment bei Eusebius) ist aufgenommen von Tertullian, namentlich im 5. cap. des Apologeticum. Die üebereinstimmung ist eine so auffallende, dass sie nicht zufällig sein kann. Es verdient übrigens alle Be- achtung, dass die staatsfreundlichste Darstellung der Geschichte des Christenthums aus der Zeit vor Origenes, die wir kennen, aus der Feder eines Mannes stammt, der in seinen thetischen Schriften strengen Grundsätzen gehuldigt hat. Auch hierin hat er eben nur an Tertullian einen Genossen. 11) Eine dreijährige Lehrwirksamkeit Jesu wird von Tertullian und Melito (wenn das Fragment bei Anastasius: Otto, 1. c. IX p. 415 echt ist) angenommen. I Der Bericht des Eusebius über Melito. 251 ben begnügt hat^^^^), und warum in der Folgezeit die Bücher des Melito fast völlig untergegangen sind. Haben die Bjzan- 12) Die Christologie <5es Melito {S^eov xal avS^Qwnov xaxayy^XXovxoq ZOP Xgiaxov; s. auch das sub 11 citirte Fragment) muss der des Tertullian in ihrem Gegensatz zum Monarchianismus und Doketis- mus sehr . verwandt gewesen sein. Melito hat aber auch, wenn Ana- stasius im Rechte ist, in einer Schrift nfQl aaQxwascüQ Xgiozov den Marcion bekämpft; vgl. die Bestreitung Marcion's in TertuUian's Tractat de carne Christi. 13) Mit den vier Fragmenten Melito's — ihre Echtheit vorausgesetzt — , welche die Catenae in Genesim enthalten (Otto, 1. c. p. 416 sq.), namentlich aber mit dem ersten, sind die Ausführungen Tertuliian's adv. Marc. III, 18. adv. Jud. 10. 13 (Isaak als Typus Christi) sehr verwandt; s. Otto, 1. c. p. 446 sq., der auch zu dem 4. Fragment de bapt. 11 verglichen hat. Zu den Worten Melito's: dvo yaQ avi'iazT] rä a(peoiv ajuagtTjfidxwv nagexo/uevay nd&og ötd Xgiaxov xal ßocTixiOf/a vgl. de bapt. 16: „Hie est baptismus qui lavacrum et non acceptum repraesentat et perditum reddit". 14) Tertullian vindicirt dem Melito ein ^elegans et declamatorium in- genium". Er hätte sein eigenes Talent nicht treffender bezeichnen können. Ist das vom Sj'^rer aUein erhaltene Fragment aus der Schrift über die Seele und den Leib echt (Otto, 1. c. p. 419), so darf es als eine viel beweisende Probe für die verw-andte schrift- stellerische Art der beiden Theologen gelten. Beide lieben sie rhe-' torische Antithesen und treifen in diesen manchmal sogar zusam- men. Man vgl. Melito: „vinctus est ut solveret; prehensus est, ut laxaret; pa.ssus est, ut misericordiam haberet; mortuus est, ut vivi- ficaret; sepultus est, ut resuscitaret", oder (Fragm. ex cat. in Gen.): o xvgioc; o//;• xxL 413) S. Harvey, 1. c. I p. CLXVIII. t. II p. 478. 414) So Zahn, a. a. 0. S. 134. Für Melito ist von Otto eingetreten. Er macht geltend, dass die koyoi tcsqI nlaxscoq des Irenaeus an einen Mann gerichtet waren, während in der Recension (a) des Fragments : „ut demonstraremus caritaii vestrae" zu lesen sei. Allein es ist ja offen- bar, dass das betreffende Stück als Hymnus für den sei es nun kircHHchen, sei es privaten Gebrauch in den orientalischen Gemeinden zugerichtet worden iiit. 415) Pitra (1. c. II p. IX), der das dritte Fragment dem MeUto vin- diciren ^vill, bemerkt: ,, Irenaeus presse, argute, dialectici more disserit; auctor vcro hujus fragmenti oratorem magis se prodit et vatem, qualem fuisse constat MeUtonem." Aber diese Unterscheidung, resp. diese Kritik Melito in der Literatur der syrischen Kirche. 269 Immerhin zeigt aber die Verwechselung, dass das Gedäclitniss des Melito im 6. Jahrhundert bei den Syrern noch unverges- sen war. Das vierte Fragment mit der seltsamen Aufschrift: ,,Meli- tonis urbis Atticae" stammt höchst wahrscheinlich von die- sem**^). Denn die von Anastasius Sinaita aus der Schrift Melito's TtsQi Tiadovg citirten Worte (s. oben) finden sich wört- lich in dem Bruchstücke wieder. Anast. Syr. (p. 422). *0 O'fiog ninovd^sv vtco de^iag Dens occisns est, rex Israelis iGQar^kiTiöog, mactatus est israelitica dextra. Also stammt es, wie schon von Otto gesehen, aus der Schrift 71€q\ ndd^ovg. Bedenken dagegen lassen sich schwer- lich erheben ^1^). Der kräftige AntiJudaismus, welcher in der Declamation zum Ausdruck kommt, ist vielmehr eine Gewähr der Echtheit, und die christologischen Formeln stimmen treff- lich zu der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts, specieil zur Theologie des Melito, soweit wir sie beurtheilen können '^^^). des Stils des Irenaeus erpi'cbt sich nicht an den Urkunden. Das dritte und vierte Fragment berühren sich allerdings wörtlich, und diese Beob- achtung wird immer der meiitonischen Urheberschaft auch für das dritte günstig sein. 416) Das „Attica" ist aus „Sardes" entstanden. Wenn Otto (1. c. p. 457) auf die Aehnlichkeit (?) von AOHN^N und SAPJES2N aufmerk- sam macht, so vergisst er, dass eben nicht Athenae, sondern urbs Attica beim Syi-er zu lesen steht. Ebenso verkehrt ist es, wenn er für die Iden- tität der Verfasser des dritten und vierten Fragments sich schüchtern darauf beruft, dass beide einem atheniensischen Bischof beigelegt werden. Der Unsinn des Arabers, der von Athen spricht, hat mit der ebenso un- sinnigen „urbs attica" nichts zu thun. Yiele Wege führten im MA. kennt- nisslose orientalische und abendländische Schreiber nach Athen; s. ein Beispiel in PF. App. Opp. J, J p. XXXVIII. 417) Wenn es Z. 5 heisst: „hie est qui natus est ex Maria pura, pulchra", äo zeigt der Context, dass die beiden Worte höchst wahr- scheinlich ein späterer Zusatz sind. — Eine besondere, freilich nicht glück- liche Hypothese über den Verf. hat Cure ton (1. c. not. p. 96 sq.) auf- gestellt. 418) Drei Zeilen aus dem Fragment bietet auch der Cod. Syr. 14533 (s. oben): „Is, in quem terra se adclinat, adclinatus est ligno; dominus contumeliae deditus est nudo corpore : deus occisus est, rex Israelis macta- tus est", so dass die Worte „deus occisus est" dreimal als melitonisch 270 Melito und seine Schriften. Die frülimittelalterliche syrische Kirche hat, wie das Dop- pelzeugniss des Anastasius und des Codex 12156 beweist, noch Melito's Schrift TveQi uad^ovg besessen; dazu die Bücher Tiegl oaQy.aoscog. Monophysiten und Orthodoxe stritten sich über die Theologie des alten Bischofs von Sardes. Selbst der Name des Irenaeus hat vielleicht in einem Falle dem seinigen wei- chen müssen, und eine alte Apologie, deren Verfasser unbe- kannt, ist ihm angerechnet worden. Aber, ob ihn gleich noch Anastasius als den göttlichen Lehrer gefeiert hat, man inter- essirte sich doch nur für einige seiner christologischen Aus- führungen, und für diese nur, weil man sie nach eigenem Sinne deutete. Mit der Notiz, dass in dem Anhang („Catalogus nonnullo- rum iibrorum qui adhuc grece estant") zu dem „Memorial de los libros Griegos de Mano de la Libreria del S^ Don Diego Hurtado de Mendoza" saec. XVL med. (Londres, British Mu- seum, ms. Egerton nr. 602 fol.,289— 296) unter den Büchern, welche noch griechisch vorhanden seien, „Melito Sardicensis Episcopus" aufgezählt wird^^'^), könnten wir diese Geschichte beschliessen, wäre nicht noch ein Blick auf eine Gruppe von bezeugt sind (durch Anastasius, durch Cod. 12156 und durch Cod. 14533). Sie tragen in Cod. 12156 die Aufschrift: „S, Melitonia episcopi Itticae". „Ittica" ist gewiss aus „ Attica" entstanden. Möglich, daea „Sardes" durch eine erste Verwechslung mit Sardica später zu Attica geworden ist. 419) lieber die Mendoza-Bibliothek s. die erschöpfenden Mitthei- lungen bei Graux, Essai etc. (18S0). Das Memorial selbst ist dort abge- druckt (p. 359—385). Dann folgt der interessante Catalog, zu welchem Graux bemerkt (p. 385 n. 5): „Nous ignorons oü se sont jamais trouves et oü se trouvent maintenartt los livres mentionnes dans cette Hste, tout a fait independante du Memorial-Mendoza." Die Liste enthält 29 Titel (Melito an 5. Stelle). Hervorgehoben sei (G) Julian, contra Galileos, (27) Origenis nsgl g)ikoooff>ov/neva)v, (9) Photius super evangeUa, (11) Grego- rius Cappadox de concilio Nicaeno, (16) Eusebius Cesariensis super Psalte^ rium et de vitis Pontilicum, (20) Abdiaa episc. Babyloniae de actibus Apostolorum. Dass Verzeiclmiss achliesat: „Esta lista que empieza Me- morial ee de letra tan parecida a la de Melchor.Cano, que me persuado a que es suya; y la cotegä con la del soneto, que estä en otro tomo, que claiamente es de letiu de Cano. La que empieza Catalogus nonnul- lorum etc., es de letra de amanuense." Pseudomelitonißche Schriften im Abendlande. 271 Scliriften zu werfen, welche jetzt Melito's Namen im Abend- lande tragen. I) In einer Recension des über „de transitu (beatae) Ma- riae (virginis)', welche in mehreren Handschriften vorliegt, be- zeichnet sich der Verf. im Prolog als „Melito (Wiener Hand- schrift: „Mileto'", „Miletus"), servus Christi, episcopus ecclesiae Sardensis", der zugleich als Johannesschüler an die „fratres Laodiceae constituti" schreibt. Das Buch selbst gehört zu der Klasse der apokryphen Schriften, welche aus der griechischen Kirche hervorgegangen sind und in mannigfachen Bearbeitungen und Uebersetzungen im Mittelalter in Ost und West sich ver- breitet haben. Es ist geschrieben worden unter directer und indirecter Benutzung der Apostelgeschichten des Leueius und ist wohl schon im 4. Jahrhundert abgefasst. Seine Vorlage war dem Apostel Johannes selbst beigelegt. Melito ist erst später und, soviel wir bisher wissen, nur im Abendlande als Verfasser bezeichnet worden. Denn der Prolog, in welchem er selbstredend eingeführt wird, findet sich nur bei den Lateinern, scheint nicht aus dem Griechischen übersetzt, und verräth Be- kanntschaft mit der augustinischen, antimanichaischen Theolo- gie (s. den Schluss: „ . . neque duas hominis naturas conditas, bonam seil, et malam, sed unam naturam bonam, a deo bono conditam, quae dolo serpentis est vitiata per culpam, et Christi est reparata per gratiam"). Wann er abgefasst ist, lasst sich schwer ermitteln. Jedenfalls zu einer Zeit, wo im Abendland die Apostelgeschichten des Leueius noch gelesen wurden, und Einsichtigere es für nothwendig hielten, sie zu verdrängen. Wie man auf den Namen des Melito verfallen ist, darüber sind nur Vermuthuugen möglich. Dem Leueius, der sich selbst für einen Apostelschüler ausgab, sollte ein anderer zuverlässigerer entgegen ocestellt werden. Nun fand man bei Eusebius-Rufin O O CT (in dem Abschnitt aus Polykrates) eine Zusammenstellung von Johannes und Melito. Je weniger man von diesem mehr wusste, um so geeigneter konnte er für den speciellen Zweck, die Auto- rität des Leueius zu untergraben, erscheinen. An die Laodicener aber Hess man ihn schreiben, weil bei Eusebius (1. c.) die Er- wähnung von Laodicea der des Melito unmittelbar vorhergeht ^2 o). 420) Der liber de transitu Mariae ist mit dem Prolog nach mehreren 272 Melito und seine Schriften. 2) Aber höchst wahrscheinUch ist diese Yerwerthung des NamerxS des Melito im Abendland nicht der erste Fall dieser Art gewesen. Im J. 1668 gab Florentinius (Vetust. occid. eccl. martyrol. Lucae, p. 130 sq.) eine Schrift: „de fassione S. Joannis evangelistae" heraus ^^i)^ welche in mehreren Pariser Handschriften aufbehalten ist und jüngst auch in verschiedenen Recensionen von den Editoren der ßiblioth. Casinensis (II, 2 Florilegium, 1875) publicirt wurde '^'■^2), Die Schrift will abge- fasst sein von einem Miletus (Melitus, Mellitus, Mileto), der in einigen Handschriften als episcopus Laodiciae (Laudociae) be- Handschriften (s. Pitra, 1. c. p. XXXI. Tischendorf, Apocal. apocr. p. XXXV) abgedruckt in der Bibl, Max. II, 2 p. 212 sq. Hiernach und auf Grund eines Cod. Venet. hat ihn Tischendorf (1. c. p. XLIII p. 124 sq.) wiedergegeben (im Cod. Venet. findet sich der Prolog nicht). Eine zweite abweichende Recension veröffentlichte derselbe aus drei Codd. (p. XLIII. p. 113 sq.). ücber Wiener Handschriften s. Piper, a. a. 0. S. 118. Eine griechische, stark überarbeitete, unter dem Titel : rov ayiov IcDavpov zov d^BoXoyov Xöyoq Etq t?)v xoturjaiv t^c ayiaq ^eovoxov nach mehreren Handschriften findet sich ebenfalls bei Tischendorf (1. c. p. XXXIV sq. p. 95 sq.). Den lateinischen Prolog hat Zahn (Acta Joannis S. 217f.) ab- drucken lassen. Syrische Recensionen des „Transitus'' publicirte Wright im Journal of Sacred Literature and Biblical Record, New Series, Voh VI, 1865 p. 417 sq. VII, 1865, p. 110 sq. 129 sq., sowie in den Contributions to the Apocr. Literature of the N. T. 1 865. Mit diesen soll die arabische Version nahe verwandt sein, welche Enger (Eiberfeld 1854) edirt hat (s. Tisch endorf, i. c. p. XXXVI sq., der auch eine koptische Version nennt). Das Buch ist im Abend land nachweisbar schon im 6. Jahrh. bei- fällig benutzt worden, so von Gregor von Tours und von den Verfassern der alten gallischen Liturgie (s. Pitra, 1. c. II p. XXXI). Im sog. De- cretum Gelasianum (VI, 28) wird es unter dem Titel: „Liber qui appel- latur transitus, id est Assumptio s.'Mariae apocryphus'* verworfen. Ver- worfen haben es auch Beda (Tischendorf, 1. c. p. XXXV. Pitra, 1. c.) und Pseudoliieronymus in dem Sermon de assumpt. b. v. Mariae. Von Keinem wird noch Melito als Verfasser genannt. Zahn (1. c. p. LXVII. CXXXVH) hat nachgewiesen, dass Leucius nicht ein besonderes Buch über den transitus geschrieben hat, sondern dass Legenden hierüber in seiner Geschichte des Johannes standen. Otto (1. c. p. 391) bemerkt, dass in einigen Handschriften des lateinischen Prologs statt „episcopus Sardensis" vielmehr „ep. Laodiceae" stände. Ueber diese Verwechselung s. unten. 421) S. auch Fabricius, Cod. apocr. N. T. (1719) III p. 604 sq. Heine, Biblioth. anecd. I (1848) p. 108 sq. 422) S. von Gebhardt in der Theol. Lit.-Ztg. 187G Nr. 25 coL 041 f. Pseudomelitonisches im Abendlande. 273 zeichnet wird'^^S)^ Eingehend hat über sie jüngst Zahn in den Acta Joannis gehandelt '^24-)^ ihren ursprünglichen Bestand,, ihre QuMlen und die Bereicherungen, die sie erfahren hat, fest- gestellt Er hat gezeigt, dass das Schriftchen auf der lateini- schen Bearbeitung der leucianischen Geschichte des Johannes ruht, aus welcher auch noch der Interpolator geschöpft hat. Entstanden ist es also im Abendlande, frühestens in der zwei- ten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Man darf es als eine kirch- liche Bearbeitung des letzten Stückes der Johannes- Geschichte des Leucius betrachten, in welcher die anstössigen Lehren des- selben beseitigt werden sollten. Aus dem Prolog ^^^) ist nicht sofort deutlich, dass der Verfasser für den alten Bischof von Sardes gelten will. Beachtet man aber, dass ein Abendländer als Verf. einen kleinasiatischen Bischof einführt, dessen Name mit dem des Melito doch wohl identisch isf^^^), und dass er ihm als Bischofssitz eine Stadt zuweist, die Eusebius-Rufin in demselben Satze, in welchem des Melito gedacht wird, erwähnt haben, so ist kaum mehr daran zu zweifeln, dass der alte Bi- schof von Sardes verstanden werden sollte. Zur Gewissheit wird dies aber durch eine Vergleichung des Prologs zu der Schrift de transitu Mariae. Hier wird ja bestimmt die ecclesia Sardensis genannt, während als Adressaten die Brüder in Lao- dicea eingeführt werden. Man darf daher entweder vermuthen, dass auch in dem Prolog zur Passio S. Joannis ursprünglich „Sardes" genannt war, oder dass der Verf derselben auf Grund flüchtiger Leetüre des Rufin Melito für einen Bischof von Lao- dicea gehalten, der Verf. des über de transitu ihn aber corri- girt hat. Dieser ist nämlich gewiss der spätere, aber er blickt auf jenen zurück. Er ist der spätere, denn er will bereits selbst 423) S. von Otto, 1. c. p. 390 sq. Pitra, 1. c. II p. XXXI sq. Der Verf. wird in einer Toietaner Handschrift als „Miro" bezeichnet (nach Heine). Dies ist jedenfalls ein Schreibfehler. 424) S. XVHsq. LXXXVIII sq. XCIII. XCVL CIX. CXH sq. CLXYI; vgl. Gott. Gel. Anz. 1880 St. 39 S. 1223 f. 425) Recensirt bei Zahn, a. a. 0. S. 216 f. nach der Ausgabe des Flo- rentinius und dem in der Biblioth. Casin. II, 2 (Florilegium) p. 66 sq. publicirten Text. 426) In den Hieronymus-Handschriften (de vir. inl. 24) steht „Milito" „Melitus" Texte und Unterauchungeu. 18 274 Melito und i-eine Schriften. für einen Johannesscliüler gelten, wovon in dem Prolog zur Passio noch nicht die Rede ist — hier beruft sich der Verf. vielmehr auf das Evangelium Johannis gegenüber Leucius' Lehren — ; aber er kennt jenes Buch, denn er beginnt mit den Worten: „Saepe scripsisse me memini de quodam Leucio, qui nobiscum cum apostolis conversatns alieno sensu et animo temerario discedens a via iustitiae plurima de apostolorum acti- bus in libris suis inseruif'^^Tj^ Hiernach haben wir anzuneh- men, dass zuerst die kirchliche Redaction des Leucius in Bezug auf die Passio Joannis stattgefunden hat unter Berufung auf die Autorität des Melito (vielleicht schon im 5. Jahrliundert). In diesem Zusammenhange wurde der Name dieses Bischofs dem Abendlande wieder bekannt. Die Folge war, dass nach geraumer Zeit auch einer kirchlichen Bearbeitung des transitus Mariae aus den Leuciusacten der Name des Melito vorgesetzt wurde. Der Mann, der dies thp.t, hatte die lateinische Uebersetzung der gan- zen Apostelgeschichte des Leucius und den Prolog zur Passio Joannis vor sich, verstand noch richtig aus demselben, wer eigentlich gemeint sei^ und ahmte den Vorgänger nach, nicht ohne ihn dabei zu überbieten, da er den Melito zu einem per- sönlichen Schüler des Johannes aufrücken Hess. Für die mit- telalterlich-abendländische Kircbe galt nun Melito (Mellitus) als der heihge Mann, der gewürdigt worden, das Lebensende der Mutter des Herrn und seines Lieblingsjüngers zu beschreiben. 3) Dieser Ruhm oder die Erinnerung an die Notiz des Eusebius-Rufin , Melito habe über die Apokalypse geschrieben, hat dem Bischof von Sardes bei einem Schreiber des späteren MA. die Ehre eingetragen, für den Verfasser einer lateinischen Catena in apocalypsin zu gelten, die um das Jahr 1300 von einem Anonymus aus den Werken des Augustin, Hieronymus, Beda u. A. angefertigt worden ist. Möglich ist, dass der Schrei- ber über die apokalyptischen Bemühungen des Melito noch etwas mehr wusste, als wir jetzt wissen (s. das oben zu Genna- dius Bemerkte), aber durchaus nicht wahrscheinlich ^2^^). •127) Die beiden Prologe berühren sich i^iuch wörtlich. 42S) Die Notiz über die Catcne verdankt iium Piper (a. a. 0. S. HO). Sie ist handschriftlich erhalten in der Jennei Univ. -Bibliothek n. 142. hjitiumt „Incipit über milothonis super üpokalipsin beati ioannis apostoli". 1 Pseutloiuelitonisches im Abendlande. 275 4) Noch ist schliesslich eines abendländischen Werkes zu gedenken, welches in einigen Handschriften Melito's Namen trägt, der Clavis Scripturae, bei deren Herausgabe Pitra seinem Fleisse und seiner Kritiklosigkeit ein so unvergleich- liches Denkmal gesetzt haf^^g) Nach dem, was namentlich Steitz*^'^) über dieselbe bemerkt hat'^^i), kann man sich kurz fassen. Im karolingischen Zeitalter, schwerlich früher, ist von einem Anonymus ein Glossar zu biblischen Begriffen, die eine mystische Bedeutung haben sollen, auf Grund der lateinischen Väter zusammengestellt worden "^^2) Dieses Glossar ist in 8 Handschriften, welche zum grösseren Theile von Pitra erst entdeckt worden sind, auf uns gekommen. Die Aufschriften in den MSS. sind sehr verschiedene. In einem Codex von Troyes heisst das Werk (nach dem Index): „Anonymus de mystica significatione vocum ac loquutionum biblicarum"; in einem andern ebenfalls von Troyes: „Distinctionum quarandum trac- tatus"; in einem Pariser: „Glossae in varios s. s. libros de sensu spirituali multorum locorum" ; in dem mesmianischen Codex (in Bibliis Theodulph.) fehlt jede Aufschrift, während eine Hand- schrift aus Poitiers, in welcher das Werk verkürzt enthalten ist, den Canonikus Adam von Premontre als Verfasser nennt. Nur in einem Codex Claromontanus , den Lequien für Grabe ab- geschrieben hat (saec. XII. fin. vel XIII. initio nach Gallandi) und in einem Argentoratensis (nach Pitra saec. XL) findet sich Finis: „Explicit postilla super apokalipsim raüitonis". Aber diese Worte sind vom Schreiber nachträglich getilgt worden und auf dem folgenden fol. ersetzt durch die anderen: „ExpHcit Hber milotonis per manus proco- pii". Die Catene ist übrigens, wie Otto angiebt, 1512 in Paris gedruckt worden ohne Melito's Namen unter dem Titel: „Explanatio in Apoc. ex commentt. Augustini Hieron. Bedae Haymonis Elinandi Alberti Gilberti Joachirni et Berengarii". Ich habe sie leider nicht einsehen können. — lieber das Buch des J. P. Camus: „L'Apocalypse de Mehton, ou Revela- tion des mysteres cenobitiques par Mehton" s. Pitra, 1. c. II p. XXXII. Otto, 1. c. 429) Spicil. Solesm. II p. 1—519. III p. 1—307. 430) Stud. u. Krit. 1857 S. 584 f. 431) S. auch von Otto, 1, c. p. 401-408. Uhlhorn, Ztschr. f. d. bist. Thool. 18(56 S. 104. Für die Geschichte der Bemühungen um das Buch ist auf Pitra zu verweisen (II p. XIII sq.X 432) Das Work ist keine Uebersetzung aus dem Griechischen. 18* 276 Melito und seine Schriften. Melito's Name. Dort heisst es: „Miletus Asianus episcopus hunc librum edidit, quem et congruo nomine clavim appellavit"; hier: ,,Miletus episcopus Asianus liunc librum edidit, quem librum Clavorum appellavit''. Die Beisclirift des Argentorat. ist jedenfalls die relativ ursprünglicliere: sie ist mit Hieron., de vir. inl. 24 zu verglichen. Hier heisst es: „Mehtus Asianus . . epi- scopus . . scripsit . . librum qui Ciavis inscribitur". Der Schrei- ber des 11. Jahrhunderts hat somit einfach die Angabe des Hieronymus abgeschrieben. Wie er auf diese veifallen ist, lässt sich nicht mehr ergi'ünden. Das Glossar hat den Titel „Ciavis" nicht geführt; diesen hat es erst erhalten, indem es dem Melito beigelegt wurde. Aus dem Inhalte des Buchs selbst kann nichts aufgeführt werden, was den Schreiber zu seiner dreisten Hypo- these zu verführen geeignet war. Bei der Leetüre des Hiero- nymus mag er sich jene Ciavis gemerkt und als ihren Inhalt „Allegorische Erklärungen der heil. Schrift" vermuthet haben. Als ihm ein namenloses Werk der Art in die Hände gerieth, zog er unbedenklich seinen Schluss. Wir haben es hier gewiss mit einer ganz muth willigen Annahme zu thun, die darum auch der sicheren Erklärung spottet. Möglich, dass ihr Urheber den asiatischen Bischof bereits als den Verfasser der Passio Joan- nis und des Transitus Mariae gekannt hat. Seine Hjrpothese fand aber zum Glück nur geringe Verbreitung. Erst im 19. Jahr- hundert hat man sich ihrer gründlich angenommen, und für einen französischen Gelehrten ist die Vertheidigung derselben eine Stufe auf dem Wege zum heil. Collegium geworden. Die relativ geringe Verbreitung der Melito-Legeuden im Abendlande wird durch die Martyrologien offenbar. Aber ganz ohne Kunde sind sie doch nicht. Halloix bemerkte zuerst, dass Melito von Sardes in den Martyrologien zum 1. April ver- merkt sei, und berief sich hierfür auf das Martyrol. Maurolyci. Allein die Bollandisten (ad April. I p. 11) belehren, dass dort und in allen Martyrologien, die ihnen zu Gesichte ge- kommen, stets von einem (beatus) episcopus (et confessor) Me- lito in Sardinia die Rede sei; in einer Reihe derselben finde sich der Zusatz: „cujus actus inter homines celeberrimi haben- tnr"; von einer „urbs Sardium" sei nirgendwo die Rede. „Nisi I Melito in den Martjrologien. 277 forte", fügen sie bei, „quia urbs Sardium in Asia minus vulgo nota est, irrepserit Sardinia magis celebris. Nos de utroque hie agimus relicturi aliis ulteriorem decisionem'^ Sie haben also selbst schon vermuthet, dass hier nicht Aljes richtig sei. Früher hatte Ferrarius (Catal, generai. SS. qui non sunt in Martyrol. Rom.) entschlossen zwei Melito zum 1. April gestellt, den Bischof von Sardes und den von Sulci in Sardinien. Er behauptete nämlich, ex tabulis et monumentis ecclesiae Sulci- tanae ein Zeugniss erhoben zu haben des Inhaltes: „Sulci in Sardinia Melitonis episcopi et martyris". Die Boilandisten th eilen dies mit und fügen das Elogium, welches DionysiusBonfant (in triumpho SS. Sardiniae I, 10) ex codice quodam ms. über BonifatiuS; den ersten Bischof von Cagliari (ordinatus a Petro) edirt hat, hinzu: „discipulos quos habebat in di versa loca mandavit et signanter S Melitonem ad Sulcim urbem, Grae- corum et Romanorum coloniam, ubi mira docuit et fecit". Sie bemerken weiter, dass derselbe Bonfant (III, 37) erzähle: „Natus est S. Melito apud Oalaritanos: atque ad fidem Christi conversus ac baptizatus, vitam suam tarn sancte instituit, ut a S. Boni- fatio dignus ceuseretur sacerdotio et episcopatu Sulcitano . . . Tandem cum ad longam usque senectutem vixisset, pro fide Christi, quam praedicabat, capite plexus accepit aeternae beati- tudinis praemium'S und beschliessen ihren Bericht mit den Worten: „Haec de Melitone suo Sardi, quae certioribus monu- mentis optaremus coniirmari". Beachtet man, dass die legendarische Ueb erlief er ung ur- sprünglich nur von einem Bischof Melito in Sardinien etwas weiss, dass die Stadt „Sulci" erst im 16. Jahrhundert genannt wird'*33), dass die Erzählung von der Person des sulcitanischen Bischofs ganz schematisch construirt ist, endlich dass dem Bi- schof Melito auf Sardinien berühmte „Actus" beigelegt werden, so kann man nicht zweifeln, dass Melito von Sardes der Legende zu Grunde hegt. Warum man sein Andenken gerade auf den 1. April verlegt hat, darf man nicht einmal fragen *3*). Erst 433) Warum gerade Sulci ausgewählt worden ist, wissen wir nicht. Wahrscheinlich entbehrte die Stadt noch eines „apostolischen" Bischofs. 434) In den griechischen Menäen sucht man MeHto's Namen ver- gebens. 278 I^ic Schriften des Miltiiides. Ferrarius hat, gescliiclitliche Kenntnisse kritiklos verwertliend, aus dem einen Melito zwei gemacht, damit aber allerdings dem echten wieder zu seinem freilich auch sehr zweifelhaften Rechte verhelfen. Bellarmin zählt den asiatischen Melito zu den Heiligen; so auch Hallo ix. In der abendländischen Kirche ist also aus Melito, Bischof von Sardes, sowohl ein Bischof von Laodicea als ein Bischof von Sulci in Sardinien geworden! § 14. Die Schriften des Miltiades. Üngeföhr gleichzeitig haben am Anfang des 3. Jahrhunderts drei kirchliche Schriftsteller, ein kleinasiatischer, ein römischer und ein carthaginiensischer, in ganz verschiedenem Zusammen- hange auf die Arbeiten eines Mannes Namens Miltiades ver- wiesen, der in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts ge- wirkt hat — ein Beweis, welches Ansehens sich derselbe überall in der Kirche damals erfreute. Wir wissen heutzutage von ihm nicht viel mehr, als was sich aus den Berufungen jener Männer folgern lässt. Ihr Zeugniss übermittelt uns aber nur geringe Kunde, und der Umstand, dass zwei von ihnen für uns Ano- nymi sind, lässt dieselbe noch dunkler erscheinen. In seiner Schrift gegen die Valentinianer (c. 5) bemerkt Ter- tuUian, dass „tot jam viri sanctitate et praestantia insignes, noc solum nostri antecessores, sed ipsorum haeresiarcharura con- temporales instructissimis voluminibus (materias Valentiniano- rum) et prodiderunt et retuderunt, ut Justinus, philosophus et martyr, ut Miltiades, ecclesiarum sophista, ut Irenaeus, omnium doctrinarum curiosissimus explorator, ut Proculus noster, vir- ginis senectae et Christianae eloquentiae dignitas". Die Auf- zählung ist eine chronologische; die Stellu];ig, welche dem Mil- tiades gegeben wird, lässt mit Sicherheit vermuthen, dass er dem Zeitalter Marc Aurel's angehört hat. Das Epitheton, welches ihm beigelegt ist, macht es wahrscheinlich, dass er ein christianisirter Rhetor war; aber man kann noch mehr aus dem- selben schliesseu. Vergleicht man es mit dem Lobe, welches dem Proculus gespendet wird, so sticht das „ecclesiarum so- phista", welches an sich kein Schmähwort ist, doch seltsam ab von dem synonymen Ausdruck „Christianae eloquentiae Die Schriften des Miltiades. 279 dignitas", und der Plural „ecclesiarum" steht augenscheinlich auch in einem Gegensatze zu dem .,noster". Man darf schliessen, dass Tertullian trotz der allgemeinen Hochachtung, die er im Eingange allen seinen Vorgängern auf dem Gebiet der anti- gnostischen Polemik ausgedrückt hat, dem Miltiades nur ein bedingtes Lob spenden wilH^^). Er rechnet ihn nicht zu den in jeder Hinsicht vertrauenswürdigen Männern, und indem er ihn in so deutlichem Gegensatz zu dem Montanisten Proculus stellt, deutet er an, dass Miltiades als Katholiker ein entschie- dener Gegner der Spiritualen gewesen ist. Was hier vermuthet worden ist, bestätigt das Zeugniss je- nes unbekannten kleinasiatischen Schriftstellers, dessen polemi- sches Werk gegen den Montanismus Eusebius h. e. V, 16 sq. excerpirt hat. Derselbe hat ein montanistisches Syngramma in der Hand gehabt und zum Theil ausgeschrieben, welches gegen eine Schrift „des Bruders" Miltiades gerichtet war. In dieser Schrift hat Miltiades nach Angabe des Unbekannten über das Thema gehandelt, dass ein Prophet nicht in der Ekstase spre- chen dürfe, d. h. also, dass der kein wahrer Prophet sei, der in solchem Zustande rede^*^^). Weiteres über dies Buch ist nicht bekannt. Aber der blosse Titel und die Thatsache, dass 435) Otto bemüht sich vergebens, zu zeigen, dass das „sophista" ledig- lich gleich ,.philosophus" respect. „rlietor" sei oder den stilus elegantior des Miltiades bezeichnen Holle. Auch die Ausführungen Rohde 's (der griech. Roman S. 293 f.) sind hier nicht völlig zuverlässig. Man hat Stellen wie Lucian, Peregrin. Prot. 13. 32 (s. Bernays, Lucian und die Cyniker 1879 S. 109), M. Aurel, Meditat. I, 7, Justin, Apol. I, 14, Tatian, Orat. 12. 35. 40 in's Auge zu fassen, um zu erkennen, dass „Sophist" damals unter Um- ständen doch einen üblen Nebengeschmack hatte, 436) Eusebius leitet (V, 17, 1) die Mittheilung also ein: iv xoviüt dh t(j5 ovyyQafjLiiaxL aal Mü.TLciöov ovyyQacpiwq (jLSßvrßai (seil, anonymus), byq Xoyov riva xal avzov xata xrjq nQOSigrjibievrjq cctQsaecog ysyQa(pOToq. naQaS-sftsvog yovv avzüjv Xs^sig rivccg, £7ti^'^^^ die Provinzial Statthalter erkennen wollen; aber seine Beweise sind nicht stichhaltig; die Kaiser sind gemeint, s. von Otto IX p. 367 sq. 442) Ein antignostisches Werk des Miltiades nennt Eusebius nicht, und doch ist nach Tertullian's IMittheilung gewiss, dass derselbe ein sol- ches geschrieben hat, in welchem jedenfalls die Valentinianer bekämpft waren. — Ueber Miltiades ist Derling, Dissert. de Miltiade. Heimst- 1746; Fabricius-Harles, Bibl. Gr. VII p. 105 sq.; Routh, Reliq. S. IT. 214; Otto, 1. c. IX, p. 364 — 373 zu vergleichen. 443) S. Halloix, 1. c. p. 737 sq. Grabe, 1. c. II p. 218—224. Die Ausgaben von Fell (1684), Wolf (1724), von Otto (1861). Acta SS. mens. Octoh. T. VI. (1856) ad diem Xlll. p. 168—186. Donaldson, 1. c. III p. 63—106. 444) S. meine Schrift: „Die Zeit des Ignatius" u. ^". w. 1878. Die Zeugnisse dos Eusebius und Hieronymus. 283 sipp, Dionysius von Korinth und Melito auf. C. 24 bericlitet er über ihn: „Von Theophilus, den wir bereits als Bischof von Antiochien angeführt, sind drei nicht ausführliche {oToixeuudrjy vielleicht besser = die Elemente [des Glaubens] behandelnde) Schriften an Autolycus im Umlauf, ferner eine andere mit dem Titel ,Gegen die Häresie des Hermogenes', in welcher er Zeug- nisse aus der Offenbarung des Johannes gebraucht, sowie einige andere katechetische ^*^) Schriften". Es folgt nun eine allge- meine Bemerkung darüber, dass die Hirten der Kirche auch schriftlich die Häretiker widerlegt haben; dann fahrt Euse- bius fort: „Dass nun mit den Anderen auch Theophilus gegen diese zu Felde gezogen ist, erhellt aus einer sehr trefflich aus- gearbeiteten Abhandlung von ihm gegen Marcion, welche sich mit den anderen obengenannten Schriften von ihm auch noch bis jetzt erhalten hat". Hieronymus (de vir. inl. 25) hat nach seiner Gewohnheit diesen Bericht abgeschrieben, aber ihn mit einem Zusätze versehen, der da zeigt, dass er diesmal doch auch über selbständige Kenntnisse verfügte. Nachdem er näm- lich die v.axYf/jfci-'Aa ßifi?Ua als„breves elegantesque tractatus ad aedificationem ecclesiae pertinentes" aufgeführt hat, fährt er fort: „Legi sub nomine ejus in evangelium et proverbia Salo- monis commentarios, qui mihi cum superiorum voluminum elegantia et cpQaoet non videntur congruere". Auf den Evan- geliencommentar ist Hieronymus noch zweimal zu sprechen gekommen. In der Ep. ad Algasiam ^ *^*) schreibt er: „Theo- philus, Antiochenae ecclesiae septimus post Petrum apostolum episcopus, qui quattuor evangelistarum in unum corpus dicta compingens ingenii sui nobis monumenta dimisit, haec super hac parabola (Lc. 16, 1 — 8) in suis commentarüs est locutus". Es folgt nun eine Erklärung der Parabel vom ungerechten Haushalter, c. 40 Zeilen lang, die auf den Apostel Paulus ge- deutet wird. In der Vorrede zum Matthäus -Commentar^^') lieisst es: „Legisse me fateor aute annos plurimos in Matthaeum Origenis XXV volumina ... et Theophili Antiochenae urbis episcopi commentarios, Hippolyti quoque Martyris, et Theodori 445) Zur V. zazrjXV^txoq vgl. h* e. IV, 23, 2. 446) Vallarsi 1 p. 860 sq. 447) Vallarsi VII p. 7. .284 I^i^ Schriften des Theophilus. Heracleotae, Apolinarisque . . . ., e quibus etiamsi parva carpe- rem, dignum aliquid memoria scriberetur'^ Aber schon vor Hieronymus und Eusebius bat ein anderer Lateiner den Theophilus citirt. Lactantius schreibt (Institt. div. I, 23)^^^): „Theophilus in libro de temporibus ad Autolycum scripto ait, in historia sua Thallum dicere quod Belus, quem Babylonii et ilssyrii colunt, antiquior Trojano hello fuisse in- veniatur CCCXXII annis: Belum autem Saturno aequaiem fuisse, et utruraque uno tempore adolevisse". Aus den folgenden Jahr- hunderten sind uns nur ganz spärliche Zeugnisse aufbehalten. Gennadius von Massilia schliesst seinen Artikel über Theophilus von Aiexandrien (de vir. inl. 34)^*^) mit den Worten: „Legi et tres libellos fidei (al.: „de fide libros") sub nomine ejus titulatos, sed, quia lingua inconsonans est, non valde credidi". Es ist, wie sich zeigen wird, wahrscheinlich, dass hiermit die Bücher ad Autolycum, an die aber Gennadius selbst merkwürdiger Weise gar nicht gedacht hat, bezeichnet sind^^^). Er ist aber auch der einzige Lateiner, der nach Hieronymus den Theophilus er- wähnt hat. Nur das ist noch zu bemerken, dass in den römi- schen Martyrologien der Name des Theophilus, des 6. Bischofs von Antiochien, zum 13. October vermerkt ist'*^^). Höchst 448) Opp, (edit. Wiceburg. 1783) I p. 74. 449) Edit. Herding. p. 86. 450) Paulus in dem Ubell. de haeres. 23 führt den Theophilus, den 6. Bischof von Antiochien, unter den Bestreitern des Marcion auf. Hono- rius Augustod. de Script, eccl. I, 26 berichtet, dass Theophilus,' der 6. Bischof der antiochenischen Kirche, gegen Marcion, an Autotycus (3) und gegen die Häresie des Hermogenes geschrieben, ausserdem noch andere Abhandlungen verfasst habe. Beide gehen natürlich auf Eusebius (Rufin) zurück. Für „Theodoro urbis Antiochiae episcopo" (Praedestin. 18) ist vielleicht „Theophilo" zu lesen, da ein Bischof Theodorus von Antiochien nicht bekannt ist. Doch thut man dem Verf. des Praedestinatus mit dieser Correctur wahrscheinlich schon zuviel Ehre an. 451) S. Acta SS., 1. c. p. 1G8 sq. Schon im kleinen römischen Martv- rologium (natürlich nach Rufin) steht zu lesen: „Antiochiae, Theophih epi- scopi qui sextus ab apostolis fuit". Ado hat den Zusatz: „viri eruditis- simi". Die Bemerkung bei Notker: ,,hic constituit die Sabbathi jejuni- um ter in anno fieri secundum prophetiam friunenti, vini et olei", ist ohne jeden Werth. Sie gehört zum römischen Bischof Callist und ist durch Irrthum hierher verschlagen (Acta SS. 1. c. p. 172). Die Zeugnisse des Lactantius und der Späteren. 285 auffallend ist das Scliweigen der griechischen Orientalen "^^2) Mit Ausnahme der Compilatoren der SS. Parallel, und eines Chronographen, des Johannes Malalas, hat Niemand, kein Histo- riker — selbst Photiiis nicht — , kein Dogmatiker, kein Mar- tyrolog, des Theophilus als Schriftsteller Erwähnung gethan'*^^). 452) Auch die Syrer scheinen den Theophilus völlig vergessen zu haben. Die Angabe in dem Chronic, eccles. des Gregor ius Barhe^ braeus (edid. Abeloos etLamy. Lovanii 1873 I p. 44), Theophilus habe orthodoxe Bücher verfasst, geht auf Eusebius zurück. Auf diesen sind auch die Nacluichten des Eutychius (Annal. edid. Pococke, Oxoniae 1658) zurückzuführen; s. „Zeit des Ignatius" S. 63. 55 f. 453) Wie sehr der Name des antiochenischen Theophilus als Schriffc- steller in der griechischen Kirche vergessen war, zeigt am deutlichsten das Schweigen der antiochenischen Bischöfe und Gelehrten (ob Chry- sostomus, Hom. 18 in Genes, den Theophilus benutzt hat [Otto, 1. c. p. 128], steht dahin). Aber auch die Citate aus den 3 Büchern ad Autolycum, welche sich in den SS. Parallel, finden, bereichern unsere Kenntnisse von der Geschichte der Bücher ad Autol. wenig. In dem Cod. JR-upef. haben zwei Stellen Aufnahme gefunden (Lequien I p. 785. 787). Die erste (I, 4 n. 2 ed. Otto) aber ist als ein Ausspruch des Amphilochius , Bischofs von Iconium, bezeichnet; die zweite (I, 5 n. 8) als ein solcher des Theo- philus von Alexandrien. Die Verwechselung hier ist nicht weiter auf- fallend; auch Gennadius hat ja für die Bücher über den Glauben, die er unter dem Namen eines Theophilus gelesen hat, als Verfasser zunächst den Bischof von Alexandrien vermuthet. Dagegen ist die Verwechselung mit Amphilochius sehr bemerkenswerth. Der Compilator der SS. Parallel, hat sich allerdings viele Irrthümer zu Schulden kommen lassen und schöpfte zum Theil aus ganz getrübten UeberHeferungen ; aber Amphilochius ist zwar ein in seiner Zeit sehr angesehener, aber doch kein häufig citirter Schriftsteller (s. über ihn den Artikel von Lightfoot im Dictionary of Christian Biography Vol. I). Da nun auch hier der Text der angeführten Stelle von dem Text in Marc. 496 sehr bedeutend abweicht (ganz anders steht es bei I, 5 n. 8), so darf man wohl vermuthen, dass Amphilochius den Satz über die Etymologie des Wortes „i9fos"^aus dem I. Buch des Theophilus abgeschrieben hat. — In den SS. Parallel. Cod. Vatic. finden sich (I p. 315. 339. 564) drei Stellen aus den Büchern ad Autolycum. Die erste (II, 27 n. 9), mit bemerkenswerthen Varianten, ist aber einem „Eleutherius" beigelegt, die zweite (I, 5 n. 8) einem Theophilus, die dritte (I, 1 init.) ist genau bezeichnet durch „Theophili Antiocheni lib. I. Autol." Es ist wichtig, dass somit wenigstens eine Stelle zu Bedenken keinen Anlass giebt. Was den „Eleutherius" betriift, so hat schon Le- quien vermuthet, dass er seinen Ursprung dem ersten Worte des Citats Cl^ksv&SQOv) verdankt. — In dem Cod. Venetus der SS. Parallel, saec. 286 -^^^ Schriften des Theophilus. Aber auch Malalas hat wahrscheinlich nicht den Bischof von Antiochien saec. IL, sondern einen sonst unbekannten Chrono- graphen citirt (s. unten S. 291 f.). So dünn sind die Fäden, wenn man von solchen überhaupt sprechen kann, welche in der Tradition zu der einzigen mittelalterlichen Handschrift führen (saec. XL), in der die drei Bücher ad Autolycum auf uns gekommen sind (s. oben S. 72 f.). Gründe , welche das Schweigen der griechischen Tradition seit Eusebius erklären, anzugeben, wird man schwerlich wagen dürfen. Der private Character der Schrift ist nicht zu urgiren ; eher schon, dass die im dritten Buche gegebene Chronographie den späteren An- schauungen nicht bequem war, vielleicht auch, dass man am Stile Anstoss nahm, oder dass man vom Verfasser nichts wusste. Die einzige Handschrift giebt den Büchern nur die üeberschrift: Ocorpllov TTQog amoluxov (resp. so dem ersten, dem zweiten ist ein to ß, dem dritten ein t6 y vorgesetzt); aber in dem Index (prima manu) lautet der Titel: O^eocplkov najQiaQXov "x- Tov ztjg fieyali^g avTioyeiag Jtgbg avxoXv/MV tlkrjva negi Trjg Tidv yQiOTiav(ov niOTBwg Xoyni xQelg. Diese üeberschrift macht es mindestens wahrscheinlich, dass die „tres libelli fidei'', welche Gennadius unter dem Namen eines Theophilus gelesen hat, mit den hier aufgeführten identisch sind. Die Bücher ad Autol. haben mithin frühe schon den Titel neQi Tiunetog erhalten. Dass wir nun in dem Marcianus 49(5 dieselben Bücher besitzen, welche Lactantius'*^'*), Eusebius, (Hieronymus) und Gennadius XI., welchen von Otto (s. 1. c. p. 18 n. 8) verglichen hat, ist auch ad Autol. I, 5 (n. 8) angeführt, und zwar mit der Aufschrift: ^sotpiXov ex xov ~ xf(p. Hieraus folgt, dass die Bücher ad Autolycum schon bei den Byzantinern in Capitel eingetheilt worden sind. Von einer solchen Ein- theilung scheint aber im Marc. 49G keine Spur vorhanden zu sein. — Die Angaben in den BischofsHsten beim Verfasser des Chronographeion syntomon, bei Syncellus und Nicephorus sind aus-der Chronik des Eusebius abstrahirt (s. „Zeit des Ignatius" S. 55—62). — Auf eine Stelle in dem Violarium der Eudokia (Anecd. gr, ed. Villoison 1781 I p. 41)}, welche dem 2. Buch des Theophilus (6 n. 17) entnommen ist, hat von Otto aufmerksam gemacht (p. 63). Aber nach den Nachweisungen, welche Pulch (De Kudociae quod fertur Yiolario. Argentorat. 1880) ge- geben hat, thut man gut von dieser Cojnpilation ganz abzusehen. 454) Das Citat des Lactantius findet sich ad Autol. III, 29 (p..270). Man darf übrio-ens aus der Citationsformel des Lactantius nicht mit irgend Die drei Bücher ad Aatolycum. 287 gelesen haben, ist nie bezweifelt worden ^^^). Dagegen hat schon in älterer Zeit Dodw eil Zweifel erhoben, dass Theophilus, der 6. Bischof von Antiochien, Verfasser der Bücher sei"^^^), und in neuerer Zeit hat Erbes wiederum die Identität bestritten, den Eusebius also des Irrthums geziehen '*^'^. Dodwell stützte sich auf die Angabe der eusebianischen Chronik, dass der Nach- folger des Theophilus schon ini Jahre 177 sein Amt angetreten habe, während doch der Verf. der Bücher ad Autolycum den Tod des M. Aurel noch registrirt habe (III, 27 fin.); ferner glaubte er in III, 30 die characteristischen Merkmale der seve- rianischen A^erfolgung zu erkennen. Allein dass der scharf- sinnige Engländer sich, was den letzteren Punkt anlangt, ge- täuscht hat, bedarf keines besonderen Beweises '^^^); betreffs der welcher Sicherheit, höchstens mit Wahrscheinlichkeit schHessen, dass er nur das 3. Buch gekannt hat, und dass dieses unter dem Namen „de temporihus'' von a. 1 oder c. 16 oder c. 24 an besonders cireuhrt hat. Noch weniger darf man sich für die Abtrennung des 3. Buches von den beiden ersten auf Cod. Par. 887 berufen, der nur das 3. Buch enthält; denn dieses ist aus Marc. 496 abgeschrieben, welcher alle drei Bücher iimfasst. Die Aufschrift des 3. Buches in Paris. 887, welche auf einen Satz in üb. II zurückblickt, lautet: OeotpiXov ■naxQia.QX^'*^ sxxov avxiO' XBiaq UQog uvtoXvxov ilXXrjva ns^l tijg twv xqi-89] ^ 44. 50 p. 170 S(i.; vgl. A(^'i. ad Pear- soni Dissert. de success. prim. Roman, episc. p. 11 sq. Dazu „Zeit des Ignatius" S. 13 n. 2. 457) Jahrbb. f. protest. Thcol. 1879 S. 483 f. 618 f Lipsius (a. a. 0. 1880 S, 293 n. 1) lässt die Sache zweifelhaft, gesteht aber, dass die gegen die Identität von Erbes vorgebrachten Gründe ernste Erwägung ver- dienen. 458) Es ist a priori wahrscheinlich, dass auch zur Zeit des Commodus einzelne Christenverfolgungen stattgefunden haben. Wir haben dafür aber 288 ^i^ Schriften des Tlieophilr.s. Chronologie der antiochenischeii Bischöfe in der Chronik des Eusebius aber steht fest, dass auf sie kein Verlass ist. Der Verfasser des 3. Buches ad Autolycum liat nicht vor 180,1 und noch unter Commodus geschrieben; für den antiochenischen Bischof Theophüus lässt sich aber nur dies ennitteln, dass sein Nachfolger zwischen 189 und 192 gestorben ist. Ein wirkliches chronologisches Hinderniss besteht also nicht, die beiden zu identificiren^^^). Was aber die inneren Gründe anlangt, so sind sie der Tradition, welche Eusebius wiedergiebt, günstig. L. 11, 24 (p. 122) sagt der Verfasser, dass der Eiiphrat und Tigris dem Lande nahe sind, in welchem er schreibt {pmot yaQ ysLTVitooiv tcog tlov rjf.iETiQiop Ti/AfiaTwv); ferner zeigt er ein besonderes Interesse für die Friester (s. 11, 31 p. 152. III, 21 p. 240); endlich scheint er auch einige Kenntniss des Hebräi- schen besessen zu haben (s. die Erklärungen der Worte Sab- bath, Eden, Noah II, 12. 24. III, 19). Er ist gebildet und ge- lehrt in den heiligen und profanen Schriften, ohne sich doch wie die älteren Apologeten als einen Philosophen zu bezeichnen ^^^). auch Beweise; s. Euseb. h. e. V, 21. Iren. adv. haer. IV, 33, 9. Acta mar- tyr. Scillit. Die letzteren gehören in die Zeit des Conimodus, wie die griechische Handschrift, welche Usener (Acta Mai-tyr. Scillit. Bonn. 1881) entdeckt hat, beweist. 459) S. meine Schrift „die Zeit des Ignatius" passim , namentlich S. 42 f. Sicher ist, dass der Nachfolger de.s Theophilus, Maximinus, spä- testens im Jahre 192, frühestens 189 gestorben ist Nichts hindert daher anzunehmen, dass Theophilus noch im Jahre 181 gelebt hat. — Ad Auto- lyc. III, 27 beruft sich der Verf. auf die jivayQct(pal des Nomenciator und kaiserlichen Freigelassenen Chryseros (über dieselben ist sonst nichts bekannt), welche bis zum Tode M. Aurel's (März 180) reichten. Biese Schrift kann mithin nicht vor 1 80/1 abgefasst sein. Darnach ist das Jahr 181 auch der früheste Termin für die Abfassung des 3. Buches ad Auto- lycum (die beiden ersten können bei dem losen Zusammenhang, in wel- chem sie mit dem dritten stehen, geraume Zeit vorher geschrieben seiuV Aber es steht nichts im Wege — angenommen, der antiochenische Bischof habe es geschrieben — , jenes Buch erst c. 185 verfasst sein zu lassen, da wir durchaus nicht wissen, wie lange Maximinus Bischof gewesen ist. Nach dem eigenen Selbstzeugniss ist aber das III. Buch noch unter Com- modus geschrieben; denn sein Verfasser hätte es nicht unterlassen können, in seiner chronologischen Uebersicht auch den Tod dieses Kaisers zu ver- merken, -wenn der.selbe schon erfolgt wäre. 4(iD) ^e von den älteren Apologeten abweichende Art der Benutzung Die drei Bücher ad Autolycum. 289 Er hat vielfach mit Häretikern zu thun gehabt und berück- sichtigt sie auch in diesen apologetischen Abhandlungen (11, 14. 25 — 11). Es sind ferner die „heiligen Kirchen", in wel- chen der Verfasser die „Lehren der Wahrheit" niedergelegt sieht ^^^). Der Name „Theophilus" steht aber für den Ver- fasser nach Lactantius fest ^^''^). Das Selbstzeugniss des Buches besagt also, dass es zur Zeit des Commodus von einem grie- chisch gebildeten, römerfreundlichen ^^3) Christen Namens Theo- philus, der höchst wahrscheinlich Cleriker gewesen ist, in einem nicht fern vom Euphrat und Tigris gelegenen Lande geschrie- ben wurde. Hiernach scheint ein ernsthafter Zweifel an der Tradition des Eusebius, dass der Bischof Theophilus von An- tiochien der Verfasser sei, nicht mehr möglich '*'^^). üöbrigens gewisser christlicher Schriften als kanonischer ist längst schon aufge- fallen. L, III, 14 eitirt der "Verfasser jene Stelle aus dem 1. Timotheus- brief (2, 1 f.) , welche Aufnahme in die ältesten Kirchengebete gefunden hat. — Ueber die Gelehrsamkeit des vornehmen Mannes, Autolycus, s. III, 1. 4 fin. 15 fin 29 (p. 270). 461) L. II, 14 {p. 98): Kai xaS-diiEQ iv &aXo:aa^ vrjaoi elaiv . . ., ovtcDQ öeöcaxsv 6 O^fd? t(j) xoofjuii xvixaivofi^vto xal j^f^^a^o/^^v^:) vnb Tüiv ccfjta^ZTjfjKxTOJv zäq avvaywydg, keyofxsvag öh exüXrjGiaq äylag^ iv atq xaB^dnSQ Xißsoiv evoQßoiq iv vr^aoiq ai öiöaaxaXlai ttjg DcXijS^elag elGiv\ UQbq aq xatacpsvyovoiv cl d-ilovreg ovot^eaB^cti, i^aaial yivofisvoi Trjg dkrjS^siag xal ßovXofxevoi sxcpvysXv zi/v ÖQyfjV xal xQidiv zov ^£0v. 462) Lactantius, Gennadius und die Aufschrift des Marcian. 496 haben einfach „Theophüi" ohne jeden Zusatz.. Der Verf. hat sich also selbst schwerlich als Bischof von Antiochien in der Ueberschrift bezeichnet. 463) L. in, 27 init. 464) Die Gründe, welche Erbes angeführt hat und welche Lipsius so erheblich schienen, enthalten nichts Neues. Erbes rechneb drei Un- wahrscheinlichkeiten heraus, 1) dass Chrysevos sofort nach dem Tode des Marc Aurel seine Chronographie geschrieben, 2) dass sie Theophilus so- fort benutzt habe, und 3) dass er auch gleich darauf gestorben sei. Er stellt dies ungefähr so dar, als müsse dieses Alles in das Jahr 180/1 ge- fallen sein, wenn der antiochenische Bischof der Verfasser der Bücher ad Autolycum wäre. In Wahrheit aber steht der ganze Zeitraum von 180 bis gegen das Ende der Regierungszeit des Commodus offen; denn, wie schon bemerkt, wir wissen nicht, wie lange Maximinus Bischof gewesen ist. Erbes hat übrigens seine Unzuverlässigkeit als Literarhistoriker durch folgende naive Tirade (S. 618 f.) bezeugt: „Jetzt sei unbefangen (!) hinzuge- fügt, dass wir ja wirklich noch einen anderen durchaus geeigneten (!) Mann des Namens kennen: Theophilus, Bischof von Caesarea in Palaestina. . , . Texte und üntereuchungen. 19 290 ^^^ Schriften des Theophilus. miissten, wenn die Bücher ad Autolycum niclit von dem antio- chenischen Bischöfe herrühren sollten, auch die Schriften gegen Marcion und Hermogenes ihm abgesprochen werden. Denn der Verfasser der libri ad Autolycum zeigt sich mit den eigenthüm- lichen Lehren jener Häretiker besonders vertraut '^^^). Dodwell hat ferner Zweifel geäussert, ob die Reihenfolge der drei Bücher, wie sie im Marc. 496 vorliegt, die richtige ist, und hat vorgeschlagen, das dritte Buch an die erste Stelle zu rücken 406) allein in 111, 3 fin. ist auf I, 9, in III, 19 (p. 232) mit der Formel: ev tot ösvTeQfp rofxiit iörjlojoafiev, auf das 2. Buch verwiesen^ und in II, 1 wird auf das erste Buch Rück- sicht genommen 4 ^''). Man wäre somit schwerlich auf den Gre- danken einer nothwendigen Umstellung gekommen 4^^), wenn man nicht die Absicht gehabt hätte, die Stellen, an welchen der Verfasser auf ein früher von ihm geschriebenes Werk ver- weist, zu eliminiren. Sie sind aber so deutlich, dass hier auch durch Umstellungen nichts zu erreichen ist. L. 11, 28 fin. be- merkt der Verfasser, dass er in einer anderen Schrift über den Satan gehandelt, 1. II, 30 (p. 142) sagt er, dass er in der- selben Schrift die Genealogien der ersten Menschen dargestellt habe, und zwar, fügt er genau hinzu, sv xf^ ngcori] ßlßlip zfj negl wtoqicov. Einige Zeilen weiter (p. 144) theilt er mit, dass in diesem Buche auch über Noah Ausführlicheres zu lesen stehe, resp. (II, 31 p= 144 sq.) über die Söhne Noah's, und dies wird in, 19 (p. 232) wiederholt. Theophilus hat also, bevor er seine Bücher ad Autolycum verfasste, ein Werk „de historiis'' in zwei Da sich derselbe in jeder Beziehung dazu empfiehlt (!), so wollen wir ihn gleich zum Verfasser der Bücher an Autolycus vorschlagen"! 465) S. unten S. 292 f. 466) Ihm. ist Erbes, a. a. 0. S. 623, gefolgt. 467) Die jeden Zweifel ausschliessende Formel in III, 19 wird von Erbes dadurch beseitigt, dass er mit dem,,, treif liehen" Pariser Codex für ösvzfQtp „€t6(tvevexcci i] ccvaTtkaaaexai elg ro yevea&ai xaivov xal okoxXrjQov, ovzwg ylverai xal ttp ccvS-qojtcü) 6ia d^avaxov. Ein Abhängigkeitsverhältniss ist auch hier schwerlich in Abrede zu stel- len. Aber wen haben wir in dem römischen Bischof Eusebius wiederzu- erkennen? 294 ^i<^ Schriften des TlieopMlus. Ttai :n:aiÖ€v0^eig i^ vOTiQOv ava- terra, uti cessans aliquando '/.Xridfi. homo vivere peccato et mori- ens ei inciperet vivere deo^^^). Erinnern wir uns, dass Theopliilus (nach Eusebius) gegen Marcion geschrieben hat, so erscheint die Annahme \delleicht erlaubt, dass diese Schrift, und nicht die Bücher ad Autolycum, es gewesen ist, welche dem Irenaeus vorlag — eine Annahme, die uns auch von der chronologischen Schwierigkeit befreit, dass Irenaeus um das Jahr 185 schon die Bücher ad Autol., die selbst nur um ein weniges früher geschrieben sein können, benutzt haben solH^^). Die Art der Verwandtschaft, in wel- cher Irenaeus und Theophilus an den angeführten Stellen stehen," ist der Hypothese durchaus günstig, dass Irenaeus nicht aus den Büchern ad Autol. selbst geschöpft hat. Sie wird aber ferner gestützt durch Erwägungen über die Benutzung der Schrift des Theophilus gegen Hermogenes im Abendlande. Ein Häretiker Namens Hermogenes wird im Abendland von Tei;tullian erwähnt und ausführlich widerlegt '*^2). Als Tertullian wider ihn schrieb, war er noch am Leben, und zwar wohnte er in Carthago selbst, denn Tertullian hat auch sein häusliches Leben beobachtet. Die einzige Irrlehre, die ihm von Tertullian Schuld gegeben wird, ist die Behauptung, dass die Welt nicht aus Nichts von Gott erschaffen, dass somit die Materie ewig sei. Hippolyt.tin den Philosophumenen (nicht im Syntagma) hat 1. Vni, 17, X, 28 die Lehre des Hermogenes gleichfalls darge- stellt und zwar in Worten, die von denen Tertullians nicht unabhängig sein können '*^^). Philosoph. VlII, 17. Tert. adv. Hermog. 'EQiioytvrjg ös tig ymI amog c. 1. Hermogenis autem do- vo/^iiGag Ti xatvov q)Qnveiv sfprj ctrina tam novella est .... 480) Der Gedanke ist allerdings hier bei Irenaeus wesentlich anders ausgeführt, aber die Verwandtschaft ist doch unverkennbar. 481) Die umgekehrte Annahme, dass Theophihis vielmehr den Ire- naeus benuizt hat, ist aus chronologischen Gründen höchst unwahrschein- lich. Dagegen kann die Schrift des Theophilus gegen Marcion sehr wohl schon zwischen 170 und 180 entstanden sein. 482) S. die Schrift adv. Hermog. (geschrieben c. 206) und de praescr. h. 30. 33. de anima 3. 21. 22. 24. de monog. 16. 483) S. Ztschr. f. d. hißt. Theol. 1874 S. 206 f. Die Schiift gegen Heriiiogenes. 205 rhv d^eov i^ vXi^g ovyxQovov materia, quae et ipsa semper Y,(xl ayevvy'icov navta /lenocr^" fuerit, neqiie nata neque facta Y.£vai. nee initium liabens omnino nee fiuem, ex qua dominus omnia postea fecerit. ccöwaraq yuQ l'%fLv tov O^ihv ... nolens deum ex nihilo l-iYi ovx €^ ovxwv TU yivofieva univera fecisse. Tioielv. Enal de tov d-eov ael -/.vqlov c. 3. adjecit et aliud: deum "Aal au TtoiriTrjV {cpr^oiv), ti^v semper deum etiam dominum de vlr^v ael öovXtjp y.al yivo- fuisse, nunquam non deum. l-iivrjVy ov Tcaaav de' l^el yag aygicüg Tcal aTazTtog c. 41. Inconditus et incon- q)€QOfi€vrjv eyioof-irjae TovTqt rr/Ji fusus et turbulentus fuit mate- Xoyio' öUr]v pfr/T^/of VTCoKaio- riae motus. Sic enim et ollae /levov ßqdtovGav löcov ixcogioe undique ebuUientis similitudi- zofTa f-iegog, xal t6 f.isv ex tov nem opponis. navTog Xaßcüv jj^igwoe, t6 de uaGsv aTCixTcog cpegeod-ai, xal To ^ev rjf.iegG}d^ev tovto eivai ycoGfiov Xeyei, to de aygiov (.liveLv y.al i'Ai^v xdlelG^^ai CCKOGflOV, Die Verwandtschaft liegt auf der Hand, und von vorn- herein erscheint es wahrscheinlich, dass der Verfasser der Phi- losophumena, welcher wahrscheinlich eine Schrift Tertullian's gelesen hat"^^^), hier die Schrift adv. Hermog. ausgeschrieben hat. Allein in der ganzen langen Streitschrift Tertullian's kommt nirgendwo eine so verständige, zusammenhängende Be- schreibung der Lehre des Hermogenes vor, wie wir sie in den Philosophumenen lesen. Es wird also nichts übrig bleiben, als anzunehmen, dass Tertullian, obgleich er hier einen carthagi- niensischen Zeitgenossen bekämpft hat, doch eine ältere Schrift gegen denselben seiner Bekämpfung zu Grunde gelegt hat. Das Bild von der „olla undique ebulliens", welches beide brau- chen, hat Hermogenes allerdings selbst angeführt. Man könnte also versucht sein, zu glauben, beide gingen vielmehr auf eine 484) S. Ztschr. f. d. hi.st, Theol. 1874 S. 209 f. 296 Die Schriften des Theophilus. Schrift des Hermogenes zurück. Allein ihre üebereinstimmung reicht weiter und kann daher durch jene Annahme nicht erklärt werden. Dazu kommt noch folgendes. Hippolyt bringt auch eine Darstellung der häretischen Christologie des Hermogenes, zu welcher sich bei Tertullian schlechterdings keine Parallelen finden: er soll unter Berufung auf Ps. 18, 5 f. gelehrt haben, dass Christus bei seiner Himmelfahrt seinen Leib in der Sonne abgelegt habe. Dieselbe Lehre wird ferner auch, zugleich mit der Berufung auf Ps, 18, 5 f., in den Eklogen des Clemens Alexandrinus dem Hermogenes zugeschrieben'*^^). Eine Ver- gleichung lehrt aber, dass diese nicht die Quelle für Hippolyt gewesen sein können Mithin ist die Annahme die wahrschein- lichste, dass alle drei, Clemens, Tertullian und Hippolyt auf eine gemeinsame Quelle hier zurückgehen: wir kennen aber nur eine Schrift, die hier in Betracht kommen kann, das ist die des Theophilus gegen Hermogenes, welche Eusebius er- wähnt hat*^^). Allerdings ist es sehr auffallend, dass ein Antio- chener zuerst einen Häretiker bekämpft haben soll, der nachmals als Carthaginienser von Tertullian widerlegt worden ist. Man hat daher an zwei verschiedene Hermogenes' gedacht^^"^); allein dann mtisste schon Hippolyt die Confusion begonnen haben. Es ist aber auch nicht unerhört, dass christliche Männer um das Jahr 200 aus dem Orient nach Carthago gekommen sind. Man braucht nur an Praxeas zu erinnern. Für die Identität des antioche- nischen Hermogenes mit dem carthaginiensischen und für die 485) Eclog. 56 (III p. 474 sq. edid. Dindorf). 486) Ircnaeus erwähnt den Hermogenes nicht. Die späteren Häre- siologen bringen entweder ganz confuse Nachrichten oder gehen auf Ter- tuUian und Hippolyt zurück. Von dem letzteren ist Theodoret (h. f. I, 19) abhängig, scheint aber noch über eine zweite Quelle zu verfügen. Philastrius (h. 54: „Hermogeniani ab Hermogene, qui fuerunt in Africa"), Augustin (h 41), Praedestinatus (h 41) rechnen den Hermogenes zu den Patripassianern , was wahrscheinlich die Zusammenstellung mit Praxeas verschuldet hat. Bei Isidov (h. 30), Paulus (h. 6). Honorius (h. 45) ist die Lehre des Hermogenes richtig nach Tertullian angegeben. 487) So Mosheim, Comment. de rebus Christ, ante Const. M. p. 453. Walch, Ketzerhistorie I, 580. Dagegen Böhmer, Hermog. Afric. Sundiae 1832. Uhlhorn in der Realencykl. f. prot. Theol. 2. Aufl. VI S. 43 f. Ulilhorn hat übrigens den Bericht in den Philosophumena ganz über- sehen. Die Schrift gegen Hermogenes. 297 Benutzung der Schrift des Tlieophilus im Abendlande sclieint aber noch folgendes zu sprechen. Erstlich bemerkt Eusebius, dass Theophilus in seiner Schrift gegen Hermogenes Zeugnisse aus der Offenbarung Johannis angeführt habe. Nun aber beruft sich auch Tertullian in seiner Streitschrift auf Stellen in der Offen- barung (z. B. c. 34 auf c, 6, 13. 21, 1) zum Beweise dafür, dass diese Erde und dieser Himmel durch Gottes Gebot untergehen werde, also von Gott auch geschaffen sei. Für den Satz: „Ce- terum omne ex nihilo constitisse illa postrcmo divina dispositio suadebit, quae omnia in nihilum redactura est", liessen sich gerade aus der Apokalypse besonders schlagende Belege bei- bringen, und so ist es sehr wohl verständlich, dass Theophilus in seinem Buche gegen Hermogenes die Apokalypse benutzt hat. Zweitens ist es bemerkenswerth, dass Theophilus in dem zweiten Buch adv. Autol. eingehender als irgend ein Apologet die Lehre widerlegt hat, dass die Materie ewig sei, und be- stimmter, als irgend ein christlicher Lehrer vor ihm, die Schöpfung der Welt aus Nichts behauptet. Die Ausführung in H, 4 (s. auch n, 10 f.) erinnert sehr deutlich an die von Tertullian so breit ent- wickelten Gedanken. Man wird daher zugestehen müssen, dass, soweit eine so schmale Ueberlieferung überhaupt Schlüsse zu- lässt, sie der Annahme günstig ist, dass des Theophilus Schrift gegen Hermogenes, ebenso wie die gegen Marcion, sehr frühe schon im Abendlande bekannt gewesen ist. Wahrscheinlich ist es auch, dass die Bücher gegen Autolycus verhältnissmässig bald nach ihrem Erscheinen im Abendlande gelesen wurden. Nicht nur scheint sie bereits Tertullian gekannt zu haben ^^'^j, sondern auch Novatian ist de trin. 2 von einer Stelle im ersten Buche ad Autol. abhängig, welches er freilich nicht ausdrück- lieh citirt hat^'^«). 488) Otto hat 1. c. p. .360 etwa zwei Dutzend Stellen zusammenge- stellt, wo Tertullian sich mit den Ausführungen in den 11. ad Autol. zu berühren scheint. Keine der Parallelen ist so schlagend, dass die Annahme einer Benutzung geboten ist; aber wahrscheinlich ist es allerdings, dass Tertullian die Bücher ad Autol. gekannt hat. 489) S. I, 3 n. S. Maranus hat zuerst die Abhängigkeit constatirt. Novatian. Theophilus. Sive enim iUum dixeris lucem, • El yag (; avxbv einw^ noirjfxa creaturam ipsius magis quam ipsum avtov ?Jy(o ... 298 ^iö Schriften des Theopliilus. Es ist somit bemerkenswertli, dass die Sdiriften des Tlieo- philus im Abendlande frühe bekannt und, wie es scheint, mehr gelesen worden sind als die Bücher der übrigen Apologeten: Ire- naeus, Clemens, Tertullian, Hippolyt, Novatian, Lactantius, Hiero- nymus, Gennadius dürften sie benutzt haben **^^). ilieronymus aber hat unter dem Namen des (Antiochoner) Theophilus Com- mentare zu den Evangelien und Proverbien gelesen, deren Echt- heit ihm — freilich beruft er sich nur auf die Stiiverschieden- heit — nicht ganz sicher schien. Nach der ep. ad Algas. ist sogar zu schliessen, dass Theophilus eine Svangelienharmonie seinen Commentaren zu Grunde gelegt hat. Kein Schriftsteller hat vor oder nach Hieronymus diese Commentare erwähnt; aber in einer vaticanischen, lateinischen Handschrift^'*^) besitzen wir unter dem Namen des Theophilus „Commentariorum in sacra quattuor evangelia libri quattuor" ^^^). In diesem Werke (p. 315 ■—317) findet sich auch die Stelle, welche Hieronymus in der ep. ad Algas. aus den Commentaren des Theophilus citirt hat. Dies erweckt ein günstiges Vorurtheil für dasselbe; allein an- dererseits ist aus vielen Stellen deutlich, dass die Commentare des Theophilus hier besten Falls in einer lateinischen Umarbeitung des 5. Jahrhunderts vorliegen. Da Zahn eine besondere Unter- suchung über diesen Evangeliencommentar bereits angekündigt hat, so wird hier auf ein Parallelunternehmen verzichtet ^•♦^). dixeris, ipsum non expresseris; sive iUum dixeris virtutem, potentiam 6vvccf/iv iav sikw^ svegyEiav aviov ipsius magis quam ipsum dixeris et Aeyw ... depromseris ; sive dixeris majesta- tem, honorem ij)sius magis quam ßaaiXeiav tfiv Etna), öo^av avrov illum ipsum descripseris. k^yw. 490) Für die „katechetischen Schriften" besitzen wir aber kein Zeugniss. 491) S. Corp. Apol. VIII p. VII sq. 492) Abgedruckt im Corp. Apolog. VIII p. 278—324. 493) Das Fragment aus dem Commentar eines Theophilus zum Hohen- lied, auf welches Grabe (1. c. II p. 224) zuerst aufmerksam gemacht hat (s. auch Corp. Apol. VIII p. 327 sq ), und welches mit den bemcrkens- werthen Worten beginnt: *E^ iOväiv x6 xaxa oaQxa 6 xvQiog, oicileg. T. IV. p. 484. 17) Auf meine Bitte wurde mir von dem Jiiljliothekar der k. Biblio- thek zu Bamberg, Dr. Leitschuh, der Codex freundlichst behufs einer Collationirung mitgetheilt. . Die Ueberlieferung, 9 selten; hie und da finden sich Randbemerkungen ohne Belang. Die Schrif'tzüge sind gross und deutlich. Das Initium der Altercatio lautet in B (Bamberg.): „Tncipit altercatio legis inter symonem iudeum et theofilum christianum." Dazu von bedeutend späterer Hand der Zusatz: „quam scripsit evagrius". Nun beginnt der Text mit den Worten: „Domino fratri ualerio aelius (aber an dem Worte ist radirt und corri- girt, die Buchstaben „el" sind von späterer Hand) salutem. gratissimam tibi referam quaestionem factam nuper sub oculis nostris, quam tu quoque cum cognoveris, gratanter accipies. Fuit igitur altercatio legis inter quendam Simonem etc." Der Schluss: „cuncta beneficia prestantur. tu es qui mihi omnia donare dignatus es. Tibi sit honor . . . saeculorunou Amen." B bietet also nicht nur die Einleitung, welche auch C (Casinen.) giebt, und zeigt uns, dass dieselbe bis auf die vier Schlussworte vollständig oben mitgetheilt worden ist, sondern er enthält dazu noch eine Widmung an einen gewissen Valerius. Leider aber ist der ursprüngliche Name des Autors nicht mehr zu ermitteln; denn erst eine spätere Hand hat ihn zu „Aelius*' gestaltet. Ob die Widmung (B) und die Einleitung (BC) ur- sprünglich sind, oder ob sie nach V (Vindocin.) vielmehr als Zusätze zu gelten haben, kann hier noch nicht entschieden werden. Beachtenswerth ist, dass C, sowohl nach dem Initium, als nach den Schlussworten zu schliessen, eine Mittelstellung zwischen B und V einnimmt. Um so mehr ist es zu bedauern, dass wir von C noch keine nähere Kenntniss besitzen. Die üeberlieferung der Altercatio in B und V ist nämlich eine sehr verschiedene. Allem zuvor ist zu constatiren, dass wir erst durch B einen vollständigen Text der Schrift erhalten, dass V also grosse Lücken aufweist. Diese Lücken sind zum Theil durch Fahrlässigkeit des Abschreibers entstandene^), 18) So ißt z.B. in V die 3, Antwort des Theoi^hiliis gleich an die 2. Frage des Simon angeschlossen und das Dazwischenliegende wegge- lassen. Dadurch ist der Eingang sinnlos geworden. Der Jude fragt: „Quem colis"? und der Christ antwortet: ,Sane si dicimus, et audenter proba- mus"*. Die offenbare Lücke hier wird von B in zufriedenstellender Weise ergänzt. Femer hat V am Schluss (Marteue p. 16 Z. 14 v. u.) die Schluss- woiie der Rede des Simon weggelassen und nicht angegeben, dass Theo- 10 r)ip Mtercatio Simonis et Theophili. zum Theil augenscheinlich absichtliche. Der Schreiber hat nämlich nach Gutdünken an den biblischen Citaten gekürzt und namentlich im letzten Drittel der Schrift solche auch hie und da ganz weggelassen. Dass B in diesen Fällen in der Regel das Ursprüngliche bietet und nicht etwa interpolirt ist, lässt sich an drei Beispielen besonders deutlich zeigen. P. 6 Z. 28 (bei Martene) wird Ps. 2, 1 citirt, während B die ersten 9 Verse giebt. Auf diese aber kommt es im Zusammenhange an; der erste Vers ist an sich belanglos für das. was Theophilus beweisen will. P. 15 Z. 1 (bei Martene) sagt der Jude, der 72. Psalm, der ihm von Theophilus vorgehalten worden sei, beziehe sich auf Salomon. In V ist aber der 72. Psalm vorher gar nicht citirt gewesen, dagegen wohl nach dem Texte wie ihn B bietet. Endlich p. 11 Z. 16 v. u. (bei Martene) steht nach einem Citate aus Psalm 22: „et cetera quae tribus sequei.- tibus versibus dicuntur"; in B sind aber die Verse selbst ange- führt. Diese und ähnliche Fälle zeigen, dass in V ein will- kürlich verstümmelter Text vorliegt; Eine ganze Reihe von Schwierigkeiten, welche sich bei genauerer Durcharbeitung des Martene'schen Textes für den Verfasser ergaben, waren mit einem Schlage durch B beseitigt, an dessen Vollständigkeit nicht gezweifelt werden kann ^'■^). Aber auch abgesehen von den verstümmelten Abschnitten in V ist die Verschiedenheit von V und B eine sehr grosse, die Zahl der gemeinsamen Fehler eine sehr geringe. Eine sorg- faltige Conservirung des Textes hat augenscheinlich nicht statt- gefiinden, und die Abschreiber müssen mit grosser Freiheit ge- waltet haben. Man konn fast sagen, dass in B und V zwei verschiedene Recensionen derselben Schrift vorliegen und mau höchst muthwillig im Einzelnen verfahren ist. Da wir nun bisher allein auf diese beiden Handschriften angewiesen sind. philus -wiederum das Wort ergreift, wodurch ebenfalls ein Unsinn ent- standen ist. 19) Mindestens an einer Stelle bin ich geneigt anzunehmen, dass in B eine Glosse in den Text gekommen ist P. 16, 2 (hei Martene) hat ß nach Erwähnung der siebentägigen Belagerung von Jericho noch au 11 Macc. 15 für die Nichtigkeit des Sabbathgcbotes in seinem wörtHchen Verstände» erinnert. Die Gründe, wosslmlb dieses Cit:vt schwerlich dem Verfasser an- gehört, werden in § 5 genannt werden. Die üeb erlief erung. \ 1 so ist es in sehr vielen Fallen unmöglich, eine Entscheidung zu treffen. Unzweifelhaft hat V an einigen, und zwar nicht unwichtigen Stellen das Richtige bewahrt. So bietet er gleich im Eingange „faciam Nazaraeum ludaeum," während B„faciam natorem ludaeum" giebt; ferner ebenfalls im Eingange: „audi- torem", wo B ein unerträgliches „adiutorem" liest. Es ist mir sehr wahrscheinlich, dass in V die relativ ältere Ueberlieferung an- zuerkennen ist, aber ohne Kenntniss von C lässt sich das nicht sicher entscheiden. Da uns nun V nicht in der Handschrift, sondern nur in einem von Fehlern augenscheinlich nicht freien Drucke vorliegt, so hielt ich es für angezeigt, der Textesrecen- sion B zu Grunde zu legen. Der im folgenden Abschnitte dar- gebotene Text beansprucht nicht mehr zu sein als ein durch V corrigirter Abdruck von ß^O). Ein paar Stellen sind übrig geblieben, welche auch durch B nicht geheilt erscheinen. Ich habe in solchen Fällen von der Conjectur nur selten Ge- brauch gemacht. Im Ganzen hoffe ich, dass die Schrift in dieser noch immer unvollkommenen Gestalt doch verständlich sein und eine feste Grundlage für die historische Untersuchung ab- geben wird. Zu bedauern ist, dass der Text gegen den Schluss hin unsicherer wird. Der Schluss gerade entMlt besonders in- teressante Ausführungen. Sind die nach Martene's Ausgabe veranstalteten Editionen der Altercatio lediglich werthlose Abdrücke, so hat man sich doch im 1 8. Jahrhundert um den Verfasser der Schrift bemüht, und diese Bemühungen verdienen berücksichtigt zu werden. Es ist oben bemerkt worden, dass die Mauriner den Euagrius, 20) Um den Apparat nicht noch mehi- anschwellen zu lassen, habe ich orthographische Minutien und andere Kleinigkeiten bei Seite gelassen, auch die Correcturen in B durchaus nicht vollständig vermerkt und man- ches stillschweigend verbessert. Ich wollte zunächst nur einen zusammen- hängenden und einigermassen lesbaren Text geben. Da das Latein des 5. Jahrhunderts, wie bekannt, häufig bereits ein sehr barbarisches gewesen ist, so habe ich Anstand genommen, gewisse grammatische Unregelmässig- keiten und syntactische Fehler durchgehends zu verbessern, um nicht den Autor selbst zu corrigiren. Der Uebersicht wegen und um die Identifici- rung der Citate zu erleichtern, ist der Text in Capitel eingetheilt und sind die Fragen des Juden gezählt worden. 12 I^ie Altercatio Simonis et Theophili. den Verfasser der Altercatio, mit dem unbekannten Verfasser der libri tres altercationum Zaccbaei Christiani et Apollonii Philosoph! identificirt haben. Dieses umfangreiche Werk, für welches es eine üeberlieferungsgeschichte überhaupt nicht giebt — Niemand hat es im Alterthume citirt — , ist aus inneren Gründen von d*Achery mit Recht auf den Anfang des 5. Jahr- hunderts datirt worden. Da es eine viel detaiüirtere Anschau- ung von dem theologischen Standpunkt u. s. w. seines Verfassers ermöglicht als die Altercatio, so ist es von Bedeutung zu wissen, ob die Hypothese der Mauriner begründet ist. Diese haben sich auf folgende Beobachtungen gestützt ^ i) : 1) In dem Cod, V folge die Altercatio unmittelbar jener grösseren Schrift und sei mit ihr enge verbunden, 2) der Name „Altercatio" sei beiden Dialogen gemeinsam, 3) die Anlage sei hier und dort dieselbe („eadem in utro- que opere scribendi ratio, nimirum ad modum dialogi seu disputationis , in qua gentilis vel ludaeus obiectiones vel diffi- cultates suas proponit, quas ita explicat ac solvit Christianus, ut tandem persuadeat et-vincat"), 4) endlich der Stil sei derselbe („turgens et lacertosus"). Von diesen Argumenten kommt nur das vierte und höchstens noch das erste in Betracht. Allein sie reichen lange nicht aus, um die Hypothese der Identität der Verfasser auch nur v/ahr- scheinlich zu machen. Der Stil zeigt allerdings gewisse Aehn- lichkeiten, aber wenn die Schriften aus derselben Zeit stammen und vielleicht aus derselben Provincialkirch«, so sind die Aehn- lichkeiten damit genügend erklärt. Es kommt hinzu, dass die Altercatio Theophili aus demselben Codex den Maiirinern be- kannt geworden ist, in welchem sie die Altercatio Zacchaei lasen. Beide rühren dort wohl Yon demselben Schreiber her, und viele grobe Barbarismen und Schreibfehler, welche sich in beiden Tractaten finden, sind gewiss auf Rechnung des Copisten zu setzen. Sie besonders lassen die Schreibart als eine ähnhche erscheinen. Dass aber beide Schriften als anonym neben ein- ander stehen, ist doch eine ganz schwache Stütze fiir die beliebte Hypothese. Man darf aber ferner sagen: war. wie Gennadius berichtet, die Altercatio Theophüi zu seiner Zeit, d. h. 21) Thesaur. V p. Isq. Die Ueberlieferung. 