tCbv ^AaavQlotv y^, nai-
ösv&slg 6h Tt^mtov ßhv tä vfiHega^ ösvtSQOv 6h azLva vvv xriQvtxeiv
iTiayyikXoiJtat. Tatian nennt sich also selbst nicht einen Barbaren, son-
dern einen Anhänger der barbarischen Philosophie (genau so auch c. 1
p. 6, 14 sq.). Das folgende yevvTj&slg xtL soll dem nicht zur Erklärung
dienen, sondern der Sinn ist vielmehr der: „meine Bildung ist ursprüng-
lich eine griechische, obschon ich im Lande der Assyrier geboren bin."
Man beachte den Ausdruck: iv x^ xdiv ^AaavQloJv yy.
234) Dass an Assyrien im strengen Sinn des Wortes zu denken sei,
hat Zahn S. 268 f. wahrscheinlich gema,cht.
235) Clem. Alex. Strom. III, 81 p. 547: Taxiavbv olf/at xbv Svqov.
Epiphan., h. 46, 1: (Taxiavog) ^v fihv Svgog xo yivog^ iog r) elg ^(läg
ikß^ovccc yvwatq ne^iij^si, Ireaneus und Eusebius sagen nichts hierüber.
202 I^i^ Oratio des; Tatian.
mit Recht auf Tatian belogen hat^^*^), einen aus dem Lande
der Assyrier stammenden Mann, und es liegt bei der häufigen
Verwechselung von Syrien und Assyrien nahe anzunehmen, dass
jenes „der Syrier'* aus dem von Tatian selbst gebrauchten Aus-
druck entstanden ist. Woher aber Epiphanias seine Kunde
geschöpft hat, wissen wir nicht. Vielleicht aus derselben Ueber-
lieferung, die ihm auch zugetragen hat, dass Einige das Dia-
tessaron Hebräerevangeliura nennen. Wie wenig auf die An-
gabe des Clemens und Epiphanius hier zu geben ist, lehrt
das Selbstzeugniss Justin's des Märtyrers wie auch die Trädi^
tion über ihn. Justin entstammte ohne Zweifel einer griechi-
schen Familie in Flavia Neapolis (sein Vater hiess Friskus, sein
Grossvater Bakchius), und er ist in dem hellenischen Glauben
erzogen worden. Trotzdem rechnet er sich Dial. 120 lin. in
das Volk der Samariter ein^^''), weil er geborener Samariter
ist 2^^). In demselben Capitel nun, wo Epiphanius den Tatian
einen Syrer nennt, bezeichnet er den Justin nicht nur mit den-
selben Worten als Samariter, sondern unterstellt sogar, wie es
scheint, dass Justin sich von der samaritischen Religion zum
Christenthum bekehrt habe 2'-^^). Unter solchen Umständen wird
man es für mehr als gewagt halten müssen, mit Zahn anzu-
nehmen, Tatian sei ein in Assyrien geborener Westsyrer ge-
wesen, weil Clemens und Epiphanius ihn einen Syrer nennen.
Bis nicht neue Quellen entdeckt werden, hat man festzuhalten:
Tatian war ein in Assyrien geborener Grieche, der eben dess-
halb von Einigen ein Syrer genannt worden ist.
236) Strom. I, 11 p. 322.
237) Ovöe yäg dnb rov yivovg rov ißov, Xsyv} ös rtSv SafxuQewv
xxX. Auf Apol. II, 15 init. möchte ich mich nicht berufen.
238) Hiernach erledigt nich die Bemerkung Zahn 's (a. a. 0. S. 270):
„Mir wenigstens ist es völlig unbekannt, daes man um jene Zeit die in
Syrien geborenen oder wohnenden Griechen oder Körner „Syrer" genannt
hätte." Mail wird den }3ewei3 speciell für Syrien nicht mehr zu führen
brauchen. Haben sich doch selbst die in der Diaspora geborenen Juden
in Jerusaleni in Genossenschaften zusammengethan, die sich nach dem
Geburtslantio benannten (Act. (5. 9). In Act. 4, 36 wird- Barnabajä „Jiv-
€iti]Q KvrcQioQ TV) yivei" genannt.
289) 11. 46, J: 6 ^loiailvoi; ^^ocjiiapeiztjq »Jv- t6 yivog. (iovativu)) rd)
and ^a[xaofiiü}