13 etwa zwei Menschenalter nach ihrem Erscheinen, fast in Aller Händen, sc hätte er selbst doch gewiss erfahren, dass der Verfasser dieser Schrift zugleich der Autor eines sechsmal umfangreicheren, viel anspruchsvolleren Werkes sei. Das Schweigen des öenuadins über die Altercationes Zacchaei fällt sehr in das Gewicht. Die von den Maurinem angeführten Gründe verschlagen also gar nichts, und auch die Beobachtung, welche sie übersehen haben, dass nämlich die beiden Schriften sich inhaltlich zweimal be- rühren, kann die Identität der Verfasser nicht erweisen. Die Unmöglichkeit dieser Hypothese soll natürKch nicht behauptet werden, sondern nur ihre völlige ünzuverlässigkeit. Dennoch ist die Hypothese wie eine ausgemachte Sache behandelt worden. Nicht nur de la Barre in der neuen Aus- gabe des Spicilegiums von d'Achery hat sie als solche genom- men, sondern auch Wolf 22), Fabricius^^), Gailandi^*), Ceillier^ö) u. A. haben beigestimmt. Soweit im 19. Jahr- hundert das Andenken an die Altercatio nicht überhaupt er- loschen ist, gilt die Hypothese der Mauriner^^). Ceillier hat dieselbe mit einer anderen, von ihm aufge- stellten und schliesslich gleichfalls für sicher ausgegebenen verknüpft. „Nos Gaules", beginnt er seinen Artikel über Euagrius, den Priester und Schüler des h. Martin, in der Hist. litter., „ont leur Evagre, comme la Syrie et le Pont ont eu les leurs, et dans le meme temps, c'est-ä-dire, ä la fin du IV. siecle et au commencement du V. L'Evagre des Gaules etoit im pretre, qui avoit ete Moine sous S. Martin de Tours". Ceillier meint jenen Euagrius, der in den Dialogen des Sulpicins (III, 1, 4; 2, 8) — und nur in diesen — erwähnt wird, und von dem man nichts anderes weiss, als dass er Mönch, Priester und Schüler des h. Martin gewesen ist. Die Gründe, durch welche Ceillier die Identität der beiden Euagrii feststellen will, sind darum höchst vage. Er sagt: i) der Verfasser der Altercatio 22) Bib]. Hebr. Ill p. 1141 num. 2173. 23) Bibl. med. Lat. II p. 350 edit. Hamb. 24) L. c. IX p. XVTI. 25) Eist, generale XIII (1747) p. rj67sq. Hist, litter. de la France II p. llOsq. 20) S. auch Trävers Smith im Dictioiiary of Christian Biography II p. 423. 14 jDiß Altercatio Simonis et Theophili. sei ein lateinischer Schriftsteller, zugleich Priester und Mönch. Allein das letztere ist nur dann anzunehmen, wenn der Verf. der Altercatio Theophili auch der der Altercatio Zacchaei wäre. Aus jener Schrift dagegen folgt durchaus nicht, dass ihr Ver- fasser Priester 2'), noch weniger, dass er Mönch gewesen ist. 2) Die Zeitbestimmung für Beide zeige die Identität. Allerdings verbietet die Chronologie die Annahme der Identität nicht, aber bei der Häufigkeit des Namens Euagrius ist jedes positive Ur- tlieil von der Chronologie aus gänzlich unsicher. 3) Das Werk, welches Gennadius meine, stamme höchst wahrscheinhch von einem gallischen Euagrius, da die Bemerkung, es sei fast Allen bekannt, sich doch zunächst auf Gallien beziehe, wo Cennadius selbst gelebt habe; 4) die Form des Dialogs passe besonders gut für den Schüler des h. Martin, Euagrius, „qui avoit sous les yeux l'exemple tout recent de S. Severe Sulpice, son condisciple et son böte, qui venoit de pubHer ses dia- logues pour suppleer ä ce qu'il avoit d^ja ecrit sur la vie de S. Martin." Alle diese Gründe beweisen höchstens, dass der Mönch Euagrius des Sulpicius mit unserem Verfasser identisch sein kann, resp. dass wir keinen zweiten Euagrius kennen, der so gut als der Verfasser der Altercatio gelten darf wie der Schüler des h. Martin. Aber mehr lässt sich nicht sagen. Von irgend welcher Wahrscheinlichkeit, dass der Schüler des h. Martin der Verfasser der Altercatio sei, kann nicht die Rede sein; nur an dem gallischen Ursprung des Dialogs wird man festhalten dür- fen 2*^). Ein Zweifel, ob die uns erhaltene Schrift mit der von Gennadius angeführten wirklich identisch sei, ist durch nichts gerechtfertigt. Innere Gründe zeigen, dass die von den Mauri- nern veröffentlichte Altercatio nicht vor dem Anfang des 5. Jahr- hunderts abgefasst sein kann^"); ein Indicium aber, dass sie nach dem Jahre 450 entstanden sein müsse, ist nicht vorhan- 27) C ei liier (p. 122) schliesst dies freüich aus dem Umstände, dass Theophilus den Simon tauft. Aber es wird sich zeigen, dass dieser Schluss kein sicherer ist. 28) Ceillier spricht von dem hohen Alter des Vindocinensis; aber eine Altersbestimmung hat weder er noch Märten e gegeben. 29) Genannt sei der wichtigste: es wird bereite als kirchliche Lehre behauptet (c. 4, 15) dass Maria clauso utero geboren habe. Der Text. 15 den'^^). Wir haben also ii] der uns vorliegenden Aliercatio Theophili die Schrift eines Abendländers, wahrscheinlich eines Galliers, zu erkennen, die + 430 abgefasst ist und sich um das Jtihr 500 nach dem Zeugniss des Gennadius und Marcellinus grosser Verbreitung erfreute. Dieses Ergebniss ist an sich nicht geeignet, ein besonderes Interesse für das Schriftstück zu erwecken. Die kirchliche Lite- ratur des 5. Jahrhunderts liegt uns in einem so grossen Um- fange vor, dass ein kleiner Dialog aus jener Zeit, der in die brennenden dogmatischen und kirchenpolitischen Kämpfe durch- aus nicht eingreift, kein Anrecht auf eine specielle Würdigung zu haben scheint Die Drucke und die kurze Analyse seines Inhaltes bei Ceillier dürften seiner Bedeutung genügend ge- recht geworden sein. Dem wäre in der That so, wenn sich nicht zeigen Hesse, dass es mit diesem Dialoge eine besondere Bewandtniss hat. die ihm ein Recht auf Bevorzugung sichert. In dem folgenden soll jene nachgewiesen werden. Voran steht eine Recension des Textes nach BV. 30) Die Vulga.ta ist noch nicht benutzt, vielmehr eine vorhieronymi- anische Recension der lateinischen Bibelübersetzung. § 2. Der Text der Schrift Altercatio Simonis ludaei et Theophili Christiani. I, 1. [Domino fratri valerio a . . ins salutem. Gratissimam tibi referam quaestionem factam nuper sub oculis nostris; quam tu quoque cum cognoveris, gratanter accipies], Fuit igitur alter- catio legis mter quendam Simonem ludaeum et Theophilum 5 Christianum. ludaeus igitur sie ait: Crucicola, signifer, Christia- nae legis te prohteris auctorem. Habes et me patientem audi- 1. Gennad. Ma.rceliin. . . , Altercatio inter TJieophüum Christianum et Simonem ludaeum V (i. e. ni fallor Märten e, codice nullum tituluia prae se ferente). . . . Incipit altercatio legis inter symonem iiideum et theofilum christianum B, add. B^: quam scripsit evagrius . . . Incijnt liber evagrii monachi de altercatione st/r/ionis iudei et theophili episcopi alexandrini C. — 2. Domino — salidem B, Bed „aelius" super rasuram, el manu secunda . . , desunt in VC. — 2 sq. Gratissimam — accipies 'QG {refero . . nuper factam C) .... desunt in V. — 7. auctorem V . . . esse doctorem B {doctorem coniec. Martene). — 7 s, auditorem V . . . adiutorem B. Iß Die Altercatio Simonis et Theophili. torem, si modo interrogationibus meis non lenociniis sermoiiiim aut argmnentis verborum sed legis praesenida conprobes veri- tatem. Quod si tu me hodie viceris, facito Christianum; aut ego cum te superavero, faciam Nazaraeum ludaeum. 3 TA.; Non glorietur gibberosus ut rectus. * 2. Sim,: Quem colis? Th.: Deum. 3. 8im.: Ego tecum de Christo crucifixo contendo, quem vos dominum dicitis. H) Th. : Sane dicimus et audenter probamus, dominum deum esse. 4. Sim.: Saeri venerandique Deuteronomii tox resultaiis dicit: Vtdete quwiiam ego sum, et ?wn est cdius praeter me deuji. Et Esaias dicit: Ego primus et ego novissimus ^ et. praeter we tum est deus. 16 Th.: Sacratissima Christi vox est, quam si tu volueris cog- noscere, oportet te primum credere et tunc demum poteris in- tellegere. Esaias enim redarguit te dicens: Nisi credideritisy nmi intellegetts. Indubitanter igitur deum omnipotentem, invi- sibilem, inmensum, inconprehensibilem novimus et sciraus et 20colimus, deinceps Christum deum et dei fihum profitemur. Quod autem dicit: Ego pHmns et ego nooissimus, duos adventus Christi significat. 5. Sim.: Quid illud quod ait: Praeter me ywti est deus'^^ Th,i Christus deus, dei filius, de se dixit, quia praevidebat 25 antichristum venturum et se deum dicturum. De quo Zacharias propheta dicit: Ecce suscito pajitoreioi m terra y et quod dejiciet non denotabit et dtspar,mm nan requiret et contribulatuvi non salvabit et integrum non eons^ummahit et carnes electorum comedet \. lenocinio B. — 2, aut Y . . . nee B. — 2. verborum deest in V. — 3. Quod V . . . auf B. — 3. reviceris B. — 4. te cum B. — 4. Nazaraeum V . . . natorem B. — 5. sicut B. — 7 — 9. desunt in V. — 10. Sane si V. — lü. dominum deum esse om. V. — 11. Jibri Deuteronomii B. — 12. quoniam B . . . quod V. — 13. Et om. B. — 16. et om. B. — IS. deum V . . . domi- num B. — 19. inmensum, inconpreJiensihilem om. V. — 24. et dei V. — 25. et se ex coniect. . . esse B . . . om. V. — 25. deum dtcturum om. V. — 26. suscitabo V. — 26. terram B. — 27. denotabit B . . . visifabit V. — 27. dinparsum B . . . dtspersos V. 12. Deut. 32, 39. — 13. Isa. 44, 6. — 17. laa. 7, 9. ~ 26. Zach. 11, 16. 17. Der Text. 17 et talos eorum everlef. Et gladius eonivi super brachvmn ews est et super ocidam dfjferinii ■ipshis; braeldvin ipsius arejiens arefiet et oculus ipsius dexter obcaecatus ohcoecabitur. Proinde Christus dicit: E(p lyrhnus et rwvissinius et praeter me non est detis. 5 (). Sim.: Ergo tu duos deos facis? Tit.: Deus UHUS est, ex quo Christus et in quo deus, sicut Abrahae ad ilicem Mambrae tres visi sunt, quibus occurreus uuuni salutavit dicens: Si mveni gratiam ante ie, accipiam aqumn et lacentur pedes vestri^ et refrigerate suh arbore. Quod tres sei- 10 licet videbantur ex praescientia diviiiitatis , quod arbor crucis Christi credentibus tegmen refrigerii praestaret, aequo enim propheta in psahno LXXXI. dicit; Den^ stetit in sißnagoga deo- rum^ in medio aatem deos dtscern&ns. Utique de Christo dicit, qui iu synagogis vestris docuit et virtutes magnas fecit. Proinde 15 in psalmo XLIV. dicit: llironus tuics^ deus, in saecula saeeulo- ■ runiy vaga aequitatis virga regni titi'y dilexisti iustitiam et odisti iniquitatem, propterea unxit te, deus, deus tmis oleo laetitiae plan quam participes tuos. Quis deus vel quem deum dixit, ludaee? ütiqüe deus pater de Christo fiiio suo, pro quo et de quo re-20 ceptissimus prophetarum Hieremias dicit: Hie est deus noster et non est alius nee aestimabitur absqiie illo, qui invenit viatn prudentiae et dedit earn Jacob puero suo et Israel dilecto suo. Post haec in terris visus est et cum Iwmimbus conversatus est. Item in psalmo XLV. dicit: Vacate et videte, quomam ego sum2o deus, exaltabor in gvntihus et exaltahor in terra. Et in psalmo 1. talos om. V. — 1. Et om. V. — 1. eorum om. V. — 1. eins B . . . ipsitis V. — 2. brachiutn ipsius om. V. — 3. obcaecabitur dexter V. — 4. ego novissimus V (quae seciintur om. V). — 6. deos om. V. — 7. in om. B. — 8. vidit V. — 9. Domine^ si V. — 9. accipe V. — 10. refrigera te V. — 10. arborem istam V, — 10 sq. Quod scilicet Abraham videbat jjraesentiam dimnitatis V, — 12. tegmen credentibus V. — 12. de quo propheta V. — 13. LXXXI. dicit om. V. •— 14. discernens B , . dliudicat V. — 15. syna- yoga deoriim V. — 15. magnas om. V. — IG. LXIV, B. — 18. unxit B .. . benedixit V. — 18. deus prim. om. Y. — 18 sq. prae participibus tuis V. — 19. Qiris deus propterY. — 20. Christum dei f.Uum Y. — 21. est om. V. — 21. noster ora. V. — 22sq. omnem prudentiam V. — 23. eam om. V. 9 Gen. 18, 4. — 13. Ps. 82, 1. — 1«. Ps. 45, 7. S. — 21. Baruck 3, 35—37. -- 25. Ps. 46, 11. Ttxle tird Untersuch ungon I, 3. 2 18 Die Altercatio Simonis et Theojihili. LXVIL: Gantate domino, psalUte nomini eius^ üer facite ei, qid ascendit in occasimi, dominus noitien est Uli. Longum erit, ut exempla persequar pliira; his paucis veritas conprobatur. n, 7. Sim.: Recte quidem ad colentes testimoiüa, unito Sspiritu fatentes, ori tuo consentientes; sed illud volo edisseras mihi, siciibi in loco deus per sometipsiim deiim Christum constituit, tunc demiim Christum deum et dei filium credere cogitabo. > Th.: Incredule ludaee, iam et de prophetis disputas? accipe 10 tarnen interrogationi tuae responsum. Deus ad Moysen loquitur dicens: Ecce dedi te deum Pharaoni et Aaron f rater tuus erit tuus 'projjheta. Pervide, hunc Moysen typum Christi fuisse, gen- tium incredibihum deum. Quanto magis Christus credentium est deus? Sicut enim Moyses, populum de Aegypto, de durissima IsPharaonis Servitute liberavit, ita et Christus populum suum de idolorum Servitute et de diaboli potestate liberavit. 8. Hirn.: Si ergo Christus deus est et dei fiHus, quomodo ergo in Genesi scriptum est: In lyrinciido fecit deus caelum et terram? Poterat utique dixisse: In principio fecit deus pater et 20 deus filius caelum et teiTam. Th.: Erras, ludaee, nee umquam invenies veritatem, nisi veritatis intellegas originem. Nam si velles credere, poteris et in principio eins invenire, quis est Christus, dei filius. Sic enim in principio, ait, fecit deus caelum et terram, hoc est in Christi 25arbitrio et ad eins voluntatem et ad cuius imaginem hominem 1. XLVIl. B, — 2. super occasiim Y. — 2. fi^t om. V. — 2. erit B . . . est V. — 3. exemplaria (ex exemplar) B. — 4. accoleiif B (sed c primum super rasur.). — 5. fatentes V . . . fruentis (ex fruentes) B. — 5. conseti- tientis B. — 5. illo B'. — 6. milii om. V. — Q. donunum B. — 7. domi- num B. — 7. credere om, Y. — 10. interrogationihus tuis V. — 11. domi- num B. — 11. f rater tuus Aaron Y. — 12. propheta fiiusY. — 12. Proi- vide nunc Y. — 14. enim om. B. — 14, de secujiJum om. V. — 15. libera- vit om. V. — 15. sie Y. — 15. populum suum B . . . credenfes Y . — 15 sq. de idolorum Servitute et om, V. — 19. Potucrat Y. — 19. utique om. V. — 19. dicere B. — 19 sq. fecit pater et dei filius Y. — 22. velis Y. — 22. poteros B2. — 23. principium B. • — 23. qui B, — 24. in principio om. V. — 25. voluntatem eiüs Y. — 25. imaginem et similitudinem nosiram B, 1. Ps. 68, 5. — 11. Exod. 7, 1. .— IS. Gen. 1, 1. Der Text 19 lacere dignatiis est; dicit enim: Faciamiis hominem^ et rursus infra dicit: Fecü deus hominem ad iinaginem et simüitudinem dei; 'mascidum et feminani fecit- eos. 9. Sim.'. Potuit hoc et ad angelos dixisse. Tit.: Erras, ludaee! Cui umquam angelorum dixit deus: 5 Filius tneus es tu^ ego hodie genui te? Et rursus in psalmo dicit: Ponam 'principem illum^ excelsum prae omnibus regibus terrae. Angelis autem iubet, ut Christum adorent. Et iterum in Cantico Deuteronomii dicit: Laetamini gentes cum eo et adorent eum omnes angeli dei. 10 10. Sim.: Proba mihi Christum principem esse. Th.: lam dixi; nunc accipe aliam probationem, si poteris vel sie credere. Nam cum lesus filius Nave staret trans lor- danem, vidit virum stantem, et gladius utraque parte acutus in manu eins. Dixit illi lesus: Noster es aut adversariorum'^ At\h nie respondit: Ego sum princeps militiae maiestatis domini. III, 11. Sim.: Et hoc volo mihi edisseras, quomodo est filius dei Christus; nam et omnes sancti filii dei dicti sunt. Proinde sicut mihi probasti principem illum esse, proba mihi nunc illum dei filium ex deo natum. Longe enim remota est 20 divinitas a coitibus humanis nee miscetur conplexui, Th.: Loqueris quasi ludaeus. Nam Christus deus, dei filius, primogenitus, verbo editus, ore prolatus. Sicut enim deus in principio cum hominem e limo terrae faceret, flatum suum in eundem spiravit, et factus est homo in animam vivam, ita et 25 verbum suum, hoc est Christum, ex utero cordis sui genuit, sicut in Basilion libro secundo dicit: Et fuit verbum domini ad Nathan prophetam dicens: Vade et die servo Tneo David: Non 1. dignatus est facere V. — 1 sq. et — hominem om. V. ■ — 4. dlcere B^. — 5. umquam V . . . enim B. — 7. principem ponam V. — - 7. omnibus om. V. — 8. ut om. V. — 9. Canticum B^Y. — 11. esse principem Y . — 12. ac- cipe nunc V. — 12. potueris V. — 14. virum vidit V. — 14. acutus erat B2. — 15. Dicit B. — 15. aut B . , . an Y. — 15 sq. Ät ille respondit om. V. — 16. sum om. V. — 17. hoc modo B. — 18. dei om V. — 19. mihi om, V. — 20. illum om. V. — 21. amplexui Y. — 22. deus filius Y. — 23. prolatus, vulvae incontaminatac iaculatus B. — 24. eum homineyn in principio Y. — 24. fecerat V. — 25. spiraverat Y. — 25. et ita V. — 27. regnorum ß. 1. Gen. 1, 26. 27.-6. Ps. 2, 7. Hebr. 1, 5. -- 7. Ps. 89, 28. — 9. Deut. .32, 43. — 15. Tos. 5, 13sq. — 18. Ps. 82,6.— 27. II Sam. 7,4. 5. 12—14. 16. 2* 20 I^ie Altercatio Simonis et Theophili. tu aedificahis mihi doinuin ad mliahitanduiii^ sed cum mpleti fuertnt dies tut et donniens cum patrihus tuis^ excitabo semen tuum post tc'j hie aedißcahit domum nomini meo^ et erigam domum illius usque in saecula^ et cgo ero ilU in patrem,, et ipse mihi h et'it in filium^ et fides consequetui' domum eius. Item in psalmo IL dicit: Quare ft-emuerunt gentes et popidi m editat i sunt inania"^. Ädstiterunt reges terrae et popuii convenerunt in unurti adver sus doviinum et adcersus Christum, eius. Disrumpamus vincula eorwn et 2>^'0iciam\is a nobis iugum tpsorum. Qui habitat in caelis in- \0 ridebit eos et dominus sid)sannabit eos. Tunc loquetur ad eos in ira sua et in furore sito conturbabit eos. Ego autem consti- tutus suin rex ab eo super Sion montem sanctiim eius , praedi- cutis praeceptum domini. Domimis dixit ad me: Filius nieus es tu, ego hodie genui te. Pete a me et dabo tibi gentes hereditatem 15 tnaviy et posses^ionetn tuam terminos terrae^ reges eos in virga ferrea et tamquam vas ßguli confringis eos. Item in psalmo XLIV.: Eructavit cor meum verbum bonum^ dico ego opera tnea regi. Et Esaias dicit: Consummata^s quidem et breviatas res audivi] quoniam verbum breviatum faciet deus in omni terra. 20 Hoc est verbum, quod vei'bera nostra sanavit^ de quo in psalmo GVL dicit: Misit verbutn suum et sanavit eos. Item in alio psalmo dicens deus testimonium perhibet, per prophetam dicens quod caelum, de quo supra diximus, de Christo et in Christo, qui est verbum dei, fecerit: Verbb domini caeli solidati sunt et l^spiritu oris eius omnis virtus eormn. Hoc est verbuui, quod velociter muiidum perciicurrit et animas errantium per legem novam ad deum convertit, de quo in psalmo CXLVI. dicit: 1, habitatidifin V. — 2. tnf ad inhabitandum B. — 2. (t — tuis om. V. — 2. suscitaboY, — 3 sq. domum illius B . . . thronutn eius V. — 4 sq. erü mihi V. — 5. fideni conscqnctur et domus eins V. — 5. Item B ... etY. — 7. Ab Adstitt.i'unt usque 16. confringis eos om. V. — 18. Et om. V. — 18. consummatur B. — 18. adbretnatas Y. — 20. Hie est verbum, qui V. — 21. CV. Y. — 21. A dicit usque eos B in marg — 22 sq. psalmo testimonium perhibet propheta dicens quod V . . . caclmn {2'd)2>(r pritphetayn dicens B ex dittogr. — 23. de secundum om. Y . — 24. qui V . . . quod B. — 24. iirmati V. — 25. Hie Y. — 25. est om. B. -- 25. qui V. — 26. percurrit Y. — 27. dominum B. — 27. CXLVII. B, — 27. dicit om. V. C). Pa. 2, 1—9. — 17. Ps. 45, 2. — 18. Isa. 10,22. 23. - 20. Isa. 53, 4. 21. Ps. 107, 20. — 24. Ps. 33, 6. Der Text. 21 Qui onittit verhuni suuin terrae, veloclter currit verlmm etv^s. Et Esaias dicit: Ecce verhmn domiyii factum est Ulis in maledictum^ et nolerunt illml. Nam si velles lohannem proplietam nostrum audire et prophetico ore clamantem: In principio erat verhum^ et verbuin erat apud deiini, et deus erat verhnm. Hoc erat in 5 priTncipio apud deum. Ounnia per illuiti facta sunt, et sine illo factum est nihil. Et rursus filius pari genere testimoniuni reddit patri et nativitatis suae exordia testatur, dicens per Salomonem : Ego ex ore altissimi prodivi jn-imogenitas ante omnem creatuvam. Ego in caelis feci^ ut oriretur luinen indeßcipns. Ego in altis 10 Itubitavi. et tlironus tneus in columna nuhis, Vides ergo, Simon, exeuntibus patribus tuis de Aegypto, quia Christus erat, qui in columna nubis praecedsbat eos. Item illic in proverbiis eius- dem: Dominus condidit nie in initio verhörnm suorum, in yrin- cipio in opera sua, antequam terram faceret et anteqiiam ahyssos 15 constitueret et antequam omnes colles genuit me. Cum pararet caelos aderam cum illo, et cimi secerneret sedem suam, quando fortia fadehat fimdamenta terrae, er am simul cum illo dispo^iens. Ego eram, cui adgaudebat, cottidie autem adlaefabar in faciem eius^ cum laetaretur orhe perfecto. 20 12. Sim.: Potest hoc pro sapientia dictum esse. Th.: Erras, ludaee, et velamine ignorantiae sensus tuus contectus est. Non inmerito sanctissimus Moyses velaminis tegmine faciem velabat, quod velamen corda vestra contexit. Accede proinde ad dominum et crede Christum deum, dei filium, 25 et auferetur de sensibus tuis tegmen ignorantiae. Sapientiae dictum existimas ignorans quoniam Christus est ipse dei virtus et dei sapientia. Adeo reges vestri, qui per successionem regna- 1. verbum primum B . . . sermo V. — 3. si velles audire om* V. -^ 3. prophetam om. B. — 3. prophefam iwstrum loliannem V. — 4. et om. V. — 4 sq. In V loh. V. 1 « praemissum est v. Ib et v. 2 deest. — 6. illuni B . . . ipsum V. — 6. factum est V. — 6. i2)so V. — 10. altissimis V. — 11. Simon om. V. — 13. Ulis B. — 14. m primum om. B. — 14. verborum B . . . viarumY. — 15 sq. faceret et ante omnes colles V. (iiiterposit. om.). — 16. imtraret V. — 17. caelo ß. — 19. laetabar V. — 20. orbi V. — 21. dixisse V. — 22. veluti velamen V. — 25. crede Christum deum om. V. — 27. ignoras B. — 27. ipse est V. — 28. Adeo ut B. 1. Ps. 147, 15.— 2. lerem. 6, 10. — 4. loh. 1, 1—3. — 9. Sirach. 24, 3. 4. -- U. Proverb. 8, 22—30. 22 Diß Altercatio Simonis et Theopliili. bant, non poterant sapientiam et virtutem accipere • nisi per vocabulum nominis Christi dicerentur. Huius rei auctorein DaniJielum dabo dicentem: Signabitur visus et prophetia. Orie- tur iiistitia sempiterna et xingetxir sanctus sanctorutn. Et scics & et mtellcges ab exitu sermonis in respondcndo, et aedißcabo Hiv- nisaleni usqiie ad Ckristum reg^tianterriy a deo veniente Christo Christorum et rege reguin vestrorum; unctio Sarnariae deßciet cornu illud. De quo reges vestri ungebantur, et omnes pro- pbetae siluerunt, quia de quo loquebantur venit, sicut Esaias lOait: Ego sum qui loquebar, et veni, ut evaiigelizem vohis. Proinde, ut diximus, ipse est Christus Christorum, dominus domin orum. Auctorem Esaiam dabo dicentem: Sic dicit dominus Christo meo dondno^ cuius tenui dexterain, ut exaudiant eum gentes: forti- tudinem regum, disrumpam^ aperiam ante eum portas aereaSj et Ib civitates non claudentur. Et portas aereas aperiam et vectes ferreos confringam^ et dabo tibi thesauros occultos. Cui ergo tenuit dexteram pater nisi Christo filio suo, quem et omnes gentes exaudiunt, sicut in psalmo dicit: Semper tu mecum tenuisti manum dexteram meam?- Aut quae civitas illi clausa est? Et 20 cui omnes portae apertae aereae patent? Aut numquid et de nativitate eins audebit disputare, cum idem propheta dicat: Factum est verbum domini ad Achaz dicens: Pete tibi signum a domino deo tuo in profundum aut in excelsv/m. Et dixit Achaz: Non petain neque tentabo dominum. Et ait: Audite nunc domus 25 David: Non pusillu^n vobis certamen erit cum hominibus; et ideo 2. dicerentur ora. Y. — 4. iustitiae sem^ternae B. — 4 sq. Et scies et in- telleges Y ... Et Esaias dicit: Et inielleget B. — 5. exitus B. — 5. respon- dendum B. — 5. aedificat^s B. — 6 sq. ad Christum Christorum et regem regum vestrorum V. — 7. regem Codd. . . . rege ex coniect. — 8. De quo B . . . Deinde V. — 10. evangelizarem V. — 10. vohis om. B. — 12. Sic om. B. — 13. cui tenuit V. — 14. aereas om. V. — 15. Et om. V. — 16. ah- sconditos V. — 17. suo om. V. — 18. examlieruntY. — 18. Tic mecum sem- per V. — 20. apertae om. V. — 20. patent, hoc est praecordia singulorum fide Christi reserataj qui doctrina sua corda et praecordia reseravit B (Scho- lion, ut vid.). — 21. isdem V. — 21. dicat om. Y. — 22. est om. Y. — 22. inqutt ad Y. — 22. Ächab B. — 23. domino nostro B. — 23. profun- dum inferni sive in excelsum supra Y. — 23. dicit B. — 24. peto et non Y. 3. Dan. 9, 24. 25. — 10. Isa. 52,6. — 12. Isa. 45, 1—3. — 18. Ps. 73, 23. — 22. Isa. 7 10—14. Der Text. 23 vos praestahitis certamen cum deo^ quoniam dominus dahit vobis Signum : Eece virgo in utero concipiet et pariet filium, et vocahitur nomen ems Emmanuhel^ qtiod interpretaiur Nobiseutn deus. 13. Sim : Ego prophetis credo. Praeterea Esaiam receptis- simura accipio; sed de alia virgine eum dixisse arbitror. Cum 5 enim Salmajiassar rex Assiriorum ducem suum misisset ad Hieru- salem exprobrare deum vivum, tunc Esaias prophetavit adversus Saimanassar regem diceus: >S^rei'2V te et subsannavit te, virgo ßlia Sion. Caput movit adversus te^ßlia Hierusalem. Quando angelus de castris Assiriornm centum octoginta milia percussitlO in hoc fuit nobiscum deus. 21i.: Erras, ludaee, necdum removes incredulitatem. Si ergo liliam Sion virginem dicis, quem filium peperit? vel quis butyrum et mel manducavifc? aut quis infans fuit, qui priusquam cognosceret patrem aut matrem, spolia Samariae detraxit? aut 15 quem filium de semine David habuit? Esaias enim dicit: Eece virgo in utero accipiet, et pariet filium^ et vocabitur nomen eius Eminanuhel; buiyfum et mel manducabif, et priusquam cognoscat puer vocare patrem aut matrem^ accipiet vhtuitm Damasci e spolia Samariae contra regem Assiriorum., 20 14. Sim.: Enarra ergo mihi ista quid se habeant, ut credere possim, quid mel aut butyrum intellegitur, aut quae spolia Samariae Christus acceperit. Th.: Si removeas incredulitatem, au dies veritatem, ne forte in te inpleatur illud quod in psaimo scriptum est: Sicut aspides 25 surdae et obturantes aures suas, quae non exaudiunt voces in- 1. cuvi dco edidi . . . om. B . . . cum hominihus V. — 1. dominus deus V. — 2. in iitcro om. V. — 5. aliam virginem dixisse V. — 7. ex- prohrare V . . . praedicarc B. — 8. Sprevit V . . . Exprueuit B. — 9. Caput svum movet adversum V. — 9. Quando etY. — 12. nondum V. — 13. Sion Htyinem B . . . lerusaUm Y. — 13. vel Y . . . ut B. — 14. manducabit Y. — 15. ut matrem B. — 16. habuit B . . . aluitY. — 16. dixit Y. — 17. con- cipiet B2. — 18. comedet Y. — 18. et secund. om. V. — 19. puer om. V. — 19. m. 2. Isa. 29, 11. 12. — 21. Isa. il, 1. 2. — 25. Num. 22, 28. Der Text. 25 Th.: Incredulc, saxuin dtius rumpere potuit et aquam in siccitatem producere, quanto magis deus iubere potuit, ut virgo partum ederet! Et adhuc tibi aliud ponam testimoniura, si tarnen credas Baruch Nerei filio, qui in Babylonia prophetavit. 17. Sim,: Ergo me tarn infidclem existimas, ut Baruch dis- 5 cipulura Hieremiae nou recipiam, qui ab Hieremia toties missus ad populum adlocutus est, qui et proplietiam suam Baruch con- scribere iussit. Et quia sciebat Hieremias illum prophetaturum, adeo post Hieremiam popuio praefuit in captivitate et prophe- tavit, sed de Christo nihil meminit. to Th.: Quomodo ergo prope finem libri sui de nativitate eius et de habitu vestis et de passione eius et de resurrectione eius prophetavit dicens: Hie iinctus meus^ electus meusj vulvae in- tiontaminatae iaculatus, natus et passus dicitur. Quoniam et tunicam illius desuper contextam et omnia haec, Simon, sil5 credideris, aut cum veneris in plenitudinem evangeliorum nostro- rum, inpleta cognosces. Quod autem in Bethleem natus est, audi Michaeam prophetani dicentem: Et tu Bethleem Inda, domus Ullas Efratha^ vtoii erls exigua, ut constituaris in milibus Inda. Ex te enim mihi prodiet^ ut sit princeps in Israel^ et2Q possessio eius a princi/no et a diebus saeculi. V, 18. Sim.: Multa quidem iegimus, sed non ita intellegi- mus; proinde voio per singula quae te interrogo cognoscere conprobata testimonio veritatis. Praeter ea quia deus cireum- cisionem celebrari praeeepit, quam primum. patriarchae Abrahae 25 tradidit, quam circumcisionem Christum habuisse superiiis pro- fessus es, quomodo ergo mihi credere persuades, qui circumci- sionem prohibes? 1. potuit rumpere V, — 2. skcüateiuB- . . . societatem B^ . . . sitientem V. — 2. virgo adhunc B, — 3. M oin. V. — 3. dico aliud (om. ponam) V. — 4. filiitm Y. — 4. Babilonem V. — 5. me infidelem iam V. — 6. to- ties V. — 7. ad om. V. — 8. sciebat Y . . . sevihat B. — 8. illum Hieremias B. — 8 sq. prophetaturum^ adeo post Hieremiam ora. Y (pergens: populum effusum in capitivitatem). — 11. i>rope finem Y . . . probes in B. — 12. eius piim., de tertium om. Y. — 14. Et quoniam Y. — 15. ui haec omnia Y. — 16. ita cum B. — 16. pleniiudine Y. — 18. luda om. Y. — 19. exigua non eris Y. — 21. et om. Y. — 23. ita volo B. — 23. te om. Y. — 25. celebrari om. Y. — 25. Abrahae om. Y. — 27. suades Y. 1. Exod. 17. — 8. lerem. 51, 59sq. 36, 48q. — 13. ?— 18. Mich. 5, 2. 26 T^ie Alteicatio Simonis et TlieoiDliili. Th.: Circumcidere carnem proliibemus, circumcisos autem credere libenter liabemus. Abraham euini, priusquam circiim- cideretur, amicus dei effectus est per fidem, et iustitiam adeptus est per fidem, non per circumcisionem. Sic enim dicit: Qum f) patrein multarum gentium posui te ante dominum, quia. credi- disti. Proinde dicit: Credidit Abraham deo, et deptitatum est ei ad iustitiam.. Hoc enim, priusquam circumcideretur, audivit, et postea circumcisionem accepit, ostenden s duos populos ad fidem Christi venturos, unum ex circumcisione et unum ex praeputio lOventurum. Nam si Christus circumcisus non fuisset, quomodo mihi hodie crederes aut prophetis, quod ex semine David ve- niret? Circumcisio enim signum est generis, non sahitis. 19. Sini.: Ergo quomodo filium Moysi, cum esset in prae- putio, angelus suffocabat, nisi Seö'ora, mater eins, accepto calculo 1 5 circumcidisset puerum? et cum sanguis immineret, orabat dicens: Stet sanguis circumcisionis pueri, Th.: Contra te loqueris, ludaee, nam et superius tibi ostendi, quomodo Moyses typum Christi fuit, et omnia quae- cunque fecit, in imagine Christi praecurrebat. Nam Seffora 20 mulier, quae puerum circumcidit, sinagoga inteilegitur. Quod autem dicitur: Stet sanguis circumcisionis pueri ^ hoc est, quod adveniente Christo restitit circumcisio puerorum ; adeo deus ad Moysen sie ait: Aedifica mihi altare de lapidihus non circum- cisis, sed et ferrum non inities in eis, quod scilicet adveniens 25 Christus ecclesiam aedificaturus erat de pox)ulo incircumciso. 20. Sim.: Proba mihi Christum neminem circumcidisse. Th.: Crede, et ipse tibi probabis, cum coeperis plenitudinem evangehorum revolvere; ibi invenies Matthaeum apostolum publi- canum et Zacchaeum principem publicanorum et multos inve- 2. enim credlmus B . . . enim qui \ ... enim ego. — 2 sq. circum- cisus esset V. — 3. per fidem om. V. — 4. Quia om. V. — 5. posui B . . . constitui V. — 5. dominum B . . . deutn V. — 5. quia V . . . cui B. - - 6. reputatumY. — M). venturum om. V. — 13. filiusB. — 15. puernnt om. V. — 15. oravit V. — 17. nam om. V. — IS. ostendi om. V. — 18. quo- modo B . . . qnod V. — 18. ti/pum Codd. — 18. fuit Christi V. — IS. et om. V. — 21 sq. Ab Jwc est usque puerorum om. V. — 22 sq. in Moyscin V. — 23. ait B . . . dicit V. — 24. sed om. V. — 28 sq. xmhlicanorum B. 4. Gen. 17, 5. — G. Gen. 15, 6. — 16. Exod. 4, 25. — 23. Exod. 20, 25. Der Text. 27 nies incircumcisos, qui cum ludaeis crediderunt. Nam sicut sacrificia et hostiae tauronim et liircorum et arietum et agno- rum iussa inmolabantur et proliibita siiblata sunt, et populus minor, id est noster, maiori populo praelatus, et testamentum novum veteri praepositum, ita et circumcisionem iam non carnis 5 sed cordis celebrare deus praecepit. Dicit enim deus adßebeccam in Genesi: Duae gentesin utero tuo sunt et duo popuU de venire tuo dicidentur ^ et populus populum superahit et maior sermet minori. Et in Deuteronomio dicit: Eritis gentes in caput, in- credulus autein populus in cauda. Et lacob benedicens Efremio et Manassem, inmutans manum, dexteram minori superponens, inmutationem creaturae demonstrabat. Pro testamento autem novo sie dicit Esaias: Ecce facto nova^ quae nunc orientur^ et ponam in deserto flumina, hoc est in ecclesia evangelia. Et Hieremias dicit: Ecc^ dies veniunt^ dicit dominus^ et conswmmaho \h domunt Israhel et domum luda testamentum novum, non tale testamentum^ quod disposui patribus vestris in die qua eduxi eos de terra Äegypti. Audi nunc de circumcisione lator legis Moyses quid dicit: In novissimis diehus circumcidet deus cor tuum et cor seminls ad dominum deum tuum amandum. Et 20 Hieremias dicit: Viri luda et qui inhabitatis Hierusalem, reno- vate inter vos novitatem et ne semioiaveritis in spinis. Circwm- cidimini deo vestro et circumcidite praeputium cordis vestriy ne exeat ira mea et exurat^ et non sit^ qui extinguat. Et ad lesum Nave dicit deus: Fac tibi gladios petrinos et nimis acutos etih sede secundo et circumcide filios Israhel. Numquid tunc ferrum non erat? Sed dqus ad lesum Christum nostrum loquebatur, 1. sicut B . . . 8i saeculi V. — 2. et prim. ora. V. — 2. hostias B. — 2. et hircorum om. V. — 3 sq. populum minorem id est nostrum B.. — 4. populo om. Y. — 6, deus prim. om. V. — 6. einm om Y. — 11. manus Y. — 13. novissimo Y. — 15. venient B2. — 18. leyislator Y. — 19. quid om. B, — 19. deus B . . . dominus Y. — 2!). amandum ^ ... ad manda- tiim Y. — 21. ait Y. — 21. habifatis Y. — 22. inter vos B . . . vobis Y. — 22. novitatem B . . . novale Y. — 22. et noUte serere super spinas Y. — 22 sq. Circumcidimini deo vestro om. B. — 23. praeputia Y. — 24. mea om. Y. — 24. Et om. B. — 25. dixit B. — 25. et prim. om. Y. — 25 sq. et sede secundo om. Y. — 26. circumcide secundo Y. — 27. non erat B . . . deerat Y. — 27. ad dominum nostrum I. Chr. Y. 7. Gen. 25, 23. — 9. Deut. 28, 44. - 10. Gen. 4S, 14. — 13. Isa. 43, 19. — 15. lerem. 31, 31. 32. — 19. Deut. 30, 6. — 21. lerem. 4, 3. 4. — 25. los. 5, 2. 28 I^ie Altercatio Simonis et Theophili. quod per apostolum sunm spiritaliter corcla circumciderit; adeo apöstolus noster Simon dictiis est et postea Petrus nomen .iccepit. 21. Sem.: Manifestam quidem mihi probatioiiem per scripta- 5 ras ostendisti, sed circumcisio cordis quae esse potent? aut quod praeputium de corde circumcidendum est? Th.: Omnis concupiscentia libidinis de corde concipitur, proin de circumcisio novi testamenti talis est, quam deus Christus, filius dei, ostendit, ut circamcidämus nos libidinem, avaritiam, lOmalitiam, cupiditatem, furta, fraudes, fornicationem, et omne quod tibi non vis fieri, alii ne feceris. Haec est circumcisio Christian orum, quam et primi sanctorum habuerunt, scilicet Enoch, Noe, lob et Melchisedech, qui non carnis sed circum- cisionem cordis habuerunt. Potuerat autem deus, si vellet, Adam 15 circumcisum formare. VI. 22. Sim.: Aestuo vehementi cogitatione potuisse Chri- stum tarn maledictam et ludibriosam sustinere passionem, si tarnen vera sunt, quae dicitis, a patribus nostris crucis patibulo eum esse suffixum. Seimus plane Aman maledictum a patribus 20 nostris pro merito suo esse crucifixum, qui genus nostrum pe- tierat in perditionem, in cuius mortem peracta revoluto anno gratulamur et sollemnia votorum festa celebramus, quae a patribus tradita accepimus, et Abessalon, qui ad caedem patris patricida fuit, pependisse illum in arbore legimus. Christus 25 autem si patibulum mortis huius sustinuit et in cruce pependit, cur non hoc ipsum a patribus nostris accepimus nee passum in 1. apostolos suosY. — 1. circumcideret B. — 2. est om. V. — 4 sq. mani- festa sunt quae mihi osttmUsti V. — 5. sed B . . . e^ V. — 5. aut B . . . cf V. — 7. libidinis ^ ... et libido V. — 7. de om. V. — 7. concipitur Y ... concupiscitnr B. — 8. deus et V. — 9. filius cius B^Y. — 9. ut om. V. — 9 nos om. V. — 10. fornicationcs V. — 11. fieri non vis, alio non feceris V. — 13. Noe, lob \ ... et lob B. -~ 13. et om. B. — 13 sq. cordts dr- cumcisionem V. — 11. Poierat B-. — 14. autem om. V. — 14. si veUct om. V. — 16. Exaestuo Y. — IG. potui^ise om. Y. — 17. sustinuisse Y. — 18. nostris om, Y. — 18. patibulum Codd. — 19. cum om. B. — 19. plane om. V. — 20. crucifixum B . . . suspensum Y. — 21. mortcY. — 21. peracta revoluto [annoJY ...perevoluto annoB^. — 22. ctom.Y. — 22. fäctaB. — 22 sq. quod .. fraditum Y. — 23. patris om. Y. — 24. illum om. Y. — 26. nostris om. B. 19. Esther 7. — 23. 11 Sam. 18. Der Text. 29 scripturis nostris iuvenimns, ut, utsi inimicus genti nostrae esset, gaiideremus ? Erubescere pofceris, Theophile, si hoc dictum minime comprobaveris. Nam scriptum est in Deuteronomio: Maledictus oranis qui pendat in Ugno. Th.: Primo huius dicti accipe rationem. Recole superius 5 Deuteronomii lectionem, de quibus dictum est. Sic enim ait Moyses: Si quis peccaverit in iitdicimn infiortis^ puniatur exemplo, sitspendetis eum in lifpio; et maledictus erit omnis qui pepen- derit in ligno. Sed hoc pro peccatore dixit, qui mortale pecca- tum admiserit. Christus autem peccatum non habuit, sicutlO omnes prophetae testantur; sed pati necesse habuit, ut scripturae iiiplerentur. Dicit enim Esaias: Quia peccatum non fecit nee dolus inventus est in ore eins; sed doinimis tradidit illwm pi'o peccatis nosiris. Et alibi dixisse prophetam ostendimus: Ecce verbum do mini factum est Ulis in maledictumy et noluerunt illud.lb Et iterum dicit: Inter maledictos deptitatus est. Audi et in la- mentatione Hieremiam dicentem: Christus dominus conptrehensus est in interitum eorum^ sub cuius umhra vivimus inter g&ates. Seimus autem sanctissimum David plenum annis in pace requie- visse nee aliquam passionem mortis aut crucis sustinuisse. Audi 20 ergo in psalmo XXI. dicentem Christum: Effoderunt manus meas et pedes meos^ dinumeraverunt omnia ossa mea, Ipsi autem consideraverunt et conspexerunt me^ diviserunt sibi vestimentum meum et super vestem meam miserunt sortem. Tu autem ^ do- mine, ne longe facias auxilium tuum, in defensione7n meam a^pice, 25 1. w^ s« B . . . ut Stent Y . . . t(t utsi edidi. — Isq. inimicum genti nostrae gauderetnus affectum V. — 4. omnis B . . . homo V. — 5. Primum V. — 7. puniatur exemplo V . . . xmniuntiir B. — 8 sq. et omnis qui pendet in UgnOf maledictus erit V. — IK pro B . . . r?« V. — 'J. dixit B . . . didt V. — 10. admiserit B . . . fecit V. — 10. liahuit B . . . fecii V. — 11 sq. scriptura impleretur V. — 13. inventus est dolus V. — 13. illum B . . . eum V. — 14. iiV B . . . nam V. — 14. prophetam. dixisse V.' — 15. ülu7n B. — 16. maledicos reputatusY, — 16 sq. Hieremiam in lamentationeY. — 17. Hic' rusalem B. — 17. Spiritus vultus nostri Christus V. — 18. eoriim B . . . genfis nostrae V. — 19 sq. quievisse V. — 21. Foderunt Y. — 22. vero V. — 23. et vidervnt me V. — 23 sq. vesiimenta mea V. — 25. elongaveris V. — '2b. in B ... ad Y. — 25. conspice Y. 4. Deut. 21, 13. — 7. Deut. 21, 22. 23. — 12. Isa. 53, 9. 6. — 14. lerem. 6, lü. — IC. Tsa. 53, 12. — 17. Thren. 4, 20. — 21. Ps. 22, 17—23. 30 I^iG Altercatio Simonis et Theophili. lihera de, gladio animaTn meam, et de momu cams umcam meam : salvum me fac de ore leonis et a cornibus unicornmni huinili- tatem Tueam.: narraho nomen tuum fratribus tneis, in tnedio eccle- siae laudaho te. Item apud Esaiam: K.rpaiuU manus meas ad. hplehem non credentein^ sed et contradicentein inihi^ qid amhulahant vias non honas^ sed post peccata sua. Item apud Hieremiam: Venite mittamus Ugnuyn in panem eius et eradiccnius a terra vitam eius. Item in Deuteronomio: Et erit vita tua petidens ante ocidos tuos^ et tiinehis die ac nocte et 7ion credes vitae tuae. 10 Item in psalmo CXVIIL: Conßge clavis a tlmore tuo carnes 9neas. Item in psalmo CXL.: Dirigafur oratio mea sicut incensuin in conspectuL tuo et elevatio maauum meariim sacrificiimi vesper- timim. Item apud Zachariam: Et intuehantur in me, in quem transfixerunt. Item in psalmo LXXXVIL: Exelamavi ad fe, lödo^nine^ tota die extendi manus m.eas ad te. Item in Numeris: Nunc qua^i homo deus suspenditur et sicut filius Iwminis minas patitur. Et in Canticis Canticorum ex persona ecclesiae dicit: Frater nieus candidus et rubens et lanceo. conpunctus a militibus. Qui candor quid aliud quam fidem populi demonstrat? Rubeum 20autem passionem significat. Ad hoc venit in primo adventu suo, ut omnem humilitatem et deformitatem usque ad mortem crucis ostentaret. Audi denique in psalmo XXI. quid dicat: Ego autem sum v^rmis et non homo, opprobrium hominum et abiectio plebis. Omnes qui conspiciebant me, deridebant me, 2hlocuti sunt labiis et moverunt caput. Item illic: Exaruit velut Isqq. A libera usque ad laudaho te (v. 4) om. V, pergens: et cetera quae trihus sequentibus versibus dicuntur. — 4. apud B . . . per V. — 5. sed om. V. — 5. mihi om. V. — 5. amhulahant B . . . ambulat Y. — 7. eradamus a V. — 8. pendcns vita tua V. — 10 sq. A Item in usque ad meas (v. U) om. V. — 11 sq. A Dirigatur usque ad tuo et (v. 12) om. V. — 13. in utrumque om. V. — 15. expandi V. — 15. ad te manus meos V. — 16. Ifunc om. V. — 16. e^ B . . . neque V. — 18. rubicundus V. — 18. et secund. om. V. — 19. Qui edidi ... quod B^ (eras. B2) .. quae V. — 19 sq. Roheum autem B . . . rubor enim V. — 2U. Ad hoc venit in B . . . In hoc enim V. — 21 sq. mortem crucis ostentaret B . . . mortem suMtinerct V. — 22. quid dicat om. B. — 24. qtii conspiciebant B . . . videntes V. — 24. deriserunt V. — 25. Aruit tamquam V. 4. Isa. 65, 2. — 6. lerem. 11, 19. — 8. Deut. 28, 60. — 10. Ps. 119, 120. — 11. Ps. 141, 2. — 13. Zach. 12, 10. — 14. Ps. 88, 10. — 16. Num. 23, 19. — 18. Cant. 5, 10. — 23. Ps. 22, 7. 8. — 25. Ps. 22, 1«. Der Text. 31 testa virtiis weuj et Uwjv.a Ttiea adhaesit fancihus nieiSy et in ■pulverem mortis dediixisti me. Item in psalmo LXVIIL: Placehit domino siipar vitidtmi novellum coniua producenteTii et ungulas. Quid dicis, ludaee, numquid David cornutus fuit? Age nunc intellege botrum illum in Numeris, quem de terra repromissionis 5 in palanga duo vectaiites reportabant; quod utique figura fuit Christi pendentis in ligno, adveniente de terra repromissionis, id est de Maria, quae ex genere terreno fuit. Subvectantes autem palangam duorum populorum figuram ostendebant: unum priorem, scilicet vestrum terga A^ersum Christo dantem, aliumio vero posteriorem, botrum respicientem, scilicet noster populus intellegitur. 23. St,)i.: Quid de malagranatis dicturus es, quae ad Moysen adlata sunt et cum eodem botro. Th.: Rectissime malagranata botrum secuta sunt. -Figura 15 scilicet ecclesiae fuit habens intra se populum rubeo sanguinis Christi censitum. 24. Sim.: Quid de iiculneis dicturus es, vel quibus argu- mentis tractatibus tuis probabis ficum peccatum non esse, cum, quando protopiastus Adam in transgressione fuit , folia ficus 20 pudenda contexit, quod fuit prurigo et amaritudo peccati? Th.: Supra cutem istam intellegis, ludaee, nam arbor ficus et tegmen foliarum veteris hominis figura intellegitur. Nam si velles spiritalem hominem considerare, hoc est interiorem, pomum de ficulneis ad Moysen de terra repromissionis adlatum 25 invenies spiritalem vitam, sicut Ezechiae regi ludaeae post augmentum vitae suae potissimum medicinae massa ficus in « 2. me om. V. — 2. in psalmo LXVIIL B . . . ülic V. — 2 sq. Placebo domino V. — 3. procudentem B. — 4. erat V. — 5. botrum B . . . racemum V. — 5. In terra V. — 6. in jmlanga om. V. — 6. vectentes V. — 7. ad- veniens V. — 9. -phalanguam Y. — 11. botrum B . . . racemum V (hie et in al. loc.). — 1 3. malagranatis edidi . . . malagranatas B . . . malagranata V. — 14. et om. V. — 16. rubore V. — 17. censetum B. — 20. transgres- sionem B. — 20. fuit B^ (evanuit ßi) . . . sua V. — 21. contexit pudenda V. — 22 sq. arborem ficus et foliarum tegmen V . ., . arbor ficus et tegumenta foliarum B. — 26. spiritalem vitam B [at ante spirit, add. B^) . , . spiri- taliter V. — 26. ludae V. — 27. potissimum medicinae om. V. — 27. fici V. 2. Ps. 69, 32. — 5. Num. 13, 24sq. 32 I^ie Altercatio Simonis et Theophili. Sanitätern cariiis suae fuisset; suffecerat enim deo dixisse: Ad- diti sunt tibi ad tem^iis vitae tuae anni XV. Adiiiii^it dicens: Accipe tibi massarti ßcus veter em, et catapla.s'niare j et somabenSy ut scilicet confractus inpetu libidinis sanitatem recipias. Rever- 5 tamur nunc ad liumilitatem primi adventiis Christi, de qua agebamus. Audi Esaiam proplietam: Deusy (jvis credidit auditui nostrOf et brachiurn doviini cui revelatum esti- Adriuntiavirnus de eo; sicut puer infans non est species eiiis neqiie Ivonor, e* vidimus euinj et non liabuit speciem neqae decorem: homo in plaga 10 constitutus et scie'iis ferre mfirndtatem , (pxia aversa est facies eiuSy deprcciatus est nee conputatus est. Hie peccata nostra por- tavit et pro nobis in doloribus est. Ipse autem quod male tractatus est, sicut Ovis ad victiinani ductus est et sicut afpius coram ton- dentei se niutus^ sie non aperuit os suum; in laimilitate iudicium 15 eins s^iblatuni est, nativitatetn autem eius quis enarrabit'i- quioj tollitur a terra vita eiuSj a facinoribus populi mei adxluctus est in mortem^ et non dabo malignos pro sepulfura eias, quia pecca- tuni non fecit nee dolus inventus est in ore eias', sed dominus tradidit euni pro peccatis nx)strisy et inter iniquos deputatus est. 20 Item illic de humilitate primi adventus eins testatur dicens: Pos^ui dorsum 7neum ad ßayella^ maxillas autem mea^ ad polmas, fadem autem meam non averti a foeditate sputorum^ et fuit do- minus adiutor mens. Et Hieremias dicit: Ego sicut ocis ad 1. satiitateB. — 1. fui.9set ego (textum conniptum vix sanavi) . . . ac- cepisset B . . . accepisse V. — 1 sq. A suffecerat usque ad anni XV. om. V. — 2. Ädiungens et dicens V. — 3. veterem B . . . terrae V. — 4. con- fracfus hipetu B . . . confraciis impietatihus V. — 5. humüitatem Cliristi et achcntiis eius V. — 5. (jcoY. — 6. audies Isaiani dicentem V. — 6. Dens B . . . Domine Y. — 7. Adnantiahimns B. — 8. ^)'«rr om. V. — '8. est om. V. — 8. elus "B ... ei V. — 8. honor B . . . öccor V. — 9. habehat V. — 9. sq. plaga positns et qui seit inßrmitales suslintrt V. — 10. adversata V. — 11. dipreriato V. — 11. cowputata sine est V. — 12 sq. Ab Ij^se usque ad est primiim (v. i:',) cm. V. — J3. victihiam B . . . occiaionpm V. — l;)sq. tuudcnte B. - 14. mutns om. V. — W.liHmUitatem B. — 16. tcllttur V. — 16. facinoribus populi >ne/ B . . . mallgnis i^l^bis meaeY. — 17. non dabo malignos pro sepultnra eins B ... dedi divites pro morte eins Y. — 19. trndidit B ... voluit iradcre Y. — X^.reputatusX. — 22. autem oin. V. — 22. foediiaii Y . . . fidehlafe B' . . . covfn^ione \P. 1. Isa. •6\ 5. — 2. Isa. 38, 21. II Keg. 20, 7. - 6. Isa. 53, 1—12. — 21. L^a. 50, 6. 7. ~ 23. lerem. 11, \\}. Der Text. 33 victimam ductus surn et nescieham. De quo agno in iznaginem Ghristi Moyses in Aegyptö pascha celebravit et in liberationem populi, nee aliter poterat populus de domo servitutis et de pressura Pharaonis liberari, nisi agnus occideretur et pascha celebraretur et de sanguine eins limina domns signarentur, ut 5 cum venerit angelus ille vastator, viso signo sanguinis, qui in domibus erant salvarentur. Quod sacramentum ante praedictum adventum Christi inpletum est. Pro hoc enim in primo ad- ventu suo Christus occisus est, ut nos de potestate diaboli et de idolorum cultura liberaret. Anniculus autem dictus est, 10 quia postea quam intinctus est in lordane, annum praedicavit et sie passus est, et sanguine eius fronte signati censemur, ut in secundo adventu, cum venerit vastatio mundi istius, salvi esse possimus. Huius rei auctorem Ezechielum prophetam dabo, qui et ipse duos adventus Christi significat dicens: Transi\h mediam Hierusalem, et notahis Signum in frontibus virorum dolentium et gementium oh iniquitcutes qa/xe fiunt in terra] secun- dum adventum vastationem non signatorum dicens: Ite in civi- tatem et nolite parcere seni neque luveni^ et mulieres et parmdos occidite gladio et deleantur; super quos auteni Signum invenentis, 20 ne ietigeritis eos, et a sanctis meis incipite. Hoc signum et Raab meretrix, quae in figura eeclesiae fuit, coccum et spartum in fenestra suspendit, ut cum lesus veniret Hierico debeilare, viso signo coccini üaab et qui in domo eius essent" salvarentur. Ita et in adventu Christi cum venerit Christus filius dei 8aecu-25 lum istum igni cremare, ecclesia, et qui in ea fronte signati i. quo quidetn V. — 2. apud Aegyptum V. — 2. et om. Y. — 3. pö- tuerat B«. — 3. dei de dotno V. — S. et Y , , . mit B. -— 6. ÜU €>m. V. — 6. signo B . . . agno V. — 6 sq. qui et erant om. V. — 8. Pro B*V . . . propter B2. — 9. Christus om. V. — 9 sq. liberaret de diab. pot-est. et de idoL cult. V. — 11. tincius V. ~r 12. signati om. B. — 14. Post possimus B pergit*. ut angelus ille vastator viso signo sanguinis in domo salvarentur. — 14. Huius om. B. — - 16. per mediam Y, — 10, notahis B . . . da Y^ — 17. ab iniqui- tate quae fit Y. — ^ 17 sq. M rursum secundum adventum significat Y. — 19 sq. et mulierihus et parvulis nolite parcere gladio Y. — 21. nee ietigeritis et sanctis meis nolite parcere Y. — 21. et om. Y. — 23. pependit Y. — 23. lesus Nare Y. — 23. deviUare B. — 24. coccineo Y. — 25. venerit B . . . venire coeperit Y. • — 25 gq. secundum saeculum Y. — 26. ex igne Y. — 26. eeclesiae Y. l8q. Exod. 12. — 15. Ezech. 9, 4.-18, Ezech. 9, 5. 6. — 21 sq. los. 2. Texte and U/ttersuchuageu I, 3. 3 34 I^ic Altercatio Simonis et Theophili. inventi faerint, salvabuntur. Sicut Osee, qui typum Christi fuit, iubetur accipere uxorem fornicationis, hoc est ecclesiam, quam de fornicatione idolorum Christus accepit. Dixit dominus haec: Occupa tibi uxorem fornicationis y hoc est de fornicatione ido- ölorum illam accepit, quoniam initium fornicationis idolorum servitus. 25. 8im.: Ergo ecclesia fomicaria est? Th.: Quid enim interpretatur fornicaria, nisi omnibus ad- venientibus subiecta sit? Sic et ecclesia omnibus advenientibus 10 ad se quaestum fidei nulli negat. Repudiata enim sinagoga adsamsit sibi Christus ecclesiam. Audi enim Hieremiam dicen- tem: Dimisi matrem vestram et dedi ei libellum repudiij quod d.edi matri vestrae, quod dimisi eam. Et alius propheta dicit: ludicamim ad matrem vestram, quia non sum vir eiurS. Hie est 15 enim Christus filius dei iustus, de quo et Salomon in persona ludaeorum propheta vit diceos: Oircumveniamus ergo iustum, quia inutilis est nohis et contrarius est operibus Twstris, et in- properat nobis peccata legis, diffamat in nos peccaia disciplinae nostrae; prmaittit scientiam dei se habere et ßlium dei se nominat; 20 et f actus est nobis in traductionem eogitationum nostrarum; gravis est enim nobis etiam ad videndum, quoniam dissimilis est aliis viia illius et inmutatae sunt viae illius; tamquam nugaces aesti- mati sumv^ ab ülo et continet se a viis nostris quasi ab imnun- ditiiSf et pfaefert novissima iusiorum et gloriatur patrem, deum 1. inventi om. V. — 1. Sicut B , . . Sic et Y. — 1. typum Codd. — 1. fuit B . . . tenuit V. — 2. iuhet V. — 2. fornicariam V. — 3 sq. A Dixit usque ad accepit om. V. — 3. Post haec repet. dixit B. — ö. quia Y. — 5. ast idolorum V. — 8 sq. venientihas V. — 9. A subiecta usque ad advenienti- bus om. V. — 10. negat B . . . denegare Y. — 12. ei B ... Uli Y. — 13. quod B . . . quia V. — 14. eins om. Y. — 15. enim B . . . etiam Y. — 15. Christus -filius dei iustus B . . . dei virtus Christus Y. — 15. et om. Y. — 16. ergo om. Y, — 17. quoniam Y. — 17. inutilis est nobis et om. Y. — 17. EtB . . r enim (post inproper at) Y. — 18 sq. peccata nostra et discipli- nae nostrae Y. — 19 sq. usque ad p. 35 v. 7 {sermonibus ipsius) fere omnia om. Y exceptis verbis: Filium dei se nominat, indeamus si sermones illius veri sint: morie turpissima condemnemus cum. Erit enim respectus ex ser- monibus nostris vel eius, Si enim est verus filius dei, snscipiet eum de manu contrariorum. 4. Osee 1, 2. — 12. lerem. 3, 8. — 14. Osee 2, 2. — 16. Sap. Sal. 2, 12—22. Der Text. 35 se habere^ et ßliurn dei se noiainat. Videamus ergo si sermones- ülius veri sunt, et temtemus quae Ventura sunt illi^ et sciamus quae erunt novisstma ülius; si envtn verus dei filius estj suscipiet illum et Uberabit illuirt de manibus contrariorum ; contamelia et 'tormento interrogemus illunriy ut sciamus reverentiam illius et 5^ probemus po,tientia7n ipsiiis] morte turpissima cmidemnemus illwm. Erit enim respectus ex sermonibus ipsius. Haec cogitaverunt et erraverunt: excaecavit cnini illos malitia ipsorum et nescierunt sacramenta dei. Et Moyses in Deuteronomio dicit: Innoeentem et iustum non occides. Surrexisse illum a mortuis scripturae 10 testantur; invenimus in psalmo XV.: Quoniam non derelinques aniTnani meam in inferno, neque dabis sanctum tuum videre corruptionem. Notas fecisti mihi vias vitae, adinplebis nie laetitia cum vultu tuo. Item in psalmo XXIX.: Domine^ eduxisti ab in- feris aniirnam meam. Item in psalmo IIL dicit: Ego dormivi etlb somnum coepi et exs^arrexi^ quoniam dominus suscipiet me. Et O^ee testatur illum a mortuis tertio die resurrexisse dicens: Vioificabit nos post triduum in die tertia. Item ad Moysen do- minus in Exodo dicens : Descende et testare populo et purißca illos hodie et cras, et Ixivent vestimenta sua et sint pavßti ini^ tertia die. Tertia enim die apparuit dominus in monte Sina et lonas ad praedicationem Ninnevitis ut mitteretur; qiiod tjpum Christi demonstrabat, quod post triduum de ventre coeti, qui infernus fuit, exiturus esset. Et Esaias dicit: Nunc exsur- ga'frij nunc clarificabory nunc videbitis^ nunc eruhescetis: iiana 25 erit fortitudo spei vestracy ignis vos consumet. Et in psalmo 7 sq. et erraverunt ora. B. — 8. enim illos Iß . . . eos V. — 8. ipso- mm B . . . eorum V. — 10. autem illum V. — 10 sq. scriptura testatur in psahno dicens V. — 12. 7t'ec V. — 13. mihi fecisti V. ■ — 15. ///. dicit B . . . indicit V. — 16. quia V. — 17. Osee om. B. — 17. A testatur usqiie ad dicens om. V. — 18. Vivificavit B — 18. post duos dies et die tertia susdtabit nos V. — 18. Item B . . . EtY. — 19. dicens om. V. — 19. Des- cende inquii Y. — 19. testiflcareY. — 19. populumB. — 20. hodie et cras om. V. — 20. et lahent B . . . ut levent V. — 21 sq. A Tertia usque exi- turus esset (24) om. V. — 24. dicit om. Y. — 24. exsurgam dicit dominus Y. — 25. videtis nunc eruhescitis Y. — 20. fortUudo B . . . formido Y. — 26 sq. Ab Ec in psahno usque ad clatisit (p, 36 v. 4) om. Y. 9. Exod. 23, 7. — 11. Ps. 16, 10. 11. -- 14. Ps. 30, 4. — 15. Pa. 3, 6. — 18. Osee 6, 2. — 19. Exod. 19. 10. 11. ~ 22. Jona 1. 2. — 24. Isa. 33, 10. 11. » 3* 36 I^iß Altei'Cfttio Simonis et TheophilL LXXVn. dicit; Et exsurrenoit tamquam, dornuens dominus et tamquam 2^otens crapulatus a vino. Quod vinum passionem eius demonstrat. Nam et in passione ems ab hora sexta usque in horam nonam tenebrae factae sunt; nox diem clausit, dicente 5 Arnos propheta: Occidet aol meridie et ohtenebrabitur dies lucisy et convertam dies f es tos vestros in luctum et omnia cantica vestra in lamentationem. Et Hieremias dicit: Exterrita est quae partt, taedium tenuit anima eius; occidit sol, cum adhuc dies est^ con- fusa est et maledicta; reliquos eoi'uni in gladium dabo in corv- lOspectu inimicorum eorum, Quod autem post resurrectionem i§ caelos ascendit et ad dexteram patris sedet, scripturae omnes testantur, dicente in psabno LXVIL; Iter facite ei qui ascendit super occasufHy dominus nxyinen eM HH, Turbahuntur a fade eiusy patris orfaTuyrum et iudicis viduai'um. jtem in psalmo 15 XL VI. t Ascendit deus in iudilatione, et dominus in voce tuboAi. Item in psalmo XVIII. : A summo cae-lo egressio eius, et occursus eius usque ad sum,mwn caeli, et non est qui se ohsco^idat a ca- lore eius. Lex domini inmaculata convertens anima^. Item in psabno XVII.: Inclinavii caelum et descendit, et caligo sub pe- 2i)dibu8 eius, et ascendit super Gherubin et volavit super pennas veiitorum et posuit tenebras latibulum, suum; prae fulgore in conspectu eius nubes transieruntf grando et carbones ignis; et intonuit de caeh dominus, et altissimus dedit vocem suaiii', misit de sum,mo et acc^it me et liberavit me et eripuit me ah inimaicis 2hmeis potentissimis et ab his qui oderunt me» Et Esaias dicit: Quis est hie qui venit ex Edom dominus^ rubor vestimentorum 4 sq. dicente Arnos prophetaB . , . et de morte ipaiusY. — 6 sq. et am. cant. vest. in lamen. om. V. — 7 sq. Ab Exterrita nsque ad «ms om. V. — 8. sol om. V. — 8. estB ... esset V. — 8 sq. A confusa usque ad psalmo LXVIL' (v. 12) om. V (scribens: Quod autem in codos ascendit testatur David in psalmo LXVL). — 9. gladio B. — 10 sq. in caeUs B. — 12. Iter inquit V. — 13. est om. V. — 13. A Turhabuntur usque ad trlduarum (v. 14) om. V. — 14. patres B\ — 14. iudices BK — 14 sq. psalmo XLVIL B ... XL VI. V. — 15. et om. V. — 16. psalmo om. V. — lüsq. et occurs. eius ttsque ad sum. caeli om. V. — 17. nee est qui se abscondii V. — 18 sq. A Lex us- que ad veritatem (p. 87 v. 2) om. V. — 19. discendit B. — 20. volavit bis scripsit B. 1. Ps. 78, 65. — 5. Arnos 8, 9. 10. — 7. lerem. 15, 9. — 12. Ps. 68, 5. 6. — 15. Ps. 47, 6. — 16. Ps. 19, 7. 8. — 19. Ps. 18, 10—18.— 26. Isa. 63, 1. Der Text. 37 ex Bosor, sie praeclartis in stola et molentus'^ Et ex persona Christi respondetur: Ego disputo iudiciwm et adiiuntio verüatertu Item in psalmo XXIII. ascendente Christo in caelos ianitoribus angelis dictum est: TölUte portas principts vestri^ et elevammi portae aetemales, et introibit rex gloriae. At illi qui nesciebant 5 Christum verbo in yirginem insinuatum, mirantes quod tali habitu et trophaeam victric-em reportans caelum conscenderet, interrogant dicentes: Quis est iste rex gloriae^ Quibus respon- sum datur: Dominus virtutuip, ipse est rex gloriae. Item in psalmo CIX.: Dixit dominus do'mino meo: Sede od dexteraml^ rneam, dorne ponam inimicos tVLOs scabellum. pedum tuorum. Vir- gam virtutis tuae emittit dormnus ex Sion, et dominare in meddo inimtcorum tuorum, Tecum pmncipio in die virtutis tuae, in splendore sanctarum; ex utero ante lucifervm genui te, luravit dominus et non paenitebit eum: Tu es sacerdos in aetermim secun- 15 dum ordinem Melchisedech^ dominus a dsxteris tiiis, Audi nunc et de claritate regni secundi adventus eius apud Danihelum: Videbam nocte in visu, et ecce in Tmhibus caeli quasi fiUus ho- minis, veniens veiiit usque ad veter em dderum, et data est ei potestas regia; omnes reges terrae per genus et omnis claritas^^ servient ei^ et fides eius aetemaj quae non movetur, et regnum eiV'S non corr^mpefur. Item in psalmo XCIL: Dominus regnavit, decorem induit, induit dominus fortitudinem et praecinxit se virtutem. Etenim confirmavit orbem terrae , qui non movebitur, Parata eM sedes tua, ex illo saeculo tu es. Et in psalmo XLIX:25 Deus deorum dominus hcutus est et vocavit terram.a solis ortu usqtie ad occasum^ ex Siön species decoris eius, Deus maiufeste veniet, deus noster, et non silebü. Ignis in conspectu eius ardehity et in circuitü eius tempestas valida. Vocabit caelum sursum et terram^ discei-nere populum suum,. GoUigite Uli sanctos eius,^0 3. psalmo XXUl. B . . . XXIV. V. -- 3. eoelis ßi. — 4. principis B^ . . . prmeipes VB^. — 4. vestri B . . . vestras V. — 5. sciebant B. — 6. vei'- bum V. — 7. trophea B. — 7. ctscenderet V. — 8. dicentes om. V. — lo. pgalmo om, V. — 10 sq. a dextris meis V. — 118<1' A tuorum usque ad dexteris tuis (v. 16) om. V. — ^ 1^, principium B*. — 16 sq. Audi nun^ et om. V. — 17. regni sui B. — 2ü. omnes reg. ter. per gen, om. V. — "li^serviet V. — 21. movfhitur Y. — 22 sq. Ab Item in usque ad et iustitiam (p. 38 V. 5) om. V. — 29. vocavit B. — 30. discerneret B. 4.~P8r24, 7. — 8. Ps. 24, 8. 10. — 10. Ps. 110. — 18. Dan. 7, 13. 14. — 22. Pa. 93, Isq. — 26. Ps. 50, 1—6. 38 Die Altercatio Simonis et Theophili. eos qui disjponunt testamentwm eins in sacnficüs. Et adnunfiabimt eaeli ivMitimii eius^ quomam deus iudex est. Item in psalmo XLIY. dicit: Accingere gladiurii tuura circa femor, potentissime specie tua et pulchritudine tua; intende, prospere procede et regna 5 yropter veritatem. et mansuetudinein et iustitiam. Item in psalmo XC V. dicit : Dicite in nationibus: Dominus regnavit a Ugno, Item apud Esaiam: Puer natus est nobis^ ciuius imperiwin factum, est super humer OS eiuSj et vocabitur nomen illius magni consilii angelus. Et si volueris plenitudinem evangeliorum cognoscere, lOinvenies apud lohannem nostrum euntem ad passionem Chri- stum crucem in liiimeris sibi portasse, pro quo dicit Esaias: Cuius iinperiwm factum, est super humeros eins. Item in psalmo LXXI.: Deus, iudicium tuum regi da et iustitiam tuam filio regis, iudicare populum, tuum in iustitia et pauperes tuos in iudiaio. 15 Suscipiant montes pacem populo tue et colles iustitiam,; iudicabit egenos populi et salvos faciet filios pauperum et humiliabit ca- lumniatorem; et perm,anebit cum sole et ante lunam in genera- tiones generationum. 0/ietur in diebus eius iustitia et habundantia facis, donec extollatur luna. Et dominabitur a mari usque ad 20 mare et a ßuminibus usque ad terminjos orbis terrarum. Coram illo decident Aethiopes^ et inimici eius ten^am linguentj et adora- bunt eum sem-per, tota die benedicent eum. Et erit firmamen- tum. in terra in summis montibus, super extolletur super Libanum fructus eius^ et florebunt de dvitate sicut foenum 25 terrae. Sit nomen- eius benedictum in saecula saeculorum, ante solem permanet nomen eius, et ante luTiam sedes eius, et be- nedicentur in eo omnes tribus terrae , omnes gentes Tnagnifica- bunt ev/m. 26. Sim,: Omnia quidem in Christo praefigurata manifesta SOprobatione per scripturas meas mihi ostendisti, et volueram quidem credere, si non me psalmi istius deliberatio revocaret. 3. femur B^. — 5 sq. Item in psalmo dicit om. V. — 7. sst prim. om. V. — 7, factum est om. V. — 7. factus B. — 8. humerum V. — 8. illius B . . . eius V. — 9. volueris omnem Y. — 11. sibi in humeris V. — 11. crucem eum i'^ umeros B. — 11. haec dicit V. — 12 sq. A Cuius imperium usque ad magnificabunt eum (v. 28) om. V. — 15 sq. iudicamt egenus'Q. — 16. hu- miliavit B. — 30. prae scripturis m^is V. 3. Ps. 45, 4. 5. — 6. Ps. D6, 10. — 7. Isa. 9, 6. — 13. Ps. 72. Der Text. 39 Nam hie psalmus in Salomone dictus est; adeo titulus eins te revincet, cum dicat: Fsahniis in Salomone. Th.: Invisor ille, qui protoplastum fef&llit et populuin ve- strum modo decipit, per cuius invidiam mors in orbem terrarum Yenit, hie videlicet et sensum cordis tui occupavit, ut rem mani- 5 festam et in Ince positam rursiis non intellegas. Salomon enim intra certa in ludaea qnadraginta annis regnavit a Dan usque ad Bersabee et postea deiiquit. sicut in Basilion libro tertio dicit: Et fecit Salomon maUgnwm, et non ambulavit in via patris sui David y et aedificavit excelsum CJiamos^ idolo Moab, et regi^^ eorum^ idolo ßliorum Ammon, et Astaron, idolo ahominalionis Sidoniorum; et excitavit dominus satunam ipsi Salomom Ader Idumaeum ad eradicandum euni; Christi autem regnnm ultra incognitas solitudines est porrectum; de quo deus per prophetam: JEt permanebit cum sole et ante lunam in generationes genera' 15 tionuniy et dominahitur a mari usque ad 7/iare et a ßumine^ usque ad terminos orhis terrae. Quid, de Salomone hoc dicit, cuius regnum et annos superius tibi ostöndi? Christus autem semper et ubique regnat. 27. Sim.: Recedit, quia video, de mentibus meis inimicus20 patrum meorum diabolus, qui oculos cordis mei caecabat. Coepi enim velle lumen veritatis agnoscere. Th.: Crede ergo tu, ut possis de singulis inluminatus de Isq. est: Deus iudiciumtuum, quem dudum mihi proposuisti; adeo ut ti- tulus eins te revincat V. — 4. modo om. V. — 4. decepit VB'. — 4. ter- rae V. — 5. et om. V. — 5. sensus Y. — 5. praeoccupavit V. — 6. lu- cem V. — 6. rursus. B . . . errollus V. — 7. intra certa ludaea B . . . in ludaea V . . . intra certa in ludaea edidi. — 1. a Dan V . . . ah adam B. — 8. ad om. V. — 8. Basilion V . . . regnorum B. — 9. dicitur Y. — 9. ma- lum Y. — IQ. David patris sui , sed Y. — 10 sq. Yerba ab aedificavit us- que ad Sidoniorum in B misere defomiata sunt falsis admixtis; Y babet idola. — 12. domimts B . . . deus Y. — 13. ad eradicandum cum om. Y. — 13 sq. Christi autem regnum in omni porrectum est orhe terrarum; ideo de eo propheta commemorat dicens: Permanebit Y. •— 15. generat. generat. B . i . saecula Y. — 17. Non de Salomone dicit Y. — 18 sq. A Christus us- que ad regnat om. Y. — 20. Rec'de quia B . . . recedit, ut Y. — 20. de sensu meo Y. — 21. oculos cordis mei B . . . mentem meam Y. — 22. enim Y . . . animum B. — 22. velle ora. Y. — 23. tu ut possis de sing. om. Y. 9. I Reg. 11, 6. 14. ~ 15. Ps. 72, 5. 8. 40 jDie Altercatio Simonis et Theophili. vinculis exire tenebrarum, sicut Esaias de Christo dicit: Spiritus domim super me^ propterea unxit me, et misit me henc nwUiare pauperibus^ sanare contritos cor de, educere e mnculis adligatos et e domo carceria sedentes in tenebris et umhra mortis, dare 5 Ivmen caecis^ Quid enim intellegitur domus carceris et homines in vinculis oppressi nisi saeculi isfcius homines ignorantiae cae- citate deteuti et diaboli peccatis vinculati? sicut in Genesi dicit: Aderant t&nebrae super abyssoSj et dixit deus: Fiat lux; hoinines tenebris ignorantiae caecati, sed adveniente lumine recedent lotenebrae. VU, 28. 8im.: Occulta et inaudita mihi manifestasti , sed adhuc animae meae inest scrupuluin difödentiae, eo quod omnia religiöse colitis, sabbatum vero, quod deus custodiendum ser- yandumque mandavit, neglegitis. Cibos praeterea et vin\im 15gentiliter sumitis, cum deus specialiter praeceperit, quaeque debeant ex animalibus et piscibus esse edenda quaeque ex- secranda nee morticina illorum tangenda. Nisi mihi et hoc per scripturas probatum fuerit, periclitor credere. Th,: lam et superius dixi tibi quod et diabolus invideat 20 tibi, quod scilicet filius sis patrum tuorum, qui tot beneficiis fulti et ab Aegypto liberati — ad vicem murorum mare circum- stetit undas — , heremo largis dapibus adparati caelestique cibo manna saturafci, in oblivione transgressi profanos deos, quos 1. tenebrarum om. B. — 1. sicut B ... sie enim V. — 2. et onu V. — 3. de vinculis V. — 4. Post carceris pergit V : aperire ocidos caecorum. Quid, aliud intelligi potest, nisi saeculi istius homines ignorantiae caecitcUe detentos et diaboli vinculis alligatos, cetera oinittens; in B clausula (v. Ssq.) enuntiationi^ corrupta, est: hominum teneb. ignor. caecatos. — 11. Oeculta B . . . multa quidem V. — 11. manif. mihi V. — 13. religiöse B . . . relegisse V. — 13. quod B . . . quem V. — 15. quae V. — l*'. ex piscibus V. — 16. edenda B . . . sutnenda V. — 16 sq. et quae excerendn rel exse- cranda V. — 17. ntcrtua V. — 17 sq. nisi hoc p. s. proboveris V. — 19. lam sup. dixi, qüod diab. V. — 21. fulti V . . . fulcitus B, — 2\. et ahlü . , . ex "V. — 21. liberati V . . . liheratus B. — 21 sq. ad vicem mur. mare circums. undas B . . . ad vicem metallini aeris ruhri maris littora cireiimst^terunt V (locus in utroque codice vix sanus esf*. — 22. herem. larg. dap. ad- parafus B . . . unde largis etiam dapibus apparati V. — 22. codesti (sine cibo) y. — 23. saturatus B. — 23. in om. V. — 23. transgressus B. 1. Isa. 61, 1. — 8. Gen. 1, 2. 3. Der Text. 41 colerent, ausi sunt postulare. Merito deus per Hieremiam in- crepat et obiurgat genus vestrum dicens: Si mntabit Aethiopus colorem et "pardus varietatem^ sie et vos mutamim a Sx)ctrina. Mala sabbata, scilicet imaginaria requies septimi diei tradita fuit, primuin quod lesus filius Nave, ut Hierico debellaret, per 5 Septem dies vicibus muros circuibat, arma bellica tractantes et arcam tes tarnen ti gestantes; septima antem die septies circxii- erunt. Manifesta veritas est quod aut sabbato coeperunt aut in sabbato cadentibus muris Hierico debellaverunt. Et illud quod in Machabaeis maximam victoriam de inimicid suis sabbato 10 reportabant et ultionem adversariorum gladiis suis sabbato vin- dicabant. Accedit et illud quod humanuni sabbatum repellat deus dicente Esaia: lemnium et dies festos vestros et sabbata i'estra odtt anitna mea. Facti estis mihi in habundantiam., iam non dimittam peccata tiestra, Dlud autem sabbatum deus desi» 15 derat, requiescere te debere ab operibus maUgnis, ut in septimo millesimo anno, quod sabbatum sabbatorum intellegitur, mundus ab operibus malis inveniaris. Haec erunt sabbata tenera sancta deo, in quibus deus delectatur. Cibos autem, quos abigis, man- ducare debes; non cames suillas, sed facta porcina prohiberis 20 admittere. Sirailiter aquam luto mixtam volutas, sororem tuam tibi in coniugio copulas, sanguinem cum sanguine iungis, rapinis terram perscrutaris, festa tuä publicas, in plateis oras. Ecce quomodo peccas et non intellegis de te scriptum esse in 1. colere B. — Isq, Merito de vobis Hierem. dixit V. — 2. mutavü B. — 2. Aethiops V. — 3. mtUamini a doctrina B . . . edocta V. — 5. fiUua om. V. — % Septem diebus vicissim V. — 6. tractantes et om. V. — 8. quod om. V. — 9. dthtllaverüB. — 9. Ab Et iUud usque ad vindieabant {W) om. V. — 12. et illud om. V. — 12 sq. deusrepellit V. — 13. diem festum vestrum V. — 14. vestra om. V. — 1-J. Facti estis mihi in habun. B . . . fecistis mihi taedium V. — 14. iam om. V. — 16. debere om. V. — 16. malis ut Y . . . malignis et B. — 16. in septimo om. V. — 17. intellegitur B , . . est V- — 18. inven. ab op. malis V. — 18 sq. «*tY sabbata tenera sancta deo, in qua B . . . erunt sancta tenenda, in qua V (locus in utroque codice vix sanus est). — 19. delectetur Y. — 19. Cibus autem quod amhigis Y. — 20. dehes edidi . . . debere BY. — 20. porcorum Y. — 21. aqua mixto luto volüptas Y. — 21. cum sororem B^. — 22. eoniugio B . . . concubitu Y. — 22. cum sanguine iungis B . . . sanguini incitas Y. — 24. esse om. Y. 2. lerem. 18, 23. — 5sq. los. 6. — lOsq. II Maccab. 15.— 13. Isa. 1, 13. 14. 42 ^16 Altercatio Simonis et Theopliili. psalmo XVI. : Saturati sunt porcina et reliquerunt reliquids parvuUs suis; lioc est peccatum vestrum posteritati vestrae propaginis. De piscibus autem squamis cutem vestitis vesci- mini; cetera autem, quae vitare fingitis, retibus extracta et in 5 multitudine piscium permixta, penitus exsucata per liquamen dulciter manducatis. Vinum autem Chnstianorum ostende mihi per scripturam ubi prohibitum acceperis, et recte me rincere poteris. Ego autem ostendam tibi, ubi Judaicum vinum prohi- betur, et azymas tuas manducare yetamar. Audi Esaiam pro- lOphetara dicentem: Manus vestrae sanguineplenae sunt,, lavamini, mundi estote. Item in psalmo XIII. dicit: Veloces pedes eorum ad effundendum sanguiiiem. Contritio et mfclicitas in vu's eorurn^ et viam, pacis non cognoverunt. Ecce quales pedes, et quibus manibus vinum et azymas conficiunt! Et in Deuteronomio dicit: loZ^e vinea em'm Sodomm^um vtnimi eorum, et propago eorum, ex Gomorra. Uva eorum uva fellis, et hotrus amaritudinis in ipsis. Furor draconum, vinum. eorum, et furor aspidum insanahilis. Nonne haec congregata sunt apiid me et signata sunt in thesauris meis^ Si bis tot et tantis testimoniis revictus, Simon, credere 20 nequiveris, saluti tuae contradicis. Lege scilicet Danihelum, et invenies Nabucbodonosor dicentem: Nonne tres viros in forna- cem misimus''^ Ecce video quattuor viros et fades quarti simili- 1. XVI, om. V. — \. porci?iaB . . . filiis V. — 1. reliqnias B . . . quae superfuerunt V. — 2. et posteritatis vestrae (sine propaginis) V. — 8. squama cute vescimini B . . . squamis cutem vestitis comeditis V. — 4. con- fic/itis vitare V. — 5. multitudinem B. — 5. exsiccata in liquamine V. — 7. scripturasY. — 7 sq. ubi sit prohihitum bibere et azymas {ceterB, desunt) V. — 9. azymas V . . . escas B. — 9. Audi Esaiam B . . . audies Y. — 9. In V Isa 59, 7 loco Isa. 1, 15 9-ntecedit. — 10 sq. lavamini, mundi estote om. Y. — 11. Item iti ps. XIII. dicit B ... Et rursus Y. — 12. A Contritio uaque ad conficiunt (v. 14) om. V. — 14. dicit om. V. — 15. enim om. V. — 15. vinum B . . . vinea Y. — 16. et om. B. — 16 sq. In ipsis furor B . . . ira Y. — 17. et furor B . . . ira V. — 18 sq. A Nonne usque ad meis (v. 19) om. V. — 19. Si om. B. — 19. revictus om. V. — 19. vel si credere B. — 20. neqidveris B . . . nolueris V. — 20. scilicet B . . . Simon Y. — 21. Nabuch. dicentem: Nonne B . . . Nabucod. barbarum, filium dei ipse cognovit, quem tu tardas agnoscere: Nonne Y. — 22 sq. similitudo Bl . . . similis V. I 1. Ps. 17, 14. — 10. Isa. 1, 15. — 11. Isa. 59, 7. — 15. Deut. 32, 32—34. -- 21. Dan. 3, 24. 25. Der Text. 43 tudo fiUi dei. Quid dicis, ludaee? N^abiichodonosor barbarus filinm dej^pognovit, quem tu tardas invenire. Et vide ne in te inpleatur Ambacuc prophetae invectio. Videte, conterntores, et inspicite et ad.miraimm^ quoniam ego opus operor in diebus vesiris, quod non creditis, si qids enarraverit vohis. 5 VIII, 29. Sim.: Lator saiutis, Theophile, aegrotorum bone raedice, nee ultra quid possum dicere; iube me catezizari et signo fidei lesu Christi conseorari. Arbitror enim, per manus inpositionem accepturum me delictorum ablutionem. Th.: Immo benedictionem: sie Isaac lacob benedixit, et per 10 manus benedictionem accepit, ut maior fieret ex minore; sie et Efrem et Manasse per inpositionem manuum dilatati sunt. 30. Tunc Theophilus Simonem ludaeum tinxit, et adeptus est iidem. Simon gratias agere coepit dicens: Gratias tibi ago, Jesus, quem nunquam vidi ad faciem, nune autem credo in te. 15 Gratias tibi, lesus, quem nunquam' audivi, nunc autem audio. Invoco te, lesus, cuiuR sensum antea non habui, nunc autem cupio in te sensum meum esse, per quem cognovi Theophilum discipulum tuum. Domine lesus, si fide dignus sum, et ad tuam agnitionem confirma me. Tu enim errantibus viam demonstras20 et perditos revocas et mortuos suscitas et infideles fide tua confirmas et caecis oculos cordis inluminas. Tu es ipse taber- naculum sanctum, qui fuisti cum patribus nostris in desetto; 1. filio B. — 1 sq. A Nabuch. usque ad invenire om. V. — 2. Et om. V. — 3.' Amh. proph, inventio B . . . invectio Äbac, prophetae dicentis V. ^~ 3. contemptorem B. — 4. admiramini B . . . desperate V. — 5. nar- raverit V. — 6. aegrorwn V. — 7. nee idtra quid possum dicere B . . . neque ultra differre possum V. — 7 sq. catazizare et Signum B. — 8. lesu om. V. — 8. quod per B'V. — 8. manuum tuarum V. — 9 sq. impositionem me peccatoriim meorum abolitionem , immo sicut lacob benedixit et per im- pos. manus accepit, ut maior fieret ex minore, sie Epphraim et Manasse per impos. dilatati sunt manuum (quae interposita sunt, omittens) V. — 13. ludaeum om. V. — 13. tinxit V . . . unxif B. — 14. est om. B. — 14. agere deo V. — 14. ago tibi V. — 15. non vidi facie ad f. V. — 15. in te spiritu et tofa mente Y. — 16. ago tibi V. — 16. non audivi V. — 16. audlto V. — 17. Invoco lesuY. — 17. ante V. ~ 19 sq. Domine lesu öhriste, si quidem dignus sum tua convocatione, confinna me. Etenim errantibus V. — 20. veniens confirma B^. — 21. et secundum et tertium om. V. — 21 sq. in fide tua configuras V. — 22 sq. tabern. sanct. om. V. 3. Abac. 1, 5. — 10. Gen. 27. — 12. Gen. 48, 19. 44 I^ic Altercatio Simonis et Theophili. tu caudelabrum luminis, tu altarium et panis propositionis , tu ara, tu yictima voluntaria; tu es, domine, vita et 4parganta, cristallum, magnum aratrum. Oro, domine, ignorantiae et in- credulitatis meae ne memineris; tu es enim, ubi cuncta bene- 5ficia praestantur. Tu es qui milii omnia donare dignatus es. Tibi sit honor et potestas et in cuncta et in mortalia in saecula saeculorum. Amen. 1. tu es candelabrorum lumen, tu es V. — 1. projyosüionutn V. — 1 sq. tu es ara etY. — 2 sq. ut es ipse vita mea, margarita, cristallum, iugum argenteum V. — 8 sq. ignorantiam meam infelicitatis meae V. — 4 sq. tu enim absconsa beneficia praestans es, qui mihi diguatus es omnia ostendere V . . . absconsa beneficia praestans es, qui mihi omnia donare dignatus es C. — ösq. Tibi sit honor j potestas, laus, gloria hie et in cuncta saecula saecu- lorum, Amen. V. Anmerkungen '^^). P. 15, 5. Unter lex ist das gesammte A. T. zu verstehen. Im 4, Jahr- hundert ist das Wort sogar Bezeichnung fUr beide Test^nente geworden ; s. z. B. Optat. I, 11: „Catholicam facit simplex et veros intellectus in lege". II, 5: „In qua lege scriptum est: Fax hominibus in terra bonae voluntatis?" S. Rönsch, Ztschr. f. bist. Theol. 1872 S. 221. P.- 15, 5. Es ist beachtenswerth, dass der Jude Simon als ein Unbe- kannter, der Christ Theophilus dagegen als ein den Lesern Bekannter eingeführt ist. Man wird dies wohl zur schriftstellerischen Fiction rech- nen dürfen; aber eben diese Fiction gab später Anlass, in dem christ- lichen Disputanten einen berühmten Theophilus, also z. B. den alexandri- nischen Biachof, zu erkennen. P. 15, 6. Minucius Felix 9, 4; 29, 6: „Cruces etiam neo colimus nee optamus'*. Tertull. Apolog. 16: „Qui crucis nos religiosos putat". Das Wort „crucicoW {axavQoyazffiiq) kommt bei den älteren lateinischen Kir- chenvätern nicht vor. „Signifer" ist hier wohl in der Grundbedeutung zu nehmen und nicht als „Anführer** zu verstehen. P. 16, 4. „Nazaraei" wird in der älteren Literatur als Bezeichnung der Christen nur Act. 24, 5 und Tertull. adv. Marc. IV, 8 („Unde et ipso nomine nos ludaei Nazaraeos appellant per eum") gefunden. Im 4. Jahrh. s. Epiphanius und Hieronymus. 31) ParaÜelstellen aus Justin, Tertullian, Cyprian und Lactantius sind hier nur spärlicli mitgetheilt, weil sie in den folgenden ParagrAphen auf- gewiesen werden sollen. Eine eingehende Erklärung der Altercatio ist nicht beabsichtigt, vielmehr werden nur einzelne der Erläuterung beson- ders bedürftige Stellen zur Sprache kommen. Anmerkungen. 45 P. 16, 16. TertuiJ. ad v. Marc. IV, 20: „Haec erit fides, quae contu- lerat etiam intellectum. Nisi credideritis, inquit, non intellegetis". P. 16, 20, Die in der Altercatio solenne Bezeichnung für Chnstns „deus et dei filius" ist auch die dem Justin geläufige und entspricht dem Johanneischen ^eoc jnovoyevrjq. P. 16, 21 sq. Die Beziehung von Isa. 44, 6 auf den duplex adventus Ghristi , und von Deut. 32, 39 auf den Antichrist ist sehr originell und alterthümlich. P. 17, 20. Vgl. das „reeeptior" Tertulüan's de pudicit. 20. P. 17, 21. Auf diese Baruchstelle haben sich nach Hippel, c. Noet. 2 die römischen Monarchianer berufen ; s. auch Tert. adv. Prax. 16. K n e u c k e r (das Buch Baruch 1879) hält sie für eine christliche Interpolation. P. 18, 4. 5. Der Text ist hier augenscheinlich verderbt. P. 18, 23. Das „eius" ist auffallend; vielleicht bezieht es sich auf verita« zurück. Zu der Phrase in principio =» in Christo s. Routh, Reliq. S. I p. 98 sq. Texte u. Unters. I, 1 S. 117 f. P. 19, 2. Zur Sache s. Barnab. 5, 5 u. Just., Dial. 62. P. 19, 5sq« Hier stimmt der Text wörtlich mit Hebr. 1, 5. P, 19, 7. Die LXX bieten tiqquotoxov (für „principem*'). Dieses Wort hat der Verf. um des „principium" willen gewählt. P. 19, 8. Hebr. 1, 6. P. 19, 25sq. Die Parallelisirung der Entstehung des Christus mit der Schöpfung des Menschen ist beachtenswerth; s. II Clem. 14, 2: inoiijasv 6 &f6Q tov av&Qwnov txQoev xai ^^Xv rö agatv iatip ö XgiatdQ. P. 19, 27, Tertullian citirt adv. Marc. IV, 14: „Sic et retro in Ba- siliis Anna mater Samuelis"; adv. Marc. IV, 21; „Habes tertiam Basi- liarum; si et quartam resölvas etc." P. 20, 5. Die Worte „fides (fidem) consequetur domum (domus) eins" fehlen im Grundtext und bei den LXX; den Lateinern sind sie bekannt. P. 20, 19. LXX: Xoyov ovvtfkwv xal avvtsfivwv iv Stxaioavv^ xxX, P. 20, 25. Aehnliches sehr oft bei den Apologeten; zu „legem novam" 6. meine Note zu Barnab. 2, 6. P. 21, 2. Der Verfasser hat irrthümlich Jerera. 6, 10 als jesajanisch citirt. P. 21,3, Der Text („Nam si et♦ halten. Zur Verwechselung gab der Umstand Anlass, dass das Buch ebenso wie die Proverbien und die Weisheit Salomonis den Titel 7) navdQStoq aotpla führte; s. Lightfoot zu I Clem. ad Cor. 57 u. vgl. Kihn, Theodor v. Mopsv. S. 77 n. 1. Die Worte von „primogeni- tus" bis „indeficiens" stehen bekanntlich nicht im griechischen Texte, sondern sind ein alter lateinischer Zusatz; s. Fritzsche, Libri apocr. V. T. p. 445. P. 21, 12. Der christliche Disputant wird hier wie an anderen Stellen nicht als ein geborener Jude vorgestellt. P. 21, 14. Die Stelle aus den Proverbien ist sehr willkürlich be- handelt. So hat der Verf. ,.in principio" hinzugesetzt. P. 21, 23. TeituU. de orat. 20, de bapt. 17: „sanctissinms apostolus". — Man erinnert sich hier an 11 Cor. 3, 13 sq. 16. P. 22, 3 sq. Das Citat aus Daniel (LXX, nicht Theodotion) ist durch Zusätze entstellt und weicht sehr stark von den griechischen Texten ab. P. 22, 9., „siluerunt" , s. Justin und die Apologeten. Das folgende Citat aus Jesajas ist wiederum ein sehr freies, ebenso die daran sich schliessenden. P. 23, 6. Der Verfasser hat Salmanassar und Sanherib verwechselt. P. 24, 6 sq. S. Tertull. adv. Marc. III, 13. Der emphatisch dazwi- schengestellte Satz: „Hoc credimus et sie fideni nostram custodimus" ist auffallend. Es scheint, als habe der Verfasser gegen den Doketismus Zeugniss ablegen wollen. P. 24, 8. Circumcisus; s. Luc. 2, 21. P. 24. 9. Dulcedo doctrinae; diese Auslegung kommt sonst meines Wissens in älterer Zeit nicht vor. P. 24, 11. S. Matth. 2, 11. Tertull. adv. Marc. III, 13. adv. lud. 9. Just., Dial. 77. 78 fin. lieber die Bekehrung des eigentlichen Samariens spricht sich Justin (Apol. I, 53) sehr ungünstig aus; aber unserem Ver- fasser ist Samarien Repräsentantin der Heidenwelt. P. 24, 14 sq. Justin (nach ihm Tertullian) deutet den rex Assyriae auf Herodes ^Dial. 77. 103). P. 24, 23 sq. Maria vrird vom Verfasser für eine Davididin gehalten; s. Just., Dial. 43 n. 2, Die „virga" wird von Justin, Tertullian u. A. auf Christus bezogen; aber Tertull. adv. lud. 9 heisst es: „Et nascetur, inquit, virga de radice lesse, quod est Maria". P, 24, 30. Im 2. und 3. Jahrhundert hat man diese Frage noch nicht bejaht, im Gegentheil ausdrücklich verneint (im Gegensatz zum Doketismus); s. Tert. de carne 23; Orig, Homil. 14 in Luc. Anders hat erst Hieronymus geurthellt ^adv. Helvid.). P. 25, 13 sq. Diese Worte finden sich in keinem der uns bekannten Bücher Baruchs; sie sind ohne Zweifel christlichen Ursprungs, und zwar stammen sie frühestens aus dem 4. Jahrhundert. Ueber „iaculatus" (er- zeugt) s. Rons eh. Itala u. Vulgata S. 300. P. 25, 15. Die Erwähnung der „tuiiica" hier ist auffallend; walu'- scheiulich ist eine Textescorrlption zu statuiren. Unter der „tunica de- Anmerkungen. 47 super contextfi" ist vielleicht der wunderbar erzeugte Leib zu verstehen. Das Bild kommt auch sonst vor. P. 25, 19. „Illius" steht für „rov"; s. Rönsch, a. a. 0. S. 419f. Auch bei Cypr. , Testim, II, 12 steht: „illius Effrata". Ueber die Form „pro- diet" s. Rönsch, a. a. 0. S. 292 f. An derselben Stelle haben Augustin (de civit XVin, 30. 32) und Cod. Weingart, dieselbe Form. P. 25, 26. „Superius"; s. III, 14 (p. 24, 8). P. 26, 12. S. Barnab. 9, 6; Just., DiaJ. 28; TertuU. adv. lud. 3. P. 26, 13 sq. S. Tert. adv. lud. 3. P. '26, 27 sq. Auch Tertullian (de pudic. 9) nimmt an, dass alle ZöUner in Palästina Heiden gewesen seien (speciell auch Zucchäus, s. adv. Marc. IV, 37). Dagegen Hieron. ep. ad Damas. (s. d. Note Martene's): „Quasi vero et Matthaeus non ex circumcisione fuerit publicanus, et ille qui cum Pharisaeo in templo orans oculos ad coelum non audebat erigere, non ex Israel fuerit publicanus . . , aut cuiquam credibiie possit videri ethni- cum templum ingressum, aut dominum cum ethnico habuisse convivium". Mt. 9, 9. Luc. 19, 2. P. 27, 2 sq. S. Barnab. 13 n. 5. P. 27, 5. „lam non"; der Verfasser gesteht also wie Justin zu, dass die Beschneidung am Fleische einst geboten war. P. 27, 12. Aehnlich Barnab. 13, 5; anders hat Tertullian (de bapt. 8) die Stelle erklärt. P. 27, 14. Ein vom 3. Jahrhundert ab häufig gebrauchtes Bild. P. 28, 2. Diese Allegorie ist bei den älteren Vätern nicht gebräuch- lich. Sie beziehen die gladii petrini auf Christus. Die Hervorhebung des Petrus ist benferkenswertli. P. 29, 11 sq. Vgl. Luc, 24, 25 f. Auch Justin sieht hierin den letzten Grund des Todesleidens. P. 29, 14. S. c. III, 11 (p 21, 2). P, 29, 19 sq. S. Act. 2, 29 und Aehnliches bei Justin. P. 30, 16. In dem Citat Num. 23 ist wohl absichtlich die Negation weggelassen. P. 30, 18, LXX: höiXipiöoQ fjtov levxoq xal nvggbq ixXskoxiffßSvog und fxvQtdöcjp. Hieraus hat der üebersetzer die messianische Weissagung gemacht: „laneea conpunctus a militibus". P. 31 , 20. Die Formen foliä, foliarum habe ich nicht zu corrigiren gewagt. P. 33, 7 sq. Der „praedictus adventus" kann nur die zweite Ankunft sein; aber von dieser war bisher eigentlich noch gar nicht die Rede. P. 33, 11. ,,Annum''; hiezu bemerkt Martene: Eamdem opinionem secuti sunt inter Latinos TertulHanus (lib. c. ludaeos) et Lactantius (libro IV. Institut.). Nullas vero, quem sciam, post saeculum quartum, si tamen unum excipias Orosium. Hinc scriptoris antiquitatem colligas. P. 34, 15 sq. S. Just., Apol. I, 36. F, 35, 9. Der Verfasser hat hier irrthümlicher Weise das Deutero- nium citirt; die Stelle steht im Exodus. ?. 36, 3 sq. S. Mt. 27, 45. 48 Bie Altercatio Simonis et Theophili. P. 36, 7 sq. Der Vers ist durcli willkürliche Textändemug zu einer mesedanischen Weissagung umgestaltet worden. P. 87, 5. Das „sciebant" des Cod. B ist kaum erträglich; ich habe daher die LA „nesciebant" vorgezogen. P. 37, 7. Märten e conjicirte „romphaeam". P. 37, 13 sq. Hier ist der Text in B augenscheinlich verder1>t; in V fehlt die Stelle. P. 37, 17. Der Verfasser folgte bei Anordnung der letzten Citate ziem- lich streng dem Sjrmbolum. Der Ausdruck „de claritate etc." zeigt, dass er ein Symbolum vor Augen hatte, welches die Worte näXiv naQayfvr}- aöfitvov iv dö^g xQitijv xtX. enthielt. Der Zusatz iv 66^13 ist ein orienta- lischer: er kommt im römischen Symbol nicht vor, wohl aber auch in älteren abendländischen regulae fidei. S. Vetustiss. eccles. Rom. symbol. illustr. (PP. App. Opp. I, 2 p. 118 not. p. 140). P. 3S, 6. Ueber den alten Zusatz „a ligno" vgL Müller, Bamabas- brief 8. 2!3f.; Otto zu Just, Dial. 73 (Apol. I, 41). P. 38, 10. S. Joh. 19, 17. P. 40, 8 sq. „Homines, €q." ; der Text ist hier wahrscheinlich verderbt. P. 40, 14 sq. Im mosaischen Gesetz ist bekanntlich der Weingenuss nicht verboten; der Satz „cibos et vinum gentiliter sumitis" ist daher auf- fallend. Vielleicht ist nur im Allgemeinen auf den unbefangenen Tisch- verkehr der Christen mit Heiden angespielt. Allein wahrscheinlicher han- delt es sich um eine asketische Zumuthimg. P. 40, 21 sq. Auch in B ist hier schwerlich der Text zuverlässig über- liefert. Die Worte „ad vicem murorum mare circumstetit undas" sind vielleicht eine corrumpirte Glosse. P. 41, 4. Schon Zacagni hat in seiner Ausgabe der Acta Archelai c. 81 zu den Worten: „Hoc in loco pervideo, magnificum dei famulum Moysen imaginariam legem his, qui recte velint videre, tradidisse, et legem veram etc " unsere Stelle verglichen. P. 41, 6 sq. Vor „arma bellica" oder nach „gestautes" ist vielleicht etwas ausgefallen. P. 41, 13. Die Jesajasstelle ist sehr willkürlich zurechtgemacht P. 41, 16 sq. Zum septimus millesimus annus, der natürlich das 7. Jahr- tausend bezeichnen soll, s. meine Noten zu Bamab. c. 15. Der Ausdruck sabbatum sabbatorum kommt sonst meines Wissens nicht vor. P. 41, 18. Der Ausdruck „sabbata tenei-a sancta deo" ist vielleicht nicht zu halten ; ich habe aber nicht gewagt, ihn zu corrigiren. Hat man an Isa. 58, 13: t« z()v sind an sich kein Zeichen des Judaisirens. Wenn 74 l'it? Altcrcatio Simonis et Theophili. gewesen ist und eine wirkliche Yerjudung auch der Christen in Folge einer Zwangslage zu befürchten war. Die christhchen Schriften aber, die aus der Noth solcher Zustände heraus ge- schrieben worden sind, unterscheiden sich so deuthch von jenen anderen, dass. ein Schwanken über die Situation im einzelnen Fall gar nicht möglich ist. Gehen wir nach diesen Vorbemerkungen zu dem Aus- schnitte aus der altchristlichen Literatur über, welcher sich durch Form und Adresse als Polemik gegen das Judenthum kenn- zeichnet. Nach dem eben Ausgeführten wird offenbar geworden sein, dass er — einzelne verhältnissmässig späte Stücke abge- rechnet — nicht den Anspruch erheben kann, für eine besondere Gattung in der altchristlichen Schriftstell erei zu gelten, viel- mehr mit den an das grosse Publicum gerichteten Apologien, aber auch mit solchen Werken wie Melitos ,,'£'jt/.o/a/^', Cyprians „Testimonia" und Pseudogregors von Njssa „Testimonia adv. ludaeos" zusammen srefasst werden muss. Nur Eines könnte dazu verleiten, der sog. antijüdischen Literatur der alten Kirche doch eine besondere Stellung einzuräumen — das ist die auf den ersten Blick auffallende Beobachtung, dass die Form des Dialoges so fest an ihr gehaftet zu haben scheint. Nicht nur der christliche Pöbel, wie z. B. in Antiochien, sei es nun aus Aberglauben oder aus anderen naheliegenden Gründen, die jüdi!3chen Feste mitfeierte (8, Chrysostom., Honiil. YlII adv. lud., Opp. edid. Montfaucon [edit. Paris, altera] T. 1 p. 712 — S43), so war dies freilich bedenklicher, und je weiter man von Antiochien nach Osten und Südosten vorschreitet , um so deut- licher erscheinen die Gefahren, wöLhen das Christenthum der dortigen Gemeinflen von Seiten der Juden ausgesetzt war (man vgl. namentlich die Schriften der ostsyi-ischen und der in den Euphrat- und Tigrisländern lebenden Schriftsteller des 4. u. 5. Jahrhunderts). Die Gefahren aber ent- sprangen hier vornehmlich aus der Lage der Gemeinden gegenüber einer mächtigen Judenschaft und Avaren gewiss am wenigsten, oder doch nur indirect. solche, die aus theoretischen Zweifeln sich ergaben. Dagegen hat sich von alten Zeiten her in einem Landstriche Kleiuasiens wirkliches Judaisiren, welches wohl auch theoretisch begründet wurde, erhalten: s. den 29. 35. 37, und 38. Kanon der Synode von Laodicea und den 70. u. 71. der apostolischen Kanones. Dazu Lightfoot, Ej). to the Coloss. edit. I p. 66 sq. Auch die Hypsistarier und Euphemiten dürfen hierher ge- rechnet werden, sowie noch einige Gruppen, von denen Epiphanius be- richtet hat. Der Charakter und die Coraposition. 75 die ältesten hier in Betracht kommenden Schriften sind in der Knnstform des Dialoges abgefasst worden (die Disputation Jasons und Papiskus' über Christus; Justins Dialog mit Trypho), sondern es ist auch eine zfiaXe'^ig y.aia lovöaicov^'^)^ ein zJia- Xoyog XQiöTiavov y,at lovdalov, wv xa ovoi^iaxa tov /^liv XQioxia- vov Tt/nodeoVj too Ss JovSatovi^xv/M, angeblich aus der Zeit des alexandrinischen Cyrill's'^^), ferner die Altercatio Simonis lüdaei et Theophili Christiani, der pseudoaugustinische Dialog de altercatione- ecclesiae et synagogae *"^) hier zu nennen, und bis in das Mittelalter hinein lassen sich die Disputati ones eccle- siae et synagogae, resp. Christiani et ludaei verfolgen "^^j. Es gelten aber auch solche Schriften, welche die Form des Dia- loges verschmäht haben, manchmal in dieselbe über oder kommen ihr doch sehr nahe. Das muss z. B. in der verlorengegangenen ^iTioöei'/.Tt'Kri nQog lovöalovg des Hippolyt der Fall gewesen sein'*'''), und auch an Tertullians Schrift adv. ludaeos — mag man nun über ihren Anlass denken wie man will — ist hier zu erinnern. Aber eben die letztere Beobachtung zeigt, dass für Tractate, die in der Form einer Polemik gegen das Judenthum gehalten waren, der Dialog die gleichsam von selbst gebotene, am nächsten liegende Kunstform war. Wo das Detail ein sehr buntes und ermüdendes ist, die Art seiner Verwerthung aber stets die gleiche bleibt, da kann man sich Abschnitte und Ruhe- pausen nur künstlich schaffen, und eigentlich nur hiezu, sowie 42) S. Bandini, CataL Bibl. Mediceo^Laurent. I p. 165. Eine Probe hat Bandini p. 165 *> gegeben, aus der man aber wenig ersehen kann. 43) S. Mai, Nova Biblioth. VI, 2 p. 537 sq. Spicil. Rom. IX p. XI sq. 44) August. Opp. (edit. Venet.) App. VII p. 2297 sq. 45) Thesaur. edid. Märten e et Durand T. V p. 1497 sq. u. sonst; m. vgl. die Werke, welche Reuter, Gesch. der relig. Aufklärung im Mittel- alter Bd. I S. 30S n. 13 verzeichnet hat.^ 46) Wir besitzen von ihr nur ein Bruchstück, welches Fahr ici'us nach einer Abschrift Montfaucons aus dem Cod. Vatic. 1431 zuerst ver- öffentlicht hat (s. Lagarde, Hippel. Rom. p. 63sq.). Nach einer Angabc Bunsens (Hippolyt u. s. Zeit. Bd. I S. 194), findet sich in den „Acta Martyrum" App. HI p. 449 sq. ein nicht unbeträchtliches Stück der 'Ano- (hixiixi^ in einer lateinischen üebersetzung („Demonstratio adv. ludaeos"). Caspari hat (Quellen. Bd. 111 S. 395) auf diese Notiz ^deder aufmerksam gemacht, war aber selbst nicht in der Lage ihr nachzugehen. Auch ich muss die Sache hier auf sich beruhen lassen. 76 Die Altercätio Simonis et Theophili. um die Möglichkeit der „increpatio" und „castigatio" des Juden zugleich zu gewinnen, hat sich der Dialog behauptet. Dabei soll vorbehalten bleiben, dass möglichenveise einer der ältesten Dialoge, sei es nun der des Aristo oder Justin, hier vorbildlich nachgewirkt hat. Immerhin sind ja auch eine Reihe von antijüdi- schen Schriften unter Verzicht auf die Form des Dialoges ab- gefasst worden, ja wahrscheinlich die grössere Zahl derselben ■^^), während diese Form doch auch in den apologetischen Tractaten, die der jüdischen Adresse entbehren, seit Minucius Felix' Octa- vius hie und da gefunden wird. Hier aber empfahl sie sich weniger oder verlangte doch zu ihrer Durchführung eine viel grössere Kunst, als die war, über welche Schriftsteller gewöhn- lichen Schlages verfügten. Treten wir nun, um die Altercätio Theophili geschichtlich zu würdigen, der an die Juden adressirten Literatur naher, so haben wir freihch sogleich den Verlust von vier. Werken zu beklagen, die, wenn sie erhalten wären, die Untersuchung wesent- lich erleichtern würden. Es sind das 1) der Dialog des Jason und Fapiskus '^^), 2) die Schrift des Miltiades gegen die Juden, 3) die Eklogen des Melito ^'") und 4) die schon genannte ^Ano- 47) Der Kürze wegen sei auf das unvollständige Yerzeichniss in Fabri- cius-Harless, Biblioth. Gr. T. Yll p. 745sq. verwiesen. 48) lieber ihn ist es jedoch möglich, aus den erhaltenen Bezeugungen einige Urtheile zu gewinnen (s. Texte u. Unters. 1, II S. 115f,\ 49) Die Eklogeii, obgleich sie nicht zu den an das Judenthuni direct gerichteten vSchriften gehören, dürfen wir nach dem, was Eusebius über sie bemerkt hat, hierher ziehen. Melito hat (h. e. IV, 26, 12 sq.) das Werk auf Bitten seines Freundes Onesimus zusammengestellt. Es umfasste sechs Bücher — war also sehr umfangreich — und enthielt „Auszüge aus dem Gesetz und den Propheten betreö's des Heilandes und unseres ganzen Glaubens" (Ex).oyal sx xs xov ßöfxov xal rwv Tigocpr^rcöv ttfqI xov öcdt^- QO(; xal ndarjQ xijq niazefoc i,fx(jjv). Diese Schrift scheint also ganz ähn- lich angelegt gewesen zu sein wie die „Testimonia" des Cyprian ',s. Texte und Untersuchungen I, II S. 251), und es liegt daher nahe, anzunehmen, dass sie die Quelle für diese gewesen ist. Allein dagegen spricht, dass 1) Melito nur Stellen aus dem hebräischen Kanon des A. T. zusammen- gestellt hat, während den Testimonien der alexandrinische za Grunde liegt, dass 2) Melito in seinem Werke detaillirte Angaben über den Um- fang des alttestamentlichen Kanons und über die Reihenfolge der Bücher in demselben gemacht hat, welche l)ei Cyprian ganz fehlen, und dass Der Cliarakter und die Composition. 77 Sfiy.TiKij des Hippolyt. So bleiben aus älterer Zeit nur der Dialog des Justin, die Schrift Tertullians „adv. ludaeos" und die „Testimonia" des Cyprian übrig. Letzere Schrift, eine Com- pilation, welche unter anderem den Weissagungsbeweis als ein Stück des katechetischen Unterrichts zeigt, ist mit den genannten Werken enge verschwistert. Aus späterer Zeit sind eine Reihe von Tractaten zur Vergleichung herbeigezogen worden. Die pseudo- cyprianischen Schrifteu „de montjj3us, Sina et Sion" und „adv. ludaeos"'^^), die pseudogregorianische interessante Sammlung ..Testimonia adv. ludaeos"^^), die Tractate des Chrysostomus gegen das Judenthuni, die „Demonstratio c. lud. de adventu Christi'-' des Basilius von Seleucia "^^), die noch erhaltenen Reste der antijüdischen Polemik des Cyrill von Alexandrien^^), das von Mai veröffentlichte Fragment des Dialogs zwischen Timo- theus und Aquila^^), die Abhandlung des Celsus „de iudaica incredulitate"^^''), endlich jene umfangreiche, aber sehr späte Schrift gegen die Juden, die unter dem Namen eines Anasta- sius geht -^6). Der Dialog des Justin mit Trypho ist die für uns älteste und zugleich die bedeutendste und umfangreichste Schrift aus dieser ganzen Gattung. Ob ein oder mehrere Gespräche mit Juden die Ausarbeitung des Dialoges veranlasst haben — was nicht unwahrscheinlich ist — , oder ob er frei von Justin er- funden ist, das ist eine ziemlich crjeichfyültifje Frage; denn sicher ist es, dass Justin, wie Engelhardt bemerkt hat^"*), sich bei Aufzeichnung des Dialogs frei bewegte und seinen Gegner fast 8) wir von einer Verbreitung dieses Buches im Abendlande nichts wissen. Ein vierter durchscblagender Grund gegen die Hypothese wird sich in einem späteren Abschnitt ergeben. 50) Hartel, Cypr. Opp'. T. 111. 51) Zacagni, 1. c. p. 288—329. 52) Biblioth. Lugd, T. VIII p. 495. 53) S. Cyrilli Opp. ed. Migne T. IX p. 1422 u. a. a. St. 54) L. c. 55) Hartel, Cypr. Opp. T. III. 56) Biblioth. Lugd. T. XIII p. 334 sq. — Fraglich ist, ob Lactantirs seine Absicht, gegen die Juden zu schreiben (Inst. div. A^ll, 1: .,,Sed erit nobis contra ludaeos separata materia, in qua iUos erroris et sceleris re- vincemus"), überhaupt ausgeführt hat. 57) Das Christenthum Justin des Märtyrers S. 220. 78 Die Altercatio Simonis efc Theopliili. immer nur das sagen liess, was ilim zur Fortfuhrung der eigenen Gedanken und zur DurcMührnng seiner Beweise dienlich er- schien. Unter solchen Umständen ist es auch für die Exposition des Dialoges wenig bedeutend, dass Justin sich selbst und nicht einer erfundenen Person die Rolle des Christen zugetheilt hat. Indessen gewährte ihm die von ihm gewählte Form den Vor- theil, in der Einleitung seine eigene Bekehrungsgeschichte er- zählen und so seine Schrift sehr wirksam einführen zu können. Eben diese Eijileitung zeigt nun aber, dass das ganze Werk an das griechische Publicum gerichtet ist und nicht, oder doch nicht vornehmlich, auf jüdische Leser rechnete ^^). Zwar lässt sich nicht verkennen, dass Justin in demselben auch Fragen erörtert, die dem Heiden ferner lagen ^^). Aber es ist ja nicht die gebildete Welt überhaupt, an welche er sich richtet, son- dern jene suchenden und unbefriedigten Gemüther in ihr, die, wie er selbst, von der Philosophie nicht beruhigt und vielleicht schon auf die palästinensischen Religionen aufmerksam geworden sind, solche, die sich bis zu einem gewissen Grade bereits mit der Frage, Christenthum oder Judenthum, befasst haben. In einer wirklich füi- Juden geschriebenen Schrift hätte die ganze aus- führliche Einleitung über das Christenthum als die wahre Philo- sophie wenig Sinn gehabt, und auch der Schluss wäre wohl wirkungsvoller ausgefallen, wenn es Justins Absicht gewesen wäre, vor allem die Bekehrung der Juden zu betreiben ^'^). Den ganzen Stoff hat Justin in die beiden Abschnitte unterge- bracht: de lege und de Christo; denn was vom 135. Capitel ab noch folgt, ist nur die geschichtliche Consequenz dessen, was in jenen beiden Theilen festgestellt worden ist. Was nun die Ausführung anbetrifft, so macht Justin, wie schon oftmals be- 5S) So urtlieilt auch 0 verl^eck („Ueber die AaTänge der patristischen Literatur-. Ilistor. Zischr. N. F. Bd. XIT. S. 44S n. 1). 5fl) Andererseits läsHt ''r seinen Juden einige Bemerkungen machen, die den wirklichen Juden charakterisiren und zeigen, dass Justin das damalige Judenthum kannte. Aber sie kommen nicht häufig vor. und geben dem Dialog«' nicht da« Gepräge. Die wichtige Ausführung c. 47 ist auRserdem gewiss auch auf heidnische (und christliche) Leser berechnet. fjü) T"'^eber die letzte A bezieht des Dialogs wäre wahrs«!heinlich ein Zweifel nicht möglich, wenn wir etwas von jenem Marcus Pompejus (c. S. 141) wü.ssteu, dem er gewidmet i.'^t. Die Widmung — eine «olche muss der Dialog ursprünglich geh-.ibr. haben — ist aber leider verloren gegangen. Der Charakter und die Coinposition. 7v ttJ? olxov/xiyijq ißaaiXsvasv, doch ist die Uebereinstimmung durchaus keine so grosse wie zwischen der Altercatio und TertuUian. Texte und Uotfirsuchangen I, 3. S 114 I^ie Altercatio Simonis et TheophiK. und dass die Auslegung einiger weniger messianischer Stellen eine ähnliche ist — man vgl. die von Ps. 22, Isa. 53, Jos. 2 (Dial. 111 fin.), Deut. 33, 13 sq., des Passah's — , so wird das Wichtigste genannt sein. Dass auch die guten Engel den in den Himmel aufsteigen de ft Christus nicht sofort erkannt haben, sagt auch Justin (c. 36 p. 126; s. Altere. VI, 25); ebenso lehnt auch er (vgl. Altere. II, 9) die Beziehung von Gen. 1, 26 auf die Engel ab (c. 62 p. 218). Schliesslich ist noch auf die Art hinzuweisen, in welcher beide Apologeten die Vertheidigung des Kreuzestodes Christi eingeleitet haben. Beide stellen das Problem so bestimmt wie möglich auf, indem sie den Juden bei Deut. 21, 23 einsetzen lassen ^^^). Allein weiter reicht eigent- lich die Uebereinstimmung nicht mehr; denn während Trypho von vornherein zugiebt (s. auch schon c. 36 n. 1), dass Christus als Tiad-TiTog geweissagt sei, und nur die schimpfliche Todesart beanstandet (c. 89. 90), sagt Simon in der Altercatio: „non passum Christum in scripturis nostris invenimus" ^^^). Bei Justin findet sich auch nicht der Versuch, aus dem Context das Gewicht der Deuteroniumstelle zu beseitigen, während umgekehrt die Wendung, welche Justin c. 94 (p. 344) der Argumentation ge- geben hat, dem Verfasser der Altercatio unbekannt geblieben ist. Fasst man alle diese Beobachtungen zusammen, so wird man urtheilen müssen, dass die Grundschrift der Altercatio , nicht als ein Excerpt aus dem Dialog des Justin betrachtet werden kann, und dass überhaupt kein Grund vorhanden ist, sie für jünger zu achten als jene Schrift. Ein literarisches Ver- wandtschaftsverhältniss scheint allerdings zwischen beiden Dia- logen zu bestehen (s. namentlich die Behandlung der Beschneid- ungsfrage); aber es ist schwierig und, wie es scheint, aussichts- los, dassel])e genauer zu bestimmen. Ist es ein unmittelbares, 108) Dies blieb die Regel in der Apologetik, und die Juden werden wirklich von Anfang an diese SteUe besonders geltend gemacht haben. „Famosissima quaestio est", sagt Hieronymus, Comment, in ep. ad Galat. Hb. II. Opp. VII p. 436), „et nobis soleat a ludaeis pro infamia obüci, quod salvatoT noster et dominus sub dei fuerit maledicto". 100) Auch Credner (Beiträge U S. 66) ist es aufgefallen, dass Trypho soviel von vornherein zugiebt. Er erklärt diese Thatsache aber unrichtig, wenn er sagt: „Zu Justins Zeit müs^scn die Juden ihren Vortheil noch nicht gekannt haben". Die Altercatio lasoiiis et Papisci. 115 dann liegt die Annahme näher, dass vielmehr Justin hier der Spätere ist; ist es ein vermitteltes — und diese Hypothese empfiehlt sich, weil die wichtigsten Abschnitte in der Altercatio sich bei Justin so nicht wiederfinden — , dann muss jede Muth- massung unterdrückt werden. Aber für die hier vorliegende Frage genügt die Feststellung, dass die Grundschrift der Alter- catio nicht über Tertullian hinauf bis zu Justins Dialog sicher zu verfolgen ist, dass sie sich zwar mit diesem berührt, aber nicht von ihm abzuleiten ist. §6. Die Grundschrift der Altercatio Simonis et Theo- phili und die Altercatio lasonis et Papisci. Fassen wir das bisherige Ergebniss zusammen: der Alter- catio Simonis et Theophili liegt ein Dialog zwischen einem. Juden und einem Christen zu Grunde, der aus dem 2. Jahr- hundert stammt, der in der lateinischen Literatur der Folgezeit mehrfach benutzt und am Anfang des 5. Jahrhunderts von einem gallischen Theologen, Euagrius, in einer lateinischen Bearbeit- ung aufs neue publicirt worden ist. Dieses Ergebniss ist an sich wichtig und belangreich. Wir dürfen in der bisher so vernachlässigten Altercatio des Eua- grius einen Dialog aus der ältesten christlichen Literatur, wenn auch in üeberarbeitung, erkennen. Aber lässt sich dieser Dialog nicht vielleicht identificiren und näher bestimmen? Wer, wie Reuter^^^), der Meinung ist, dass allein in den mittleren Decennien des 2. Jahrhunderts christhche literarische Urkunden zu Tausenden verfasst und entstanden sind, der wird natürlich nicht daran denken können, die hier geforderte, bis- her noch namenlose Schrift naher zu bestimmen; wer aber mit dem Verfasser diesör Abhandlung anzunehmen geneigt ist, dass wir den grössten Theil der im 2. Jahrhundert entstandenen, einflussreichen kirchlichen Schriftwerke wenigstens dem Titel nach kennen ^^'), der wird nicht sofort verzagen. Unter dem Titel adversus ludaeos oder einem ähnlichen sind uns aus dem 110) Ztschr. f. Kirchengesch, IV S. 509. 111} Diese Hypothese kann natürlich strict niemals bewiesen werden; aber es ist nicht schwer, sie wahrscheinlich zu machen. 8* 11(5 I^ie Altercatio Simonis et Theophili. zweiten Jahrhundert, wie oben S. 76 f. gezeigt worden, nur sehr wenige Schriften bekannt. An die verlorene Schrift des Miltiades adv. ludaeos ist hier schwerhch zu denken, da uns nicht mit- getheilt worden ist, dass sie in dialogischer Form abgefasst war 1^2) Dagegen wird sich Jeder, der die Literatur des 2. Jahr- hunderts übersieht, hier sofort an den ebenfalls verlorenge- gangenen, von Eusebius bereits unterschlagenen Dialog des Jason und Papiscus erinnern. Wir wissen überhaupt nur von zwei antijüdischen Dialogen, die im 2. Jahrhundert ent- standen sind, dem eben genannten und dem Dialog Justins mit Trypho. Da, wie gezeigt worden, der letztere hier nicht in Frage kommen kann, so besteht von vornherein — man darf nicht sagen eine gewisse Wahrscheinlichkeit, wohl aber ein gewisses Vorurtheil zu Recht, dass wir den Dialog des Jason und Papiscus als die Vorlage für die Altercatio des Euagrius zu beurtheilen haben, resp. dass wir in diesem Dialog des 5. Jahr- hunderts die Grundzüge jener alten Streitschrift wiedererkennen dürfen. Von der Altercatio lasonis et Papisci und ihrer höchst seltsamen und lehrreichen Geschichte in der Kirche ist in diesen Untersuchungen bereits gehandelt worden ^^^). Indem auf die dort gegebenen Ausfahrungen verwiesen wird, soll hier die Summe unseres bisherigen Wissens von dieser Schrift kurz zu- sammengefasst werden, um das oben präcisirte Vorurtheil zu erproben. 1) Die Streitrede des Jason und Papiscus über Christus (als jjtdaovoQ xoft ÜaTiloyiov avTiXoyla Ttegl Xqigtov^^ von Ori- genescitirt; Celsus hat die Namen umgestellt; „Altercatio lasonis et Papisci" sagt Hieronjmus; „Disceptatio [concertatio] lasonis et Papisci" Celsus Afer; zliaXe^tg IlajrtGKOv y.at Y«aovög Maxi- mus Confessor) ist, aller Wahrscheinlichkeit nach in dem Men- schenalter zwischen c. 135 und 165, in griechischer Sprache 112) Die Möglichkeit, dass sie ein Dialog gewesen ist, ist indess nicht bestimmt zu bestreiten, und in diesem Falle käme sie allerdings in Be- tracht. Doch ist diese Mögücbkeit nicht weiter zu discutiren, da wir keine Zeile aus dieser Schrift und kein einziges Urtheil über dieselbe be- sitzen. An die Belogen des Melito kann ebenfalls desshalb nicht gedacht werden, weü sie nur eine Materialiensammlung gewesen sind (s. oben S. 76). 113) S. Bd. I R 1. 2 S. 115—130. Die Altercatio lasonis et Papisci. WJ verfasst worden und wurde bereits zu der Zeit, als Celsus die Materialien für seinen ,,yl6yog alr^Wig^^ sammelte, vielfach in der Kirche gelesen. In Alexandrien war sie zur Zeit des Clemens und Origenes bekannt. 2) Die Schrift hatte einen geringen Umfang — ein owyQa/ii^ (.iccTiov nennt sie Origenes. 3) Sie handelte gegenüber den Juden so vornehmlich — darin von dem Dialog des Justin verschieden — über Christus, dass Origenes sie kurzweg als dvTiloyla negi Xqiotov bezeichnet und Celsus Afer ihren Inhalt als: „adsertio et vindicatio dispo- sitionis et plenitudinis Christi" angegeben hat. 4) In ihr war aufgezeichnet, „wie ein Christ auf Grund der jüdischen Schriften mit einem Juden disputirt und den Nachweis liefert, dass die von dem Christus handelnden Pro- phezeiungen auf Jesus passen, während sein Gegner in wackerer und nicht unebener Weise die Rolle des Juden im Streite führt" (Origenes). 5) Die Schrift gehörte zu der Klasse von Schriften, die Allegorien und Diegesen enthielten (Origenes). 6) Der Christ bediente sich in der Schrift nicht nur der „admonitio", sondern auch der „lenis increpatio", und milderte dadurch die obstinate Härte des Herzens des Juden, so dass derselbe allmählich Einsicht in die Wahrheit gewann, die Furcht des Herrn in sich aufnahm und Jesus als den Sohn Gottes glaubte. Er bittet am Schluss den Jason um die Ertheilung des Taufzeichens (Celsus Afer). 7) Jason war als ein Christ aus den Hebräern, Papiscus als ein alexandrinischer Jude vorgestellt; also war der Ver- fasser selbst höchst wahrscheinlich von Geburt ein Hebräer (Celsus Afer). 8) Ii* dem Dialog war Deuter. 21, 23 angeführt, und zwar in üebereinstimmuug mit der Uebersetzung des Aquila: Aol~ öoQta ^aov 6 -Agsfuccfievog (Hieronymus). 9) In dem Dialog war Genes. 1, 1 erklärt, als ob die Stelle laute: „In filio fecit Dens caelum et terram". Mithin ver- trat der Verfasser bereits die „höhere" Christologie. Hieronymus sagt nicht, dass in dem Dialog die Worte: „In filio fecit etc»" als Citat aus der Genesis gestanden hätten, sondern er berichtet, dass Viele diese LA für die des hebräischen Grundtextes halten, [jg Die Altercatio Simonis et Theoi^hili. wie denn auch ein solcher Satz in der Altercatio des Jason und Papiscus gefanden werde. 10) In dem Dialog kam der Ausdruck „sieben Himmel" vor (Maximus Confessor). 11) Der Dialog ist dem Celsus, Clemens Alexandrinus, Ori- genes, Hieronymus und Celsus Afer ohne Verfassernamen bekannt gewesen; erst Maximus Confessor nennt einen Aristo von Pella als Autor, während Clemens Alexandrinus in den Hypotyposen als solchen den Lucas bezeichnet hat. 12) Einer ungenannten Schrift eines Aristo von Pella hat Eusebius eine Nachricht über die Folgen des Judenaufstandes unter Hadrian für die Juden entnommen. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass diese Schrift eben der Dialog des Jason und Papiscus gewesen ist; ferner spricht Einiges dafür, dass TertuUian in seiner Schrift adv. ludaeos den Dialog benutzt hat. Ist diese Hypothese begründet, dann bestätigt sich die Angabe des Maximus, dass Aristo von Pella der Verfasser des- selben ist. 13) Zur Zeit, da Celsus und Clemens Alexandrinus (Hypo- typosen) schrieben, erfreute sich der Dialog einer weiten Ver- breitung und eines grossen Ansehens; aber seit dem Ausgang des 2. Jahrhunderts (resp. Anfang des 3.) änderte sich das im Orient. Nicht nur hat ihn Clemens in seinen spateren (?) Schriften nicht mehr erwähnt, sondern Origenes fühlt sich durch die An- führung des Dialogs bei Celsus in Verlegenheit gesetzt, nimmt dem Celsus dieselbe fast übel und sagt geradezu , der Dialog sei zwar nach Inhalt und Form achtungswerth , jedoch recht „unbedeutend". „Er kann zwar bei dem grossen Haufen und den Einfältigeren etwas zur Stärkung des Glaubens beitragen, dagegen auf die Gebildeteren keinen Eindruck machen". Man darf also zuversichtlich vermuthen, dass das ßüchleiVi durch seine alterthümlichen, vielleicht apokalyptischen, jedenfalls ein- fältig erscheinenden Ausführungen in Misscredit bei den orien- talischen „Theologen" gekommen ist. Unter solchen Umstän- den — vielleicht war dem Ansehen des Buches auch schon die Nationalität des christlichen Disputanten gefährlich — schob es Eusebius, wie er es in ähnlichen Fällen zu thun pflegte, ganz bei Seite; Hieronymus hat es zwar in Händen gehabt (in grie- chischer Sprache; und nur in dieser), aber bei seinen Zeitge- Die Altercatio lasonis et Papisei. 119 nossen auf keine Bekanntschaft mit demselben gerechnet, es auch in seinem Kataloge christlicher Schriftsteller und Schriften nicht erwähnt. In der griechischen Kirche "vvird es nur noch einmal — im 7. Jahrhundert — von Maxiraus genannt, der auch überraschender Weise den Verfasser anzugeben weiss. Dagegen hat noch im Ausgang des 5. Jahrhunderts ein africa- nischer Bischof, Celsus, den alten Dialog als ein „opus praecla- rum atque memorabile gloriosuraque" gefeiert. Er hat ihn übersetzt und diese üebcrsetzung mit einer langen Vorrede „de iudaica incredulitate" dem berühmten Bischof Vigilius gewidmet. In diesen dreizehn Satzgruppen ist Alles enthalten, was wir zur Zeit über den Dialog des Jason und Papiscus wissen ^ ^^). Mit Ausnahme des sub 12 Bemerkten ist dieses unser Wissen ein sicheres. Wie verhält sich nun die Altercatio des Euagrius, resp. ihre Grundschrift, hiezu? Kann eine Verwandtschaft, kann die Identität der Grundschrift und des alten Dialogs wirklich für wahrscheinlich gelten? Zunächst: Die Geschichte der Ueberlieferung des alten Dia- loges (13) ist der Hypothese günstig. Er ist im Orient in Ver- gessenheit gerathen wie die Grundschrift der Altercatio, und wie diese im Anfang des 5. Jahrhunderts, nachdem sie im Occi- dent mannigfache Dienste gethan, in Gallien noch einen Be- arbeiter gefunden hat, so hat der Dialog des Jason und Papiscus im Ausgange desselben Jahrhunderts in Africa noch einen Lob- redner und üebersetzer erhalten. Ferner ist die Angabe be- achte nswerth, dass der alte Dialog nur einen geringen Umfang gehabt (2), namentlich aber die andere (3), dass er ledig- lich oder doch ganz hauptsächlich von Christus gehandelt hat, die übrigen Stücke also, die zwischen Juden und Christen controvers waren, in ihm entweder gar nicht oder nur flüchtig berührt gewesen sind. Auch in der Altercatio Sim. et Theoph,, resp. in ihrer Grundschrift, ist die Christologie, worauf mehrfach oben hingedeutet worden ist, nicht nur die Hauptsache, sondern fast ausschliessliches Thema, auch sie ist daher als ^AvtikoyLa ^7reQi Xgiacov, resp. als „adsertio et vindicatio dispositionis et nlenitudinis Christi" zu bezeichnen. Weiter: beide Schriften 114) Doch s. unten S. 126 n. 12^. j20 I^i^ Altercatio Simonis et Theophili. fähren nicht den Titel ,,Jidkoyog^^, sondern den anderen „Alter- catio" {avitloyla)^^^); in beiden Schriften ist das Alte Testa- ment das ausschliessliche Beweisinstrument gewesen (4), so dass alle theoretische Argumentation ausgeschlossen war (s. die starke Betonung dieses Punktes Altere. I, 1), beide endlich — doch dies ist selbstverständlich — enthalten allegorische Auslegungen ^^^). Die bisher genannten Uebereinstimmungen sind — wenn auch die sub 3 genannte bereits von grosser Bedeutung ist — doch noch allgemeiner Natur. Entscheidender sind folgende: auch von der Altercatio Simonis et Theophili lässt sich sagen — wenn man sich auf den Standpunkt der Kirchenväter stellt — , dass der Jude „in wackerer und nicht unebener Weise" den Streit führt (4). Dieses Lob kann doch nur den Sinn haben, dass er zwar die nöthigen Einwände folgerecht vorbringt, aber der Widerlegung und besseren Belehrung stets zugängHch ist. Dass Origeneb in diesem Sinne dem Juden seine Anerkennung bezeugt hat, geht aus der genaueren Beschreibung des Ganges der Streitunterredung bei Celsus Afer deutlich hervor. Die Züge, welche dieser (6) mitgetheilt hat, stimmen aber auf das frappanteste zu der Altercatio Sim. et Theoph. Man kann den Gang der Streitunterredung, die Mittel, welche der Christ braucht, die stets wachsende Zu- stimmung des Juden hier gar nicht zutreffender be- schreiben, als mit den Worten, in welchen Celsus die Unterredung und ihren Erfolg in dem Dialoge des Jason undPapiscus beschrieben hat. Auch in der Alter- catio Sim. et Theophili bittet schhesslich der Jude den Christen um die Taufe, nachdem er von Abschnitt zu Abschnitt „Ein- sicht in die Wahrheit" gewonnen, und nachdem ihn der Christ sowohl durch Ermahnungen als durch Scheltreden zur Einkehr gebracht hat. Man kann dem nicht entgegenhalten, dass dies die stereotype Form solcher Dialoge gewesen sei; denn erstens 115) Ueber die Bedeutung dieses Titels s. Yolkmann, die Rhetorik der Griechen und Römer S. 149. 116) Origenes spricht von Diegesen. Das Wort hat eine weite Be- deutung; im strengen Sinne finden sich Diegesen in der Altercatio Euagrii nicht; aber Origenes sagt genau genommen nicht einmal, dass der Dialog des Jason solche enthalten hat, sondern rechnet ihn in die Claese von Schriften, welche Allegorien und Diegesen umfassen. Die Altercatio lasonis et Papisci. 121 lässt sich von stereotypen Formen im 2. Jahrhundert überhaupt nicht sprechen, und zweitens zeigt der Dialog Justins mit Trypho uns eine wesentlich andere Methode und vor allem einen an- deren Erfolg. Weiter abei-, die Stelle Deut. 21, 23,, welche Hieronymus in der Altercatio lasonis et Papisci gelesen hat (8), findet sich auch in der Altercatio Simonis et Theophili, und zwar ist ihre Behandlung ein Hauptstück in derselben ^*^. Ferner, der Jude Simon wundert sich , dass in der Genesis c. 1, 1 nicht vom Sohne als Schöpfer die Rede ist, wenn er doch nach Meinung der Christen Sohn Gottes sein soll; Theophilus erklärt darau:^ dass allerdings Genes, l, 1 die Schöpferthätigkeit des Sohnes bezeugt werde, denn die Worte „in principio" seien gleich „in Christi arbitrio et ad voluntatem ejus (U, 8)'^ Diese Auslegung hat aber Hieronymus in der älteren Lite- ratur nur im Dialoge des Jason und Papiscus und bei Tertullian gefunden (9). Endlich, die Grundschrift der Altercatio ist, wie diese selbst noch zeigt, weniger „philosophisch" als z. B. der Dialog des Justin, wenn sie auch die höhere Christologie vertreten hat. Sie enthält zudem Ausführungen über das tausendjährige Reich, den Antichrist, die sichtbare ausserliche Wiederkunft Christi, den Weltbrand, sowie seltsame Deutungen (s. gleich im Ein- gang I, 4. 5) und anstössige Allegorien (VI, 24 fin. 25 init.), kurz sie entspricht einigermassen dem Bilde der alten Alter- catio, welches wir uns nach dem sub 13 Bemerkten, namentlich nach den ürtheilen des Origenes, von ihr machen müssen. Lässt sich nach diesen Zeugnissen aus dem Inhalte und der üeberlieferung mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit behaupten, dass die Vorlage des Euagrius der Dialog des Jason und Papiscus gewesen ist, so bleiben doch andererseits nicht geringe Bedenken übrig. Sehe ich recht, so sind es drei : Erst- lich nämlich sind die Namen der Partner dort und hier ver- 117) Dass wir die Worte, welche Hieron}'inus in der Altercatio lasonis gelesen: Aoiöogia d-eov 6 xgefidfisvog — er selbst übersetzt sie genau durch „Maledictio dei qui appensus est" — nicht in wöi*tlicher Ueber- tragung bei Euagrius finden, sondern vielmehr das vulgäre „Maledictus omnis qui pendet in ligno" kann natürUch nicht in Betracht kommen, da Euagrius sich an den ihm geläufigen Bibeltext gehalten haben wird. 122 Die Altercatio Simonis et Theophili schiedene, zweitens soll nach dem Zeugniss des Celsus Afer in der Altercatio lasonis et Papisci der Christ als geborener Hebräer, der Jude als Alexandriner vorgestellt worden sein (7), drittens hat in der alten Schrift etwas über die sieben Himmel gestanden (10), was wir in der Altercatio Enägrii jetzt nicht lesen 11^). ' Es ist jedenfalls ein günstiges Präjudiz in Ansehung dieser Bedenken, dass sie sämmtlich Punkte betreffen, welche in einer Ueberarbeitung einer urchristlichen Schrift, a priori geurtheilt, der Erhaltung am wenigsten sicher waren. Würde es sich um Differenzen in solchen Stücken hier und dort handeln, für deren Entstehung sich ein Grund nicht auffinden Hesse, so würde die Hypothese, welche hier empfohlen wird, bedeutend erschüttert werden. Dies ist aber nicht der Fall; zudem ist aiich nicht behauptet worden, dass die Altercatio des Euagrius lediglich eine Uebersetzung der Altercatio lasonis et Papisci sei, viel- mehr wurde oben (§ 4) constatirt, dass die ihr zu Grunde liegende Schrift mindestens in einem Fall einen bedeutenden Zusatz, wahr- scheinlich in mehreren Kürzungen erlitten hat. Wir müssen also 118) Die Stelle über die Folgen des Barkochbakrieges für die Juden, welche möglicher-, ja wahrscheinlicherweise in der alten Altercatio ge- standen hat (12), findet sich in der späteren nicht. Indessen ist hier fol- gendes zu beachten. Justin sowohl als Tei-tuUian biingen die Notiz über das Verbot Hadrians, Jerusalem zu betreten, im engsten Zusammenhang mit der Ausführung, dass die Beschneidung nicht „in salutem" gegeben, sondern als „signum" zu betrachten sei, dessen göttlicher Zweck eben durch jenes Verbot erst offenbar geworden sei (s. Just., Dial. vv. 11. und Ter- tuU. adv. lud. 3. [13]: „Dari enim habebat circumcisio, sed in signum, imde Israel in novissimo tempore dinosci haberet, quando secundum sua merita in sanctam. civitatem ingredi prohiberetur". Die Ausführung über die bloss significative Bedeutung der Beschneidung findet sich in der Altercatio Simonis et Theophili ebenso, nur das Hadrianverbot fehlt. Man darf sagen, es musste fehlen. Denn die gi^nze Zuspitzung der Be- gründung der Beschneidung auf dieses Verbot hatte im 5. Jahrhundert keinen Sinn mehr. Es wäre ein vollständiger Anachronismus gewesen, wenn Euagrius es stehen gelassen hätte. Er hat aber auch sonst höchst wahrscheinlich. Stücke aus der Grundschrit't ausgelassen. Also selbst in dem Falle, dass das von Eusebius und Tertullian gebotene Stück der Altercatio lasonis angehört hat — als Diegese etwa — , ist sein Fehlen in der Altercatio Simonis et Theophili kein Grund gegen die zu erprobende Hypothese. Die Altercatio lasonis et Papisci. 123 auf Differenzen gegenüber eventuellen Bericliten über die ur- sprüngliche Beschaffenheit der Quelle gefasst sein. Die beiden ersten der oben genannten Verschiedenheiten zwischen den Altercationes hängen jedenfalls enge zusammen: an die Stelle des alexandrinischen Juden Papiscus ist ein nicht näher bezeichneter Jude Simon, an die Stelle des hebräischen Christen Jason der Christ Theophilus getreten ^^•'). Die Be- nutzung desselben Sujets — auch bis in das Detail hinein — bei ümnamung der Personen ist in der christlichen Literatur- geschichte nicht selten. Solche Umnamungen sind durch ver- schiedene Gründe verursacht worden: man denke einerseits an die Recensionen der Siraon-Paulus-Petrusiegenden , überhaupt an die clementinischen Romane und an die ihnen verwandten Stücke, andererseits an die verschiedenen Erzählungen, die unter verändertem Namen nach dem Muster der Theclalegende und nach anderen beliebten Vorbildern erfunden worden sind, weiter an die stereotypen Dialoge zwischen Proconsuln und Märtyrern und an so vieles Aehnliche aus dem 3. bis 5. Jahr- hundert. Es liegt in der Natur der Sache, dass namentlich anonyme Schriften auf diese Weise umgegossen worden sind, unter ihnen wiederum besonders solche, die nach dem ürtheile einer späteren Zeit Werthvolles und Anstössiges in sich ver- einigten. Beides aber trifft bei dem Dialoge des Jason und Papiscus zu. Er hat, soviel wir wissen, im Abendlande stets nur anonym cursirt, und er enthielt nach dem Urtheil des Ori- genes „Einfältiges". Zu diesem „Einfältigen" wird mau aber vielleicht auch schon dieses rechnen dürfen, dass der Christ als ein geborener Jude vorgestellt war. Es musste dies dem An- sehen der Schrift in den folgeijden Jahrhunderten hinderlich sein, mindestens ihre Wirksamkeit in weiten Kreisen hemmen, und konnte daher als ein entschiedener Missgriff erscheinen. Indessen kann es nicht schwierig gewesen sein, diesen Anstoss zu entfernen. War der alte Dialog auch von einem hebräischen 119) Theophihis nennt in der Altercatio die jüdischen Könige „reges ve&tri" (III, 12), spricht zu Simon von „patres tui" (III, 11) und „populus vester" (VI, 26). Hieraus ist zu schhessen, dass er selbst kein geborener Hebräer ist; doch erscheint er auch nicht als H e i d e n christ, sondern, den Verhältnissen des 5 Jahrhunderts angemessen, einfach als Christ, 124 Die Altercatio Simonis et Theophili. Christen abgefasst und desshalb der christliche Partner als ge- borener Hebräer bezeichnet ^20)^ gQ muss er doch von allem „Judenchristenthum" im dogmatischen Sinne völlig frei gewesen sein. Dies zeigt sich nicht nur darin, dass er die philosophisch -apologetische, höhere Christologie vertreten hat, sondern folgt mit Sicherheit aus seiner Geschichte in der Kirche. Eine Schrift, die im 5. Jahrhundert noch als ein opus gloriosum et memorabile bezeichnet worden ist, die Clemens Alexandrinus dem Lucas zugeschrieben, Origenes immerhin in Schutz genommen, und in der Celsus die gewöhnliche apolo- getische Manier erkannt hat, kann keine nationalen und parti- cularistischen Züge getragen haben. Die jüdische Nationalität des Jason kann unmöglich auf die Haltung des Dialoges von mass- gebendem Einfluss gewesen sein. Dazu kommt, dass der Gegner als ein alexandrinischer, d.h. ein philosophischer Jude vorgestellt war, und das Thema des Streites ausschliesslich oder fast aus- schliesslich die Christologie gewesen ist. Man wird daher wohl noch einen Schritt weiter gehen und annehmen dürfen, dass der Streit überhaupt nicht auf dem Niveau geführt worden ist, auf welchem etwa im apostolischen Zeitalter Juden und jüdische Christen mit einander gekämpft haben ^^i). Dann aber kann der 120) Es ist bemerkenswerth , dass Celsus Afer den Jason einen „He- braeua Christianus'* (s. Tert. adv. Marc. III, 12) den Papiscus einen Alexandrinus ludaeus genannt hat. 121) Die von Clemens vertretene Meinung, dass Lucas der Verfasser des Dialoges sei — Clemens hat ihm bekanntlich auch den Hebräerbrief zuzuschreiben für zweckmässig befunden — , ist von dem grössten Interesse. Es ist meines Wissens der einzige Fall, dass eine apologetische Schrift des 2. Jahrhunderts in die urchristliche Literatur eingerechnet oder ihr nahe gerückt worden ist. Dass die Person des Verfassers der Apostel- geschichte hier ausersehen worden ist, giebt zu denken und wirft jedenfalls auf die Overb eck' sehen Aufstelhmgen über das Verhältniss des Justin zu der Apostelgeschichte ein unerwartetes Licht. Man wird sich nach jener Conjectur des Clemens, deren Motiv wir allerdings nicht mehr an- zugeben vermögen (doch s. einen Versuch unten not. 124), den Standpunkt des Verfassers der Altercatio I All.e»rcatio Simonis et Tlioophili. Seite . 22 . 36 . 17 . 19 Ps. 73, 23 ., 78, 65 82, 1 82, 6 . 88, 10. 30 89, 28 19 93, 1 sq 37 96, 10 38 107, 20 20 110, Isq 37 119, 120 30 141, 2 30 147, 15 21 Proverb. 8, 22sq 21' Cantic. 5, 10 30 Sap. Sal. 2, 12—22 ...... 34 Sirach. 24, 3. 4 21 Tsa. 1, 13. 14 41 I, 15 42 7, 9 16 7, 10—14 22 7, 14. 15 23 8, 4 . 23 9, 6 38 10, 22. 23 . 20 II, 1. 2 24 29, 11. 12 24 33, 10. 11 35 37, 22 23 37, 36 23 38, 5 32 38, 21 32 43, 19 27 44, 6 16 45, 1—3 22 50, 6. 7 32 Seite Isa. 52, i) 22 „ 53, 4 20 ,, 53, Igq.. .......... 32 „ 53, 9. 6 29 ., 53, 12 29 „ 59, 7 ... 42 ., 61, 1 40 „ 63, 1 ^ . ?>Q „ 6.5, 2 ' . 30 Jerem. 3, S 34 4, 3. 4 27 „ 6, 10 21. 29 11, 19 30. 32 13, 23 41 15, 9 ,36 31, 31. 32 27 36. 4sq 25 51, 59sq 25 Threni 4, 20 29 Ezecli. 9, 4 ... , 33 ,, 9, 5. 6 33. Dan. 3, 24. 25 4'> „ 7, 13. 14 37 „ 9, 24. 25 22 Osee 1,2 34 „ 2. 2 34 „ 6, 2 35 Arnos 8, 9. 10 36 Jona 1. 2 35 Micha 5. 2 25 Abac. 1, 5 43 Zachar. 11, 16. 17 16 12, 10. . ." 30 Baruch 3, 35—37 17 Pseudobaruch .! . . 25 II Macc. 15 41 Die Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. Die Acta disputationis Archelai Episcopi Mesopotamiae et Maiietis Haeresiarchae gehören der ersten Hälfte des 4. Jahr- hunderts, vielleicht dem ersten Viertel desselben, an und sind, wie Hieronymus versichert und ein gründlicher Kenner des Syrischen, K. Kessler, sich zu beweisen getraut, aus der syri- schen Sprache in das Griechische übersetzt worden. Uns liegen sie heute vollständig „nur in einem mehrfach korrupten und von Haus aus unklar stilisirten lateinischen Texte vor", der, wie schon Zacagni gezeigt hat, aus dem Griechischen geflossen ist und viele Fehler und Missverständtiisse aufweist. Die latei- nische Afterübersetzung ist vollständig nur in einem einzigen Codex (Casinensis) erhalten, während eine Handschrift von Bobbio nur einen kleinen Theil derselben wiedergiebt. Fragmente der griechischen Vorlage bieten aber Epiphanius und Cyrill von Jerusalem. Die Acten, welche von einer nie gehaltenen Dispu- tation berichten, bergen doch urkundliches Material; sie sind von einem S3rrischen Geistlichen, vielleicht einem edessenischen, abgefasst worden ^). 1) Hieronymus de vir. inl. 72: „Archelaus, episcopus Mesopotamiae, Hbnim disputationis suae, quam habuit adversum Manichaeum exeuntem de Perside, syro sermone composuit, qui translatus in graecum habetur a multis. Claruit sub imperatore Probo, qui AureHano Tacitoque successe- rat". Die von Bigot in Bobbio entdeckten Fragmente gab zuerst Valesius in den Noten zu den Kirchengeschichten des Socrates und Sozomenos heraus; den ganzen lateinischen Text Zacagni in den Col- lectanea Monumentorum veterum ecclesiae Graecae (Romae 1698), zugleich mit den griechischen Fragmenten, einer gelehrten Einleitung und Noten. 138 ^^i® Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. Nach den Nachweisungen, welche Zahn (Tatiuns IHates- saron 1881) über die Verbreitung und den Grebrauch des tatiani- schen Diatessarons in der syrischen Kirche gegeben hat, ist es a priori wahrscheinlich., dass der syrische Ck-riker, welcher unsere Acten verfasst hat, seine Evangeliencitate der tatiani- schen Harmonie entnahm. Auch der Umstand, da?y der Ver- fasser c. 37 (p. 136 ed. Routh) den Tatian unter den Häretikern nennt '^}, kann, so verhängnissvoll er der Zahn'schen Hypothese Dieser Text ist mehrfach abgedruckt worden, auch von Routh, ReHq- Sacrae V. edit. II. p. 1 sq. Einer eingehenden Kritik hat zuerst Beau- 8obre (Hist. critique du manicheißme I p, 120) die Acten unterzogen. Er wies nach. das.s die Schrift eine Erdichtung sei. und dass sie sich nicht einmal auf eine wirklich stattgehabte Disputation beziehe. Er glaubte ferner zeigen zu können, dass die Acten nicht in syrischer Sprache, son- dern in griechischer niedergeschrieben seien, und dass der Verfasgei dem Schauplatz der angeblichen Handlung fernstehe. Ihm hat sich von Zitt- ifitz (Ztschr. f. die histor, Theologie 1873 S. 467f.) angeschlossen; ferner auch Jacobi (Ztschr. f. Kiixhengesch. I S. 493 f), der mit beachtens- werthen Gründen die Hypothese vertheidigte , die Acten seien + 325 in Aegypten in griechischer Sprache niedergeschrieben worden. Oblasinski (Acta disput. Archelai. Leipziger Inauguraldissert. Ib74 S. 87 — 59) hält ebenfalle die Angabe des Hieronymus über den Originaltext der Acten für belanglos, da Hieronjnnus nur einem mündlichen Gerüchte gefolgt sei, und da Photius (Cod. 85) — worauf sich auch Beausobre und J»cobi stützen — einen Hegemonius als Verfasser auf die Autorität des Hera- ciianug (c 500) hin nenne und von einer syrischen Urschrift nichts wisse. Doch haben ausser Zacagni nicht nur Assemani (Bibl. Orient. I p. 555), Neander (Kirchengesch. I S. 816) und zum Theil auch Flügel (Mani S. 29 f.) an dem syrischen Originale festgehalten, sondern auch Kessler hat (Sealencyklop. f. protest. Theol. u. Kirche 2. Aufl 9. Bd. S 220) die Nachricht des Hieronjanus für zuverlässig erklärt. Kessler verweist anf die ausführliche Begründung derselben in seinem grossen Werke über Mani (Bd. 1 S. ]2()f ), welches aber bisher, soviel wir wissen, noch nicht erschienen ist. Wir folgen diesem sachkundigen Gelehrten sowie der Autorität des Hieronynius, wenn wir an der Annahme einer syrischen Ur- schrift festhalten. — Der theologische Standpunkt des Verfassers der Acten ist in mancher Hinsicht (wie der des Aphraates) ein archaistischer. Dies zeigt sich namentlich in der Christologie (s. c, 47-50, bes. p. 178 — 1S4), welche mit der des Paulus von Samosata fast identisch ist; siehe aber auch die merkwürdige Beurtheilung des Ap. Paulus p. 76. 107. 127f. 135. 154. 171. 182. 1S5. 2) ,,Dicat autem iste quam destruxerit prophetiam ludaeorum ac He- braeorum, seu liiiguas cessäre fecit Graecorum, aut eorum, qui idola co- r Die Acta Archelai und das Diatcssaion Tatians. 139 über die Art der Wirksamkeit Tatians in Syrien ist, in diesem Vorurtheile nicht erschüttern, da das Diatessaron im kirchlichen Gebrauche verbleiben konnte und verblieben ist, auch wo man wusste, das« sein Redactor nachmals akatholische Wege ge- wandelt ist. .Die Untersuchung also, wie sich die Evangelien- citate des Verfassers za dem Diatessaron verhalten, ist auf jeden Fall keine von vornherein aussichtslose, und die nicht geringe Zahl von evangelischen Citaten in den Acten — es sind ihrer circa hundert — lässt vermuthen, dass das . Vorn rtheil wirk- lich controlirbar ist. Andererseits freilich lehrt bereits eine genauere Vorprüfung der Frage, dass sich ein sicheres Resultat sciiwerlich wird er- reichen lassen. Nicht nur das Vergleichungsobject hegt uns trotz Ephraem und Aphraates in recht unvollständiger und theil* weise unsicherer Gestalt vor, sondern es lassen die Acten selbst, die uns ja mit Ausnahme einiger Stücke nur in einer mangel- haften Afterübersetzung erhalten sind'*), gerade für die Evan- geliencitate am wenigsten eine treue Reproduction des Urtextes erhoffen. Angenommen, der syrische Verfasser habe aus dem Diatessaron geschöpft, so ist es sehr wohl möglich, dass sein griechischer Uebersetzer häufig den ihm geläufigen Text sub- stituirt hat, und was der Grieche noch stehen Hess, kann der späte Lateiner in seiner Superversion völlig verwischt haben. Die Citate des Aphraates besitzen wir im Original resp. in dem Wortlaute, in welchem die syrische Kirche das Diatessaron las, mag auch Aphraates manchesmal frei und nach dem Gedächt- nisse citirt haben. Mösingers Publication des Ephraem'schen Commentars ist vom syrischen Diatessaron freilich auch durch zwei Mittelglieder getrennt. Aber Mösinger übersetzte genau aus dem Armenischen: denn er wusste, um was es sich handelt; seine armenischen Vorlagen sind ferner ebenfalls recht genaue Reproductionen des Originals, dessen Charakter als eines exe- getischen Commentars der Entstellung des Inhaltes an sich lunt, vel quae alia dogmata destiuxit, Valentiniani aut Marcionis aut Ta- tiani aut SabelHi caetororumque, qui propriam sibimet ips;is scientiam composuerunt". 3) Ueber das Alter dieser Utbeiüetzu ng ist nur zu sagen, dass sie ■wahrscheinhch nach dem Ausgang de« 4. Jahrhunderts und vor Einbür- gerung der Vulgata in der abendländischen Kirche abgefasst ist. 140 jDie Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. schon gewisse Scliranken zog. Dagegen sind die beiläufigen Citate in den Acten des Arclielaus vor ihren Uebersetzem durch nichts geschützt gewesen, und somit erscheint die Hoff- nung von vornherein als eine sehr geringe, sichere Resultate über ihren ursprünglichen Wortlaut und ihren Ursprung zu erhalten. Mau könnte nun wenigstens erwarten, es werde möglich sein, durch eine Vergleichung der griechisch erhaltenen Stücke mit der lateinischen Afterversion den Werth der letzteren in Bezug auf die Evangeliencitate festzustellen. Allein auch in dieser Erwartung sieht man sich getäuscht. Ein eigenthüm- liches Missgeschick verfolgt den Forscher auch hier. Denn das grosse Stück, welches Cyrill in der 6. Katechese den Acten entnommen hat (Routh, 1. c. p. 199 — 205), findet sich in der lateinischen Recension überhaupt nicht, und in dem umfang- reichen Abschnitt, welchen wir dem Epiphanius verdanken (Routh, 1. c. p. 43—70), sind nur fünf Bibelcitate enthalten. Von diesen fünf sind zwei den Evangelien entnommen (p. 45: Mtth. 7, 18; p. 46: Joh. 1, 18). Correet übersetzt sind vier; aber Matth. 7, 18 heisst es im Griechischen: otl ov övrarat öePÖQOv xakov xagjtovg Tcay.otg noirjaaif ovde jiir^v devdgov YMxbv 'Aalovg xagnovg Ttoiijoai, dagegen im Lateinischen: „quia non potest arbor mala bonos fructus facere, neque arbor bona malos fiructus facere''. Der Grieche hat also die herkömmliche Stellung der Sätze; der Text des Lateiners beruht auf willkürlicher Um- stellung-*). Dieses eine Beispiel belehrt, wie vorsichtig man gegenüber Absonderlichkeiten des lateinischen Textes sein muss; aber da es eben nur ein Beispiel ist, so ist an bestimmten Directiven wenig gewonnen '). Was ferner die Citationsformeln betrifft, so entscheidet die Untersuchung über dieselben nicht mit Sicherheit das hier schwebende Problem. Zwar c. 38 (p. 140) heisst es: „Scriptum est in evangelio salvatoris no^tri", und nun folgt Matth. 25, 44; 4) Die richtige Stellung findet sich aber auch in dem Lateiner c. 13 (,p. 73). 5) Eine durchgehende Vergleichung des griechischen Fragmentes bei Epiphanius mit der lateinischen After version zeigt übrigens, dass diese trotz mancher Missverständnisse und Verstösse als eine recht treue be- zeichnet werden darf. Damit ist aber freihch speciell für die Bibelcitate noch immer wenig gewonnen. Die Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. 14 1 c. 40 (p. 143) wird Matth. 5, 17 einfach als „sermo evangelicus" bezeichnet (s. auch c. 22 p. 93); c. 34 (p. 128) liest man: „Ait dominus noster lesus Christus in evangelio", und es folgt Joh. 14, 15 f., ebenso heisst es c. 32 (p. 118): „In evangelio scriptum est: Vos de patre diabolo estis". Der Plural „evangelia" findet sich nicht nur c. 13 (p. 73): „Sicut scriptum est in evangeliorum libro" — so hätte sich auch Tatian selbst ausdrücken können — , und c. 45 (p. 165): „Sunt etiam alia multa, quae dici possent et de apostolo Paulo et de evangeliis, ex quibus ostendere possumus etc." — auch diese Formel ist noch nicht geradezu bedenklich — , sondern auch griechisch in dem Briefe des Mani c. 5 (p. 45): OVIS yäg zoig elQT]/.ievoig iv evayyeXLoig naQ amov Tov awT^Qog ^/lhov müTevovOLv. Allein diese Stelle kommt dess- halb nicht in Betracht, weil der Brief, dem sie entnommen ist, eine Urkunde ist, welche der Verfasser seinem Werke einver- leibt hat. Sie entscheidet mithin nicht für seinen eigenen Sprachgebrauch. Es bleiben somit nur drei Stellen übrig, welche die Hypothese, der Verfasser habe aus dem Diatessaron geschöpft, anscheinend zu erschüttern vermögen. C. 24 (p. 99) wird Joh. 1, 5 mit den Worten citirt: „EvangeHsta testimonium ferente*'; c. 45 (p. 164) heisst es: „Sed et sanctus loannes maxi- mus evangeHstarum ait" (Joh. 1, 16) und c. 35 (p. 131) liest man: „Sed et spiritus evangelista Matthaeus diligenter signifi- cavit domini nostri Jesu Christi sermonem: Videte ne quis vos seducat etc." Betrachtet man aber diese drei Stellen genauer, so wird man die dritte hier wohl ausscheiden dürfen. Wie sie lautet, ist sie grammatisch unerträglich. Entfernt man indess die beiden Worte „evangelista Matthaeus" als eine Glosse, so ist der Satz nicht zu beanstanden. Es bleiben mithin nur die beiden Johannescitate. Vielleicht ist es nicht zufällig, dass nur für den johanneischen Prolog der bestimmte Evangelist ge- nannt ist. Auch wo man das Diatessaron las, wird man doch gewusst haben, dass der evangelische Abschnitt vom Logos dem Johannes gebührt. Hier ist die ausdrückliche Nennung des Verfassers am wenigsten auffallend. Aber wenn man diese Er- klärung nicht gelten lassen will — ein Text, der durch die Hände zweier üebersetzer gegangen ist, kann sehr wohl in den evangelischen Citationsformeln Correcturen erlitten haben. Der Umstand, dass eben nur zwei Steilen der Hypothese der Be- 142 ^^^ Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. nutzung des Diatessarons gefährlich sind, darf umgekehrt unter den ungünstigen Verhältnissen, die hier bestehen, als beachtens- werth constatirt. werden. Auf jeden Fall brauchen wir uns durch die hier vorliegenden Beobachtungen nicht abschrecken zu lassen, die aufgestellte Hypothese zu erproben. Schliesslich sei noch bemerkt, dass der Verfasser der Acta eine nar einjährige Lehrwirksamkeit Jesu annimmt*'). Zahn hat (a. a. 0. S. 249 — 260) nachzuweisen gesucht, dass Tatian die Lehrwirksamkeit Jesu über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren ausgedehnt habe. Dies mag richtig sein; aber wie sich die Annahme einer einjährigen Wirksamkeit Jesu noch hie und da erhielt auch in solchen Kreisen, welche das Johannes- evangelium lasen, so kann diese Annahme bei unserem Ver- fasser nicht als Gegenargument gegen seine Benutzung des Diatessarons verwendet werden. DieEvangeliencitatein den Acten des Archelaus sind der be- quemeren Uebersicht wegen im Folgenden in drei Gruppen getheilt worden. In die erste Gruppe sind solche Citate aufgenommen wor- den, die für die vorstehende Frage indifferent sind, in die zweite diejenigen, welche der Annahme einer Benutzung des Diatessa- rons ungünstig sind oder zu sein scheinen, in die dritte end- lich solche, welche jene Annahme in köherem oder geringerem Masse stützen oder zu stützen scheinen. Zur Vergleichung ist der Text des Diatessarons herangezogen worden, wie ihn Zahn (a. a. 0. S. 112—219) construirt hat; Abweichungen an einigen Stellen sind dabei vorbehalten. Von einer Benutzung des latei- nischen Tatians musste abgesehen werden; denn auch bei Vor- aussetzung einer gemeinsamen Wurzel liegen dort und hier so viele Willkürlichkeiten dazwischen, dass eine Vergleichung von vornherein für fruchtlos gelten durfte. L Die grosse Masse der Evangeliencitate in AM (Acta disp. Archelai et Manetis) muss leider der ersten Glasse zu- geschrieben werden, und zwar aus sehr verschiedenen Gründen. Bald ist in T (Tatiani Diatessaron) auf die betreffende Stelle 6) S. c. 34 (p. 127): „Nee in aiiquo remoratus dominus noster lesus inti'a unius anni spatium languentium multitudines reddidit sanitati''; c. 50 (p. 182): „Dißcipuli Christi per aanum integrum manserunt cum eo". Die Acta Archeiai m\d das Diatessaron Tatians. j[43 nur angespielt, bald in AM; viele Stellen fehlen in T, wie er auf Grund der bisherigen Zeugen wiederhergestellt werden konnte, überhaupt; andere finden sich zwar, aber T und AM weichen vom Vulgärtexte häufig nicht ab, so dass ein Schluss nicht er- laubt ist. Immerhin aber haben die letzteren Fälle doch eine gewisse Bedeutung, namentlich dann, wenn die Zahl der ent- schieden günstigen Fälle (Gruppe III) eine erhebliche s^in sollte. T und AM haben nämlich in Gruppe I, soweit sie beide für einen Spruch den vollständigen Wortlaut liefern, denselben in der gleichen evangelischen Recension. In die erste Gruppe sind folgende Citate in AM zu rechnen: Mt. 2, 13 (p. 161); 2, 16 (p. 161): 3, 7 (p. 120); 3, 16 (p. 179); 3, 17 (p. 178. 183); 5, 3 (p. 144. 151); 5, 8 (p. 153); 5, 17 (p. 143); 7, 6 (p. 202); 7, 15 (p. 153): 7, 24 (p. 167); 8, 26 (p. 162); 10, 10 (p. 150); 10, 28 (p. 167); 10, 34 (p. 162. 201); 10, 37 (p. 172); 10, 40 (p. 169); 12, 32 (p. 177); 13, 11 (p, 99); 13, 13 (p. 202); 13, 25 (p. 74); 14 (p. 161); 14, 25 (p. 162); 15, 24 (p. 169); 17, 2 (p. 162); 18, 21 (p. 117); 19, 11 (p. 99); 22, 29 (p, 109); 22, 40 (p. 153); 23, 27 (p. 153); 21, 4.5 (p. 131); 24, 23 f. (p. 131. 134)"^); 25, 41 (p. 200); 25, 44 (p. 14(1); Mr. 2, U (p. 144); Lc. 4, 34 resp. Mr. l, 24 (p. 174); 10, 22 (p. 136); 12, 49 (p. 200); iG, 16 (p. 75. 145); 16, 19 f. (p. 150); 23, 34 (p. 161); Joh. 1, 12 (p. 109); 5, 17 (p. 115); 5, 45 f. (p. 149. 165); 8, 44 (p. 74. HO. 118. 120. 126); 10, 27 (p. 99); 13, 27 (p. 126); 14, 12. 15. 16. 18; 16, 8. 14. 28 (p. 107. 127. 128)»); 19, 37 (p. 182). IL In die zweite Classe gehören nur nenn Fälle: 7) In v. 24 hat AM den Zusatz „falsi apostoli". Denselben bieten auch Justin (Dial. 35), Hegesipp (Euseb. h. e. IV, 22), die clementinischen Homihen XVI, 21 und TertuUian (de praescr. 4). S. Anger, Synopae I). 274. 195. Semisch, d. apostol. Denkwürdigk S. 391. S) C. 16, 8 wird von Mani (p. 73) citirt: „ad arguendum mundum de peccato et de iniustitia" (c. 27 p. 107 findet sich das Herkömmliche). Zacagni bemerkt dazu: „Videtur hie locus a Manete vel ab imperito li- brario cori-uptus; nam in sacro textu iustitia scribitur contrario sensu. Varia autem sacrae scripturae loca dolose intei-polasse atque corrupisse Manetem diserte Archelaus asserit infra cap. 53 et ex Epiphanio colligitur in eiusdem liaeresi num. 56". Vielleicht darf hierher die Beobachtung gezogen werden, dass Mani in seinen Reden das „spiritu" Mtth. 5, 3 nicht beachtet (c. 40 p. 144; c. 42 p. 151); während, wie oben gezeigt worden» man sich auf Mtth. 7, 18 (c. 5 p. 45) nicht berufen darf. 144 ^i^ Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. 1) Mt. 11, 11 lautet in AM (c. 49 p. 177): ..Maior in natis mulierum nullus surrexit Joanne baptista; qui autem minor est, in regno caelorum maior est illo"'^). In T heisst der Spruch (Zahn § 26 S. 145) nach Ephraem: „Amen dico vobis, quod nullus maior est Joanne inter natos mulierum; sed qui minimus est in regno caelorum, maior est eo". Matthäus und Lucas (7, 28) unterscheiden sich bei Wiedergabe dieses Verses darin, dass Matthäus den Spruch mit „Amen" beginnt, „non surrexit" giebt (Lucas: „nullus est"), „baptista" zu „Joannes" hinzufügt und „regnum caelorum" (Lucas: „regnum dei") setzt. Von diesen Eigenthümlichkeiten hat T die erste und vierte, während er sonst den Lucastext bietet; AM aber giebt den Text nach Matthäus mit der einen Ausnahme, dass er nicht „non", son- dern mit Lucas „nullus" liest. 2) C. 47 (p. 171) sagt Manes, um zu beweisen, dass Christus kein wirklicher Mensch gewesen sei: „sed et Davidis esse non dignatur audire". Auf welche Perikope sich dieser Satz be- zieht, ist nicht auszumachen. Die Disputation über die Davids- sohnschaft (Mt. 22, 42 f) hat höchst wahrscheinlich in T ge- fehltj und in der Perikope vom kananäischen Weib bot T die Worte „Sohn Davids" nicht ^^); indessen hat der Mani der Acten unzweifelhaft marcionitische Schriften gelesen, wie unter anderem die von ihm angeführten Antithesen beweisen. Ob Christus ein Sohn Davids sei, war aber einer der wichtigsten Controvers- punkte zwischen der Kirche und den Marcioniten. Also kann es nicht auffallen, dass auch Mani diese Frage berührt, und dass er sie berührt, kann keine Instanz gegen die Annahme sein, der Verfasser der Acten habe bei seinen evangelischen Citateu — um ein solches handelt es sich hier iiicht — T benutzt^*). 3) C. 42 (p. 153) wird in AM Lc. 5, 34 genau citirt; der- selbe Spruch stand aber in T nach der Fassung Mr. 2, 19 (Zahn § 14 S. 130). 4) T bietet (Zahn § 27 S. 14t)) den Text nach Mr. 3, 27: 9) So theilte der Verfasser der Acten ab und bezog den „minor" auf Jesus selbst. 10) S. Ztschr. f. Kirchengescb. IV S. 479. Zahn, a. a. 0. S. 71. 84. 309. 11) Die Stelle c. 34 (p. 126) kommt nicht in Betracht. Die Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. 145 „Nemo potcst iutrare in domum fortis et depraedari tliesaurum eius, nisi prius fortem ligaverit, et tiinc tliesaurum eius deprae- dabitur"'2)^ j^^l dagegen beginnt in der Form des Matthäus (12, 29): „Quis enim potest introire in domum fortis et diripere vasa eius", und scliliesst daran den kurzen Nachsatz: „nisi illo sit fortior". Dieser Nachsatz ist schwerlich eine Reminiscenz aus Lc. 11, 22 („si autem fortior illo venit"), sondern ist als eine willkürliche Verkürzung zu beurtheilen. Auf die Differenz „Nemo potest" — „Quis enim potest" allein ist aber schwer- lich Gewicht zu legen. 5) In dem von Cyrillus allein bewahrten griechischen Stücke der Acten wird citirt (p. 203): T(p yäg s'xovtl doO^Tjascat, cctto 6s Tov jnJj l^xovTog ymI 0 Soxsl ^xsiv agd^iqGSTai,, also nach Lc. 8, 18. Ebenso giebt T den Spruch nach Lc. (§ 19 S. 137 f.): „Qui habet dabitur ei, et qui non habet, etiam quod putat se habere, auferent ab eo". Soweit wäre alles in Ordnung; ein Bedenken kann nur daraus entstehen, dass in T (wie in Mr.) der Spruch im Rahmen der Bergpredigt seine Stelle hatte (Zahn S. 139), während er in AM einem Citat nach Mt. 13, 13 folgt, also in der Vorlage im Zusammenhang der Parabelrede gestanden zu haben scheint. Allein dagegen ist folgendes zu bemerken: 1) Auch AM hat den Spruch in dej; Fassung des Lucas und nicht in der des Matthäus, 2) auch Lucas hat den Spruch in Verbindung mit einem Satze gegeben, der der Berg- predigt angehört (8, 16)^^), 3) die beiden Citate folgen in AM nicht unmittelbar auf einander, so dass der Annahme nichts im Wege steht, der Verfasser habe die Sprüche frei combinirt. Somit ist das erhobene Bedenken nicht von Gewicht. 6) C. 38 (p. 140) heisst es in AM: „Discedite a me in ignem aßternum, operarii iniquitatis". Dies ist Mt. 25, 41; aber die „operarii iniquitatis" stammen aus Lc. 13, 27; Mt. hat: ymi^j- Qccfxivoi. In T steht (§ 80 S. 201 nach Aphraates) der reine Matthäustext. Hier bleiben die beiden Möglichkeiten offen, dass entweder der Text des Aphraates keine treue Wiedergabe von 12) Die Bemerkung Zahns (S. 147), die Satzform sei mehr nach Mr., der Inhalt mehr Mt., ist nicht richtig, da Mr. und Mt. nur in der Satz- form ditferiren. 13) Gegen Zahn S. 139. Texte uad Üatersuchungen I, 3. JQ 146 Die Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. T ist, oder dass der Verf. oder der Uebersetzer der Acten ge- dächtnissmässig Mt. 25, 41 mit Lc. 13, 27 verbunden hat. 7) C. 24 (p. 99) wird in AM Job. 1 , 5 also citirt: „Lux lucet in tenebris". T bietet (§ 1 p. 113) „bacebaf". Auf diese Dilferenz wird unter Berücksichtigung der zwischen liegenden Versionen Niemand etwas geben wollen. S) C. 42 (p. 151) ist auf die Perikope vom Scherflein der Wittwe angespielt (Mr. 12, 41f. Lc. 21, If.); n^ch Zahn (S. 84f.) soll sie in T ganz gefehlt haben. Allein eine irgend\'kde erheb- liche Wahrscheinlichkeit lässt sich für diese Hypothese nicht erbringen. 9) Aus der Perikope der Abweisung der Mutter und der J3rüder durch Christus ist von Zahn in T nur ein Satz con- statirt (§ 30 S. 150): „Ecce mater tua et fiatres tui quaerunt t&\ Dieser Satz gehört Mr. (3, 32) an. In AM c; 47 (p. 170) citirt Mani: „Quidam ei aliquando dixit: Maria mater tua et fratres tui foris stant . . , eum, qui dixerat increpavit dicens: Quae est mater mea, aut qui sunt fratres mei? et ostendit eos, qui facerent voluntatem suam, et matres sibi esse et fratres'*. AM hat unzweifelhaft einen gemischten Text (Mt. 12, 47 ist Interpolation) nach Mt. und Lucas; den Satz aber, welcher in T nach Marcus gestanden hat, hat AM, wie es scheint, nach Lucas aufgenommen. Indessen fragt es sich, ob in T der Satz wirklich so, wie oben bemerkt worden ist, gelautet hat. Ephraem citirt ihn in einer antimarcionitischen Polemik (p. 122 ed. Moesinger) und legt dem Marcion selbst den Satz in den Mund. Es ist also sogar unwahrscheinlich, dass wir aus Ephraem an dieser Stelle den Text des Tatian zu erheben berechtigl. sind. Damit fällt aber der Einwurf gegen AM, und es bleibt nur zu bemerken, dass AM einen gemischten Text aufweist. Sclüiess- lich ist noch zu constatiren, dass c. 17 p. 171 -auch in AM das „Ecce", welches Mr. und T bieten, gefunden wird: „Uli erim. qui dixerat: Ecce mater tua foris stat, respondit: Quae mihi est mater aut fratres? Zusammenfassend darf man sagen, dass die sub 2, 5, 7, S, 9 genannten Fälle nichts gegen die Annahme einer Benutzung von T in AM beweisen; 1, 4, 0 können bedenklich erscheinen. Die sub 3 aufgeführte Stelle allein widerspricht der Annahme. Die Acta Ai-ch(;1ai und du« Diatessaroii Tatians. 147 IIL Li die dritte Klas.se dürfen 16 Fälle anfgenommen werden. 1) Die Versuchungsgeschichte ist in T (§ 10 S. 125 f) sehr kunstvoll aus den synoptischen Berichten zusammengesetzt, indem Mt. 4, 1 f. die Grundlage bildet ^ *). Soweit der Text in AM vorhanden ist, stimmt er mit T, „S tat im in desertum a spiritu ductus est lesus, ut tentaretur a diabolo" (c. 50 p. 182) . . , „quadraginta diebus ieiunavit" (c. 44 p, 161) . . . „Si filius es dei*' (p. 182) .... „Vade post me, Satana . . . dominum deum tuum adorabis, et ipsi soli servies*' (c. 32 p. 120). 2) In AM (c. 22 p. 93) lautet ein Citat: „Nemo lucernam accendens ponit sub modio, sed super candelabrum , ut luceat Omnibus qui in domo sunt*'. Mt. 5, 15 lautet der Spruch: ovös '/Miovatv Xvyj'ov y.ai TiS-iaötv avTOv v;co tov fnoöiovy dX?J snl Tt)v XvxvlccVj Kai Xa/nnei näoiv rolg ev tSj olytia. Lc. 8, 16 und 11, 33 dagegen: ovdeig Xvyvov axjjag v.. 9) C. 21 (p. 91) 'finden sich in AM Fragmente aus der grossen Rede Jesu gegen die Pharisäer. Dieselbe ist für T aus Ephraem und Aphraates nur sehr unvollständig und un- genau zu reconstruiren (g 77 S. 197). Indessen ist soviel ge- wiss, dass Tatian auch hier Mt. 23 mit Lc. 11, 39 f verschmolzen hat (Mr. 12, 38 f.). In AM lässt sich dieselbe Verschmelzung nachweisen. Das „camelum glutire" ist aus Mt. 23, 24. Der Spruch: „Vae vobis scribae et Pharisaei hypocritae, quare quod deforis est catini et calicis lavatis; quod autem intus est, im- munditia plenum estV Aut nescitis quia qui fecit quod foris est, et quod de intus est fecit", ist aus einer Combination von Mt. 23, 25 mit Lc. 11, 39 entstanden. Bei Aphraates steht der Spruch anders; aber gerade hier ist sehr wahrscheinlich, dass wir eine gedächtnissmässige Reproduction zu erkennen haben. In AM wird ferner noch auf Mt. 23, 23 (Lc. 11, 42) und auf Mt. 23, 6. 7 (Lc. 20, 46. Mr. 12, 38) angespielt. Hierbei kommt auch der Ausdruck „}»rimos discubitus in coenis" vor '^'). Aphraates (s. Zahn, a. a. 0. g 77 n. I) bietet das „primos" niclit, was Zahn weder zu belegen noch zu erklären wasste. Es ist wohl auch hier W^illkür des Aphraates anzunehmen. 10^ Cod.: „primos tliscipulos .subitos", was aus einer Dittogvaphie von discubitus entstanden sein luuss Die Acta Archclai und das Bialei^saron Tatians. 151 10) C. 40 (p. 144) wird in AM mit den Worten: ,,sed et discipvilüs in die sabbati vellere spicas ac manibus conlnciire non proiiibet", auf die Inkanisclie Recension der Perikope (Lc. 6, 1) hingewiesen; denn weder Mt. noch Mr. bieten das „confricare manibns". Aber auch T (§ 15 S. VM) hat: ,,evellere et fricare". 11) C. 40 (p. 14 4) heisst es in AM: „uoster dominns percii- tienti unam maxijlam iubet (iuberet) etiam alteram praeparari''. Das ist Lc. 6, 29, nicht Mt. 5, 39, wo de^idv steht. Es bietet aber auch T (§ 17 S. 133): „Qui percutit maxillam tuam, porrige ei et alteram parteni" (so Ephraem p. 65 bis, j). 69 bis, p. 70), resp.: „si quis te percusserit in maxillam, praebe ei et alteram" (so E p. 133). Der Matthäustext ist auch hier durch Lc. ersetzt. 12) Der nur von Lc. überlieferte Spruch vom Fall des Sa- tans (10, 18) findet sich sowohl AM c. 20 (p. 90, s. p. 119), als auch T § 29 (S. 148). 13) Ebenso steht der folgende, allein von Lc. bewahrte Spruch (10, 19) in AM (c. 32 p. 122): „Dedit enim nobis pote- statem calcandi super serpentes et scorpiones et omnem virtu- tem inimici", und in T (§ 29 S. 148): „Ecce dedi vobis pote- statera calcandi sei'pentes et scorpiones et omnem virtutem inimici", gleichlautend. 14) G. 45 (p. 164) — den Hinweis auf diese Stelle ver- danke ich Zahn — wird vom Verfasser der Acten Joh. 1, 17 eng mit dem vorhergehenden Verse verbunden. Das yaqiv avrl XaQiTog soll sich darin zeigen, dass die Christen in dem mosai- schen Gesetz die erste xctQig erhalten haben, an deren Stdle dann durch Christus eine andere ys^Q^i getreten sei. Moses, d. h, das Gesetz, wird zwar schon gegenüber den Zauberern als „veritas" bezeichnet, da es ex plenitudine Jesu stammt, aber durch Christus ist doch noch eine andere ,,gratia in nobis com- pleta" („Vides, quomodo lamnem et Mambrem hominibus coni- parat corruptis mente et reprobis circa fidem; Moysen vero veritati. Sed et S. Joannes . . ait, gTatisim gratia praestare et differe; ex plenitudine enim Jesu legem Moysi accepisse nos dicit; aliam autem gratiam pro illa gratia per lesum Christum esse completam in nobis"). Diese Exegese fügt sich nicht wohl 152 r>i^ Acta Archelai und das Diate.ssaron Tatians. ZU dem überlieferten Texte Joli. 1, 16*17; sie fügt sich ent- schieden besser zu dem Texte in T, wie Ephraem ihn gegeben (§ (5 S. 121): ,;Per Moysen lex data est, sed veritas "eins per lesum facta est", obgleich auch so nicht alle Schwierigkeiten weggeräumt sind. 15) In dem giiechisch erhaltenen Stück von AM (c. 5 p. 46) wird auf Joh. 1, 18 angespielt in den Worten: /.at tov f.iovoyev?) zov sx twv aoItkov tou jiaiQOQ /.araßcivrcc Xqiotov; c. 7 (p. 52) lesen wir: tov viov avrov aTtlaxeuev o (rya^og /cazTJQ SA tcov '/.öXnvjv; c. 47 (p. 169): ,,ipse testimoniura dat, quia de sinibus patris descendit". Hieraus darf geschlossen werden, dass der Evangeiientext, welcher AM zu Grunde hegt, gelautet hat: 6 (.tovoysvrjg (vwg) 6 lov sk twv Y.olmov tov na- tqÖc, gegen den Vulgärtext. An dieser Annahme kann nicht irre machen, dass c. 32 (p. 121) zu lesen steht: „Dominum nemo vidit unquam nisi unigenitus filius, qui est in sinu patris"; denn dieses Citat, wie es sich denn auch ebenso Iren. III, 11 findet, ist augenscheinlich vom üebersetzer dem ihm geläufigen Texte conform gemacht. Es heisst aber auch in T (§6 S. 121 n. 6), wie Zahn gezeigt hat: „unigenitus, qui est ex sinu patris". 16) C. 47 (p. 169) liest man in AM: „Non veni facere voluntatem meam, sed eius qui misit me". Zacagni hat für dieses Citat auf Joh. 6, 38 verwiesen: otl YMTaßeßrjxa aicö tou oigavou ov% %va tiouo t6 d'iXrifj.a to suov , aXXa to ^ih]ua TOV TrifiapavTog (.u. Diese Stelle ist auch gewiss gemeint; da sie aber nicht genau wiedergegeben ist, so könnte man auch an Joh. 5, 30 denken. In T aber lesen wir nach Ephr. 234 (§ 35 S. 156) fast wörtlich wie in AM: „Non veni facere voluntatem meam, sed voluntatem eius qui misit me". Dazu bemerkt ZmIiu (n. 4): „Auf Joh. 5, 3(1 wir-i das nicht zurück- gehn". AM bestätigt also hier, dass in T das xavaßißrjya dno TOV ovQCivov ovx i^'Ci noLw durch das einfache ,,non veni facere" wiedergegeben war. Die in dieser Zusammenstellung aufgeführten Fälle sind für die Entscheidung der Frage, ob in AM \virklich T l^enutzt ist, von verschiedenem Gewicht. Am belangreichsten sind die Nrr. 1; 4; 5; 15; 16; verhältnissmässig am unbedeutendsten die NiT. 3; 6; 10—13; mehr Gewicht kommt Nrr. 2; 7—9; 14 zu. Immerhin darf man sagen, dass das Vorurtheil, der syrische Die Acta Arclielai und das Diatessaron Tatians. 153 Verfasser der ilcta Archelai habe aus dem Diatessaron ge- schöpft, durch eine genaue Untersuchung der von ihm beige- brachten Evangeliencitate nicht erschüttert, sondern verstärkt wird. Es darf mithin für wahrscheinlich gehalten werden, dass die Lückenhaftigkeit und Unsicherheit des Beweises für diese These wirklich lediglich in der besonders ungünstigen Art der Ueberlieferung von T und AM ihren Grund hat. Zur handschriftlichen Ueberlieferung der griechischen Apologeten. 1. Der Aretliascodex, Paris. Or. 451. Von Oscar v. Gebhardt. Der neuste Herausgeber der griecliischeii Apologeten, v. Otto, hat sich in der wenig beneidenswerthen Lage befunden, sein liüstzeug durchweg au3 zweiter Hand beziehen zu müssen. Hieraus erklärt sich ein Hauptgebrechen des Corpus Apologe- tamm: die ün Vollständigkeit und Unzuverlässigkeit des kriti- schen Apparates. Einem anderen Mangel, welcher sich zum Theii aus dem eben genannten erklärt, hat neuerdings Harnack abzuhelfen gesucht ^). Er ist dabei von der Voraussetzung aus- gegangen, dass die von Otto dargebotenen Angaben dazu ge- eignet seien, einen richtigen Einblick in das Verhältniss der Handschriften zu einander zu gewälii'en. Diese Voraussetzung aber trifft, wie wir zu beweisen in der Lage sind, nicht zu. Wenn es Harnack nichtsdestoweniger gelungen ist, zwischen WerthvoUem und Werthlosem mit hinreichender Bestimmtheit zu scheiden, so wird man seinem Scharfblick zwar alle Achtung zollen, die von ihm gewonnenen Iiesultate aber nur insoweit gutheissen können, als sie sich an einer erneuten, zuverlässigen Erhebung und Prüfung des gesammten Materials bewähren. Und in der Hauptsache, das mag hier gleich vorausgeschickt werden, bewähren sie sich in der That. Ja die richtige und 1) Die Ueberlieferung der griecliischen Apologeten des zweiten Jahr- Imudcrts (Texte und Untersuchungen 1. II). Leipzig 1SS2. S. 1 — 97. Dor Avothascodex, Paris. Gr. 151. 155 Yollsüindige Keimtuicjs des liandsciiriftliclien Bostaiides dient sogar dazu, di\s HauptT(3Sultat der liarnack'schen ünfccrsuclnmg gegen Einwände zu sichern, welche bereits von beachtenbwerther Seite dagegen erhoben worden .sind. Den Nachweis, dass der Ärethascodex, Paris. 451, ursprüng- lich auch die Apologie Tatians enthielt, hat Harnack über- zeugend ixeführt. Diese Entdeckung setzte ihn in den Stand, eine ganze Gruppe von Handschritlen, Avelche bisher in der Luft schwebten, auf ihren Ursprung zurückzuführen. Aber gerade hiermit ist er auf Widerspruch gestossen. Zwar dass der Cod. Mutiu. III. D. 7 eine Abschrift des Paris. 451 ist, wird auch von Zahn anerkannt; aber die unmittelbare Herkunft des Cod. Paris. 174 und des Cod. Marc. 343 aus eben demselben Arche- typus glaubt er bestreiten, und ausserdem für den Cod. Fris., die Grundlage der ed. princ. des Tatian» einen selbständigen Werth in Anspruch nehmen zu müssen '^). Hätte es damit seine Kichtigkeit, so geriethe der fesfe Boden, welchen Harnacks Untersuchung zu gewährleisten schien, aufs neue ins Schwanken, und wir wären jetzt wieder ziemlich so weit wie wir vorher waren. Vom Cod. Marc. 343 sehen wdr hier ab; dass auch er weiter nichts ist als eine hier und da etwas frei behandelte Abschrift aus dem Paris. 451, wird in anderem Zusammenhange nach- zuweisen sein ■^•), Die Gründe aber, welche Zahn gegen die Herkunft des Paris. 174 aus dem Ärethascodex geltend macht, werden hinfällig, sobald man die irrigen Angaben v. Otto's berichtigt, und was der Cod. Fris. vor den übrigen Valerian- handschriften voraus hat, erklärt sich zur genüge aus seinem Verhältniss zum Marc. 343, weichen v. Otto für die erste Auf- lage des Tatian noch nicht hatte vergleichen lassen können. „Man muss zu sehr künstlichen Annahmen greifen", schreibt Zahn a. a. 0.. „um diesen (den Paris. 174) für eine direkte oder indirekte Abschrift aus Paris. 451 halten zu können. Der ,sorgfältige und kenntnissreiche Schreiber' (Harnack S. 58), 2) Tlieolog. Literaturl )latt. Herausgegeben von C. E. Luthardt. Leipzig 1S82. Sp. 210 11. 3) Die definitive Erledigung dieser Frage steht von Herrn Dr. Ernst Maass zu erwarten, welcher die Praepar. ev. im Marc. 343 mit dem Paris. 451 grenau verorliche« hat 156 2^^ handficliriftlichen Ueberlieferung der Apologeten. welcher in dem Paris. 174 einige bessere LAA gebracht haben Süll, müsste z. B. in einem Exemplar der sibjllinischen Bücher (^iu gar nicht näher bezeichnetes Citat des Athenagoras (Suppl. 30 n. 7) aufgesucht, glücklich gefunden und darnach den Text seiner Vorlage korrigirt haben". Gewiss, das ist kaum glaub- lich. Aber an der angeführten Stelle bietet Paris. 174 gar nicht x.a«, wie v. Otto angiebt, sondern di), wie der Arethascodex. — „Er"(nämhch der Schreiber des Cod. 174), fährt Zahn fort, „müsste nicht nur die unerträgliche, von Har- nack S. 58 nur seltsam aber korrekt befundene Ehsion löi adeXcpfj (Supplic. 32 n. 4) getilgt, sondern auch das darin unter- gegangene, rhetorisch ganz unentbehrliche de herausgefunden haben. Es scheint mir offenbar zu sein, dass das von Otto nach anderen Hss. aufgenommene 6^ löla ädelq^f^ die gemein- same Wurzel des unmöglichen Arethastextes und des verkürzten Textes in Paris. 174 ist". Auch diesem Urtheil mag man gern beipflichten. Aber der Ai;ethascodex bietet gar nicht, wie V. Otto angiebt, yvvaiy,l Iöl adeXtffiy sondern yvvai'/.iöiadelq^ili (so, ohne Worttrennung, Spiritus und Accente, bis auf den Circumflex über dem r^). Hieran müsste jeder Abschreiber Anstoss nehmen und durch Conjectur zu lielfen suchen, so gut es eben ging; dass dabei der eine oder andere auf das ursprünghche yvvar/.iÖLÖiaadE?^q>r]i verfiel, kann doch nicht überraschen, da es gewiss sehr nahe liegt ^). Der Einwand, den Zahn gegen Harnacks Beurtheilung des Cod. Fris. erhoben hat, erledigt sich, wie schon erwähnt, durch den Antheil, welchen der Cod. Marc. 343 an der Ent- stehung desselben hat. Die Art aber und der Umfang dieses Antheils, wie die Entstehung des Cod. Fris. überhaupt, muss einer besonderen Untersuchung vorbehalten bleiben. Für unseren gegenwärtigen Zweck wird die Constatirung der Thatsache ge- nügen, dass die 38 Lesarten, welche mit vorgesetztem 'al,' am Rande der ed. princ. stehn, sich sämmtlich als dem Marc. 343 entnommen erweisen ^), während von den mit einem Kreuz oder 4) Der Fehler reicht übrigens wahrscheinlich über den Paris. 451 hinauf — vorausgesetzt, dass der Argentorat. wirklich, wie v. Otto an- giebt, yvvaixl 16l a6sX(pfj bot. 5) In drei Fällen, welche hiervon eine Ausnahme zu bilden scheinen, liei?cu wahrscheinhch Druckfehler oder Versehen des Herausgebers vor D<3r Aretliascodex, Paris. Qv. 451. 157 Stern oder gar nicht weiter bezeichneten Randlesarten 29 eben- falls mit dem Marc, übereinstimmen*'). Man wird es hiernach wenigstens nicht für unwahrscheinlich halten, dass das aoroo- voiiish', welches die ed. princ. des Tatian c. 1 n. 9 hat, während es in zwei (oder mehr?) Valerianhandschriften, wie im Paris. 174, fehlt, gleichfalls aus dem Marc. 343 stammt. Dieser nämlich bietet es in der That. Dient somit, wie wir gesehn haben, in einzelnen Fällen die genauere Kenntniss der Handschriften den Resultaten Har- nacks zur Bestätigung, so liegt es andrerseits nahe anzunehmen, dass das fehlerhafte Material, mit welchem die Untersuchung operirte, nicht ohne hemmenden und trübenden Einfluss auf die Resultate derselben geblieben sein kann. Ob und in welchem Masse dies thatsächlich der Fall gewesen ist, lassen wir einst- weilen dahingestellt. Es soll an dieser Stelle zunächst nur der Beweis dafür erbracht werden dass, wie wir oben behauptet haben, die von Otto dargebotenen Angaben nicht dazu ge- eignet sind, einen richtigen Einblick in das Verhältniss der Handschriften zu einander zu gewähren. Zwei Beispiele werden genügen, diese Behauptung zu erhärten. Bei der ßeurtheilung des Verhältnisses, in welchem der Archetypus der von Valerian geschriebenen Handschriften zum Paris. 174 steht, hat Harnack u. a. mit dem Umstände zu rechnen, dass v. Otto bei seiner Recension des Tatian textes an 22 Stellen angeblich die Lesart des Cod. Paris, verlassen hat, um sich einer oder mehreren jener jüngeren Handschriften anzuschliessen ^). Wenn nun auch Harnack eine Berechtigung hierzu nicht überall anerkennt, so bleiben doch mehrere Fälle übrig wo sich nichts dagegen sagen lässt, und dieser Umstand rausste bei der Formulirung des Schlussuitheils über den Arche- typus der Valerianhandschriften wesentlich mit ins Gewicht ß) Von jenen 29 Lesarten stimmen die meisten übrigens auch mit Paiis, 174. Das auffallendste aber ist, dass von den durch beigesetztes 'lego' oder 'forte' als Conjecturen bezeichneten Lesarten mehr als der vierte Theil, nämlich 16 sich auch im Cod. Marc. (resp. in diesem und dem Paris. 171) finden. Das beweist jedoch nur, wie unvollständig die Kunde vom Cod. Marc, war, welche dem Herausgeber dm'ch den Cod. Fris. ver- mittelt wurde. 7) Texte und Untersuchungen J. II. S. 18 ff. 15%^ Zur hau dschiiftli eben Ueberliefevun0(.ih(i)r, sondern ytrofUrior, c. 19 n. 9 nicht 'Äi^pt')(^rig ßLog, sondern y.zr^vcüdrjg y ^iqQWjdrig ßiog, c. 19 n. 10 nicht dyador, sondern dyad-cov, c. 19 n. 21 nicht ev tui cpOaQzo) acof-t., son- dern iv (f^ccQivt TU) üwf.1., c. 20 n, 1 rj ipvyj) nicht nach uh- Tog, sondern vor Aalf" havi^v, c. 20 n. 5 nicht hieidi., sondern hp€iy c. 21 n. 11 (von erster Hand) nicht /.riiaig, sondern y.xloig^ c. 21 n. 2! onÖT ttv, c. 22 n. 5 ovöi luäg, c. 22 n. 11 dXlo- TQUtjv ohne -zutv^ c. 22 n. 12 nicht */, sondern zoff, c. 23 n. 10 oliog nicht nach, sondern vor orx taxtv. ebendas, ydftog ohne 0, c. 23 n. 13 rpraiÄ. t'vö. ohne t}]r, c. 23 n. 15 jreQi ziig dva- lÖO Zur handschriftlichen üeberlieferung der Apologeten. öTixaetogf c. 24 n. 9 nicht ^iriöSf sondern f-iriy c. 24 n. 11 toutov ohne ar, c. 25 n. 13 nicht övTOgy sondern dovvog. Die Collation der beiden Schriften des Athenagoras nach dem Cod. Paris. 451 hat v. Otto ebenfalls von Hase empfangen; wir erfahren aber, dass letzterer sich dabei der Hülfe eines Griechen namens Sypsomos bediente. Nach der Beschaffen- heit der Arbeit zu urtheüen, kann Hase's eigener Antheil daran nur ein sehr geringer sein; dass sie völlig untauglich ist, wird nun als erwiesen gelten können ^ '). Welchen Einfluss diese Beschaffenheit des Materials nament- lich auf die Untersuchung des Verhältnisses zwischen Paris. 45 1 und Paris. 174 üben musste, kann man sich leicht vorstellen ^^). Wir erinnern, um lüerfür nur ein Beispiel anzuführen, an die Schwierigkeit, welche das in der Schrift de resurr. c. 7 (n. 8) vom Paris. 174 dargebotene, im Paris. 451 angeblich fehlende ov xoXijg ov Ttvsvf^azog Harnack bereitet hat (S. 60 f.). Die Lösung ist in Wirklichkeit eine sehr einfache: die Worte fehlen zwar im Text des Paris. 451, sind ihm aber, und zwar von erster Hand, am Rande beigeschrieben und von dorther, wie so manches andere, in den Text des Paris. 174 übergegangen. Wir räumen die Möglichkeit gern ein, dass die im bis- herigen von uns charakterisirten CoUationen aus den beiden 11) Welche Stücke des Cod. 451 Hase und welche Sypsojnos ver- glichen hat, ist aus v. Otto 's Angaben nicht zu ersehen. Er schreibt (Corp. Apolog. Christ. Yol. VII. lenae 1857. Prolegom. p. XIV): 'Equi- dcm lectiones, quae hunc editorem (sc. Maranum) latuerunt, uua cum scholiis, quae nunc primum prodeunt, acceptas refero humanitati Caroii Benedict! Hase, illustrissimi librorum mstormn illius bibliothecae con- servatoris: is quippe egregium codicem, rogante me, denuo inspexit et quae ipse enotavit, vel ex parte per virum eruditissimum Zvxpco/jiov, graeco genere natum, enotanda curavit, ad me transmisit ut ederentur'. Irren wir nicht, so hat Hase nur die Cohortatio selbst verglichen; die Zahl der irrigen Angaben ist hier eine weit geiingere. 12) Eine ungleich genauere Vergleichung der Pariser Handschi-iften als V. Otto, bietet Nolte im 6. Bande der Migne'schen Patrol. Gr., Col. 1709 — 1816. Sie scheint aber Harnack ganz entgangen zu sein. Zu der im Texte sogleich zu erwähnenden Stelle de resurr. c. 7 bemerkt Nolte freilich nur: 'ov X' ov nv, A marg.', ohne anzugeben — worauf es afcfova geschrieben, c. 13 (p. 5S 1. 4) statt ovaQ TL zuerst, wie es scheint, ov nori, c. 25 'p. 136 1. 7) statt nkX ä?.öyu)i zuerst «AA« Xöywi. In vielen Fällen ist die Worttrennung ganz Der Arethascodex, Paris. Gr. 451. t77 der Vorlage lässt sich daraus allerdings nicht ziehen, doch wird man schwerlich irren, wenn man sie spätestens im 7. Jahr- hundert entstanden denkt. Diese alte Vorlage entliielt eine Anzahl Schollen, welche, wie schon bemerkt, BaaneS seiner Abschrift einverleibte. Aus welcher Zeit sie stammen, wird sich schwerlich genau bestimmen lassen; immerhin aber werden wir diese älteren Schollen mit anderen Augen ansehen als diejenigen, welche nachweisbar einen Bischof des 10. Jahrhunderts zum Verfasser haben. Solche ältere, von Baanes der Vorlage ent- nommeiie Schollen finden sich ausserhalb der beiden Schriften des Clemens nicht. Zu Anfang des Protrepticus treten sie am zahlreichsten auf, in den aus dem Paedag. erhaltenen Büchern nur ganz vereinzelt. Es liegt uns nun ob, zwischen diesen Schollen erster Hand und den später von Arethas hinzu- gefügten Bemerkungen zu scheiden. Zwei gleichzeitige Hände, deren eine augenscheinlich be- strebt war, sich den Formen der anderen anzubequemen, sind nicht leicht von einander zu unterscheiden. Zwar ist die Hand des Arethas überall da, wo er sich mehr gehen Hess, wie z. ß. in den Randbemerkungen zu Athenag. de resurr., auf den ersten Blick zu erkennen. Nicht so in den meist kurzen Bemerkungen, welche er zwischen die am Rande der Clementinischen Schriften von der Hand des Baanes geschriebenen Scholien einstreute. Hier lag ihm offenbar daran, dass seine Schrift von der Um- gebung nicht zu sehr absteche, und dies Bestreben ist ihm zu- weilen so wohl geglückt, dass eine genaue Kenntniss der ihm eigenthümlichen Formen dazu gehört, um eine sichere Ent- scheidung zu treffen. Ja einzelne Falle sind so geartet, dass selbst eine sorgfältige Prüfung nicht jeden Zweifel zu heben vermag, zumal auch die Hand des Baanes sich nicht überall gleich bleibt. Doch ist die Zahl solcher Fälle nur eine geringe; in der Regel lässt sich die Scheidung mit völliger Bestimmt- heit vollziehen, und vielleicht bedarf es nur einer noch ein- gehenderen Beschäftigung mit den Ciemensscholien, als sie uns unterblieben und auch von Arethas nicht nachgeholt. So liest man z. B. Supplic. c. 20 (p. 96 1. 4 8.) noch jetzt ÖQfpsvaav6t(pdvi^a, c. 29 (p. 154 1. 1) ayavo(i/iaö(^a)i, c. 85 (p. 180 1, 12 s.) ovxagisoavTOv; vgl. auch die oben S. 156 aus c. 32 angt^fülirte Stelle. Texte und UntersuchuDgen I, 3. 12 178 2^^' handschril'tUclien Ueberlieferung der Apologeten. vergönnt war, um auch die wenigen uns noch gebliebenen Zweifel zu beseitigen. Dem von uns vorgenommenen Versuch einer Scheidung der Hände in den Clemensscholien konnte leider die einzige vollständige Ausgabe derselben, die Dindorf'scbe, nicht zu Grunde gelegt werden, da sie uns in Paris nicht zugänglich war ^2) y^^{j> bedienten uns der ed. princeps von Klotz, und auf diese beziehen sich die Seiten- und Zeilenangaben in der folgenden Zusammenstellung*'^). Doch beschränkt sich unsere Scheidung nicht auf die hier abgedruckten Scholien. Die Hand des Baanes bezeichnen wir mit B, die des Arethas mit A; ein beigesetzter Stern deutet an, dass wir auf ein völlig be- stimmtes Urtheil verzichten zu müssen glaubten**). Pag. 91 1. 1— pag. 92 1. 13 B*^) „ 92 1. 14—30 A*6) 1. 31—34 B ,. 93 1. 1. 2 AB**7) 42) Die von Dindorf veröiFentlichten Scholien sind nicht dem Cod. Paris, allein, sondern "noch mehreren anderen Handschriften entnommen, von denen für den Protrept. namentlich der Mutin., für den Paedag. dieser und der Florent. in Betracht kommen. Es bestand die Absicht, alle die- jenigen Scholien, welche den genannten Handschriften nicht gemeinsam sind, besonders kenntlich zu machen. Diese Absicht ist aber leider nicht consequent zur Ausführung gekommen, so dass eine neue Vergleichung des Paris, sowohl als des Mutin. und Florent. sehr zu wünschen bleibt. 4S) Titi Fltiui Clementis Alexandrini opera omnia. Recognouit Rein- holdus Klotz. Vol. IV. Lipsiae 1834. 44) Von inneren Gründen ist bei der Bestimmung der Hände ge- flissentlich kein Gebrauch gemacht worden Die von uns vorgenommene Scheidung aber fordert von selbst dazu auf, die beiden Scholiengruppen auch ihrem Gehalte nach zu prüfen und mit einander zu vergleichen. Dass dies bald und von kundiger Seite geschehen möge, ist sehr zu wünschen. 45) Auch das lange, bei Klotz fehlende Scholion. welches bei Dindorf p. 413 1. 10 bis p. 414 1. 7 abgedruckt ist (AqIovi tw Mrj&vfzvaiip xtX.) läset sich, obwohl stark verwischt, mit Sicherheit der Hand des Baanea zuweisen. Von sämmtlichen Scholien auf fol. 1 » scheint nur das mit x«^-- xoiic beginnende, welches Klotz nicht hat (bei Dindorf p. 414 1. 23 s.), von Arethas' Hand geschrieben zu sein. Es ist aber so stark verwischt, das.s ich mit völliger Sicherheit nicht zu entscheiden vermochte 46) L. 30 achrieb A nicht nynv (Klotz), sondern ioquIov nyav (Dindorf). 47) In dem kleinen Scholion p. 93 1. 1 s. scheint das drtixaig von A zu sein, das übrige von B. , Der Aretliascodex, Paris. Gr. 451. 179 Pag. 93 ] . 3-12 B L 13—16 A 1. 17—24 B l. 25—28 A l. 29 A'-- L 30 — pag. 94 1. 4 B . 94 ] L 5. 6 A L 7. 8 A* L 9 — pag. 95 1. 32 A^ö) „ 95 1 . 33 — pag. 98 1. 3 B „ 98 ] . 3—19 A*«) l 20—23 B L 24—27 A^o) L 28 — pag. 103 1. 11 B'^O „ 103 : . 12—14 A L 15—27 B L 28—30 A u 31 — pag. 104 l 12 B52) 48) Auch das von Klotz und Bindorf übergangene, aus dem Text p. 8 1. 23 SS. ed. Dind. wiederholte td ^^v, to sv 5?>, to del ^rjv (fol. 4») scheint von Arethas' Hand zu sein. 49) In dem grossen Scholion p. Ö7 L 35 bis p. 98 1. 19 reicht die Hand des Baanes nur bis yvfzywaw 1. 3, alles übrige, von Aie^oöixwztitov an bis zum. Schluss (t^v avxijv 1. 19), ist Zusatz des Arethas, und zwar ohne allen Zweifel (s. o. S. 176). In beiden Ausgaben findet sich nach yvßVioGoj ein Gedankenstrich, aber keinerlei Hindeutung auf den wiiklichen Sachverhalt. 50) Zu p. 15 1. 15 SS. ed. Dind. schrieb B an den Rand tisqI litp^o- öitTjq, und A fügte hinzu xal räiv avr^i: ßvavrjQicDv. 51) Schwanken könnte man nur etwa in betreff des kurzen Scholions p. 99 1. 10 s. {6ijovQ—(pQv^lv). 52) Auf fol. 8 — 11 findet sich nichts von A. Die von den Heraus- gebern übergangenen kurzen Inhaltsangaben fol. 12 1, 13», 14», lö^ sind von A; er schrieb zu p. 28 1. 21 s. ed. Dind. an den Rand: ovi tgelq 'C,fivaq (paoiv eX}.7]V€Q, zu 1. 24 s.: ozc dd-i]vaT nsvxi^ zu p. 29 1. 5 s.: Zxt xal dnoXXwveq s^ ivofxla&t^aav, zu 1. 14 s.: ort xal daxXrjniol xal sQpial nXtiovc:^ zu 1. 19 s.: ozl xal ä^eiq nXeioveg, zu p. 31 1. 12 ss., in senkrecht über einander gestellten Buchstaben: nsQi i]Qax?JovQ^ zu p. 36 1. 8ss,: d7iö?.Xwv, TjQaxXfjQ, noociöwv. Unterhalb der letzteren Namen ist, wohl auch von A, das vom Schi'eiber irrthümlich schon hier an den Rand gesetzte Scholion Innoxöwv xiL (p. 107 1. 28 ss.) dm-chgestrichen ; es kehrt auf der folgenden Seite (fol. 17^) wieder. 12* 180 Zur handschnftliclien Ueberlieferiing der Apologeten. Pag. 104 1. 13—15 A 1. 16 — pag. 105 1. 11 B „ 105 1. 12 A 1. 13- -pag. 106 1. 21 B 106 1. 22. 23 A53) 1. 24- -pag. 110 1. 15 B HO 1. 15- -19 A 54) L 20- -pag. 111 1. 27 B 111 1. 28- -pag. 112 1. 7 A 112 1. 8- -pag. 113 1. 12 B ^5) 113 1. 13- -16 B^ K 1. 17- -pag. 114 1. 17 B 114 1. 18- -pag. 115 1. 2 A* 115 1. 3- 16 B L 17- -23 A 1. 24- -26 B 1. 27- -31 A 1. 32 -pag. 116 1. 24 B 116 1. 25 A56) 1. 26- -33 B I. 33- -pag. 117 L 20 A*7) 117 1. 21- -28 B L 29- -pag. 118 1. 3 A58) 53) Unmittelbar damnter steht, ebenfalls von A, uQoavßvoq (fol. 16»). Auf fol. 17 und 18 findet sich nichts yon A. Das inttifiozsQOi fol. 19» ist von späterer Hand. 54) In dem Scholion p. 110 1. 14 ss. (fol. 19^) ist nur der Anfang, iBoifxi] noXig i^g Xaxeöaiiiovlaq, von B; die Worte r,v xal fxeoalrtjv (eine spätere Hand corrigirte f.i£ija^vrjv) bis kagioaa Xeysiai, sind Zusatz von A. Auf fol. 20 findet sich nichts von A. 55) Das von beiden Herausgebern überga igene xaza xoivou xb oi 7iagaizi]Tiov fol. 22-^ (unter uiOfxa dvögiavTonoioü p. 112, 29) ist von A. 56) Das aus dem Text p. 62 1. 25 ed. Dind. am Rande wiederholte x€vuiflü)aai] xi xb xax slxova deov (etwa zu p. 102 1. 3 ed. Dind.) zwischen den Schriftcolumnen, und eine Rasur lässt erkennen, dass dieselben Worte schon früher an anderer Stelle dastanden. Eine genaue Vergleichung des Mutin, (und Florent.) mit Paris 451 wird vielleicht ergeben, dass hier und da kleinere Scholien, welche jetzt in ersterem allein stehen, sich ursprüng- lich auch im Paris, fanden. Denn nicht überall hat jene jüngere Hand das Ausradirte ersetzt; so gewahrt man fol. 48*, 50», 51», 52» (unten), 53'»^ (unten) kleine Rasuren, denen keine Scholien a recentiore manu entsprechen. 61) Das Scholion dvxl rov iiXsvaov stand ebenfalls schon früher da und ist von der späteren Hand ersetzt worden. 62) Statt des iXeelv, welches Klotz 1. 30 bietet, steht in der Hand- schrift tliräv, und zwar ebenfalls von der jüngeren Hand. Das ausradirte ältere Scholion nahm aber 3 bis 4mal so viel Raum. ein. WahrscheinUch stand ursprünglich (abgekürzt) 6id(poQo:; r/ av'Qvyia' xal iXeelv xal hXsüv Xaystai (Dind. p. 433 1. 5 iletlg xal iXeäg) da. Uebrigens hätte Dindorf dieses Scholion mit M (Mutin.) bezeichnen müssen, da er um das ursprüng- liche Vorhandensein desselben in P (Paris. 451) nicht wusste. 63) Fol. 52» ist (zu p. 114 1. 1 s. ed. Dind.) das Schriftwort öiriyrj' ooßdi xb uvofid aov xoXg d6e?(poTg f-tov, desgleichen fol. 52^ (zu p. 115 1. 5 s.) öiöovg vofxovg ßov elg n)v öiupoikv avzwv von A aus dem Text am Rande wiederholt. j[g2 Zur handschriftlichen Ueherliofernng der Apologeten. Pag. 120 1. 8—11 A*6*) 1. 12 — pag. 122 1. la A^"'^) 1. 14 A*66) 1. 15 — pag. 123 1. 14 A»') „ 123 1. 15. 16 (A?)68) L 17. 18 A 1. 19. 20 (A?)«») 1. 21 — pag. 134 1. 10 A „ 134 1. 11—14 ß 1. 15 — pag. 136 1. 9 A r.4) Das 6iu xal, welches Dindorf p. 212 1. 19 ohne Bemerkung im Texte hat, ist im Paris, (fol. 60») nachträglich an den Rand gesetzt, und zwar, wie es scheint, von A. Ebenfalls von A ist die Inhaltsangabe fol. 61b (zu p. 214 H. ed. Dind.): nsgl xwv naga rolg noXXolq Xfyoßevwv uyanäjv, desgleichen fol. 62 *> das bei Klotz fehlende, von Dindorf fälsch- lich mit FM bezeichnete Scholion p. 439 1. 10 — 12: wansg — fjisraXafzßdvFir. Auf der folgenden Seite, fol. 63», schrieb A (zu p. 217 1. 8 s, ed. Dind.) an den Rand: onoTov flvai x6 öflnvov Sei xQ^^^T^tf^voTg, und (zu p. 218 1. 2 s.): oTi (iovDTOQ aoioaxoq slxotwc. a.v dvOfiät,oiTO. 65) Das Scholion dvzl uTioxgsfiainsvog (p. 120, 12) steht fol. 65». Auf der folgenden Seite, fol. 65 b, schrieb A in senkrecht über einander ge- stellten Buchstaben an den Rand: xQiv^'f^ov] yal rjöv tb '/^wgiov. Weiter unten ist ein Scholion von 3 Zeilen ausradirt; Avahrscheinlich eine Be- merkung des Arethas, die er selbst wieder verwarf, denn sie fehlt auch in F und M. Links von dem Scholion p. 120 1. 13 — 16 setzte A an den Rand (fol. 68')): oii ö Ix^vg ov övov tfanl fiovog sv r^i xoiXiai x^v xag- öictv F/ei. Fol. 72» ist wieder ein kleines Scholion ausradirt; es verhält, 'sich damit wie mit dem auf fol. 65 b. Fol. 73b stehen über (palsgovg (Klotz p. 121 1. 12 s.) die sieben im Texte (p. 239 1.. 15 s ed. Dind.) vorkommen- den Namen, mit ^daioq beginnend (A). QQ) Diese Note, welche vonA zu sein scheint, steht fol. 77». Fol. 78» sind zwei Scholien, ein längeres und ein kürzeres, ausradirt; das erstere ist wahrscheinlich das in FM erhaltene, bei Dindorf p. 440 1. 31 — 33, also erst nachträglich getilgt, nachdem jene Handschriften bereits aus Paris. 451 abgeschrieben waren. 67) Das mit agi^a überschriebene Scholion p. 122 1. 20—24 (fol. 79») ist ohne allen Zweifel von A; ebenso die kurzen .Inhaltsangaben fol. 79 »und SO». 88) Dieses Scholion (fol. 85») ist wieder an Stelle eines ausradirten (von A?) von der späteren Hand geschrieben. Von dem folgenden (fol. 85 b) ist nur ein Theil ausiTidirt und ersetzt. 09) Auch dieses Scholion ist als Ersatz eines ausradirten von der späteren Hand geschrieben. Der Arethascodex, Paris. Gr. 451. 183 Mit fol. 130 verschwindet die Haud des Baanes vom Rande des Cod. 451, um uns erst später wieder, jedoch nicht mehr in der Form von Scholien, zu begegnen. Die wenigen Randbe- merkungen zur Epist. ad Zenam et Serenum sind von Arethas' Hand, desgleichen die zur Cohortatio ^^) und zur Supplicatio des Athenagoras. Von den Randnoten zur Schrift de resurr, wird alsbald die Rede sein. Es gilt nur zuvor noch eine Be- merkung über die Schrift des Baanes nac"hzutragen und damit zugleich eine irrige Angabe zu berichtigen, welche aus v. Otto 's Beschreibung des Cod. 451 auch in Harnacks Ab- handlung übergegangen ist. Auf Grund der ihm zugekommenen Kunde bemerkt nämlich V. Otto*^*), dass der Titel der Supplicatio des Athenagoras nicht vom ersten Schreiber (Baanes), sondern von einer Hand des 11. Jahrhunderts herrühre. Diese Angabe ist eine durchaus irrige. Sie ist darauf zurückzuführen, dass zu den Büchertiteln eine nicht nur vom Texte, sondern auch von den Scholien ver- schiedene Schrift verwandt wurde: eine Erscheinung, die so gewöhnlich ist, dass man sich wundern muss, sie von Otto's Grewährsmanne so völlig verkannt zu sehen. Es ist eine mittel* grosse, durch schlankere und rundere Formen von der Scholien- schriffc sich unterscheidende Semiunciale. Man begegnet ihr übrigens nicht nur in den Büchertiteln, sondern auch in den üeberschriften, welche den Capiteln der Praepar. ev. von fol. 232t> an am Rande beigeschrieben sind"^'-^). Letztere dem Baanes abzusprechen, wird niemandem in den Sinn kommen'^*). Dann aber lässt sich auch schlechterdings kein Grund erfinden, warum der Titel der Supplicatio nicht von Baanes geschrieben sein sollte. Die Schrift ist genau dieselbe, wie die des Titels der 70) Darunter auch fol. ISS^ pnoToc lovattvo^ 6 &6toc xtl, (vgl. Har- nack S. 3B), 71) Corp. Apolog. Christ. Vol. VIT. p. XIII. Otto hat die Handschrift selbst nicht gesehen. 72) Zuerst nfgl tijg 6)-Xi^vo)p (pvoixric ^eo/.oylac, die üeberschrift von^ 1. III c. 1. 73) Eher Hesse sich darüber streiten, ob die in der Praepar. ev. hier und da aus dem Text am Rande wiederholten Eigennamen von der Hand des Baanes herrühren. Ans 11. Jahrh. ist aber auch hier nicht zu denken: man könnte nur zwischen Baanes und Arethas schwanken. IS 4 Z^^ handschriftlichen Ueherlieferung der Apologeten. pseudoj 11 stini schell Cohortatio (fol. 16313): warum ist es uie- mandem eingefallen, auch diesen dem Baaiies abzusprechen und ins 11. Jahihundert zu verlegen? Nur die Möglichkeit ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass Baanes den Titel der Suppli- catio in seiner Vorlage nicht vorfand; denn er steht oberhalb der Schriftcolumne, als ob er nachträglich hinzugefügt worden wäre, nachdem die Adresse {Avto-aqcctoqolv y.xl.) bereits nieder- geschrieben war. Abßr es ist dies eben nur eine Möglichkeit, die von Wahrscheinlichkeit weit entfernt ist. Auch die Ueberschrift von Paedag. III, 1 {yfoyog rghog' 7i€()i rot yxiXlorg tor «Ar^- O^ivov) steht ausnahmsweise oberhalb der eigentlichen Schrifk- columne: hat man daraus den Schluss zu ziehen, dass sie eben- falls in der Vorlage fehlte? Dazu kommt, was v. Otto ganz verborgen geblieben zu sein scheint, dass der Titel der Supplicatio, wie der der übrigen Schriften, nicht nur als Ueberschrift, sondern, in abgekürzter Form''*), auch als Unterschrift vorliegt. Man müsste also, da die Unterschrift zweifellos derselben Hand angehört, wie die Ueberschrift, auch erstere von jener vermeintlichen Hand des 11. Jahrhunderts nachgetragen sein lassen. Ferner: Von der Ueberschrift der Schi'ift de resurr, sagt v. Otto auf Grund der ihm zugekommenen Kunde, sie scheine von der ersten Hand (Baanes) herzurühren. Aber dieselbe Hand, welche toü avtov nsgl dvaoTdoewg vs/igtov überschrieb, markirte den Schluss durch die Unterschrift d^ri- vayoQOv negi dvaotdaecjg, und diese Hand ist sicher mit der- jenigen identisch, welche die SuppKcatio mit Ueberschrift und Unterschrift versah. Man müsste consequenter Weise dazu fort- schreiten, beide Ueberschriften und beide Unterschriften für spätere Zuthat zu erklären; aber dazu möchte sich schwerlich jemand entschliessen. Die Annahme wäre weniger abenteuerlich, wenn in der That, wie man v. Otto berichtet hat, eine Hand des 11. Jahrhunderts auch sonst zahlreiche Spuren im Cod. 451 hinterlassen hätte. Das ist aber keineswegs der Fall. Sämmt- liche Correcturen und Randschriften, die jünger sind als die des Baanes und Arethas, gehören frühestens dem 13. oder 14. Jahrhundert an^^). Man wird also nicht 74) Die Unterschrift lautet: dS^tjvayogv (sie) ngiaßsla (sie). 75) S. 0. S. 160 und S 175 Anm. 36. Unter den Correctorenhänden ist namentlich eine auffallend, welche mit blassrother Tinte, in errossen, un- Der Aret.hascof'ex, Paris. Gr. 451. 185 umhin können, auch den Titel der Supplicatio schon im Jahre 914 von Baanes geschrieben sein zu hissen, mag er nun in der alten Vorlage gestanden haben oder nicht '^^). IT, Mit der Schrift de resurr, hat Arethas sich eingehender beschäftigt als mit irgend einer anderen des Cod. 451. Nicht nur hat er sie mit zahlreichen Randbemerkungen versehen^ son- dern auch, wie schon bemerkt, eine Capiteleintheilung vorge- nommen und jedem Capitel eine mehr oder weniger ausführ- liche Inhaltsanalyse beigeschrieben. Man erkennt hier besonders deutlich, dass die Leetüre und gelehrte Bearbeitung zu ver- schiedenen Zeiten stattgefunden hat. Der grösste Theil der gelegentlichen Randnoten ist in einer verhältnissmässig feinen, der Schrift des Baanes sich nähernden Semiunciale geschrieben, wie die ArethaSscholien zu den Schriften des Clemens; die In- haltsanalysen hingegen sämmtlich in grösserer Schrift und augenscheinlich mit anderer, minder feiner Feder. Diese sind, wie aus der Raumvertheilung zu ersehen, zuletzt und, sofern man aus der Gleichförmigkeit der Schrift darauf schliessen kann, ohne grössere Unterbrechung geschrieben. In der Ausgabe v. Otto 's fehlt eine Anzahl dieser Ana- lysen; sie sind vollständig zuerst von Nolte in Migne's Patrolog. Gr. T. VI. CoL 1809—1816 veröffentlicht worden. Aber^uch hier werden sie mit den gelegentlichen Bemerkungen durch- einandergeworfen und somit dem Zusammenhange, in dem allein sie verständlich sind, entrückt'*^). geschickten Zügen ihre meist die Oi-thographie betreffenden Verbesserungen einzeichnete. Ihre Zeit ist nicht leicht zu bestimmen, doch reicht auch sie schwerlich, über das 14. Jahrhundert hinauf. 76) Von den Subscriptionen hatte auch Harnack keine Kenntnis«; daraus erklärt sich die Bemerkung S. 34 (vgl. S. 176), dass in A (Paris. 451) der Name des Athenagoras überhaupt fehle. Die Ausfühmngen S. 176 if. ■werden übrigens durch unsere Berichtigung nur insofern betroffen, als der Arcthascodex nicht, oder doch nicht unmittelbar als Zeuge für die titel- lose üeberlieferung der Schriften des Athenagoras angeführt werden kann. Die Thatsache, dass im Cod. Paris. 450 der Titel der Schrift de resurr, erst von späterer Hand hinzugefügt wurde, bleibt bestehen. 77) Der Abdruck bei Migne ist übrigens nicht so fehlerhaft, wie man aus der Inhaltsangabe des ersten Capitels schliessen möchte. Hier finden 1§6 Zur handschriftlichen Ueberlieferimg der Apologeten. Der Beginn eines neuen Capitels ist in der Regel durch Ausrücken des ersten Buclistaben der folgenden Zeile kenntlich gemacht (s. o. S. 175), wenn nicht zufällig der Anfang des Capitels mit dem Anfang einer Zeile zusammentrifft. Mit der Capitelzahl am Rande correspondirt eine Ziffer über der be- treffenden Analyse; letztere wird überdies, um sie von den sonstigen Bemerkungen zu unterscheiden, Zeile für Zeile von dem Zeichen -f begleitet"^). In dem folgenden Abdruck musste, wegen typographischer Schwierigkeiten, auf Wiedergabe der zahlreichen, zum Theil tachygraphischen Abbreviaturen verzichtet werden. Mit Rück- sicht auf die Bequemlichkeit der Leser aber schien es angezeigt, auch die etwas nachlässige Behandlung von Spiritus und Accenten von der Wiedergabe auszuschliessen^^). Die Seitenzahlen be- ziehen sich auf die Ausgabe v. Otto's im 7. Bande des Corpus Apologetarum. .A' (p. 186 1. 4) "^'Ort Tcavtl doyi-iaxi xal ?.6yq> a?.Yjd-€tag^^) Fyofievq) TtagvcfLGTazal rt, ipndog, ovv. e/. g)voiy,'^g alziag OQ/tico- aevovy aA^' i^ dO^eofiov Trjg aXqd^aiag öiaq)&OQ&g rcov to xpsvöog TeTifirjyioTwv iv, vM/.oayoXiov /.cd Gvy.ocpavTstv ccnav ayaS^bv mal d'elov ianovöa/.oTwv. B' (p. 188 1. 11) '^'Otl Toig nsQi öoy^ia y.al Xoyov aAij^?] TiovovjLievoig ötTTcdv ygala Xoycoi^, VTteq y,ai Ttegl' xcov f.iev vtcsq trig aXjid-elag ngog tovg aniazovg ymi sgioziycotg, ziov 6i niol sich nämHch nicht weniger als drei sinnentstellende Druckfehler: elq xct- xooyoXtjv statt ix xaxoo'/6).(i)v^ ^inav statt änav, ionovSaxottjv statt ianovöaxoTCDV. Im weiteren Verlauf kommen sinnstörende Druckversehen nur vereinzelt vor, dagegen aber stillschweigend in den Text aufgenom- mene Emendationen wiederholt. 78) Dasselbe Zeichen findet sich ausserdem fast auf jeder Seite mehrere mal am Rande des Textes; es scheint dem Arethas das bekannte atj/ieitoaai vertreten zu haben, welches sich hier (neben der Abkürzung für wQaiov) nur selten findet. 79) Auf die graphischen Eigenthümlichkeiten des Arethas kann hier nicht eingegangen werden. Wir erwähnen nur den regelmässigen Ge- brauch des iota adscriptum und die häufige Bezeichnung des langen a mit einem kleinen Strich darüber. 80) Die erste, bis akrj^siaq reichende Zeile ist in der Handschrift zum grössten Theil mit dem Rande weggeschnitten, die Lesung aber ist durch die Abschrift im Cod. 174 gesichert. Der Aretliascodex, Paris. Gr. 451 ' 1S7 xfjg (x?,7j0^ciag 7rQog toig euyvcouovtog dtyo(.dvovg v.al snisr/xdg rovg Xoyovgj ovg ytal /^ij -Acaa zriv 7tQ0'/,€tuevriv vnoO^iOiv tiqou- yeiv ihaaVTiog de 7.ar%rjV id^iv tov v7ceQ ytcel neql xar« i?p enißdlXovoav tm ngay^iaTL xgeiav ngnovefieiv^^), r' (p. 190 1. 15) '^'Oxi TO) 7C€qI lijg dvaoidoswg Xoyoj oi [dv TcdvTf] duiOTOvoiv, Ol öe df.ifpißdllotfJiv, alld y.al tmv öe^a- fibV(x)v iog löTiv dvdotaöLg eIoIv o^xiveg liz Xor^g loig Ci^iqißctl- hwaiv aTtiOTOvaiv dX6yo)g xal dvaizicog^'^). J' (p. 192 1. 5) ^'Eleyyog bvxev^ev rlöri tvIv tteql xr^v dvd- nxaöiv dTciaxiog exovzcov dno xov (.n) nQOXEiQiog ovkayioyuod^ai xnig y,axd axQiTov So^av otGTqrilaxoif.iivotgy dkla f.iq fiti loyv- gag cnxlag xal darpalelag' dcp (hv öi] ymI xo tilöxov nl(fV'/.ev dvaßXaaxdvetv. xo yaQ xoig ayav uioxo'ig dniaieiv avd^QCOTtwi' egyov ovy vyLcavovnov xov XoyiG}.i6v, el öi xovxoj ol xr^v ava- axaGLv dmoxovvxeg tj öcanogovvxeg, si^tsv (.iriöe^iiäg cdxiag e^dji- xovxeg xriv xcov dvd-giüTiiov yeveaiv xovxo h^govotV) eyyvOev tov l'?i£yXov xovxov^'^) dTzolöovxai* rj xto ^£(fß xi'iv alelav dvaxix}ivxEg xi^v xcov dv\}gi6niov dvdoxaoiv 7] cog dövvazov ^i cog aßovlr^xov xtT) ^£(7ß aTTiGxovGiv, oneg Boycttrig dvoiag /.al dGeßeiag'^^). E' (p. 194 1. 7) 'Oxi xo dövvaxov xivi TioiiJGal xi 7] s§ ay- voiag TOV yevr^GO(.tivov Gvf.ißatv€t 7j ea xov firi (xvxagAcog tysiv ngog xo EnixEXiGai zb iyvcoG^iEvov. eyyEigriGag yag xo7g döv- vdxoig ov'A Ev xoig GcScpgoGt loyiGd^Eirj, ayvoiav de 7] döwaf-ilav ngoGanxELv d^eof xiTt y.cd ngo yev^GEiog dxgißcog lenxoyvoovvzi 81) Das Capitel beginnt mit 'O^ev oipiar, das kleine v der letzten Silbe von novovfxevoig (1. 11), ■womit die folgende Zeile begann, ist aus- radirt und durch ein grosses ersetzt (s. 0. S, 175). Die durch gesperrten Druck ausgezeichneten Präpositionen vnhg und ns()i sind in der Hand- schrift durch darübergesetzte Striche markirt. Die bei Otto unmittelbar angeschlossene Bemerkung TtpoTy/faat xi/.. steht in der Handschrift auf der folgenden Seite (fol 349 »), zu p. 190 1. 1 s. 82) Der Anfang des Capitel s ist hier nicht durch einen grossen An- fangsbuchstaben kenntlich gemacht. Das P' steht am Eande zu der mit x(ov TJjg fivaazdas(.o? beginnenden Zeile (1. 15); man muss also annehmen, dass Arethas das neue Capitel mit xazä vöv avxbv (1. 14) beginnen lassen wollte. 83) Nach Otto sollen die Handschriften ('codd.') tovzo haben. Vom Paris. 451 gilt das aber nicht; mau kann nur schwanken, ob der letzte Buchstabe nicht vielmehr einem v als einem v ähnlich sioht. 84) Das G von oxo7coj,u£r (c. 2), womit eine neue Zeile beginnt, war schon vom Schreiber ausgerückt. 18g Zur handschriftliclien üeberlieferung der Apologeten. xo 7[60^6v bxaGTOv ir^v ovövaoiv naq avTOv Xricp^ev yox'i]yi'^v^ '/.al öiaXvd^ev na%tv elg nöla (.UTay.ey^tOQr^^ev , soxonr^g iarlv aosßelag. 6 yaQ d/.oißcog otrcog eldwg fctog aövvaTiog i^ei ravia laßtov TiQog To i^ CLQ^i^g^^) inavayayelv^^). g (p. 198 1. 16) riegl rtov ccTiogov^iviov Tiatv oti ftiog öv- vcaov ixvi}QCOTiov vnb ix&vcov^'^) ßgM&evza y,al eig avicov vno- (jiaoiv fiaraßaXovTa, y.al tkxXlv icov Ix^^vojv vnb av^Qioniov ßgcod^tvicov rj y,al ^onov hsQtoVy aTteg ticcXiv vtto akkcov x^rjguov i^avTilw^r^^^) aal ngbg ovotccGiv tlov tovtwv ocüf^taxiov ftiaTt- ßaXev TTXog ovv tb elg xogovtcüv vTtoozaoiv TiaTay.egf-iaziod^ev av&ig Eip Ivi oiof-iaxi avO^gojTtov oiardoei, e^avaazrivai, riva To7g (illoig vnoozaGiv xazaliTibv xolg VTvb xovxcov igacpeloiv^''); '/! (p. 202 1. 17) yivGig xtov xocovxcov dnogtov 9"). H' (p. 204 1. 2) '''Ozi ov Tcdvrwg xb Ttgbg xgccpr^v XrjcpO^ir /Ml ngbg inoGxcxGiv rjöri xov XQ€cpof.iivoi\U€xaßdXlsiv necpvyLev'^^). 0' (p. 208 L 19) 'O ^2) xovxq) xo) loyoj Xvexai xb öokoiv 85) Cod. ^^a^x^/c, wie oben (P) eniarjg; aber auch a(pü)v und derg^l. 80) Die Ziffer E' steht bei der mit -TTjg dniatlac beginnenden Zeile (1. 7) am Kande; das iäv, mit dem die vorhergehende Zeile beginnt, war schon vom Schreiber ausgerückt. Arethas selbst bezeichnete einen grösseren Abschnitt 1. 9, indem er das kleine t des to (1. 9), womit die drittnächstc Zeile begann, ausradirte und durch ein grosses, ausgerückt, ersetzte. 87) Cod. Ixvwv 88) Arethas hatte zuerst i^atilw&rj geschrieben und setzte nachträg- lich ein V über das a (Otto i^rjvaXwB^rj). 89) Das c' steht parallel der mit xal xb (pSccgxbv (1. 16) beginnenden Zeile am Rande und bezieht sich gewiss auf den in dieselbe Zeile fallen- den Absatz {Tov aviov 1. 17), obgleich der folgende Zeilenanfang (ft//) nicht in der gewöhnlichen Weise bezeichnet ist. 90) Das \E des ^Eixol, womit eine Zeile beginnt, ist in Rasur und aus- gerückt. Das bei Otto unmittelbar folgende, mit \4Q6Qa überachriebene Schoiion war von Arethas (e. o. S. 170) schon früher an den Rand ge- schrieben und Hess für eine ausführlichere Inhaltsangabo keinen Raum. 91) Diese von Otto übergangene Inhaltsangabe steht am unteren Rande derselben Seite (fol. 351'^), deren Seitenrand fast ganz von dem mit \iQs^a überschriebenen Schoiion eingenommen ist Das H' steht bei der mit Xiov haj&spxwv (l. 2) beginnenden Zeile am Rande; ein grosser Anf.iiigsbuchstabe fehlt. Die Stelle ist Inr den Beginn eines neuen Capitel< nicht eben glücklich gewählt. 92) Dieses "O (sie) erklärt sich wohl daraus, dass Arethas auch diese Inhaltsangabe mit %ii beginnen wollte, das bereits geschriebene *^'0 aber, Der Arethascodex, Paris. Gr. 451. 189 üTtOQiav Tiegircotuv'^'^) dq/ wv Tivßg q)do/.ovoiv ddui'aiov eivai ysvead^ai dvdöTaaiv zut elg noVka Gw^iaxa xtoqridai Sia rrjg iQOcp^g zf] V7iallijl(p ^VQOOfpOfyä xe -Kai öiaöoGei ■'^). 1' (p. 218 1. 12) "Ort o\ dnb Trjg /.av dvÜ^QtoJTOvg dr^utovQywv uad^evovg dnoQiag i^i/reöoiv ßovXofxevoi t6 tavTtov dvovGTcaov dayf-ia ov>i eoiLV ogov elnelv e^vßqi^ovOLv dg OsoVj Yoov loytLo- fi€voc d^ebv xal dvOQco/covg^^). I^' (p. 220 1. 14) Tov ^Aazcc rb dövvaiov elvat ^£^;7 riiv ccvccaraaiv rcov dv&Qtoncov noiijoai XiqQOv-^^) i/mvop VXeyxov illrixoTog 67tI xb ctßovliqvov xw^i^croft Xotnov. xovxo ds xb aßov- Xxixov i] cog ccdiKOv eöxiv dßovXriTOv rj chg avd^iov. dll^ ovxe aöiKOV -d^eoj ovö^ dvd^LOV öia xovxo ovdi ußovlrixov. xb fiiv yccQ adr/.ov t] tieqI ctvxbv d^ecogslxat xbv dvaaii(]ö6i-ievov r] jieql aXXov, dX?.^ ovxe tcuv l'^codsv döi/.eixccl xig' ov voega cpioig ovde xTrjvcodrig,. y voeqd fAsV ozl ui] ef-inodiov avxaig r^ xcov dvd'QOJTKOv dvdoxanig, ncog da rj xwv^ dXoywv aSiytyj&sirj xiov sv XTj jtaXLvL,coi(x (.iri ovxwv; dcpiydqxco yag Kco^ xlg tJ xcov rrobg q)^o- qdv vnriQBxovvxwv xgeia; ov (.li^vxoL ovde negi avxbv xbv dvioxd- lievov svd-swgrid^slri xb aöixov xrjv oXo^Xriglav dnoXafißdvovxa^ ^V ötd dyaO^oxriva xov e^ dgxrjg nagayayovxog 8/.XrigiüO(xxo. ov x(o Gcofiaxi aöi-aov el jitr) y,al öo^av q)egov xii> yigelxxovi ovvanxo- f.iev(p' ov xrj ^vxfj zb xofr dgxag olyirjZTJgiov Kai acpSagrov dvadsxoftsvjj' ov xu) S^sut drd^iov, ozl /tiriös oxs (p&agxbv nagy- yev avd^iov vvv 6i xal f.iäXXov ivdo^bcegov oxe acpSagzov dnoxeXiosi ^'^). nachdem er eich anders besonnen, zu tilgen vergass. Auch dieses Stück fehlt bei v. Otto. 93) Arethas schrieb aus Versehen negLnoiieZv. 94) Das Capitel beginnt rait ElneQ 1. 18; das kleine a des (fiast, mit welchem die folgende Zeile begann, ist ausradirt und durch ein grosaes ersetzt. Statt diaöoaei, welches (am Schluss) deutlich dasteht, las der Schreiber des Cod. 174 öiaS^eaei. 95) Arethas' zehntes Capitel trifft mit c. 9 des gedruckten Textes zu- sammen; das kleine r des tijv zu Anfang der Zeile (1. 12), bei welcher das r am Rande steht, ist ausradirt und durch ein grosses ersetzt. 96) Das XrjQOQ bei v. Otto erklärt sich aus der missverstandenen, wenngleich unzweideutigen Abkürzung für ov. 97) Auch hier trifft der Capitelanfang des Arethas mit dem des ge- druckten Textes zusammen. Das kleine r des dßovXtjTov (1. 14), womit die folgende Zeile begann, ist ausradirt und durch ein grosses ersetzt. 190 ^ui' handschriftlichen Ueberlieferung der Apologeten. IB' (p. 226 1. 13) ^^vay.£(paXauoaig ahiwöeGreQa ntql Z'^g ra^Hog Tov ntQi '/.cd vnl.Q. otl to TTQioTOGiuzEiv fiev zip negi qvoti ymI za^si yial XQeia 7iQ0Gvefiezai, zb da doQvqoQUv xcd oiov 7TaQC(ne(.i7ieLv zv) vjieq, aze (pvoeL ymi övvc^iei Y.azade- toitQU}. tlaztov yciQ zo zb ipevdog ani.lLyyuv zov zi]v alr^- i^etuv iniQQiOi'veiv. ov f.i6vo\ dt zovzOj alla xal zfj zd§6i öev- TSQog ovzog, tag zb ifiEvÖGg mit'kiyi'^v' gtisq ipsvdog s§ ini- GTTOQag fra^eiGsqO^CiQTj. all^ Ofuog y.al zoiztov ovztog fyovzcov tG'J Gze vMi 0 v/ieQ y.azaXu/iißarezat yfjeicuiÜHjTCQog, wg dvai" Qiüv zt)v dniGiiav za ymI ipsvÖGÖo^iav. ntibg 'tv f^itv ovv zelog (xfiqoTeQOi Ti^v evGtßsiav dvacpeQGvzaij ov (.ttvzoi Y.ai tv elGiv, all' o fier eoziv b naoi drayyMlog zölg ^riGcevovGiVj 6 öf: V7CEQ TTQOg ZOV YMlQbv Y.(Xi ZCi TTQOGiOTia^^), II ' (p. 228 1. 21) "OzL dlrii^iig 6 tilqI zr^g dvaGzccGSwg ?<,6yog öei/.rvzai ajrb zovziov* ajcb lijg alziag Y.ad^ r^v yml öl r^v yi^ yovsv avd-Qi07Cog Y.ai ol f.iez^ e/.eivov, drcb zi^g zov yvoiijoaviog y.QiGHog y,ad' ov tYMGzog ttr^Ge xqovov ymI yccO^ ovg STtolizev- Gcczo voi-iorg*^'-^), U' (p. 230 1. 15) ^^JiodoGLg Jtqbg eyaGzov, ozl ov (.idzriv £v (pQonov zig yml Gocpbg tiouI zl' ymc zovzov 7iaQadeiyfiaza' Y.al aTib ziov rceql rifxäg TiaQaösiyfidzojv STidvoöog nqbg O^ebv zov VTteg Tiaoav Gocfiav Y.al f-iriöi zivog ngoGÖeif ^iva dia zovzo cpo)jii6v avd^Qionov TiotriGaL avzbv., d\)^ ovös did ziva zwv V7i avzGV yevoiiievcüv xQsiaVf ov zcov (.teiCovcoVf ov zcov Y.azadehGieQiov. öia yä() zr)v lölav ygelav Y.al dia/noviiv exaozov ^^^) öid aya- \)oiz\za zov nagayorzogvcfLGiaiaL t'/.aazov zcov loyq) oioiY.ovf.Li- rwvj ovyl Si allov ygeiav^^^). 98) Die Ziffer IB steht bei der mit xö TipionvELv beginnenden Zeile am Rande; ein grosser Anfangsbuchstabe fehlt. Die gesperrt gedruckten Präpositionen tisq! und vnh(} sind auch hier in der Handschrift durch einen Strich darüber niarkirt. 99) Ein grosser Anfangsbuchstabe fehlt auch hier; aber aus der Stellung der Ziffer bei der mit twv r}6ij beginnenden Zeile ist ersichtlich, dass das neue Capitel mit 'lieov (Ve (1. 22) beginnen soll. Der Vermuthung v. Otto'ß, dass nach //fr' ixtlvov etwas ausgefallen sei, wird schwerlich jemand beipflichten. Uebrigens findet sich dieses 'SchoUon' nicht nur 'in marg. Par. V (451), sondern auch im Paris. 174. 100) Das i'xanzov i.<5t bei v. Otto wohl nur aus Veisehen ausgefallen; es fehlt auch im Paris. 174 nicht. 101) Die Ziffer /J' steht bei der mit n^oi xv (l. 15) beginnenden Der Arethascodcx, Paris. Gr. 451. 19t IE' (p. 240 1. 18) ^ETravakriijJig n?Mtr/.coT€Qa ^^'^) twv ttqo- e^TaajLienov rtsQt ava0Tdoso)g Xoycov a7io icov avtcov affOQ^Mv Tilg Y.aT ccQXctg (prifu iwv avd^QOjnwv eig lovöe rbv 'Aoofiov ttqooÖov yMi TCcJr fiieiä Tr>v aQX'^^' i^iysvojievcov. ev yaq Tfi^ elg f.^tTaotv TiooTsivuv xa anb Tijg y.oivijg y.al (pvoiy.i]Q evrolccg i] ryg ^raol ca TfQCüTa Twv devTeqcov ay.oXovd^iag' ttqcotij di '^ yevsaig T^xiVi ^^3) eTiccyroXovd^eiri twv yevoiaevcov avd-QiOTTOJv q)voig, eficpQiov %E driixiOVQyrid^sloa xal rtQog anetxoviGiia xov nennirjxoTog zqt vXixqi TOVTCt) aicijvi Ttaqaax^^^ioa, ecp (p Xoifi(7i ytal i^ dr/Mta AQLOig GvvsjtiQQBi v,ata zb aTvoyelfievov xovöe %ov cp^agrov ßlov tskog' er toIvvv T(p ngozelvaiv xavza nQog hnaKonip' y.al i^e- zaCLV Ti av allo ur\ tj tiov ngoTed-ecogrifiiviov sioaycoyiutJTagov a'KQißeoTsga xal -d-ewQLycozeQa s^ezaoig^^^); Ig' (p. 246 1. "iOY'Ezi nlaziMikegov ^^'^) /.al xgiOTKxvi/xozegov Ttegl Tiov avzwv ^^^), Ilaig anb zrjg ngwziqg vuag^ewg; ovTcog' ei iy. fl'vxijg y-cti GCüf^iazog vnb ^eov VTtiozrj avd^gwTiogy ipvx'^g f^iv vosgäg, gw- fxazog öe vlixov' cva zb fxev Ti\g Kgelzzovog (xolgag, oiov rivLoxfj, zb de zrjg x^f^QOvog Aal dvaiGO^n^zov y.al znv q)d^agzov zovöe GVGZOLXOV ßloVy ngbg zov zivtoyovvzog alG^n^GSiog gvv -Kvßegvr^Gei fj.€zaXayxdvoi' tog eneiöav zovzo zfj if,iipvx(a Tcgbg zä savzii) Zeile; das 71 ist ausgerückt und in Rasur. Da sich aber in der vorher- gehenden, mit -zsg svglaxofiev beginnenden Zeile kein Einschnitt findet, •wird der Anfang des 14. Capitels mit \) 6^ 1, 14 zu setzen sein. 102) Otto und Nolte geben nlaxvieojxiQa; ich wagte um so weniger zu ändern, als dieselbe Schreibung in der üeberschrift des 16. Capitels wiederkehrt (auch Paris. 174 hat nXctxixwxsQa). 103) Auch hier mochte ich nicht ändern. 104) Die Ziffer IE' steht nur über der Inhaltsangabe, nicht auch aiu Rande des Textes. Aber die Stelle im Texte, wo das Capitel beginnen soU, ist in der gewöhnlichen Weise kenntlich gemacht: das kleine v des i^rfxaafxhwv (1. 17 s,), womit eine Zeile beginnt, ist ausradirt und durch ein grosses ersetzt. 10.5) Nolte nXaxvxdxeQOv^ vgl. Anm. 102. 106) Der erste Entwurf zur Analyse (s. unten Anm. 110) beginnt, des Raumes wegen, oben auf der Seite (fol. SGO»), den Anfangsworten der- selben: xaxä ngwxov Xoyov (1. 4) parallel; die Ziffer Iz' aber steht am Rande bei der mit -iXaqvnoösl^aL i).. 10) beginnenden Zeile, deren An- fangsbuchstabe nicht ausgerückt ist. Ein für den Beginn eines neuen Ca,pite]s geeigneter Einschnitt findet sich er.st drei Zeilen tiefer {El yag 1. 14). 192 Zar handschriftlichen UeberlTcferung der Apologeten. övyyEvfj TS y.ai jtQOGcpvXa '/MToliGdalvoi, cn roder 7Jd.ri xiov mv- Tov cdoyiorcüv oQjLUüi' avaaeiQaZoiro ^^') xe v.cd avaxfmTOiTO. TTQog öi '/.ai ovyj tolto fiovovy al)J %va xal ovvsQybv l'xf] xoZio xo kqsIttoVj on:7^rr/,a xdlg 7.ahXioxoiq aviio ÖLCcnoveiad-ai nagfi^ a(f) ob ya Aal xo 3^u.ov a7ieiY,6viO(.ia %Qr^^uaiJ2,aLV yjtxanXovxeiy TiQoq oneQ ayad-oöoxcog ycal 6 7toit\aag xca nlaoag VTCtoxrioer. VTteoirjGsi' öi ov (.lovjj ipvxf] ovdi Gc6(.iaxi' ovds yoQ^^^) yr^qevov ^axsQOv daxigov xovto avd^qioTiog, xfj öi Gvyy.Qiosi a/Li(polp vmi xfj ovvxri^st xo x^keiov lavxov av-^Qto/cog ycal (hg i^ «(>X^e ivteotri n(XQi%exat. v.al s/ieidri xovxOj xo di dvrjxbv avxov f-tegog xf] xov d^VT^xov xovxov ovyylriQcoaei oi/.YizrjQiov y,al avxö xfj tpDoQti VTir^rix&r^y avayyaLwgy elf.itX'koi d-eiov aneiKOviof^ia öiaTi^gela^ai, foxtuaav 'aal avaTcoßKiqxov xi^v xov 7i€7toiri/.6xog aQxexvnoi /ot- Qir Sf.i(pau'civ. 7iB7roirixai de vtio xov aal ovxog 7,al eaof.ilvov aöiaXemxwg^^^). ov/. av ovv ovdi xovxov avxö oxegrid^siri, a^A' log e^ oiQxijg l'rö(xXf,ia xov nlccGxov, ovvco yial anb xovöe öiuxr^- Q'ijdclv. öiccTTiQijd^eir^ ö^ ccp xov öiecpOoQOXog ?/'J^ äva/.aLviCo- (.levov eig xb oh6iih]Q0v , aXX ovy. s^ rif-iLoeiag KO/^lCeodat, xrj^' xaxf" bjLioiOLr^xa diaf-iovr^v xb (.tri Öl exegov XQ^^^^f aXXcc öia xb alvai Tienoiriiievov ^^^). 107) Arethas schrieb dvaarjgcci^oiTo. Das Richtige hat schon Paris. 174. Nolte giebt dvaaxeödl^oiTo te xal ötayontoito, ohne die Losart der Hs. anzumerken. Das «Aoytörtuv, auf derselben Zeile, gebe ich unverändert. 108) Hiermit schliesst fol. 360»; ein ^r/tff b^TJg verweist auf die fol. BGöb am Rande links folgende Fortsetzung. 109) Cod. dÖLaXrinzcoq 110) Dies die definitive Fassung der Analyse, wie sie Arethas am unteren Rande von fol. 360» und am Seitcmande von fol ?>60^ nieder- geschrieben hat (s. o. S. 171 f.). Die erste, von Otto allein mitgeiheilte Niederschrift, bei welcher sich auch die Zifler /?' findet, lautet wie folgt: 'Oll xttt an (xviriq tyq twv dv&güjjiwv vnäg^swg inl tf^v avrijv evvoiui' trjc dvaoTaaecoq ystgaywyovue&a, el yd(/ ßx Vt/JJ? xal owuaTog vn^ozr, av&QO)Tioi, yjv/TiQ (lev voegäq, oa'ftatog 6e v).iy.ov, xal ol'xf ,uoy?j V^t'X'/ dvS^gwnog ov aw/ia ipvxrjg sgrjfiov. dlXd xo i-^ d/n(foTr oiynQiiJLa, dvay- xaicDg xov rj} (pOogä vjioxeifxsvov 'hscfS^ogoxog dvaXafxßdi eiv xovxo tov dvaxaiviafAOV, ha jufj i^ TjfxiasiaQ aAA' oloxXriQoq avd^Q(onoc xi,v t't ov 77 goTjX&8v eiQ dxflevrrjxov Xajußdvoi diafwi/jv. Da^; Ganze, mit Ausnahme der ersten Wörter ('Oxi — xmaQ^a-), ist in Rasur geschrieben. Es stan- den aber ursprünglich noch etwa 10 Zeilen mehr da, welche ausradirt wurden; die Rasur reicht fast bis an den unteren Rand, während die Schrift jetzt parallel der 20. Zeile des Textes abbricht (vgl. oben S. 164). Der Arethascodex, Paris. Gr. 451. 193 IZ' (p. 250 1. 10) "OiL ei to fidiaiov uneXfllaTai uov tov d^Bov £Qycov y.al tcov vtc avTOv öwQovfievwv y Sei ndmog tfj tr^g xpvxijs di£levTirJT(p tiofj ovvÖL(xi(jjvi'Ceiv Kai %riv tov acJ/m- Tog öiafiavTiVf yca&b nicpvKev. ^cotjv öe (pdöy.ovieg xiiv diaxon- TOf.ilvr]v d'avdT(^i dv^QOjniov Kiorlv, y.ai dia(.iovr^v, ovx ovtoj (pctjitev öiafiovr^r cog im tcov dcp&dgTwv ovo uov, äkka Kadcog necpvxev exdaxij (pvoei, oxi f,ii]öe s^LOomat 7] uov kqsittovwi' öiafiovri Talg yiaxf vnoßaocv ovo lag, ovöe ri i/cl tovto)v tcov voegcov of-takri ^al df.UTaßXriTog öiafiovq s^ioovTai, If ovneg €§ dgxrjg VTteOTTiaav, ttj naict ipvxriv f^iovrj ovai(^ B^ovorj ttiv öia- (.lovrjv ovx eii de xal xaid oio^ua, oneq owfia ix (xeiaßolrig lafißdvei Triv aq)d'aQOtav, ovve ovv ttiv Siafiovriv tcov voegcov i^iaol'fxev ttj tcov dvd^QcoTtiov ÖLa/nov^, ovöi ttiv TslevTriv tvov dvd-Qconcovt^ Twv y.TYivcov TeXevrrj, cva fxri TavTji ovve^iowd^elv^^^^) Tfi TCOV dvd-QConcjüV (pvoec xal 7] tcov y.TTjvcov cpvoig^^^). IH' (p. 252 1. 18) '^'Otl ov xqti aTtiaTslv xriv tcov dvS-QConiov dvccoiaoiv, '/.al dico tcov nqoeiqriuivcov xal dno Ttjg iv&ecoQov^ fievrig dvcofiaXlag Trj tovtcov X^ofj. ovöi yag iusidii ycogioi-iog ^Jvx^ig dno Gco(.iazog Triv avviy^r^ öiayiOTiTet Itoiiv uttlotsIv x,g7\ Ti^v dvdoTaoLV ovi /fi^J« ineiöri ^ xofTa ovvaioO^iGiv Ccor^ öia- TiOTtieTat nageaeoiv xai vnvoig Y.ai Tgonov ziva 7ia?uv ara- Xafißdvei twr^'v, tyjv avTriv nagaizov/iied^a "kiyeiv dvalafißdvsLi Kwqv. eineg ovv ttiv tooovtov diaxoTrTO(.iev7jv dno yeveoecog Lwt]v f.ilxQ^ Xvaecog ov TtagaiTovfisd-a zr^v avzi^v kiyecv ava- Xafxßdveod^at Ccoiqv, ovöi ttiv STrexeiva Trjg öiaXvoecog tcor^v oiTtLOzeiv XQ'^ii ^^'^ i^^ Tzoobv öiay.onTSTai^^^) d^avdzcp, ovzcog vnb TOV TceTTonyAozog yiazd yvcoi.n]v dvcofiakicx^^^) ovyy.ey.%r^- Q(0[4SV7jV ^^^). 111) Rülireji die kleinen Punkte unter ei von Arethas her, so wollte er avve^iato^yy wie auch Paris. 174 hat. 112) Das 17. Capitel beginnt mit El 1. 10, wie aus dem ausgerückten T des die folgende Zeile beginnenden Twv (1. 11) ersichtlich. 113) Nicht Paris. 451 hat diaxoTtTtjrai, wie Otto angiebt, sondern Paris. 174. 114) Cod. dvofxaXi'äi mit t adscr. und Längenstrich über dem a. Aus Missverstand des letzteren erklärt sich das dvofxaUav des Paris. 174 (Otto dvofJLaXiaLc). 115) Die Ziffer ///' steht bei der mit Ei (in Rasur und ausgerückt) iiq beginnenden Zeile (1. 18); das Capitel beginnt also mit Oh xoivvv (1. 17). Texte und üntersuchungeii I, 3. 13 j94 ^^^'^ haiKlschriftlichen U'eberlieferung der Apolocreten. /©' (p. 254 1. 2i)^'0Ti xal an avtr^g trig nelgcxg diöaoxo- (.leOa jiiri aniOTeiv rr^v civdavaGiv. ev bi.iOLO(.ieqei yäg xat öia- nXcLGZi^ OTTEQ^iaTL TOGavTiqv nor/.iXiav f.ieQ(.ov 'Aal (.leXiov ano- TslovfJ.eviqv OQOJvTsg firi ngoveoov ^yvtoGi.ievr(v, xal naXiv ev To7g vii7iL0tg, rj (.irjösv xiov xofT« ocfAnko/.riv t'^g rilrAiag h/Apaivo- fiivcov v.(XTCf.X(xf.ißavovxeg, oiov yevsiiov xat tcov loiovrcov, i] (paivo(.iiviov (.itv, af-ivögcog de xal cbg^^^) öiä Tivog o/.iaygacpiaCf sig o^eg «V^^') ngbgxo xeXog acpUr^zaif TsXeuoS'evTcov de cwO^ig vcpBGiv /.lixg^ yTqgcog tcov (pvGiTnov öuvdfiecoVy eiza ^^^) nenovr^- KOTCov öidXvGLv, ojGTteg ovv eirl tovicov ovk ev xcT) G7tegf.i(xTL ötaö'qlov ovGTig xr^g öia/nagcfojGecog, ov xrjg (.lexd xavxa aögv- G£(jt)g^^^)j ov T?J$ Ccoilg tr]g slg xag ngioxag otg^ctg dicckvGewg' of,aog dvdy/.rj cpvGeiog öcdöoGig dnb xwv dgxcov ngog xd ^tez (xvxdg eniyiv6(.Leva TragaxoXovxtel, ovöe xivog ef.i7roöiov^ wxaf^ie- vov x^ tpvGLy.fl bgfifj' ovxco ttoIv (.läkXov e/, xrig (pvGLy,^g av.o- Xovd-iag dvixveviov b Xoyog jctGxovxai xiiv dvdGxaGiv, dy.gißeG- xegog wv Trjg neigag ngog xr^v xr^g dlr^d^eiag tiigtcogiv xcov 7ig(i>riv elg e^exaoiv ri^lv Ttgoxe^ivxtov Xbyiav. ndvieg fiev ydg elGtv n/.ioyevs7g wg gx x^g avxijg dgxxjg qvvxeg, xr^g öt]f.iiovgyiag xwv Tigtoxcov dpdgcüzicüV dXX^ oi i^iev e^ avxf^g xrig ngcoxrig dgyj^g /.gaxvvovxaL, ol öe f^iex exaivovg^'^^) £x xrjg xov ^eov xov (Jr^*- f.uovgyov aya&oxrixog rjgxrjvxai. alld firiv y,ai xb Jigbg dvxa- 7r6öoGLv xwv ev.uGTW ßsßtwf-ievwv xi)v dvdGxaoiv r^wv CKpogdv xrig <5r/atO(Tt')^g exxgif.iax(xi. wg ydg dyad^bg b noir^xrig i]iiwv ovxw xai öl/.cciog' aloyiGxog ydg rj avev ömaioovvyig dyad-oxrig^^^). K! (p. 260 1. 16) Jie^oöixwxegov negl dvaoxdoewg, oxi dvayy.alwg v-oll naxallrjXwg xfi dvS-gwTzlvr^ cpvGei ^ dvaßuooLg dnozEixaL ccvxij. el ydg dq)dx(x) TtgofiTid^elt^ xov 7i€noirjy.6xog 116) An der Stelle des wq (Paris. 174) ist im Paris. 451 jetzt ein kleines Loch im Pergament. 117) Das av ist von Arethas selbst über der Linie nacbgetrd) ccko/^ovO^ov ymI cctco znv te'/Lovg Trjg avir^g VTCodeoeiog t6 niaihv naQCtoyXiv. ojg yäg im tilg y^^'^f^^f^Q ^"-^^ o{.touog Toig K(^oig t^ tov avO^Qionov ngoodog slg rbv ßiovj aXk^ oucoc tx£L TLvct öictOTiklovia laitr^v vMxiöidtovaav yvvjoiv k'/.BLnoVj wg T7)r uvctTQOcpriv j cog Tr]v tov iji^ovg evGTccO^eiav y.al xr^v Tiüv (fOcViov nri^iVj cxtceq BBjigr^iaL %iig xiov alkwv y.oivoir^- Tog, huei öf loiamri rj yevsoig y,al nqog tovioig zo ioi^ko ^vOiiiiXsoO^cd^^') y.al rexvaig, oaat nga/^Tixai /Mi boai UatoQr^- Tiy.alj Aal lavraig avd^QC07tog ijtiAiag cc/nofievog yc(vci/.oöf.LUic(i^ fnofisvoi' ^jdr^ ymI zo zeXog xcrrdr 7to),v öidcpogov e/.elvcov di'ev- ()tG/.€iP. ötd ydg zo tpvyj] Xoyi/Sj yoyjo&ai, cog 6 ?.6yog nQo'u- ^teoTriGazo, didcpoQov xal zo zllog aTzeihjcpsVj ov Gvyxazakto- liievrjv txiov zoi GWfxazi xal zi)v xfjvx^v. inet de zovzOj yair^- vay/MajLis/iog zfj \pvxJi yccl zo Gcofiia GwincxQ^Et zov zcov yegiov 7iQog z(w ßgaßeiog zm' yoLZ d^lav zv^elv ^^^). der folgenden Zeile, iat ausradirt und durcli ein grosses ersetzt (die Ziffer KB' steht nur beim Scholion und nicht auch am Rande des Textes). Statt des ßQaßev&TjasTai der Handschrift gieht Otto ßgaßsvBi^aovrai. Vielleicht war Arethas der Meinung, tj ßia^anoöoala geschrieben zu haben. 126) So Cod. 174, Cod. -Jöt wie es scheint ^ra^op^iyaavrtyv (verwischt), 127) Cod v6fXü)Qv9fiit,ea&ai, wie ein Wort und ohne i adscr. 128) Auch hier ist der Beginn des Capitels nicht durch Ausrücken des Anfangsbuchstaben kenntlich gemacht ; die Ziifer KP" aber steht bei der mit i^ijraofiivwv (c. 24) beginnenden Zeile. Nachtrag: Zu S. 134. Vier von den fünf verschiedenen Deutungen der Stelle Genes. 1, 1, welche Augustin Confess. XII, 20 angefühi-t hat, setzen „in pri^cipio" gleich „in verbo deo coaeterno". Augustin selbst bevorzugt diese Erklärung (XIII, 5): ,,Et tenebam iahi patrem in dei nomine et filium in principii nomine, et ecce spiritus tuur> superferebatur super aquas. Ecce trinitaa deus meus." Druck von Ilundertstuud l Pries in Leipzig. TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR VON OSGAR VON aEBHARDT und ADOLF HAMACK. I. BAND. HEFT 4. 1. DIE EVANGELIEN DES MATTHÄUS UND DES MARCUS AUS DEM CODEX PUEPUHEUS ROSSANENSIS, HERAUSGEGEBEN VON OSCAR von GEBHARDT. 2. DER ANGEBLICHE EVANGELIENCOMMENTAR DES THEOPHILUS VON ANTIOCHIEN, VON ADOLF HARNACK. ^mö^ LEIPZIG J. C. HINRICHS'SCHE BUCHHANDLUNG 1S83. Verlag der J. C. Hinriehs'schen Buchhandlung in Leipzig. Patrum apostolicorum opera. Textum ad fidem codicum et graecorum et latinorum adhibitis praestantissimis editionibus recensuerunt, commentario exegetico et historico illustraverunt, apparatu critico, versione latina passim correcta, prolegomenis, indicibus instruxerunt Oscar de Gebhardt Adolfus Harnack Theodorus Zahn. Editio post Dresseliauam alteram tertia. 1876—78. 3 Bände in 4 Abtheilangen. M. 24. 50. I. L II. Clementis Romani epistulae. Ignatil et Polycarpi epistulae Nach der neuen vollständigen Ausgabe martyria fragmenta des Bryennios zu Constantinopel. ., ^ ... Editio secunda. 1876. 238 S. M. 4. 50. recensuit et illustravit Theodorus Zahn. ^' "• 1876. gr. 8. 464 S. M. 8. — Barnabae epistulae III. graece et latine. Recensuerunt atque illustraverunt Mermae paStOP Papiae quae supersunt, Presbytero- graece rum reliquias ab Irenaeo servatas ^^^-^^^ ^^^^-^^^ 1^^^^^^ recentiore e vetus eccesia romanae symbolum i codice Palatino recensuerunt et epistolam ad Diognetum illustraverunt adjecerunt Oscar de Gebhardt et Adolfus Harnack. Oscar de Gebhardt et Adolfus Harnack. Editio secunda. 272 S. ffr.8. M. 5.— \ 1877. 372 S. M. 7. — Patrum apostolicorum opera Textum ad fidem codicum et graecorum et latinorum adhibitis praestantis- simis editionibus recensuerunt Oscar de Gebhardt, Adolfus Harnack, Theodorus Zahn. Editio minor. 1877. VII, 220 S. M. 3. — Die Zeit des Ignatius und die Chronologie der antiochenischen Bischöfe bis Tyrannus nach Julius Africanus und den späteren Historikern. Nebst Untersuchung über die Verbreitung des Passio S. Polycarpi im Abendlande von Prof. Dr. Adolf Harnack. 1878. 90 S. M. 3. — Die edessenische Abgarsage auf ihre Fortbildung untersucht von Dr. K. C. A. Mattlies, 4S32. 77 S. M. 1. 50. DIE EVANGELIEN DES MATTHAEU8 UND DES MARCUS AUS DEM CODEX PURPUREÜS ßOSSANENSIS HERAUSGEGEBEN VON OSCAR VON GEBHARDT. DER ANGEBLICHE EVANGELIENCOMMENTAR DES THEOPHILUS VON ANTIOCHIEN VON ADOLF HARNACK. LEIPZIG J. C. HINRICHS'SCHE BUCHHANDLUNG 1883. Vorwort. Wenn ich der ersten Ausgabe des Textes der im Codex Rossanensis enthaltenen Evangelien ein Wort der Entschuldi- gung vorausschicken zu müssen glaube, so geschieht es nicht um des bescheidenen Gewandes willen, in welchem sie erscheint; denn mit einer Prachtausgabe in facsimilirter Schrift wäre wohl nur Wenigen gedient gewesen. Wohl aber bedarf es der Ent- schuldigung, dass die Ausgabe nach so langer Frist in einer Gestalt erscheint, in welcher sie schon vor drei Jahren hätte dar- geboten werden können. Bei unserem Aufenthalt in Rossano im März 1879 Hessen wir — Prof. Harnack und der Unterzeichnete — es uns vor allen Dingen angelegen sein, den Text der neuentdeckten Handschrift in Sicherheit zu bringen. Da aber zu einer buch- stäblichen Abschrift die uns bemessene Zeit nicht ausreichte, mussten wir uns auf die Collationirung nach einem gedruckten Texte beschränken. Wir schieden von Rossano in der Hoffnung, früher oder später, sei es in Rom oder in Neapel, den Text mit Müsse noch einmal durcharbeiten und die Miniaturen photogra- phiren lassen zu können. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Der wiederholten und von einfiussreicher Seite unterstützten Bitte, die Hand- schrift auf kurze Zeit in Rom oder Neapel zu deponiren, wurde seitens des Capitels die Gewährung versagt. Es schien zuletzt nur noch möglich, durch einen zweiten Besuch in Rossano zum Ziele zu gelangen, und wirklich hatte es im Frühjahr 1882 den Anschein, als ob der Ausführung des Unternehmens an Ort jy Codex Rossanensis. und Stelle kein Hinderniss in den Weg gelegt werden würde. Ja, infolge empfangener Zusicherungen, glaubte ich meiner Sache so sicher sein zu können, dass ich bereits einen mit der Technik der Miniaturmalerei vertrauten Künstler für die Herstellung einer farbigen Copie und einen Neapolitanischen Photographen für die Aufnahme sämmtlicher Miniaturen und einiger Schritt- proben gewonnen hatte, als ich im März noch einmal die Reise nach Rossano antrat. Ich ahnte nicht, dass mich die bitterste Enttäuschung dort erwartete. Die erbetene Erlaubniss, den Text noch einmal collationiren und die Miniaturen photographiren lassen zu dürfen, wurde mir verweigert, und zwar unter dem Vorwande, dass das Capitel selbst eine des Gegenstandes würdige Ausgabe der Handschrift zu veröffentlichen gedenke. Die Machinationen, deren es bedurfte, um diesen Beschluss des Capitels zu Stande zu bringen, sind mir kein Geheinmiss. Ich verzichte aber darauf, sie an dieser Stelle zur Kenntniss zu bringen. Nur soviel sei erwähnt, dass es fremde, aus Neid und Missgunst geborne Einflüsse waren, zu deren Werkzeug das Capitel sich machen Hess. Und zur Ehre Rossano's füge ich hinzu, dass jener denkwürdige Beschluss in dem intelligenten Theile der Bevölkerung einen Sturm des Unwillens hervorrief. Mir blieb unter den obwaltenden Umständen nichts übrig, als imverrichteter Sache wieder abzureisen. Dies ist der Grund, weshalb der Text des Codex Rossanensis erst jetzt und weshalb er in dieser Gestalt erscheint. Ich gebe ihn so, wie wir ihn von unserer ersten Reise mitgebracht haben. Die Genauigkeit, welche bei einmaliger Collationirung zu er- reichen ist, glauben wir, jeder an seinem Theil, gewährleisten zu können. Wir hatten stets die ^I()glichkeit im Auge, dass uns eine zweite Vergleichung nicht vergönnt sein könnte, und Hessen es daher an der gespanntesten Aufmerksamkeit nicht fehlen. Nach sorgfältiger Vorbereitung und Orientirung im Varianten- apparat verglichen wir, stundenweise abwechselnd, den hand- schriftlichen Text Wort für Wort mit der zehnten Theile'schen Stereotypausgabe (1872) und verzeichneten in derselben jede Ab- weichung, das p tg^eXxvöTt-xov nicht ausgenommen, desgleichen Vorwort. V jede Correctur und Rasur, auch die scheinbar bedeutungslosen. Den Abbreviaturen der Handschrift galt unsere Aufmerksamkeit insofern, als wir alle vorkommenden notirten; jede einzelne in den gedruckten Text einzutragen, wäre zu zeitraubend gewesen. Aus demselben Grunde mussten wir von der Markirung der handschriftlichen Zeilen absehen. Aber selbst bei dieser Be- schränkung konnten wir nur eine einmalige Vergleichung er- möglichen. Prof. Harnack verglich Mt 1, 1—3, 4. 8, 4 — 10, 9. 12, 18—13, 42. 15, 33-18, 9. 20, 22—22, 16. 21, 18—26, 5. 27, 1—66. Mc 1, 1—45. 3, 1—35. 5, 1—43. 7, 1—8, 2. 9, 6—50. 11, 2—12, 30. 14, 11—15, 1; der Unterzeichnete Mt 3, 5—8, 3. 10, 10—12, 17. 13, 43—15, 32. 18, 10—20, 21. 22, 17—24, 17. 26, 6—75. 28, 1—20. Mc 2, 1—28. 4, 1—41. 6, 1—56. 8, 3—9, 5. 10, 1—11, 1. 12, 31—14, 10. 15, 2—16, 14. Die Zahl derjenigen, welche mich in den vier letztver- gangenen Jahren in meinen Bemühungen um den Codex Rossa- nensis in mannigfacher Weise unterstützt haben, ist — in Deutschland wie in Italien — eine so grosse, dass ich mir die Nennung aller Einzelnen versagen muss. Es drängt mich aber, allen insgesammt an dieser Stelle noch einmal meinen herz- lichsten, tief empfundenen Dank auszusprechen. Göttingen, den 21. Juli 1883. Gebhardt. I. Der Codex Rossanensis gehört, seit die italienische Regierung ihre Hand darauf gelegt, zu den unveräusserlichen Schätzen der Kathedralkirche zu Rossano ^). Und in der That ist es ein Schatz, der seines Gleichen sucht. In welchem Grade Manuscripten dieser Art das Prädicat der Seltenheit zukommt, lehrt ein Ueberblick über die bisher bekannt gewordenen griechischen Purpurhandschriften. Es sind, von den jüngeren abgesehen, mit einer einzigen Ausnahme nur Bruch- stücke von geringem Umfange oder einzelne verstreute Blätter. 1) Am bekanntesten und mit Recht berühmt sind die aus 24 Blättern bestehenden Fragmente einer illustrirten Genesis in Wien 2): vor Entdeckung des Codex Rossanensis die einzige bekannte Bibel- handschrift mit Miniaturen aus dem 6. Jahrhundert. 2) Von etwas grösserem Umfange sind die Ueberreste eines mit Gold und Silber auf Purpurpergament geschriebenen Evangeliencodex im Kloster des h. Johannes auf Patmos, ebenfalls aus dem 6. Jahrhundert. Mit den 33 Patmischen Blättern gehörten die nach Wien (2 BL), nach London (4 Bl.) und nach Rom (6 Bl.) ver- 1) Vgl. über die Entdeckung der Handschrift im März 1879: Evange- liorum codex Graecus purpureus Rossanensis (S) litteris argenteis sexto ut videtur saeculo scriptus picturisque ornatus. Seine Entdeckung, sein wissenschaftlicher und künstlerischer Werth dargestellt von Oscarv. Geb- hardt und Adolf Harnack. Leipzig 1880, S. I ff. Der Codex wird im Archiv der erzbischöflichen Curie aufbewahrt und kann nur mit Geneh- migung des Erzbischofs, welche übrigens gern ertheilt wird, und unter steter Aufsicht betrachtet werden. 2) Vgl. P. Lambecii Commentariorum de Augustiss. Bibliotheca Caes. Vindobon. 1. III. Ed II. studio et opera A. F. Kollarii. Vindo- bonae 1776, p. 3ss. G. F. Waagen, Die vornehmsten Kunstdenkmäler in Wien. Th. II. Wien 1867, S. 5if. VTTT Codex Rossanensis. scUagenen Fragmente ursprüngiicli zu einer und derselben Hand- sclirift'^). 3) Bruchstücke einer ähnlichen Evangelienhandschrift sah im Jahre 1850 Porfiri üspenski im neuen Patriarchat zu Alexandrien ^). Es waren aber nur zwei Blätter, und auch diese nicht vollständig erhalten. 4) Um etwa ein Jahrhundert jünger als die bisher genannten Handschriften ist der Psalter der Züri- cher Stadtbibliothek'*). Er bestellt aus 223 Blättern und ist durchgängig mit Gold auf Purpur geschrieben. 5) Das in ähn- licher Weise ausgestattete Purpur-Evangelistarium der Wiener Hof bibliothek ^) stammt aus dem 9. Jahrhundert, und noch viel jünger ist 6) eine in Minuskeln mit Gold und Silber geschriebene 3) Die Patniischen Blätter sind edirt von Duchesne, Archives des missions scientifiques. 3^ serie. T. III. Paris 1876, p. 386ss., die übrigen von Tischendorf, Monumenta sacra inedita. Lips. 1846, p. 11 ss. 4) Vgl. Porfiri Üspenski, Reise durch Aegypten und zum Kloster des h. Antonius des Grossen u. s. w. i. J. 1850. St. Petersburg 1856, S. 77 f. (russisch), und dazu Taf. XIII und XIV in dem unter dem Titel: Der christliche Orient. Aegypten und der Sinai. Ansichten, Umrisse u. s. w. im Jahre 1857 erschienenen Bande mit Tafeln zu sämmtlichen Reisen des Verfassers. Letzterer erzählt (S. 77), der Patriarch habe ihm „zwei Stückchen" von den kostbaren Fragmenten geschenkt; wir erfahren aber nicht, ob es Stücke mit Schrift, oder etwa nur schmale Streifen des un- beschriebenen Pergaments waren. Jedenfalls ist zu wünschen, dass solche Schenkungen sich nachmals nicht zu oft wiederholt haben. Sonst dürfte von den ohnehin schon spärlichen Fragmenten nicht mehr viel übrig sein. Uebrigens gehören sie nicht, wie Porfiri damals urtheilte, noch dem 5,, sondern frühestens dem 6. Jahrhundert an. 5) Edirt von Tische ndorf, Monumenta sacra inedita. Nova coli. Vol. IV. Lips. 1869. 6) Vgl. A. F. KoUarii ad P. Lambecii commentariorum de Aug. Biblioth. Caes. Vindobon. libros VIII. supplementorum 1. I. Vindob. 1790, p. 56 SS. Die Handschrift stammt aus dem Kloster S. Giovanni a Carbo- nara in Neapel. Sie erreicht mit 182 Blättern fast den LTmfang des Cod. Rossan., das Format aber ist, mit nur 9 Zeilen in jeder Columne, viel kleiner, Montfaucon nennt sie, Palaeographia Gr. p. 4, irrig 'exemplar FiVangeliorum' und ebendaselbst p. 224 vollends irreführend 'codex Homi- liarum in Evangelium'. Die Angabe Scrivener's, Introduction , 2^ ed. Cambr. 1874, p. 25:^ No. 46: 'There is a Latin version', beruht jedenfalls auf einem Irrthum. Facsimile bei Westwood, Palaeogr. sacra pictoria: Purple Greek MSS., und bei Silvestre, Paleographic universelle. P. II. Paris 1841, No. 38 (156). Prolegomena. IX Purpurliandsclirift der Evangelien in der kaiserlichen Bibliothek zu St. Petersburg"). Man kann, wenn man diesem vorhandenen Bestände den Codex Rossanensis einzureihen hat, nur schv^anken, ob ihm die erste oder die zweite Stelle zuzuweisen ist. An Umfang über- trifft die Rossaneser Handschrift ihre Wiener Rivalin um das Sechsfache; und wenn auch die Miniaturen, mit welchen die Wiener Genesis geziert ist, die des Codex Bossanensis sowohl an Zahl als vielleicht auch an künstlerischem Werth übertreffen, so ist doch die Erhaltung der letzteren eine ungleich vorzüg- lichere, und die kunstgeschichtliche Bedeutung, welche ihnen vermöge ihrer Stellung im Uebergange von der altchristlichen Kunstform zur byzantinischen zukommt, verleiht ihnen einen ganz unschätzbaren Werth. In seinem gegenwärtigen Umfange besteht der Codex Rossa- nensis aus 188 Pergamentblättern, welche von einem anscheinend dem 17. oder 18. Jahrhundert angehörigen starken schwarzen Ledereinbande umschlossen werden. Schlägt man den Band auf, so gewahrt man bald, dass die Handschrift, bevor man sie mit der neuen schützenden Hülle versah, eine Zeit arger Verwahr- losung durchgemacht hat. Namentlich die letzten zehn Blätter liefern hierfür den Beweis. Sie sind dünn und durchscheinend geworden wie Seidenpapier, und die Schrift ist, wohl infolge des Einwirkens der Feuchtigkeit, zum grössten Theil völlig ver- dunkelt. Ja auf einigen Blättern sind an die Stelle der Buch- staben Löcher getreten, die indess meist der Form der Buch- staben entsprechen und somit der Lesung auch dieses Tlieils der Handschrift, mit Ausnahme nur weniger Stellen S), kein wesent- liches Hinderniss bereiten. Viel weniger als die letzten haben glücklicher Weise die ersten, meist mit Miniaturen geschmückten 7) Vgl. E. deMuralt, Catalogue des manuscrits Grrecs de la Biblio- theque Imperiale publique. St.-Petersbourg 1864, p. 29 s. Hier wird die Goldsclirift des Textes und die Silberschrift der Ueberschriften u. s. w. er- wähnt, die Farbe des Pergaments aber verschwiegen. W. Wattenbach, der die Handschrift selbst sah, versetzt sie ins 12. Jahrhundert (vgl. An- zeiger für die Kunde der deutschen Vorzeit. N. F. Bd. 22, 1875, S. 72), während die Tradition sie von der Hand der h. Theodora (f nach 867) geschrieben sein lässt. 8) S. die Anmerkungen zu Mc 15, 35. 36. X Codex Rossanensis. Blätter gelitten. Ein kleiner Riss im ersten Bilde ist, ohne wesentliche Schädigung des Gemäldes, verklebt, ein etwas grösse- rer im zweiten nicht ungeschickt zugenäht. Hier und da auch ist die Farbe, namentlich an den Rändern, etwas verblasst; nir- ofends ist sie, wie leider so oft bei den älteren Miniaturen, völlioj verwischt oder abgefallen. Nur die Silberschrift, mit welcher auf mehreren Bildern Schriftstellen des Alten Testaments ver- zeichnet stehen, ist allenthalben aschfarben oder schwarz ge- worden. Abgesehen von diesen Beschädigungen, also in dem bei weitem grössten Theile, lässt die Erhaltung der Handschrift nichts zu wünschen übrig. Dennoch wird man, nachdem man sich davon überzeugt, dass die vorhandenen 188 Blätter nur einen Theil des ursprünglichen Bestandes bilden, der Hoffnung nicht Raum geben können, dass der Rest noch irgendwo in unversehrtem Zustande erhalten ist. Vielmehr hat es, namentlich im Hinblick auf die an den letzten zehn Blättern wahrnehmbaren Spuren der Zer- störung, den Anschein, als habe man in dem jetzigen Einbände diejenigen Ueberreste des Purpurcodex vereinigt, deren Erhaltung allein noch der Mühe werth erschien. Das zu der Handschrift verwandte Pergament ist von grosser Feinheit; nicht selten schimmert, auch in den wohl erhaltenen Theilen, die Schrift der einen Seite auf der anderen durch. Die Färbung wird man am zutreffendsten als purpurblau oder ^äolet bezeichnen können;^) sie erstreckt sich über sämmtliche Blätter, auch die bemalten, in ihrem ganzen Umfange. Auf der glatten Seite des Pergaments ist sie glänzend und vom Purpur tief durch- leuchtet; auf der, übrigens wohl geglätteten, rauhen Seite er- scheint sie matter und nicht selten ins Bräunliche spielend. Fast braunroth ist das erste beschriebene Blatt auch auf der glatten Seite, desgleichen, wenn auch in geringerem Grade, einige der nächstfolgenden Blätter. Ob, wie vielleicht unter dem Eiufluss der Feuchtigkeit die Farbe dieser, so auch die der übrigen Blätter sich im Laufe der Zeit wesentlich verändert hat, ist schwer zu entscheiden. Vielleicht wog das Kirschroth, welches hier und da, und zwar an sehr geschützten Stellen, den Grundton zu bilden scheint, ursprünglich noch mehr vor. 9) Vgl. namentlich den Abschnitt über Purpurpergamont im Nouveuu Traitü de Diplomatique. T. II. Paris 1755, p. 97ss. Prolegomena. XI Geordnet sind die Blätter der Handschrift, wie z. B. ancli die des berühmten Codex Vaticanus 1209 (B), nach Quinternen^^). Doch beginnt die Zähhing der Lagen erst mit dem zehnten Blatt, dem Anfang des Textes des ersten Evangeliums, und übergeht auch die dem zweiten Evangelium vorgesetzten Blätter (s. u.). Die Signaturen sind mit grossen silbernen Uncialen von der Hand des Schreibers am unteren Rande rechts angemerkt ^ ^). Eine moderne Hand paginirte die Seiten am oberen Rande mit schwarzer Tinte und den jetzt gebräuchlichen ZiflPern. Dieselbe Hand hat auch auf den ersten Blättern die üblichen Verszahlen in den Text eingetragen, zum Glück aber diese Verunstal- tung nicht über das zweite Capitel des Evangeliums Matthaei ausgedehnt. Die Höhe der Blätter beträgt jetzt 30,7 Centim., die Breite 26 Centim. Dass das Format nach beiden Dimensionen ursprüng- lich einige Centimeter mehr betrug, ersieht man aus den Spuren, welche das Buchbindermesser an den Rändern hinterlassen hat. Sowohl die Columnenüberschriften am oberen Rande als auch die hier und da vom Schreiber im Text übergangenen und am Seitenrande nachgetragenen Wörter sind oft verletzt, mitunter zum grösseren Theil mit dem Pergament weggeschnitten ^ 2). Weit beklagenswerther als diese meist leicht zu ergänzen- den Defecte ist der Verlust, welchen die Handsclirift erlitten hat bevor sie mit dem jetzigen Einbände versehen wurde. Der Um- fang dieses Verlustes lässt sich aus dem gegenwärtigen Bestände in der Hauptsache mit Sicherheit erschliessen. Der Inhalt der Blätter, wie sie jetzt auf einander folgen, ist dieser: 10) Vgl. W. Wattenbach, Das Schriftwesen im Mittelalter, 2. Aufl. Leipzig 1875, S. 147. V. Gardthausen, Griechische Palaeograpliie. Leipzig 1879, S. 61. 11) Fol. 10a ist mit Ä bezeichnet, fol. 20» mit B, und so fort. Eine Unregelmässigkeit findet sich, ausser den angeführten, nur in der 12. Lage, aus welcher vor der Beschreibung ein Blatt ausgeschnitten wurde. Die letzte, mit IH bezeichnete Lage besteht jetzt nur noch aus 8 Blättern (fol. 181—188). 12) Vgl. die Noten zu Mt 5, 31. 12, 20. 14, 5. 16, 23 u. s. w. Aus dem Umfange der an der erstgenannten Stelle (fol. 23*) weggeschnittenen Randschrift lässt sich berechnen, dass die Breite ursprünglich mindestens 1,7 Centim. mehr betrug als jetzt. Vgl. Ew. cod. Gr. purpur. Rossan. S. VIII, Anm. 4. XII Codex Rossanensis. Fol. la — 4^: bildliche Darstellungen, y, 5^: die Inschrift: vjtoOsotö yMvovoö rrjö tcov ivayy^- Xiöxow 6vn oi XQtio u. s. w.). 14) Vgl. Nov. Testam. Graece studio et labore Millii, rec. Lud. Kusterus. Ed. IL Lips. 1723, p. \. Statt ;^fooroa ist mit anderen Handschriften xarovojv 7X\ lesen. Prolegomena. XIII syrischen Evangeliariums in Florenz nnd der Fragmente im Britischen Museum ohne Zweifel auf einer Reihe von Blättern zwischen reichverzierte Säulenstellungen eingeschrieben ^•''). Von den Canonentafeln ist, wie aus der obigen Uebersicht zu er- kennen, nichts erhalten. Ihr ursprüngliches Vorhandensein wird aber zum üeberfluss noch dadurch bewiesen, dass dem Text am Rande die sogenannten Ammonischen Sectionszahlen^^) nebst den Ziffern der betreffenden Eusebianischen Canones beigeschrieben sind. Die jetzige Stellung von fol. 5 und 6, inmitten bildlicher Darstellungen aus der evangelischen Geschichte, wird niemand für ursprünglich halten. Nur eine ganz unkinidige Hand konnte die gleichartigen Blätter 1 — 4 und 7, 8 durch dieses Einschiebsel von einander trennen. Nach Analogie anderer Evangelienhand- schriften kann es kaum zweifelhaft sein, dass den Canones un- mittelbar das Verzeichniss der xE(f>fdaia des ersten Evangeliums folgte. Man wird also, um die ursprüngliche Reihenfolge her- zustellen, fol. 5 und 6, unter Hinzurechnung der verloren ge- gangenen zweiten Hälfte des Briefes an Carpianus und der Euse- bianischen Canones, an fol. 9 heranrücken müssen. Letzteres Blatt enthält die x^(paXcua des Evangeliums Matthaei vollständig, wie fol. 119 die des Evangeliums Marci ''); es ist-aber verkehrt einge- setzt, so dass die zweite Hälfte (p. 17) der ersten (p. 18) vorausgeht. Dass der Codex Rossanensis einst alle vier Evangelien ent- hielt, wäre zweifellos, auch wenn uns fol. 5 mit den Brustbildern 15) Zucker, Göttinger Gel. Anz. 1881, S. 940. Mit den Fragmenten im Britischen Museum sind die berühmten 'Golden Greek Canons of Eusebius', Add. 5111, gemeint. 16) Vgl. Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche. 2. Aufl. Bd. II. Leipzig 1878, S. 403 f. 17) Der Wortlaut ist im wesentlichen derselbe wie in den meisten Handschriften vom 5. Jahrh. an, in welchen sich die xtipäkaia, sei es auf einer Tafel zusammengestellt, sei es am oberen Rande, über dem Texte, erhalten haben. Dahin gehören u. a. der Codex Alexandrinus (A), der Cod. Reg. Paris. No. 62 (L evv.), der Cod. Sangall. (J). Die Zahl der xecpdXaia beträgt, wie gewöhnlich, beim Evangelium Matthaei 68, beim Evangelium Marci 48. Die Ueberschrift lautet: xov xaia fzazd^aiov (resj). ficcQXOv) evayyeXiov ra xecpccXaia. Den Anfang macht bei Matthaeus und Marcus: ä ntQL tcdv öccifAovt'C^Ofxevcov, darauf folgt bei Matthaeus: ß ufql t(j!)v avaiQed^evTOJv naiöiojv, bei Marcus: ß TtSQirTja Ttevd^SQaa nezQOv; den Schluss macht bei Matthaeus (cF/) und Marcus {ßTj): tcsql ttjo aiti^aecoo roi; xvQiaxov aco/jtaiou. xrv Codex Rossanensis. der vier Evangelisten und fol. 6 mit dem Fragment der Epistula ad Carpianum nicht erhalten wären. Denn bekanntlich wurden, soweit wir die handschriftliche Ueberlieferung zurückverfolgen können, nie einzelne Evangehen, sondern immer nur alle vier zusammen abgeschrieben. Man könnte sich höchstens denken, dass es zwar im Plane lag, eine vollständige Evangelienhand- schrift herzustellen, dass aber die Ausführung infolge irgend welcher Hindernisse unterbliel). Und mrklich ist eine solche Vermuthung, wenn schon zunächst im Hinblick auf die Euse- bianischen Canones, bereits aufgestellt worden. Sie findet einen scheinbaren Halt an dem Umstände, dass, wie erwähnt, die Epist. ad Carpianum fol. 6l> beginnt, wälirend fol. 6a unbesclmeben ist. Hieraus schhesst Usow^^), dass das Blatt vom Buchbinder verkehrt eingesetzt, dass also in der That die Vorderseite des- selben beschrieben, die Rückseite unbesclii-ieben ist. Daraus aber ergebe sich, dass der Schreiber hier unterbrochen wurde und, wie den Schluss des Eusebianischen Briefes, so auch die Canonen- tafeln herzustellen unterlassen musste. Allein, diese Hypothese hat wenig Wahrscheinlichkeit für sich. Wenn man gewahi't, mit welchem Luxus die Handschrift in jeder Beziehung aus- gestattet ist, so kann es nicht überraschen, dass die von einer zierlichen Leiste umschlossene Epist. ad Carpianum so geschrie- ben wurde, dass sie dem Beschauer beim Aufschlagen der Stelle als ein Ganzes sich darstellte. War sie, was sich leicht ab- schätzen Hess, auf einer Seite nicht unterzubringen, so musste die erste Hälfte auf die Rückseite eines Blattes zu stehen kom- men. Da nun dem Schreiber bekannt war, dass durch die durch- scheinenden Schriftzüge (s. o. S. X) die Malereien auf fol. 5 a ge- schädigt werden würden, wenn er mit dem Texte des Briefes auf dem Verso dieses Blattes begann, so entschied er sich dafür, erst auf dem Verso des nächstfolgenden Blattes den Anfang da- 18) Die sachkundige und lehrreiche Monographie Usow's über die Miniaturen des Codex Rossanensis wird leider bei uns wenig Leser finden, da sie in russischer Sprache geschrieben ist. Der Titel lautet in Ueber- setzung: Die Miniaturen zu dem in Rossano entdeckten Evangeliencodex aus dem 6. Jahrhundert. Von S. A. Usow. Moskau 1S81 (42 S. und 9 Taf. 4.). Die Umrisszeichnungen unserer Publication vom Jahre 1S80 sind darin vollständig rcproducirt. Die im Text erwähnte Ausführung findet sich S. 24 f. Prolegomena. XV mit zu machen. Diese Erklärung liegt um so näher, wenn man gewahrt, dass fol. 120 augenscheinlich nur um deswillen un- beschriehen gelassen worden ist, um das Gemälde auf Ibl. 121 ^ vor der unmittelbaren Berührung mit einem beschriebenen Blatt (fol. 119l>) zu schützen. Damit aber ist der Hypothese Usow's der Grund entzogen. Ueberhaupt wird man es schon mit Rück- sicht auf die Unordnung, in welche die ersten Blätter der Hand- schrift gerathen sind, und den geschilderten Zustand der letzten Blätter für ungleich wahrscheinlicher halten, dass das Fehlende durch Verwahrlosung zu Grunde gegangen, als dass ein so glänzend ausgestattetes Werk, welches überall die sorgfältigste Ausführung auch des kleinsten Details erkennen lässt, unvoll- endet geblieben sei. Ganz unwahrscheinlich und jeder Analogie widersprechend ist die Annahme Usow's, dass auch eine besondere Darstellung des Evangelisten Matthaeus nicht verloren gegangen sei. Die Stelle einer solchen soll das Medaillon auf fol. 5 a vertreten haben. Aber dann hätte es ja auch einer Darstellung der drei übrigen Evangelisten nicht bedurft. Unseres Erachtens kann nichts gewisser sein, als dass allen vier Evangelien ursprüng- lich die Bilder ihrer Verfasser vorgesetzt waren. Wir haben also nach dem bisherigen als in Verlust ge- rathen zu constatiren: 1) ein Blatt mit der zweiten Hälfte der Epist. ad Carpianum, 2) mehrere Blätter, welche die Eusebiani- schen Canones enthielten, 3) ein Blatt mit dem Schluss des Evangeliums Marci von 16, 14 med. an, 4) die vollständigen Evangelien des Lucas und Johannes mit den dazu gehörigen Ver- zeichnissen der xe(pa}.aLa und 5) die Darstellungen des Matthaeus, Lucas und Johannes. Der Verlust, welchen wir zu beklagen haben, beträgt mithin mehr als die Hälfte der Handschrift, welche in ihrer ursprünglichen Gestalt mindestens 400 Blätter umfasst haben muss i^). 19) Genau lässt sich die Blätterzahl natürlich nicht feststellen, zumal da wir gar keinen Anhalt haben, den Umfang der Canonentafeln zu be- rechnen. So viel aber ist gewiss, dass die EvangeHen des Lucas und Johannes zusammen mindestens 200 Blätter umfasst haben werden Rechnen wir dazu nur 12 verlorengegangene Blätter, nämlich je 1 Blatt für die zweite Hälfte des Eusebianischen Briefs, den Schluss des Marcus- evangeliums, die /ce(pd?.aia des lyucas und Johannes und drei Evangelisten- XVI Codex Rossanensis. Die bildliclien Darstellungen aus der evangelischen Ge- schichte umfassen sechs Blätter; es sind in der jetzigen Anord- nung die folgenden: Fol. 1^: die Auferweckung des Lazarus, „ ll>: Christi Einzug in Jerusalem, • „ 2'^^: die Tempelreinigung, „ 2^^: die klugen und die thörichten Jungfrauen, „ 3''': das letzte Mahl und die Fusswaschung, „ 3h: die Spendung des Brodes, 4.'^: die Spendung des Kelches, „ 4^: Christus in Gethsemane, „ 7^: die Heilung des Blindgebornen, y, 7^: der barmherzige Samariter, „ 8^ oben: Christus vor Pilatus, unten: die Reue und der Tod des Judas, 8b oben: die Juden vor Pilatus, unten: Christus und Barabbas. Auf die Frage nach der Integrität dieses Bildercyclus soll hier nicht näher eingegangen werden. Es bedarf dessen um so weniger, als die Aufstellungen Harnack's'-^) mir auch durch den Widerspruch Usow's nicht entwerthet zu sein scheinen. Was der Letztere (a. a. 0., S. 22 fP.) beibringt, um die Vollstän- digkeit zu erweisen, ist geistreich, aber wenig überzeugend. AVer die vorhandenen Darstellungen in der von Harnack wiederher- bilder, und 5 Blätter für die Canones — sie umfassten aher gewiss mehr — , so erhalten wir die im Text genannte Summe (188 + 200 -|- 12). Von verlorengegangenen historischen Bildern ist dabei noch ganz abgesehen. Eine noch grössere Zahl würde sich ergeben, wenn man annehmen müsste, dass der Codex Rossanensis, sei es zu Anfang oder am Schluss, ein avva^ci(>iov {hxXoydötov) nebst ^Tjvo?.6ytov enthielt. Darüber aber lässt sich kaum eine Vermuthung aufstellen. In den für den liturgischen Ge- brauch bestimmten Handschriften, welche mit jenen Beigaben versehen sind, findet sich Anfang und Schluss der Perikopen gewöhnlich mit alj- gckürztem ccq/jj und tH.oq bezeichnet. Wir können aber den regelmässigen Gebrauch dieser Bezeichnung nicht über das 9. Jahrh. hinauf verfolgen. Die ältesten Beispiele dafür sind der Codex Cyprius (K evv.) und der Cod. Campianus (M evv.). Im Cod. Rossan. fehlt jede solche Bezeichnung; vielleicht aber nur, weil sie damals überhaupt auch in den für den litur- gischen Gebrauch bestimmten Büchern noch nicht üblich war. 20) Vgl. Evv. cod. Gr. purpur. Rossan. S. XXV f Prolegomena. xvn gestellten Reihenfolge (Versetzung von fol. 7 vor fol. 1) über- blickt, wird den Versuch, diesen Bestand auf ein planmässig durchgeführtes Programm zurückzuführen, von vornherein für aussichtslos halten und sich je mehr und mehr davon über- zeugen, dass eine beträchtliche Anzahl von Bildern verloren ge- gangen sein muss. Nur soviel sei hier constatirt, dass die von Harnack vor fol. 7, zwischen fol. 7 und fol. 1, zwischen fol. 4 und fol. 8 und hinter fol. 8 angenommenen Lücken von je einem Blatt - ^) sich mit überraschender Leichtigkeit einer Blätterlage von dem Umfange einfügen lassen, welchen wir in dem unver- sehrten Theile der Handschrift als durchgehend nachgewiesen haben (s. o. S. XI). Für die fünfblätterige Lage, aus welcher uns bildliche Darstellungen erhalten sind, würde sich nämlich danach die folgende Figur ergeben ^ 2): 1 2 3 4 Aber auch wenn die beiden durch Punkte angedeuteten Doppelblätter nicht verloren gegangen wären, würde uns, wie ebenfalls Harnack schon wahrscheinlich zu machen versucht hat, der Bildercyclus nicht in seiner ursprünglichen Vollständigkeit 21) Dass zwischen fol. 7 und fol. 1 einerseits und zwischen fol. 4 und fol. 8 andrerseits je ein Blatt ausgefallen ist, hält auch Lamp recht, .Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, Heft 69 S. 91, für wahrscheinlich. 22) Dass fol. 4 auch ursprünglich unmittelbar auf fol. 3 folgte, steht fest; denn fol. ^^ und 4» bilden zusammen ein untrennbares Doppelbild, Zwischen fol. 1^ und 2a vermisst man ebenso wenig etwas wie zwischen fol. 2b und 3a, Es ist also in hohem Grade wahrscheinlich, dass die Blätter 1 — 4 den Kern der Lage bildeten und uns in lückenloser Folge erhalten sind. Die jetzige Stellung von fol. 7 vor fol. 8 erklärt sich aus unserer Figur und dient der Richtigkeit derselben zur Bestätigung: sie bilden zusammen ein Doppelblatt und blieben daher zusammen nachdem die Lage auseinandergefallen war. Texte uud Untersuchungeii I, 4. b xvm Codex Rossanensis. vorliegen. Vielmehr raöchten wir es für sehr wahrscheinlich halten, dass der von uns angenommenen fünf blätterigen Lage ur- sprünglich noch weitere fünf Doppelblätter vorausgingen, welche zu Anfang vielleicht ein verziertes Titelblatt zum ganzen Codex enthielten 2 3) , während die übrigen Blätter mit Miniaturen ge- schmückt waren. Ein Künstler, welcher die Leidensgeschichte so reich zu illustriren wusste, wird es gewiss verstanden haben, auch der Geschichte des Täufers, der Kindheit Jesu und seiner ersten Wirksamkeit eine Reihe malerischer Motive abzugewinnen und so ein wirklich abgerundetes Evangehum in Bildern zu schaffen 24). Dass das Bilderevangelium sich auch ursprünglich zu An- fang der Handschrift befand, halten wir für zweifellos ■2''). Hätte es den Schluss gebildet, so wäre es wahrscheinhch mit der grösse- ren zweiten Hälfte der Handschrift vollständig zu Grunde ge- 23) Dass fol. 5 nicht als Titelblatt zum ganzen Codex gelten kann (Harnack S. XLV), hat Zucker (a. a. 0. S, 941) richtig bemerkt. S. dar- über oben S. XTI. 24) Auch Lamp recht (a. a. 0.) und Zucker (a. a. 0. S. 939) halten dafür, dass uns die Miniaturen nur fragmentarisch erhalten sind. Das frühe Vorkommen reich illustrirter griechischer Bibelhandschriften bezeugt Nicephorus, Apologet, c. 61: ''ÖQÖi/j.ev noXÄcc twv aeßaafxicuv ßlßlojv xov- rcDvl, xai y8 xal zöjv ccQx^^ioxb^cov xal zw /xaxQco X()6va) naQ* svasßojr xcc) (fiXod-bcov avÖQMV ixnsTtovTiGd^ai [laQXVQOVfXbViov, lliieQ drccTTTvaoofXFva iv /J.t(j8i fihv dia xTjQ xccD.iyQacpiXTJg evcpvtag xa xrjg S^ei'ag laxoQiag ijuXv b(X(pavi'C,EL didr.y/xaxa, cv (jLiQet. 6i- 6icc xrjg t,(oy^c((piX7]g svxexvlag xa avxii rjfüv Tiapadelxi'voi ngayfiaxa. 25) Vgl. Zucker, a. a 0. S. 940: „Die Stelle, an der sich jetzt noch die Blätter befinden, und die Bemalung auf beiden Seiten, sowie die merk- würdige anderweitige Ausstattung machen es unzweifelhaft, dass das ganze Bilderevangelium einsh dem Codex vorgeheffcet und somit be- stimmt war, auch für sich allein betrachtet zu werden, eine Thatsache, die ein helles Licht auf die Stellung und Bedeutung wirft, welche die Kunst bereits im Dienste der Kirche gewonnen hatte". Die Sache selbst zugestanden, möchten wir doch daran erinnern, dass es ja nicht ein einzelnes Evangelium, sondern die in drei- resp. vierfacher Form über- lieferten Vorgänge der evangelischen Geschichte zu illustriren galt. Da lag es denn gewiss nahe genug, die bildlichen Dai-stellungen von dem Texte abgesondert zusammenzustellen. Die Stellung zunschen der Epist. ad Carpianum (fol. 5. (1) und demVerzeichniss der xe und \|/, nur noch R. Die häufiger vorkommenden Abbreviaturen sind dieselben, welche sich schon im Codex Sinaiticus und anderen Repräsentanten der ältesten Unciale finden, nämlich 0C IC \1 für ^iiov , v\ für Jtgoö, und (nur zweimal im Text) \<^ für yML Dasselbe gilt von den Ligaturen 1-N hN N< MH NH sowie von dem Ersatz des N durch einen Strich über dem Endvocal am Schluss der Zeilen^). Auch die Strichelchen, deren zwei sich häufig über dejn I finden, während das Y nicht ganz so oft mit einem einzigen versehen ist, kommen so schon in den ältesten Uncialhandschriften vor'). An minder häufigen 3) S. z. B. die Noten zu Mt 21, 37. 22, 1. 12. 24, 21. Mc 5, 12. 11, 13. 4) S. z, B. die Noten zu Mt 5, 31. 7, 22. Häufiger sind einzelne Wörter nachträglich hinzugefügt, s. z. B. zu Mt 7, 24. 11, 24. 12, 3. 20. 13, 27. 5) Vgl. das Facsimile bei Tischendorf, Monum, sacra ined. Nova coli. Vol. III. Lips. 1860. 6) Dieser Strich läuft oft in zwei Tüpfelchen aus, von denen das erste nach oben, das zweite nach unten geneigt ist: genau so wie in dem älteren der beiden Wolfenbüttler Palimpseste (Q. evv., saec. V ). Vgl das Facsimile bei Tischendorf, a. a. 0. 7) Vgl. Tisch endorf, Bibliorum codex Sinait. Petropolit, Vol. I. Petrop. 1862. Prolegom. p. 11. Auch in dem oben (S. VII) erwähnten Purpurcodex (N evv.) hat das 1, wenn überhaupt, zwei Striche , das V* nur einen. -^xn Codex Rossanensis. Verbindungen sind zu erwähnen I II hP für üHf, T fiii' tcö, Y für av und ^ für avr (letzteres nur einmal am Rande). Doch findet sich diese Form für av schon im Wiener Diosco- rides aus dem Anfang des 6. Jahrhunderts^), und der nach Tischendorf demselben Jahrhundert angehörende Codex Guel- ferbytanus I bietet gar >f und ^ für avrco und avrov^). Nach anderen Abkürzungen, wie sie sich zum Theil schon im Anfang des 6. Jahrhunderts nachweisen lassen, sucht man im Codex Rossanensis umsonst. Das Zeichen ^ für ov^ welches sich mehrmals im Wiener Dioscorides findet, fehlt hier gänzlich, des- gleichen die Abbreviaturen T* für rai^ O* für ^ac^ N. für vai^ welche, neben jenem ^, der Schreiber des Züricher Purpurpsalters (s. u.) häufig verwandte ^^). Auch die Interpunktion ist im Codex Rossanensis noch sehr einfach. Es findet sich nur der einfache Punkt, und zwar meist in halber Höhe der Buchstaben. Häk- chen zur Worttrennung kommen nicht vor, von Aspirations- zeichen, welche gelegentlich schon in beiden Wolfenbüttler Palimpsesten gesetzt sind^^), und Accenten ganz zu schweigen. 8) Vgl. V. Gardthausen, Griechische Palaeographie, S. 152. 9) Vgl. Tischen dort", Monum. sacra ined. Nova coli. Vol. VI. Lips. 1869, p. 293. 305. 309. Das Sigluni ¥ für avzov findet sich auch im Psalterium Turicense purpureum (Monum. sacra ined. Nova coli. Vol. IV. Lips. 1869. Prolegom. p. XIV.). 10) Das Zeichen -v für ai findet sich in den Londoner Blättern des Codex N einmal (Vgl. Scrivener, A piain Tntroduction to the Criticism of the New Testament. 2. edition. Cambr. 1874, p. 127), öfter Abkür- zungen für r-TTo, TiQ und (am Rande) nfQi (vgl. Tischendorf, Monum. sacra ined. sive rehquiae antiqu. textus Novi Test. Graeci. Lips. 1846. Prolegom. p. 12). Eine von der oben angeführten etwas abweichende Abkürzung für rat kommt übrigens schon im Cod. Alexandr. vor. Vgl. C. G. Woidii Notitia Codicis Alexandiini. Recudendam curavit G. L. Spohn. Lipsiae 1788, p. 35. 11) Vgl. Tischendorf, Monum. sacra ined. Nova coli. Vol. VI. Prolegom. p. XIII. Auch im Purpurcodex N finden sich, und zwar ziemlich häufig, derartige Zeichen (vgl. das Facsimile bei Westwood, Palaeo- graphia sacra pictoria: Purple Greek manuscripts). Tischendorf be- merkt darüber: ,Accentus plane absunt; sed signum aliquod conspicitur quod Spiritus speciem habet. Id plerumque magis est punctum quam brevissima linea, descendens in litteram; nonnunquam vero est fere Spiritus lenis qui nobis dicitur' (Monum. sacra ined- sive reliquiae etc. Prolegomena. XXIII Auffallend ist die Verwendung des Asteriscus als Tilgungs- zeichen; doch findet sich daneben auch der Gebrauch gewöhn- licher Punkte oberhalb der zu tilgenden Buchstaben. Ueberblickt man alle erhaltenen Reste der Uncialschrift vom 4. und 5. Jahr- hundert an abwärts, soweit sie durch Facsimile zugänglich ge- macht sind, und vergleicht damit die Schrift des Codex Rossa- nensis, so ergeben sich leicht als die äussersten Grenzpunkte das Ende des 5. und der Anfang des 7. Jahrhunderts. Nähere Prüfung der angedeuteten Merkmale aber führt zu dem Resul- tat, dass die Entstehung der Handschrift eher in der ersten als in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts zu suchen ist. Für die Vergleichung kommen, ihres verwandten Schriftcharakters wegen, vorzugsweise in Betracht: der Wiener Dioscorides, der oben (S. VII) erwähnte Purpurcodex der Evangelien (N)^^), der Codex Guelferbytanus I (P evv.), der Codex Laudianus (E act.) und der Codex Nitriensis (R ew.). An diesem Resultat könnte man irre werden im Hinblick auf den völlig abweichenden Charakter, in welchem, mit kleine- rer Schrift, alle Beigaben zum Texte der Evangelien geschrieben sind. Dahin gehören die Epistula Eusebii ad Carpianum (fol. 6^), die Verzeichnisse der xecpalaia (fol. 9 und fol. 119) und die In- haltsangaben über dem Texte, die Schriftstellen unterhalb der Prophetenbilder (s. o. S.X), die Unterschrift des Evangeliums Mat- thaei und einige nachträglich an den Rand geschriebene Wörter. Die Schrift dieser Stücke erinnert auffallend an die des Züricher Purpurpsalters, welchen Tischendorf dem 7. Jahrhundert zu- weist, während man ihn früher für älter sogar als den Codex Alexandrinus (saec. V.) zu halten geneigt war ^'^). Zwar die vier- eckigen Buchstaben lassen auch hier kaum eine Abweichung Prolegom. p. 12). Ein ähnliches Zeichen findet sich im Codex Rossa- nensis über dem H des GH (so statt Gl) Mt 26, 24 und über dem Y des YriAFG Mc 7, 29. 12) Das Alter dieser Handschrift ist sehr verschieden geschätzt worden. Home hielt sie für das älteste neutestamentUche Manuscript (Ende des 4. oder Anfang des 5. Jahrh.); Scholz dachte an das 7. oder 8. Jahr- hundert; Casley wiederum schrieb ihr ein höheres Alter zu als dem Codex Cottonianus der Genesis (saec. V.); Tischendorf endhch entschied sich für den Ausgang des 6., spätestens Anfang des 7. Jahrhunderts (Mon. Sacra inedita sive rehquiae etc. Prolegom. p. 12). 13) Vgl. Monum. sacra ined. Nova coli. Vol IV. Prolegom. p. XII sq. XXIV Codex Rossanensis. von der quadratisclien Form wahrnehmen, G 0 O C aber er- scheinen viebnehr oval als rund, oben und unten spitz zulaufend, und das CO, das im Texte unten fast ganz geschlossen ist, zeigt hier einen Einschnitt zwischen zwei eckig endenden Halbkreisen. Beachtenswerth ist jedoch, dass auch in diesem Theile der Hand- schrift keine Spur einer Neigung der Buchstaben nach rechts wahrnehmbar ist, wie sie schon im 7. Jahrhundert durch mehrere Beispiele belegt werden kann. Auch der Strich im 0 ragt noch nirgends über den Rand hinaus, wie ebenfalls schon von der Mitte des 7. Jahrhunderts an nachweisbar. An sonstigen Ver- schiedenheiten ist noch zu erwähnen, dass das 1 adscriptum, welches im Texte völlig fehlt, sich hier wiederholt gesetzt findet^"*), sowie dass die Abkürzung \^ für xat^ welche dort nur zweimal vorkonmit, hier öfter wiederkehrt. Nur einmal, an dem y in der Unterschrift des Evangeliums Matthaei, findet sich eine Verzierung, und diese ist von der allereinfachsten Art. Die Annahme, dass wir es hier mit späteren Zuthaten zu thun haben könnten, ist völlig ausgeschlossen. Dieselbe Hand, von welcher der Text herrührt, schrieb aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Epistula Eusebii ad Carpianum, die xtfpaXcaa etc. Ohne jeden Zweifel aber fällt die Herstellung sämmtlicher Theile der Handschrift in eine und dieselbe Zeit. Die Frage ist also nur, ob um jenes scheinbar jüngeren Schriftcharakters willen, durch welchen sich die Beigaben vom Texte unterscheiden, die ganze Handschrift weiter herabgerückt werden muss. Unter den Uncialhandscliriften älteren Datums sind nament- lich zwei zu nennen, in welchen ein ganz ähnliches Verhältniss obwaltet wie hier: der von Tregelles veröffentlichte Palimpsest von Zanthe ^^) und der mehrerwähnte Codex Guelferbytanus I (P ew.) '^). Die Schrift der Catene, welche im Codex Zacynthius den Text des Evangeliums Lucae umgiebt, ist von der des Textes selbst völlig verschieden. Der Herausgeber bemerkt darüber: 14) Das I adscriptum ist in den ältesten erhaltenen Bibelhandschriften selten, aber nicht ohne Beispiel. Vgl. Scrivener, Bezae codex Canta- brigiensis. Cambridge 1864. Introd. p. XIX. 15) Codex Zacynthius £*. Greek palimpsest fragments of tlie Gospcl of Saint Luke, edited by S. P. Tregelles, London 18(>1. 16) Der Text von Tischendorf edirt im VL, ein Facsimile im TIT. Bande der Monum. sacra ined. Nova collectio. Prolegomena. XXV ,The Text is in round füll well-formed üncial letters, such as I should have had no difficulty in ascribing to the sixth Cen- tury, were it not that the Catena of the same age has the round letters (G 0 O C) so cramped as to appear to belong to the eighth Century '^).' Dennoch hat T regelles, und das gewiss mit Recht, in dieser abweichenden Schrift der Catene keine Nöthigung erblickt, den Codex dem 8. Jahrhundert zuzuweisen. Er bemerkt nämlich im Anschluss an den vorigen Satz: ,There are but few occurrences of accents or breathings; and the fact of their Omission must be weighed against that of the form of the letters in the Catena; for in the eighth Century their occur- rence might have been expected.' Eine Vergleichung der Schrift des Codex Zacynthius in Text und Catene mit den beiden Schrift- arten des Codex Rossanensis lässt freilich auf den ersten Blick das höhere Alter des letzteren erkennen ^^). Wichtiger für den vorliegenden Fall ist daher das zweite angeführte Beispiel. Es wurde schon oben bemerkt, dass unter den Handschriften des 6. Jahrhunderts u. a. namentlich auch der Codex Guelferbytanus 1 einen dem Codex Rossanensis ähn- lichen Schriftcharakter zeige. Dies gilt nun nicht allein von der Schrift des Textes, sondern auch von der in den Beigaben. Wie im Codex Rossanensis, so waren auch im Codex Guelferbytanus I den einzelnen Evangelien ursprünglich Capitelübersichten vor- ausgeschickt. Erhalten hat sich davon nur ein Blatt mit dem grössten Theil der xecpaXaia zum Evangelium Matthaei ^^). Die Aehnlichkeit der hier verwandten Schrift mit der in den Bei- gaben des Codex Rossanensis springt sofort ins Auge. Sie weicht von der Schrift des Textes so sehr ab, dass Knittel, der erste Herausgeber, dafür halten konnte, dieses Blatt habe ursprüng- lich zu einer andern Handschrift gehört und sei nur zufällig an diese Stelle gerathen^o). Dem gegenüber hat Tischendorf 17) A. a. 0. Preface p. IL 18) Man beachte namentlich die längliche Form der Buchstaben H M N n im Cod. Zac, die Form des 0 in der Catene, die Häufigkeit der Interpunction und dergl. 19) Vgl. Monum. sacra ined. Nova coli. Vol. VI. p. 251 sq. 20) Vgl. Tischendorf a. a. 0. Prolegom. p. XII: ,Quid quod folio eo quod indicem capitum evangelii secundum Matthaeum continet uni- versa scriptura a genere unciali producto est, quod demum desuefacta pristina elegantia in communem usum abüt. Unde factum est ut Knitte- XXVI Codex Rossanensis. mit gntem Grunde die ursprüngliche Zusammengehörigkeit be- hauptet; und wenn er dennoch die Handschrift dem 6. Jahrhun- dert zuweist, so wird ilim auch darin beizupflichten sein. Der Gebrauch zweier Schriftgattungen neben einander war übrigens schon dem ersten Schreiber des Neuen Testaments im Codex Alexandrinus geläufig: eine Thatsache, die bisher ganz unbeachtet geblieben zu sein scheint. Und doch ist der Unter- schied ein ganz frappanter. Betrachtet man die Unterschrift des Evangehums Matthaei fol. 5 (29) verso im Codex Alexan- drinus, so kann man sich nur wundern, dass noch niemand auf den Einfall gekommen ist, sie für spätere Zuthat zu erklären. Sie ist aber gewiss ursprünglich, denn dieselben Züge begegnen uns gleich darauf in der Ueberschrift rov xara fiaQxov evayye- hov ai jteQioyat^ welche schon um der Raumverhältnisse willen unmöglich später hinzugefügt sein kann, und weiter in der Unterschrift des Marcusevangeliums. Das Verhältniss dieser Schrift zu der des Textes ist ganz dasselbe wie im Codex Rossa- nensis, nur ist sie vom Schreiber des Codex Alexandrinus nicht so häufig in Anwendung gebracht worden. Wir lernen aus den angeführten Erscheinungen, dass neben der alten, reinen, durch runde und quadratische Formen aus- gezeichneten Unciale schon früh eine schlankere, der späteren Unciale sich nähernde Form im Gebrauch gewesen ist: nur dass letztere zunächst nicht sowohl für den eigentlichen Text der Bücher, als vielmehr für allerhand Beigaben zu demselben, wie Ueberschriften, Unterschriften, Indices, Catenen, Randbemerkungen und dergleichen verwandt wurde. Die angeführten Beispiele genügen vollkommen, diese bisher wenig beachtete Thatsache ausser Zweifel zu setzen. Die jüngere Unciale, deren Entstehungs- zeit den Paläographen so viel Kopfzerbrechen gemacht hat. steht also keineswegs im 8. oder 9. Jahrhundert plötzlich und unvermittelt da. Wir können ihre Entwicklung bis ins 5. Jahr- hundert hinauf verfolgen. Ist auch der Codex Alexandrinus nicht datirt, so hat ihm doch kein Sachkundiger bisher das 5. Jahrhundert streitig gemacht. Es liegt also schlechterdings kein Grund vor, um einer ganz analogen Erscheinung willen lius rationis palaeographicae parum gnarus indicem illuni a fi-agmentis evangelicis plane alienum duceret nee ad editionem adliiberet suam.' Prolegomena. XXVII dem Codex Rosvsanensis die Entstehung im 6. Jalirhmidert ab- zusprechen, auf welches sonst alle Merkmale hindeuten. Auf das 6. Jahrhundert führen auch die Miniaturen des Codex Rossanensis. ^ ^) Es erscheint aber gerathen, diesem Um- stände einen entscheidenden Einfluss auf die Datirung der Hand- schrift nicht einzuräumen. Denn die Miniaturen könnten nach älteren Vorbildern gearbeitet sein. Wenn es aber, wie ich über- zeugt bin, aus anderen Gründen feststeht, dass die Handschrift dem 6. Jahrhundert angehört, und wenn auch die kunstgeschicht- liche Betrachtung der Miniaturen auf diese Zeit führt, so wird es nicht zu kühn sein, letztere nicht für Copien, sondern für Originale zu halten. Dann aber ist die Möglichkeit nicht aus- geschlossen, dass die auf paläographischem Wege gewonnene Zeitbestimmung durch die Miniaturen in willkommener Weise gestützt wird. Wir dürfen daher den Versuch Usow's, auf Grund der fol. H^ und 8b vorkommenden Kaiserbilder ein ganz bestimmtes Datum für die Entstehung der Handschrift zu ge- winnen, nicht unberücksichtigt lassen. Usow argumentirt folgen- dermassen (a. a. 0. S. 30 f): Die Kaiserbilder auf den Standarten in den beiden Scenen vor Pilatus gleichen einander in jeder Beziehung: beide Köpfe sind bartlos; die Gewänder sind von gleichem Schnitt, die Kronen gleich- förmig, und in der Grösse unterscheiden sie sich nur wenig von einander. Folglich können weder ein Kaiser mit seiner Ge- mahlin noch ein Herrscher mit seinem minderjährigen Sohne, sondern nur zwei gleichzeitig regierende Kaiser dargestellt sein. „Von den Zeiten des Arkadius und Honorius (395 n. Chr.), d. h. von der Theilung des römischen Reiches an, haben wir bis zum 10. Jahrhundert nur einen Fall gleichzeitiger Regierung zweier Personen im östlichen Römerreich: im April des Jahres 527 nämlich erwählte sich Justin seinen 44jährigen Neffen Justinian, mit dem Titel Augustus, zum Mitregenten; aber im August des- selben Jahres starb Justin I. Folglich haben beide Kaiser vier 21) Vgl. die Ausführungen Harnack's, Ew. cod. Gr. purpur. Rossan. S. XXVff., und Zucker, Gott. gel. Anz. 1881, S. 943ft". Letzterer kommt zu folgendem, die Resultate Harnack's bestätigenden Schluss (S. 951): „Bei einer so nahen Verwandtschaft der Miniaturen des Codex Rossanensis mit jenen Mosaiken (in Ravenna) dürfen wir die erste Hälfte des VI. Jahr- hunderts mit Sicherheit als Entstehungszeit desselben annehmen". XXVIII Codex Rossanensis. Monate lang zusammen regiert." Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Handschrift innerhalb dieses Zeitraumes entstand, werde aber dadurch zur Gewissheit, dass wir auf gleichzeitigen Denk- mälern den Portraits unseres Miniaturisten ähnliche Darstellungen Justin's I. und Justinian s I. fuiden. Durchmustern wir nämlich die hierher gehörigen Tafeln bei Sabatier, Description generale des monnaies byzantines (1862), so erinnere namentlich Taf. XI, No. 25 mit den Brustbildern beider Kaiser an die Portraits des Codex Rossanensis. Und wenn es eine Anomalie ist. dass Justin und Justinian Zackenkronen tragen, da die Krone nach Constantin durch den Nimbus verdrängt wurde, so liefert Taf. X, No. 14 bei Sabatier das einzige Beispiel einer Zackenkrone auf dem Haupte eines byzantinischen Kaisers, und dies ist Justin I. „Damit glaube ich bewiesen zu haben, dass die Miniaturen des Codex Rossanensis gemalt sind ... im Jahre 527, zwischen dem 1. April und dem 1. August." Was in diesen Ausführungen den Kenner der byzantinischen Geschichte auf den ersten Blick überraschen muss. ist die Be- hauptung, dass in der Zeit von der Theilung des Reichs bis zum 10. Jahrhundert im Ostreich nur ein einziges Mal zwei Kaiser zugleich den Thron . innegehabt haben sollen. Aber dies ist, wie wir aus der vorausgeschickten Besprechung der Kaiserbilder auf fol. 8^ und 8h des Codex Rossanensis ersehen, in der That gar nicht Usow's Meinung. Dort war nämlich, wie man sich erinnert, ausdrücklich constatirt, dass es nicht die Intention des Künstlers gewesen sein kann, einen Kaiser mit seinem minder- jährigen Sohne darzustellen. Wir werden also, wenn wir die Richtigkeit der Beweisführung Usow's prüfen wollen, zunächst zu untersuchen haben, ob wirklich innerhalb des Zeitraumes, in welchem die Entstehung des Codex Rossanensis allein gesucht werden kann, nämlich in der Zeit vom Ende des 5. bis zur Mitte des 7. Jahrhunderts, die Mitkaiser immer nur Minderjährige ge- wesen sind. Wir haben dabei die folgenden Fälle in Betracht zu ziehen:"^-) 22) Die folgenden Daten sind namentlich dem schon erwähnten nu- mismatischen Werke J. Sabatier 's, Description generale des monnaies byzantines frappees sous les enipereurs d'orient. T. 1. Paris 1802, ent- nommen. Daneben wurden die bekannten Geschichtswerke Eduard Gib- bon's und Georg Weber 's benutzt. » Prolegomena. XXIX 1) Am 17. November 473 ernennt Leo I. (457 — 474) seinen Enkel Leo (später Leo IL) zum Mitkaiser. Letzterer war 459 geboren, also bei seiner Krönung erst 15 Jahre alt, und schon den 3. Febr. 474 starb Leo L Dieser Fall kann also für Usow nicht in Betracht kommen. 2) Sechs Tage nach der Thronbesteigung Leo IL, den 9. Febr. 474, wurde dessen Vater Zeno zum Mitkaiser proclamirt. Aber schon im November desselben Jahres starb Leo 11., erst sechs- zehnjährig. Folglich kann auch dieser Fall nicht mitzählen. 3) Im September 476, während der Regierung Zeno's, wirft Basiliscus sich zum Kaiser auf und ernennt seinen Sohn Marcus zum Mitkaiser; jedoch schon im folgenden Jahre be- mächtigt sich Zeno wieder der Herrschaft. Das Geburtsjahr des Marcus scheint nicht bekannt zu sein. Auf einer Münze aber, welche uns Vater und Sohn neben einander sitzend zeigt, ist er als Kind dargestellt.'^^) Dies die in Betracht kommenden Fälle aus dem Ausgange des 5. Jahrhunderts. Auf keinen derselben können sich, nach den von Usow geforderten Prämissen, die Kaiserbilder des Codex Rossanensis beziehen. Der nächste Fall ist 4) die gleichzeitige Regierung Justin's I. und Justin ian's vom 1. April bis zum 1. August 527, s. o. S. XXVII f. Es gilt aber auch die weiter folgenden Fälle zu untersuchen, mit Ausschluss nur der Mitregentschaft der Theodora, die nach Usow nicht in Frage kommen kann. 5) Der Nachfolger Justinian's L, Justin IL (566 — 578), krönt am 26. September 578 den Hauptmann der Leibwache der Kaiserin, Tiberius, zum Mitkaiser. Justin IL stirbt den 14. November desselben Jahres. Aus welchem Grunde Usow diesen Fall ignorirt hat, ist nicht leicht einzusehen. Denn die Bedingungen sind hier genau dieselben wie bei Justin I. und Justinian, nur dass die Dauer der gemeinschaftlichen Regierung Justin s IL und Tiber's eine noch kürzere ist. Aber so gut wie innerhalb jener vier Monate, könnten die Miniaturen auf fol. 8 23) Diese Münze, ein Unicum, befindet sich im Besitz des Kais. Münz- cabinets 7a\ Wien. Eine Abbildung giebt Jos. Khell, Ad numismata Im- peratorum Romanorum aurea et argentea a Vaillantio edita supplementum. Vindob. 1767, p. 29<5. XXX Codex Rossanensis. des Codex Rossanensis recht wohl auch zwischen dem 26. Sep- tember und 14. November 578 gemalt sein. Zu Gunsten Justin's und Justinian's lässt sich nur die Zackenkrone geltend machen, mit welcher Justin einmal auf einer Münze dargestellt ist. Und dieses Zusammentreffen ist allerdings merkwürdig genug. '^^) Wir werden ihm aber nur dann ein entscheidendes Gewicht bei- legen dürfen, wenn in der That nur zwischen den beiden ge- nannten Daten die Wahl bleibt. Zuvor haben wir die noch ausstehenden Fälle von Mitregentschaft in Erwägung zu ziehen. 6) Heraclius I. krönt seinen Sohn Heraclius-Constantin, ein noch nicht jähriges Kind (geb. den 3. Mai 612), zum Mit- kaiser, den 22. Januar 613. Aber während der Regierung seines Vaters (610 — 641) erwächst das Kind zum Manne. Auf einer Münze, welche uns Vater und Sohn neben einander zeigt (Sabatier, PL XXVIII, No. 1), sind beide als Männer mit vollen Barten dargestellt. Vielleicht hat im Hinblick auf den letzteren Umstand Usow auch von diesem Falle keine Notiz genommen, denn er scheint Gewicht darauf zu legen, dass die Kaiser in den Miniaturen des Codex Rossanensis bartlos dargestellt sind. Wenn aber überhaupt, kämen Heraclius I. und Heraclius-Constantin nur bis zum Jahre 638 in Betracht, denn in diesem Jahre wurde Heracleonas zum zweiten Mitkaiser ernannt. 7) Nach dem Tode Heraclius I. regieren Heraclius H. und sein Bruder Heracleonas zusammen, vom 12. März bis zum 23. Juni 641. Auf den erhaltenen Münzen (Sabatier, PI. XXXI, No. 28 — 31) sind beide bartlos dargestellt, und obgleich Hera- cleonas (geb. 623) noch ein Jüngling war, ist ein Unterschied in der Grösse zwischen beiden nur auf zwei Münzen wahrzunehmen, während beide auf zwei anderen gleich gross erscheinen. Wenn 24) Die auf römischen Münzen so häufige Zackenkrone scheint in der That auf byzantinischen Kaisermünzen sonst nicht vorzukommen. Das Zusammentreffen der Miniaturen des Codex Rossanensis mit jener ver- einzelten Münze Justin's kann aber auch ein zufälliges sein. Dass der Künstler den üblichen Nimbus mit Rücksicht auf die Gestalt Christi ver- mied , wird man begreiflich finden , und das Diadem allein mochte ihm vielleicht nicht genügen. Eine Zackenkrone trägt z. B. auch einer der h. drei Könige auf einem Mosaik in S. ApolHnare Nuovo zu Ravenna, welches, wie unsere Handschrift, aus dem G. Jahrh. stammt, vgl. Ciam- pini, Vetera Monim. P. TT. Tab. XXVIL Prolegomena. XXXI also Usow das 7. Jahrhundert noch in den Bereich seiner Unter- suchung zog — und wir haben gesehen, dass er sich eine viel weitere Grenze gesteckt hat — , so durfte er auch an diesem Falle nicht vorübergehen. Wir haben also zu constatiren, dass das von Usow mit so grosser Bestimmtheit empfohlene Datum auch unter Voraus- setzung der Richtigkeit der Prämissen, von welchen aus es ge- wonnen ist, nicht für unanfechtbar gelten kann. Aber auch jene Prämissen sind keineswegs sicher. Die auf fol 8^ und 8^ je dreimal widerkehrenden Kaiserpaare sind so klein und so flüchtig skizzirt, dass von einer Aehnlichkeit mit den Darstellungen auf Münzen überhaupt nicht die Rede sein kann. Man erkennt in den von uns mitgetheilten Umrisszeichnungen, welche Usow allein zugänglich waren, weder die Gewänder noch die Gesichts- züge so genau, um mit Sicherheit entscheiden zu können, dass weder ein Vater mit seinem Sohne noch ein Kaiser mit seiner Gemahlin dargestellt sein kann. Ausgeschlossen ist jedenfalls letztere Möglichkeit nicht. Ja, wenn die Umrisse nicht trügen, möchte man in dem Paare, welches am grössten und deutlichsten ausgeführt ist, nämlich fol. 8b unten am Tisch, viel eher einen Kaiser (rechts vom Beschauer) und seine Gemahlin, als zwei Männer erkennen. Bestätigt sich diese Wahrnehmung, so liegt es am nächsten an Justinian I. (527 — 566) und seine Gemahlin Theodora (f 548) zu denken, welche der Kaiser 'zur Mitregentin zu gleichen Rechten mit sich selbst erhob, also dass die Statt- halter der Provinzen den Eid der Treue auf den vereinigten Namen Justinian's und Theodorens ablegen mussten .'■^^) So ver- führerisch aber diese Deutung ist, so will ich sie doch nur mit aller Reserve vorgelegt haben. Es wird von einer erneuten Untersuchung der Originalbilder im Codex Rossanensis abhängen, ob sie überhaupt ernstlich in Frage kommen kann. '^^) 25) Georg Weber, Allgemeine Weltgeschichte. Band 4, Leipzig 1863, S. 741. 26) Die von unserem kurzen Aufenthalt inRossano im Frühjahr 1879 mitgebrachten Aufzeichnungen reichen nicht aus, diese Frage zu ent- scheiden. Die Zeit war uns so kurz zugemessen, dass wir bei der Be- schreibung der Miniaturen nur auf das Wesentlichste unsere Aufmerk- samkeit richten konnten; dass aber die Kaiserbilder für die Datirung der Handschrift eine solche Bedeutung gewinnen könnten, kam uns damals nicht in den Sinn. XXXII Codex Rossanensis. Eine Tradition über die Provenienz der Handschrift liat sich in Rossano nicht erhalten. Es liegt aber nahe, die Entstehung eines so prachtvollen und künstlerisch so reich ausgestatteten Werkes in einer der Hauptstädte des Reiches zu suchen. Für Alexandria plaidirt Usov^ (S. 27 if*.). welchem sovrohl die Land- schaft (fol. 4b) und die Flora als auch die dargestellten Thiere nach Unteraegypten zu weisen scheinen.-^') Man wird aber mit demselben Recht auch an Constantinopel denken dürfen. ''^-) Eine nähere Untersuchung auch dieser Frage mag der Zeit aufbehalten bleiben, wo die Miniaturen des Codex Rossanensis in treuer Nach- bildung veröffentlicht sein werden. Der Hoffnung, dass diese Zeit kommen wird, entsage ich auch jetzt noch nicht. Mochte sie bald kommen! 27) Vgl. dazu Zucker, a. a. 0. S. 952: „Ein äusseres Zeugniss, das mit Bestimmtheit auf den Osten, hinweist, darf man in dem Umstand er- blicken, dass in der Scene der Tempeheinigung ein Höckerochse vorkommt, der, soviel bekannt ist, sich nach Westen zu nicht über Kleinasien hinaus verbreitet hat." 28) Dass der Codex aus Constantinopel gekommen sei, habe ich übrigens, Ew. cod. Gr. purpur. Rossan. S. VII f., nicht 'ohne weiteres angenommen' (Zucker, a a. 0.), sondern nur als Vermuthung ausge- sprochen. Es heisst dort: 'Eine Tradition über die Provenienz der Hand- schrift hat sich in Rossano nicht erhalten. Dass aber überhaupt ein grie- chischer Evangeliencodex hier gefunden wurde, kann nicht überraschen. Denn von Alters her war in Rossano der griechische Ritus in üebung und das Gnechische die Cultussprache. Erst im XV. Jahrhundert ward der lateinische Ritus eingeführt; aber noch um die Mitte des vorigen Jahr- hunderts (ich kann jetzt dafür setzen: noch heute) wurde einmal jährlich wenigstens, am Palmsonntag, das Evangelium in griechischer Spi*ache verlesen. Bis zum Untergange des oströmischen Reiches, zumal zu den Zeiten der Beherrschung Calabriens durch die byzantinischen Kaiser im VI. und den folgenden Jahrhunderten, wird es an Beziehungen zur Haupt- stadt des Reichs, dem Sitz des Patriarchats, nicht gefehlt haben, und daher mag, vielleicht als Geschenk eines Kaisers oder Patriar- chen an die Kathedralkirche zu Rossano, der Codex purpureus stammen'. I m. Infolge der aiisserordentliclien Bereicherung, welche der kritische Apparat des Neuen Testaments namentlich durch die Entdeckungen Tischendorf's erfahren hat, ist die Vorstellung von der Fülle alter griechischer Uncialhandschriften, über welche wir verfügen, so sehr gesteigert worden, dass ein neuer Fund kaum mehr auf lebhaftes Interesse rechnen kann, es sei denn, dass er sich durch ein ganz besonders hohes Alterthum oder durch einen ungewöhnlich reinen Text auszeichnete. Vorzüglich gilt dies von den Handschriften der Evangelien. Man weiss, dass hier zur Bezeichnung der immer aufs neue auftauchenden Uncialcodices das lateinische Alphabet schon lange nicht mehr ausgereicht hat, und dass bereits von Tischendorf ein hebräischer und mehrere griechische Buchstaben haben zu Hilfe genommen werden müssen. Sehen wir aber diese lange Reihe von üncialen darauf an, wie viel wirklich alte Handschriften sich darunter befinden, welche auch nur eines der vier Evangelien vollständig enthalten, so überzeugen wir uns bald davon, dass es mit dem vermeintlichen Reichthum doch nicht so gar weit her ist. Durch die unterschiedslose Bezeichnung der Handschriften vom 4. bis zum 10. Jahrhundert, sofern sie nur in üncialen ge- schrieben sind, mit den grossen Buchstaben des Alphabets, ist der falsche Schein erregt worden, als ob die üncialen aus dem 9. und 10. Jahrhundert werthvoller wären, als die Minuskeln aus derselben Zeit. Wir kennen aber Minuskeln in nicht unbe- trächtlicher Zahl, welche einen viel besseren Text haben als jene jüngeren üncialen. Nachdem diese Art der Bezeichnung einmal üblich geworden ist, würde es nur Verwirrung anrichten, wenn man sie beseitigen wollte. Man darf aber nicht vergessen, Toxte und Untersuchungen I, 4. C XXXrv Codex Rossanensis. dass dies eben nur ein Missbrau ch ist, und dass die Uncialen des 9. und 10. Jalirliunderts, mit nur sehr wenigen Ausnahmen, viel eher mit den Minuskehi in eine Kategorie gehören als mit den alten Uncialen. Scheiden wir also die jüngeren Uncialco- dices, vom 9. Jahrhundert an, aus, und ferner alle diejenigen älteren Handschriften, welche nur Fragmente der Evangelien enthalten, so bleiben uns nur fünf übrig, welche den Text der beiden Evangelien, die uns hier allein interessiren . vollständig oder doch nahezu vollständig enthalten, nämlich der Codex Sinaiticus (i5), der Codex Vaticanus (B). der Codex Bezae Can- tabrigiensis (D), der Codex Basileensis (E) und der Codex Pari- sinus 62 (L). Der Codex Alexandrinus (A) beginnt bekanntlich erst Mt 25, 6, und der Codex Ephraemi (C) hat in allen vier Evangelien nicht unerhebliche Lücken. FGHKMSUVXrJiJ enthalten zwar beide Evangelien mehr oder weniger vollständig, reichen aber sämmtlich nicht über das 9. oder 10. Jahrhundert hinauf; in A fehlen die Evangelien des Matthaeus und Marcus ganz, und INOPQRTWYZö^ sind überhaupt nur Fragmente, von denen überdies nur etwa die Hälfte den beiden ersten Evan- gelien angehört. Von den genannten fünf Handschriften sind nur zwei (i< und B) älter als ^, eine (D) etwa gleichzeitig, der Rest erheblich jünger (E und L, beide nach der gewöhnlichen Annahme aus dem 8. Jahrhundert). Glanz vollständig sind die Evangelien des Matthaeus und Marcus nur in den beiden erst- ofenannten Handschriften und in E enthalten; D hat im Matthaeus. L im Matthaeus und Marcus nicht unerhebliche Lücken. Für den Text des Matthaeus (bis 25, 6) ist also der Codex Rossa- nensis die drittälteste vollständige Handschrift, für den des Marcus die viert- oder fünftälteste, je nachdem man D füi* älter oder jünger hält als ^. Damit ist freilich nicht gesagt, dass ^ auch dem Werthe nach die dritte oder vierte Stelle einnimmt. Er müsste einen sehr guten Text haben, um etwa mit L concur- riren zu können, und unter den jüngeren Uncialen könnte ilmi A den Rang streitig machen. Jedenfalls aber — das kann man nach dem bisherigen mit Sicherheit erwarten — wii*d ihm, wenn nicht in kritischer, so doch in textgeschichtlicher Hinsicht ein nicht gering anzuschlagender Werth innewohnen. Seit in dem Werke von Westcott und Hort ein neuer, in holicm Grade beachtenswerther A ersuch vorliegt, die vorhaii- Prolegomena. XXXV denen Textesquellen auf Grund ihrer Genealogie zu gruppiren, wird man sich bei der Charakteristik einer Handschrift an den hier gegebenen Nachweisungen zu orientiren haben. Wenn wir es aber auch acceptiren, dass die bei weitem grösste Mehrzahl der griechischen Handschriften den Text wesentlich in einer Gestalt enthält, welche er durch eine Recension auf syrischem Boden empfangen hat, und dass sie sich nur dadurch von einander unterscheiden, dass die einen diesen Text mehr, die anderen weniger mit vor-syrischen, abendländischen ('western') oder alexan- drinischen Elementen vermischt darbieten, ^) so ist damit zwar ihr Grundcharakter mit hinreichender Deutlichkeit, nicht aber ihre besondere Eigenart bezeichnet. Wir werden es daher, wenn wir dem Codex Rossanensis seine Stelle innerhalb der übrigen Urkunden des evangelischen Textes anweisen wollen, nicht um- gehen können, 1) die ihm eigenthümlichen Lesarten auf ihren Charakter und Werth hin uns anzusehen, 2) diejenigen Hand- schriften zu ermitteln, zu welchen er etwa in einem besonders nahen Verwandtschaftsverhältniss steht, und 3) festzustellen, ob und in welchem Masse er, ungeachtet der Textesmischung, welche wir an ihm wahrnehmen, als Träger alter und guter Ueberliefe- rung angesehen werden kann. Denn dass er in der That einen stark gemischten Text enthält, das brauchen wir nicht erst zu erweisen. Es genügt, einen beliebigen Abschnitt an der Hand einer der neueren kritischen Ausgaben durchzugehen, um sich davon zu überzeugen. Es ist dies aber eine Eigenschaft, welche der Codex Rossanensis, wie bemerkt, mit den meisten griechischen Handschriften theilt. Ihn darum für werthlos zu halten, wäre vorschnell geurtheilt. Bevor wir auf den Text selbst näher eingehen, mögen hier einige Bemerkungen über die äussere Gestalt desselben Platz finden. Der Codex Rossanensis zeigt darin im wesentlichen dieselben Eigenthümlichkeiten, welche wir an den ältesten Bibel- handschriften wahrnehmen. Man findet Formen wie rj^d-are (Mt 25, 36), s§7]Z^aTs (Mt 26, 55. Mc 14, 48) sZd^arm (Mt 6, 10. 10, 13), JiaQEXd^arco (Mt 26, 39), uösXd^ars (Mt 7, 13), e^eXd'aTS 1) Vgl. The New Testament in the original Greek. The text revised by Brooke Foss Westcott and Fenton John Anthony Hort. Introduction. Appendix. Cambridge and London 1881, p. 151 8s. .-* XXXVI Codex Rossanensis. (Mt 25, 6), LÖav (Mt 13, 17), tdafisv (Mt 25, 38. 39. 44. Mc 2, 12. 9, 38), sxßalars (Mt 22, 13. 25, 30), ysvafievoö (Mc 9, 33), £yM^£QiO^?] (Mt 8, 3. Mc 1, 42), rjV£coyß?]öav (Mt 9, 30), xexa- TrjQCcfisvoL (Mt 25, 41, nur 2\ auch xQiyav (Mt 5, 36), vvxrav (Mc 4, 27), fiayacQ?] (Mt 26, 52); durchgängig ist Xriu^Ofiac u. s. w. geschrieben, desgleichen reOöSQaxovTa, Mt 1, 17 sogar an erster Stelle ' ösxarsoosQSö. Der Itacismus tritt namentlich hervor in der Yertauschung von sl und t, und zwar ist häufiger i für £L gesetzt als si für i; ferner werden nicht selten ai und £, L und 7^2), £i und rj mit einander vertauscht, zuweilen auch m und oi; ^), o und o? "*). Auch Bildungen wie aXcojtrjxsö (Mt 8, 20), dsÖTjfisvov (Mc 11, 2), vjto6£67]fi£Pov6 (Mc 6, 9), cpQovtfiac (Mt 25, 2. 9), JtaQd^evai (Mt 25, 11) wird man nicht einfach zu den Schreibfehlern rechnen dürfen. Die Assimilirung des v unter- bleibt oft; doch finden sich Verbindungen wie sfifxsöoj (Mt 10, 16), £fijiaQaßoXai6 (Mt 13, 10. 13), eyyaöTQL (Mt 24, 19), sfKpvZax?] (Mt 25, 43); vgl. auch ayytöTQov (Mt 17, 27), syyafit^ovrso (Mt 24, 38). Abgesehen von dergleichen grammatischen und orthographischen Eigenthümlichkeiten, ist die Zahl der eigent- lichen Schreibfehler eine verhältnissmässig geringe. Zu den auffallendsten, die dennoch nicht verbessert worden sind, gehören die folgenden: Mt 1, 5 griy^ß, 1, 15 eyevrpsv, 1, 19 o avijQ avtrjö bis, 5, 18 jtQO(prj, 9, 13 ovöiav st. ov ^vöiav^ 12,45 Jirsv- fiara ra, 13, 54 exjtXrjöeöd^ai, 14, 20 jtsQioevov, 18, 6 d^aZaörjo, 18, 9 ocpd-aZftoö st. o o(p^aZfio6, 22, 10 sxivovö st. sxsivot sio raö oöovo, 23, 3 SQyaya, 24, 31 (rovo sxXsxrovd) avrcov st. avTOVj 25, 38 ös ös st. ös os, 27, 38 f§ st. sx, Mc 4, 10 stjqcü- T7]0aVy 5, 13 xQSfivov, 6, 20 r^Qmörje, 6, 31 eQyofisvoi st. ot e()- ;^o,w., 6, 36 eavTovO st. eavroio, 9, 29 s^sUd^etv, 12, 1 Auslassmig 2) Ein merkwürdiges Beispiel hierfür ist das ??; Mt 26, 24, mit einem accentartigen Strichelchen über dem t]. Für die sonst so häufige Ver- wechselung von 7] und i; findet sich nur ein Beispiel [vfiiv Mt 25, 8), des- gleichen für die Vertauschung von l und v {rnxvav Mc 6, 23). 3) Vgl. z. B. Mt 10, 17 nagaöiaacüöLV, Mc 4, 36 TtaQaXafzßavwaiv: Mc 7, 17. 9, 11. 28 8TCTjQ(OTovv, 9, 34 eoiojTtovv. 4) Vgl. z. B. Mt 27, 64 x^f()OV, Mc 1, 20 fiia&orcov, 5, 5 xaTaxoTtrov, 7, 10 xaxoloyov, 10, 30 Öicoy/nov, 11,4 ttoAo)-; Mt. 22, 46 r/rfriarw, 24,38 7r^a>, 26, 13 Toi;rcy, Mc 7, 30 e^eXrjXv&coa. Prolegomena. XXXVII von xat coxo6of/fj08V jtvQyov, 12, 4 {jtQoo) avxov st. avzovo, 12, 28 övvC^TjTOVTwv, 12, 29 etö bis, 13, 4 (leXti, 13, 5 [irjöuö st. [i7j Tiö, 14, 36 ov ro st. ot> r^ oder ov/ o, 14, 59 i609]. Da- zu mögen noch einige Auslassungen zu rechnen sein, die weiter unten im Zusammenhange der U eigenthümlichen Lesarten niit- getheilt sind. Die Zahl der Lesarten, welche sonst in keiner griechischen Handschrift nachgewiesen sind, ist im Codex Rossanensis eine verhältnissmässig grosse: ein Umstand, welcher im Hinblick auf die bekannte Vielgestaltigkeit der evangelischen Ueberlieferung nicht eben geeignet ist, ein günstiges Vorurtheil für den Werth derselben zu erregen. Denn dass eine Handschrift des 6. Jahr- hunderts uns noch neue werthvolle Lesarten bringen sollte, ist nach den bisherigen Erfahrungen kaum zu erwarten. Und in der That zeigen uns gerade diese eigenthümlichen Lesarten den Codex Rossanensis von seiner schwächsten Seite. Ein grosser Theil derselben erklärt sich nämlich aus der Eintragung des Wortlauts des einen Evangeliums in den Text der entsprech- enden Stelle des andern. Li dem folgenden Verzeichniss, welches übrigens auf Vollständigkeit keinen Anspruch macht, sind die betreffenden Parallelstellen beigefügt^). Mt 7, 5 ro xaQ(poö ro tv roj oq)0'aZfi(D rov aöeZcpov öov: Lc 6, 42. „ 7, 11 vjtaQxovreö: Lc 11, 13. „ 8, 10 axovöao ös ravra: Lc 7, 9. „ 8, 31 stöeXd^siv st. ajield-Hv: vgl. Mc 5, 12. Lc 8, 32. „ 10, 7 rjyYixev 8(p vfiao: Lc 10, 9. 5) Bei einer Vergleichung der Versionen, namentlich der syrischen und der alten lateinischen, wird man vielleicht mehreren dieser Lesarten wieder begegnen. Die wenigen von mir beigefügten Belege aus Itala- handschriften entstammen nur gelegenthcben Notizen. Auf eine syste- matische Durchforschung des zerstreuten Materials musste ich verzichten. Die im folgenden gebrauchten Abkürzungen setze ich als bekannt voraus. Mit

^- Mt 5 ,, 9 „ 10. „ 18 „ 24 „ 28, Mc 1, „ 3. 1^ 6, „ 12, „ 14, C: Mt 4, « 8, ■8 9 13 14 16 17 18 ' Prolegomena. XLIII Mt 19, 30 xat OL söxccrot: CM «i^ emrj A 33. {vgl. Mt 15, 5), 15,47 ia)(Ji](p: A 258; Mt 10, 14 ogol av fitj Se^ovrai ... axov- ocoaiv: L (Mc 6, 11), Mc 3, 4 eoiojTtrjaav: L, 6, 9 evöeöva&ccL: L minP«*, 13, 18 fj.rjÖ£ aaßßazov: L minP'^ (Mt 24, 20); Mt 25, 40 xovtojv xmv (jlixqojv: I; Mt 22, 4 oiTEVTCc: G min-^, Mc 2, 16 sad-iEzs xai TiLvexs G {eaS-ieite xai TtivsiTs) 124. (Lc 5, 30), 3, 17 avrov st. rov laxcoßov: G 28, 69.., 4, 11 za fxvaztjQia: G 1.., 14, 36 cckX ozi: G 1..; Mc 6, 13 sd-eQanevovzo: H minP<=; 13, 11 Vßsiö eaze: MU min?« (Mt 10, 20), 14, 22 zov aQzov. M minP-^ (Mt 26, 26); Mt 12, 23 leyovzeo'. U 127., 26, 44 om naXiv. üt^t 1.., Mc 13, 21 zoz£ ohne xat-, U 1.., 13, 32 zojv ovQavcov: U 28.. (Mt 24, 36); Mt 18, 19 ev zoia ovgavoLO: V minPC; Mt 18, 10 om ev ovQCcvoia pr: F 1. 13.. 8) Ich habe keinen Anstand genommen, in dem folgenden Verzeichniss auch einige solche Lesarten aufzuführen, welche von Tischendorf mit N und ' al pauc ' belegt werden ; natürlich nur da, wo ich auch in den übrigen grossen Ausgaben keine bestimmten Angaben fand. Es mag wohl sein. XL VI Codex Rossanensis. Mt 19 „ 20 „ 21 „ 26, Mc 6 V 1 . r 8i V 8. 1? 8. 11 8, 11 8, 11 8. 11 9 11 9 ^1 9, ^^ 9, V 9. ^^ 11 9. 11 9, 11 10, 11 1] 11 11, 11 11, 11 — 11 12, 11 14, 11 14, 11 14, 7 £vsrkiXato 7jficv: N 31 Ol 6s o/Xoi ejtSTitiriöav: N ff^- syr"« et«"^^^ 8 ex Tojv dtvÖQcov: X :: vgl. Mc 11, 8. 60 ovx 7/vQov: N (pvx auch A al, ?/vqoi' EG al) 53 jrQoöoQiitö^rjöav stcsl: N 1 Ol eld-ovreö: N (a b f qui venercmt^ q qui ve- niehant) 29 eiJiEV avT7] o ir^oovö: N g^- 3 sylvd^riGovraL: N 7 sijisv jiaQaü^eivai avroiO: N cop {coram üUs) 13 xaraluimv: N :: Mt 16, 4. 18 ovjim vo£iT£ st. xai ov fiv?]}iov£V£re: N :: vgl. V. 17. 23 £JC7]Qa)T7]0£V st. £Jl7j()C0TfX: N 32 £XaX£t TOP Xoyov. N 3 Xevxavai ovtojo: N 5 avrm st. reo Ujöov: N 13 ridrj £X7jXvd^£v\ N (C 1.. ?/c^;/ 7iX»£v) :: vgl. Mt 17, 12. 19 lejei avTco: N g^- q 21 TOP jtar. avTOv o i/jöovo: N — y£yov£L'. N 28 sX^ovra st. eiöeXd^ovxa: N 33 ysva^usvoö: N 5 ejt£T()tip£v st. £yQaip£v: N :: vgl. v. 4. Mt 19, S. 26 fci^ ovQavco: N 31 o^ (5f öieXoyi^ovTo: N it (exe k) vg : Mt 21, 25. vgl. Lc 20, 5. 32 (foßov^sd^a TOP oy^Xor' jtapreo: N :: Mt 21, 26. — ojö jtQo 1.. :: vgl. Mt 14, 36 Öisoco- „ 7, 32 raa xf^()aö: i5*NJ 33. :: vgl Mt 19, 13. Mc 5, 23. 6, 5. 8. 23. 25. „ 8, 24 Xsysc st. sXsyev: DNt st. £t(J: i^BLZ 7 avajxrj yaQ ohne £ötiv: BL :: W-H, nicht Ti 4* afijt£Za)va fiov: i^Cn

T?y: iiBCL 46 £ßorjö£v: BL :: W-H, Ti av£ßorjO£V 57 £{iad^riT£vd^7]\ xCD :: Ti u. W-H, aber W-H in mg £fCa^7]T£V0£V 19 JcoQ£vd^£VT£ö ovv. Bz/Z7 ii W-H, Ti ohne of2^ 1 £i^ ot;ca> st. fiö OLXov: iav für öia xov jttQav: die €orrectur ist nur zur Hälfte ausgefülirt; es hätte entweder auch das tov getilgt (so C^DG/I^ [..) oder durch zeit ersetzt werden sollen (so itBC*L cop); ÖLa TOV jtsQav haben AKX/^/7 u. a. „ 10, 16 rjvXoysi durch Rasur aus xaTt]vXoyu: xaTtjvXo- yu (resp. %«r£i;2.) haben i^BCLNJ (N nach Ti xaT7]vloyL^ nach Duchesne xaTtßoyC)^ fjvZoyei (resp. svL) ADEHK* u. s. w. „- 15, 46 o ÖS uoö7](f; für xar. xai haben ^{BACL u. s. w., ' ■ ' ■ o (^6 Q' ^^aC^coQ de £y£pprjö£p top Oaöcox' 'öaöcox de ey£PP7]ö£P top ay^LP' ayip de £y£PP7iO£P top ehovö' ^^£hovö de £y£PP7]ö£P top £X£aC,aQ' £X£aL^aQ de e/er- I, 4. sytvvtjaev sec] vr/asv bis scriptum, sed priore loco erasum. Texte und üntersuchuugeu I, 4. 1 2 Codex Eossanensis, Mt 1. 2. [pp. 22 — 25 V7]ösv Tor {mr^av iiari^^av öe ^y^vi]- \ ot?' rov Laxojß' ^^iazo?ß de sjewriötr rov icoo?/^ toj' arÖQu /atQiaa e$, 7}0 r/evvrj^f/ Lrjöovö o Ä&yo/iavoo yQiOroo' ^"^ jtaöm ovv ai jeveai ajto aßgaa^^i sojO öaö yeveai öeyMTSOöeQtO xai ajio öad ecoO t7](j f/8Toix7]öiao ßaßvlojvoö yevhca ösyMTSööaQea y.ai ajto rijö jiierotx7]OLaö ßaßv- IcDVoö emö Tov ygiöTov yevsat ösxarsööaQeö' ^^rov de u/Oov XQiOTov 7/ yei^eoio ovtojö 7/ir i:i7'?jOTevOeio//0 yag r?/ö fi7/TQoo avTOv fiaQLaö reo icoö7j

yaörQi e^^t xai re^erai vioi^ xai xaXeöovöiv ro ovofia avrov efjfiavov?]X o sörtv f/eDeQfap^evofie- \\ vov (led- 7](icov o d^eoc '^^ dieye^d-eto de o LOJötjq ajTo rov vji7>ov ejroir/ijei' roo jigooera^ei' avrco o ayyeZoö xvqioc xai jiaQeXaßer r)iv yvvaixa avrov '^^xai ovx eyivcoöxev avr7ji' ecoö ov erexev roi^ vloi' avr?/ö ror jtQcororoxo7>' xai exaXeoer ro oro^ia avrov u/aovj" II. Tov de LTjOov yerrtjihevroC) ei' ßr/O^Xeef/ rt/O tovdaiao fr 7ifieQaia r^gcodov rov ßaöüecoö idov (layoi ajto araroXcor jraQe- yei'ovro eiö leQOOoXvf/a Xeyoi'reO' '^jrov eörw o reyßeio ßaOiXevo rcoi^ lovdaimv idof^er yaQ rov aOreQa avrov e)' r/j araroX7j xai )jXdo^iev JTQoöxvrtjöai avrm' ^axovöaa \\ de f/Qojdfjö o ßaoi- Xevö eraQay{hri xai Jtaoa y/ ieQO0oXi\ua /ler avrov ^xat uvra- yaymv Jtavrao roro aQyiegeio xai rovo yQafifiareiO rov Xaov ejivj^d-avero jtuq avra>r jtov o yQiaroa yevvarai: -'oi de eijror avro? £?' ßrid^Xee^ rrjO lovdaiaö' ovrcoo yaQ yeyQajirai dia rov JCQO(p7/rov ^xai ov ßijdXee^i yij lovda ovdafjcoo eXayiorfj ei er roio 7jyefioon' lovdic ex öov yaQ e^eXevoerai 7]yovfieroö oörio jToifiari rov Xaor fiov ror lOQaijX' ''rore //QCüd//0 XaO^Qa xaXeoao i pp. 26—29] Codex Eossanensis, Mt 2. 3 Tovö fiayovö ?/XQtßcoOsv Jtag avTcuv rov iqovoi' tod qaivonevov aöTBQOö ^xai jtsfi^ao avrovö eiö ß?]ß-X££fi \\ SLitsv jtoQfivO-evTeo s^sraöars axQLßwO jtsqi rov jiaidiov Ejiav öe svqtjts ajtayyti- 2.((T8 fiof ojtcDO Tcayco izXf^mv jtQoöxvi^fjöco cwtoj' ^ot di axov- OavTSö rov ßaöcXscnö ejtoQevd^riöav xai tdov o aöTtjQ ov löov tp T?j avaroh} jzQoriy^v avTovo eco6 i:X{)^(DV eörrj sjcaroj ov rjv TO jiaidiov ^^(.dovTSO ds rov aörega txaQ7]6ap ya^av ^eyahjv ötfoÖQa' ^^/iai eXdoi^reO siö rriv OL/Ciar cöov ro jratdior fisra ^aQiaö n/ö [^üjrQoö avrov xai jrsöoi'rso jtQoötxvvf/Oav avroo xac avoL^avrsö rova d-fjöavQOvö avrcor jiQoOyjvtyyMV || avrro dcoQa /Qvöov xac Xißavoi^ xai 8ov xaraßairov pp. 34—37] Codex Rossaiiensis, Mt 3. 4. 5 vjösi jtEQiöreQav xai tQyontvov eit avrov ^'^xat \\ t(5ov ffcovrj ex Tojv ovQavojv Xsyovoa' ovroö tönv o vioö fiov o ayccjrfjToo ev CO rjvöoxTjöa' IV. Tom o lijijova artjyßf/ tio rr^v SQ?/f.ioi' vjto tov jzvev- ffaroo jiuQCiOd^Tjvai vjio tov dtaßolov "^xai vrjaTsvöaO ////£()«f; TSööeQaxopta xai vvxxaö TSöasQaxovxa vöreQov tjtiraoev ^xca JCQOÖsXd-COV aVTCO O jtSlQCC^COr eLJlSV £t VtOÖ H TOV ihOV tiTüb um Ol Xid^oL ovTOL aQTOL ysvovTaf ^o öt ajtoxQid^siö etjtsv ysYQajiTüi' ovx tjc aQTO) jxovco Cp]öeTCu o apß-Qcojioö all sjct JtaVTi Q7]fiaTl £XJtOQ£VOIUV(JO Öia ÖTO/ZaTOÖ d^WV ^TOT£ JiaQa- XaffßavsL avTOV o öiaßoXoö uö Tijv ayiav \\ jioXiv xai töT7/(jii^ avTov £jn To JiTSQvywv tov isqov ^xai leyei avTco' h vioa iL TOV d^sov ßaXs OaavTOi' svTSvd^er xaTco' ytyQajtTca yaQ oxt Totö ayysloLö avTOv svTsXtiTai jtSQt öov xat ejit ytiQojv ccQovotr öe fit]JC0T£ jtQoOxo^pr/ö jtQoö Xid^ov TOV Jtoda öov '^effi?j avToj o u/Oov(j' JcaXcv yeyQajtTüt' ovx sxjtscQüösiö xvqloi^ tov d^eov öov ^jtaXcv JtüQakaffßavsi, avTov o öiaßoloö eiö oqoö viprjXov Isiav xai öixvvöiv avTco jtaöaö Tao ßaOiXsiao tov xoöfiov xat T/jv öo^av avTcov ^xac Xeyei avTco' Tavxa öoi jiavTa ömöco eav jteöow jrQOöxvvrjötiO fioi' ^^tote Xeyu avTo^ o itjöovö' vjtays II öaTava' ysyQajtTai yaQ' xvqlov tov {^eov öov jiqoöxv- v?/öeLö xat avTCQ fiovoj XaTQSVöt/ö' ^^tots a(pu]öiv avTov o dtaßoloö xai töov ayyO.oi 7iQOö7]Xd^ov xat öltjxovovv avTco' ^^axovöaö Ö£ o ujöovö otl lojavvrjö jiaQtöod-rj avsyo^Qrjösv elö TTjV yaXiXa lav ^^xat xaTaXtJtcov Tr/wa^agaT tXd^ow xaTcoxf/ösv ttö xajcsQvaovf^ ttjv jiaQad^aXaöötav £V oqülolö CaßovXcov xat V£(f.d^aXeiii' ^^iva jiXijQcod^rj to Qt}i)^tv vjio r/öaiov tov jtQorpf/TOv XeyovTOö' ^'^yrj C^aßovXcov xai yr] vacpd^aXeLii oöov ^aXaöö7]ö jtegav tov ioqÖüvov yaXiXaia tcov ed^vcov ^^o Xaoö o xad-ri-l fievoö £v öxoTi (fo^ö tÖ£V f/eya xat tolö xa&rjfisvoLö sv ycoQa xai öxLa d^avaTOv cpcoö avsTScXev avTotö' ^"^ ajio tote rjQ^^aTO o t7]öovö xTjQvööHV xat XeytiV f^tsTavosiTS 7jyytx£V yag ?] ßaöt- Xua Tcov ovQavcov ^^ jisQtJtaTcov (h Jtaga T7jv ^aXaööav Ttjö yaXiXaiaö löev ovo adeXcpovö öif/ojva tov Xsyofisvov jcetqov xai avögeav tov aSeXfpov avTOv ßaXXovTaö a(.i(pißXr}öTQov stö TTjv d^aXaööav 7/öav yaQ aXietö' ^'^xat Xsyei avTOtö' devTS ojztöco ß Coflex Rossauensis, Mt -1. o. [pp. 38 — 41 iior x('-( JTOtfjOoj i\uao a/ueio a}'H^(^K.ojroji" '^^oi öt ^v&ecoo af/ePTeo TCc dtzTva /]xoZov{)^?/oar ccvrco' -^ymi jrQoßaö exei- || iH^tP idtv aXlovO ovo adeXffovo Laxcoßoj' tot tov Ctriedaiov xai uoarviiv Tov adO.qov avrov £2' ro9 jzXolo) fitza Ctßeöaiov tov jtarQoo avTCov xarciQTtC^ovTaö ra dtxtva avroyr xca exaXeösv avrovo' ^"^01 ÖS avd-bcoa acftvreo ro iiXotov xai tov jtaT^Qa avTOJV fjxoXov^fjOar avTOJ' '^^xai jteQif/yev oXtfv Tf/v yalü^aiav o u/öovo ölÖuöxojv iv Tutö ovvaymyaio ccvtojp xca x?/Qvoöojr to svayyehor tt/O ßaotXuao xai d^tQajtsvcoj' jraöav voöov xca jrccoar ficucixicw er toj Xaco' "^^xai ajtrjX^sv // axo?/ avTov sto oXtjV Tf/v övQtav xai jcQoör/veyxav avTco jcavTaö tovö xaxcoo \\ eyovTCiO jiOiXiXcuö voooio xat ßaOavoLO Ovvayofitvovo xai öaifiovLC^oi/evovö xai öiXtjviaC^ofttvovO xat jtaQaXvTixovö xat ed^tQajti^voev avTOvö' '^■'xcu tjXoXovd^riOav avTOJ oyXoi jtoXXol ajio ti/O yaXiXaiao xca dtxajto?.eo)ö xai ieQOOoXi\aon' xca covdaiaa xca jtSQav tov LOQÖaVOV ' V. Mwr di tovo oyXovo artßtj eio to oqoo xca- xad^tnjavTOö avTov jiQOOfjXi^o}' avTOj ot fiad^f/Tca avTov '^xca ccrotsao to öTOfia avTov tdtdaoxsv ccvtovö Xsycov '^fiaxccQioi ot jiTonyoi tco jtvtvfiaTi OTL avTcov eöTLv 7/ ßccOiXeia tojv ovQavcor' ^/caxccQioi ot jtevO^ovvTeo OTt avTOi jiaQaxXt- || d^rjöovTar ^fiaxccQtot ot jrQaetö OTi avTot xX?/Qovofi)/Oovrjfta xa{h vficov ipsvöoftei'ot svtxer ti-tov || ^^yatQSTt xat ayaXXtccod-e ozi o fttod-oo vficoi' jroXvö hv Toto ovQCivotO' ovtoo yccQ töico^ccr tovö JVQocptjTaCt TOVO 71 QO VflO?)'' ^'^V}ttlü tOTt TO CiXciö TTjO y7]Ö' ECU' df TO CtXciO [(coQard^rj tv Tirt aXtodtjOtTcw sto ovöer loyvet ^ti et ///; ßXfj- drjvat ego? xca xaTajtaTHöd^at vjro tojv avd-Qcojiojv' ^^vfjsiö eöTt TO cfcoO TOV xoOf/ov' ov övvaTat jroXiö xgvßfjvai bjravco oqovO xbiff{:r// ^^ov(h xcuovoir Xvyro)' xca Ttd^hcxötv avTov vjto Tor pp. 42—45] Codex Rossaneiisis, Mt 5. 7 [fodiop alXa tjn tijv Xv/viav xat XapiJiu itaaiv rotö ev rt] OLTCia' ^^ovTcoö lai-ixparoj zo fpojö i\uo?r i/iJtQood^ev tojv av- d^QOJJtojv ojimö LÖmötv vficov ra xala || tQya xai öosccöcoöiv top jtaxEQa vficQV rov sv roiö ovQavoiO' ^'^ firj vof/i6r/Ts ori ijl{^ov xaraXvöat rov vo^ov rj rovö jtQocp?/Taö' ov% ißß^or xaralvöat aXXa jcZfjQCQöac ^^aftrjv yaQ Isyco vfuj^ £co(j m^ jtaQO.d-ri 0 ovQavoö xat rj 7// imra ev r/ ^ua xsQata ov fir/ jiaQÜMij ajto rov vofiov xat tcov jtQog)rj tmö av jtavra ysvr/Tai' i^oö sap ovv XvöTj fuav rmv tvroXmv tovtcov tow tXayiOrmv xac dtda§?] ovTOJö rovö avd-QcoTtovö elaxiOroC xhjß-jjoarai- sv rr/ ßaöiXsia rcov ovQavmv 06 6 av jüoitjötj xat diöa^tj ovroö fisyaa xZfjd-?/- asrai sv rrj ßaocXsca rmv ovQavo^v '^^Isyco yaQ vfiiv ort sav ftr/ jts- II QiOösvöfj rj öixaiOövvTj vfzojv jtXsiov rcov y^afiftarscov xat (faQtüauov ov (irj siös 2.^-7] rs sto rrjv ßaöiXsiav rmv ovQavmv ^^^rjxov6ars ort sQQS^t] roto a^yaiotC)' ov q)0vsv6SL6 oö ö av cpo- vsvörj svoyoO sörai n] xqlöw ^^syco 6s Isyco viitv ort jiao o oQytC^o^svoö reo aösXcpco avrov slxtj svo^oö sorat r7j xgcar 00 6 av siJtTj rm aösXipco avrov Qaxa svoyoö sörat roj 6vvs6qloj' oö 6 av sijirj ficoQs svoyoö sörat stö rr/v yssvvav rov JtvQoö' '^^sav ovv jcQOö(psQr/ö ro öcoqov öov sjtt ro ^vötaörrjQtov xaxst fivfjöß^7]ö ort o aösXfpoö öov syst rt xara öov ^^aq)Sö sxst ro öcoqov || öox^ sftjTQoöß^sv rov d-vötaörtjQtov xat vjtays jtQcorov ötaXXayijd-t rm aösXq)(X) öov xat rors sXd^ojv jiQoöcpsQS ro öcoqov öov '^^töd^t svvocov roj avrtdtxco öov rayv scoö orov st sv rrj oöoj fisr avrov firjjrors ös jtaQadco o avrtdtxoö reo xQtr?j xat o XQtrijO öS jcaQaöm roj vjtrjQsrij xat stö cpvXaxrjv ßXrjd^rjörj- '^^a^ijv XsycD öot ov nvj s^sXd^ijö sxst^sv scoö av ajiodcoö rov söyarov xoÖQavrrjv '^''ijxovöars ort SQQS^rj' ov fxotysvöstö' ^^syco 6s Xsyco vfitv ort jtaö 0 ßXsjtcov yvvatxa jtQoö ro sjttO-vfttöat avrrjö rj6rj Sfiotysvösv avrijv sv rij xaqöta avrov '^^st 6s o o- II cpd^aX(.ioö öov o 6s^toö öxav6aXtCst ös s^sXs avrov xat ßaXs ajto öov övficpsQSt yaQ öot tva ajtoXrjrat sv roov fisXcov öov xat fx?j oXov ro öcotxa öov ßXrjd^rj stö yssvvav ^^xat st rj ös^ta ystQ öxavöaXtC^st ös sxxoxpov avrrjv xat ßaXs ajto öov öv^KpsQSt yaQ 18. 7iQ0(pri] ita in üue lineae codex tujv syllaba plane amissa. § Codex Kossanensis, Mt 5. [pp. 46—48 6oi iva ajco?J]Tat ^r rcov iitZcor oov y.at fitj o/mv to oojfia oov ßlrjd^fj HO yeai^vav ^^SQQsd^?/ Ös ort oö aar ajiolvörj t?]v yv- vaLxa avT\ov öo\to) [avrrj ajio\(jT\aC)Lov'^ ^'^£y\oj da la\yco [vfiiv 0Ti\ Jta\ö o ajto]Xv[o)v t?/i'] yv[rai.xa\ avrov jiaQexxoo koyov jtoQvtao JtouL avT7/v ^oixc(.od^ca xaL oo aav ajioXeXvfievip^ ya/if/Of/ fior/arai' ^^jiaXtv f/xavöarai on SQ^af)^?/ roiö agyaioio' ovx ajnoQxrjöaiö ajtoöcooaLö da reo xv^loj \\ rovo oqxovo Oov ^*ayoj da Xayco vfiLV //// offoöai oXcoO' fir/za ar roj ovQavoj oxt d^Qovoo aöTLV Tov {^aov ^^fif/za ar nj yf/ ort vjtojtoöioi^ aoriv rcov Jtoöojv avrov iii]Ta acO lagoGoXv^ia ort jcoXlö aoxiv rov fiayaZov ßa- ijikacoO' ^^fzyra av t?j xacpaXrj oov oiwör/O on ov öwaöai (xiai' TQiyav Xavxt]v // n'aXatvav jtoi^joac ^'^aorai da o Xoyoo v^cov vai rat ov ov to de jiaQtooov rovrcov ax rov :jiovrjQov aoriv ^^r/xovöara ort aQQaß^rj' oqjd^aXfiov am ocp^aXf/ov xai odovra avTi odovTOö' 3^6/0? da Xayco i^fiiv f.if/ ai'Tioz?]vai reo jiovrjQoj' aXX oOtlo 0£ Qajtt^at aio rf/v da^iav oiayova || örQaxpov avzoj xai TTjv aXXjjV ^^xai toj i)^aXovTi ool xQtd^rjvai xat xov yixojva Oov Xaßaiv aqjaö avrco xat ro ifiarior dov^^xat oötlo 6a ayya- Qsvör/ iiiXiov av vjtaya fiar avrov dvo' ^'^rco atrovvri oa didov xai rov ■S-aXovra ajio oov darLOaöd^ai firj ajtoözQaipew ^^?]xov- öara ort aQQa^r/' ayajc?/67/6 rov jiX?/öiov öov xai f/iör/Of/o rov ayß^QOV öov '^^ayco da Xaym v^iv ayajtara rovo ayß^Qovö viioyv avXoyaira rovö xaraQwf/avoco vfiaö xaXoJO jioiacra roio fiiooiötv i\uaa xat jtQoöavyaOi^a vjtaQ rcov ajt/jQeaCovrvjv v^uaö xat dtco- xovrcov v/iaö' ^^ojrxoö av y£v?jOd^£ vtot rov jtargoö h\ucov rov av ovQavotö' ort rov rjXtov avrov || avaraXXat ejti Jtovt/Qovo xat ayad^ovG xat ßgayat ajtt dtxatovo xat adtxovö' ^^sav yaQ aya- jif]ö?]ra rovo ayajtcovraö vfiaö rtva i^itöd-ov ay^ara' ovyt xat ot raXcovat ro avro jrotovöiv ^'^xat aav aOJtaö?j0^8 rovO (ptXovö vfiojv (iovoi^ rt jiaQtöOov jiotatra ' ovyt xat ot raXcovat ro avro jrotovötv '^^aoao{}^a ov?' vfiato raXtot coo o jrccnjQ 17/09;' 0 ovga- rtoo raXatoC) aortv 31. niTov öoroj — cijio/.. rriv yvvaixa.] omiiia haec propter homoeote- leutüii omissa et in margine adiecia^eranti sed litterae uncinis iuclusae a bibliopego abscisae sunt. ^'^^v. OF il1£0/4£*^ pp. 49 — 52] Codex Rossanensis, 31t 6. 9 VI. IlQoOsytTi: di r/yr 8?.8?//ioovvrjv vfiojj' /i?/ Jiottip e^u- jTQoöi^tv rcov avd^Qcojtcov jtQoö To {hbad'7]vai avToco' ei de fir/ye laöd^ov ovx sxers jtaQa reo jtazQt v[io3v reo tv tolö ovga- voiO' '^orav ovv jtoieiö £- || ?.ujfio6vv7]v fi?] ^6 ojtcoö av (pavcoöLV tolö ap{}^QcojtOLö' \\ a{i7]p leyoj vfup OTL ajlbXOVÖLP TOP ^Uöd^OP aVTOJP' ^öv ÖS OTav jtqoösvx^j tLÖtld^t 8LÖ TO Taf(£LOP XaL xXsLÖaÖ T)]P O^VQÜP öov JtQOÖ£V§£ TO) JTCiTQL ÖOV TCO tP TCO XQVJtTCO XÜL O Jr«T//(> ÖOV O ßlsjtCOP tP TO) XQVJtTCO ajiodcoö?/ ÖOL 8P TCO CpaP8QCO' '^ JüQOÖtVXO^USPOL ds fl7J ßaTTOloy7jÖfjT8 0)ÖJt8Q OL 8d^PLX0L' ÖOXOVÖIP yaQ OTL 8P T7] JtoXv- XoyLa ctvTcop 8Löaxovö^?/öovTaL' ^ fit] ovp ofiOLcoO^r/TS avTOLö' olösv yaQ o jiaTTjQ vfiojv cdp xQ^i^^^ ^/^^^ jr()ß> tov vfiaö airrjöat aVTOP' ^OVTOJÖ ovv JlQOÖ8VX8öd^8 V[i8LÖ' JüCCTSQ 9]flC0P O 8V TOLÖ ovQCiVOLö ayLaö{^7}Tco to ovofLa \\ öov ^^sX^utco rj ßaöLlsia öov y8Pf/^?]TCo TO d-sXf/fia öov ojö sv ovqüpco xm 8jil yrjö' ^^tov aQTOP r/flCQP TOP 8JIL0VÖL0V ÖOÖ )/fiLP ÖTjfiSQOP' ^^XÜL ÜCpSÖ i//U)' Ta 0Cfj8Lh]fiaTa r/f/COV OÖ XCU ?]fl8LÖ ClCpLOflSP tolö O^lXsTÜLÖ 7]flCOP' ^^xaL ffij SLöspsyxf/ö t/fiaö slö JisLQaöfioi' aXXa qvöcu f/iiccö ajio TOV JCOVTjQOV OTL ÖOV 8ÖTLP 7] ßaÖLlSLa XaL 7] ÖwaflLÖ XaL 7j öoscc 810 Tovö aLcovaö af/,7/p' ^^sav yaQ acp?/T8 tolö apd^QOiJiOLö Ta JtaQa JZT CO (laTCi cwtcov acptjöSL xaL vfiLv o JtaT7jQ vficov o ovQavLOö' ^^sav Ö8 fir] ai £ijr?jö aXXa vjzayt öeavTOV öei^or toi itQH xai jTQOöeveyxt to öcoqov öov o jTQOöSTa^sv {.lojvörjö eiö fiaQTVQior avTOiö' ^tiöeX^ovTi de avTOj eiöxajreQ- \\ raovn jrQOöijXd^tv avTco sxaTOVTaQyoö jtaQaxaXvjv avTOV ^xai Xtymv xvQit o Jtaiö (xov ßeßXf/Tai 8v TT/ oixia jragaXvTixoö öbivcoö ßaöariCof^fsvoö' 'xai Xayiri avTO) o ir/oovö' tyco tXdcov d^a^yajitvöo:) avTov ^xai ajto- xQii^tiö o txaTOVTa^ryoö t(pr/' xvQie ovx ai/ii ixaroo iva fwv vjto T7fV öTtytjv eiötXß^f/ö' aXXa ^tovov ttjrt Xoyo) xai lad^ijöt- 22. öaifiovia f-^f-ßcJ.offtv xci tcj ato oro/^.r/] ünniia liaec in ipso textu omissa et in margine suppleta. 24. Toviovo in margine additum. pp. 64 — 67] Codex Eossaneiisis, Mt 8. j^3 raL o jraiö fiov ^y.ai yaQ syo) av{hQcojTOö eifiivjro s^ovöiav t^ojv vüt sfxavroi' örgaricoraö xai Xeyoj tovtw jioqsvov xat jtoQsv- erat xai aXXo') sq/ov y.m egx^tai xai reo dovZco (iov jroif]6or TOVTO xai jtoui' ^^axovöaö öexavTa o ltjöovö 8{)^avfia-^ asv xai tijisr TOtO axoZov^ovOa^ avrco' afi7]i' Xsyco vjiiv ovöe ev reo lögar/X TO(javT?]v jriöriv rjVQOV ^^Ir/co öe vfjip ort jtoaäol ajro avarolcov xai övöficov tj^ovOiv xai avaxleid^rjöovraL fisra aßgaaiif xaL Löaax xai taxo)ß sv T?y ßaöiZsca rcov ovgavojv ^'^m ös vlol TTjö ßa(jiX8La6~ßxß)j]d^7]6omai siö ro oxoroO ro s^ojtsqoj'' sx^i sorac o xlav{^fioo xai o ßQvyfioo rcov oöovxmv ^^xac eijrev o iTjöovö TCO Fxaroi'TaQyj]' vjtays xai coo sjtiörsvöaö y67'r/^7]Tco 60L' xai la^Tj o jtaiö avrov ajto t7]6 cogao exsLpr/O' xai vjto- 6TQ£ipao o exaroi'Tapyoö sio toj^ oi- \\ xoi' avrov £?> avrtj ttj ojQa 7]VQ8V avrov vyiaivovra' ^^xai eX^^oyv o irjOovo eio r7]v oixiav jierQov löev rr/i^ jtsvd^eQar avrov ߣßX7]fi£v?jv xai jtvQEöOovoav' ^^xai 7/iparo r7]0 xsiQOO avrfjö xai ag)7jx&r avrr/i' o jrvQeroo xai r/y8()d'7/ xai 6i7]xoi'si avrco' ^^orpsiao ds y8VOffer7]0 jiqoO- 7p^8yxav avrco 6aifioiHC,o{/8i'ovo jioXXovö xai 8§£ßaX8i^ ra Jt7^8v- fiara Xoyco xai jiavraö rovo xaxojö 8yovrao 8Ü^8Qajt8v08r' ^''ojccoö jrX7]Qoy{)-7j ro Q7/^81' öia TjOaiov rov jiQocf)7]rov X8yovro6' avroo raö aöfh8viao 7j(wjv 8Xaß8v xai raö vooovo 8ßa6rarj8V' ^^löoyr 08 0 i7]6ova jioXXovo oxXovO jt8Qi avrov 8- || x8X8vö8v cxji8X{^8iv 816 ro Ji8Qav' ^^xai jiQoö8Xd^cov 8iö yQafiffar8vö 8ijr8v avroy di6aoxaX8 axoXovfhr/Oco öoi ojtov 8av aji8Qy7]' '^^xai X8y8i avroj o irjöovö' ai aXojjz7jX86 cfcoXaiovO 8)[ov6i7' xai ra jr8r8i7ri rov ovQavov xaraOxrjvoj68i6 o 08 vioö rov ard^Qcojcov ovx 8y8i jiov r7]v x8(faX7iv xXtv7/' '^^8r8QOö 08 roor ffai)^?jrcov avrov 81J18V avrco' xvqi8 8JtirQ8'(por iioi ütQo^rov ajt8Xd^8iv xai ^ayxci ro7> Jtar8Qa fiov ^^o Ö8 itjOovo 81jt8V avrco' axoXov^8i f/oi xai acp86 rovO V8XQOV6 ^axpai rovö 8avrcov v8xqovö' ^^xai 8fißai- vovroö avrov 8iO ro jtXoioi^ TjxoXovO-rjCai^ \\ avrco oi f/aü^7/rai avrov '^^xai löov oiOf^oo fi8yaö 8y8V8ro 87' rr/ {^aXa6ö7/ coOr8 ro jtXoiov xaXvjir8öd^ai vjro rcov xvfiarcoiy avroö Ö8 8xad^8v687'' ^'^xai jtQoC)8Xd-ovr8ö Ol [lad^rjrai avrov 7]y8iQav cxvrov X8yovr86' XVQ18 öoiöov 7iiiaö ajroXXvfi&d^a' '^^xai X8y8i avroiO' ri öeiXoi £0x8 oXiyojtiöroi ' ror8 £y8Qd^8iö 8jr£rifi7/68i^ roiö ar8f^oiö xcu rr/ 14 Codex Kossanensis, Mt 8. 9. [pp. 68—71 0-a?M9^fof rjXi^so C0Ö8 JtQO xcuQOV ßaGaviOüL 7/fiaö' ^^7jr de naxQav ajr avTOV ayehj yoLQfov jroXlcov ßoöxof/tvr/' ^^ot dt öai/jovso jtaQsxaAovv avTov Xr/oi^reO' u sxßaXXsiö 7]^uao sjtLTQa^fmv ?i(uv stöeXd^tir 810 T7JV ay8hp' TOJl' yOlQOJV ^'^Xai 8tjT8V aVTOLö VJtay8T8' Ol Ö8 8^8yL{h07'T86 ajt7]W07^ 8LÖ T7 jV ay 8 h]7^ TCOV yOiQOW Xai LÖOV (DQ- fi7/ö8r Jta- II oa 7] ayehj xaxa rov XQ7]fiPov 8iO rrjv ^cuaoöai^ xai ajieO^avoiy 87> tolö vöaOLV ^^ol 08 ßoöxovreo 8(pvyov xai aji8l{)^ov- reö 810 T7;z^ noXiv ajirf/yeilav jiavraxai ra rcov daif/onCo/urcoj'' ^^xai löov jiaOa 7j jtoXiO 8^7jXd^8i' eiö övvavTrjöiv reo UjOov xai iöo7'T86 avTO)^ jcaQ8xaX8öav ojtojö fieraßt] ajio tow oqicov avToyv IX. Kai 8fißao eio to jiXotov öi8jt8Qaö87' xai ijXd^ev 8iö r^/i' löiar JioXiv '^xai löov jtQoö8(f8Qov avrco jtaQaXvTixoi^ 8jn xXei- Vi]ö ß8ßh/f/8i'or' xai löow o irjöovo r7]v Jtiörir «fror 8iJt8v reo jiaQaXvrixco' ^aQö8i r8X7^07> a(f807'Tai ooi ai af/cc^)- \\ rtai öov '^xai löov ri7'80 row ygan^aremv 8iJi07> 6r 8avroiö' ovroö ßXao- (p7]f/8i' ^löcov Ö8 o Ujöovö xaö 8rf)^v^u7]ö8iO avTC07' 8ijr8P avroiü' ivari vf/eiö 8v{^vft8io0-8 Jio7^fj()a fr raiö xagöiaio v^icov -'riyaQ 8öriv 8vxojtojT8QOJ' 81J181V a^80Prai 001 Cd afiaQricu ?/ 8ijcsir 8yei()8 xai jt8QiJtar8i' ^wa Ö8 8iÖ7jr8 ort 8i,ovöia}' eyji o vioö rov ard^QOjJiov 8Jii r7/0 yi/O acpui^ai af/agriaö rore Xtyti reo jiaQaXvrixm' 8y8()d8io aQov oov r/ji' xZeii'?])' xai vjraye 8io rov oixop öov ''xai 8y8Qd^8iö aji7jX{^8v 8iö rov oixor avrov ^iöovr8ö Ö8 Ol oyXoi td^av^aöai' xai || 8Öo^aöar rov i^807' rov öovra 8^ovöiav roiavr7jv roiö ca^fh^wjjtoio' ^xai jraQaycov O U/ÖOVÖ 8X8l^8V IÖ8V aV^QCQJtOV Xafhijfi8V0V 8JTI TO T8XcO- 7'ior fiarfhaiov khyofievov xai Xeyei avrco' axoXovd-8L iior xai aimöraö i/xoXoc})^//ö8r avroj' ^^xai 8y87^8ro avrov avax8ifi8- 7'ov 8v rfj oixia xai löov jtoXXoi reXoJvai xai afiagrcokoi 8ä- bovr8ö övvav8X8ivro tvj u/öoc xai zoto (.la^iiTaio avrov ^^xai » pp. 72 — 75] Codex Rossanensis. Mt 9. X5 idovTsö Ol g)a()Löaioi ttjtov xoio iiad-)]TatO av)Tov' diari fiera Tojv TüXoyvcov xai afiagroilow soi^^iei o didaOxaXoö vfiojir ^^o öf: i7]öova axovoao stjcev \\ avToiO' ov y^uav sxovöiv ot lö^vot- T80 larQov all oi xaxcoö eyovTSö' ^^jro()£vß^8VTf:6 6s [la^srs ri eOrir sXsov delco xai ovöcav ov ycxQ 7]Xd^ov xaXeöüL dixaiovo aXXa cqmQTcoXovö' ^^Tore jiQoöeQxovrat avrco ot fiad-rjrai imar- vov Ztyovrsö' öiari fjfieiö xat oi cpaQiöaioi vr/0T8vofi&r jtoXXa ot de fmd^7/Tai öov ov vrjöxevovOiV ^'^xat eijisv avroiö o irjOovO' fiTj övvavraL ot vtot rov iwfKpcai'oo JtsvfhsLv t(p oöov fjsr avrow 86t tv o vvficptoö' tlsvöorrat 6 8 rjf^8Qat orai' ajtaQdr/ ajt avrmv O 1'Vft(pt0Ö xat TOT 8 Vi]C)T8VöOV(JiJ>' ^^ OVÖ8tO Ö8 8JrtßaV.8t 8Jtt- ßXr]fta Qaxovö a- || yva(pov 8jit ifiaTto:> jtaXatco ' 8Q8t yaQ ro JtX?/- Qcofia avTov ajro rov tfiartov xat ystQov Oytöfia yivsTat' ^'^ovöe ßaXXovotv otvov V80V 8tö aöxovo jtaXatovö' 8t ös firjys Qijyvvv- rat ot aöxot xat o otvoö sxysizat xat ot aöxot ajroXovvrai' ak- ka ßaXXovötj^ otvov V80V 8to aöxovö xati^ovO xat a(i(por8QOt övv- rrjQovvrat' ^^ravra avrov Xalovvxoö avroto töov agymv 8t68X- d^cov JtQOösxvvst avTCQ Xsywv ort ?] dvyaxr/Q /nov aQrt srsXsv- TTjOsv aXXa sXß^ojv sjrt&sö tjjj^ X^tga 8Jt avtrjv xat C,7]08Tat' ^^xat 8y8(jfh8tO o trjöovo rixoXov^rjdsv avvoj xat ot iiad^rjrat avrov '^^xat tdov \\ yvv7j atfioQQOovoa dojösxa 8t?j jiQoösXihovöa ojitodsv ?/il^aTo rov xgaöJtsöov rov tftartov avrov ^^sXsysv yaQ 8v 8avr?/ ' 8av fiovov axpof/at rov tfiartov avrov öco{)^7jOOf/at ' '^'^o Ö8 t7j6ov6 orQa(p8iö xat t6co7> avr7jv stjrsi'' ^aQ08t {)^v/ar8Q 7] jttOrtö (jov 68öorx87> 08' xat 80fi){)^7] 7/ yvvtj ajio r?]0 mgaö 8X8tV7/ö' ^^xat sX^ojv o trjöovö 8tö r7/v otxtav rov aQyovroo xat tdow rovO avX7ira6 xat rov oyXov ^oQvßovffsi^ov sXsysjy ^^ava- yoDQ8tr8 ov yaQ ajts^avsi^ ro xoQaötov aXXa xadsvdst' xat xare- ysXojv avrov ^^or8 08 ss^ßhjß^tj o oyXoö 8t68X^mv 8XQar7]08v rijö ystQoö avrrjO xat 7jy8Q{h7^ ro xoQaotov || '^^xat 8^7jXd8v 7/ (pr/^u7/ avr?/ 8ta oXr/v r?]v yrjv 8X8tvrjv' ^'^ xat jcaQayoi^rt 8X8t{)8v TOJ t7]öov tjxoXov{)^7]Oav avrco ovo rv(pXot xQaC^ovrsö xat Xsryov- r8(j' 8X87iC)- Tceroj' '^^01 Ö£ e^eld^ovTSö ÖLS(pcfir]Oai' avxov tv oXrj rrj yi] ^xsiviy '^'^av- II T(Di^ 08 £^8()yof^£vcov idov jtQoörjvsyxav avrm av^QOjjror xm^pop öaifioiH^o^usrojr ^'^xat exßhp^erToö tov öatf/ojHov 6/«- XrjOsv o xcog^oo' xai sdavuaöav ot o/Xoi X^yovx^ö' ovötjtors t(fav7j ovTCQO er toj igqcüjX' ^'^oi ös (paQiOaioi hXhyov hv reo ciQyovTi Tcor öaipiovicov sxßaV.^i xa datfiovia' ^^xai jtsQtr/ytv o 17JÖ0VÖ raö Jtolsio jiaöao xai rao xojftao didaoxojv er raio ovvaymyatö avrmv xai x7iqvö6(dv ro svayyshov ttjö ßaoiZsiao XML d^£Qajt£vco7' jcttöav 7'ooov xüL jiaOa7' fialaxiav ^^l6ow df Toi^ö oylovö o 17/OOV6 £6jtlayyvi6^7] jcsql avTcov ort rjdai^ toxvX- \\ ffSl'Ol xai £QLHH£7>0L COO JtQOßCiXa fl7] r/07'Ta JTOLfJSl'a' ^^ TOT£ Xeyti tokj fm^^^r/raiö avrov o ff 87' d^8QLö(^ioG JioXvo ot Ö8 8Qya- TCU oXcyOl' '^^Ö87jd-7/T8 OIW TOV XVQLOV TOL' f^8Ql d^8Qiöf/07' avrov' X. Kai jtQoöxal80afi87>o6 tovo 6oj68xa (ja{}^7jTao avrov 86cox8}' avTOLO 8^ov6iav jrv8Viiarow axad^aQroyi' coör8 8xßaXZ8W avra xai d8()ajr8V8iv jtaoa7' 7'0007' xai jzaöav fiaAaxia7'' ^rco7' (k (ScoÖ8xa ajto6roÄ(D7' ra oi'Ofiara 86rir ravra' jTQoroo oi^ow o l8yoi.i8vo6 ji8r(>oö xai a7'ÖQ8aö o aÖ8l(po(j avrov laxcoßoo o rov ^8ß8Öaiov xai icoa7'7'7/o o a- || d8?.(poo avrov '^q^UiJijroo xai ßaQ- doXofiaioö d^conao xai (/ar^800 o r8lco7'}](j laxojßoö o rov a).- c/aiov xai l8ßß8oovo 8y8i()8r8 X8jtQovC) xaf^a(uC8r8 öai^oi^ia 8xßaXX8r8' 6fO{taia7' 8Xa- ß8r8 ÖcoQaiai' (Sot8' ^f/// xr7/67jöi^8 yQVöov f/fjÖ8 a()yv()07' fi7jd8 yaXx.07^ 8ia rao CojjuiO r/zcö?'" ^^fnj jTt]()a7' 8io o6o7' (irjös ovo yir(07'acj /i?jr8 vjrochjfiara fff]r8 Qaßdovo' a^ioO yaQ o SQyartjo r/jO rQOfp?jG avrov 80riv' ^'^8iö ?/'' ^ (^i' jtoXiv t] X(x)fi7j7' 8iö8?.d^7jr8 t^traoarai rio 8V avr7j a^ioo 80ri7' xax8i iiwart eojo av t^8X&7/r8 pp. 80—83] Codex Eossanensis, Mt 10. -17 eocec^ev ^^ ei(j6()yoft£vot de siö rr/v otxiav aöjtaöaöü^e avrr/V ^^xac sav ftsv 7] 7] oLxia a^ia eXihaxco i] EiQ7py7j vfimv ejt avTrpy eav öfi (17] Tj a^La || 7j £lq7]V7] v^imv JtQoO vfiaö sjtiöTQacpezco' ^^xac 060 L av fiTj ös^^ovrat vfiaö fii/öe axovocoöiv rovö loyovö vfimv fgf()/0|M£2'0i TTjö oixiaö 7] rrfi jioXeujö exuv7](j exriva^are ror xovLOQTOJ> rcov jtoöcor^ vfton^' ^^afi7]v Isjo) vfiLV avsxroTS- Qov eöxai yy] öodofw^v xai jo^ioQQaö ev 7]fi8Qa xqlöbcoO /y r?/ jiolei SXSIV7]' ^^ löov sym ajtoörü^lco vfiaö coO jtQoßara sfif/eöco Xvxcoi^' yLV8ö{^B ovv (fQOVLiiOL 0)6 OL 0(p8i6 xac axegaiot oj6 at JZeQL6T£Qai' ^'^ JTQOOSX^TS ÖS ÜJtO TOiV avO^QG)JtCOV' JtaQaÖOJÖOJÖlV yaQ vfiaO 8t6 OvveÖQia xai sv \\ rata övvaymyacö avrmv fiaöri- ymöovOLv vfiaO ^^xai sjti 7jysfiova(j Ö8 xac ßaöilsiö ayd^rjöeöd^e 8V8X8V SflOV £IÖ liaQTVQLOV aVTOlÖ Xai TOLÖ £{)^V86iV' ^'^ OtaV Ö8 jiaQaöo^öovöLV vf/aö [it] ff8Qifij^7]ö7jr8 xojO t] xi laXrjöi]T8' öod^rj- Osrai yaQ v(uv 8v 8X8lv7] tt] mga rc Xal7](j7jr£' "^^ ov yaQ Vfi8i0 80X8 OL laXovvx8ö aXXa xo jtv8V[ia xov jtaxQoö vfiow xo Xalovv 81^ vf/LV '^^JtaQaSm(j8L 08 aÖBlcpoö aÖ8X(pov 8l0 d^avaxov xaL jtaxTjQ X8XV01' xaL 87tava x?] jioXbl xavxTj ^8vy8X£ 8lö X7]i^ aXXrjV a(i}jV yaQ X8yoD vficv ov (itj x8X8ör]X8 xaö jtol8Lö xov L(jQa7]X 8o?ö av 8l&7j o VLOö xov av{)^QO)jrov' '^^ovx 80XLV fiaxhrjxrjö VJI8Q xov ÖLÖaöxaXov ovöe dovXoö vjr8Q xov xvqlov avxov '^^aQ- X8X0V xw nad^7]X7] Lva y8V7jxaL coö o öidaöxaXoö avxov xaL o ÖOVXOÖ COö O XVQIOÖ avxov 8L xov OLXOÖEÖJtOXTjV ß88XC,£ßovX 8Jt8xal8öavxo Jioöco fiaXXov xovö oLXLaxovO avxov '^^ f/7j ovv (poß7j{}^7jx8 avxovKj' 0VÖ8V yaQ 86xlv x8xalvn(i8Vov o ovx ajto- xaXv(pd^7]ö8xaL xaL || xqvjcxov o ov yvG)ö^7jö8xaL ' ^^o Xsyw v(uv 8V XTj öxox8La 8LJiax8 8v xco (fmxL xaL o 8L(j xo ovo aXOV8X8 X7]Qv^ax8 8JIL xmi^ öcofiaxojv '^^xai fiTj (poßrj&r/X8 ajto xcov ajro- XX8V7>OinC()V xo ÖO)(ia X7j7> Ö8 ^V/7]V flij 6vim(l8VCOV ajtOXX8LVaL ' (f)Oß7]d^7iX8 08 fiaXXov xov dvvafi8vov xaL ^^i;;^/^?' xaL öcofia ajto- XsöaL 8V y88VV7i' ^^^ovyL Svo öxQovd^La aööaQiov jta)X8LxaL' xaL 19. vfiiv sub linea additum. Texte und Untersuchungen I, 4. 18 Codex Rossanensis, Mt 10. 11. [pp. 84—87 £V s§ avTow ov jceösirai sjtL ttjv yr/v avev rov jtazQoö vficov ^^vfiojv dt xai ai r^iyao xrjö xtg^ah/O jraöat 7jQi\}^fi)ifavat eiöiv ^^fi?j ovr cpoßsLö^t' jioXXmv otqovx^wjj' Öiacpegezi: vfieLO' ^^jtaö ovv oöTio oiioXojrjötL ev £[101 efijcQoO- \\ d^sv row avi^Qojjtojv OftoXoyr/öoj xayoj ev avTco tfiJiQood^tv rov jtarQOö (iov rov ev TOiö ovQavoiO' ^'^oöTLö ö av aQVLörjTca fie sfiJtQOöi^tP xow av- {^QOJjccov aQVfjöofiai xayoj avzor £^ujcQoöx)^ev zov jiazQOö fiov rov 87^ ovQavoLö' ^'^fi?/ voffLürjTS ort tiXd^ov ßaXsiv eiQ?jvf/v tjn tijv y7]V' ovx rjXd^ov ßaleiv eiQ?jm/v cüJm fiayatQav ^'""r/Zx^o)' yctQ öiyaöai avd^Qcojtov xaxa rov jcaTQoo avrov xca {^vyartQa xaza T7jö firjTQOö avrr/ö xat iwficp?/v xaxa xriO jitvd^tQaö avTtjO' ^^xai tyß^QOt rov avd^QCQjcov ot oixiaxoi avrov ^^o (fjiXcov jiartQa 7] HfirtQa vjttQ sfft ovx töriv ^ov a^ioö' xai o (fiXcor viov 7] {^v- yarega vjtsq tfit ovx aorn' \\ {iov a^ioo' ^^xai 00 ov Xafißavet rov öravQov avrov xat axoXovd^si ojtiöm fiov ovx eoriv (iov a^ioö' ^'^o tvQcur rtjv y^vyjjv avrov ajioXtosL avr7p' xai o ajio- Xeöaö r7p' TpvyjjV avrov svsxsv sftov iVQ7jö8t avrfjV ^^ o ösyofit- voo vfiaö sfie dsytrai xai o Sfit ösyo^/tvoo deytrai rov ajto- öreiXavra fit' ^^o dtyo(.itvoö jiQOfprirrßy tio ovofia jtQO(p7jrov ftiö^or JTQOcffjrov X7i^\ptrai xai o ötyofitvoo ötxaiov tio ovofia öixaiov ^lOd^ov öixaiov X7j^\ptrai' ^^^xai 00 tav jtoriö7j tva rojv ^fiixQCOv rovrojv Jtor7jQiov ipvygovv fwvov titi ovo^a || f/aO^^jrov afi7/v Xtyco v^iiv ov fi7/ ajtoX8ö7j rov ^lO^ov avrov XI. Kai tytj'tro ort trtXtotv o i/jOovö diaraoöcov roio öcoötxa fiai^f/raio avrov (isrtßrj txtii^tv rov Öiöaoxtiv xai xtj- QVöOtiv tv raiö JioXtöiv avroji^' -o dt icüavv7jö axovöao tv reo d£öf/ojr7]()ioj ra tQya rov yQiorov jttfiipao 6ia rcov fiai^ijrcov avrov ^£ijt£7' avrco' ov ti o tfryof/troo // trtQor jtQooöoxcofitj^' ^xai ajcoxQix^tiö o itjoovo tijitv avroiO' jroQtv^tvrtö ajrayytiXart iojavv7] a axovtrs xai ßXtjitrt' ^rv(pXoi (O'aßXtjtovOiv xai ycoXoi jttQLjzarovöiv XtjrQoi xad^a{)iCo7'rai xai xuMfoi axov \\ ovöiv rt- xQoi tytiQOvrai xai Jtrcoyoi tvayytXiCoi^rai' ^xai fiaxaQioO torir 00 tav fi7j OxavöaXiöd ij tv tfwi' ' rovrcuv 6t jioQtvoi^ttvcov //(>- 41. TiQOifTiTrjv tia orofza] his bis scriptis ficc -t^o priore lüco erasiim et ifyTtjv eiG ovo asteriscis snperpositis improbatum, XI, 5. xai^a(Ji'C,ovTai] /ad^afji^aJviKi codex. i pp. 88—91] Codex ßossanensis, Mt 11. 19 ^ato o irjOovO l^yuv toiö oyloiO jceQi imavvov rt £^?]X{)^aT8 slö T/jV £Q?/fwv O^saöaöO^aL' xaZafiov vjio artfwv öaXevofiSvop' ^aXla TL £$,7/Zd^aT£ lösLV av^Qcojiov £P fialaxoto ifiariotO rj(icpi86^u£Pov' löon Ol ra fiaXaxa (poQOvvxEö £V roiö oixoio rcov ßaoikicov siOiv ^^ alXa n s^t/Xf^are iö^iV jtQ0(prjT7]v' vat Xeyoj vfuv xül jteQcö- öoreQov JtQO(p?jTov' ^^ovtoO yaQ ^Cjtlv JttQt ot' ysyQajTTai' idoi^ sycQ ajtoöTslXoj top ayyslov (lov jtQo jcqoOoj- \\ jtov öov oö xa- Tfxöxsvao?] T7]j^ oöov ÖOV eftjzQOöd-sv öov ^^afi7]v XsyoD VfUV ovx 8y?jy£QTai tv ysvvr/roiö yvvaixcov {IblC^ojv uoavvov rov ßaüirtö- TOV O Ö£ f^nX(J0T8Q0Ö 8V 17] ßaöiX8ia TOJV OVQaVCOV ff8lC,C0P aVTOV 8ÖTLV' ^^ajro Ö8 Tcov rifi8Qcor uoavvov rov ßajiTiöTov 803ö aQn 7] ßaötX8ta TCQV ovQavcQv ßia^8Tai xat ßiaörat aQjta^ovöu^ avT7jV' ^'^jcavT8ö yaQ oi jcQocfif/rac xat o vofioö 8coö wjavvov jr()08cp7/- T8VöaV' ^^Xai 8L i^8k8T8 Ö8^aöihai aVTOÖ 8ÖTLV 7j2.iaö O fl8XZ(JLtV 8QX^^^^^' ^^ ^ 810JV OJXa aX0V8LV aX0V8TC0' ^^TiVi 08 OflOlCOÖCQ T7/V y8V8av ravTtjV' ofioia 8ötlv Jiai- || öloiö xa{^//ii8voiö 8v ayo- Qaiö xat jiQoö(pojvovöLv roiö 8T8qolö avrofv ^'^xat X8yovöiv- rjvX7iöafi8v vfiiv xai ovx fOQp/öaöd^s' 8\)QtjVtiöaii8v vf/iv xai ovx 8xoipaö()'t' ^^7ili^8v yaQ uomwTjö firjT8 8öd^L(X)v [irjT8 jtivcov xai l8yovöiv' daifioviov 8X8i' ^'-^ 7jkS'8v o vioö rov avd^Qcojiov 8öd^icov xai Jtivcov xai X8yovöiv' löov avi^Qcojtoö cpayoö xai oivojtot/jö T82.COVCOV qiXoö xai afiaQxcoZcov' xai 8Öixaico9^7j /j öocpia ajio TCOV T8XVC0V aVTfjÖ' ^^ T0T8 tjQ^aTO O 17/ÖOVö OVlÖ8lC^8lV Xaö jtol8iö 8v aiö 8y8vovTo ai. jtX8iöTai övva[i8iö avxov oxi ov ,wer- 8V07jöav' ^^ovai öoi yoQa^8iv ovai öoi \\ ß/jO-öaiÖa' oxi 8i 8v xvQco xai öidojvi 8y8vovxo ai dvvafi8iö ai y8vofi8vai 8v vfiiv jialai av 8V öaxxio xai öjcoöto fJ8X87^07jöav' '^'^jth/v l8yoj v^iiv XVQOJ xai öiÖcOVl aV8XX0X8Q0V 8öXai 8V 7/fl8Qa XQIÖ8C0Ö tj V^UIV' '^'^xai öv xajt8Qvaovfi fj 80Jö xov ovQavov v^cod^8iöa 8coö adov xaxaßißaöi^?jö7j' oxi 8i 8v öodofioiö 8y8vovxo ai dvvafaiö ai ys- J'0fl8Pai 8V ÖOI 8fl8V07' aV f/8XQl X7]Ö Ö7jli8QOV' ^^jrh/v X8ycü VfllP 0X1 yt] ÖodofiOJ}' aV8XXOX8QOV 8ÖXai 8V 7jLl8Qa XQIÖ80JÖ 7] ÖOI. '^^8v 8X8iiH'j xoj xaiQco ajtoxQid^8iö o iijöovö 8iJt8v' 8§,o{ioXoyov- f/ai ÖOI Jtax8Q XVQ18 xov ovQavov II xai xtjö y/jö oxi aji8XQV\paö 24, oTi in maro'iiie additum. 20 Codex Rossanensis, Mt 11. 12. [pp. 92—94 ravra ajto 6oq)Ow ytai Owercov xai ajtexaXinf)a(j avra vrjjttoiö' ^^vai o jtaT?]Q ort ovrojö eyevero tvÖoxta tnjiQood^^v öov ^'^jtavra fioc JtaQsdox)^?/ vjto tov jiaxQOö (wv xat ovÖnö £jnyi- vcQöxei Toi^ VLOV 8L fif] o TtaTf/Q ovöt Tor jcarega riö sjtr/ivmö- x£i £L (iTj o VLoö xai (X) tüv ßovXsTai 0 vioö ajtoyMXvipai' '^^ösvrs JTQOO (le jtavTtO OL xojticoi'Ttö ymi jit(poQTi6{i£7mt yMyco avajtavoco v^uao' ^^aQara tov yvyov fiov e(p vtiao y.ai iiad^ixt an tiiov ozi jiQaoö £i(iL xm rajiLVOö rii xaQÖia vml svqtjOsts avajtavöiv raio ipvxdiO vficov ^^o jaQ ^vyoö f/ov XQf/0- \\ toö vml to cfOQTiov f/ov slacpQov eOTiV XII. Ev 8XSIV0) rm xacQco sjtoQtvd^r/ o i?/öov6 roiC oaßßaötv öia Tcov öjtoQLficov Ol 6s f/a{h?]Tai avzov tJiLraöap xat nQ^arro tlXXuv öxayvaö xai söd^iuv '^ot ös (pagiöatoi löovzeo eijcov aVTCQ' lÖOV OL fia{)^?]TaL öov JZOLOVÖLV 0 OVX S^SÖTLV JtOLSLP £2' Oaßßarfo' ^o ds tLJcev avroLö' ovx avsyvojrt tl 8jroL?jö£v öad OTS sjiLvaöer avroo xm ol fier avzov ^jiojo siö7jZ^er £iö zov OLXov zov {^f:OV xaL Tovö aQzovö Z7jö jtQO^eöecoö s(pay£v ovo ovx fgo2' ijv avzco (paysLv ovös zolö fisz avzov sl ,w// zolö LeQsv- öLV [iovoLö' '-' 7j ovx artyvojzü || £v zo? 7'Of/o:> ozl zolö öaßßaöL7^ OL LSQtLÖ i:V TCO LtQCÜ ZO ÖaßßaZOV ßtßtjXoVÖLl' XML ai^aiTLOL siöLir ^Xsyoj öe i\ulv otl tov itQov fiH^ov sözlv ojös' "' tL 6s syvojxsLZS ZL sözLv sXsoi' d^slco XML ov d^vöLa)' ovx av xazsöi- xaöazs zovö ai^aLZiovö' ^xvqloö yaQ sozlv zov öaßßazov o vioö zov a7^QOjjrov' ^xaL fiszaßaö sxsid-sv o i7jöovö 7i).d^sv slö zur övr^ay(Dyrj7^ avzcov ^^xml lÖov avd^Qcojioö 7jr sxsl sycov Z7]r XSLQa ^7jQav' xaL smjQOJzypav avzo7' Isyovzsö' si s^sözlv zolö öaßßaöL7^ d^sQajcsvsiV ipa xaziffo^iiömöLV avzov ^^o ös sljtsv avzoLö' ZLö tözaL s^ vf/oj7' a7'd^Q(x)Jtoö oö s^si jii)oßazor sv xaL sai^ Sfijtsö7/ zovzo II zoiö öaßßaöLi' slö ßod^vro7' ov/i xQazt]ösi avzo xaL sysQSL' ^^jtoöm ow ÖLaqjSQSL aj'{h()cojtoo jiQoßazov (')özs s^söZLV ZOLÖ öaßßaöLV xaloö jiolsl7'' ^"^zozs Xsysi z(o avi^Qmjtco' sxzsiro7' öov zip' /£/(>«• xaL s^szirsv xaL ajrsxa- zsözaS^7i vyLTjö toö >/ a)Jjf ^^ol 6s fpa(jiöaLOL öi\ußoc2LOv sXa- ßov xaz avzov s^s/,i}^o)'ztö ojhoö avzov ajrolsöcoöiv' ^'^o 6s XII, 3. avTOG in iiiamiiie addituiii. I pp. 95 — 98] Codex Kossaueiisis, Mt 12. 21 it/öovö yvovö cweyojQ^jöep exeid^tir xca 7/xoZov{)^tjocw avro? o/Xoi jiolloi Tcca e{)eQajt8V(j£P avTovö Jtavxac ^^xm sjttTffiTjOev avTOiö Lva (U] (pavsQov avrov jiOL7]6co6iv' ^'ojiojO jrh/Qcoß^?] ro Qrid-tv vjto rjOaiov tov jtQO(p//Tov le- \\ yoproö' ^^lSov o jiaiO fwv ov ?/Q8Ti6a o ayajtr/TOö ffov eio ov ^vdoxrjöev rj tpvpi /'^^' drjöco TO Jir8i\ucc //ov £jz avrov xcu xqcöw toio sfhveoiv ajtay- yeZec ^^ovx tQiOei ovSs xQavyaoa ovös axovöei tiö &v tcu6 jiXareiaiö t?jv (fojvrjv avrov' ^^^xala/iov OvvrsrQii/f/evov ov xartac^ti xai Xivov rvg)o/avov ov oßeöH sojo av txßa . . tiö vixoö rf/v XQiöiv' ^^xai reo ovo ((an avrov ed^vtj sXjtLovöL' ^^rore jüQ0 xov jctQiööeviiaToö rrjO xuQÖiao ro orof/a lalei' ^^o ayaü^oo av^Qcojroö ex tov aycSov d^TjOavQov 'cxßaXltt TCi ayad-a xac o jtomjQOö avd^QOJjioö ex tov jiovijqov d^rjOavQov jTQoqeQei t« üiov7jQa' ^^ leyco 6e vf/u' otl jiav Qr^ia a^yov o eav Xahiöo^Civ oiavd^QOjioi ajioöcoöovoi)' jzeQi cwtov Xoyo^y ev rif-iega xQiöecoö' ^'^ ex yciQ tojv Aoycov oov dixaio:){)^tjö?/ xai ex tcov Xoymv öov xccTadixaöfh/ö?/' ^^TOTe ajiexQi^^t/Oav avTo Ttveö xmv yQannaTecßi^ xai (paQiöaimi' leyovTeC)' 6iöaöxa?.e ^eXofiev aüio 6ov 67i(ieior ideiv ^''o de ajroxQid^eiö eijrev cwtoio' yevea jtoinjQa xca fioiy^aleLö Oij^ueiov ejti^7/Tei xca Of/f/etov ov dod^Tj- oeTai avTtj et [XTj to ör//ieior w)va tov jiQocffjTOV ^^coOjreQ yc(Q ijv tojjHcO ev T7] xoilia tov xtjtovö TQeiö r/fa^taa xca TQeio vvxTaö ovTcoö eöTüi xca o vloö tov avi^Qcjjiov ev t)j xaQÖia t?jO ytjO TQeiö 7/f/eQaö xai TQeio vvxTaö' ^^avögeö viveveiTca arcc- OTf/öovTca ev r// XQiöei || {leTCc ttjO yeveccO TavTrp xca xaTaxQi- vovoiv ciVTijV' OTL ffeTe7'07/0aj' eio to x?j()vyfia icova xca lÖov jiXetov lojva code' ^'^ßaöiXiööa j^otov eyeQd^7]öeTai ev r// xQiöei (leTCi T7JÜ yeveaö TCcvTfjO xca xccTaxQivei avTtji'' oti ijX^ev ex TOJV xeQaTtov t7jö y?jO axovoca Tfj)' öocfLav ooXof/covoo xca idov jtXetov ooXo(iC'jvo6 coöe' ^'^otüv de to axa{}^cc()TOv Jtvei\ucc e^eXi^fj ajto TOV avd^Qcojiov öieQ/eTca (h cii^vdQoj)' Tojtcov C7jTovv ccvcc- jtavöiv xai ovy evQiöxei' ^^TOTe Xeyer vjroOTQeipo) eiö tov oixov ftov odev e^7jXd^ov' xca eXd^cov evQioxet oyoXa^oi'Tcc oeoccQOjffevov xca xexoOfff/fievov ^^to- \\ Te jroQeveTca xca jcccQccXcc/jßccvei iied- eax^TOV e.TTTcc ere^a jtj'evf/aTci tcc jTOViiQOTeQcc eccvTov xca eioeX- d^07'Ta xccTOfxet exef xca yiveTca tcc eoyccTcc tov ccvi^Qcojrov exeivov yeiQOVct tcov jrifcoToi" ovtcjo eOTca xca t)i yevea TccvTf/ T7j jtovtiQCi' ^^'eTf de cwtov XccXov)'too toio oyXoio tdov f/ f^fjTf/Q xca Ol aSeXcfoi ccvtov lOTf/xeiOciv e^co Cf/T(tvvTeo avTcj /ucXf/Oca' ^"^ eijTev de TtO ccvtoj' idov f/ iff/tfjQ Oov xca ot adeXcpoi oov es,oj eöT7ixa6iv Cf/TovvTeö oot XccXz/oac '^o de arTox{)t\^eiiJ ei.Tev tcd etJcovTi avTco' TfO eOTii' /j f/fjT7/Q /fov xca o( adeXipot fiov ^^xat exTeivaO t7jv yeiQcc ejn tovo /(cclI^/jtico (cvtov eijtev j| idov // pp. 103- 105] Codex Rossaneusis, Mt 12. 13. 23 firjTTjQ [iov '/.ai Ol aÖ8?. rrj xaQÖia avrov ovroö toxtv o jiciQa T)iv odop ö:jiaQLö' || ^^o dt ejii rcc jttrQOjdtj OJtaQtio \\ ovtoo tOTiv o TOP Xoyop axovcüP xat tvO^tcoö f/era yaQa6 laußapojp cwTOP' '^^ovz ty&i dt QfL^ai' tp tavro) aXX(L jiQoöxaiQoO töriP' ytpofitpruj dt d^hxptcoö ?/ diojy/iov dia top Xoyop tvd^vö öxccp- öaXiCtTar ^-o dt tio tcco axap^ao ojtccQtio ovtoo tOTH' o top Xoyop axovcop xai // f/tQifiPcc tov cucopoö tovtov xat ?/ ajrccTf/ Tov jtXovTov övfijtpr/tf TOP Xoyop xat axccQjcoo ytptTat' '^^o dt tjti TijP xaXtjP yrjp öJiaQtto ovtoo tOTip o top Xoyop axovcop xat ovpicop' 00 dtj xaQjioffOQtt xat jioiti o (itp txaTOP o dt t^TjXOPTa o dt TQtaxoPTa' || "^^aXXf/p jtaQaßoXtjP jiaQtd^uxtP avTotö Xtyojp' ojftotco&r] ?/ ßaotXtta tojp ovQaPWP ap{)^QOJjro) öJtttQaPTt xaXop öjrtQ/uc tP toj aygoj avTov "^^tp dt toj xad^tv- dttp Tovo ap&QOJJiovo fjXO^tp avTov o tyßQOO xat tjitojceigtp C,iC,apta apa (ttoop tov otTov xat ajD/Xü^tj^' "^^'oTt dt tßXaOTrjOtp o yoQTOo xfu xaQJiop tJioif/Ot)' TOTt tcfapfj xat tk. ^t^apta' '^'' jtQoötXüoPTto dt ot dovXot toj otxodtojiOTfj ttjtop avTOj' xvQtt ovyt xaXop öjttQf/a töJttiQao tP toj ooj ayQoj' Jto&tp ovp ty^tt Ta CtCapta' --o dt tq?/ avToiö' ty^QOO apd^Qojjcoo tovto tjtoitjötp' ot dt dovXot tijiop avToj' ^tXtto ovp a.TtX^opTtO ovXXt^ojfitp avTa' ^'-'o dt tfprj avToto' ov /njjtoTt övXXtyoPTto TU ^tCccpta tXQtCojOfjTt afta avToto top Oitop' ^^afptrt övpav- ^aptöd^ai afiffOTtQa (.ityQi tov ^tQtOi^iov xat tP xatgcj tov B^tQio- (iov tQOJ TOLö {^^tQLOTaio' opXXt^ciTt JTQOJTOP TU ^t^apta xat dfjOaTt avxa ttö dtOftao jtqoo to xaTaxavoat avxa' top dt otTop ovpa- yaytTt tto t^/p ajtod^tjxtjp (tov '^U(XXf/p jraQaßoXt/p tXaX?jOtJ' avToto Xtyoj}'' of/ota tOTtp // ßaotXtta top ovQapcjp xoxxoj otpajctojo op Xaßop aPi){>(>)jTO(j tojrttQtp tp to ayQOJ avTOV ^-^o litxQOTtQOP (itp tOTtp jiapTVJP TOP ojctQfiaTojp oTap II dt av^f/{^f/ (ittyop TOJP Xayapop tOTtp xat ytptTat dtpdQOP ojOTt tXOttp Ta jttTtipa TOV ov(^)a)'ov xat xaTaoxfjPovp tp Toio xXadoto avTov 27. ta ^/^«n«j tcc in margine aclditum. 30. avXXe^aze] ovXlcc^azs codex. I pp. 110—113] Codex Eossanensis, Mt 13. 25 ^^aXXtjv jiaQaßoXrjv sXaXrjötv avxoiö' of/oia tonv ?/ ßaöiXtia tojv ovQavcov C,x^fifj t/V Xaßovöa yvvf/ txQviptv eiö aXtvQov öara xQia ecoo ov EC;v^o)d^ri oXov ^^rcwra jcmna tXaX^jöev o l7]öov6 ev jraQaßoXaiö roio oxXoio Xojqio de jtaQaßoXrjö ovötv sXaXec avTOLö' '^^ojicßO jzXrjQcod^ri ro Qtj^ev öia rov jr()ocf?iTOV Xeyovroö' avoi^oj ev jiaQaßoXatö ro orofta [lov eQiv^of/ca xtZQvfifitva ajio xaraßoXrjO xoöftov ^^rors \\ afpaiö xovo oyXovö o u/öovo ijXß^ev tiö rrjv oixiav xai jiQoöfjXO^ov avtco oc ^lad^ijTai avrov Xsyovreö' (pQaoov 7]fuv Tijv jiaQüßoXrjV rcov l,i^ccvlojv rov cr/Qov ^''o dt ajioxQid^tLö eijitv avTOiö' o öJttiQcov ro xaXoi^ öJteQficc eoriv o vio6 rov avd^QOijiov ^^o 6e ayQoö soriv o xoöfwö' ro 6t xaXov OJttQfia ovroi eiöiv ot viol rtjO ßaöiXtiaö' ra de C,iC,avici tiöiv ot viOL rov jtovrjQov -^'^o dt tyßqoo o ojttiQcco avra tonv o dicc- ßoXoö' o dt r^tQiO/ioO ovvrtXtia tonv rov cuojvoo' oi dt {htQi- Orcu ayyeXoi eiOiv ^^coöJttQ ovv övXXtytrcu ra C,iC^avia xcu jivql xaitrcu ovrcoO torai tv || rij övvrtXtia rov cucoroö rovrov ^^ajtoortXti o vioo rov ccv&qcojiov rovo ayytXovo avrov xai ovXXt^ovOiv tx rtjO ßaOiXtiaO avrov jcavra ra oxavdaXa xai rovO jtoLOVvrao r?jv avo(iiav ^"^xai ßaXovOiv avrovO tiO rr/v xafiivov rov jivqoO' txti torat o xXavd^fioo xai o ßQvyfwo rcov odovrcov ^^rort ot dixaioc txXafiipovOiv ojo o fjXioö tv rij ßaötXtia rov jtarQoö avrov o tyjcov cora axovtiv axovtrco' ^^jiaXiv ofioia töriv ?/ ßaoiXtia rcov ovQavcov d^rjOavQco xtxQv^i- fitvco tv ayQOJ ov tvQcov ccv&QcojioO txQviptv xai ajio rrjO yaQaO avrov vjiaytt xai jtavra oOa tyti jtcoXsi xai ayoQcc- || L^ti rov aygov txtivov ^^jzaXiv ofioia tOriv fj ßaOiXtia rcov ovgavcov avd^Qcojtco tf/jtoQco ^?]rovvn xaXovo (xagyaQirao' ^^oO tvQcov tva jtoXvrifwv (laQyaQirtiv a:jitXd^cov jitJiQaxtv Jiavra ooa tiytv xai f/yoQaotv avrov ^' jiaXiv o[ioia tOnv ?/ ßaOiXtia rcov ovgavcov oayfjv?/ ßXrjd^tioi] tiO rr/v daXaOOav xai tx jtavroO ytvovO ovva- yayovOf/' ^^7jV ort tjtXiiQcod^ri avaßißaoavrto tjii rov aiyiaXov xai xad^tioavrto ovveXt^av ra xaXa tiO ayyia ra dt Oajiqa s^co tßaXov '^^ovrcoo tOrat tv rr/ OvvrtXtia rov aicovoO rovrov t^sXtvOovrai oi ayytXoi xai atpoQiovoiv \\ rovO jiov/jqovO tx 38. xoofÄOo] o prius iu rasura scriptum. 26 Codex Rossauensis, Mt 13. 14. [pp. 114—116 litöov Tcov öixaww '^^xai ßaZovOiv avrovo tio t?]v xaftLvov rov jtvQoö' exet törai o xXavd^fioö xai o i^Qvyf/oö row oöovtcqv' ^^Ihju avToiö o Ujöovö' övjrtjxari: ravra jiarxa' XtyovöLV avroD VCCI xvQLt' ^-o ÖS Ujöovö tLJitP avTocö' öia TOVTO jzaö YQafi- ftavevö nad)iTtvd-eiö t?/ ßaöcXsLa tcov ovQavow o/zoioö söriv arO^QCQjtco oixodeöJior?/ oörtö exßaXZsc tx rov d^ijöavQov avrov xaiva xca jiaXaicc '"""^xat tytvsTo ort iztXtötv o Ujöovö raö üiaQaßolaö rcivraö ((trrjQtv txtid^tv '^^xat eXd^ow tLö Tf/r jta- TQLÖa avTov töidaöxtp avrovö tr r?] övvaycoy?/ avrojr ojört tx- jt?j]ö8öi^at avTovö xai Itytiv Jiod^s}' tovtoj ?/ öocfia avz?/ xai at öwafitiö' '^^oi'X ovTOö töriv o xov rtxrovoö vioö' ovy^ // (UjTijQ avTOv IhyiTai (laQiait xai oi aöslcpoi avrov laxcoßoö xca icoö7]q) xai ötf/cov xat lovöaö' '^^xai ai aötlfpai avrov ov/i jtaöai jtaQ ;///«' siöiv jio^tv ovv rovroj ravra jtavra' ^'xac töxavöahZorro tv avrco' o de i7]öovö eurer avroiö' ovx eörw jtQO(f)irrjö ariffoö tt (ai] ev r?] JtarQidi avrov xai er r// oixia avrov '^^xai ovx ejtoiijöev exei öwa^eiö jioXlaö öia r7/v ajti- öriav avrojv XIY. Er exeirco no xaiQoj ?jXovöer ?/qoj6?jö \\ o rerQaQyjjö r7]v axof/r ujöov '^xai eurer roiö jiaiöir avrov ovroö eörir icoavv7jö o ßajiriörrjö' avroö 7/yeQ{)^7/ ajto ror rexQcor xai Öia rovro ai övra^eiö eveQyovöiv er avrco' ^o yaQ 7/()coÖ7jö XQCcrfj- öaö ror icoavrrjr eörjöer avror xai ed^ero er cpv)xiX)] öia ijqco- öiaöa rf/v yvrccixcc cfiXuijiov rov aöehpov avrov ^eXeyer yaQ avrco o uoarrijö' ovx e^eörir öoi eyeiv avrrjr' ^xai d^elcor avror ajroxreirai ecfoß7fi7i rov [oylov] ejieiör/ cjö jTQOfftjrt/v avror er/or' ^yeveöicor ös yevo(ievcor rov ?/qojöoi' coQyj/öccro 7} d^vyar7jQ rtjö II 7]Qcoöiaöoö er reo (leöco xai rjQeöer reo i]Qcoöt]' "'o^er fier oQxov ofio?My7/öev avrr/ öovrai o ear ccirf/ö7jrat' ^7] öe jtqo- ßißaöfhiöa vjio rf/ö f/r/rQoö avrfjö öoo [loi c/fjöir coöe ejti Jtiraxi T)jr xe(fa/j/r Koarrov ror ßajtriörov ^xai eXi'jn/^tj o ßaöiXevö öia öe rovö oqxovö xai rovö övi^araxetffsvovö exeXevöer öo{^7]rai' XIV, 5. ecfoßtj'hi ror oy/.oi] post e xax iöiav xac axovöavxeo ot oyXoi rjxolovd-tpav avxco Jts^7j ajto Jtaöcov xcov jtoXtcov ^^xat e^eX- d^mv o irjöovo löei^ oylov JioXvv xat eöJtZayypLöd-t] eji avxoiO xat Ed^EQajtevöev xovö aQQcoOxovO avxco r' ^'^oiptaoöeysvofiej^fjö jiQoör]Xd^ov avxco ot fiad^t/xat avxov Xeyovxtö' e()/]f/oö söxiv o xojtoo xat 7] coQa 7yd>/ jtaQjjXd^tj^' ajtoXvöov xovö oyXovo tva ajttXd^ovxeö tto xaö xvxXoj xcoftaö ayoQaöcoOiv tavxotö ß^cofiaxa' ^^o Ö£ ttjöovö ifjtei^ avxoiO' ov yj)tav sxovötv ccjteX- \\ d^ttv Soxe avxotö vf/etö cpayuv ^'ot c)e Xeyovötv avxoj' ovx eyofiep coös et (Oj Jtei'xs a()xovö xat 6vo tyJ^vaO' ^^o dt ttjrev cpe^exat (tot avxovö codt' ^^xat xeXsvöao xovö oyXovö avaxXtO^r/vat tJtt xov yoQxov Xaßcov xovö jttvxs aQxovö xat xovö ovo ty&vaö ava- ßXeipaö £tö xov ovQavov svXoyjjöev xat xXaöaö söojxei^ xotö fxad-Tjxatö xovö aQxovö ot de (lad^rixat xotö oyXotö' '^^xat ecpayov jiavxeö xat tyoQxaöd^7iöav xat yjQav xo jitQtöevov xoyv xXaöfta- xcov dcodexa xocfjtvovö jrXr/Qetö' ^^ot 6s eöd^tovxeö tjöav avÖQeö coöet jtevxaxtöyetXtot x^Q^^ yvratxcov xat || jratötonr '^'^xat ei^d^ecoö ?/vayxaö8V xovö [iad^rjxaö avxov ei^ßf/vat etö jiXotov xat jiQoayetv avxov etö xo JieQciv ecoö ov ajtoXvöri xovö oyXovö' ~^xat ajtoXvöaö xov oyXov aveß?/ etö xo oqoö xax tötav jcQOöev- ^aöd^at' o^ptaö de yevof/evrp fiovoö r/v exet' ^^^xo ch jtXotov 7]6fj (ieöov xr/ö d-aXaöör/ö i/v ßaöavtL,o{ievov vjto xcov xvfiaxcov )]v yccQ evavxtoö o avefioö' -^xexaQxtj de g^vXax?/ xfjö vvxxoö ijXd^ev o ifjoovö JtQoö avxovö xeQijtaxcov ejtt xrjö {)^aXaöörjö' '^^xat tdovxeö avxov ot fiad^t]xat avxox^ ejit x?jö d^aXaööriö jteQtjtaxovvxa exa()ay{h}jöav Xeyovxeö oxt gjavxaöfia eöxtv xat ajio || xov cpoßov exQa^av ^''evd^ecoö de eXaXrjöev avxotö o tr/öovö Xeycov d^aQöetxe eyco etfit fit] cpoßetöd^e' '^^ ajtoxQtd^etö de avxco o jtexQoö etjtev xvQte et öv et xeXevöov fie eX{hetv jtqoö öe ejtt xa vdaxa' ^^o de etjtev eXd^e' xat xaxaßaö ajto xov jtXotov o jtexQOö jteQte- jiaxrjöev ejit xa vdaxa eX&etv jiqoö xov t?jöovv' '^^ßXejicov de xov 28 Codex Eossanensis, Mt 14. 15. [pp. 121—124 avsfiov lOxvQov srfoßr/f)^?/ xat ciQ^afiei'oo xarajtovTi^soü^ai exQü^sv Xiycop' TiVQis öojöov {(f '^^tv^eo:Kj df o irjöovo hXTtivad zr/v X^iQCc tJitlaßtTO avTOV xca Xhjhi avrco' oXiyoniöTb h6 tl edio- raöaö' ^'^xai if/ßarrojv avrcov eto ro jtXoiov exojraöev o \\ ara- f/oö' ^^oc de SV TCO jtloico jiQoOtxvprjöap ccvtco XtyovrtO' ahj- d^o)(j d^eov VLOö tc ^^xca öiajttQaöavThö ijXd^ov sjtc zr/r yt/v ysr?/- oaQtz' '^-'xac sjtiyvovzeo avzov oi arÖQtO zov zojtov bxaivov ajiiözBiXcw tiö oX?/r z?jv jteQiyojQor exeivrjv xca jtQoOfjVsyxav avzco Jtcwzaö zovo xaxcoo r/[orzfc6 ^^xai jzaQtxaXovv avzov ivcc fiovov atpcovzca zov XQaöJttöov zov iffazioii avzov xai oöoi tjipavzo öt6öco{)^7jOav' XV. Tozt jiQoöeQ/ovzai zco Lrjijov oi ajco itQOöoXvficov y^anftazeiö xai (paQiöaioi Xeyovzsö' '^diazi oi ifa\}f]zai oov jta- Qaßaivovöiv Z7iv jtaQadoöiv zcov JiQeößvzeQOJV \\ ov yaQ vijizovzai. zao itiQaö amoiv ozav aQzov soO^txoöiv "^o 6t ajtoxQid^tiö tijcsr avzoLö' öiazi xai v/tio jtaQaßaivhZi: z?jj' tvzoXijv zov {htov dia zr/v jragadooiv vfiojv ^o yaQ &eoo srtzeiXazo Xr/cov zi^ua zov jtazsQa 6ov xat zrjv (irjzsQa xai' o xaxoXoycov jrazsQa // fitjzega {^avazoj ztXsvzazoj' ^vfieio dt Xtytzt' oo iw surf/ zoj jiazQi tj zf/ /ir/zgi' öcoQov o sav tg tiiov cocpeXtj^f/O' xai ov //// ziff?/osi zov Jta- zt-Qa avzov ?/ z?ji' (^iijZSQa axizov ^xai rjxvQcoijazt ztjV tvzoXijvzov d^tov öia z?/v jiaQaöoOiv vfiojv '^ vjtoxQizai xaXoo jr()Of:(fi?/zsvötv jtsQi vf/ojv ijüaiaO Xtyov ^tyyi^ei fioi o Xaoö ovzoo zo) özo/iazi avzcov |i xai zolö ^iXeöiv //f zifia ?j 6e xaQÖia avzojv jtoQQo ansyi aji tnov ^ naz)jV 6t ötßovzai fit 6i6aoxovzto 6i6aoxa?uao tvzaX- /laza avfhQOJjiow ^^xai jiQooxaXtöafitvoo zov oyXov tiJitv avzoio' axovtzs xai övviszt' ^^ovzo tiötQ/ofihvov ti6 zo ozof/a xoivoi zov av&Qojjtov aXXa ro txjroQtvofitvoj^ tx zov ozoftazoo zovzo xoivoi zov avd^Qojtov ^^^zozt jcQo6tXiyovTto Ol (la^i/zai avzov tijiov avzoj' oi6aO ozi oi cfaQioaioi axovoavzto zov Xoyov töxav- 6aXi6d7}C)av' ^"V> 6t ajtoxQh^tiö tijitv avzoio' jtaöa (pvzsia tjV ovx tijpvzevöav o Jtazf/Q fiov o ovQaiuoo tx^i^oihf/otzar \\ ^^arftzai avzovö' o6r/yoi eioiv zvcpXoi zvcpXcov zvcpXoo 6t zv(pXov tav XV, 3. f-vToXiiv] iiitei" f-rr et o/// rasura triuni fere litterarum. 8. syyi'Qti] correctio obscnra in fiue; videtur tt ex o factum. pp. 125 — 127] Codex Rossanensis, Mt 15. 29 oÖTjY)! afi(poT£QOL eiö ßo{^vvor tf/jtsöovr^rat' ^'-"ajtoxQid-SLö da o jteTQOö sursis avTo?' fpQaöov ijfuv T/jr jtaQaßoh/i^ xavTijv' ^^o 6 8 19JÖ0VÖ 8ijt8r avTO)' ax^riv xai vpiiö aövrtTOC fort* ^"^ oiijtco voeixe ort jcm^ zo eiöjtOQSVofievoi^ siO ro Orof/a ecö rrp^ ocoüuav /09(>f^ xai tiö a(ptdQ(Dva tTcßaXlsrar ^^ra ös sxjtoQevofifj'a £x rov öTOimtoö sx ttjö xaQÖiaö s^SQ/srai Tcaxsiva xon^oi top ar- {hQCQjrop' ^^€x yag njO yMQÖiaö s^sQ^orraL öiaXoyiöfiOL Jtoj'rjQoi cfiOi^OL ffOL/iac jroQVLai xXojtai tp8vdofiaQTV()i.at \\ ßXa(j(p?/f/Lai' ^^ravra eom^ ra xoiJwvvTa rov avd^QOjjtor ro de aviJtroLö X^Qöt^^ cpccystv ov xoivoi Tov avd^Qmjtov '^^xac s^sl^^^ojv txtid^av 0 crjöovo av£XOJQ7]6£7^ 810 ra [iSQrj tvqov xai ölÖcovoö' ^^xac lÖov yvvTj yavavaia ^^tld^ovoa ajio xow oqlcqv exsivmi^ exQa^sv Xsyovöa' £Xef]607^ fis xvqls vis da6' tj d-vyavrjQ [lov xaxmö öai- fiovi^erai' ^^o ös ovx ajitxQcd^rj avz?/ Xoyov xai jiQoösXd-ovTSij 01 f/a{hrjTai jjQcoTmv avxov IsyovrsO' ajioXvöoj^ avzr/v ozc xga^st ojiiöd^8v 7]ncov' ^^o 6e ajtoxQid^siö SLjtsjy ovx ajteOzah]v st firj eiö za jiQoßaza za ajiolcoXoza olxov Lögarj!' ^^7] 6e sX^ovOa jtQOösxvvsL avzo) II Xsyovoa' xvqis ßo7]{^si fiOL' '-^^o ös ajio- xQid^Siö sijtsv ovx sOzLV xaXov laßen' zov aQzov zcov zsxvow xat ßaXsLV zocö xvimQiOLö' ^'^y ds sijtsv vai xvqls xai yaq za xvvaQia söf^iSi ajio zojv iptysLOiv zcov Jtijizovzcov ajto zip ZQa- jteC,?/(j zo)v xvQLOJi> avzcoi^ '^^zozs ajtoxQifhsLO o ir/öovö sijtsv avz7]' CO yvvai [isyaXT] öov 7] jiiöziö' yev7ii)^7]zo:> öoi cx>6 ■O'sXstö' xat tad'71 7j d-vyazijQ avz7j(j ajto zrjö cogaö exsti^tp' ^^xat f/sza- ßaö sxstd^sv o i7]öovö 7jXdev Jiaga Z7]v d^aXaööav t//ö yaXtXataO xat aimßao stö zo oqoö 8xaü'7/zo extt' ^^xat jtQoöriXd^oi^ avzco oyXoi jtoXXot B^oinsO fis^)- sav- \\ zcov xojcpovö x^^^^ovö zv(pXovö xvXXovo xat szsQovö jioXXovö xat SQi^mv avzovö jtaQa zovo jtodao zov t7](jov xat sd^sQajisvösv avzovö' '^hoözs zovö oyXovö d^avftaoat ßXsjtovzao xcocpovö axovovzao xat XaXovrzaO xvXXovö vytstö xat xcjoXovö jtsQtjtazovvzaö xat zvcfXovö ßXsjiovzaO' xat sdo^aöai' zov d^sov t6Qa7jX' ^^o ös t7(öov6 jrgoöxaXsöaf/svoö zovö ^ad^7]zaö avzov stjtsv öjtXayxvi^ofiat sjtt zov oyXov ozt 16. i7]aova {lä) supra lineam additum. 31. TovG o'/^ovo] VC vocis xova et ovo vocis ox^ova in rasura. 30 Codex Rossauensis, Mt 15, 16. [pp. 128—131 rjörj 7//i8Qai tqlö jcqoö/hsvovölp fwt '/ml ovx ^yovöiv ri (paycoötv ' xat ajtoXvöai avrovö v/jörio ov ^£?.oj ftr/jrore axÄv{}^o:tOL7^ ev r?/ odco' '^^xat XeyovöLP av- \\ toj oi fjat^^r/zai avrov' jtoi)^&r r/fiiv tv £()//fiia aprot toöovtol coöte yoQTaoai oylor tooovtov' '^^y,ai Xtyu avToiO o i7jOovö' jtooovo aQToco f-ytre' gl Öe eljiov ejixa xai oliya ryj^vdta' ^^xai axeXevasj^ roio oyXoio airnjisOEw ejri T9/P y?jv' ^^xai Xaßa)V rovo sjtra aprovo yua rovo ryj^vao tc- yaQiOTTjöaö axXaotr xca 8Öco%ei> tolo fiaf^^r/raio avrov ol da fiaO^?/TaL TOJ oyho' '^'' xat 8(^ajov jiavxhC) xca 8yoQTaoH^)i(jav xai rjQar ro jiSQiOOavoi' tcov xXaOfiarcai' ajira OJtvQidaö tcXi/q^iO' ^^01 da to{^iorTaö ?/oar TtTQaxioyaiÄiot arÖQao yojQLO ymmixcoj^ xai JtaLÖuov ''''-^xai ajroXvöaö rovo oyXovo arali)( eiO to jiXolov xat 7]Xi)^av £Lö ra oquc uayöala' XVI. Kca jc{>oö(:Xd^(n>rtö ol (paQLöuLOL xai öadöovxcuoi jttLQa^ovTtO sjtf/()coT?/öav avTov 0?jf/8iov tx Tov ovQarov ajti- ötL^aL avTOLö' '^o dt ajioxQLH^aiO aLjiav avroLC ot^naö yavofisvtjO Zsyere' avöia jrvQa^ai ya() o ov^avoö' ^xai jüqcol' or/f^sQov yei- licov jiv(jaC,8L yaQ öTvyimC,ioi^ o ov^aroo' vjtoxQLrai to ftar jtQOöojjcor TOV ovQarov yivcDOxtra diax(jLV8Li> ra dt u/jfjia rcov xaLQOJV JTcoo ov övvaod^a doxifta^eir' ^xai ajioxQit^aiö o iifiovo Sijtev ytvaa jiovtiQa xaL noLyaXuö || otiiitiov ajiLC^/raL xaL ö7]fi£tor ov öo&f/oaraL arrtj ei /j/j ro ö/ifiatov Lmva rov jtqo- (prjrov xaL xaraXurcor avrovO ajtf/Xd^av ^xaL aXd^oprao ol fta- ^rjraL avrov tiö ro jiaQav ajiaXaO^orro avrovö Xa^jeiv ^'o da iijöovö aLJtai^ avroiO' o{)ara xai jrQoöayara ajio rr/ö C^v^Uf/O rcoi^ (paQLöaiwv xaL oaddovxaLüJV 'ol da diaXoyiCorro av aavroLO Xayovrao orL aprovö ovx eXaßof/ai'' ^yi'ovo da o l7j(jovo aijrar' rL dLaXoyi^aöd^aL ai' aavroLö oXiyojTLöroi orL agrovö ovx aXaßara' '^ovjioj voaira ovda {^Lr7ßtoravara rovo jrarra agrovo rojr jiar- raxLöyaiXLcov xaL jtoöovö xogyivovo a- \\ Xaßara' ^^^ovda rovo tütra aL<) rovö rarQaxioyaiXiovö xai jroöao öjrvQLdao aXaßara' ^^jiojö ov voaLxa orL ov jraQL aQrov aijior v^ilv jiQOOayaLr' jtqoü- ayara da ajto t//ö C;v^7jO roj)' (faQLöanor xaL oaddovxaicoi'' ^'^rora övpf/xai^ orL ovx aLjtai' jL{tooayaLV ajio r^/O ^vfL//0 rov aQrov aXXa ajro r7jö dLday7jO ra))> (fa^LöaLcor xaL oaddovxanor' ^'^aXfhcov da o l7jOovO aLO ra ^LaQ// xaLOaQLao rijö (plXljtjtov pp. 132—135] Codex Rossanensis, Mt U). 31 rjQcora rovö fm^i]Ta6 avrov X^ycov xiva (it Xsyovöiv ol av- dQmjtot uvai Tov vcov rov av^QOjjiov' ^^ol de tiJioi'' ol fisv icoavv7]v TOV ßajtriOTTjV alXoi 08 7/2.iap ereQoi da ie()6fiLap ?/ eva II Tojv jtQOfprjTcov' ^^l^yti avroiO' vfisiö d& riva [le Xeyszs uvaf ^^ ajtoxQLd^etO de OLftcov jistqoo sijtsv öv u o xqlötoG o vLoö rov dsov TOV C^mvToö' ^'^xai ajtoy.Qi^tLO o l?j6ov(j sijcsv cwTCo' ftaxaQLoo et Oifimv ßaQ loji^a ori (jaQ$, xai acfia ovx ajcexaXv^ptj' öol all o jraT7iQ (lov o ev tolö ovQarotö' ^^xayco de öoi leyoj oti öv et jzexQOö xat ejtt TavTt] Tfj jter^a otxoöo- litjOa) fiov Tfji^ exxhjOtav xat jtvXat aöov ov xaztoxvoovötv avTijö' ^'^xat öcQöco öot Taö xleto ttjö ßaötXetaö tcov ovQavcov xat o eav örjorjö ejtt r/yö yrjö eöTat deöef/evov ev tolö ovQai^otö xat o eav Zvör/O \\ ejrt ytjö eöTat XeXv[ievoi^ ej' TOtö oi^gavotö' '^^TOTe öteöTetXaTO toiö {^aß^rjTaiö avrov tva fo/devt etjtmötv ort avroö eortv tijOovö o xQtöroö' '^^ajto rore ijQ^aro o ti/Oovo detxvvetv roiO fia^rjratö avrov ort Öet avrov ajieXi^etv etö teQoöoXvfia xat jioXXa jcaihetv ajzo rcov JtQeößvre()OJV xat aQ^te- Qecov xat ygaii^areow xat ajroxrav{^rjvat xat r?/ rQtr?/ 7jf/eQa avaörrjvat' '^"^xat nQoöXaßo^ievoö avrov o jier(joö //Q^aro ejut- rtfiav avrco Xeycov etlemö öot xv(jte' ov [irj eörat öot rovro' '^^o de ejitörQaiihtiö dt o n/öovö tijrev' m ysvea ajiiöroö xai öieörQa/jf/ev// emö jtore luofiai }ft{^ t\umv' emö jtors avs^ofiai vfimv (peqerai (loi avrov möf ^^xai Fjt£rifi7]ö£2^ avrm o u]öovö xai £$,fjl{h£7^ ajT avrov ro || öai^oviov xai £d-£Qaji£v{^ii o Jtaiö pp. 140—143] Codex Eossanensis, Mt 17. 18. 33 ajio T?ja coQaö exuvrjö' ^'^tots jtQoöeld^ovTeö ol fiaihi/zai reu iTjOov xar iöiai^ blüiov diari ?jf/siö ovx 7]öiw?]{)^rjfisv sxßalsiv avro' ^^o Ö8 tr/öovö sijtei^ avrotO' öia rrjiy ajtiOzcav vficov afi7]j^ yag ZsycQ vf/tv tav sxV^^ JtLönv coö xoxxov öivajtecoo sqslts toj oQSi Tovrm [leraßriß^ei svt8v{)^8v sxei Tcat ^sraßfiöerai xac ovdsv a6vimT7]6ei vj^iiv ^^tovto öe to yevoö ovx sxjtOQn^erai et fi?] £V jiQoösvyj] xcu v7]6Tua' ^^~araöTQ£(fO[ievoi)j> öe avTcov ev r?/ yalilaia ujizv avroiC o ujöovö' f/sllei o vioö rov avd^Qconov jtaQadiöoöd^at siö Xf/(>aö av{^Qcojtcoi' \\ '^^xac ajüoxrevovöiv avrov xai T7] TQIT7] 7](.i£Qa ey8Qi)^7j68Tai' xai 8lvjrr/{^7j6a%' 6(fo6Qa' '^^sl^ovTcov Ss avTcov SLü xaji£Qvaoi\u jcQoöt]Xd^ov OL ra ötÖQayfia 2.af/ßavoPT£(j reo jtstqcq xai ujiov o didaöxaZoo vfimjy ov rsXei ra öiÖQayfia' ^-'Xsyei imi' xai oze £iö?/Z&^£i^ £10 T7jp oixiav jtqo- £(pd^aö£7^ avrov o i7j6ov6 l£ymv' ri öoi öox£i ötficov' oc ßa(jiZ£i6 rrjö yrjö ajio nvüw laußavovOiv r£hj 7] xrji^öov ajto rmv vicov avrmv 7] ajto rcov aXXorQicov' ^^k£y£i avrco o jt£rQ0ö' ajto rcov aXlorgimi^' 6^?/ avrco o i7]öovö' aQay£ £?.£v&£qol £iOlv ot vi- \\ Ol' '^'' iva Ö£ fi7j öxai'dahocofj£7' avrovO jtoQ£vih£iö £lo d^aXaööav ßal£ ayyiorQov xai rov avaßavra jiQcorov ly^vv agov xav avoi^ao ro örofia avrov £vq7]ö£i6 örarrjQa' £X£ivov laßmv öoö avroiO avri £f/ov xai öov XVIII. Ev £X£iv7] r7j coQa jtQO avro £v fi£öco cwrwv ^xai £iJt£V' afi7jv k£yco vfiiv £a7\atj örQacp7]r£ xai y£vrjö- {hai coö ra naiSia ov fit] £iö£Xd^7jr£ £iO rrjv ßaöiXBiav rcov ovQai^cov ^oöriö ovv rajtivcoö£i £avrov \ coö ro jiaiöiov rovro ovroö £öriv o fi£i^cov £V r7] ßaöiX£ia rcov ovQavcov -'xai oö £av Ö£§,rjrai jtaiöiov roiovro £Jti rcQ ovofiari fiov £f/£ Ö£X£rai' ^oö ö av öxavöaXiö7] £va rcoi^ fiixQcov rovratv rcov jtiör£vov- rcov £iö £fi£ övficp£Q£i avro) wa xQ£fiaö^7j f/vXoö ovixoö jt£Qi rov rgaxT^Xov avrov xai xaraüiovriö^t] £V reo ji£Xay£i r7]ö S^aXaöTjO' ''ovat reo xoöfico ajto rcov öxavöaXwv avayx7j yag £Xd'£LV ra öxavöaXa jüXrjv ovai reo ai^{)Qcojtco £X£ivco dt ov ro öxavöaXov £QX£rai' ^£1 Ö£ 7J y£lQ ÖOV 7] O JtOVÖ ÖOV ÖXavÖaXl^£l Ö£ £XX07pOV avra xai ßaXE ajto öov xaXov || öoi £örtv £iö£Xd^£iv £iö r7]v Texte und üntersucliuiigeu I, 4. 3 34 Codex Rossanensis, Mt 18. [pp. 144 — 146 Coj?/?' yo^lor ?/ xxXäov r/ ovo yeiQao 9j ovo jroöao syorra ßhj- d^TjvaL 8LÖ To jrvQ TO ccKüViov '-^ y.üi 81 o(fi)^alnoo 60V oxavda)u- C,8t 06 8$,sZs avTor '/ml ßaZs ajto oov y.aXo7^ oot eoziv ^ovo(f- d^alflOV 810 T7lV C^0)7jlf 8L08Xd8Lr 1] övo 0(f^(^aXf/OVO 8yovTa ßXrjd^rivai 8tO r^/r y88vvav tov jivqoO' ^^OQars ^tj yMraffQortj- 0?jT8 8VO0 TCQV [iiyQcov TOVTcov Ä8yco yuQ i\uu' OTL Ol ayy8Xoi avTcov dta jtavxoo ßX8jtovOLv ro jcqooojjtov tov jtaxQOO fiov tov 8V Toiö ov{taroiO' ^hi)M8V yaQ o vtoo tov upD^qojjiov Ocooca to ajioXmXoö' ^^^Ti vf/iv öox8l' 8av y8vrjTat || tcvl avd^QOJjtoj 8xaT0V jrQoßaTCi xca jrlavrid^rj 8V 8§ avTwv ovyi a(f8iO t« 8V8- VTjXOVTa 8VV8a 8jn t« o()// jtoQ8v{h8iO Cr/T8i TO jiXaro:>^8vov' ^^xat 8av y8ViiTai ev^ir ccvto afftji' X8y(D v^aip otl ycaQ8i 8jr aVTCO ^cOJMV 1] 8JCL TOlO 8V8Vf/XOVTa 8VV8a TOiO fltj Jl8JtÄaV7/- fl8rOLO' ^^OVTCOO OVX 80TLV d^8h/fta 8ftJtQOOf)^8V TOV JtCCTQOO flOV TOV 8V ovQavoLO Lva anohjTca 8V tojv [ir/cgo^v tovtoji^' ^''8ar 08 afiaQT7/0i/ 810 08 0 ad8Ä^oo oov vjiay8 xai 8A8y^07' avT07' f4£Ta§V oov XCU aVTOV f/07WV' 8ai' Oov aX0V07l 8X8Qd7iOaO TOI' ad8X(f.ov oov ^^'8ca^ 08 //// axov07j oov jca^aXa- || ß8 fi8Ta 08av- Tov 8Ti 8i^a ?/ dvo n^a 8jn OTOftaTOO övo ^ccqtvqoji' >/ t()ioj}' OTCcd^?/ Jiav ()7jfia' ^' 8av 08 jraQaxovor/ avTCOv 8iJi8 t7/ 8XxX7jOia' 8av 08 xai t7]0 8XxXtjOLao xaTcafQov7i08i 80Tca ooi ojOjts^ o 8{^7HXOO XCU 0 T6/09r//Ö* ^^a^lfV yCCQ Ä8yO? Vf(U^ OOa 8CCV 67J07/T8 8jn TijO ///(J 80Tai Ö8Ö8Ll8Va 81' TCO OVQai'O^ XCU OOa 8CW XvOt/T8 8jn TtjO y7jO 80TaL l8Xv^(8va 8i' tco ovgavco' ^^Jialiv X8yco vfur OTL 8av dvo vi-iojj' Ovfi(pon^7/Oovoiv 8jil t?]0 ytjO jT8Qi jiamoo jiQayfxaTOO ov 8a7> aiT7]00VTca y8V7]08Tca avTOiö jiaQa tov Jta- TQOO fiOV TOV 8V TOiO OVQüVOlO' '^ OJIOV yUQ 8L0L7> || ÖVO 7] TQlO OVfV7]yH8VOl 810 TO 8 ff 07' Ol^Ofia 8X81 81 ja 87' fl80a7 aVTC07'' '^^T0T8 jr()008Xd-COV aVTCO O JT8T(J00 8LjT8' XVQ18 JtOOaXiO «//«(>T//a// 810 81(8 o aÖ8X(fOO f/ov XCU cc(f7joco avTco' 8C00 8JiTaxiO' -'^X8y8i av- TCO O UjOOVO' ov l8yci) 001 8C00 8JtTaXlO all 8CQ0 8ß6o^7]XOVTa- XLO 8JtTCC' '^'•^Öia TOVTO OllOLCod^7j // ßaOlX8lC( TOI' OVQC(7'C07' ai'- fhQCOJTOJ ßaOlX8l 00 7l{}^8X?/08)' 0V7'a()Ca XoyOV H8TCL tcov öovXco7' CCVTOV ^^^aQ^afJ87'OV 08 CIVTOV OV7'Ca(J8l7' JTQOOf/7'8yß^7/ aVTCO 810 21. xvtjit {y.t) hl iiiargiiie additum. pp. 147—150] Codex Rossanensis, Mt 18. 19. 35 og)Lk£T?jö fivQLcov TaXavTOJV' ^^fi7] Exoinoö ÖS avrov ajioSovvat sxaZsvösv avrov o xvQtoö avzov Jt^aü^i/vat xat xrjv || yvvaixa avTOv Tcat ra rsxva xca jiavra oöa uje.v xai anoöo^rivar ^^jt8- öcov ovv o öovXoo exsLVoö jiQoösxvpsL avTco Isyrnv xvqlb (la- XQod-viirjöov 8JT tf/OL XML OTCiVTa ajToöcoöco 601' '^''öjrlayyvLOdtiO Ö£ o xvQLOö Tov öov?Mi^ ex8Lrov ajteXvösv avrov xai ro da- j'sior acp?]X8v avrco' '^^a^^sld^oyi' ös o öovXoö sxsivoö svQev eva rcov övvöovXcov avrov 06 cocfLXsv avroj sxarov örjvaQia xai XQarr/öaö avrov sjtinysv Ztyojv ajtoöoö fioi £i rt og)tZ£iö' ^'^jieOcov ovv o övvöovXoö avrov eiö rovö jzoöaö avrov jiaQe- xaZsi avrov Xr/mv fiaxQoi^vfii/öov sji 8(ioi xai ajtoöcoöat \\ ooc •^^o Ö£ ovx r]{)'sXsv alZa ajrskO^cov sßaXsv avrov eto ^vXaxr/v smö ov ajioöüj Jiav ro offiXon^vov '"^^löovrsö ds 01 övvöovXoi avrov ra ysvofisva eXvjt?]d^rj6av 6(podQa xai sld^ovred öisöag)//- öav rm xvqlcd savrcov ajtavra ra y8vofi8va' ^'^rors jiQOöxaXs- öafi8vo0 avrov o xvqloö avrov X8y8i avrm' öovks jiov7]Q8 jia- öav rfjv og)8iZ7jv 8X8iv?/v ag)?jxa 001 8jt8i jiaQSxaXsOaö f/s' ^^ovx BÖu xai 6£ sXsi/Oai rov oiwöovXov 6ov mö xai sym 6s 7]X£r/6a' ^^xai 0Qyi6{^£i6 o xi\)io6 avrov jraQsöcoxsv avrov roiO ßaöa- viöraiö 8C0Ö ov ajrodco Jiav ro ocfiXofisvov \\ avrm' ^^ovrcuo xai o JiarrjQ fiov o ejiovQaiHOö jrou/Osi vfiiv sav fii] a(p?/r£ sxaöroö rm aösXcpco avrov ajio rojr xaQÖio^v vficov ra jra(ja- jtrco[iara avrmv XIX. Kai syevsro ors srsXsöev o n/öovo rox^ö Xoyovo rov- rovö {ierfjQEv ajto r?jö yaXiXaiaö xai 7jXd£V nö ra oQia rfjcf lovdaiaö jtsQav rov lOQÖavov '^xai 7jXoXov\9^rjaav avrco o^Xoi jtoXXoi xai £^£Qajt£Vö£V avrovö sxer ^xai jcQoörjXd^ov avrco cpaQiOaioi jieiQaC^omsö avrov xai Xsyovrsö' ei t^toriv avd^QCDJCco ajioXvöai rfjv yvvaixa avrov xara jiaOav airiai>' ^o ös ccjio- XQid^SLö^ 8ijt£v avroiö' ovx avsyvcors ort o jtouiöaö aji aQyijö aQöBv II xai d^rjXv sjtoujösv avrovö o ^sou -"xai ujtsv evexav rovrov xaraXii^^si avd^Qcojtoö rov jiarsQa avrov xai ri]v ftfjrsQa xai jcQoöxoXXijS^TjOsrai r?/ yvvaixi avrov xai söovrai 01 ovo siö OaQxa ffiav ^'ojörs ovxeri eiöiv ovo aXXa 6aQ§ fiia' o ovv o ^£06 Ovv£^£v^£V avd^Qcojtoö ff?/ ycoQiC^£rco' "* X£yovöii> avrco' ri ovv ficovö?/ raö 8vro- laö' ^^X8y8t avrco jtotaö' o Ö8 t?jöovö 8tji8V' ro ov (por8vö8tö ov f/otx8vö8tö ov xk8ip8tö OV \\ \p8v6oiiaQrvQ7]ö8tö ^^rtfta rov jtar8Qa xat r7jv {i)}r8Qa xat ayajü7]ö8tö ro7' Jthjötov öov coö 8avrov' ^^^X8y8t avrco o i'8avtöxoö' ravrcc jzcwra 8g:vXa^aftfiv 8x v8or7]roö [iov rt 8rt vörsQco' ^^8cp7j avroj o t/jöovö' 8t d^8A8tö raXstoö stvat vjtay8 üicDh]öov öov ra vjtagy^ovra xat 6oö jirco- yotö xat 8^8tö ^7/öavQOV 8V ovQai^co xat 68vqo ccxoXovd^8i ftof ^^^axovöaö Ö8 o 7'8artöxoö rov Xoyov ajty^Xd-aiJ Xvjtovfi87'oö' //r yaQ aycDV xr7j^ara jioXXcc '^'^o 08 t7]öovö 8tJt8V rotö fta^t/ratö avrov aftf/i' Xayco vfitj' ort övöxoXcoö jrXovötoö 8tö rtjv ßccöi- X8tav rcov ovQavwv 8tö8?.8vö8rat' \\ '^^jzaXtv 08 Xayco vfitv 8vxo- jiior8QOV aörtv xaft7jXov öta rQv^-iaXtaö Qacftdoö 8tö8Xd^8tv 7] jtXovöto7^ 8tö r7jv ßaötX8tav rov {)^8ov 8iö8X0^8tv' -^axovöavr8ö 08 ot fia{htjrat 8^8JtX7jööovro öcfoÖQa X8yovr8ö' rtö aga övrarat 9. xai yajutioij c(?.ktjr i-ior/^caai] oiunia haec in rasura. » pp. 155—158] Codex Eossanensis, Mt 19. 20. 37 ocoO^rjvaL' '^^sf/ßXsy^aö de o itjöovö scjcsv avtoiö' jcaQa avd^Qco- jioio TOVTO advvarov eOnv jtaQa öe ^eo} jtavra öinmra' 2^roT£ ajioTCQid^eiö o jcbtQoö sijtsv avrco' löov rjfieiö a(prjza(/8P jcavra xai 7]xo?.ovd'7](ja^u£v öor tc aQa eörac rjfitv '^^o de ir]- öovö eijtev avToiö' afirjv Xeyco i\uiv ort vfieiö ot axoXovd^t]6av- reö fioi ev rrj jtaXivevyeveöia orav \\ xad^iorj o vtoö rov avd^Qoi- jtov ejti ^Qovov öo^rjö avxov xad^rjöeöd^ca xat i\ueiö ejn öcoöexa d^Qoiww XQtvoineö raö öojöexa (px)Xaö rov LöQarjl' ^^xat jiao oöTLö acpt]xev oixiaö rj aöel(povö tj aöel(paö rj jtareQa rj n7]TeQa fj yvvatxa rj rexva tj ayQovö evexev rov ovo[iaroö [lox^ exarovra- jüZaöiova Xrjfiipezat xai C^mriv aicoviov xXijQovofirjöec ^^jroXloi de eöovtat jzqcotoc eoxcttot xat ot eöxccToc jiq(dtol' XX. 0(ioia yaQ eöxiv rj ßaöiXeia rcov ovQavwv avü^Qcojtco oixodeöJiOTTj OÖTLÖ e§,7]Xd^ev afia jtQcat fiiöi^coöaöS^ac e^yaraö eiö Tov afijtelcova avxov ^övft(pcovTjöaö de fiera \\ rcov egyazcav ex örjvaQLOv Trjv 7]f(eQav ajteöretXev avzovö etö top afiJteZcova avTOV ^xai e^eld^mv jteQL tqlttjv coQav löev aXlovö eöTcoTaö ev TT] ayoQa agyovö' ^xaxeivoiö eijiev' vjiayeTe xat vfietö etö tov af/jteXcova fiov xai o eav t] öixmov öcoöw vfitv ^ot de ajtrjX^ov jtaXiv e^eXd^ojv jteQi £xt7jv xat evaTTjv mgav ejtotrjöev ojöavTcoö' ^ JteQL öe TTjv ev6exaT7]v coqüv e^eXO^cov evQev aXX.ovö eöTcoTaö agyovö xat XeyeL avTOLö' tl o:fde eöTTjxaTe oXtjv ttjv f/f/egav agyoL' " XeyovöLv avTco' otl ovöeLö 7]fiaö efiLöd^coöaTO' XeyeL avTOiö' vjiayeTe xaL v- \\ fieiö eLö tov affjieXo)va fiov xül o eav t] ÖLxaLov Xrjffxpeöd^e' ^oipLaö de yevofzevTjö XeyeL o xvqloö tov aiijteXoJvoö TG) ejtLTQOJtoj avTov xaXeöov tovö eQyaTaö xaL ajioöoö avTOLö TOV f/LöO^ov aQ^afievoö ajto tcov eöxctTcuv ecoö tcov utQo^TOJv' ^xaL eXd^ovTeö ol jteQL ttjv evöexaT7]v ojQav eXaßov ava drjva- QLov ^^eX&ovTeö öe xaL ol jtqwtol evoftiöav otl jtXeLov X7]fi- xpovTttL' xaL eXaßov xaL avTOL to ava drjvaQLov ^^XaßovTeö de eyoyyv^ov xaTa tov oLxoöeöJtoTov ^'^XeyovTeö otl ovtol ol eö^aTOL fiLav coQav ejtoLr^öav xaL löovö TjfiLV avTovö ejtorrjöaö TOLö II ßaöTaöaöL to ßaQoö T7]ö 7]fieQaö xaL tov xavöcova' ^-^o de 28. IJ.OL in margine additnm. j naXivevyeveam] 7ta).iveyevFaia codex, ita qiüdem ut a yeveoia nova linea incipiat. 38 Codex Rossanensis, Mt 20. [pp. 159—161 ajtoxQiü^eiö ujiev en avxojv sraiQS ovx adtxco os' oir/c ^Tjva- QLOV övv{:(fa)vr]Oa oor ^^aQov ro oov xai vjtays' d^sXw 6e tovtcq TCO höyatm öovvai o^o xat Ooi' ^'"'r/ ovz ts^öziv fcot jcoif]öcu o d^eXm 8V Toiö effoiO' ?] o ocpd^alnoo oov jtopr]Qoö eotip otl ^yoj ayad^oö 8ifa' ^^'ovtojO eöarrai oi töyarot jiqojtol xat oi jtQco- Toi töxaxoi' jtoXloi yaQ eioir x?.?/toi oliyot dt ^xXexroi' ^'xai avaßaivcov o l7jöovO ttö LtQoöoXvfia jraQsXaßtr rovö öcjösxa (lad^riraö xax löiav ^i^ rr/ odm xat eljisv avrotö' ^'^idov avaßat- vo(iev HO lizQoöo- II Ivf^ia xca o vioo rov cw^qcojiov jtaQaöoßr/oe- rai TOLö aQyjeQsvölr xca yQafinanvou^ xat xaraxQijvvotv avrov O^cwarco ^^xai jiaQadojöovöiP avroi' roco tü^veöiv hö to tfijce^ca xai fiaOTLycoöai xai öravQcoöat xat X7] xqiti] rmi^Qa iyeQd^rjöbTca' ^^TOte jtQoö7]X^t:i^ ccvToj 7] fitjTTjQ Ton^ VLCDV C^eßtöaiov fiera rcov vicov CWT7J0 jTQOöxvvovöa xat aiTOvoa rc jtaQ avrov ^^o d^e ujiev avTfj' TL ^£/6^ö' 7/ de leyu cwto' eijte tva xad^iöcooiv OVTOL OL ovo VIOL [iOV UO tX Öt^iO^V OOV XaL tLÖ £^ eVOJVl\aCOV 60V SV TT] ßctöLXtia öov '^'^ajioxQi\}uö 6e o l7j6ovö SLjtev ovx oidare TL CUTtlöd^t' ÖVVCiO&S II JTL&IV TO JlOTljQLOV O eyco (leXXcO JtLVHV Tj TO ßajcTLöfia o eyco ßajiTL^ofiüL ßajiTLöd^TjvaL' XeyovöLV avrco övvafiad^ci' '^^xai XeysL avTOLö' to (itv jtoT7]Qiov fiov jiLtod^e xaL TO ßajiTiOfia 0 tyco ßajiTLC^oiica ßajiTLöd'7]öe6d^aL to dt xa^Löca hx dtsfon^ [lov xca t§, evcovv/icov ovx sötlv sfiov öovvaL aXX olö 7jTOL{iaOTaL vjco Tov jtaTQoO fwv ^^^xciL crxovöavTtö OL dexa 7iyavaxT7jOav jisql tcqv ovo adsXcpcov' ^^o de Lf/öovö jTQOoxccXe- Oafiei'oO avTovö eLJtev OLÖaTca otl ol ciQyovTeö tcdv ed^rcov xaraxvQLevovöLV avTcov xaL ol (leyaXoL xare^ovOLa^ovOLi' \\ av- Tcojr '^^'ovy ovtcoö eöTca ev vfiip' aXX oo ear d^eXrj ev v[iLV [le- yaö yeveöd^aL söTaL v/lcqv ÖLaxovoö '^~' xca oö ear d^eX7] ev i\uir eLvaL jtQCDTOö eöTca vf/cov öovXoö' '^'^ojöjreQ o vioO tov ccvO^qo- jtov ovx 7]Xd^ei^ ÖLaxo)'7j{)'7]vca aXXa ÖLaxov7]oaL xca öovvca t?]v xpvytjv avTov Xvtqov ccvtl jzoXXojv '^'^xcu exjroQtvofievcov avTcov ajto LeQLyoj 7jxoXovi97/ s^ovOiav TavTtjV ^^ajioxQid^8iö Ö8 o 17/ÖOV6 81J18V avTOiö' 8QcoT7]öco vfiaö xayco 87m Xoyo7^ OV eav 8ijr7jT8 fioi xaym v^iv 8Q(d 8v jtoia 8^ovöia xavTa jtoim' ^''to ßajtTiöf/a iQjariwv jiod^87^ 7jv fg ovQavov tj 8^ avd^QoyjKDV Ol de öieXoyi^omo jtaQ eavTOiö X8yo7n86' eav eijiojfiev 8^ ovQavov e- \\ Qei rj/jiv öiaTi ovv ovx ejtiöTevöaTe avTm' '^^'eav de eijrojfiev 8§, avd^Qmjtcov (foßoi\ued^a tov oyXov jtavTSö yaQ eyovöiv tov ia)avv7]v mö jtQ0(f7]T7]v' '^'^xai ajtoxQi- d^evTEö TCQ irjöov eiJtov ovx oi6ane7'' ecpi] avzoiö xai avTOö' ovöe eym Xeyro v^iv ev Jioia e^ovöia TavTa Jtoioj' '^^ti de vf/iv doxer avdQOJjtoö tiö eiyev Texva dvo xai jiQoOelO^mv tco jzqojtco eijtev Texvov vüiaye 6)]neQov egya^ov ev tco a^ujteXcovi' -''o de 15. naidfid] Sfxa in rasura scriptum. ] x(mt,ovT(xa] zova yf(^)riu,ovTcca codex, sed rova piinctis superpositis improbatum. pp. 169 — 172] Codex Rossaiieusis, Mt 21. 41 ajtoxQi&siö ujtev ov d^eXor vöreQOV öe f/srafjsh/^eiö aji:t]Z{hsv' ^^XaC JZQOÖEld^fDV TCO ÖSVTeQO? SUtSV COOaVTCOÖ' O (5£ ajTOZQid^biö sijtsv syoj xvQLb' xai ovx axt]Xd^ev' ^Wca \\ ovv sx rcov ovo ejtoi- Tjösv To {)^eX7]fm rov jiaxQoö' ktyovöiv avrm o jiqcotoö' Zeysi avroiö o L7]6ov(j' ccfirjv Xeyoj i\utv on ol xtlcovai xat at jtoQVca jüQoayovön^ vfiaö uö rrjv ßaöiXecav rov d-sov ^'^fjXd-sv yaQ jiqoö vfiaO LcoavvTjö sv oöm öixaioövv?](j xat ovx ejitörevöare avrm' OL 08 relmvai xca ai jtoQvat sjtiOrevöav avxco ' vfzscö de löovreö 0VÖ6 fieref/sXrjd^f/Te vötsqov rov jitörevOai avzo?' ^^aXh]v jtaQa- ßoXrjv axovöare' avd^Qojjtoö r]v otxodsöjrorfjö oörio tfpvxevöei' afijrsXcova xat (pQayiiov avrco jt^Qitdr^xev xat coqv^sv 8P avroj Xrjvov xat ojxodofifjösv jtvQyov xat s^s6o- \\ ro avrov yscoQyoiö xat aji8Ö7]f(7]0£V ' ^^0T£ 06 Tjyyiöev o xaigoö rojv xaQjiow ajt- 8öT8il8v Tovö öovkovö cwTov jtQoö tovO ysojQyovö Xcißuv rovö xüQjtovO avTov ^^xat laßorraö oi yewQyot rovö öovXovO avrov ov (lev sSeLQav ov Ö8 ajtsxrivav ov ös ^Xid^oßolr^Oav ^^jtaliv ajisöreiXev aXXovö öovXovö jtXeiovaö rmv JiQmrmv xat ejtou]- öav avroiö coöavrojö' ^''vOregov ös ajteörsiXev jtqoö avrovö rov viov avrov Xeyojv evrQajcrjöovrat rov vtov fioir ^^ol öe yecoQyoc löovreö rov vtov sijtov jiqoO eavrovö' ovroa söriv o xXriQovofioö' Sevre ajioxrsivcofisv avrov xat xaraoycofisv \\ avrov r7]V xXijQovoffiav ^-^xat Xaßovrtö avrov ss^ßaXov s^oj rov afijzeXoDVOö xat ajtsxrstvav ^^orav ovv tXd^i] o xvqloö rov afiJcsXcovoö rc jtoirjöet roiö yswQyoid sxtcvocO' ^^XeyovöLv avroj' xaxovö xaxojö ajtoXeöti avrovö xat rov a/ijtsXcova sxöcoösc aX- Xoiö yhcoQyoiö oiriv^ö aüioömöovöiv avroj rovö xaQjtovö tv rotö xaiQOLö avrcov ^^Xsytt avroiö o irjöovö' ovöejiors avtyvmrt ev raiö ygacpaiö' Xid^ov ov ajrsöoxifiaöav oi oixodofiovvrtö ovroö eysvTj^Tj siö xecpaXr/v yojviaö' oiaQa xvQiov syevsro avr?] xai söriv ß^avfiaörr] ev ogjd^aXfioiö 7]ficov' ^-^öia rovro Xeyco || vficv on aQ^7]ö£rai acp vfimv 7] ßaöiXtia rov d^eov xai do^rjös- rai ed^vi jtoiovvri rovö xagjiovö avr7]ö' ^^xai o Jtsöcov tJti rov Xid^ov rovrov övv^Xaö^7jöerai' a(p ov d av jteörj Xixfirjöei avrov' 37. ÖS aTCeateiXsv] a supra lineam scriptum et f pr vocis aTtsarsiXev ex i factum. 42 Codex Eossaneusls. Mt 21. 22. [pp 173—175 ^^xac axovöaVTiö ot aQ/ieQtcö xai oi (fagiöatoi zao jtaQaßoXao avTOV typojöav ort jitQi avxow Xr/tt' ^^'xat ^7]tovvt8ö avrov xQaT?]6at 8 ^09 TOVÖ tyßQOVÖ (jOV VJtOJtOÖLOl^ TO)V JtOÖOJP OOV ^'^EL OVV dad xaXu avrov xvqlov :jz(X)ö vioo avrov eönv ^^xai ovöstö 7]6vvaroj a:jioxQid^7]vat avrco loyov ovös eroZ^ufjöw rio ajt exeiV7]ö rr/o r/fjsQaö tjitQcor7]6ai ovxtn avrov XXIII. Tore o irjöovo tlalr]6f:V roio oyloio xai rocö ^a{^7]raiö avrov '^liycov etil r?]6 f/ojvoscoo xctd^EÖQao Exad^LOav OL YQafjftareio xat ol (paQiOaioi' ^Jtai'ra ovv ooa tav eijtcoöiv vfiiv rrjQSiv r7]()8ire xai jioitire xara de ra tQjaya avrov lu] jtoisire' Zsyovoiv ya.Q xat ov jroiovOiv ^ötOfisvovöiv de (poQria ßaQea xai övoßaöraxra xat ejtiri^eaöiv ejii rovö cofiovö || rojv avd^Qcojicov reo de öaxrvXw avrojv ov {^elovöiv XLvrjöat avra' ^jiavra de ra eQya avrcov jtotovöiv jiqoö ro d-ead^rjvaL roiö ai^d^Qmjioiö' jiZarvvovöiv de ra (pvlaxri]Qia avrow xai [ieyalv- vovöiv ra XQaöJzeöa row iiiarimv avrojv ^'cfLlovOiv de r?jv jtQojroxXi]öiav ev roiO deurvoiö xai rao jtQcoroxa&edQtaö tv raio övvaywyatö 'xat rova aojiao^ovö ev ratö ayoQaiö xat xaliod^at vjTo rojv avd^Qojjtmv Qaßßr ^vfieiö de //?; xÄ?/0^}]re Qaßßr eio yaQ eOriv v/fcov o xad^riyrjrijö o XQiöroö Jtavreö dt viieiö adeZ- g)Oi eöre' ^xac jtareQa /nj xaXeOrjre vfimv ejti r?/0 yf/O' eiö yaQ eOriv v[UDV o jiar^iQ o ev ovQa- \\ voiO' ^^f/r/de xhjd-7]re xa^htj- y7]rai' eto yaQ eörtv i\uoyv o xa{}^7]y7/r7]6 o yQtöroO' ^^o de fai- ^ov v[W)v eörai vfiwv diaxovoö' ^'^oöriö de mpcooet eavrov rajtivoidrjöerai xai oorio rajiivcoOei tavro7^ vipoj{^7/öeraL' ^^ov- ai. de v/ffp yQa[i(iari:iö xai (paQioaioi vjzoxQirai ori xareöd^ttre raö oixiaö rmv y7]Qojv xai jiQog:aöei (laxQa jtQoOevyof^iei'or dia rovro Xriiixptöd^ai jitQiööortQov xQina' ^^ovai v^av yQafifiareiö xai cpaQiöaioi vjtoxQirai ori xXeiere r7/v ßaoiZeiav roJv ovQai'ov efiJiQoöü^ev rmv avd^Qcojiow vfieiö yaQ ovx eiöeQyeo^e ovde rovö eiöeQyofievovo aepiere eiöeld^eiv ^-^ovai v- || [iiv yQaf/nareiö xai (paQiOaioi vjtoxQirai ori jztQiaye r7]v {haXaOöav xai r7jv ^7jQav 46. avTov in margine additum. XXIII, 3. e^yaya] ab altero ya nova liuea incipit. 15. TifQiccye] ita codex ultima syllaba plane omissa. I I pp. 184—187] Codex Rossanensis, Mt 23. 45 Lim jtoirjOSTS si^a jtQoö7]XvTov ocai oxav jevr/rai jtoisire avrov viov yssvvfjö ötjtZoreQov vf/cov ^*^ovai v^uiv oöif/oi rmploi 01 ZsyoPTeö' 06 av ofioOrj er reo imco ovdsi^ eöriv 00 ö av of/oöy er TCO XQ^^fX) rov vaov ocpilsr ^'^ ficoQoi xat rvcplor rio yafj fi£iC,cop sariv o /qvöoo 7/ o vaoö o ayia^mv top xQ^^^^' '^^cat OÖ aP OflO(j7J £P TCO {hv6LaÖT7jQLCO OVÖSP EÖTIP OÖ Ö ÜP OfiOöYj EP TCO ÖCOQCO TCO SJCÜPCO aVTOV OCpilEl' ^'\aCOQOl XCa TXKfXoi' Tl yag fiei^cop to öcqqop // ro d^vötaöTijQiOP to a- \\ yioQop to öco- QOP' -^o ovp ofioöaö EP TCO d-vOiaöTiiQLco offjwEi EP ÜVTOJ xat EP jiaöip TOLö EJtaPCQ avTOV '^^xai o ofwöaö ep tco paco ofiPVEc EP avTco xat ep tco xaTOLX7]6aPTi avTOP' ^^^xai o Of/oOaö ep tco OVQaPCO OfiPVEt EP TCO d^QOPOJ TOV n9^60l^ Xai EP TCO Xai)^7j^EPCO Ejtapco avTov '^^ovai v^iip yQan^iaTEtö xai cpaQi6aioi vjioxQiTat OTt ajtoÖEXaTOVTE TO 7]ÖV0Ö{^10P Xat TO aiud-OI^ XCa TO XVfJtPOP xac ag)7]xaTE r« ßaQVTEpa tov pof/ov t7]p xqlölp xai top eXeop xai TTjp jitöTiP' TüVTa 6e eöei jtocTjOai xaxEipa ,w?y acpiEPai' '^^oÖriyoi Tvcploi oi divXit,0PTE6 top xcopoojta ttjp öe xa- || ^?/- Xop xaTajiLPOPTEö' ^^^ovai viitp yQafifiaTEtö xai (paQLöcuot vjto- XQLTai OTi Xad^aQiC^ETE TO E^CO^EP TOV JtOT7lQiOV XCU T7jö jiüQo^pLÖoö Eöcod^EP ÖE yE{xov6iP E^ aQjtayrjö xcu axai^aQöiaö' ^^CpaQlÖaLE TVCplE Xad^aQLÖOP JIQCOTOP to EPTOO tov JtOTfjQlOV xat TTjö jiaQoipiöoö ipa yEPrjTai xai to extoö avTcop xadaQOP' '^"'ovai vfiip ygafi^uaTEiö xai cpaQiOaioi vjcoxQiTai oti jtaQofioi- a^ETE TacpOlÖ XEXOPiaffEPOlO OITIPEÖ E§CO{^EP fiEl^ g)aiPOPTai (OQaioi Eöco^EP ÖE yEfiovOip oöTECop PEXQcop xai Jia jiQOöiiXd^ov avroj oi f/af^tjrai xar löiav Xtyorreö' || £ijit 7jftiv jtors ravra eörai xat ri ro ö?ifaior r7jö ö7/0 jtaQovöiao xai r7]ö övvrsXsiaO rov aiojvoö' ^xai ajroxQi&eio o i//Oovo £LJie7> avroiO' ßXtJttrs f/?j riö vfiao jrXaj'?jO?/' '^jioXXol yaQ tXev- oovrai tjtt reo orofiari f/ov Xeyovreo tyco sif/i o yQioroo xai jioXXovO jrXa7'7/(jovöi7'' ^'fitXhjöerai de axovsiv jroXsfwvö xai axoaö jioXtficov o^are }J7j ihQotLOif^t' cht yaQ ytreod^ai jrarra aXX ovjtco eöriv ro reXoO' ~ 8ytQ{^?/0trai yaQ ti^voö tjc tx^voö xai ßadiXua ejtt ßadiXeiav xai e007^rai Xiiwi xai Xoifwi xai öiö/joi xara rojtovö' ^ ravra Jtai'ra ((.Qyai vjöirov' -Wort jtaQa- dcoOco(jL7^ i\uaö tio ß^Xi^Hi' xai ajto- \\ xrti'ovoii' vfiao xai eoeo{he fiiciovfisj^ot vjio jravrcor dia ro ovoiia iiov ^^xai rore oxaröa- XiöB^7j(j07^rai jtoXXoi xai aXX7jXovo JiaQadcoocoOii' xai faof/oovoir aXXj/XovO' ^^xai jioXXoi y'&vöojTQocf rjrai avaor/jooi'rai xai .rXar7j- öovöiv jtoXXovö' ^'-xai dia ro jiXf/t)vri)^?irai rtjr avof/iar fvy)/- 0er ai ?/ ayajrr/ rcov jtoXXcjv ^^o de vjrofieu'ao eio reXoO ov- roö oojfhtjOerai' ^^xai xr/Qvyßf/Oerai rovro ro evayyeXiov rtjö ßaoiXeiaO er ohj t// oixovfiev/j eio fucQrvQio)' jiaoir roio e^^i'e- pp. 191—194] Codex Kossaiiensis, Mt 24. 47 CLV Xai TOTE ?j$,6t TO TsXoÖ' ^'^ OXm^ OVV lÖijTE TO ßÖsXvyfia T7]0 SQi]ficü08co(j TO Q?i^£7^ öta öavujl Tov jtQocpr/Tov eOToO £7' TOjzo? II ayiw o mmyLvmöxcov vosirco' ^^tots ol ev t// tovöaia cfisvys- Twöav £tö xa 0Q7j' ^"'o £jn tov öatfiaToO ///y xaTaßaTCO aQai Tcc £x T?/(j oixiao avTOV ^^xai o t/' tco ayQco of/oicoo f/r/ tjn- (jTQ£y)aTco eiö Ta ojriöco aQai to iiiaTLOv avTOV ^'^ovat ös Taiö eyyaöTQi £;foi;öa/ö xat tülö {)^?ßa^ovOcuö £V txnvaio Taiö ?]f/£^aiO' ^^^JlQOÖSVX^Od-S Ö£ LVa fl7j YEvrjTat 7] (pv'/7] viicov X£i- ffcovoö f/r/Ö£ öaßßaTCQ' ^^£OTaL yaQ tot£ {)'XiiI)£C(j fi£yah] oia ov y£yov£v aji a(>///ö xoöfiov £ojö tov iwi^ ovd ov p/ y£V7jTai' '^^xai £i fi7] £xoXoß(x){}^7jöav ai 7ßi£Qai £X£tvai ovx ai^ £ömd^7j jtaöa öaQ^' öta Ö£ tovo £xX£xtovö xoXoßcofh7]öovTcu ai 7j- || f{£Qai £X£lVat' '^^TOT£ £aV TlO VfilV £IJ17/ lÖOV COÖE O /()^ÖrO(5 7] COÖ£ [17] jtiöT£v67jT£' '^^£y£Qd^7iöovTaL yaQ xptvöoxQi^OTOL xai 7i)£v6o- jiQ0(f7]Tai xai dcoöovoiv ö7jfi£ia [i£yaXa xai TEQaxa coöt£ jiXa- 7'7jöai £L ÖVVaTOV xai TOVÖ £xX£XTOVÖ' '^'UdoV JTQ0£f()7jXa VfZtV '^^£av ovi^ £ijta)öiv i\un' idov £V r/y £Q7j[ico £Otiv ///y £§£X&'7]T£' tÖOV £7^ TOlO TaflLOlö fl/] Jn6T£V67jT£' '^'^ OJÖJl£(J yaQ 7/ aGTQajT7] £^£QX£taL ajio avaTola)7^ xai (pai7>£Tai £coö övöfjo^v ovtcoO £öTai 7] jtaQovöia tov viov tov avdQcojtov '^^ojtov yaQ £av /y TO JlTCOfia £X£i 6VVaX^7j(jOVTai Oi a£TOi' '^^£VS'£C0(J Ö£ fl£Ta T7]V {^Zi^pLV II TC07^ 7][l£QC0V £X£lVCOV O 7ßiO£ ovTcoo törat Tcai ?/ jragovoia rov viov xov ard^QOjjtov '^^coöjrsQ yaQ rjöav ti^ ratö 7jf^8Qai6 raio jtqcq tov xaraxAvOfiov TQmyovTSö xai jtivovrso yafiovvTeö xca eyyanitjovxeo ayjQi ?/0 rjiieQaö eiOijl^^sv vojs eio t?/v xißojTOj> -^'^xai ovx syvcoöav tcoo rjld^iv o xaraxZvöfioö xai r/Qsr ajtavraö' ovtcoO eOrai xca ?y jraQovöia tov vlov tov avi^Qcojtov ^"roTf ovo eöovTat er tco aygco ho JtaQa?jjf/g)^?ja8Tac xat o tTtQOO ag)8Ü^?/08Tai' ^^Övo alrid^ovöat tr tcö ^vXco fiia jtaQaX?jf/(ft)^tjö£Tat xat fiia acped^ij- OeTat' ^^^yQ?jyoQ8iTS ovv oti ovx oiÖaTS jtoia 7/fi6()a o xvqloö vficov egx^T^ccf^' ^^exetvo de ywmöxeTe oti et i^öei o oLXodeojtOTf/ö jtoia II ' '^^ f/^ei o xvQioo TOV dov?Mv exeivov er )i[ie{>a i] ov jrQooöoxa xai ei' oj(ja 7j ov yivaxjxei ^^xai öiyoTOfojöei avTOv xai to f/eQoo avTOv fiexa tcoi^ vjioxqitcov d-7iöei' exei eOTai o xXavO^fioo xai o ß()vyfwo TW1' oöoPTa>v' XXV. ToT£ ofiouo{h7]OeTai ?y ßaoileia Tojr ovQarcor dexa jiaQd^eroiO aiTiveo Xaßovoai Taö Xafijtaöao avTOjr 6:$////^or eio vjtavTijöiJ> TOV rv^(fiov xai t?/ö rv^ug^?/ö' ^jterzs öe e^ avTcor 7]6av fiojQai xai JtevTe (f{)ovi^ai' '^ai yaQ ficoQai Xaßovöai Taö Xa^ujtadaö eavTcor ovx eXaßor iieih eavTOJV eXaiov || ^ai de pp. 199—201] Codex Eossanensis, Mt 25. 4g (pQOVifioi eXaßov ,«£^ savzcov eXmov ev roio ayyioiö avrcov fisra Tcov la^naöcov avtcov ^;f()o?^igo2^ro(> ös rov vvfiq)cov svvöra^ap jtaöai xat exad^evöov ^fisörjO 6s vvxroo xQavy?] ys- yovsv 160V o vvfKpioo sQXSTai s^sX^ars uö vjtavt7]6iv avrov "^ TOTS 9]ysQ^7]Oav Jtaöai ai jtaQß^evoL sxsivat xat sxoöf/?jOav raö Xafijraöao savxojv ^ai de ficoQac xaio (pQovLfioiö sijrov' öors vfiLV £x rov eXaiov vficai^ ort at Xafijiadsö rj^cov oßevvwrar ^ ajt£XQLd^7]6av Ö£ ai (pQovtnai Xsyovöai' fiijjtOTS ov [irj aQxtörj rjficv xat vfiiV jtOQevsö^s ffaXXov JtQoC rovo JtcoZovpTaö xai ayogaöars savraiO' \\ ^^ajisQXoiievmv 6s avrcov ayoQaöai r/Z^sv 0 vvfi(f)Coö xat at srotfiot stör/X^ov fisr avrov stö rovO yafiovö xat sxhö^rj tj d^vQa' ^^vörsQOV 6s SQ/ovrat xat at Xotjtat jtaQ- d^svat Xsyovöat' xvQts xvQts avot^ov 7]fitv' ^^^ 6s ajtoxgt^stö stjttv afi?]v Äsyco v^itv ovx oi6a vfiaö' ^^yQfjyoQstrs ovv ort ovx ot6ars rrjv rjfiSQav ov6s rr/v cogav ^"^coöjcsq yaQ av^Qm- jioö ajio69]ficov sxaXsOsv rovö i6tovö 6ovXovö xat jtaQs6mxsv avrotö ra vjtagxovra avrov ^^xat co (isv s6a)xsv jtsvrs raXavra CO 6s 6vo CO 6s SV sxaorco xara rrjv t6tav 6vvafiiv xat ajts6f]- fiTjösv svd^scoö' ^^jiOQSvd^stö 6s o ra jtevrs raXavra Xaßcov \\ stQyaöaro sv avrotö xat sxsq67jösv alXa jtsvrs raXavra' ^^ möavrcoö xat o ra 6vo sxsq6?]0sv xat avroö aZXa 6vo' ^^o 6s ro SP Xaßcov ajtsXd^cov coqv^sv sv rrj yr] xat ajtsxQvipsv ro aQyvQtov rov xvQtov avrov ^^fisra 6s xqovov jtoZvv sQxsrat o xvQtoO rcov 6ovXcov sxstvcov xat övvatQst Xoyov fisr avrcov "^^xat jtQOösXd^cov o ra jtsvrs raXavra Xaßcov jtQoörjvsyxsv aXXa jisvrs raXavra Xsycov xvgts jcsvrs raXavra fiot jtaQs6coxaö t6s aXXa Jtsvrs raXavra sxsQ6rjöa sjt avrotö' '^^s' jtovTiQB öovZs xai II oxp?/()£ r/ösLO OTL {^eQLC^co ojtov ovx 8öJteiQa xat övvayo) od^tv ov disöxoQjtiOa' '^'' ^ösi ovv Os ßaXiv ro agyv- Qiov f/ov TOiö rQajiizC^Lraiö xat eXd^cov lyco exo^iiiöanrii^ av ro £[i07> 6vv TCO roxcQ' '^^aQazs ovv aji avxov ro Ta?MVTOP xat ÖOTS TCO sxovTi Ta dexa TaXavTa' '^^tco yaQ s/ovti jtavTt öoß^t]- CSTai xat jteQiöö8vd^rj08Tai ajio de tov fir/ iyovToO xat o s/si aQÜijösTai ajt avTov '^^xai top axQiov öovXov sxßaXaTe eio to öxoToö TO E^coTtQov txti söTai o xlavO^fioö xai o ßQvyfwö tojv odovTcov '^^OTav ös eXihrj o vioö tov avd^Qcojiov ev ttj öo^?] avTov xat jiavTtö ot aytot ayyeXot /ist avTov tots xadrjOet ejtt d-Qo- II vov öos^jö avTov ^^xat övvax^^jOovTat ef/jrQooi^sj' avTov jiavTa Ta s^vtj xat a §,£vov xat OiW7/yayofi£v ?y yvf/i'ov xai jt£Qt£ßaXoft£7'' ^'^jioT£ d£ 0£ idafi£7^ ttöiV^f?'?/ 7j £7' cpvXax7j xat 7/X0^Ofl£7^ JCQOCj 6£' ^^Xai ajrOXQt^^£lÖ O ßaOlX£VO £Q£l aVTOlÖ' afi7jv X£y(X) vfitv £g) oöo7' £jioi7jöaT£ £ri tovtcov tcdv ^ixqcoi' tojv aÖBXcpCOV ftOV TOJV £XayiöTCOV £flOt £JlOt7]öaT£' *h0T£ £Q£t xai TOlO 8^ £VCO7WflC07'' JrOQ£V£0fhat ajt £{AOV Ol X£XaT7j()afJ£7'0l £tÖ TO jn\) TO aicoviov TO /yTo///«o,wfror tco cSiaßoXco xat toio ayyeXoiO avTov II ^'^£jri7'aOa yaQ xat ovx £ÖcoxaT£ ^toi cpayttv £dnpf/oa xat ovx £jioTi(jaTt fit' ^'^^£V0ö y/////r xcci oc oi>v7jycr/£TS //f pp. 206—208] Codex Rossanensis, Mt 25. 26. 51 yvfivoö xai ov jtSQisßaXers ,W6" aöf^^err/O xaL SficpvXax/j y.ai ovx ejteöxsipaöß^ai fis' ^'^to'BS aTtoxQid^riöovraL xcu avroi XsyovreO' xvQLE J10T8 ö£ löaf/sv JtivcovTCi ?j öiJpcovTa Tj $^8V0V 7] yvfivov fj aö^sv?] 7] 8v (pvXax7] xat ov 6u}xor)iöa^sv öof ^^tors ajtoxQt- {^7]0srai avTOiO Xsycov af^r/v Xr/co v(Ilv eg) oöov ovx £jtoi?j6aT6 £Vi TOVTOjp Tcor £?.axiOTcov ovöa 8f(oi sjtoirjOars' ^^'xat ajtelev- öovrat ovTOL £i6 xolaocv außVLOV oc ös öixaiot stö ^(orjv aicoviov XXVI. Kai £- II ysvsTO ort etsZeösv o u/öovo jcavxaö rovö Xoyovö TovTovo eijtev toio fia^rjraio avrov '^OLÖars ort fiera Svo 7]fi£QaO 10 Ttaöxa yLVsrai xat o vloO tov avd^Qcojcov jiaga- ÖlÖOtaC £l6 TO öraVQCod^TjVai' ^T0T£ öVV)f/d^7]öaV Ot aQXL£Q£L6 xat ot yQafifiaT£iO xat ot jcQ£ößvT£Qot tov Xaov £tö rr/v avXr/v TOV aQ)[t£Q£coO TOV X£yofi£vov xatacpa ^xat övv£ßovl£v6avTO tim TOP trjöovv öoXco xQaTfjoovOtv xat ajtoxTtvcoötv ^£^£/o?^ Ö£' flT] £V TTj £0QT7j tva fl7j d^OQvßoÖ yEVTjTat £V TW XaCD' ^'TOV Ö£ tTjOOV y£VOll£VOV £V ß7]&aVta £V OtXta ÖtflCOVOÖ TOV X£JIQ0V '^jtQ067]l^£j> avTOj yvvTj II aXaßaöTQOi^ fivgov £iovöa ßagvTtfiov xat xaT£y££v £jct T7/v X£(pahiv avTov avax£tff£vov' ^töovT£ö Ö£ ot na{^7]Tat avTov riyavaxT7]6av l£yovT£ö' £tö Tt 7] ajtcolta av- Tfj TOV fivQov ^7]övvaT0 yaQ tovto jiQad^7]vat jioZZov xat öo- {^jjvat TOto üiTmyptö' ^^yvovö Ö£ o t7jOovö £tjt£7^ avTotö' Tt xojtovo jiaQ£X£T£ TTj yvvatx£f £Qyov yaQ xaXov £tQyaOaTO £tö £ft£' ^^JtaVTOT£ yaQ TOVÖ JtTCQXOVö £/£T£ ft£^ £aVTmV £fl£ 6£ OV JtaVTOT£ £/£T£* ^'^ ßaZXoVöa yaQ aVT7/ TO ftVQOV tovto £Jtt TOV ocofiaTOö fiov jüQOö TO £VTa(ptaöat fi£ £jtot7/ö£V' ^^a}i7jv 7^£ym v^itv ojiov £av xriQvyp7] to £vayy£Xtov TovTm £V olm || tco XOÖflOJ Xa?.7]^7]ö£Tat xat O £JtOt7JÖ£7' aVT7j £t(J f.lV7JflOÖV7'OV aVT7]Ö' ^^TOT£ jioQ£vd^£t6 £tö Tcov öoyÖ£xa o X£yofi£vo0 tovSaö tOxaQtco- T7]0 JIQOÖ TOVÖ aQ1t£Q£tÖ ^'^£tJt£V' Tt d^£X£Tat flOt ÖOVVat Xat £yco v[itv jtaQaScoöco avTov ot d£ £6T7jOap avTco TQtaxovTa aQyvQta' ^^xat ajio tot£ £C,7]T£t £vx£Qtar tva avTor jtaQadco' ^'t?; d£ JtQC0T7j TCOV a^VfimV JtQ007jZ{)^07' ot fjad^tjTat l£yOVT£Ö TCO irjOov jrov ^£X£tö £TOi^iaöco^£V öot (pay£ir to jtaöxcc' ^^o XXVI, 3. ci^yie^sioa tov in maigine suppletimi. 52 Codex Rossanensis, Mt 26. [pp. 209—212 ÖS HJitv avTOLö' vjtaytTS etö rr/v jioliv jtQOO top öiva xai SLjrarai avrco' o öiöaöxakoo Zeyti' o xacgoö fiov syyvo eörtv jiQOO öe jtoLG) II TO JiaO)(^a fjera tojv fiai}^7/T0JP fiov ^^xat sjiot- 7joav ot fiad'7]Tai wo övvtTa^ev avroto o ujOovo xac rjroLfiaoav TO jtaöxci' '^^o'ipLaö (3fc y8VOfi8vr/0 avtxecTO fiera zcov öcodexa fiad^ijTcov' ^^xat ao^iovrcov avrcov stjtsv afi7p Xeyco i\uiv ort etö £^ vficov Ttagaöcoöet (if ^'^xai Xvjtov^usvot öqjoöga fjQ^avro ksystv avTco exaöroö avxcov fir/Tt tyco tifiL xvqis' ^^o ös ajco- xQid^EiO eiJütv o sfjßaTpaö fisr tf/ov sv reo TQvßXico ry/v /£i()« ovToö (IS jzaQadcoöet' '^^o fiev vioö tov avd^Qcojiov vnayu xa- {^cqO yeyQajirai jiSQt avrov ovai de toj av^Qcojtca exeivoj di ov o VLoO TOV avd^Qcojtov jtaQaöiöoTar xaXov ijV avrco ei] ovx eyevv7i0^7] o ard^Qcojtoo \\ exeivoö' '^''ajcoxQtd^eiö öe lovöao o jiaQaöiöovö avTov eijtev f/7jTi eyca eiftt Qaßßi' Xeyei avrco' ov etüiaO' ^^^ eöd^LOvrojv öe avrcov Xaßcov o ir/Govo rov agrov xai evxciQiOr7jOao exXaoev xai eöiöov roio i^iad^tjraLO avrov xai eiJtev laßere cpayere rovro eorcv ro ocofia fiov '^"'xai Xaßcov jtOTfjQLOV evxaQiörrjöao eöo^xev avroto leyow üitere ec, avrov jtavreO' ^^ rovro yaQ eortv ro atfia fiov ro rtjö xatV7jö ötad^7i- X7IÖ TO JteQt jcoXXorv ex^vin^o^ievor etö acpeötv aftaQrtcov '^^Xeyoj ^ öe vfitv ov fi7] jttco ajiaQTt ex rovrov rov yevr/fiaroö r?jö «,w- jteXov emö rrjö 7jfieQaö exeiV7/ö orav avro jttvco fied^ \\ vficoi' xatvov ev T?y ßaötXeta rov jtarQOö fiov ''^^xat vfiv7jöarreö e§7jX- {^ov etö ro oQOö rcov eXatcov '^^rore Xeyei avroto o ttjöovo' jcavreö vfietö öxavöaXtoi^^rjöeöd^at ev ef/ot ev r7] vvxrt ravrfj' yeyQajtrat yaQ' jtara^co rov jcotfieva xat ötccöxoQjttö^tjöovrai ra jTQoßara rr/ö jtotf/vfjö' '•^^f/era öe ro eyegd^ijvat fie jigoa^co vfiaö etö rtjV yaXtXatav '^^ajioxQtd-etö öe o jterQoö etjrev av- rco' et jiavreö öxavöaXtöd-7]öovTat ev öot eyco ovöejtore öxav- öaXtöd^Tjöo^uat' ^*eg)7/ avrco o t7]öovö' afi//v Xeyoo öot ort ev ravTTj r7j vvxrt jtQtv aXexroQa (fcov7jöat tqiö ajtc(QV7]ö7j //f ^^Xeyet avrco o Jie- \\ tqoö' xav öe7j fiat övv öot ajiod^avetv ov f.1// öe ajiaQV7jöofiat' ofiotcoö öe xat jtavreö ot fiaß^7]rat eijtov' '^^'Tore eQxerat (ier avrcov o t7jöovö etö ycoQiov Xeyoitevov yeß^- öeftavet xat Xeyei roto fiad^7jratö avrov xaO^eiöccre avrov ecoö ov ajieXi)-cov jcQoöev^oftat exet' ^"'xai jra^aXaßcov rov JterQov pp. 213—215] Codex Kossanensis, Mt 26. 53 Tcat Tovö ovo vLovö ^eßsöaiov 7jQ§aro XvjtetOd^ai xai adr/fioj^eiv ^^TOTS Xsyst avTOiö' jisqlXvjioO sötiv tj ipvxt] (lov smo d-ava- tov (iuimre m6t xat yQ7/Y0QstTS fisz tfiov ^^xac jtQosXfhcov (iLXQor sjtsosv tjtc jcQoümjtov avrov jtQOösvxofisvoö xat Xsyojv jtareQ st övvatov || bötlv jtaQsX^avoj ajt sfiov ro jcottjqiov TOVTO' jtXrjp ovx coo eyo) {heZco all ojO öv ^^xai sQ^sraL jtgoo TOVÖ (iad^7]Tao xaL evQiOxsi avTOVö xa^svöorraö xat Xtyet roj jtETQco' ovTcoö ovx töx^öats f/iav coQav yQ7]yoQrj6ai (ist sfiov ^^yQT/yoQSiTS xat jtQooevxsoO-e iva (irj siösZO-tjts blö jttiQaöfiov To fiev jti^svfia jtQo^vffov tj 6e öaQ^ aöd^evrjö' ^^^jiaXiv ex öev- T£Qov ajtsXd^oiv jtQoörjv^aTo Xsymv jtarsQ fiov et ov öwaxat TOVTO TO JtoT7jQioi^ jtctQeXd^eiv ajt £fiov sav f/7] avTO üitm ysvri- d^TjTo TO d^sXr^fia öov ^'^xat sXfhojv :jiaXtv evQSV avTovö xad^si^- dovTaO' Tjöav yaQ ot ofp^aXiioL avTOJV ßeßaQTjfievot' ^^xai || afpsiö avTOVO ajtsXd^oJV JtQoör/v^aTo ex tqltov tov avTOV Xoyov etjtcov' ^^T0T£ eQxsTat jtQod TOVÖ [iad^TjTaö xat Xeyet avTOiO' xad^svösTS TO XotJtov xai avajtavsO^s' löov f^yytxtv i] coQa xat o vio6 tov avd^Qmjtov TtagaöiSoTaL sio x^^Q^^ afiaQTcoXcov ^^eyscQsOd-t aycof/sv löov r/yyixsv o jiaQCiöidovö fie' ^'^xat stl avTov XaXovv- TOö löov lovöaö BIO Tcoi> öcoÖBxa rjXO^BV xai fiBT avTov oxXoö jtoXvö (iBTa iiaxc(,tQcov xat §vXo)v ajio tcov «(>;^/£()£for xac jiqbö- ßvTBQcov TOV Xaov *^o Ob jcaQaöiöovö avTOV bÖcdxbi^ avTOiö ör/fiiov XBymv ov Bav (piXt^öco avTOö bötlv XQaTijöaTB avTOV ^^xai Bvd^Bcoö jtQoöBXd^oJv TCO LTjöov || BiJiBV /a^(>€ Qaßßi xat xaT- sq)iXrjöBi^ avTov ^^*o 6b itjöovo bijibv avTCO' STaiQB B(p o JiaQst' TOTB üiQOöBXd^ovTBö EjtsßaXoj^ Taö ;^£^()«ö Bjtt TOV i7]öovv xat BXQaTTjOav avTov ^^xat löov blö tcov fiBTa trjöov BXTBtvaö ttjv Xst^Qd ajtBöJtaöBV T7]i> fiaxcciQav avTOv xat jiaTa^aö tov öovXov tov aQxtBQBOJö acptXev avTov to cotiov ^'^totb XsyBt avToo o t7]- ÖOVÖ' ajtOÖTQBtpOV öov TTjV (laXCitQaV BtÖ TOV TOJtOV aVTTjÖ' jtai>TBö yag ot XaßovTBö [laxatgav bv (jtaxc^tQjj ajioXovvTat' ^'^Tj öoxBt öot OTt OV dwafiat aQTt jtagaxaXsöat top xaTsga (lov xat jtaQaöT7]öBt fiot jüXbiovö tj öcoösxa XsyBcovcov ayysXcov 39. 7tQ08l^a)v] TtQoaeld^cDv codex, sed dpunctis superpositis improbatum. 48. xQdTriaaTb] ax pr factum ex 7/(T 54 Codex Rossanensis, Mt 26. [pp. 216 — 219 ^* jicoö ovv jtXrjQOjd^möLV at yQa(pai ort ov- || rcoö öei ysvea^ai' ^^ SV exsivi] rrj co()a tcTiev o upovö tolö ox^oiö' coo ejci Xr/O- rrjv 8^7]h9aTS /lera nayaiQcov xai ^vXojv övvXaßeiv fia' xa\9 ?]fj8Qai^ jTQoa vfiaO sxad^tL,o^riv didaöxojp ev reo isqoj xac ovx sxQCiTi/öars fit' ^^ tovto ds oXov jhyovhv iva jiXriQcod^coöiv at YQmfcu Tcop jtQog)?]Ta)v' Tore oi fiaü^7]Tat acpevrsö avrov ajtav- T£ö afpvyov' ^"oL de XQarrjOavTso rov ltjöovv ajiriyayov üiqoo xata(pav tov aQXi^Qta ojiov oi ygaffftareiö xat ot jiQtößvTEQOL öwj^yß^rjoav ^^o d£ jtezQoo rjXoXov^et avroj ajto {^laxQo^tv scjö TTjO avXrjö rov || aQyieQecoö xat siöeXd^cjv eOoj £xa^7jT0 fiera tojp vjifjQtrmv iöeiv ro reXoö' '^^ol 6s aQyuQtiö xat ol jtQtößvrsQot xat oXov 10 övvtÖQtov sC,7]tov)' y:>8vdofiaQTVQtav xaza rov t?]öov ojücoö avrov ^aj^arcoöcoOtjy ^^^xat ovx ?/vqov jioXXow öe ipsvöo- fiaQrvQcov JCQoOsXd^ovrojv ov 7/vqov' vörsQOv ös jcQoöeX^orrsö ovo rtvsO il^tvöofiaQrvQSij ^^ttjiov ovroö tfprj' öwa/mt xara- Xvöac rov vaov rov d^sov xat öta rQtcov 7]neQcov otxoöofi?]6at avrov ^^xat avaörao o aQyttQSVO ttjtsv avrco' ovösv ajtoxQiv?/ rt ovrot öov xara[iaQrvQov6tv' ^^o 6e trjöovö sötojjta' xat ajto- XQtd^stO o aQyisQevO etjtej^ avrco' h^oQxtL^oj 08 xara rov \\ ^foi" rov ^ojvroö tva rjfitv eurrjö et 6v st o xQtöroö o vioö rov d^eov rov C^covroö' ^^Xsyet avrm o npovö' Ov HJtaO' JtX7jv Xeyco vfiiv ajraQrt orpeod^at rov vtov rov avO^Qcojtov xafh7jfiij'ov ex de^tojv r7jO övvaiiecoO xat eQyof/ei'OV ejtt rcoi^ ve(peXojv rov ovQavov ^^rore o aQyteQevO 6teQQ7]^ev ra tfiarta eavrov Xeymv eßXao- (prifirjOev rt ert yjQetav eypuev naQrvQcov töe iwv 7]xovOare r7]v ßXaOq)7]fxtav avrov ^^'rt vfitv öoxet' ot 6e ajtoxQif^evreo etjiov evoyoO d^avarov eOrtv' ^'''rore evejtrvoav eio ro jiqoOojzov avrov xat exoXacptOav avrov ot 6e eQajttOav '^^'^XeyovreO' JtQocpfjrevOov rj(itv X(^^öT£ rto eO- \\ rtv o JtatOao oe' ^-^o de jrerQoO e^co exa- ihrjro ev r/; avX7]' xat jTQoOt^Xd-ev avroj fita jiat6tOX7] Xeyovoa' xat Ov fjod^a {lera trjoov rov yaXtXatov '^ o de 7jQV}]0aro efi- jtQoo{hev Jtavroiv Xeymv ovx otöa o XeyetO' ''^e^eXfhovra de avxov eiO rov jtvXrova idev avrov aXX?] xat Xeyei avroio exet' 59. OTiioa in rasura scriptum. | d^avaxMaa)OLv] ava et (ooiv in rasura. 60. 6e pr in margine additum. I TtQoatXd^ovziov ov r^vgor] omnia haec excepta syllaba tiqoo in rasura. pp. 220—223] Codex Rossanensis, Mt 26. 27. 55 xai ovroö ?jv fisra tr]öov rov va^oQaiov ''^xai jiaXiv 7/()V7j6a- TO fxera oqxov ort ovx oiöa rov at^d^Qcojcov ''^fiera /uxqov öe jigoötld^ovreo 01 sörrnztö sltyov reo jistqco' ahjd^mö xat öv £§ avTcov £1 xat yaQ yaXiXaioO u xai // XaXia öov df/Xov öe jtoiW ''^tOTS rjQ^aro xara^sfiariC^ecv xai o/ivv£Cv otl ovx oiSa top avO^Qcojtov xai svü-scoO aXexrmQ e- || ^mpr/öev "'^xai sf/n/öO^?/ o jtetQoC rov Qf/fiaroö irjöov) siqtjxotoö avrw ori jiqiv aXexxoQa (pmvfjoai TQiö ajtaQv?]Ori fis' xai s^sX^cqv £§a> sxXavosv jiixqccxj' XXVII. ÜQcoiaö de ysvoffsvrjO Ov^ßovXiov eXaßov jtavreö Ol aQxieQtiö xai 01 jtQeoßvrsQoi rov Xaov xaxa rov irjöov oöre d^avarojöai avrov '^xai örjöavreö avroi^ ajtr/yayov xai jiaQsdm- xav jtiXarco rm r/ye^uoiw ^rore löojv lovöaö o JtaQaöidovö av- rov ori xarexQid^T} fitraffeXr/{}^£iO ajt£(jrQ£ip£v ra rQiaxovra agyvQia roio aQxt£Q£vö£iv xai jiQ£ößvr£Qoiö ^X£ymv' rj^agrov jtaQaöovö aif/a ad^mov' 01 Ö£ £ijiov' ri jiqoö 9]fiao \\ öv oxp?j' ^xai Qixpaö ra agyvQia £v reo vaco av£Xo^Qrjö£t^ xai ajt£X^ojj^ aji7/y§aro' ^01 d£ aQxi£Q£iö Xaßovr£ö ra aQyvQia ecjzov ovx £§£öriv ßaX£iv avra £iö rov xoQßavav £Jii ri^iTj aijiaroö £öriv' ' öv^ßovXiov Ö£ Xaßovr£ö tjyogaöav £§ avrmv rov ayQov rov x£()a(/£coö £iö racprjv rotö ££voiö' ^610 exXrj^?! o ayQoö £X£ivoö ayQoö aipiaroö £coö rfjö öri(i£Qov' •^ror£ £jiXrjQOj{^rj ro Qrjd^£v 6ia i£Q£(iiov rov jiQO(prjrov X£yovroö' xai £Xaßov ra rQiaxovra agyvQia rr/v rifi7]v rov r£rifxr/f/£Vov ov £rifi7]öavro ajto vicov löQarjX ^^xai £6mxav avra £iö rov ayQov rov X£()a[i£(X)ö xad^a övv£ra§ev fioi xvqioö' || ^^o 6£ irjöovö £örad'7] £f/jtQoö^£V rov r/y£fiovoö xai £jti/QCür7]ö£v avrov o rjy£nmv Xeycov öv £i o ßaöi- X£vö rcov lovöaicov o de u]öovö £q)rj ai^rw öv X£y£iö' ^^^xai £V reo xarrjyoQiöO^ai avrov vjto rcov aQXieQ£cov xai jiQeößvre- Qcov ovöev ajt£XQivaro' ^'^ror£ X£y£i avrco o jtiXaroö' ovx axov£iö Jtoöa öov xarafiaQrvQovöiv ^^xai ovx ajt£XQid^)] avrco jtQoö ovöe ev Qijfia coöre ^avfia^£iv rov 7]y£fiova X£iav' ^^xara 6£ £OQrrjv i(d^£i o r/y£ficov ajtoXv£iv £va reo oxXco Ö£ö{iiov ov rjd^£Xov' ^^eixov r£ ror£ 6£ö(iiov £jtiörjnov Xeyofievov ßa^aßßav ^^ övvTjyfievcov ovv avrmv eijiev avroiö o jtiXaroö' riva \\ ^e- X£r£ ajtoXvöm vfiiv ßagaßßav rj irjöovv rov X£yofi£vov ;(()iC)-ro2^* ^^rj6£i yaQ ori öia xav avrov ^■^xad'fjfi£VOv Ö£ 56 Codex Rossaneiisis, Mt 27. [pp. 224—226 avTov £jtc rov ßr^^iaroö ajteoreiXEv jtqoo avror tj yvvrj avrov Zeyovöa' [irjöev öoi xai toj öixaioj ^xuvoj' jtoZXa yaQ ejtad^ov öTjiieQov yMT ovaQ 6t avrov '^^ol de aQxitQsiO xai ot jTQtößvrt- QOt sjteiöav Tovö ox^ovö cva airr/öoPTat rov ßoQaßßav top de iTjöovv ajtoXeöovöiv ^^^ajtoxQid^eiö de o riye(uov ecjiev avroio' Tiva d^eXere ajto rmv ovo ajtoXvOo? vfuv oi de eijcov ßagaßßav '^'^Xeyei avroiO o jtiXaToO' ri ovv jcoitjöoj ir/6ovv rov leyofie- vov XQ'^^'^ov' XeyovOiv \\ jtavreö OravQojd^7/ro?' '^^o de rjye/icov etprj' n yaQ xaxop ejtoirjöev oi de jteQiOOoreQov exQa^ov Xeyov- reö 6ravQmd^?]rco' "^^idojv de o JtiXaroo ort ovdev cogjsXet aX- Xa [laXXov ^OQvßoö yiverai Xaßcov vdcoQ ajtevixparo rao xeiQao ajievavn rov o^Xov Xeycov ad^moO etfn ajto rov ai/jaro6 rov dixaiov rovrov vfcetö oipeöd^e' ^^xai ajtoxQid^eiö jtaö o Xaoö eijtev ro aifia avrov efp rjfiaö xai ejti ra rexva ?]ftcov' '^^rore aüieXvöev avrotO rov ßaqaßßav rov de trjöovv (fQayeXXo^öao jtaQedwxev avroiö iva öravQOjd^t}' "^'rore oi orQartcorai rov rjye[iovoö jtagaXa- \\ ßovreö rov ir/öovv eio ro jiQaircoQiov Ovvi]- yayov eji avrov oXijv rr/v öJietQav '^^xai exdvöavreö avrov :jieQted^rjxav avroj x^^f^^^^ xoxxi7n]v '^^xai jiXec^avreo öretpavov e$, axavd^cov ed^rjxav ejn rijv xerpaXf/v avrov xai xaXafiov ev ri] de^ta avrov xai yovvjier7]/o//e- || voi de ijvqov avd^QOJjtov 7CVQ7]vaiov ovof/ari öif/cova' rovroi^ rjyyaQevOav iva aQ?/ rov öravQov avrov ^'^xai eX{hovreö eiö rojtov Xeyo^ievov yoXyod^av o eöriv Xeyo/ievov xQaviov rojtoö ^^edojxav avrm jtieiv o^oö fiera x^^V^ fieftiyfxevov xai yevCaf/evoö ovx Jid^eXrjöev jneiv ^'^ öravQODöavreö de avrov diefieQioavro ra if/aria avrov ßaX- Xovreö xXrjQov ejt avra' '^^xai xad^7]^evoi er7]Qovv avrov exei' ^"^xai ejte&?jxav ejtavm rr]ö xe^aX7]ö avrov rt^v airiav avrov yeyqannevriv' ovroö eöriv ujöovö o ßaöiXevö rcov lovdaiojv' 38. ovv öiipra liueara additum. pp. 227—280] Codex Rossanensis, Mt 27. 57 ^^Tors öravQovvrat övv avrco 6vo Xrjörai slö s^ \\ ös^icov xai £iav avrov rovö jtoöaö xai jzQoöexvvijOav avrco' ^^rore Xeyei avraiö o i7]öovö' fitj tpoßeiöd^e' vjtayere ajtayyuXare roiö XXVIII, 10. vTCayexe] f prius ex a factum. r I pp. 235. 236] Codex Rossauensis, Mt 28. 59 adsXtpoiö iva ajteld^möiv eiö rriv yaXiXamv ycaxu [is oipovrat' ^^jtOQSvofievcov Ö6 avTCQV LÖov Tivsö xr/ö xovöTcoöiaö siöeldov- reö BIO rfjv jtoXiv ajtrjyyuXav roiö \\ aQXtSQSvOiv ajzavra ra y8V0fava' ^'^xai öwax^tprsO f/sza rmv jtQeößvrsQoyv Ovffßov- Xiov TB XaßovTSö aQyvQia Lxava edcoxav zoiö öTQartcoTaiö ^^ Xsyovteö' sutare ort ot fiaO^i/rai avrov vvxroö sX^ovreö exXe- tpav avrov 7]^mv xoificofievcov' ^^xac sav axovöd^r] rovro £jti tov Tjysfiovoö 7]fi£i6 jriOwfisv avrov xac i\uao afieQifivovö jiot?/- (jwfiev ^^01 Ö£ Xaßovrsö ra aQyvQca tJtotr/Oav cqO ediöax^cöav xai 6ieg)ifiiö^?/ o XoyoO ovroo jtaQa lovdacoiO [itXQi ttjö 67]iie- QOV ^^oi 68 svöixa (lad^rirac e:iioQtv^r}(jav siO rrjv yaXiXaiav u6 ro OQOö ov era^aro avroio \\ o itjöovö' ^'^xat töovreö avrov XQoOexvvrjöav avrco' ot 6t £6tOraöav ^^xat jtQoöeXd^cov o irj- öovo eXaXrjöev avroiö Xeyojv e6o^7/ fioc jtaöa e^ovöia tv ovQavco xai sjti yrjö' ^^ jtoQBvd^Bvrsö ovv nad^rjrtvöarat jtavra ra Bd^vTj ßajtrt^ovrsö avrovö siö ro ovofca rov jtarQoö xac rov vtov xai rov ayiov jtvtv(iaro6 '^^^6i6aöxovrt6 avrovö rfjQetv Jtavra o6a svsrscXafirjv vfiiv xac l6ov tyco ^e^ vfccov etfii jtaöaö raö rjfiSQao ecoö r?]0 ovvrsXeiaö rov aimvoö aiirjV evayytXiov xara (lard-aiov EYArrEAION KATA MAPKON I. Aqx^] tov evayyshov upov yQiorov viov rov d^eov -ojö YEyQajtrai n> roiö jtQOcprjracö' töov syco ajuoOreXZoy rov ayye- Xoi' fiov JCQO jtQoöcojtov öov o6 xataöxevaöhL Tr]v oöov öov sft- jtQoöd^iv öov "^(pmvrj ßocovroö ev ttj sQTjf/co' eroifiaöars t7]v oöoi^ xvQiov &v&£iaö jtoisLTs raö TQißovö avrov ^^yerero loj- avvtjö ßajtTiCcov si^ rrj £Qf]^uoj Ttat X7]qvö6cov ßajtriöfia fieravoi- aö siö ag)£6iv afiaQTiwv ^xac £$sjroQ8V£TO jtqoö avrov Jtaoa Tj lovöaia ycoQa xai oi iSQoöoXvfiirai xai ^ßajiTi^ovro jtavreö SV rm LOQÖavj] jiora(ico vjt avrov (sofioXoyovfisvot rao af/aQ- riaö avrwv ^r/v de o loat^vrjö evösövffsi^od rQiyaa xafi7]Xov xac Coj- II VTjv ösQf/am^r/v JitQi rijv oorpvv avrov xai sod^imv axQi- öaö xai faZi aygiov 'xai extjQvöösv Xsycov SQyerai o löyvQo- regoö f/ov ojiiöm (lov ov ovx sif/i ixavoö xvipaö Xvöat rov ifiavra rcov vjtoöjjfiarojv avrov' ^eyco fiev sßajtrioa v^aö tv vöari avroö 6s ßajtriosi vfmö sv Jivsvfiart ayim' '^xai sysvsro SV raiö 7jf/8Qaiö sxsivatö 7/Xß^sv o upovö ajio vaC^aQar t/;(> yaXi- Xaiaö xai sßajirLöd^7] vjio tojavvov sio rov lOQÖavtp'' ^^xai sv- ^scoö aimßaiVG)v ajto rov vSaroö iSsv öyi^o/fsvovö rovö ov- QavovO xai ro ütvsvfia xaraßaivov ojösi jtsQi6rsQa7> sji avrov ^^xai (pG)V7j sysvsro sx ro)v ovQavo^v Ov si o vioö fiov o aya- jifjroö SV öoi II 7jrdox7/oa' ^'^xai svß^vö ro Jt7'svf/a avrov sxßaX- Xsi siö rrjv sQfj/fov ^-^xai 7jv sxsi sv r7/ sQtjf/m 7/ftsQaö rsöOSQa- xoina jTSiQaCof/svoö vjto rov öarava xai 7]v ftsra rojv fh7jQiwv xai ayysXoi öi7ixo7>ovv avroy ^^f/sra ds ro jraQado0^7/vai rov icoavv/jv 7jX&tv 0 if/Oovo eiO r?/r yaXiXaiav x7jqv(jöcov ro svayye- pp. 246 — 249] Codex Rossanensis, Mc 1. 61 Xiov TTjO ßaöiXeiaö rov d^eov ^^Xeymv ori jtejtZrjQcorai o TcaiQoo xat rjyyixev r/ ßaoiXsia rov {hsov fisTavosLTe xai jtLOTSVEre ev TCQ evayyeXtco' ^^'jrsQijrarcoi' ös jtaga xrjv d-aXaööav rr/O yaXi- Xaiao lösv öLficova xai avÖQeav rov aösXfpov avzov rov öcfio)- voo afKpißaXXovraö afKpißXfjOzQov tv rfj ^a- \\ Xaöorj' rjöav yag aXistö' ^'^ocai ecjtsp avrotö o trpovO' ösvzs ojilOco (lov xac jcoi- r/öco vfiaö yevtod^ai aXteiö av{)^Q(X)jt(DV' ^^xai svd^scoo afpevTSö ra ÖLXTva avrmv rjxoXovd^riöav avrco' ^^xai jiQoßaö £X£l{}^8v lösv laxmßov Tov rov L^eßsöatov xat iwavvrjv rov aöeXcpov avrov xac avTOvO ev reo jiXotco xara^Tc^ovraö ra dixrva '^^xai ev^scoö exaXeösv avxovö' xai afptvrsö rov jcazsQa avrcov C^sßs- öatov £V T(D jtXoico fiera xcov fiio^oxcov ajtrjX&ov ojilCco avxov '^^xai eiöJtOQsvovxai eio xajttQvaovfi' xat evd^swO xoiö öaßßaoiv siöeXd^wv 8i(j X7]V övvaycoyriv sötöaöxev' "^^xat s^sjcXrjOöovxo sjii X7] ÖLÖay?] avxov r/v yaQ || ötöaöxcov avxovö coö s^ovöiav ^imv xai ovx coö OL yQafifiaxsiö avxmv '^^xai r/v tv xt] övvayooyi] avxcov avd^Qoojioö ev jtvsvfiaxi axad^aQxco xat avexQa^ev '^^Xe- yoov ea xt rjfiiv xat öoi L7]öov va^agr/vs' ?jXO^£ö ajioXeöat r/fiaö' OLÖa ö£ xiö et o ayioö xov ^£ov' '^^xai £jisxifi7]ö£v avxco o lt]- öovö Xsycov q)ifiOj{^?ixi xai e^sX^^^s ajt avxov '^^xat öjcaga^av avxov xo Jtvsvfia xo axad^aQxov xat xga^av (pcov?] fisyaXr] e^tjX- ^sv ajt avxov ^'xai £d^afiß?j{)^rjöav jiavxtö coöxs öwC^r/xecv jtQOö savxovö Xeyovxaö' xt eöxiv xovxo' xiö r] öidax^] r/ xaivrj avxT] oxi xax e§ovötav xat xoiö jcvsv/iaötv xotö axad^aQxotö sjttxaööet xat vjtaxovovötv avxco' '^^xat s^fjX- \\ d^tv r/ axor] av- xov evO-vö £iö oXr/v xrjV ji£QtxooQOV xrjö yaXtXataö' '^^xat £§£X- ^cov £v^vö £x xTjö övvaycoyrp ijXÜ£V £tö X7/v otxtav ötficovoö xat avÖQatov (i£xa taxcoßov xat tcoavvov ^^rj d£ jt£v{^£Qa öt^ioo- voö xax£X£txo jivQ£ööovöa xat £v^£(dö Xeyovötv avxco ji£Qt av- XTjö' ^^xat JtQOö£Xd^cov riy£tQ£v avxi]V XQaxr/öaö X7]ö X£tQOö av- xjjö xat 8vd^£0Jö a(prjX£v avxrjv o jivq£xoö xat 6t7]xov£t avxotö' ^^otptaö 6£ y£VOfi£vrjö ox£ eSv o rjXtoö £(p£QOV JtQOö avxov jtav- xaö xovö xaxcoö E^ovxaö xat xovö öatfiovtC,ofi£vovö' ^^xat r/v 7] jtoXtö oXrj £jitövv7jyfi£V7] JtQOö X7jv d^vQav ^^xat £d'£Qajt£vö£V II üioXXovö xaxcoö E^ovxaö jtotxtXatö voöotö xat datfiovta jtoXXa £^£ßaX£v xat ovx 7jg)t£v XaXetv xa öat/xovta ort 7jÖ£töav avxov 62 Codex Eossanensis, Mc 1. 2. [pp. 250 — 252 XQiOTOV etvai' ^^xat jiqcol svw^ov Xtiav avaöraö e^rjXd^sv otat ajcr/Xd^sv siö sQTjfiov tojiov xaxsi jiQOOrjvi^ro' '^^xcu xareötco^ai' avTOV 0 öLficov xat oi f/£T avTOV ^'xac avQovreo avrov sljiov avT(X) OTL jiavTSö C,rjTOV(jLV OS' ^^xai XsysL avroLO' aycofitv eio rao 8X0fi£vaö xcofiojcoZsio tva xai exsi x?jqv$,oj' sio tovto yaQ xai £§£hjlv{}^a' ^^xat rjv xr/QvöOcov £V raiö övvayojyato avzcov etö oXrjV rr/v yaXilaiav xai xa öaLfiovia exßaXXcov ^^xai SQyj- rai jtQoö avTov Xbjtqoö jtaQaxcOxov avrov xai yovvjie- || xcov avTov xai Xsycov avrco ' xvqls eav ^£X?]0 övvaoai fie xad-agiOai ' ^^o de i7]OovO ojiXay'/VLOd^SiO exrsirao rjjV x^^Q^ 7]\paT0 avrov xat XeysL avrco' d-eXco xadaQiöd^rirr ^^xai eijcovroo avrov ev- ^scoO ajtrjXd-sv aji avrov ri Xejiga xat 8xa{}^8Qiöd^r/' ^^xat sfißQi- fiTjöafisvoö avrm svd^scoo e^sßaXsv avrov ^^xai Xeyu avrco' oga fiTjösvL i-irjöbv tLJtrp aXXa vjtayt oeavrov öel^ov reo isQSi xai jcQOösvsyxs jtsQi rov xa^aQiöfiov öov a jtQOöera^sv ficovOrjö tio ftaQrvQiov avroiö' *'^o de e^sX^cov rjQ^aro xrjQvööiv jioXXa xai dia(p7]fiiC,£iv rov Xoyov coörs fi?]xeri avrov övvaöd^ai (paveQcoö £i6 jioXiv eiöeXd^tiv || aXX e^co ev egr/f/oio rojtoio rjv xai ?/q- Xovro jzQOö avrov jtavrod^ev II. Kai siöijX^ev JtaXiv eiO xajtSQvaovfi öi ijfJSQcov xai rjxovöd^?] ori ev oixco eöriv '^xai svd^ecuo cvrv?]x^^oav jioXXoi coörs f/?/xsri x^Q^^^^ f^?/ös ra jiqoö r7]v d^vQai^ xai sXaXsi avroiö rov Xoyov ^xai SQXOvrai jiqoö avrov cpsQovrsö jtaQaXvrixoi^ aiQOfisvov vjto rsööaQcov ^xai fit] övvafisvoi JiQoösyyiöai avrco 6ia rov ox^ov ajtsörsyaöav r)jv örsy?/v ojtov jjv xai s^oQv^av- rsö x^^^ooöiv rov xgaßarrov scp oj o jiaQaXvrixoö xarsxsiro' ^siöcov 6s o irjöovö r?jv jtiöriv avrcov sijtsv reo jiaQaXvrixco' rsxvov acpscovrai öoi ai a- \\ ftaQriai öov ^7]öcw ös sxsi rivsö rcov yQa^fiarscov xaS^inisvoi xai öiaXoyi^Ofisvoi sv raio xa^- öiaiö avrcov 'ri ovroö ovroj XaXsi ßXaö(p7jfnaö' riö övvarai ag)isvai afiagriaö si fi7] siö o{hsoö' ^xai svdsojö sjriyvovö o uj- öovö reo jtj^svfiari avrov ori ovrcoö avroi diaXoyi^ovrai sv savroiö sijtsv avroiö' ri ravra diaXoyiC^söd^s sv raiö xct^diaio vficov ^ri söriv svxojicorsQOV siJisiv reo jraQaXvrixco acpscov- rai öov ai atiiaQriai >/ sijtsiv sysiQs aQOv rov XQCtßarrov öov xai jrsQijiarsi' ^^ iva ös si6t/rs ori s^ovöicw s/si o vioö rov av- pp. 253 — 256] Codex Rossanensis, Mc 2. (J3 d^Qcoüzov 8Jti TTjO yrfi aq)ievaL afiagriaö tots Zeyti zm üiagaXv- TLXco' II ^^öOL Xsyco syeiQs xai agov top xQaßarrov öov xat vjtaye u6 rov OLxov öov ^'^xat rjysQ^f^ evd^emö xat agaö rov xgaßar- Tov E^rjld-Ev tvavTLOv Jtavxmv coOrs s^iCraO^ai jtavtao xai öo^dC^uv TOP d^soi^ Xsyovraa ort ovöejzoxe LÖafisv ovrcoö' ^^xat s^r^ZO-sj^ o L7]öov6 jialiv jtaga rfjv {^alaööav xat jiaö o ox^oo rjQisro jiQOö avToi^ xat sötöaöxev avrovö' ^^xat naQaymv iöev Xevsiv rov rov al avroo xai gl fisr avTOV ^^'jtojo Hö7iX{^w £10 rov oixov Tov d^tov sjtL a^jiad^aQ Tov aQyitQicoö xai rovo agrovo t?]0 jiqo^sösoo ^(pay^v ovo ovx s^sOTiv (pay^LV ei //r/ roio legevoiv xai eÖcozev '/ml roio fiez avTOV II ovotv '^"'xai £?.£y£v avroiO' ro oaßßarov öia rov avB^Qco- jiov sysvero xai ovy o avd^gojjcoo dia ro oaßßarov ^^o:>ot£ xv- QIOO EOtlV 0 VLOO TOV aV^QOJJtOV Xai TOV oaßßaTov III. Kai uö7jld^£i> jtaZiv eto ttjv Ovvaycoyyjv xai 7/v sxtt avd^QcoJioo £^rjQafifi£v?/v Eywv T7/v yeiga' -xai jtaQeT7]QovvTO avTOV et TOLO oaßßaotv d^eQajievu avTOV tva xaT?f/oQ?iOovoi)' avTOV ^xai Xeyei ro? avd^Qmjtco tg) t^7]Qa^inevriv eyovri T?/r X£LQa' syuQE £iO To f/sOov ^xai Xsyet avToiO' s^eOTtv tolo oaß- ßaöLV ayad^ojtOi7]öai 7j xaxojtoi7]0ai ^wyrjv Omoai 7] ajtoxTeivac OL de eOicojtrjöav ^xai jteQtßXe^a^ievoo avTOvo fier 0Qy7]0 övv- kvjtovfisvoo ejii T7] jtcoQOJöei tjjO xagöiao avroii^ Xeyst reo av- ^QO)Jto3' exTBcvov T7jv yeiQa oov xat s^stlvsv xat ajtexaT- eöTa^7/ 7] yeiQ avrov ^xat e^eld^ovTeo oi g)aQioaioi evd^sato fisra Tcov 7]Qwdcavojv owßovXtov sjtoiovv xar avrov ojkdo avrov ajioXsOovOiP' 'xat o ltjOovO aveycoQ7/Oev fiera rcov fiad^7j- rmv avrov ejii rr]v d^aXaooav xai jioXv jtXrfO^oö ajto ttjO yaXi- XaiaO rpcoXovd^tjOai^ avTO) xat ajio rr/o lovöaiao ^xai ajio lsqo- OoXvfiojv xat ajco ttjo idovfiatao xat jitgav rov toQÖarov xai OL JiSQt rvQov xat Otöcoi'a jth/d^oö jioXv axovöavrao ooa ejtotet II 7/Xß^ov jiqoö avrov ^xat SLjiev roLO fta\)^7jraLö avrov Lva jiXoLaQLOv JiQOöxaQrtQTj avroj ÖLa rov oyXov Lva fi7/ d^Xtßmötv avrov ^^JioXXovo yag ed^eQajtevöev ojore ejit:jiLJtruv avra> Lva avrov a^povraL oool SLyov fiaörLyao' ^^xaL ra jtrei\uara ra axa- d^aQra orai^ avrov ed^ECOQOvv jiQooejtLjirov avrw xai exgaZor Xtyovra otl ov sl o vloo rov d^eov ^'^xai jioX).a ejisrifia av- rotö tva {i7j (favbQov avrov jtODiömOLV ^^xat avaßei-eL slö ro OQOö xat jTQoöxaXtraL ovo rjd^eXtv avroö xaL ajiijXd-ov jiqoö avrov ^^xaL ejroLf/ötv dojöexa Lva wöiv fier avrov xai tva ajroOrsXXsL avrovö x7/()vöö£tv ^'""xat eyeLV e^ovöiav || i^eQajisveiv rao voöovo xat exßaXXtiv ra öatfiovia' ^^xat £jt£d^7jxtv rm oi- fiwvL ovo^ia jierQov ^'xml taxojßov rov rov ^eßeöaiov xat loj- a7'V7]v ror icötXffov avrov xai ejre^^/jxej' avroio oroftara pp. 261—264] Codex Kossanensis, Mc 3. 4. 65 ßoavTjQyeö o söriv vioi ßQOvrrjö' ^^xai avÖQsav Tcai (pilLjtjcov Tcai ßagd^olo^aiov xat liard^atov Tcai d^mfiav xai Laxojßov rov rov aXg)aiov xai d^aööatov xat oci^icova rov xavavirrjv ^^xai iovöav löxaQLCQTrjj^ oü xac jcaQtömxev avrov ^^Tcai EQxovrai £L0 oixov xai övvsQysTai jcaliv ox^oö coöts [irj övvaöß^ac av- rovö ^TjTS aQTOV (payeiv "^^xai axovöavrsö ot jiaQ avrov !j s^rjXd^ov xQazi/öai avrov ' sksyoi^ yaQ ort s^sör?]' ^^xai oijQan- Haruö Ol ajto isQoöoXvffcov xaraßarrsO slsyov ort ßsslCsßovl £X£i ^at ort SV rw ag/ovrc rwv daifiovicov sxßaXXst ra öaifiovia' '^^xai jtQOOxaXsöaftsvoö avrovö sv jiaQaßoXaiö slsysv avrotö' jtcoö dvvarai öaravaö Oaravav sxßaXXsiv ^^xac sav ßaöiZsia sg? savrrjv f/sQio^rj ov övvarac örad^yjvai 7] ßaCiXua sxetvrj' ^^'^xai sav OLXta t(p eavrrjv fisgiO^f] ov övvarai örad^7pmt ?] oi- xia sxsivi]' ^^^xat si o Oaravaö ar^eörrj £

avrotö tva fi?]dEV atgwötv Etö oöov Et p] Qaßöov (lovov fir/ jitjQav fir/ aQrov firj Etö r?]v ^cov?]v yaXxov '^aZZa vjtoÖEÖfjfiEVOVö öavöaXta xat f/rj EVÖEÖvöd^at ovo ytrcovaö' ^^xat sXsyEV avrotö' ojcov eav EtöEld-rjrE Etö otxtav EXEt fiEVsrE eojö av E^EXd^rjre exEtd-EV ^^xat oöot Eav fir} ÖE^ovrat v^aö fi7]dE axovöojötv vftcov EXJtoQEVofiEVOt EXEtf^EV Exrtva^ars rov ypvv rov vjcoxaroy rcov jtoöojv vfiwv Etö (laQrvQtov avrotö' a^rjv j XEym vf/tv avExroxEQov Eörat öoöoftoiö // yofioQQOtö ev rjfisQa XQtöEOJö fj rrj jtoXet sxEtvrj' ^^^xat E§,E)JhovrEö ex7]qvööov tva fisravorjöovötv ^'-^xat öatfiovta jtoXXa £^Eßa)Jjw xat tjXtg)ov EXatco jtoZXovö aQQcoörovö xat E^EQajtEvovro' ^^xai f/xovösv o ßaötlEVö fjQcoörjö' cpavEQOv yaQ EyEVEro ro ovo^a avrov xat ElEyEV ort tcoarv?]ö o ßajtrt^cov ex VEXQmv rjyEQd-t] xat 6ta rovro at övvafiEtö EVEQyorötv ev avrco' '^ alXot öe sXsyov ort VI, 3. TFXTojv o] iiiter tf et xtojv rasura trium vel quattuor litte- rarura, itemque post xtoji> diiaruin fere litterarum; post o erasum a Ä« pp. 283—286] Codex Kossanensis, Mc 6. 71 rjltaö 80t tv aXXoi ös eZeyov oxi jtQOfprjzrjö sönv coö ei6 rcov jtQOCprjTcop' ^^axovöaö ös o rjQcodtjO sijtsv ort ov syco ajts- |j x£(paXiöa icoavvTjV ovroö sötlv avroO fjysQd^r] ajto rwv vexQcov ^'^ avTOö yaQ o 7]Qmörjö ajtoGruXaO sxQarr]6£v top icoavvrjj^ xat tÖTjOev avTov sv (pvXaTcrj dia 7jQcodtaöa ttjv yvvacxa (ptXiJtJiov Tov aöeXqjOv avrov ort avxrjv syafifjösv ^^sXsyev yaQ o loj- avvrjO t(D rjQoyÖTj ort ovx s^söziv 6ot ty^stv rr/v yvvaixa rov aöeXfpoi) Oov ^^tj 6s rjQmöiaö evux^v avzco xat rjd^sXsv avrov ajioxrBit>ai xat ovx 7]övvaro' ^^o yaQ riQcod7]e scpoßsiro rov LcoavvTjv idmO avrov avÖQa öixatov xac aytov xat OvvtrrjQsc av- rov xai axovöaö avrov jzoXXa sjtoisi xat rjöeojö avrov || tjxovev '^^xat yevofi£V7]ö rjfisQaö evxaiQov ors 7jqcoö?]6 roiö ysvsOioiö avrov öeijtvov sjtotsi roiö (isycöraöLV avrov xat rocö ysiXiaQ- yoi6 xat roiO JtQcoroLO r7]ö yaXiXataö '^^xat stöeXd^ovOTjö r7]6 d^vyarQoö avr7]a r7]ö rjQcoöiaöoö xat OQX^dccftsvfjö xat aQeöaörjO reo 7jQO)d7j xat rotö övvavaxuiisvotö ujtsv o ßaöiXtvö reo xoQa- ötoj' atrrjöE (is o eav ^8X7]6 xat öwöco öof '^^xat cofioöev avrT] ort o eav //e atrrjOTjO ScoOco öot 8co6 rjfti'av rrjö ßaötXstaö fiov '^^7] 08 8§8X^ovöa 8tJt8V T// (i7}rQt avr7]ö rt atr7]6cof/at' r] de stjtev rrjv xeq)aX7jv tcoavrov rov ßa- \\ jtrtörov '^^ etöeXd^ovöa 08 ev&vö [lera OJtovörjö jiqoö rov ßaötXea rjr7]6aro Xeyovöa' O^eXm tva 6cq6 [lot e^avrrjO ejtt jttvaxt rrjV x8(paX7]v tcoavvov rov ßajtriörov' '^^xat jteQtXvjtoö yevoftevoö o ßaötXevö öta rovo OQXovö xat rovö övvavaxeifievovo ovx rjd^eXrjOev ad^err^öat av- rr/V '^'^xat ev^eojö ajtoöretXaö o ßaötXevö öjiexovXaroQa ejte- ra^ev evex^fjvat r7]v xe(paXrjv avrov ^^o de aneXd^cov ajzexe- (paXtöev avrov ev rrj (pvXax7] xat 7]veyxe7^ r7/v xegjaXtjv avrov ejit Jttvaxt xat eömxev avr7jv rm xoQaötco xat ro xoQaötov eömxei^ avr7]V rrj (i7]rQt avr7]ö' '^^xat axovöavreö ot nad^7]rat avrov II 7iXd^ov xat rjQav ro Jtrcofia avrov xat ed^rfxav avro ev fiV7]fietoj' '^^xat övvayovrat ot ajtoöroXot jiqoö rov trjöovv xat ajiTjyyetXav avroj jtavra oöa ejtotrjöav xat oöa edtSa^av ^^xat etjcev avrotö' öevre avrot vfietö xar tötav etö eQrjfiov rojiov xat avajtaveöd^e oXtyov 7]öav yaQ eQxofievot xat ot vjiayovreö jioXXot xat ovöe epayetv evxatQOW ^^xat ajirjXd-ov etö eQrjfiov rojiov ev rm jtXotco xar tötav ^^xat töov avrovö vjiayovraö 72 Codex ßossanensis, Mc 6. [pp. 287—290 Tcai sjtsypojöap avzovo jtoXXot xat JteC^r] ajto jtaocov xo}v Jto- Xecov ovvsÖQafiov sxst xat jtQOörjl&ov avToto xac ovv- \\ r/Z&ov jtQoö avTov ^^xai ts^XO-cov o i7/öovö idev oyj.ov jtolvv xat £öjt2.ayx'^f^ö^^] £-^ avxoLö oxc 7jöav ojö jtQoßara fir] syovra jiot- fieva xat iiQ^axo Ötöaöxuv avrovö jtoZXa' ^•''xai rjörj ojQao JtoX- Xrjö ysvofievTjö jtQoorjl&ov avxco ot fia^rjxai avxov Xsyovxaö oxc SQTjfioö söxLV o xojioö xat rjörj wQa jioXZr/' ^^ajtoXvoov av- xovö Lva ajteX^ovxtö ecö xovo xvxZco aygovo xat xofiaö ayoQaömötv eavxovo aQxovO' xt yaQ (payovötv ovx s/ovötv ■^' o 06 ajioxQtd^ttö stjtsv avxotö' öoxs avxotö vfieto (paysiv xat Xeyovötv avxco ' ajisXd^ovxEO ayoQaöcofitv ötaxoöiojv öijvaQtcov aQ- II xovo xat öwfiev avxoto (payatv ^^ o öe laytt avxotO' jco- öovo aQxovö ayßxa vjtayexe xat löexs' xat yvovxso leyovOiv avxco jtsvxs xat ovo tyßvao' ^^xat sjtsxassv avxotö avaxXetvai jtavxaö öviijtoöta övnjtoöta sjtt xco yXcoQco yoQxm' ^^^xat avsjte- öav JtQaötat jcQaotat ava exaxov xat ava jttvxijxovxa' ^^xat Xaßa)V xovö Jtevxs aQxovö xat xovo ovo tyß^vao avaßXt^aö eto xov ovQavov ivloyrjOev xat xaxexXaötv xovo aQxovö xat sötöov xoto fiad-7jxato avxov tva jiaQa&coötv avxoto xat xovö ovo tyßvaö e/i£Qiö8P jtaötv ^'xat £(payo7^ Jiavxto xat eyoQxaod^ijOav ^^xat rjQav xXaöfiaxcov \\ dcodexa xo(ptvovö jclrjQtto xat ajto xcov ty- {hvcDV ^^xcct Tjöav ot (payovxEö xovo aQxovo jtsvxaxtöyetXtot avÖQSö' ^^xat av&scoö rjvayxaösv xovo fia&rjxao avxov 8^ßrj;vat £tö xo jiXotov xat jiQoayttv avxov stö xo jitQar jiqoö ß?j^öatda 80)0 avxoö ajtoXvo?j xov oyXov ^^xat ajtoxa^afievoö avxotö ajttjXd^sv eto xo oqoö jtQoöev^aod^at' ^'oipetao 6t yevof^ev)jö rjv xo JiXotov tv fieöco X7jö ^a?.aöö7/0 xat avxoo (lovoo sjtt xfjö yrjö' ^^xat töev avxovö ßaöavt^ofitvovo tv xco tXavvtv tjv yaQ o ccvtfioö tvavxtoö avxotö' xat jttQt xtxaQxrjV (pvXax7jV \^ X7jö vvxxoö tQytxat jiqoö avxovö jztQtJzaxatv tJtt x7jö O^aXaööijö' xat 7/O^tXtv jtaQtX^ttv ccvxovö' ^''ot dt töovxtö avxov jitQtJia- xovvxa tjtt X7jö ^aXaööJjö t6o$,av (pavxaofia ttvat xat avtxQa- ^av ^'^jtavxtö yaQ avxov löov xat txaQayß tjöav xat tvO^tcoö tXaXtjötv (itx avxwv o trjöovö xat Xeytt avxoio' fhaQOtxt tyco Etf/i /oj (poßttö&f ^^xat avtßtj jiqoö avxovö tio xo jiXoiov xat exojiaötv o avtfioö' xat Xiav tv tavxotö tx jitQtööov t^töxavxo pp. 291—294] Codex Rossauensis, Mc 6. 7. 73 xat s^avfia^ov ^'^01; ya() övvrjxav sjti roiö aQzoiö' rjv yaQ av- Tcov Tj xaQÖia jisjtcoQcofievr/ ' ^'^xat ötajteQaoaV' || t£ö fjXd^ov ejti T7JV yrjv ysvv?]öaQtT xat JiQOöoQiiiöd^7j6av sxec ^^xat s^eX^ov- zmv avTwv ex tov jtXoiov tvd^emö sjTiyvovzso avxov ^-'jtsQt- ÖQaflOVTSÖ 0Xl]V T7jV JteQLXCOQOV tXUVTjV TjQ^aVTO SJZt TOiÖ XQaßarrotO rovö xaxcoö eiovtaö jisQig)£()£ti^ ojtov rjxovov ort £X8i eöTLV ^^xat OJTOV av slösjioqsvsto sio xco^aö tj jtohö tj ayQovö ev raiö ayoQaiö trid^ow rovö aöd^svovvzaö xat jtage- xalovv avTov tva xav tov XQaöJtsöov tov ifiaTiov avTov a^povTar xat oöoi av tjjitovto avTov öieöm^ovTo' VII. Kac Ovvayomai jiqoö avTov ot (pagtöaioi xat tiveo TCOV yQafif/aTScov oi eZd-ovTsö ajto \\ isQoöoXvficov '^xac cöovtsö Tivaö TCOV [lad^riTOJV avTov xotvacö x^Q^^ tovt sötiv avijtTotö töd-iovTao Tovö aQTovo i:fi£f(ipavT0' '^oi yaQ (paQtOaiot xac jtavTSö ot tovdatot sav [i?} Jtvyfir] vt^powTat Taö xetQaö ovx s6- ^tovOtr XQaTOVvTsO t?]v jtaQaöoötv tow jiQeoßvTeQcov ^xat ajco ayoQaö sav (ir} ßajcTtöovTat ovx eöd^tovötv xat aXXa jioXla eöTtv a jtaQsXaßov XQaTttv ßajtTtöfiovO JtoTTjQtmv xat ^eöTcov xat x^^^^f^oDV xat xletvow ^ejttTa sjcsQmxwOtv avTov ot (paQtöatot xat ot y()afi//aTst6' ötaTt ot /la&rjTat öov ov jitQt- jiaTovötv xaTa ttjv jzaQaöoötv tojv || jiQsößvTSQmv alla avtjt- Totö ;f£()ötr töd^tovötv TOV aQTOv ^'o de ajioxQtd^etö etjtev avTOtö OTt xaXmö JiQoefpr^Tevöev jteQt vf/cov rjOatao tcov vjto- xQtTcov coö yeyQajtTaf ovtoö o Xaoo Toto ytXeötv fie Ttfia ?/ de xaQÖta avTcov jzoqqco aüieyet ax efzov '' fxaTTjv de öeßovTat fie dtöaoxovTeö ötdaoxaXtao evTaXfiaTa av&QcojtoJV ^acpevzeö yaQ TTjv evToh]v TOV ^eov xQaxtTe ttjv JtaQaöoötv tcov avd^Qcojtcjv ßajiTtöfiovö §eöT(DV xat jtoTTjQtcov xat aXXa jtaQO(iota TOtavTa ütoXXa jtotetTe' ^xat eXeyev avTotO' xaXcoö aß^eTetTe ttjv evTO- Xrjv TOV d-eov tva ttjv JtaQaöoötv vficov TrjQr]ör/Te' ^^[imv- || ö7]ö yaQ etjtev Ttfia tov jtaTeQa öov xat ttjv fi7]TeQa öov xat o xa- xoXoyov JtaTeQa // ftrjTeQa ^avaTco TeXevTaTco' ^^vftetö öe XeyeTe' oö av etjttj avO-Qcojtoö tco jtaTQt ?] ti] ftrjTQt' xoQßav o eöTtv öcDQov o av £§ e[iov co(peXt]0^r}ö' ^'^xat ovxeTt acpteTe av- 56. xav\ inter x et av erasum q 74 Codex Rossanensis, Mc 7. [pp. 295 — 297 Tov ov6ev jioupai rm jtaxQt avxov rj rrj fi7]TQi avrov ^^axv- QovvreO tov Xoyov tov ß^eov rr/ jtaQaöoosi vfimv ?/ jtaQsöco- xars' xat jcaQOfwia roiavra jtoXla jtoiSLxs' ^^xat jtQoöxaXeoa- fisvoO jtavra tov oylov ^Xbyev avTOiö' axovtTe [tov jtavTSO xai OvvetsTS' ^^ovdtv botlv s^coS^sv tov avO^Qojjtov siöjtoqsv- of/svov Hö avTov o dv- || vaTac avTOV xotvojöai aXla Ta sxjio- Qivofieva ajt avTov exscva sotcv tcc xoivovvTa tov avd^Qo^jtov ^^EL Tiö ^yßi coTa axovsLV axovsTco' ^'xat ots etör/X^sv sio oLxov ajio tov oyXov ejtr]QcoTovv ot fia^r/Tat avTOv jisql ttjO jtaQaßoX?jo' ^^xai Xeysi avTOiO' ovtcoö xac vfisiO aövvsTOt söts' ov voeiTs OTi jiav to e^cod^tv etOjtOQtvof^evov eiö tov av^Qco- jiov ov övvaTai avTov xon^ojocw ^'^oti ovx EiöjtoQSvsTat av- Tov bl6 t7]v xaQÖiav aXX uö t7]v xoiXtav xai £l6 tov acptÖQcova £XjcoQ8veTac xad^aQiZ^ov jtavTa Ta ßQcofiaTa' ^^sXsysv öe otl to £X TOV aV^QOJJCOV SXJtOQSVOflSVOV 8X81VO XOLVOL TOV avd^QCO- jtov II ^^e(j07\)^8v yaQ 8x t7]6 xaQÖiaö tojv av&Qcojtojv ot 6ia- XoyLöfiOi OL xaxoL exjtoQSvovTat fioiyBiai jtOQViai cpovoi '^'^xXojtai jiX80V8^iai jrov?/(nai öoXoö a(j8Xyia oq)^aXfio(j jtovijQOO ßXaöcprj- fua vjt8Q7](pavia acfQoOvvtj' '^^jtavTa TavTa r« jtovfjQa 8öoj^8v 8XjcoQ8vovTat xttL xoivot TOV avd-QOüiov ^^xai 8X8id^8v avccöTaö ajTtjXd'BV 8iö Ta fi8^0Qia tvqov xat OiÖoyvoö' xat 8t68X^cov 8iö oixtav ovd8va 7]d8X8v yvcovai xat ovx 8dvvr]{hrj Xad^8iv' '^^axov- öaöa yaQ yvv7j JitQi avTOV 7]0 8iy8v to ii^vyaTQiov avxrjo jtvBVfta axad^aQTOV tXd-ovoa jüqo68ji868v jtqoö tovö jtoöao \\ avTOV '^hjv 6e 7] yvvrj 8XX7]vlö övQa cpoivixiOöa tco y8V8i' xat tjQcoTa avTov iva TO öatfioviov 8xßaX7j 8x t7]ö d-vyaTQoO avT7]6' ^'o de /;/- öovö 8Ljt8V avT7y acp86 jtQOTOv yoQTaö^7jvai Ta TBXva' ov yaQ xaXov 8ÖTLV Xaß8iv tov aQTOv tcov T8XVC0V xat ßaXBiv tolö xvvaQLOiö' ^^Tj 08 ajt8XQi{^r] xat X8y8i avTco' 7>aL xvQi8 xat yaQ Ta xvvaQta vjioxaTco tjjö TQajt80]ö 80d^t8t ajio Tcor ^)ty8to)v Twv jtatötcov ^^^xat 8tjt8v avrt] o it]öovO' öta tovtov 18. ov voeire] haec bis scripta sunt, sed priore loco asteriscis ante ov et post vosLTF positis improbata. 20. xoivot] KOIni codex. ] zov ccvO^qcotiov pagina exeunte sub ipsa scripturae columua scriptum. I pp. 298—301] Codex Rossaneusis, Mc 7. 8. 75 rov Zoyov vjiays e^elrjlvd-ev ro öacfioviov ex ttjO d-vyatQOö Oov '^^^xat ajtsld^ovöa ti6 top otxov avT7]ö svqsv ro öacfioviov s^sXrjXiyd-axj xai tt/v d^vyarsQa ßeßlfj^uevrjv \\ sjtt rrjO xXsivfjö' '^^xai jtaliv e^sXd^cov ex rcov oqlcov xvqov xai Oiöcovoö tjld^tv jtQOö rrjv d-alaööav r/yö yaXilaiaö ava [leömv rcov oqlcov dt- xajtolecQö' ^'^xaL (psQovötv avrco xmcpov fioyilaXov xat üiaQa- xaXov6iv avrov cva ejitd^rj avrm raö xetQaö' ^^xat ajioXaßofie- voO avrov ajto rov oxXov xar iötav sßaXsv rovö öaxrvXovö avrov 6L6 ra cora avrov xai jcrvOaö rjtparo rrjö yXojöOfjö avrov ^^xai avaßXe^paO £i6 rov ovqavov avsöreva^ev xat Xeyet avrco £(pcpad^a o sörtv ötavocx^^rL' ^^xat ev^ecoö dtrjVOLX^rj- öav avrov ai axoat xat sXv^r/ o dsöfioö rrjö yXcoöörjö avrov xai II sXaXet oq^cqö' ^^xai öieöratXaro avrocö iva [iriöevi ujto)- öLV oöov ÖS avroö avroiö öisörsXXsro avrot fiaXXov jtSQiööo- rsQov exTjQvaoov ^'^xat vjtsQjtsQiööwö e^ejiXrjööovro Xeyovrsö' xaXo?ö jtavra jteJtotrjXEV xat rovö xojcpovö Jtotec axoveiv xat rovö aXaXovö XaXetv VIII. Ev sxeivatö raiö rjfisQaiö jtaXiv jtoXXoi^ o^Xov ovroö xat fit/ sxovrcov rt cpaycoöiv jiQoöxaXsöafievoö rovö (la^r/raö Xeysi avrocö' '^öJtXayxvc^ofiai sjti rov oxXov ort f/dr/ r](/£Qai rQstö jtQoöfisvovöiv [loi xat ovx exovöiv rt cpaycoöiv ^xai eai^ ajtoXvöco avrovö vr/öreiö eiö oixov || avrcov tyXvd^rjöovrai sv rrj oöco' rivsö yaQ avrcov fiaxQod^ev rjxaöiv ^xai ajtsxQid^r/öav av- rco Ol iiad^rjrai avrov jto^sv rovrovö övvrjöerai riö coSs xoQ- raöai aQrcov eji eQTjfiiaö' ^xai sjtrjQcora avrovö' jzoöovö sx^re agrovö' oi de sijtav sjtra' ^xai jtaQtjyysiXev reo oxXco avajtsöiv ejti rrjö yrjö' xai Xaßcov rovö ejtra ccQrovö svxaQiörrjöaö txXaöev xai söiöov roiö {la^rjraiö avrov iva xagad^coöiv' xai jtaQsd-fjxav reo oxX^oj' "'xai uyov ix^vdia oXiya xai avra evXo- yrjöaö sijiev jtaQcid^eivai avroiö' ^ecpayov de xai sxoQraöd^Tjöav xai TjQav JtsQiöösvfiara xXcWfiarcov sjtra öütvQiöaö' ^rjöav de oi cpayovreö \\ coö rerQaxiöysiXior xai ajteXvoev avrovö' ^^xai efi~ ßaö sv^sojö 6iö ro jtXoiov //era rcov ^ad^rjrcov avrov rjXd^ev £iö ra OQia öaX^avov^a' ^^xai £§fjX^ov oi cpaQiöaioi xai tjq- §,avro övvC,rjr8iv avrco ^rjrovvrsö JtaQ avrov örj^eiov ajto rov ovQavov jzsiQa^ovrsö avrov ^'^xai avaörsva§aö ro? jtvevfiari 7Ö Codex Rossanensis, Mc 8. [pp. 302—305 avrov Xsyec rt rj yersa avrrj örjfisiov sjiLCrjrsr afiTjv Xeyat vfiiv et dod^?]08Tai tt] yf^vea ravTTj ö7]ff8iov' ^^xai xaxalijKDV avrovö tfißaö xaliv eto ro jtXotov ajtr/Xß^av hö to jtsQav ^^xac tjttla- ^OVTO Zaßeiv aQxovo -/ml sl [itj sra agrov ovx er/ov f/eß^ sav- Tcov SV TCO jcloLCj' ^^xac öitöTÜJ.ero || avroLO Xeycov OQars ßXEjtert ajto rr/ö C^vfirjO rojv (paQLöaiojv xac rrjö Ct\U7]0 ?/qo)6ov' ^^xai ÖLsloytC^ovro jiqoö alArjXovo Xeyovrsö ort agrovö ovx exofisv ^'xai yvovo o irjoovo Xtyu avroLö' ri öta/.oyi^eöd-aL OTi aQTOvo ovx sytTS' ovjtco vostra ovös övvitra' jtejtcoQcofievrjv sysTB rrjv xaQÖiav vfiojv ^^ og)^aX^uovö tyovxeö ov ßXejrsrs xai coza eyovrto ovx axovtrt' ovüzo) vostrs' ^^ors rovö jievrs aQ- Tovo sxXaöa uö zovO jttvxaxtöystXiovo Jioöovo xoffn^ovö jtXrj- QeiO xXaöfxarcov ijQare' Xtyovötv avrco öcodexa' ^^ore de zovo ejtra sto tovo TSTQaxLOyec- \\ Xlovo Jtoöcov onvQcdcov jtX^jQcof/ara xXaöftazcor rjQart' ol da bijiov ejtra' '-^xca sXsyev avxoiO' Jtoo ovjtm övvLtTi:' ^^^xai aQyarca stö ßrjd-öaiöa' xat (paQovoiv avrco rvcpXov xat jtaQCcxaXovöiv avrov Lva avrov atp7/rca' '^'-^xai ejii- Xaßofievoo rr/ö yacQoö rov rvcpXov a^rfyayav avrov fg« rr]0 xcof/ijö xat jtrvöao ato ra ofi//ccrcc avrov ajn^aio raö yaiQao avrco ajtriQoorrjöav avrov ti ri ßXajtai' '-^xat avaßXaipao Xayai' ßXajico rovö avd-gcojtovö ort ojo öavÖQcc oqco jtaQLjiarovvrao' ^^■^aircc jtaXtv ajtad^7]xav avrov rao yuQaö ajti rovö ocpd^aX^ovö avrov xat ajtoir/öev avrov avaßXa%Ka' xat ajtaxaraöra^?] xac av- II aßXa'ipai^ rrjXavycoö ajiavraö' '^^xat ajtaöraiXav avrov ato oixov avrov Xaycov fi7]6a acö rr/v xojfi7]v atöaXd-^jö n^jöa aijt7]ö rtvi av rtj xo)fi7]' '^'^xat a^TjXO^ar o tfjöovö xat ot f/ad^tjrai av- rov aiö raö xcofiaö xaiöaQiaö r7jö (piXiüzjtov' xai av rt] oöoj ajt7jQcora rovö ficcS^t/raö avrov Xaycov avroiö' riva (la Xayovöiv Ol avd^QOjjiOL aivat' '^^ot 6a ajiaxQLd^tpav icoavv7]v rov ßajtrtö- r7]v aXXoi 6a r/Xiccr aXXoi 6a ava rcov jTQocp7]rcor' --^xai av- roö Xayai avroiö' vfiaiö 6e riva fia Xayara aivar xai ajioxQi- {haiö öificov jiErQoö aijiav avrco' öv ai o ygtöroö' '"^^^xai ajtarifi7jöav avroiö iva (i7j6avi Xayojöi naQi avrov \\ '^^xai 7]Q^aT0 6i6aöxaiv avrovö ort 6ei rov viov rov ccr{)^()cojtov .loXXa Jiad^aiv xai ajto6oxi[iaod^tivai vjio rcov JiQaößvraQcov xai aQyiaQacov xai yqaniiaracov xai ajtoxravd^fjvai xai /lara rQiö TjfisQaö avaöT7]- pp. 306—309] Codex Rossanensis, Mc 8. 9. 77 var '^'^xai jiaQQ7]öLa eXalsL rov loyov xai jtQooZaßofisvoö av- TOP o jisTQoO ?jQ$,aTo sjtLTLfiav avTco' 3^0 ()f sjtujTQag}8L(j xat LÖmv TovO fiaß-fjraö avrov sjtsTif/TjOev rm jzstqcq Zsycov ' vjcays ojitöco fiov öarava ort ov (pQovstO ra xov ^sov alla ra rcov avd^Qojjtmv ^'^xai OvvxaXeöa^^voo top ox^ov övp roto fia{}^7j- raiö avrov slüi^p avroLO' oöriö ^^Xst ojtcöco fiov eXd^eip ajraQ-\\ PTjOaöd-o) savTov xai agarco top OravQOP avTov xai axoZov- d^siTO) fiOL' '^^00 yag ap d^altj ttjp i^wx^jp avTOV öcoöat ajtoleösc avTTjP' 00 6 ap ajtoZsOrj ttjp ^v^^jp avTOv spsxsp sfiov xai tov evayyshov Oo^öet avTTjp' '"^^tl yag ojg)sXrjOsc ap^QcojtoC sap xEQÖriörj TOP xoOfiop olop xai C;tjiiwjd^t] ttjp xf)vx7]P avTOV ^^/y TC öcoösi ap^QCüjtoö aPTallayiia t7]0 ^vyip avTOV ^^oö yaQ aap 8jtaLöivpd^7j fis xai tovö sfiovo loyovO sp tt] yepea TavTfj T7J fioixaXtöi xac a^aQTcoliX) xai o vioö tov apß^Qcojtov tjiaio- )(ypd^7j68Tai avTOP OTap eXd^rj 8P t?j do$,rj tov jtaTQOö avrov (isra rcop ayysXo^v tcop ayimp' IX. Kai sXsysp avroiö' || a//7y2' Xeyco vfitp ort Siön> riveö Tcoi> coöe £öTi]xor(X)P otrwso ov fi7] yevöoprai d^aparov ecoO ap LÖmöLP TTjP ßaOilttap rov d^eov £Xr/kv{^viap tp övpafii' '^xat (is^ ?/fi8Qao 8^ jtaQa/.af/ßapt o ltjOovö top jcstqop xai top laxmßop xai icoappr^p xai apag)8Q8i avTovö 8iG oqoö v\p7]Xop xar idiap fiopovö' xai fi8T8[ioQ(p(od^7j 8fijt(J0ö^8p avTWP' '^xai ra ifiaria avTOV 8y8POPTO öTiXßoPTa X8vxa Xiap mo /«cö?^ oia ypag)8vö 8jti TTjö yrjö ov övparai 2.8vxapai ovtcqö' ^xai ccKp^y avToiö 7ßiaö ÖVP ^(X)v08i xai 7jöap Ovi'laXovPTeö toj i7/aov' ^xai ajtoxQiÜ8iö o J18TQ0Ö X8y8i avTG)' Qfxßßi xalop 8ÖTIP Tj^aO ojd8 8ipai xai \\ jtoi7]öojfi8P 0x7jpaö TQiö 601 fiiap xai (ig)vö8i ftiap xai rjXia fiiap' ^ov yaq rfi8i ti lahi68i' 7]öap ya() 8X(poßoi' '^ 8y8P8TO 08 P8(p8Xrj 8jciöxia^ovöa avTOio xai 7j?.^8P (pcopfj 8x Ttjo P8cp8Zrjö' ovroO 80t ip o vioO fiov o ayaji7]T0ö avTOv axov8T8' ^xai 8^ajtipa Jt8Qlß?.8lpafl8POl 0VX8TI Ov68Pa lÖOP 81 ,W// TOP ITjöOVP flOPOP ^U8^ 8avTCQP' '^ xaraßaiPOPTmp 08 avTa)P ajio tov oqovO öi8öT8iXaTO avToiO iva fi7]d8vc öi7jy7]60PTai a löop 8i ^7] orap o vioö tov apd^Qcojiov 8X V8XQ(DP apaOT7]' ^^xai top loyop 8XQaT7jöap jigoö savTOvo OvpC^7]tovpt80 ti 80TIP To 8X P8XQCDP apaOT/jpai' ! ^^xai 8jc7jQa)Tovp avTOP X8yoPT8ö oti X8yovöip oi yQafiffaT8iö 78 Codex Rossanensis, Mc 9. [pp. 310 — 312 ort rjXiav dei eX^nv jzqcotov' ^'^o 6e ajcoxQid-uo sijtsv avroiO' rjXiaö fi£v s?.^cov jiqcotoö ajioyMd^Löra jtavra xai jtcoö ysyQajt- rai sjtL xov vtov zov avd^Qojjiov iva üiolla jtad-rj xat ssovd^e- vrfii]' ^^aXla Xsym vfiiv ort r]ZLa(j r/dr] ehjlvd^sv y.at £jtou]Oav avTco oöa rjd^ElrjOav xad^ojö yeyQanxai £jt avrov ^^xai sX^coj' jtQOö Tovö [iad-riraö idsv ox^ov Jtolvv jisql avrovo xül YQccf/- fiazsiö övv^r/Tovvraö avrotö' ^^xat svd^two jcaö o oyloö tdcov avTov £^8d^a{ißrj^rj xat jcQOOTQsyovrsö 7]6jta^ovTO avrov ^^''xai 8jt7jQcoT7]ö£v TOVÖ yQamiaxziö' XI <)VJ^^?]X6ix£ JtQOö avxovö' \\ ^"'xai ajioxQLd^Hö £10 £x xov oyjiov £ijc£V' ÖLÖaöxaX£ rjv£yy.a xov vtov f/ov JtQOö ö£ £yovxa jtviv^a alalov ^^xai ojtov av avxoi' xaxaXaßi] q?jöö£l avxov xai a(pQiC,£i xai xQiC,£t xovö oöoi'xaö avxov xai ^riQ£V£xai' xai £iJtov xolö fiaü^?]xaiö öov iva avxo £xßaZcoöi7^ xai ovx löyvöav ^^o Ö£ ajtoxQi^£iö X£y£i avxco' co y£V£a ajtiöxoö £coö Jtox£ jtqoö vfiaö £öofiat' £(oö jtox£ av£sOf/ai vficov (p£Q£X£ avxov JtQOö fi£' '^^xui 7]V£yxav avxov JtQOö av- xov xai löcov avxov £v{^8cqö xo JtV£Vffa £öjtaQa§£7^ avxov xai jt£öo:)v £jti xTjö yrjö £xvXi£xo a(pQiL,(X)V '^^xai £jt7jQcox?]ö£V xov jtax£Qa avxov o itjöovö' Jtoöoö xqovoö £öxlv a(p ov\ xovxo y£yov£i avxüj' o 6£ £ijt£v £x Jtai6o0-£V '^'^xai jtoXlax£iö avxov xai £iö jtvQ £ßal£v xai £iö vöaxa iva ajto/.£ö?] avxov aXX £i xi övva- öai ß07lt)^7]Ö07' 7]fllV öJtXayyVlöd^£lÖ £(p 7j^aö' ^-^O 6£ UpOVÖ £lJt£V avxco xo £1 dvv7j' jiavxa dvvaxa xm jtiöx£voi^xi' -^xai £vi^£coö xQa^aö o jtax7jQ xov jtaiöiov f/£xa öaxQvcov £X£y£V jtiöx£vco XVQl£ ß07jd^£l f/OV XTj ajtlÖXia' '^^lÖa)7' Ö£ O 17JÖ0VÖ OXl £JtlöVV- xQ£X£i ox^oö £Jt£xifiiö£7' xco Jt7'£vf/axi xco axa^aQxco X£ycov avxw xo jtV£Vfia xo aXalov xai xaj(poi' £yco öoi £jtixaööoj £^£X^£ £$, avxov xai fi7]X£xi £iö£X{^7jö £iö avxo7^' '^'^xai xQa^av xai jtoXXa öJtaQa^av avxoi> £B,7iX{h£v' xai £y£V£Xo g)ö£i 7^£xqoö WÖX£ II JtolXoVÖ X£y£lV OXl ajt£d^aV£7>' ^'O Ö£ 17JÖ0VÖ XQaXijöaö avxov T?]ö x^^Q^^ 7]y£iQ£7> avxov xai av£öx7j' '^^xai £Xd^ovxa avxov £iö oixov Ol ^ad^7jxai avxov £jt7]Qcoxovv avxov xax löiav 0X1 7i(i£iö ovx 7jöv7'7/^')^7/{j£v £xßaX£i7' avxov '^'^xai £iJt£V avxoiö' xovxo xo y£i'Oö £v ovd£vi övvaxai £$,£iX^£iv £i fifj fr jtQoö£vyjj 17. Tcviv/Lta «A«Ao>'] littera a vocis 7ii'tvjn(( erasa; videtiir voliiisse :irev/i(C( XuXov pp. 313—316] Codex Rossanensis, Mc 9. 79 xai vriöTua' ^^xat exetd-ev s^sX^ovzso jtaQSJtoQsvovro öia ttjö yaliXaiaö xat ovx tjd^eXsv iva riö yvm' ^^edtöaoxsv yag tovö f/ad?jTaö avTOV xai sXsysv avroio ori o vioö rov av^Qcojtov jiaQadidorac eto ;fft()«ö avd^Qcojtcov xat anoxTEVovöiv avzov xat ajtoxrav^stö ttj rgirrj rjfisQa \\ avaöTrjösrai' ^'^oi ös r/yvoovv xo ^rjfia xat tfpoßovvTO avzov ejieQmTTjüar ^^xai 7]Xd^tv 8tavv7] reo ovo- fiart 60V exßaXXovxa öatfiovia oö ovx axoXovi^et rifitv xat exm- Xvüafiev ax^Tov ort ovx axoXov^et ?]fttv' ^^o 6e tijöovö etjtev fiTj xmXvere avzov ovöetö yaQ eöxtv oö jtot7]öet övvafitv ejtt ro) ovof/art fiov xat dw^jöerat rayv xaxoXoy7/öat fie' ^^oö yaQ ovx eöTtv xad- vficov vjisq viicov eöxtv ' ^^oö yaQ aj^ jtoxtörj vfiaö jtox7]Qtoi^ vöaxoö ev ovofiart oxt yQtöxov eöxe afiTjv Xeym v^tv ov fiTj ajco- II Xeö?] xoi^ /Jtö&ov avxov ^^^xat oö eav öxai>öaXtö7j eva x(Di^ ^txQcov xmv jitöxevovxcov etö efie xaXov eöxtv avxco ^aXXov et üteQtxetxat Xtd^oö fivXtxoö jteQt xov xQax^jXov avxov xat ßeßX7]xat etö X7p^ d^aXaööair ^^xat eav öxavdaXtC,7j öe 7j yetQ öov ajioxo^ov avx7pr xaXov öot eöxtv xvXXov etö x7/v C,co7]v etöeXd^etv 7/ xaö ovo yetQaö eyovxa ajieXS^etv etö X7jv yeevvav etö xo jtvQ xo aößeöxov ^^ojiov o öxmX7]^ avxcov ov xeXevxa xat xo JivQ ov ößevvvxat' ^^xat eav o Jtovö öov öxavöaXtC,7j öe ajtoxotpov avxov xaXov öot eöxtv etöeX^etv etö X7jV ^co7jv yco- Xot^ 7] xovö ovo jto- II öaö eyovxa ßX^T^^rjvat etö xtjv yeevvav etö xo JtvQ xo aößeöxov ^'^ojiov o öxa)X7/$, avxcov ov xeXevxa xac xo jivQ ov ößevvvxat' ^''xat eav o ocp^aXfioö öov öxavöaXtC^rj öe 45. ovo] 6 super n scriptum. 80 Codex Eossanensis, Mc 9. 10. [pp. 317—319 sxßaZs avTov xalov öoi soriv ^ovo(f^^al^o7> eiosX^heiv blö rtfi^ ßaöiZeiav rov d-sov ?] 6vo o^d-aZfJovö v/ovxa ßhi^i^vac eiö rrjv yesvvav rov jivqoö ^^ojiov o öxcdZtj^, avxmv ov T8?.svTa xai ro jtvQ ov Oßsvvvrai' ^^Jtaö yag jcvql aXiod^y^öerai yml jtaoa ^v- öca ali a?uo^7]ö£TaL' '^^xaXov ro alao' sav ds ro aXaö avaXov yEVTjrai £v nvi avro agrvöerai ' s^sre sv eavroiö aZao xai stg?/- veverai sv alh^XoLO' X. Kai exstd^sv ava- || 6ra6 sgyerai aio ra OQia r7]0 lovöca- aa rov jisQav rov toQÖavov xai öviiJtOQ£vovrat jiaXiv oykoi jiQOO avrov xai mo sico^sl jtahv bölÖüöxbv avrovö' ^xai jiqoo- sZd^ovrsö OL (paQiöaiOL 8Ji:?jQcor7jöav avrov sl s^eörtv avÖQi yv- vaixa ajtoZvOai jr£i,QaCovr£ö avrov ^o 6s ajroxQidsiO sljisv avroiO' rt vfiiv svsrsilaro fia)v(j7jö' ^oi 6s sijrov fimvöTjO sjts- rQs^psv ßißhov ajioöraOLOv ygatpac xat ajtoXvöar '""xac ajtoxQL- d^sio o iTjöovC sijisv avroLO' JtQOO rijV (jx?.7]QoxaQ6iav vfior sjisrgs^psv vfctv r7/v svroh]v ravr7]v' ^ajro 6s ciQyj/O xriöscoo aQösv xai d^TjXv sjiotrjösv avrovö o ^soo xat siJtsv ''svsxsv rovrov xaraXitpsi aj'd^Qcojtoö rov jiarsga avrov xai T?yr fi7]rsQa xai jrQOOxolh]^7]Osrai rrj yvvaixi avrov ^xai soovrai oi 6vo £iö öaQxa liiav coörs ovxsrt stOiv 6vo alXa nia öag^' ^o ovv o {^soö övvsC^sv^sv avd^QcojTOö fiT] ycoQiL^sro)' ^^xai sv r7j oixia jcaXiv Oi fia{^7jrai avrov jisql rovrov sjt7jQ(Dr7]öav avrov ^^xai Xsysi avroLö' oO sav ajroXvö7] r7jv yvvatxa avrov xat yan7](i7i aXh]v y.oiyarai sji avr7/V ^'^xai sav yvv?/ ajioXvörj rov av6Qa avr7jö xai yaf/7j{}^7j aXXco y.oiyarai' ^"^xai jtqoos^sqov avrco jcai- 6ia iva axp?jrai avrmv oi 6s fja{^7jrai sjrsnf/cov roiO jtqoo- (psQOVöiV '^^i6f/ev ev rrj öos^ Oov 3^0 ÖS iTjöovö sijtsv avrotö' ovx oiöars rt airioß^s' övvaöd^ac jtiSiV ro jiorrjQwv o syco jtiiwj rj ro ßajtriöfia o sym ßajtrc^o- fiai ßajiriod^rivar ''^^oi ös sijtov avrm övvafis&a' o ös u^oovö sijisv avroiö ' ro [isv jtorrjQLov o syco jtivoj jzcsü^s xat ro ßajt- riOfia o s- II 709 ßajiriC^o^at ßajtriö^7](}S0{^at ^^ro ös xad^SLöat sx ös^icov [iov xat ss svcovvficov ovx söriv s[iov öovvai aXX 016 7]rof(iaörcu' ^^xai axov6avrs6 01 ösxa rjQ^civro ayavaxrsLV jtsql taxcoßov xat icoavvov' ^'^o ös i?]6ov6 jcQoöxaXsOaftsvoö avrovö Xsysi avroiö' oiöars ori 01 öoxovvrso aQyiv row sd^vcov xara- xvQisvovöiv avrcov xat ot nsyaXoi xars^ovöiai^ovöiv avrcov ^^oir/^ ovrcoö ös sörai sv vfiiv aXX oö sav d^sXrj ysvsöd^ai fisyaö SV x^(jtiv sörai vfiojv öiaxovoö ^^xai 06 sav ß^sX?] ysvsö&ai vf/cov jiQo^roö sörai jiavrojv öovXoö' ^^xai yaQ o vioö rov av^Qw- jtov ovx TjXd^sv II öiaxovr]&?]vai aXXa öiaxovtpai xai öovvai r?iv ^vxf]v avrov XvrQov avri jioXXcov ^^xai sQXovrai siö isQiym' xai sxjtoQSvofisvov avrov ajio isqixoj xai rcov fiaß?jrojv avrov xat o/Xov ixavov o vioö rinaiov ßaQrifiaioö o rvcpXoö sxad^rjro jtciQa rtjv oöov jiQoöaircov ^"'xai axovöaö ort i?]öovö 0 vaC^oj- Qaioö söriv TjQ^aro xqcil^siv xai Xsysiv vis öaö irpov sXs?jöov [xs' ^^xai sjtsrificov avrco jtoXXoi iva öicojtfjö?^' 0 ös jtoXXco fiaXXov sxQa^sv v)is öaö sXsi]öov fis' ^^xcci öraö o i7]öovö sijisv cpcovr/d^7]vai avrov: xai cpcovovöiv rov rvcpXov Xsyovrsö avro' {hagösi sysiQs cpatvsi ös' ''^o ös ajto- \\ ßaXcov ro ifiariov avrov avaöraö 7]Xd^sv jiqoö rov i7]öovv' ^^xai ajtoxQiO-siö Xsysi avro7 o i7]öovö' ri d^sXsiö jtoi?]öoj öoi' 0 ÖS rvcpXoö sijtsv avrco' Qaß- ßovvi iva avaßXs^po)' ^'^0 ös irjöovö siJtsv avrm' vjtays rj jriöriö öov ösöomsv öS' xcu svO^sojö avsßXsipsv xai f/xoXovO^si reo it]- öov SV rfj oöo?' pp. 328—331] Codex Eossanensis, Mc 11. §3 XL Kat ots rffyiCpv ec6 isQoöoXvfia u6 ßfjd-öffayi] xai ßrjd^aviav jüqoö to oqoö to xaXov(.ievov elatcov ajtoCreXXei ovo Tcov (lad^rjTow avzov ^xat Isyet avroiö' vjtaysrs ei6 rtjv xco- firjv T7]v xaTsravTc vfimv xat tvd^ecoö eiijJiOQevofitvot eio avrrjv 8VQ7]ö6T8 jtcoXov öeörjfisvov e(p 07^ II OVJICO ovöuö av^Qcojicov xexad^fjxev XvOavrso avrov ayaysrs' '-^ xat sav riö vfiiv stjtr/' TL jioisiTS TOVTO' siJtazs OTi o xvQioö a'Otov y()£iav exst- xat 8v^8(o(j avrov ajtoörelXu cods' ^ajt7]X&^ov ös xat, rjvQov jiolov deös^utvop jtQoö TT/v d^vQav e§co ejit rov aiicpoöov xat Xvovoiv avrov ' ^rtvea de rojv txet eörcorcov sXeyov avroiö' n jtoieirs Xvovreö rov jtcoXov ^oc öe ujtov avrotö xad^ojö evsrsiXaro o LTjöovö' xat ag)7]xav avrovö' '^xac ifyayov rov JtcoXov jzqoö rov ifjöovv xat sjteßaXov avrco ra tftarta avrcov xat txaß^etöev sjt avroj' ^jtoXXot de ra tfiaria avrcov \\ eörQcoöav ev r?] oöco aX- Xot ÖS örotßaöaO sxojtrov ex rcov ösvöqojv xat eörQcovvvov ev rrj oöco' ^xat ot jtQoayovreö xat ot axoXovü^ovvreo exQaC,ov Xe- yovreO' coöavva evXoy7]fievoö o eQyofievoö ev ovofiart xvQtov ^^ evXoyrjfievT] ?/ eQXOfievrj ßaötXeta ev ovofiart xvQtov rov jta- rQoö rj(icDV öaö' ojöavva ev roto vxptörotö' ^^xat etOijXd^ev etö teQoöoXvf/a o ir/öov6 xat etö ro teQov xat jteQtßXe^anevoö üiav- ra oxptaö tjÖtj ovötjö rrjö coQaö e^rjXd^ev etö ß7]d^avtav fiera row dcoöexa' ^^^xat rrj ejtavQtov e^eXi^ovrcov avrcov ajio ßrjd^avtaö ejttvaöev ^^xat töcov övx)]v ajio fiaxQod^ev ey^ov- || öav cpvX^Xa r/XO^ev et aQa rt evQ7]öet ev avri]' xat eXd^cov ejt avrrjv ovöev evQev et (17] cpvXXa fiovov ov yaQ 7]v xatQoö övxcxw ^^xat ajio- XQtd^etö etjtev avrrj' (irjxert ex öov etö rov atcnva f/r/detö xaQ- jtov cpayot' xat rjxovov ot na^7]rat avrov ^'""xat eqyovrat jta- Xtv etö teQoöoXvfia' xat etöeXd^cov o tfjöovö etö ro teQov 7]Q^aro exßaXXetv rovö jtojXovvraö xat rovö ayoQa^ovraö ev reo teQo? xat raö .rgajte^aö rcov xoXXvßcörcov e^eyeöev xat raö xa&eÖQaö rcov jtcoXovvrcov raö jteQtöregaö xareörgeTpev ^^xat ovx i]cptev tva rtö öteveyxtj öxevoö öta rov teQov ^"xat eötöaöxev \\ Xeycov avrotö' ov yeygajrrat ort o otxoö fiov otxoö jiQOöevyriö xXtj- XI, 13. aQo] syllaba Qa supra liueam scripta. 15. E^ex^ösv] fort, e^sy^ev codex; vide Prolegom. 84 Codex Rossaneusis, Mc 11. 12. [pp. 332—334 d-7](j£Tat jtaöiv TOiö eO^veöiv vfieiö de sjtoirjöarE avrov öjct]- Xaiov Xrjöxojv ^^zat 7]xov(jav ot yQaf/fiaretö xai oi aQyuQHö xai 8^7]T0vv Jiwö avrov ajioXEöcoöiv tfpoßovvTO yaQ avrov ort jtaö o ox^oö estJiXrjööEro sjti rrj öiöayr/ avrov ^'^xat ors oipe syevsro s^sjtoQevero s^oj rr/O Jiolm^O' ^^xat jzqcol jiaQajcoQsv- ofisvoi lÖov r7]v övxrjv es^Qaf/fievrjV sx qi^cov '^^xac ava^uvtjO- d^etö o jterQoö Xtyei avro)' Qaßßi lös ?] övxtj tjv xar7]Qa6oj i:c,7]Qavd^7]' 2^x«i ajtoxQid^eiö o irjOovö Xr/f:i avroiO' f/6T£ jtt- oriv d^eov '^•^afii]v yaQ Xs- \\ yco vfiiv ort oö av etjr?] reo oQt rovrm aQd^tjrt xat ßXrid^r]rt £to rrjv d^aXaooav xat fir/ dtaxot- d^Tj SV rrj xaQÖia avrov aXXa jiiorevö?] ort o XaXst ytvsrat eora avrm o eav stjirj' '^^öta rovro Xsyco vfitv jtavra oOa sav jtqoö- evyo/ievot atrttö{^e jctörsvsre ort Xafißavire xat eörat i\uiv' "^'""xat orav 6r?jxrjrat jcQoöevxofisvot afpisre u rt ex^re xara rtvoö' tva xat o jiarrjQ vftcov o ev roiö ovQavotö acprj i\utv ra jtaQajtrcofiara vfiwv '^^\8t öe vfiiö ovx aq)itre ovöe o jiarr]Q vfimv o SV ovQavco a(pr/6st ra jtaQajtroyfiara vficov '^'xat sq- Xovrat jtaXtv stö tsQoöoXvfia' xat sv reo tsQco jis- || QtJtarovv- roö avrov sQ^oinat jiqoö avrov ot aQxtsQstO xat ot ygafifiarstö xat ot jiQsößvrsQot '^^xat Xsyovotv avrco' sv Jtota s^ovöta ravra jiotstö xat rtö öot rt/v s^ovötav ravr7jv söcoxsv tva ravra jiotjp' ^-'o 6s trjöovö aitoxQtd^stö stjisv avrotö' sjtsqoj- rrjöoy v(ia6 xayco sva Xoyov xat ajtoxQtd^i^rs fiot xat sqoj vfitv SV Jtota s^ovOta ravra jiotco' ^^ro ßajtrtOfia tcoavvov s^ ovQa- vov rjv Tj s^ avd^Qmjtcov ajtoxQt&r/rs fiot' -^'ot ös sXoytC^ovro jiQOö savrovö Xsyovrsö' sav stjtojfzsv tg ovgavov SQSt' Start ovv ovx sjitörsvöarat avrco' ^'^aXXa stjicofisv £5 avd^Qmjtcov (poßov- ftsd^a rov oyXov Jtavrso || yaQ s^ovötv rov tcoavv?]v atö jiqo- vö?/ö syQaxpsv ?/^uiv ori 8av rivoö aöeX^poö ajro^avrj xai xaraXijtrj yvvaixa xai rexva fi?] aq)7/ iva Xaßij o aösX(poö avrov r?jv yvvaixa avrov xai 8^avaör7^öri öJteQ^a reo ad8X(pG) avrov '^^ejtra ovv aöeXcpoi 7jöav xai o jiQmroö 8Xaß8v yvvaixa xai ajto{^VTjöxmi^ ovx a(p7]' 86 Codex Rossanensis, Mc 12. [pp. 339—342 X8V öJtsQfta' "^^-aai o öevTsgoo sZaßsv avT7]v yMt ajted^avev 7cac ovdt avToö ag)7jxev OjteQfia xai o tqitoo ojöavtcoO' "^'^xai eXa- ßov avxjjv OL ejcra y,ai ovx ag)9/xav öjaQ(ia' eöyarov 6s Jtavrcov ajts^avsp xat ?/ yvviy ^^ev ttj avaaraou ovv orav avaorcoöiv Tivoö avTcov eözac yvv7]' oi yag tjrra so- \\ yov avrrjv yvvaixa' '^^YMi ajtoxQid^tiö o tr/öovö ujtsv avToiO' ov ÖLa Tovro üiXavaö- d-B nrj löoreö rao ygafpaö firjös rtp övvaf/iv tov O^sov ^^orav yag ex V8XQCOV avaörojöLv ovöe ya^uovöiv ovös ya^iLöxovraL aXX eiOiv (DO ayysXoi ev tolö ovQavoiö' ^^jtsgt 6e rmv vsxqcov ort sysiQov- rat ovx aveyvcoTE ev r?] ßtßXco fcojvöecoö sjct rrjö ßavov wo Hjtev avTco o ^soo Xsycov syco o ^eo6 aßQaafi xai o ^soo lOaax xat o d^soo laxmß' '^''ovx soriv o d^soö vsxqcov aXXa ^cov- Tcov vfisio ovv jtoXv jrXavaöß'S' '^^xai jiQoOeX^ojv eiö rcov ygafi- fiarswv axovöaö avzmv övvC,7]T0vt(X)V LÖmv ort xaXcoO avroiö ajieXQL- II d^7] 6Jt7]QCOT7j(JtV CWTOV JtOia SÖriV JtQG)T7l JiaVTGOV SVTOXtj' 2^0 (Jg L7JÖ0VÖ ajlSXQLd^7] aVTOJ OTL JIQC0T7] JCÜVTCOV SV- ToXrj' axovs iöqütjX xvqcoö o d^soO 7/ficov xvqioo siö blö sOztv' ^^xai ayajtr/östo xvqiov tov d^tov öov e^ oXrjö ttjO xaQÖcao oov xai 8$, oX7]C T7/Ö ^vy/jö oov xat e^ oXrjO r/yö öiavoiao öov xat, 6^ oXrjO rrj6 töyvoo öov avT7] jtQC0T7] evroXrj' ^^xat öevTsga ofiota avT7]' ayaji7]ö8tö top JtXr/ötov öov wo savrov fistC^wv TOVTwv aXXrj svzoXr/ ovx sortv ^'^xat etjtsv avrw o ygafiftarevO' xaXcoö ötöaOxaXt sjt aXrfi^taO etjteö ort stö eörtv xat ovx BöTtv aXXoö 7tXr]v av- || rov ^^xat ro ayajiav avrov s§ oXtjO TTjO xagötao xat 8$, oX7jö t?;ö Ovvböbwö xat e^ oX7]0 r7jö ipvyr/O xat eg oXtjO rrjo toyvoo xat ro ayajtav rov jtXrj- ötov wo 8avrov JiXstov eortv Jtavrwv ra>j^ oXoxavzwf/arwj^ xat d-vOtwv ^^xat o trjOovo töwv avrov ort vovvBywO ajtsxgt- d^fj etjtev avrw ov fiaxgav 8t ajto rr^o ßaOiXetao rov d^sov xat ovÖBtO ovxert 8roX}ia avrov 8Jt8Qwr7]Oat' "^'-^xat ajtoxQtd-Biö 0 t7]öovö sXeysv öidaoxcov ev to? tsQW' %wö Xeyovötv ot ygaft- fiarsto ort o ygtoroö vtoO eörtv rov öaö' ^^avroO yag öaö etJtev ev jtvevfiart ayiw etjtev o xvgtoö rw xvgtw fiov xad^ov ex öe^twv fiov ewö av d^w rovo eyß^govo öov vjto- \\ jtoötov rcö^ jtoöwv öov ^^ et oiw öaö Xeyet avrov xvgtov xat Jtwo vioö av- rov eörtv Tcat o jroXvO oyXoO tpcovev avrov ijöewö' ^^xat tXeyev pp. 343—346] Codex Rossanensis, Mc 12. 13. 87 avTOiö £V TT] ötöayji avrov ßlEjiere ajto tcov yQa^ufiarscoj' rmv d^eXovTcov 8V öroXaLö jütQijtaxsiv xat aöjtaöfiovö ev ratö ayo- gaiö ^'^xai üiQcoroxad^eÖQLaö ^v raiö Ovi^ayor/aiO xat ütgo^ro- xXiOiaö £V roiö ösijcvoiO' ^^ot xarsö^LOVTso zao oixiao rmv yjjQcov xai nQO(paöH (laxQa jtQoösvyoftsvoi' ovrot XrjfiipovTai jisQiööoTSQOv xQLfia' ^^xai xad^^Löaö o ltjöovö xarsvam rov yaC,o(pvlaxLov s&sojqi jtmo o oylo6 ßalXsi yaXxoi^ \\ eiö ro ya^ocpvXaxeiov xcu jioXZoi jtXovOioc eßaXXov jüoXXa' ^'^xai s?.- d^ovöa ^ta yriQa Jtrcoyrj sßaXsv Xsjtra ovo o sOriv xoÖQavTrjO' ^^xat jtQoöxaXeOafievoö rovö (iad^^iraö avrov stJtev avroiO' afir/v XsycQ vfiiv Ott Tj yrjQa iq jtTmyrj avrrj jtZstov jtavTcoj? eßalev TCOV ßaZXovTon^ eio ro ya^o(pvXaxiov' ^^JtavTeö yag ex rov jisQiOösvovToö avToiö sßaXov avr?] öe ex Ti]ö vöTeQ9/ö£coö av- T?jO Jtavxa oöa uyev eßakst^ oXov rov ßiov avT7]0' XIII. Kai exjtoQevo^evov avrov ex rov cegov Zeyei avrco eiO TCOV fiad^/]rojv avrov öidaöxaXe löe jtorajtoi lid^oi xat jio- rajtai OLXoöoiiar '^xat ajroxQid^eiö || o UjöovO eijtev avrco' ßZe- jteiö ravrao raö fieyaXao otxodo/mö' afi7jv Zeyco öoi ov fi?] a(ped^?j wöe Xid^oö ejtt Xid^co o6 ov fi?/ xaraXvd^i]' ^xai xa{)-7](ie- vov avrov ejti ro oqoö roov eXaicov xarevavrt rov legov ejti}- Qcorcov avrov xar löiav jterQoö xat laxcoßoö xat looavvrjO xat avÖQeaö' ^etjte ?]fitv jrore ravra eörat xat rt ro C7]fietov orav fieXet ravra jtavra ovjneXetöd^at' '^o de t7j6ovO ajcoxQt&eiO av- roto 7]Q^aro Xeyetv ßXejtere fi7]6eiö vf/ao jiXavrjöri' ^jtoXXot yaQ eXevöovrat ejtt reo ovo^art fiov Xeyovreö ort eyco etfit xat jioX- Xovö jtXavrjOovOtv' ''orav öe axov- || 67]re jtoXefiovo xat axoao jioXeficov fifj d^Qoetöd^e' öet yag yeveöß^at aXX ovjtco ro reXocr ^ eye q{)-?]ö erat yaQ e&voö ejt e^voo xat ßaötXeta ejit ßaOtXetav xat eöovrat Otöfiot xara rojtovö xat eöovrat ?ufiot xat Xotfiot xat ragayat' ^aQyat coötvcov ravra' ßXejiere 6e v^tö eavrovO' jtaQaöcoöovötv yaQ vfiaö etö övveÖQta xat eto övvaycoyaö daQ7j- Oeo^at xat ejit r/yei/ovojv xat ßaOtXecov Orad^7jöeöd'at evexev efiov eto ftaQrvQtov avrotO' ^^xat etö jtavra ra ed^vr} öet juQcorov x7]Qvyß^7]i^at ro evayyeXtov ^^orav öe ayaycoOtv vfiaö jtaQaöt- öovreö fi7i jiQOfieQtfivare rt XaX7]ö7jre \\ aXX o eav öo&tj v^itv ev 8g Codex Uossanensis, Mc 13. [pp. 347 — 350 exetvrj rry coQa tovto ZaXstTS' ov yag vfittö söre ot laXovvreo alla ro jtvevfia ro ayiov ^^^TtagadcoOsi de aöeXtpoö a6eX(pov 8C6 davarov xat jicctt/q tsxvov xat sjtavaryrrjöovTai rsxva ejii yovuö xat {^^avarojöovoiv avrovO' ^'^xat eoeod^ai fiiöovfievoi vjto jtavTwv öia ro oj'Ofia fiov o de vjtofieivaö eio xsXoo öod^tjös- rar ^^oxav 6t tiörjtt ro ßösXvyfja rt]0 tQr/ftojösmö ro Qrß^ev vjio 6avi7jl TOI' jiQocprirov eöroo ojcov ov Sei' o avaytvcooxcov vo- eiroj' rort oi sv rr/ lovöata (psvyaroDOav siö ra oqyj' ^-'o öe ejii rov öcofiaroO \\ (xrj xaraßarm sl6 rr]v oixtav fif]6s uöeXd-s- roj agat rt tx r?jö oixiaö avrov ^^xat o etö rov ayqov cov (11] ejtiörgeiparco siö ra ojttöoj agai ro iftariov avrov ^''ovat ös raio ST yaörQt exovöaio xac raiö d-rjXa^ovöaiö sv exsivaiö raio ?]fi£QaiO' ^^ jigoöev^eöd^t dt tva (irj yevrjraL t] (pvyrj vftCDV ysifio9- voö [iTjöt öaßßarov ^^ tOovraL yaQ ai TjfisQat sxeivai f^Xiipio oia ov ytyovtv rotavrrj ajt aQyrfi xriöewö rjv exriosv o {heoo ovo ov fi7] ysvyrai' '^^xai tt fir/ xvqioö txoXoßoösv raö TjfitQao exu- vaO ovx av töcod^?] jiaöa Oag^' aXXa öta rovö exXsxrovö ovo e^sXs^aro exoXoßmötv || rao 7j/z£Qaö sxstvaö' -^'roTe sav riö vfiiv eijtrj iöov (DÖt o ygiOroö 7] löov exet firj jitörtvörjre' ^'^eysQ- {h7j(j07'rai yaQ ^tvöoxQtöroL xac ^psv6ojtQOCp7]rai xai öcoOovötv Or/fitia xai rsgara jtQoö ro ajiojtXavav u övvaroi' xai rovö €xX.£xrovö' '^^vfieco ös ßXejcsrs' löov jtQoecQTjxa vfiiv ajiavra' ^^aXX ev sxeivaio raiö r/fisgaio fisra r7]v O-Xtipiv rcov 7]fi£Qcov txHvmv o tjXloö öxortöd^TjOeraL xai rj öeXrivrj ov öcoöei ro g)sy- yoo avr7jö '^^xai ot aOrsQtö rov ovgavov eoovrai sxjtijtrovreö xat at övvafiuö at sv rotö ovQavotO öaXsvO-7]öov- \\ rat' ~^xat rors oipomat rov vtov rov avd^Qmjtov SQyofisvov sv vsfpsXatö fisra övvafisojo jtoXX7jö xat öo§7]6' '^''xat ajtoOrsXXst rovö ayys- Xovö avrov xat sjttövvaB^st rovö sxXsxrovö avrov sx rcov rsö- öaQwv avs/imv aji axQov yr}ö scoö axQov ovQavov ^"^ajto ös r?]ö övx7]ö fiaihsrs r7/v jiaQaßoX7]V' orav 7]örj o xXaöoö avrjp ysv7]- rat ajtaXoö xat sx(pV7] ra (fvXXM ytvmöxsrs ort syyvö ro d-sQoö sörtv ^'^ovrcoö xat vfistö orav ravra tÖ7/rs ytvofisva ytvcoöxs- rs ort syyvö sörtv sjtt d-vgatö' ^'^a^uf/v Xsyco vfiiv ort ov fi7j jraQsXd^7} 7] ysvsa ai)r7j {isygiö ov jravra ravra ys7'7]rat' "^^o ovQavoö xat || tj y7j jiaQsXsvösrat ot ös Xoyoi /.wv ov ,(//; jia^sX- pp. 351—353] Codex Rossanensis, Mc 13. 14. 89 ^coöiv ^'^jisQi ÖS T7]d fjuegaö exsivrjö rj coQaö sxstvrjö ovöeiö oiöev ovös Oi ayyeXoL tojv ovQavcov ovös o vtoO si fir/ o jcarr/Q' ^^ßZsjtSTS de ayQvxveire xai jiQoOsvxsödaL ' ovx oiöars yag jtors o xaiQoö tOTiv ^^coöJteQ yaQ av&QWJtoö ajtoör/fioO a(p£i6 rrjv oixtav avTOv xac öovö rotö öovXoiO avzov rrjv s^ovöiav xai BxaöTca To SQyov avrov xai reo d^vQcoQm tvereilaro iva yQTj- yoQTj' ^^yQr/yoQeiTS ovv ovx oiöare yag jtors o xvqloö r/yö ol- xiaö sQysraL oips tj (ieöovvxrioD rj aXsxroQocpcoviaö rj jtQcor ^^fiTj eZd^cov 8^ai(pvrj(j svgrj vfcaö xaihsvöov- \\ zaö' ^'^ a öe v^w Xsyoj jtaöiv Xeym' yQTjyoQsire' XIV. Hv Ö£ TO üia()ya xai ra aC^vfta fisra ovo rjfiSQaO' xai E^7jTovv OL aQxi£Q£i(j xai ot ygafiftareLö ro jtcoo avroi> öoXco xQaT7jöavT£0 ajtoxTLVcoönr '^sXsyov Ö8' fiij ev ttj eoQrrj ft7jji0T£ ^OQvßoö sörai rov Xaov ^xat ovroö avrov ev ßrjd^avia ev rrj oixta Oificovoö rov Xejcqov avaxei^ievov avrov rjXd^ev yvvrj syov- öa aXaßaorgov fivQov vaQÖov Jtiörix7j6 jtoXvreXovö xai övvrQi- ipaöa rov aXaßaorgov xarex^ev avrov xara rrjö xetpaXrjö' ^rjöav de riveö ayavaxrovvreö jtQoO eavrovö xai XeyovreO' eiO ri tj ajtcoXia avrrj rov fivQov yeyovev ^7j6v- \\ varo yaq rovro ro fivQOV jiQad^rjvai ejtavm rQiaxoöimv örjvaQimv xai öod^rjvai roiO jirmxoiö' xai eveßQificovro avrrj' ^o öe irjoovö eijtev acpere av- rrjV n avrrj xojtovö JiagexBre' xaXov egyov eigyaöaro ev efioi' '^ jtavrore yaQ rovö jcrmyjovö exsre fied- eavrcov xai orav ^e- Xrjre dvvao^e avrovö ev jtoirjöai' efie öe ov jtavrore e^sre' ^o eö^sv avr7j ejioujöev jiQoeXaßev ^vQiöai ro öcofia fiov eiö rov evratpiaöfiov ^afi7jv Xeyco vfiiv oüzov eav X7jqvx^^] to evayye- Xiov rovro eiö oXov rov xoöfiov xai o ejtoirjöev avrrj eiö [ivrj- [loövvov avrrjö XaXrjd^rjöe- || rar ^^xai lovöaö o löxaQicorrjö eiö Tcov ömöexa ajtTjXS-ev jtgoo rovö aQxisgeiö iva jiaQaöo) avrov avroiö' ^^01 6e axovöavreö exccQTjöav xai ejt7jyyeiXavro avrm aQyvQia öovvai' xai e^Tjrei jimö evxaigcoö avrov jtaQaöco' ^'^xai rrj jtQcorrj Tjfiega rmv aC^vfiojv ore ro jtaöxcc e^vov Xeyovöiv avrco Ol fiad'7jrai avrov jtov ^eXeiö ajteX^ovreö eroifiaömfisv iva (payrjö ro Jtaöxa' ^^xai ajtoöreXXei ovo rmv (iad^rjroov av- rov xai Xeyei avroiö' vjiayere eiö rrjv jcoXiv xai eiöeXd^ovroav 90 Codex Eossanensis, Mc 14. [pp. 354 — 357 vficov siö TT]v jtoXiv ajtavxrjöEL vfciv avd^QODjioö xegafiiov vda- TOö ßaöra^ojv axolovd^rjCaTe avtm ^^xac o- \\ Jtov sav tioekO^?/ eutaxat toj oixoöeojcor?/' o ÖLÖaOTcaXoö Xtyw Jtov eoriv ro xaraXvfia fwv ojiov ro jiaoya fiera tojv fia^?/TOJp fcov (paym' ^^xai avToO vfiLV öl^l avcoytov ^tya i^öTQojiievov eroifiov exei STOtfiaöaxs rjfiLV ^^xai e^rjXO^ov ot fiaü-rjzaL avxov xai rjXd^ov 8iO T?]v jioliv xai 8VQ0V xa^coo £ijt£v avToiö xai ?]Totfiaöav ro üiaöya' ^'o^peiaö ös y8vofi£V7/6 sgyerai fiera rcov öo:^d£xa' ^^xai araxeifievcov avrcov xat eo^iovrojv eijisv o irjoovo' afi7jv Xsyo) vfitv ort stö eg vficov jtaQaÖcoösi (le o söO^icov fiex efiov ^^01 de rjQ^avTo Xvjtuöd^ai xac Xeyuv avxoj || elö xad^ eiO' fir/ri syoj £if/i' xai aXXoö' fi9jTi syco si^ut' ^^o da ajtoxQL^sio ecjt£V avroio' £iö ex TCQP öcoöexa o efißaipao fier efiov eio ro TQvßXiov ^^o f/ev VLOö Tov avß-Qcojiov vjtayei xad^wö yeyqajtxai jteqi avrov' ovac de tcd m>d^QmjzG) £X£ivm 6i ov o vtoö rov at^O^QWjtov jtaQa- ÖLÖorat' xaXoi> r]v avTCO £i ovx £y£vvrj^rj o avd^Qcojioö exetvoO' "^^xai eöd^Lovrmv avtcov Xaßcov o irjöovö rov agrov xai evXoy?]- oao £xXaO£V xai eöojxev avroLö xai eijtet>' Xaßere tpayere rov- ro eöTiv ro Ocofia f/ov' '^^xai Xaßwv jioxrjQiov evyaQiötf/ciaö eöcoxev avroiö xat ejtiov e^ avrov jtavreö' ^^xac eijcev avroic rovro eOrcv \\ ro aifta fiov ro rrjö xaivrp dia{^7jX7]0 ro JieQi jioXXcov exyvvvofievov' ^^afi?]v Xeyco vfiiv ort ovxert ov firj jitco ex rov yev7]fiaroo r7]ö afijteXov ecoö rrjö r/f^egaö exeivr/O orav avro Jttvm xatvoiy ev rrj ßaotXeta rov O^eov ^^xat vf/t^7]0avreö e^rjX^ov etö ro oqoö rmv eXatcov '^''xat Xeyet avroto o t7]öovö ort jtavreö oxavöaXiöß?jO£öd^at ei^ efiot ev rrj vvxrt ravr7j' ye- yQanrat yaQ' üiara^m rov jtotf/eva xat ötaöxoQjtt6&7/6ovrai ra jiQoßara' '^^ aXXa fiera ro eyeQ{^7jvat (ie jtQoa^co vfiaö etö rr/v yaXiXaiav '^^o de jterQoo e^rj avrco' xat et jravreo öxavöaXto- d^f/öovrat II aXX ovx eyw ^^xat Xeyet avrco o t7jOovO' af/7jv Xeyco cot ort öv 07jfteQOv ev rrj vvxrt ravr7j jtqiv 7] öiO aXexroga cpcov7jöat rQtö ajiaQV7j07j fie' '^^o de jierQoö ex jceQtööov eXeyev ftaXXov ' eav öetj ftat övvajto^a7>etv öot ov ,w?/ öe ajtaQV7jöoftai ' coöavrcoö öe xat jtavreö eXeyov ^'^xat egyovrat etö x<^^(^^ov ov ro ovo^a yeöötj^avet xat Xeyet roiö f.iai)^7jraiö avrov xa^eiöare cüöe ecoö av ajteXd^cov Jigoötv^cofiat' '^''^xai jtaQaXaiißavet rov pp. 358—361] Codex Rossanensis, Mc 14. 91 jtezQOV xat iaxcoßoj> xai icoavvrjv //e^ eavtov ocai rjQ^aro ex- d^außeiöd^ai xai aörjUOVBLV ^^xat ?.ty£t avToiö' jibqlIvjioö eöriv Tj ^pv^rj fiov sojö d^avarov fisivaze w6e \\ xat yQrjyoQstTS' ^^xai jtQ06eld^cov fiixQov sjtsöev sjti jtQoömjtov ejtt rrjö yrjö xat jtQOö- 7]vx£T0 Lva £1 dvvarov söriv jiaQtld^rj ax avtov rj coQa ^^xai sX^yev aßßa o naT7]Q jtavxa övvara öot' jragsvEyxs ro jtor?/- QLOv TOVTO ajt sfiov jiXtjv aXX ov ro sym d-eZm aXX ort ov ^''xai sQx^rat xat svQiöxet avrovö xa^svöorrao xai leyu reo TtSTQco' öLfimv xaO-svöeiö' ovx lOxvöaö fiiav coQav yQr/yoQ7](jac' ^^yQ7]yoQure xat jtQoösvxsd^s iva firj uOeld^rjre £i6 jtsiQaöfiov ro fi£v jtvsvfia jtQo^vftov rj 6s öaQs aöd^evrjO' '^^xai jiaXiv aji- sl^cov jiQO07]v^aTO TOP avTov Xoyov sijrcov \\ ^^xat vjcoöTQe- ipaö evgev avrovö xa^svöovraö' r/öav yag oi oq)&aXfioi avrcov xaraßagwoiievoi xat ovx löiöav n avxco ajtoxQid^möiv ' ^^xat €QX£Tai ro TQLTov xai Isyu avroiö' xa^svösrs ro XoiJtov xai avaxav8öd^£' aüisx^r r/Xd^ev rj coQa' löov uiagaöiöoTai o vioö rov avd^Qcojiov SLö x^^Qf^^ t^^^ anaQxmXwv ^'^eysiQSOü^s aycofisv löov o jtagaöiöovö fis rjyyixsv ^^xai eri avrov XaXovvxoö jzaQa- yivsxai lovöaO uö xcov ömösxa xai fiex avxov oxXoo jtoXvo fiexa fiay^aigcop xai ^vXcov jtaQa xcot^ aQX^^Q^f^^ ^^^ ^<^^ ygaf/- ^axsmv xai xcov jtQeößvxsQcov ^^öeöo)- \\ xsl Se o jtaQaöiöovö avxov övööTjfiov avxoiö Xsymv ov av (ptXrjOm avxoo söxiv xga- X7]öax£ avxov xat ajtayaysxe avxov aOg)aXwö' ^^xai eXd-mv svO^swö jtQOOeXd^cov xco irjöov Xsysi avxm Qaßßi gaßßt xai xaxe- g)iXrjö£v avxov ^^ol 6s sjteßaXov avxm xaö x^f^Q^^ avxcov xai £XQaxr](jav avxov ^'^£10 Ö£ xiO xcov jtaQ£Ox7]xoxcov Ojta(jafi£voö xrjv iiaxaiQav £üiaiö£v xov öovXov xov aQX^^Q^^^ ^cai a(piX£v avxov xo coxiov ^^xai ajioxQi^£i6 o irfiovö £iJt£V avxoiö' wo ejti Xr/öxrjv £^7jX&'ax£ fisxa fiaxaiQcov xai ^vXcov (jvXXaߣiv //e* ^^xaü- ?]- II fi£Qav ?]fi7]v jiQoO vfiaö £v xco i£Qm öiöaöxmv xai ovx £XQax7]6ax£ f(£' aXX iva jrXrjQco^coöiv ai yQacpai' ^^oxs oi fia^7]xai ag)£vx£ö avxov 3iavx£ö scpvyov* ^^xai £iö xiO V£avi0- XOÖ 9]XoXoV^riO£V aVXG) Jl£QiߣßX?]fl£VOO öiVÖOVa £Jli yvfivov xai xgaxovöiv avxov ot v£aviöxoi' ^^o Ö£ xaxaXijtwv xr]v ^0. oxe] fort. TOTE codex; vide Prolegom. 92 Codex Rossanensis, Mc 14. [pp. 362—365 öivöova yvfivoö scpvysv an avrow ^^xai ajtrf/ayov rov irjöovv JTQOO rov agycegea xai övvEQxovrat avrco jtavrso ol agyisQuö y,ai OL jtQSOßvTSQoi xai ol yga^xiiaretö' ^^xai o jistqoö ajto [laxQo^^v ijXoXovd^TjOtv avTco smö £Ooj blö r7]v avltjv rov aQyiSQsmö xai 7]v övvxad^rjfievoö xai || {^sQ^uaivofisvoö fieza rmv VJl7]Q8TCOV JtQOO TO CpCOÖ' ^^01 6i- aQyiEQStö XÜL oXoP TO ÖVV£- ÖQLOV eC^7]Tovv xaxa rov ltjöov ^uaQzvQiav slö to d-avaratOac avTOV xat ovx svqlöxov ''^jioXXol yaq sipEvdo^uaQrvQovv xar avTOv xai Löai ai naQTVQiai ovx i]6av' ^'^xai rivso avaörav- T£ö sipsvdof^aQTVQovv xar avrov XeyovTso -'^ori 7]fi£io rjxov- Oafiev avTov XeyovroO ort ^ym xaralvöm rov vaov rovrov rov x^f^QOJtoirjrov xat aXlov ayetQOJtoir]rov öia rgiojv 7]f/eQCDV ocxoöofir/Oo}' ^^xac ovös ovrcaö löö?] ?]V fj fiaQrvgia avr(x>7>' ^^xai avaörao o aQyisQSvö siO fisoov sjtrj- || QCDrrjösv rov i7j- öovv X^ycDV ovx ajtoxQi7>7] ovÖBV ri ovrot öov xarafiaQrvQov- CiV ^'^o ÖS söLcojta xat ovösv ajtsxgtvaro' jtaXtv o aQyiSQSvö £jc7]Qa)ra avrov xai XzyBi avrco' öv sl o ygiöroö o vioö rov 8vXoy7]rov' *'^o ob i7]6ov6 bijtbv Bym Bifit' xai o^Böf^B rov viov rov avO^Qcojtov bx öb^icov xad^r^iBVOV rrjö övvafiBODö xai BQXofiBvov fiBra rmv VBcpBXcov rov ovgavov ^^o 6b aQyiBQBvo öiaQQTj^aö rovö yirwvao avrov XByBi' ri Bri yjQBiav Byoy^Bv HaQrvQCßV ^^?]xovöarB jtavrBö rrjö ßXaö(p7]fiiaö avrov ri vfiiv öoxBi' Ol ÖB JtavrBö xarBxgivav avrov Bivai bvo/ov ^avarov ; ^^xai 7jQ^avro rivBö Bf/jtrvBiv avroj xai jiBQixaXvjtrBiv ro^ jrQ0öa)jt07' avrov xai xoXaq)i^Biv avrov xai XByBiv avrco' jtqo- (frjrBvöov rjfiiv yQiörB riö Böriv o jiaiöaö öb' xai oi vjt7]QBrai Qajüiöfiaöiv avrov BßaXXov ^^xai ovroö rov jcBrQov bv t?/ avXrj xaro) BQysrai fiia rmv Jtaiöiöxmv rov agyiBQBmö ^"'xai löovöa rov jtBrgov -O^BQfiaivofiBVov Bvß?,£ipaöa avrm XByBi' xai öv fiBra rov 7>a^aQ7jvov ujöov 7]ö{^a' ^'^o 6b 7jQV7]öaro X^Bymv ovx oi6a ov6b BJiiora^ai öv ri XByBiö' xai B^7]Xd^BV B^m Bio ro üiQoavXiov xai aXBxrmg B(pmv7jöBV' ^'^xai 7] Jtai6iöx7/ i6ovöa av- rov jiaXiv 7jQ^aro XByBiv roiö jtagBör?]- \\ xoöiv ori ovroö B$, avrmv Böriv '^o 6b jtaXn^ 7jQV7jöaro' xai fiBra fuxQoi^ jiaXw Ol jiaQBörmrBö BXByov rm jTBrgm' aXf/d-mö b^ avrmv Bi xai yag yaXiXaioö bi xai 7/ XaXia öov 6//X01' '^o 6b 7/()^aro pp. 366—369] Codex Rossanensis, Mc 14. 15. 93 ava&sfiati^eiv xai ofivveiv ort ovx oiöa rov avd^QCjjtov ov XsY^Te' '^'^xai ex öevregov aXexrcoQ ^(pcovrjOev' xat avefiv?](jB^ri 0 jtSTQOö TO ()7]fia o eijru^ avrco o irjöovö ort jiqlv aXtxroQa cpcovrjOai ajtaQP?jörj fie tqiö' xac ejtcßaZcov exZaiev XV. Kai evO^scoö ejti ro jtQcoi övfißovhov jtoirjOavTsö 01 aQxi£Qsi6 f/exa rov jtQsößvrsQcov xat yQafifiaTecov xat oXov TO öx'VhÖQLoi^ ötjöav- II reo top i?]6ovv ajt7jyayov xat jtaQEÖcoxav ro? jtiXaTco' '^xai njirjQcorrjOtv avrov o jnXaroö' öl? iL o ßaöiXsvö rcov lovöaicov o de irjöovö ajtoxQi^siö eijtev avTco' öv Xeyeiö' ^xai xaTi]yoQovv avrov oi aQ^HQHö jtoXXa avTOö de ovöei^ ajtexQivaro' ^o 6e jtiXaroö jiaXiv ejirjQcor^jöev avrov Xeyojv ovx ajtoxQiv?] ovöev ei6e Jtoöa öov xaza- fiaQri^Qovöiv '""o 6e irjöovö ovxeri ovöev ajtexQiü^rj coöre ^av- (la^eiv rov jtiXarov ^xara Se eoQrrjv ajteXvev avroiö eva öeöfiiov ovjteQ rjrovvro' '^rjv de o Xeyofievoö ßagaßßaö (lera rcov övvöraöiaörcov || öeöefievoö oiriveö ev rrj öraöei cpovov jtejioiTjXiöav ^xai avaßorjöaö o o^Xoö rjQ^aro aireiöd^ai xaü-coö aei sjtoiei avroiö' ^o öe jtiXaroö ajiexQid^rj avroiö Xeymv 0-eXere ajtoXvöco viiiv rov ßaöiXea rcov lovöaicov ^^ eyivcoöxev yaQ ort öia cpd^ovov jtaQeöojxiöav avrov oi agy^iegeiö' ^^oi öe aQXieQeiö aveöiöav rov oxXov iva (laXXov rov ßagaßßav ajto- Xvö?j avroiö' ^^o öe jiiXaroö ajioxQid^eiö jtaXiv eijiev avroiö' ri ovv d^eXere Jioirjöco ov Xeyere ßaöiXea rcov lovöaicov ^'^oi Öe jtaXiv exQa^av öravQcoöov avrov ^^o öe jiiXaroö eXeysv avroiö' ri yaQ xaxov ejtoujöev oi öe jj jteQiööoregcoö exga^av öravQcoöov avrov ^^o öe JtiXaroö ßovXofievoö reo oyXcx) ro ixavov üioirjöai ajteXvöev avroiö rov ßagaßßav xai jtaQeöorxev rov irjöovv cpqayeXXcoöaö iva öravQco&rj' ^^oi öe örQaricorai ajirjyayov avrov eöco r?jö avXrjö o eöriv jtQaircoQiov xai övv- xaXovöiv oXrjv rrjv öJteiQav ^'xai evSvovöiv avrov jioQcpvQav xai jteQirid^eaöiv avra> jtXe^avreö axavO-ivov örecpavov ^^xai rjQ^avro aöjia^eöd^ai avrov xai ).eyeiv x^^Q^ ^ ßaöiXevö rcov lovöaicov ^'^xai srvjtrov r7jv xecpaXrjv avrov xaXaiico xai evejtrvov avrco xai riO-evreö ra yovara jtQoöexvvovv avrco' '^^xai ore evejtai- |1 ^av avroj e^eövöav avrov rrjv jioQ(fVQav 94 Codex Rossanensis, Mc 15. [pp. 370—372 xai svedvOav cwrov za ifiaria ra löia' xac e^ayovöiv avxov Lva öravQOJöovöiv avrov '^^yMt ayyaQevovötv riva öifxojva xvQTjvaiov SQyofisvov ajio aygov top jtareQa aXe^avÖQov xat Qovq)Ov iva agrj top ötüvqop avrov ^'^-xai (pegovöip avrov EjtL rop yolyod-ap rojtop o eörip fied^eQf/?]pevofi£POO xgapiov rojtoö' ^^xac söiöovp avroj jtisip eöf/vQPiöfiepov otvov oö de ovx eXaßev' '^^xat öravQcoöapreö avrop 6tafieQiC,opro ra ifia- na avrov ßaXlopreö xItjqop sjt avra riö rt agr/' ^'^7]p 6e coQa rQtri] xat söravQcoOav avrov '^^xac rjp ?] £jnyQag)rj rrjö II airiaö avrov sjtiysyQafiizsprj' o ßaötZsvO ro?p lovöatow '^''xac Ovp avrco oravQovöip ovo hpraü spa ex ös^icop xat £pa E^ svcopvf/CQP avrov ^^xai ejtXrjQcod^rj rj ygacprj ?] Xeyovöa' xat ^isra avoficop eXoytod^rj' '^^xat oi JtaQajtoQevof/epot sßXaö- (ptjuovv avrop xsipovpreo rao xe^aXao avrojp xat Xeyopreö' ova o xaraXvcop rop vaov xat ev rQtötp r/fisgaio ocxoSofioop' '■^^öojöop ötavrop xai xaraßa ajto rov OravQov ^^oftoiwö de xat ot aQxtegeto efiJtatC^ovreö jtQoö aXXrjXovö fiera rojv yQafi- [lareow eXeyop' aXXovö eOcooev eavrop ov övvarat oojöat' •^■^o ;f()«öTO(> o ßaötXevö rov \\ t(jQa?]X xaraßarco pvp ajto rov OravQov tva töcofiep xat jti6rev6co(iev avrm' xat ot övpeörav- Qro/tepot avrco optöei^op avrop' ^^yepo(ieP7]ö 6e coQaö exri]6 Oxoroö eyepero e(p oX7]p rrjv yrjp ecoö wQaö evarip' '^^xat rrj wQa rtj evarrj eßotjöep o trjöovö cpcop?] (leyaXtj Xeyow eXojt eXcot Xä/ia öaßayßavet' o eörtp fied^eQ/njpevofiepOP' o d^eoö fiov o d^eoö fiov etO rt f/e epxareXtjteö' '^^xat rtped rcov jtaQeOr7jxorcop axovöapreö eXeyop' löov 7]Xtav [cpcopet'] ^^ÖQa- ficop 6e etö xat yefitoaö ojtoyyop o^ovö jieQtd^etö [re xaXaf/co] ejtort^ev avrop Xeycop' arpere || lörnftep et eQyerat r/XtaO xad-e- Xetp avrop' '^' o de tf]6ov6 acpetö (pcoP7]p (teyaX7]p e^ejtpevöEV' ^^xat töov ro xarajteraOf/a rov vaov eöyt(jd^7] eio ovo ajto avo>- 24. 6La[JLeQit,ovxo] fort. 6iFf^8()itorTo codex; vide Prolegom. 34. käßd] ita codex A« linea exeunte et fia in principio sequentis liueae scripto. 35. (ptorei membrana lacerata periit. 36. Tf xakafxüj] membvaua lacerata iit supra. I pp. 373—375] Codex Rossanensis, Mc 15. 16. 95 ^£V £co6 xarcQ' '^^löov de o xsvtvqcojv o jtaQsöTrjxcoö e§ svavTiaö avTov ort ovtcoö xga^aö s^sjtvsvöev eijtsv aZrj&oyö o avd^Qcojioö ovToö vioö rjv d-eov ^^tjöav ös xat yvvaixeö ajio fiaxQod^sv d^tcoQovöat sv aiö rjv fiaQia rj [iayöaXrjvrj xat fiaQia f/ taxmßov Tov f/iXQOV xat icoOrj firjtrjQ xat öaXcofirj ^^at xat ors TjV 8V ZTj yaXtXata rixolov^rfiav avxm xat ötr]xovovv xat aXXat jtoXXat at övvavaßaöat || avXG) stö tegoöoXvfia' ^'^xat 7]6rj orptaö y£vo(/svT](j ejtt rjv jtaQaOxsvrj o eörtv jtQoö öaßßa- Tov ^^sXd^cov tco(j7]

' nicht fiav&dvcov) . . . susceperat verwandeln p. 77, 25?" Der „hässliche Grä- cismus", den Hieron. p. 78, 9 angeblich durch einen gewöhnlichen latei- nischen Ausdruck ersetzt haben soll, ist von Zahn in den Text von B durch eine Conjectur erst eingesetzt worden. Der angebliche Commentar des Theophilus. -121 Jedenfalls liefert aber die Vergleicliung der Texte keinen An- haltspunkt für die Annahme, dass in B das betreffende Stück eine Abschrift aus Hieronynins sei. 2) Jedoch andere Erwägungen scheinen diese Hypothese recht wahrscheinlich zu machen. Es steht der betreffende Ab- schnitt (Erklärung von Lc. 16, If.: Parabel vom ungerechten Haushalter) in B an einer sehr verdächtigen Stelle, nämlich am Schlüsse des dritten Buches (HI, 20), während vorher schon Stellen aus c. 15 — 19 besprochen worden waren. Die ausführ- liche Behandlung der Parabel c. 16, If. erscheint somit wie ein Nachtrag. Noch mehr: die Parabel selbst war schon vorher (HI, 11) kurz erklärt oder vielmehr die Grundzüge einer Erklä- rung waren angedeutet: „Homo quidam erat dives qui habe- bat villicum. Hanc comparationem salvator villico iustitiae, id est episcopis dedit, ut, quomodo domino suo fraudem fecit, ut haberet unde postea viveret, ita episcopi non omnia peccata ul- cisci debeant, sed locum poenitentiae reservare eos conveniat, cum praesertim ipse dominus dixerit: Nolo mortem peccatoris, sed ut convertatur a via sua et vivat. Ideo autem laudavit dominus lesus fraudatorem domini sui, ut eins sequentes exemplum non omnia debita exigamus." Trotz dieser Deutung folgt nun am Schlüsse des Buches, III, 20, eine zweite Auslegung, die mit der ersten gar nichts gemein hat; denn der Haushalter wird hier auf Paulus gedeutet, und diese Erklärung wird an der ganzen Parabel verhältnissmässig eingehend durchgeführt. Am Schlüsse aber heisst es ohne jeden Übergang (S. SO, If. bei Zahn): „Scien- dum est autem hanc comparationem salvatorem nostrum epis- copis posuisse.'^ Diese Worte, durch welche die neue Erklärung mit der zuerst gegebenen — schlecht genug — verbunden wer- den soll, finden sich bei Hieron. nicht, während er doch noch die unmittelbar vorhergehenden wiedergegeben hat.^^) Somit liegt die Annahme sehr nahe, dass die Erklärung, welche Hieron. in der ep. ad Algas. als aus Theophilus stammend mitgetheilt hat, in B erst nachträglich zugesetzt worden ist. Der Bearbeiter, so scheint es, hat es sich so leicht wie möglich gemacht. Er hat die Erklärung, welche er bei Hieron. gelesen, in den Um- fang seines Buches — welches er für das des Theophilus 18) In welch' eigenthümlicher Art, darüber s. unten. \22 ^^^ angebliche Commentar des Theophilus. ausgeben wollte — einfach aufgenommen, obgleich er selbst aus seiner Vorlage schon eine andere Erklärung der Parabel mitgetheilt hatte. Die Vereinigung der beiden hat er so be- wirkt, dass er am Schlüsse der zweiten noch einmal an die erste erinnert hat. Ein solches Verfahren ist aber sonst in dem ganzen Werke, trotz aller Unordnung, die in demselben herrscht, beispiellos. Wohl giebt es Fälle, die dem hier vorliegenden nahe kommen; aber einen völHg analogen wird man nicht angeben können. I, 25 ist mit III, 3 wörtHch iden- tisch. In I, 18 behandelt der Verf. Mt. 13, 44, als ob er diesen Vers noch gar nicht erklärt hätte, während er doch schon I, 11 eine Deutung gegeben hatte. Die neue ist der erst gegebenen immerhin sehr verwandt und nur zum Theil eine wirklich neue. Die „5 Brode und 2 Fische'' hat der Verf. dreimal behandelt, aber stets dieselbe Auslegung befolgt (I, 12. I, 19. II, 5). Am nächsten kommt noch dem bei der Deutung der Parabel vom ungerechten Haushalter vorliegenden Verfahren das oben in den Fällen D, E, F, G, H, I, L beobachtete. Allein der wichtige Unterschied bleibt immer noch bestehen, dass in allen jenen Fällen der Verf. bei der je späteren Erklärung niemals auf die frühere zurückgeblickt, sondern unbekümmert um das, was da- hinten lag, seine neuen Quellen ausgeschrieben hat. Hier da- gegen ist er sich augenscheinlich bewusst, die Parabel Lc. 16, If. schon einmal gedeutet zu haben, und er erinnert seine Leser in plumper Weise an diese Deutung, um das Auffallende der Dou- blette zu verdecken. Es ist der einzige Fall in dem formlosen W^erke, in welchem eine Absicht des Verfassers, resp. eine Re- flexion desselben hervorzuleuchten scheint. Ist es nicht überaus verdächtig, dass dies gerade bei der Erklärung der Perikope zu Tage tritt, welche die einzige ist, die ein Zeugniss des Alter- thums für ihren Ursprung von Theophilus besitzt? Aber dieses Zeucrniss steckte doch an einer recht verboro-enen Stelle. Soll man dem Verfasser so viele Kenntnisse zutrauen, dass er die theophilinische Erklärung jener Parabel in der ep. ad Algas. des Hieron. aufgefunden und aus ihrem Verstecke befreit hat? Diese Annahme scheint schwierig, aber sie ist es durchaus nicht: denn es lässt sich ein völlig analoger Fall nachweisen. Zacha- rias Chrysopolitanus (saec. Xll.) in seinem Commentar zur ^vangehenharmonie (dem lateinischen Tatian) bezieht sich an Der angebliche Commentar des Theophilus. 123 drei Stellen auf den Brief des Hieron. an die Algasia und schreibt das ganze Stück, welches Hieron. aus Theo- philus mitgetheilt hat, aus.i^) P. 738 äusserten „Non ab- sonum videtur, evangelium compendiose nos recipere in uno opere Theophili episcopi vel Tatiani seu Ammonii Alexandrini aut alius cuiuslibet, congruo componentis ordine, unam ex quattuor narrationem". P. 742 schreibt er: „Ad haec pater Hieronymus in homilia de villico iniquitatis introducens Theophili expositiones, hanc eins laudem adiecit: ,Theophilus Antiochenae ecclesiae sep- timus post Petrum Apostolum episcopus, quattuor evangelistarum in unum opus dicta compingens, ingenii sui nobis monimenta dimisit'". P. 855 endlich, nachdem er die Parabel vom unge- rechten Haushalter erklärt, fährt er fort, gleich als hätte er selbst die Commentare des Theophilus eingesehen: „Theophilus Antiochenus, qui quattuor evangelistarum in unum opus dicta compinxit, haec super hanc parabolam in suis commentariis est locutus", und nun folgt in vollem Umfang und wörtlich das Stück, welches Hieron. dem Theophilus-Commentar entnommen hat. Diese Stellen sind äusserst wichtig; sie zeigen uns l) dass man — und das geht aus vielen Äusserungen des Zacharias Chrysopolitanus hervor — im Abendland im Mittelalter ein be- sonderes Interesse für alte Zeugnisse betreffs kirchlicher Evan- gelienharmonien besessen hat; der „Tatian", den man las, hielt dieses Interesse rege; 2) dass gerade der Abschnitt aus dem Briefe des Hieron. an die Algasia im Mittelalter nicht unbekannt war; denn auch Zahn gesteht zu, dass Zacharias seine Kunde von Theophilus lediglich aus Hieronymus geschöpft hat. Aber das Zeugniss des Zacharias ist nicht das einzige. Zahn selbst, unterstützt durch eine Nachweisung älterer Gelehrter, macht auf die selbständige Verbreitung der von Hieron. aus Theophilus abgeschriebenen Erklärung der Parabel im Mittelalter aufmerk- sam (S. 16). „Die von Hieron. im Brief an Algasia mitgetheilte Auslegung der Parabel vom ungerechten Haushalter ist allge- meiner bekannt geblieben und häufiger reproducirt worden. In einem Homiliarium des 10. Jahrh. auf Monte Cassino findet sie sich sammt der Einrahmung, welche ihr Hieronymus dort ge- 19) S. Bibliotheca Max. Lugdun. (1677) T. XIX p. 732—957. S. dazu Fabricius-Harless, Biblioth. Graeca VII p. 105 sq. 124 1^61- angebliche Commentar des Theophilus. geben hat. Ebenso in einer Handschrift der mediceischen Biblio- thek aus dem 11. Jahrhundert."^'^) Also im 10., 11. und 12. Jahrhundert ist die Bekanntschaft mit jener Theophilus-Hieronymusstelle nachweisbar, und von dem Commentar des Theophilus wusste man dort überall nur so viel, als Hieron. mitgetheilt hatte. Das Interesse muss ein lebhaftes gewesen sein; denn man stellte sich — richtig — den Theo- philuscommentar als die Auslegung einer Evangelienharmonie vor. Welche Bedeutung aber eine solche, aus ältester Zeit von einem orthodoxen Vater stammende, für die Phantasie der mittelalter- lichen Theologen haben musste, das braucht nicht ausgeführt zu werden. Die Annahme hat mithin nicht die geringste Schwierigkeit, dass der Verf. von B, sei es direct aus dem Briefe des Hieron., sei es aus einem Excerpte desselben, die Auslegung der Parabel vom Haushalter seinen Allegorien beigefügt hat, und nach den oben mitgetheilten Beobachtungen über die seltsamen Umstände, unter welchen die Auslegung in B steht, wird man diese Hypo- these bereits für sehr wahrscheinlich halten müssen. Aber es giebt noch ein durchschlagendes Argument, welches es zweifellos macht, dass die Auslegung der Parabel vom unge- rechten Haushalter in B eine Abschrift aus dem Briefe des Hieronymus ist. Hieronymus hat in der ep. ad Algas. lediglich die Auslegung der ersten acht Verse des 16. Capitels abgeschrieben. In ihnen ist in der That die ganze Parabel abgeschlossen enthalten; denn von V. 9 ab folgt bekanntlich die Nutzanwendung. In B sind aber auch die Verse 10 — 12 noch erklärt. Dies hat auf den ersten Blick nichts Auffallendes, ja scheint für die Unabhängig- keit B's von Hieron. zu sprechen. Allein die Erklärungen von V. 10 — 12 sind, wie Zahn entdeckt hat — wörtlich iden- tisch mit den Erklärungen, welche Hieron. wenige Zei- len vor seinem Excerpt aus Theophilus selbst gegeben hat. Diese Entdeckung ist, wie man leicht sieht, für die Zahn- sche Hypothese ganz besonders fatal. Zahn sucht sich also mit 20) S. die Nachweise bei Zahn, a. a. 0. S. 16 n. 2. 3. Dazu die Bemerkung S. 114 n. 3: Notke5_-hat-=gMrf--die ep. ad Algas. ausdrücklich aufmerksam gemacht. jii'^'^ '\^^ ^^ ^^O/zj^^^^^ Der angebliche Commentar des Theophilus. 125 ihr abzufinden (S. 98): „Es bedarf wolil nicht der Ausfülirung. wie unglaublich das Verfahren des Pseudotheophilus wäre, wenn er ausser dem, was Hieron. als Worte des Theophilus citirt hat auch noch einige (eigene?) Bemerkungen des Hieron., welche diesem Citat vorangehn, mitaufgenommen hätte, und zwar mit so sicherer Hand, dass er kein Wort zu viel oder zu wenig ab- schrieb (?), und nun eine vollständige, glatt bis zu Ende fortlaufende Erklärung der Parabel zu Stande brachte. Denkbar ist doch nur der andere Fall, welcher vorliegt, wenn unser Theophilus derselbe ist, aus welchem Hieron. sein Citat gegeben hat. Zuerst hat Hieron. nach seiner Weise stillschweigend ein Stück aus Theophilus sich angeeignet. Dann fiel sein Blick auf die ganze höchst originelle Auslegung der Parabel bei Theophilus. Diese ebenso wie das einfachere Schlussstück stillschweigend sich an- zueignen, ging nicht an, da diese Deutung des ungerechten Haus- halters auf den Apostel Paulus gar zu sehr der exegetischen Methode des Hieron. widersprach. Sollte es dennoch als ein in- teressanter Versuch der Auslegung einer schwierigen Parabel mitgetheilt werden, so konnte es nur in der Form eines ehrlichen Citates geschehen". Zahn muss also annehmen, dass Hieron., obgleich er genau markirt, wo sein Citat aus Theophilus beginnt, doch schon vor- her zehn volle Zeilen aus dem Werk des Antiocheners und zwar wörtlich — nicht nur referirend — demselben entnommen habe. Diese Zeilen aber haben einen Inhalt, der mit der Erklärung der Parabel selbst gar nichts gemein hat. Hieron. selbst unter- scheidet sie scharf von der Parabel selbst. Er beginnt seine Er- klärung von V. 9^ — 12 mit den Worten: „Denique post parabolam intulit (seil, evangelista)." Ferner: die Erklärung des Hieronymus zu V. 9 findet sich in B nicht. Zahn muss also behaupten, dass Hieron. lediglich den neunten Vers selbständig erklärt, während er sowohl die Deutung von v. 1— 8, als die von v. 10 — 12 wörtlich aus Theophilus übernommen hat. Endlich: Zahn muss annehmen, dass Hieron. zuerst die sehr einfache Erklärung von v. 10 — 12 bemerkt hat, „dann erst fiel sein Blick auf die ganze höchst originelle Auslegung der Parabel bei Theophilus". Dem gegen- über ist es vielmehr das einzig Wahrscheinliche, dass der, wel- cher den 9. Vers commentirt hat, auch die eng mit diesem ver- bundenen Verse 10 — 12 gedeutet hat; den 9. Vers hat aber auch 126 Der angebliche Commentar des Theophilus. nach Zahn Hieron. selbständig erklärt. Die Deutung der Pa- rabel allein hat er nach seinen eigenen Worten bei Theophilus gefunden. Diese hat er durch ein «ehrliches Citaf^ in extenso als dem Theophilus angehörig bezeichnet. Ist es denkbar, dass er die höchst simplen Bemerkungen zu v. 10—12 nicht aus eigenen Mitteln leisten konnte, sondern sich hier in der raffinirtesten Weise mit fremden Federn geschmückt hatV^i) Dazu kommt noch schliesslich, dass die Auslegung von v. 10 — 12 ihrer Form nach, soviel ich sehe, in B beispiellos ist. Es gilt bei Zahn als ein böses Charakteristikum der Kritiker, die er die .modernen" nennt, dass sie das Wahrscheinliche be- vorzugen und das Unwahrscheinliche bei Seite lassen. Gevriss kann man oft mehr Gelehrsamkeit und Geist bei der Vertheidi- gung eines verlorenen Postens in der Kritik leuchten lassen als bei der Behauptung einer sicheren Position. Schon nach dem bisher Ausgeführten könnte man die, welche an der Originalität des fraglichen Abschnittes in B festhalten, ihrem Schicksale über- lassen; wer wirklich ohne Voreingenommenheit prüft, der wird zugestehen, dass die Abhängigkeit B's von Hieronymus hier er- wiesen ist; denn — die Gründe mögen noch einmal kurz for- mulirt zusammenstehen — 1) die Deutung der Parabel vom Haushalter steht in B an einer auffallenden Stelle; 2) in dem Buche selbst findet sich vorher schon eine andere Deutung ; 3) der Verf verräth ein Bewusstsein davon, dass die doppelt gegebene Auslegung auffallend sein muss; 21) Nach Zahn sollen die folgenden Worte des Hieron. wörtliches stillschweigendes Citat aus Theophilus sein: ^Qui fidelis est in mi- nimo, id est in carnalibus, et in multis fidelis erit, hoc est in spiri- talibus; qui autem in parvo iniquus est, ut non fratribus det ad utendum, quod a deo pro omnibus est creatum, iste in spiritali pecunia dividenda iniquus erit. Si autem, inquit, carnales divitias, quae la- buntur, non bene dispensetis veras aeternasque divitias coelestis doctrinae quis credet vobis? Et si in his quae aliena sunt (alienum est autem a nobis, quod saeculi est) infideles fuistis, ea quae vestra sunt et proprie homini dej)utata, quis credet vobis? Unde corripit avaritiam, dicens eum, qui amat pecuniam, deum amare nonposse." Da- gegen die relativ schwierigere Erklärung von v. 9 soll Hieron. selbst er- dacht haben. \ Der angebliche Commentar des Theophilus. 127 4) die Stelle aiLS dem Brief des Hieron., welche mit dem be- treffenden Abschnitt in B identisch ist, war im Mittelalter wohl bekannt; sie hat sogar in Sonderabschriften circnlirt und ist in extenso in einen mittelalterlichen Commentar aufgenommen worden; 5) in B findet sich unmittelbar nach dem betreffenden Ab- schnitt ein Stück, welches in dem Briefe des Hieron. als dessen Eigenthum steht, und dessen Herkunft von Hieron. selbst zu bezweifeln nicht der geringste Grund vorliegt. Man könnte noch als 6. Grund hinzufügen, dass die Deutung der Parabel III, 20 von allen sonst in B gegebenen Allegorien sich unterscheidet, nicht durch ihre Ausführlichkeit, ^2) wohl aber, weil sie eine historische Deutung ist. Als einzige Parallele wäre HI, 13 (zu Lc. 18, 2) anzuführen: doch ist dieselbe auch nicht in jeder Hinsicht eine schlagende. Hiernach ist zu ur- theilen: der Compilator von B hat den Brief des Hieron. ausgeschrieben. Aber — und das wäre wohl das letzte Be- denken, welches man noch erheben konnte — erscheint nicht das Verfahren des Compilators von B so als ein schwer ver- ständliches? Wie konnte er so lui vorsichtig sein, ausser dem wirklichen Citat aus Theophilus, welches er bei Hieronymus fand, auch Auslegungen des Hieronymus selbst abzuschreiben, sie für solche des Theophilus auszugeben und damit seine Quelle und die Mache zu verrathen? Hier giebt uns Zacharias Chrysopoli- tanus einen überraschenden Aufschluss. Auch dieser Compi- lator, der, wie Zahn selbst zugesteht, nur das über und vonTlieophilus gewusst hat, was beiHieronymus zu lesen stand, giebt die Auslegung von v. 9 u. 10, wie sie beiHiero- nymus zu lesen steht, als den Schlussabschnitt der Er- klärung des Theophilus. Also ist die Sache evident. Der Compilator von B hat wie Zacharias eine Abschrift des betreffenden Stückes des Briefes des Hieron. vor sich ge- habt, in welcher die hieronymianische Auslegungder auf die Parabel 16, 1 — Sfolgenden Verse als Schlussabschnitt der Erklärung des Theophilus mit dieser zu einer Ein- heit verbunden war, oder — was unwahrscheinlicher ist — beide haben willkürlich und selbständig die 22) S. I, 30. II, 6. III, 6. III, 8. III, 10. 128 Der angebliche Commentar des Theophilus. Auslegung des Hieron. für die des Tlieopliilus ausge- geben. In der Sache kommt das auf dasselbe heraus. Die künstlichen Annahmen, zu welchen Zahn sich dem gegenüber ent- schliessen muss, um die Originalität von B zu retten, sind folgende. I) In B ist die Auslegung von Lc. 10, 1 — 8. 10—12 die origi- nale Arbeit des Theophilus. 2) Hieron. hat in der ep. ad Algas. diese Auslegung abgeschrieben, aber so, dass er erst v. 9 selb- ständig erklärte, dann die theophilinische Deutung von v. 10—12 wörtlich herübernahm und dabei für sein geistiges Eigenthum ausgab, endlich die Auslegung von v. 1—8 als Citat mittheilte. 3) Zacharias Chrysopolitanus hat wiederum — durch einen glück- lichen Zufall; denn er hatte nur den Hieronymus vor sich — dem Theophilus sein geistiges Eigenthum in Bezug auf den 10. Vers zurückgegeben, indem er freilich zugleich auch die Aus- legung des V. 9 ihm vindicirte. Mit anderen Worten: Dass bei Za- charias die Deutung von v. 10 dem Theophilus zugewiesen wird, soll auf Willkür beruhen, die aber zufällig das Richtige ge- troffen hat: dass sie in B ihm ebenfalls beigelegt wird, sei da- gegen ursprünglich! Nein — Zacharias bezeugt, dass man im Mittelalter Stücke der Auslegung des Hieron. für theophilinische ausgegeben hat, obgleich man zur Herstellung des Theophilus nichts besass, als eben den Hieronymus. Dasselbe hieronymia- nische Stück ist in B als theophilinisch bezeichnet, welches — auch nach Zahn — Zacharias ^villkürlich dem Hieronymus ent- rissen hat; also beruht, zuiual da schlechthin alles Übrige diesem Schlüsse günstig ist. die Bezeichnung der Auslegung des Verses Lc. 16, 10 bei beiden Autoren auf der gleichen Willkür. Ein Zweifel kann aber dann nicht mehr bestehen: in B ist die Auslegung der Parabel vom Haushalter aus Hiero- nymus' ep. ad Algas. abgeschrieben. II, 5. Auf Grund der bisherigen Nachweisungen fällt auf B ein helles, aber unerfreuliches Licht. Wir haben es mit einer gänz- lich unbezeugten Sammlung von Allegorien zu den vier Evan- gelien zu thun, die unter den Namen des alexandrinischen Theo- philus gestellt war, und welcher ein Excerpt aus dem Briefe des Hieron. ad Algas. beigefügt ist. Der (\)mi)ilator, so scheint es, Avollte die Grlaubwüi digkeit seiner Sammlung dadurch sicher- Der angebliche Commentar des Theophilus. 129 stellen, dass er jenes bekannte Citat des Hieronymus aus den Commentaren des Theophilus ihnen zugesellte. Dabei ist ihm das Missgeschick passirt, ein paar Sätze aus Hieronymus selbst mit aufzunehmen, die ihn verrathen. Allein, wie bereits oben angedeutet worden, es ist wenig wahrscheinlich, dass die Quelle des Compilators der Brief des Hieronymus selbst gewesen ist. Die Unvorsichtigkeit, resp. Dreistigkeit kann man ihm schwerlich zutrauen, dass er, obgleich er den ganzen Brief in extenso vor sich hatte, doch Sätze des Hieronymus in eine Sammlung aufnahm, welche das Werk des Theophilus sein sollte. Man sieht sich vielmehr zu der Annahme gedrängt, dass dem Compilator lediglich eine Ab- schrift des aus Theophilus geschöpften Stückes aus der ep. ad Algas. vorgelegen hat, in welcher bereits die hieronymianische Erklärung von v. 10 — 12 der Deutung des Theophilus (v. 1 — 8) angehängt war. Diese Hypothese stützt sich auf die Thatsache, dass die von Hieron. abgeschriebene Parabeldeutung des Theo- philus auch besonders im Mittelalter verbreitet war, und dass auch Zacharias bei der Auslegung der Parabel den Text des Hieron. und den des Theophilus gemischt hat. Der Compilator wäre somit das Opfer einer Verwechslung geworden, die schon vor seiner Zeit statt gefunden hatte. Indessen bleiben auch so noch Schwierigkeiten, wenn man sich das Verfahren des Com- pilators construiren will. Warum trägt seine Allegoriensamm- lung die Aufschrift: „Theophili archiepiscopi Alexandrini", wenn er doch ein Stück, welches dem antiochenischen Theo- philus gehört, in dieselbe absichtsvoll aufgenommen hat? Hier giebt es zwei Möglichkeiten: entweder das „ Alexandrini " ist eine spätere Änderung, oder der Compilator hat selbst schon den Theophilus, von dessem Werke ihm ein dem Hieron. ent- nommenes Excerpt Kunde brachte, für den berühmteren Alexan- driner gehalten. In diesem Falle müsste in jenem Excerpt die Bezeichnung des Theophilus als antiochenischen Bischofs gefehlt haben. Allein das ist nicht wahrscheinlich, da sie sich in den Sonderabschriften der Stelle, die zu Florenz und Monte-Cassino aufbewahrt werden, findet und auch bei Zacharias gelesen wird. Also wird man annehmen müssen, dass dem Compilator die Herkunft des Fragmentes vom antiochenischen Bischof be- kannt gewesen ist. Dann aber kann die Aufschrift des ganzen Texte und Untersuchungen I, 4. 9 130 Der angebliche Commentar des Theophilus. Werkes „Theophili Alexandrin i* nur ein Irrthum eines spä- teren Sclireibers sein. Allein das Verfahren des Compilators bleibt auch so noch auffallend genug, zumal wenn wir annehmen, dass er nicht allzulange nach Hieron., etwa im 5. oder 6. Jahr- hundert, sein Werk zu Stande gebracht hat. Soll man sich da- von überzeugen, dass um diese Zeit ein Scribent auf Grund jener einen Stelle bei Hieron. eine umfangreiche Sammlung allegori- scher Erklärungen zu evangehschen Sprüchen angelegt und die- selbe dem Theophilus zugeschrieben hat? Zahn hat ganz Recht, wenn er sagt, dass das Verfahren eines solchen Pseudotheophilus ein unbegreifliches wäre. Es kommt dazu, dass Hieron. ja aus- drücklich von Commentaren und nicht von Allegorien des Theophilus gesprochen, und dass er als die Grundlage dieser Commentare ein evangelium quadriforme und nicht die vier Evangehen bezeichnet hat. So hat man ihn aber auch noch im späteren Mittelalter richtig verstanden, wie Zacharias Chrysopoli- tanus zeigt. Also ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein Fäl- scher das uns in B vorliegende formlose Werk, welches zudem die Evangelien gesondert behandelt, mit betrügerischer Absicht auf Grund jener Stelle in der ep. ad Algas. componirt hat. Aber diese Annahme ist auch nicht nothwendig. Es lasst sich vielmehi' eine Ansicht aufstellen, die alle Schwierigkeiten, welche Zahn mit Eifer geltend gemacht hat, vermeidet. Diese Sammlung von Allegorien braucht keine Fälschung zu sein; sieht sie doch nicht wie eine solche aus. Der Compilator mag ledig- lich die Absicht gehabt haben, aus einem, oder walu'scheinlich (s. oben) aus mehreren Commentaren zu den Evangelien sich eine Blüthenlese von alleo'orischen Erklärunofen zusammenzustellen. Dabei ist ihm auch die theophilinische Erklärung der Parabel vom Haushalter als ein selbständicres Bruchstück aus dem Brief des Hieronymus an die Algasia zu Gesichte gekommen: er hat sie seiner Sammlung am Schlüsse des 3. Buches beigefügt, ohne desshalb der ganzen Sammlung einen ihr fremden Ursprung an- dichten zu AvoUen. Erst in späterer Zeit, d. h. ün eigentlichen Mittelalter, hat die imklare Kunde von exegetischen Arbeiten eines Theophilus einen halbgelehrten Librarius — jedenfalls nicht de la Bigne selbst — veranlasst, der unbestimmten Aufschrift ,.Allegoriae in Matthaeum" etc. die Worte vorzusetzen „S. P. nostri Theophili archiepiscopi Alexandrini". Der angebliche Commentar des Theophilus. 131 Diese Hypothese darf als die wahrscheinlichste bezeichnet werden; aber die grössere oder geringere Wahrscheinlichkeit, die man ihr beilegen mag, kann die Evidenz der Beobachtung nicht gefährden, dass B nicht eine Quelle des Hieronymus ist, sondern vielmehr deutliche Abhängigkeit von demselben aufweist. III. Mit dem obigen Ergebniss könnten wir die Untersuchungen über „die Commentare des Theophilus von Antiochien zum Evan- geham" abschliessen. Es hat sich herausgestellt, dass die einzige Brücke, welche von den Angaben des Hieron. über jene Com- mentare zu B herüberführt, eine nur scheinbare ist. Somit fehlt jeder äussere Grund zu der Annahme, dass irgend ein Zusammen- hang zwischen B und jenen Commentaren besteht, deren Existenz im Alterthume Niemand ausser Hieronymus bezeugt hat. Jeden- falls hat B nicht mehr Anrecht auf theophilinische Bestandtheile hin untersucht zu werden, als irgend welche andere namenlose oder benannte exegetische Arbeiten, die uns aus dem Alterthum oder dem Mittelalter überliefert sind. Welche Mittel besitzen wir aber, um irgend ein Stück in B als aus den Commentaren des Theophilus entnommen bezeichnen zu können, da wir doch von diesen selbst beinahe Nichts wissen? So viel ich sehe, bleibt uns nur ein Doppeltes übrig. Wir müssen 1) untersuchen, ob die in B vorliegenden Allegorien sich durch innere Merkmale als aus dem 2. Jahrhundert stammend bekunden, und 2), falls diese Frage bejaht werden muss, zusehen, ob nicht vielleicht einige von den Allegorien eine frappante Verwandtschaft mit Stellen in den drei Büchern ad Autolycum aufweisen. In diesem Falle wäre es möglich, dass sie zum grösseren oder geringeren Theile aus den Commentaren des Theophilus geschöpft sind. Indessen muss von vornherein darauf hingewiesen werden, wie unwahr- scheinlich ein solches Ergebniss , und wie aussichtslos daher die Untersuchung ist. Müsste doch, falls es sich so verhielte, das seltsame Spiel des Zufalls gewaltet haben, dass ein unkundiger Schreiber den Excerpten, indem er ihnen willkürlich eine Eti- Cjuette gab, den Namen des Autors beigelegt hat, dem sie wirk- lich das Meiste oder einen Theil verdanken, und müsste doch ferner angenommen werden, dass der Compilator von B sowohl die Commentare des Theophilus selbst als das Excerpt des Hiero- 132 ^6^ angebliche Commentar des Theophilus. nymus aus denselben ausgeschrieben hat! Es ist in der That ein opus supererogationis , welches wir hier unternehmen; aber wir dürfen uns demselben nicht entziehen; denn Zahn hat behauptet und in seinem grossen Werke angeblich bewiesen, dass B sich durch seinen Inhalt zweifellos als ein Werk des 2. Jahrhunderts und zwar als ein Werk des Verfassers der drei Bücher ad Auto- lycum erweise. Ich stelle dem die Behauptungen gegenüber, dass nicht drei zusammenhängende Seiten in B nachgewiesen werden können, die im 2. Jahrhundert auch nur geschrieben sein könnten, dass B frühestens am Ende des 5. Jahrhunderts compilirt sein kann, und dass B höchstens zum Theil eine Übersetzung aus dem Griechischen ist. Allerdings kann ich es mir nicht als Ziel setzen, Zahn selbst hier zu überzeugen. Unsere methodischen Grundsätze und kritischen Massstäbe sind zu verschiedene, als dass eine Verständigung irgend zu erhoffen wäre. Ich vermag die einschlagenden dogmengeschichtHchen Partieen seines Werkes, in denen er mit grosser Unbescheidenheit gegen diejenigen auf- tritt, welche er „gewisse Kritiker" nennt, nur als einen gewal- tigen Rückschritt in der Forschung zu bezeichnen, der dieselbe indessen nicht aufhalten wird, weil er selbst den zur „Umkehr^ Bereiten zuviel zumuthen dürfte. In dem Folgenden stelle ich einen Theil der Stücke und Sätze zusammen, die frühestens im 3., resp. in späteren Jahr- hunderten geschrieben sein können; sie finden sich in aUen Theilen des Werkes. Zuvor noch eine Bemerkung über den Sprach- charakter. Dass einige, vielleicht nicht wenige, Stücke aufge- nommen sind, die dem Compilator als lateinische Übersetzungen eines griechischen Originals vorlagen, ist zweifellos. Die Nach- weisungen von Zahn S. 157 f, wenn sie auch nicht alle gleich schlagend sind, genügen hierfür. Ist doch auch das von Theo- philus durch Vermittelung des Hieron. übernommene Stück wahr- scheinlich eine Übersetzung aus dem Griechischen. Andererseits aber ist gewiss, dass das Werk als Ganzes und in seinen Haupt- bestandtheilen keine Übersetzung ist. So braucht der Verfasser S. 33, 6 das Wortspiel „panis-pannis"; S. 37,8 liest man: civitas acivibusdicitur, idestab habitatoribus appellatur". S. 37, 17 f. heisst es: „Iota unum vel unus apex non praeteribit a lege, donec haec omnia fiant. Per iota vetus significat testa- mentum quo decalogus continetur, iota enim pro decem est Der angebliche Commentar des Theophilus. 133 apud Graecos; apex autem, quattuor litteras Habens, per evangelium quadruplex testamentuxn indicat novum". Auch sonst finden sich noch Stellen, die als Übersetzungen nicht begreiflich sind (vgl. z. B. das „gentilitas", welches einige Male vorkommt, ferner „saeculum" „saecularis"). Von den angeführten hat Zahn die erste nicht aufgeführt — weil er sie für kein Wortspiel geh-alten — , die zweite für ein griechisches Original zu retten versucht und die dritte für eine spätere Interpolation erklärt. Wir können uns mit dem hier Angeführten begnügen, da Nachweise folgen werden, die es als völlig überflüssig er- scheinen lassen, die Frage nach einem eventuellen griechischen Original überhaupt zu behandeln. I) Zum dogmatischen Standpunkt des Verfassers. Trinität: 1) I, 11: Margarita pretiosa est trinitas sancta, quae dividi non potest, nam in unitate consistit (zu Mt. 13,46). 2) I, 25: Per tria tabernacula ostendit trinitatis figu- ram (zu Mt. 17, 4; s. auch III, 3). 3) III, 7: Antichristus legem veteris testamenti scrip- tam in duabus tabulis praedicabit, Helias autem patrem et filium et spiritum sanctum annuntiabit. Tunc sancti confessuri sunt trinitatem, impii vero diaboli sequentur doctrinam (zu Lc. 12, 52). 4) III, 9: Mulier accepit fermentum, id est doctrinam Christi. Sata tria significant trinitatem (zu Lc. 13,21). 5) IV, 2: Quod vero ternas dicit, eos demonstrat, qui trinitatis virtute spiritales efFecti sunt (zu Joh. 2, 6). Christologie: 6) I, 29: De die illa autem vel hora nemo seit (zu Mt. 24, 36). Diem et horam deus se tantum scire, non hominem voluit, et ideo nee filium dixit scire, ut improbitatem humanam in iudicii divini cviriosa inquisitione confunderet, cum filium ho- minis hoc nescire dixisset. Caeterum filius dei, qui deus ex deo est, hoc ignorare non poterat, quippe dixit: Omnia patris mea sunt. Si ergo natura patris in filio erat, scientiae natura degenerare non po- terat; ergo divinitas una patris et filii diem et ho- J34 I^6r angebliche Commentar des Theophilus. ram noverat, quam creavit, non poterat autem nosse humana fragilitas quod utiliter ignorabat. 7) III, 17: Aut quomodo in coelo erat, cum adhuc esset in terra? Sciendum est, quod secundum car- nem in terra erat, secundum deitatem in coelo non deerat; ideo et ipse ascendit qui descendit, quia, licet homo factus sit, non tamen deus esse destitit. Idem est ergo liomo et deus, id est Christus una persona est (zu Joh. 3, 13). 8) IV, 2: Hoc ideo ait, quia Christus et deus erat de deo natus, faciens miracula, et homo erat per ma- trem, humana tractando (zu Jöh. 2, 4). 9) IV, 4: Venit ad aegrum Jesus, qui erat deus et homo (zu Joh. 5). 10) IV, 8: Sciendum est, quod Christus dominus noster ita verus homo et verus est deus, de patre deo deus, de matre honiine homo (zu Joh. 14, 28). lUic se- cundum hominem, hie secundum deuni loquutus creditur; iuxta quam rationem etiani in rehquis, quae aut aequalitatem cum patre aut humilitatem eins humanitatis sonant, facile intellectus patebit. 11) I, 17: Nam lesus Christus dominus noster humili- tatis studio filium hominis dicebat, cum esset et per patrem deus et per matreni homo (zu Mt. 12, 32). Dazu III, 13: Iudex nee deum timens nee hominem reverens (zu Lc. 18, 2), Christum scilicet dicit, qui deus erat et homo. Kirche: 12) I, 5: Civitas ecclesia (zu Mt. 5, 14). 13) I, 10: Columba ecclesia est (zu Mt. 10, 16); s. auch corpus = ecclesia (I, 0 zu Mt. 6, 22); Rahel = ec- clesia (1,2 zu Mt. 2, 18); mulier infirma = ecclesia (III, 18 zu Lc. 13, 11); stabulum = ecclesia (III, 6 zu Lc. 10, 34) etc., z. ß. regina, area, navis, II, 1 : Socrus Petri (zu Mc. 1, 29 sq.) synagoga est, fihaque eins ecclesia, quam regen dam Petrus apostolus accepit. * 14) IV, 16: Hortus domini (zu Joh. 20, 15) est ecclesia cathoHca, in qua sunt rosae martyrum, liha vii'gi- num, violae viduarum, liedera coniugum. Der angebliche Commentar des Theophilus. 135 15) I, 23: Puella, id est ecclesia, accepit caput Christi (zu Mt. 14, 3. 11), quod obtulit matri, scilicet sy- nagogae. 16) I, 29: Sicut mola (zu Mt. 24, 41) duobus lapidibus constat, ita alter populus invisus deo, alter catho- licae ecclesiae orbem in terris complent. 17) IV, 9: Per palmitem (zu Job. 15, 1) vero fructiferum catliolicum populum significat ubique diffusum; per infructuosum autem liaereticos notat. 18) I, 18: Arborem (zu Mt. 13, 32) ecclesiam, quae post passionem et resurrectionem domini nata est, ostendit. 19) IV, 4: Ideo autem ad motum aquae unus curabatur (zu Job. 5), quia unica est ecclesia. 20) I, 11: Capti sunt pisces (zu Mt. 13, 47), id est con- venerunt ad ecclesiam boni et mali; sed mali rupe- runt retia, Schismata facientes, et multi infideles exierunt de congregatione catholica. 21) I, 12: Ecclesia, in qua boni et mali sunt iuncti. 22) I, 29: Exsurget regnum super regnum, id est ad- versus regnum Christi catholicum (zu Mt. 24, 7). 23) I, 13: Cum aliquis sacerdotum de catholico dog- mate in aUquam haeresim declinaverit, abiciendus est (zu Mt. 18, 9). 24) I, 18: Spiritales sunt, qui in apostolorum catholica doctrina requiescunt. Sünde und Sündenvergebung: 25) IV, 6: Per caecum natu- raliter non videntem et illuminatum significat Iju- manum genus originali peccato detentum (zu Joh. 9, 1). Auch das Folgende ist zu beachten, wo ge- sagt wird: „ut illuminationem nostram auctori im- putemus potius quam naturae". Dazu dann III, 10 (zu Lc. 15, 23): Per vitulum occisum Christum pro Adam, scilicet pro gentibus, significat passum. 26) I, 21: ... unde debitum, id est peccatum, generis humani possit absolvi, quia passione Christi libe- randi eramus a debitis peccatorum. 27) I, 17: Ergo sicut quemcunque filium hominis hu- niana meditanteni impune contemnimus, ita dicenti 136 ^^^' angebliche Commentar des Theophilus. agentique spiritalia ut filio dei non resalutare per- petuus est reatus, nisi poenitentiae remedio conse- quamur (zu Mt. 12, 32). 28) III, 1 1 : Episcopi non omnia peccata ulcisci debent, sed locum poenitentiae reservare eos convenit (zu Lc. 16, 11) ... Ideo autem laudavit dominus lesus fraudatorem domini sui, ut eins sequentes exemplum non omnia debita exigamus. 29) I, 19: Si quis de multis vel unum praeceptum salvatoris fecerit, remedium percipit salutare (zu Mt. 14, 36). 30) III, 16: Qui habet dabitur illi (zu Lc. 8, IS). Verbi gratia, si fidem liabens cbaritatem non habet, etiam cadet a fide, quam se habere credebat. Dazu IV, 7 : Martha et Maria ecclesiae fides et opera intelli- guntur. Sacrament und Kanon: 31) I, 7: Per porcos illos vult intel- ligi, qui necdum evangelio crediderunt et in luto incredulitatis suae vitiisque versantur; quibus ait margaritas, id est mystica sacramenta fidei non debere cormnitti (zu Mt. 7, 6). 32) I, 35: Velum templi scissum significabat populum ad videnda sacramentorum mysteria conversum ad deimi ex gentibus, quas credidisse noscitur (zu Mt. 27, 51). 33) I, 3: Ecce securis ad radices arboris posita est, id est praedicatio sermonis divini, ex utraque parte habens acutum novi ac veteris testamenti (zu Mt. 3, 10). 34) I, 5: Apex autem, quattuor litteras habens, per evangelium quadruplex testamentum indicat novum (zu Mt. 5, 18). 35) I, 12: De duobus piscibus, hoc est duobus testa- mentis, vetere et novo (zu Mt. 14, 17): s. auch 1, 19: Per duos pisces duo testamenta, vetus et novum, quibus dominus genus humanum pascit. IL 5. I, 31: Et uni dedit quinque talenta, i. e. Pentateuchum. quem accipiens fidelis servus decalogi praecepta complevit. Alii dedit duo talenta, hoc est duo I Der angebliche Commenfcar des Theophilus. 137 testamenta, vetus et novum, de quibus fidelis servus evangelia virtutum opere coaequavit. 36) I, 21: Der Fisch mit dem Stater im Munde ist der Mensch, habens in ore suo staterem, id est didragma, quattuor continens dragmas, quibus intelligenda sunt quattuor evangelia. 37) I, 33: Vestis (zu Mi 21, 7) est apostolica scriptu- rarum expositio divinarum. 38) IV, 7: Per quartum diem resurrectionis Lazari (zu Joh. 11, 39) quattuor evangeliorum demonstrat figuram, quorum praedicatio duritiam a nobis aufert cordis. 39) III, 3: Nam dixerat sancto Petro: Modicae fidei, quare dubitasti (zu Mt. 14, 31). I, 25. Mystik: 40) I, 15: Dominus lesus venit hie ad nuptias, ut ani- mam nostram spiritui maritaret, quorum copula spiritali filios procreamus, charitatem scilicet, pacem gaudium, spem, bonitatem, mansuetudinem, conti- nentiam. Eschatologie: 41) IV, 7: In hoc quoque, quod apud infernum Abrahamum videt, hie subesse a quibusdam ratio putatur, quod omnes sancti ante adventum domini lesu Christi etiani ad interna, licet in refrigerii locum, descendisse dicuntur. Alii opinantur locum illum, in quo Abraham erat, at illis inferni locis seorsim in superioribus fuisse constitutum. II. Geschichtliche Zustände zur Zeit des Verfassers. Heiden: 42) I, 3: Per locustas populos agrestes significat, mel autem fructum indicat credulitatis ipsorum . . . sive per locustas gen t es, per mel autem significat lu- daeos (zu Mt. 3, 4). 43) II, 1 : Per locustas ludaeos, qui non militantes deo sine rege sunt ut locustae, per mel autem silvestre rusticos dicit, qui credentes dulces facti sunt deo (zu Mc. 1, 6). 44) I, 3: Lapides (zu Mt. 3, 9) pro paganis ait propter cordis duritiam. J38 1^6^ angebliche Commentar des Theophilus. 45) I, 10: Celeriter ite ad gentes, lioc est paganos (zu Mt. 10, 23). 46) I, 29: Orate ne fiat fuga vestra hieme vel sabbato (Mt. 24, 20), id est ne refrigescente cliaritate ad gentilitatem revertaris. 47) IV, 6: Mittitur in Siloa (Job. 9, 7); id est in baptis- matis fönte a gentilitatis sacrilegio detentus liberatur. Clerus: 48) I, 6: Lncerna corporis tui est oculus tuus (Mt. 6, 22). Lncernam, oculum, lumen pro episcopo vel his, qui in ecclesia clari sunt, dixit ; corpus pro ecclesia posuit. 49) I, 10: Et quod in aure auditis, praedicate super tecta (Mt. 10, 27). Aurem populum ait propter auditum, si oculi principes intelliguntur, eo quod caeteros illuminent praedicatione divina. 50) I, 13: Oculus scandalizat (zu Mt. 18, 9), cuius sacer- dos tantum dictor est et non factor, dicente domino apostolis: Vos estis lux mundi. Et quid est: Erue eum abs te? nani cum aliquis sacerdotum de catho- lico dogmate in aliquam liaeresim declinaverit, abiciendus est, ne cum illo plebs in geliennam mittatur. 51) I, 29: In agro sunt (zu Mt. 24, 24), qui gubernant ecclesiam. 52) III, 6: Stabularii episcopi siuit (zu Lc. 10, 34). Quod autem dixit: Revertam reddens tibi, in futuro ad- ventu mercedem medicinae ac praedicationis suae daturum se poUicetur episcopis. 53) HL 11: Zur Parabel Lc. 16, 11 f.: Haue compara- tionem salvator villico iustitiae. id est episcopis dedit. ut episcopi non omnia peccata ulcisci debeant etc.; s. III, 20 iin. 54) II, 1 : Ecclesiajn regendam Petrus apostolus accepit; s. I, 12: In Petro figuratur ecclesia. Weltchristen, „Geistliche", Mönche: 55) I, 3: Vox clamantis in deserto (Mt. 3, 3), id est in saeculo, eo quod non habentes fidem saeculares deserunt cultum dei. Der angebliche Commentar des Theophilus. 139 56) III, 10: Zu den „Trabern" (Lc. 15, 16) wird be- merkt: id est saecularium cibis uti delectabatur. 57) I, 5: Die Stelle, dass man sein Auge unter Um- ständen ausreissen soll, wird so erklärt, dass man auf Weib, Brüder, Kinder u. s. w. verzichten soll, wenn sie „ad contemplandam veram lucem" uns hinderlich sind. 58) Ausdrücke wie „pabnlum spiritale" (I, 13) „copula spiritalis" (I, 15) „spiritalis pecunia" (II, 6), finden sich hie und da. Wichtiger ist, dass der Verfasser zwischen gewöhnlichen Christen und «spiritales" unterscheidet. Die ersteren nennt er auch „inde- voti", die letzteren sind die, welche in „virginitas" und „devotio" leben, die fünf Sinne '^•'^) in asketischer Zucht halten und einmal geradezu „monachi" ge- nannt werden. Im Folgenden die Belege: 59) I, 18: Volucres autem coeli (Mt. 13, 32), habitantes in ramis, homines significant spiritales, qui in apostolorum catholica doctrina requiescunt; qui ideo volucres appellantur, quoniaui sanctae con- versationis studio volare videntur ad coelum, a terrenis operibus recedentes. 60) I, 18: Propterea regnum dei grano sinapis adae- quatur, quia ita difficilia indevotis praecepta di- vina, sicut vehemens est ac molestum sinapi illud sumentibus: vgl. I, 30: virginitatis devotionis- que ipsius corruptor est diabolus; I, 29: ne in sab- bati otio devotionis timorem niinime servare pos- sitis. III, 15: torcular = patientiam voluntatis et devotionis perseverantiam. 61) I, 27 zur Parabel von den Arbeitern im Weinberg: Primae horae operarii virgines sunt, qui se labo- rem corporis et calorem primae aetatis tolerasse dixerunt, per caetera autem aetatis augmenta in- continentes accipiendi sunt. 62) I, 30 die Parabel von den 10 Jungfrauen wird so 23) Mit den fünf Sinnen macht sich der Verf. vielfach zu schaffen. 140 ^^^ angebliche Commentar des Theophilus. ausgelegt, dass die Klugen die Menschen sind, welche ihre fünf Siime in asketischer Zucht halten, als Lampen -opera bona" haben und „virginitatem devotionemque" bewahren. 63) II, 3 zur Parabel vom Säemann: tricesimum, quod ad coniuges pertinet; aliud sexagesimum, hoc ad viduas respiciens dicit; aliud centesimum, virgi- nibus fructus iste convenit (s. Hieron. adv. Jovin.). 64) IV, 2 : Quod autem dicit scriptura capientes metretas binas vel ternas (Joh. 2, 6), binae eos significant, qui matrimoniis coniunguntur; quod vero ternas dicit, eos demonstrat, qui trinitatis virtute spiri- tales effecti sunt. 65) IV, 11: Per pisces magnos (Joh. 21, 11) animas sanctas significat, quia ideo CLIII esse evangelista commemorat, quoniam qui decalogi praecepta custo- diunt accepto spiritu septiformi, sancti esse noscun- tur ... Spiritales ergo, legunt evangehum, qui servantes numero et merito apostoli ehguntur. 66) IV, 16: Hortus domini est ecclesia catholica, in qua sunt rosae martyrum, lilia virginum, violae viduarum, hedera coniugum. 67) I, 29: Duo in lecto (Lc. 17, 34): In lecto esse monachos significat, qui amant quietem, alieni a tumultu generis huniani et domino servientes, inter quos sunt boni et mali. Schliesslich sei noch eine charakteristische Stelle angeführt: 68) III, 18: In muliere infirma (Lc. 13, 11: Ecce mulier, quae habebat spiritum infirmitatis annis X et VIII) est figura ecclesiae, quae cum mensuram legis, in qua est decalogus, et resurrectionem Christi, in qua octo beatitudines sunt, impleverit, tunc sab- bato, id est quiete perpetua, perfruetur . . . in decem verbis legis perfectio est, in octavo numero re- surrectionis est plenitudo. Die hier aufgeführten Stellen, die, wie man sieht, aus allen Th eilen der Allegoriensammlung genommen sind, müssen vor allem in Betracht gezogen werden, wenn man die Zeit des Com- Der angebliche Commentar des Theophilus. 141 pilators bestimmen will ^ 4). Nach Zahn weisen sie sämmtHch — eine Interpolation (Nr. 45) ausgenommen — auf das 2. Jahr- hundert oder schliessen es doch nicht aus. Manches ist ihm freiHch unter dieser Voraussetzung „interessant" , was in dem Buche zu lesen steht. Aber „wenn wir aus dem bisher vernach- lässigten Buch gar nichts Neues lernten, würde ich mich nicht so anhaltend um dasselbe bemüht haben" (S. 193). Die SS. 132 bis 193 sind dem Nachweise gewidmet, dass man auf den antioche- nischen Theophilus als Verfasser fest bauen darf. Nach dem, was bisher auf dem Gebiete der Dogmengeschichte für sicher gegolten hat, wird man ohne Schwanken urtheilen: Diese Compilation ist zu einer Zeit zusammengestellt, in welcher die augustinische Terminologie im Abendlande bereits vulgär geworden war, in welcher ferner das Mönchthum sich schon völlig eingebürgert und das freiere Asketenthum verdrängt hatte, und in welcher endlich das Heidenthum nur noch unter der bäuerischen Bevölkerung, resp. bei wilden Völkern, zu finden war. Darnach ist der terminus a quo der Abfassung frühestens auf das Ende des 5. Jahrhunderts anzusetzen. Auf das Abendland weisen alle Spuren, vor allem auch die christologischen Formeln mit ihrem kurzen und unreflectirten Bekenntniss zu den zwei Naturen und zur Einheit der Person. Das Gewicht der Gründe, welche für die Abfassungszeit dieser Compilation nach der Mitte des 5. Jahrh. sprechen, ist ein so über- wältigendes, dass kein Einsichtiger sich angesichts dieses Schrift- werkes zu Untersuchungen über den älteren Gebrauch solcher theologischer Termini, die erst im 4. und 5. Jahrhundert officielle Geltung erhalten haben, veranlasst sehen wird. Die Wichtigkeit solcher Untersuchungen ist gewiss nicht zu unterschätzen. Aber wo die Stichworte einer späteren Zeit in solcher Fülle auftreten, wie in diesem Commentar, da sind dieselben nicht am Platze. Daher soll auch hier das Material, welches Zahn recht kritiklos ge- sammelt hat, weder gesichtet, noch beurtheilt, noch vermehrt wer- den. Selbst wenn für jeden einzelnen Terminus eine versteckte Stelle in der Literatur des 2. Jahrhunderts aufgewiesen werden könnte. 24) Es giebt noch viele andere nicht minder charakteristische, die ich nur deshalb nicht mitgetheilt habe, weil diese ihre Eigenschaft nicht auf den ersten Blick deutlich sein wüVde. j^42 1^61- angebliche Commentar des Theophilus. SO wäre damit doch noch nichts erreicht, da das Ensemble in diesem Evangehencommentar unerklärt wäre. Allein diese Urtheile können für Zahn nichts Überzeugendes haben; denn da er sich die Zustände der cliristlichen Kirche um d. J. 170 so denkt, wie wir uns die Zustände derselben um d. J. 470 vorstellen, so macht ihm weder „die eine und ungetheilte Trinität", noch die Formel, „dass Christus Gott und Mensch zugleich und als solcher eine Person ist", noch die Anschauung, dass Petrus die Kirche, welche die Tochter der Synagoge ist, zur Regierung überkommen habe, noch das .peccatum originale", noch die Priester, die Mönche, die Spiritalen und die Devoten etc. etc. Schwierigkeit. Indessen es giebt noch einen Weg, um selbst diejenigen zu überzeugen, denen man mit dogmen- und kirchenhistorischen Erwägungen nicht beizukommen vermag; es giebt einen Beweis, der an Evidenz nichts zu wünschen übrig lässt. Um ihn zu führen, muss ich etwas vorgreifen. Zahn hat nach dem Vorgang Anderer nachgewiesen, dass ein sehr grosser Theil — nach meiner Berechnung mehr als die Hälfte — der in B enthaltenen allegorischen Erklärungen sich entweder wörtlich oder mit sachlichen Varianten, in erweiterter Gestalt, bei Hieronymus und Arnobius Junior, resp. auch bei Ambrosius und Hilarius wiederfindet. Zahn nimmt in allen diesen Fällen an und muss es annehmen, dass die genannten Schriftsteller eben B, und zwar gerade so wie er uns vorhegt, d. h. in latei- nischer Übersetzung, grösstentheils wörtlich ausgesclirieben haben. Liesse sich nun vielmelii' der umgekehrte Fall nachweisen, so wäre damit unabhängig von dogmengeschichtlichen Vorurtheilen be- wiesen, dass B nicht vor der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts geschrieben sein kann, da Arnobius Junior frühestens der Mitt:e dieses Jalirhunderts (c. 460) angehört. Unsere oben gegebene Zusammenstellung von c. 80 Stellen in 68 Nummern ist nun der geeignetste Prüfstein, um die Prioritätsfrage zu entscheiden. Sie enthalten die Bestandtheile der Allegoriensammlung, welche, wie Zahn selbst zugestehen wird, dem Geschmack einer späteren Zeit besonders zusagen mussten. Man wird also erwarten, dass bei den angeblichen Plagiatoren, Hieronymus, Arnobius, Ambrosius u. s. w., sich ein gutes Theil gerade jener Stellen wiederfinden wird. Diese Erwartimg täusclit aber. V^on jenen c. 80 SteUeii Der angebliche Commentar des Theophilus. 143 finden sich bei den angeblichen Plagiatoren nur 23 wieder (nicht, wie man erwarten müsste, c. 40). Von diesen 23 aber sind ledig- lich 6 wörtlich oder nahezu wörtlich identisch (Nr. 5. 35. 37. 38. 57. 62); bei den 17 übrigen finden sich charakteristische Varianten. Es soll nun im Folgenden der Leser urtheilen, ob die ältere Form bei B zu suchen ist, oder bei den angeblichen Plagiatoren. Er braucht dabei kein Urtheil darüber zu fällen, ob die Form, welche B bietet, eine ist, die im 2. Jahrh. mög- lich gewesen ist oder nicht; sondern nur darauf kommt es an, ob im Vergleich mit den angeblichen Plagiatoren der Ausdruck in B als der alterthümlichere oder als der jüngere erscheint. Nr.2) Hieron. Comm. in Mt.p. 130. B, I, 25. Fac tria tabernacula,immo Per tria tabernacula osten- unum patri et filio et spiritui dit trinitatis figuram. sancto. Nr. 4) Hieron. Comm. inMip. 94. B, HI, 9. . . . satis tribus commiscu- Sata tria significant trini- erit credulitati patris et filii et tatem. Spiritus sancti. Was ist wahrscheinlicher, dass der Ausdruck „trinitas" das Ursprünglichere ist, oder die Nennung der drei Personen der Gottheit? Nr. 17) Arnob. in Joh. c. 6. B, IV, 9. Palmitem vero quod dixit Per palmitem vero fructi- fructiferum , nostrum populum ferum catholicum populum sig- significat; infructuosum autem nificat ubique diffusum; per in- haereticorum figura est, quam fructuosum autem haereticos ignis exspectat. notat, quos . . . gehennae ignis exspectat. Zahnmuss hier annehmen, dass Arnobius das „catholicum" und das „ubique diffusum" aus seiner Vorlage getilgt hat. Aber es ist evident, dass das Umgekehrte das allein Wahrscheinliche ist. Nr. 22) Arnob. in Mt. c. 25. B, I, 29. Regnum super regnum Exsurget regnum super quod dicitur, hoc est, quod super regnum; id est adversus reg- regnum Christi audet diabolus num Christi catholicum audebit haereses suscitare. diabolus haereses concitare. Vgl. die Bemerkung zur vorigen Nummer. 144 D^^' angebliche Commentar des Theophilus. Nr. 25) u. 47) Arnob. in Joh. c. 3. B, IV, 6. Ca e cum quod dixit, geniis Per caecum naturaliter non hominum gentilium demonstrat, videntem et illuminatum signi- quique a nativitate in caecitu- ficat humanuni genus originali dine errabamus. Siloam autem peccato detentum. Mittitur in fontem luminis interpretantur, Siloa, id est in baptismatis quod est baptisma, unde cordis fönte a gentilitatis sacrilegio oculos illuminamus. detentus liberatur. Nach Zahn hat Arnobius, ein kirchlicher Schriftsteller um d. J. 460, das „humanum genus origmali peccato detentum" ge- lesen, aber gestrichen; ebenso das „gentiUtas" vorgefunden, aber nicht aufgenommen. Das Umgekehrte, dass B aus Arnobius ge- schöpft hat, ist hier nicht nur das WahrscheinUche, sondern das einzig Mögliche. Nr. 30 b) Arnob. in Joh. c. 4. B, IV, 7. Nam Lazarus genus humanuni Per Lazarum humanum genus demonstrat, qui in niorte coii- ostenditur, quod ante adventmn dormiebat, priusquam Christus Christi in saeculi noctibus dor- veniret, Martha autem et Maria niiebat. Institis autem con- ecclesia et fides intelliguntur strictus significat peccatis pro- rogantes Christum, ut Lazarum priis obvolutum. Martha vero suscitaret. et Maria ecclesiae fides et opera intelliguntur, rogantes Christum, ut Lazarum, id est humanum genus, vivificet. Die Unterscheidung von „peccata propria" und allgemeinem Sündenverhängniss hat erst B eingesetzt. Ebenso hat er den ungelenken Ausdruck „ecclesia et fides" in den gemeinen dog- matischen „ecclesiae fides et opera" umgewandelt. Arnobius ist hier also unzweifelhaft nicht der Plagiator, sondern die Quelle. Nr. 31) Hieron., 1. c. p. 3S sq. B, I, 7. . . . porcos autem eos, qui Per porcos illos vult intelligi, necduni evangelio crediderunt qui iiecdum evangelio credide- et in luto incredulitatis vitiis- runt et in luto incredulitatis que versantur. Non convenit suae vitiisque versantur; quibus igitur istiusmodi hominibus cito ait margaritas, id est mystica evangelicam credere niarga- sacranientafidei,noiideberecom- ritam. mitti. Der angebliche Commentar des Theoi)hilus. 145 Zahn hat die Parallele aus Hieronymus (S. 40 s. Ausgabe) nur bis „versantur" angegeben. Aber gerade das Folgende be- weist, dass Hieronymus die Quelle ist; denn ihm ist die Perle einfach das Evangehum, B dagegen hat daraus „mystica sacra- menta fidei" gemacht. Nr. 33) Hieron., 1. c. p. 18. B, I, 3. Praedicatio sermonis evange- Securis, id est praedicatio lici, qui ex utraque parjbe acutus sermonis divini, ex utraque parte est gladius, securis appellatur. habens acutum novi ac veteris testamenti. Dass das zweischneidige Schwert das Alte und Neue Testa- ment bedeute, hat erst B zugesetzt; nach Zahn freilich hat Hieron. diese Worte aus B weggelassen! Nr. 42) Arnob. in Joh. c. 3. B, I, 3. Locustas quas dixit, popu- Per locustas populos agres- lorum multorum demonstrant tes significat, mel autem fruc- figuram, qui ad loannem venie- tum indicat credulitatis ipsorum, bant. Mel autem fructum dul- quibus prophetantis dulcis audi- cedinis eorum demonstrat, quo- tus erat, ut fide sua pascerent rum credulitate et fide loannes praedicantem. saturabatur. Aus den „popuH multi" des Arnobius hat B „populi agrestes" gemacht, weil zu seiner Zeit die Heiden bei den uncultivirten Völkern zu suchen waren. Nach Zahn freilich (S. 178 f.) sind die „populi agrestes" harmlose Bauern des 2. Jahrhunderts, die erst Arnobius in „populi multi" verwandelt hat! Nr. 44) Hieron. 1. c. p. 18. B, I, 3. Lapides ethnicos vocat prop- Lapides pro paganis ait prop- ter cordis duritiam. ter cordis duritiam. Auch diese „pagani" soll man nach Zahn als harmlose Bauern deuten, die mit den pagani seit dem Ausgang des 4. Jahr- hunderts nichts zu thun haben, und die erst Hieron. in „ethnici'' verwandelt hat. Was soll man zu solcher Kritik sagen! Nr. 46) Arnobius in Mt. c. 26 stimmt hier — soweit der verderbte Text desselben ein Urtheil zulässt — im AUge- meineti mit B, I, 29; aber das spätlateinische Wort „gentilitas" Texte und Uuteisucliuiigeii I, 4. 10 146 Der angebliche Comnientai' des Theophilus. findet sich bei iliiii nicht. Nach Zalm hatte er es vorgefunden, aber weo^a'elassen. OÖ' Nr. 52) Die Erldärnng der Parabel vom barmherzigen Sama- riter (B, III, 6) findet sicli ähnlich wie in B anch bei Ambro- sins, Origenes und Titus von Bostra. Aber keiner von diesen sagt ^.stabularii episcopi sunt"; vielmehr begnügt sich Origenes mit der Deutung der „Herberge" auf die Kirche; Ambrosius versteht unter dem Wirth den Apostel Paulus und die übrigen ersten Lehrer, ähnlich Titus. Die clerikale Deutung steht also allein in B. Nach Zahn freilich ist sie die älteste; die Plagia- toren haben sie durch eine historisch-allegorische ersetzt! Nr. 59) Wie B (I, 18) deutet auch Hilarius (Conmi. in Mt. p. 676) in der Parabel vom Senfkorn die Zweige auf die Apostel; aber die Vögel des Himmels deutet er auf die „gentes": „.. . in quos gentes in spem vitae advolabunt et . . . tamquam in ramis arboris acquiescent". B dagegen deutet die Vögel des Himmels auf die .homines spiritales. qui in apostolorum catho- lica doctrina requiescunt", und die desslialb .V()gel" genannt werden, „quoniam, a terrenis operibus recedentes, sanctae con- versationis studio volare videntur ad coelum". Nach Zahn ist diese Fassung die ältere! Nr. 61) Arnob. in Mt. c. 20. B, I, 27. Paterfamilias Christus est, qui Paterfamilias Christus est, qui operarios conducit, hoc est, qui operarios conducit et qui cre- credentes colligit, ut mercedem dentes colligit, ut mercedem accipiant. Vinea autem cultura suae sanctitatis accipiant. Vinea legis est; denarius autem vita vero obedientia legis est. dena- aeterna est. Quod autem dixit rius autem vita aeterna. Primae ad horam primam operatos esse, horae operarii virgines sunt, qui virgines sunt, qui se laborem se laborem corporis et calorem corporis et calorem carnis susti- primae aetatis tolerasse dixerunt, nuisse dicunt; qui autem sero per caetera autem aetatis aug- ad opus accesserunt, abstinentes sunt. Quod autem dixit „ves- pere mercedem accepe- runt", hoc est, quod in adventu ('lu'isti recipiunt casti mercedem laboris sui. menta incontinentes accijiiendi sunt. Vespere accepisse mercedem in adventu significat Christi. Der ang-eblicbe Commentar des Tlieophilus. 147 Die Parallele bei Arnobius ist wiederum bei Zalin (S. 54) im Hauptpunkt unvollständig mitgetlieilt. An zwei Stellen er- weist sich B schlagend als der jüngere Text: 1) lässt er die Arbeiter den Lohn ^ ihrer Heiligkeit" empfangen; Arnobius schreibt einfach „den Lohn"; 2) hat er kein Verständniss mehr für die Unterscheidung von virgines und abstinentes. Bei Arnobius sind die zuerst Gemietheten die Jungfrauen, die später Gemietheten die Ehelichen, welche den Entschluss der Enthalt- samkeit in der Ehe gefasst haben. B setzt dafür die „inconti- nentes", d. h. die gewöhnlichen, verheiratheten Christen, die er auch in der Parabel unterbringen will, während Arnobius an diese überhaupt nicht gedacht hat. Nr. 64) Arnob. in Job. c. 2. B, IV, 2. Quodautemdicit: „capientes Quod autem dicit scriptura metretas binas", hi sunt, qui capientes metretasbinas vel matrimoniis iunguntur. Temas t e r n a s , binae eos significant, qui autem capientes sunt spiritales matrimoniis coniunguntur; quod et continentes, qui trinitatis vir- vero ternas dicit, eos demonstrat, tutibus implentur. qui trinitatis virtute spiritales effecti sunt. Es liegt hier derselbe Fall vor wie bei der vorigen Parallele. B hat für die „continentes" neben den „spiritales" kein Ver- ständniss mehr; sie sind ihm keine Classe und kein Stand in der Kirche mehr (s. IV, 16: martyres, virgines, viduae, coniuges). Das weist auf eine spätere Zeit. Nr. 68) Bei Ambrosius (Comm. in Lc. p. 978. 982 sq.) findet sich B, III, 18 — ein Abschnitt von 17 Zeilen Umfang — nahezu wörtlich wieder. Allein gerade die Erwähnung der 8 Seligpreisungen neben dem Dekalog findet sich nicht. Nach Zahn hat Ambrosius sie ausgelassen! Ich be- ziehe mich hier auf Göbl, Gesch. der Katechese im Abend- lande vom Verfalle des Katechumenats bis zum Ende des Mittel- alters (1880), der S. 210 folgendes mittheilt: „Für den - kate- chetischen Gebrauch der acht Seligkeiten finden sich im MA. reichliche Belege, wenn auch erst in der zweiten Hälfte desselben. Der h. Edmund von Canterbury bespricht nach den 7 Hauptsünden die 7 evangelischen Tugenden, die er den Hauptsünden gegenüberstellt. Es sind aber diese 10* 148 I^^r angeblichfC Commentar des Theophilus. evangelischen Tugenden die ersten sieben von den aclit Selig- keiten. Auch das kurz vorher genannte Concil von Lavour weiss nur von sieben Seligkeiten zu reden. Dagegen setzt Berthold von Regensburg die acht Seligkeiten als bekannt voraus (s. Pfeiffer S. 388). Geffcken (Bilderkat. Beilage S. 89. 108. 121. 158. 194. 196) bietet uns eine Reihe von Zeugnissen für den Gebrauch der acht Seligkeiten". Dass die 7 (8) Seligkeiten gerade mit dem Dekalog zusammen be- handelt wurden, ist bekannt. Ich bemerke aber, dass sich in B auch die übrigen mittelalterlichen Zusatzstücke zum Dekalog, nämlich die sechs Werke der Barmherzigkeit (I, 30), die sieben Gaben des h. Geistes (I, 15) und die Berücksichtigung der fünf Sinne (I, 30. I, 12. II, 6. IV, 14) finden. Nach der oben gegebenen Parallelentafel kann das ürtheil nicht zweifelhaft sein. Da in allen oben aufgeführten Fällen B eine Fassung des Textes aufweist, welche im Vergleiche mit der des Ambrosius, Hieronymus und Arnobius Junior unbedenklich für die spätere gehalten werden muss, so ist B der Plagiator und nicht jene Kirchenväter. Damit ist erwiesen, dass der Ver- fasser von B ebenso wie er das theophilinische Stück aus der epist. ad Algas. des Hieronymus abgeschrieben, so auch den grösseren Theil seines Werkes den Vätern des 4. und 5. Jahr- ^ hunderts entnommen hat. Er kann daher nicht vor dem Ende des 5. Jahrhunderts gelebt haben. IV. Wir haben nun das Recht erworben, alle diejenigen «Er- klärungen" in B, welche sich mehr oder weniger wörtlich genau bei anderen Schriftstellern wiederfinden, für Entlehnungen zu halten. Indessen wollen wir von diesem Rechte noch keinen Gebrauch machen, sondern die Composition von B untersuchen, ohne aus dem Ergebnisse des vorigen Capitels allgemeine Schlüsse zu ziehen. Es ist oben bemerkt worden, dass ^dele Abschnitte sich mit Stücken in dem Commentar des Hieronymus zum Matthäus-Evan- gelium und mit solchen, welche einem Arnobius Junior zuge- schrieben werden, wörtlich berühren. Dieselben finden sich in allen Theilen von B, sind aber in dem ersten Buche c. 1 — 10 Der angebliche Commentar des Theophilus. 149 besonders zalilreicli. Folgende Tabelle wird aber bereits ohne Weiteres zeigen, dass der Verfasser von B der Plagiator ist. In der Seiten- nnd Zeilenzählnng folge ich der Zahn'schen Ausgabe: B I, 1 p. 31, 15 -32, 5. B I, 1 p. 32, 6- -33, 2. B I, 2 p. 33, 3- — 7. B I, 2 p. 33, 8- -34, 3. B I, 2 p. 34, 3- -10. B I, 2 p. 34, 10- -14. B I, 2 p. 34, 14- -25. B I, 3 p. 34, 26- -27. B I, 3 p. 35, 1- - 2. B I, 3 p. 35, 2- - 5. B I, 3 p. 35, 5- - 8. B I, 3 p. 35, 8- -10. B I, 3 p. 35, 10- -15. B I, 3 p. 35, 15- -36, 2. B I, 3 p. 36, 2- - 7. B I, 3 p. 36. 7- -11. B I, 4 p. 36, 12- -16. B I, 4 p. 36, 16- -18. B I, 4 p. 36, 18- -37,2. B I, 5 p. 37, 3- - 6. B I, 5 p. 37, 6- -38, 1. B I, 5 p. 38, 1- - 7. B I, 5 p. 38, 7- - 8. B I, 5 p. 38, 9- -14. B I, 6 p. 39, 1- - 5. B I, 6 p. 39, 5- - 9. B I, 6 p. 39, 9- -12.* B I, 6 p. 39, 12- -18. B I, 7 p. 39, 19- -40, 1. B I, 7 p. 40, 1- - 6. B I, 7 p. 40, 7- -12. B I, 7 p. 41, 13- -17. B I, 8 p. 41, 1- -11. B I, 9 p. 41, 12- -24. B I, 9 p. 41, 25- -42, 6. Hieron. in Mt. p. 11. Hieron. in Mt. p. 16. Hieron. in Mt. p. 17. Hieron. in Mt. p. 18. Hieron. in Mt. p. 18. Hieron. in Mt. p. 21. Hieron. in Mt. p. 24. Ambros.inLc.p.799sq. Arnob. in Mt. c. 1. Arnob. c. 2. Arnob. c. 3. Arnob. c. 4. Arnob. c. 5. Arnob. c. 6. Hieron. in Mt. p. 29. — Arnob. c. 7. Arnob. c. 8. Hieron. in Mt. p. 36. Hieron. in Mt. p. 38 sq. Arnob. c. 9. Arnob. c. 10. Arnob. c. 11. Arnob. c. 12. Arnob. c. 13. 150 Der angebliche Commentar des Theopbilus. B I, 9 p. 42, 6—13. B I, 9 p. 42, 13—15. BI, 10 p. 42, 16-43,5. B I, 10 p. 43, 5—44, 2. B I, 10 p. 44, 3— 8. BI, 10 p. 44, 8-lS, Hieron. in Mt. p. 53. Arnob. c. 14. Arnob. c. 15. Von den 41 Abschnitten, in welche hier die 10 ersten Ca- pitel zerlegt sind, finden sich 11 bei Hieronymus, 15 bei Arno- bius Junior wieder. Keiner der Abschnitte ist aber von beiden bezeugt. Sie sollen aber nach Zahn die Plagiatoren sein. Wie unwahrscheinlich diese Annahme ist, ist leicht zu zeigen. Sie kommt etwa der Unwahrscheinlichkeit gleich, die sich für den Fall ergiebt, dass man aus einer Urne mit 41 Kugeln erst 11, dann — nachdem diese wieder in das Grefäss gelegt wor- den sind — 1 5 Kugeln herauszieht, und dass dabei keine einzige Kugel doppelt gezogen wird. Die Wahrscheinlichkeit nämlich, dass eine Kugel zweimal gezogen wird, beträgt ^^'4051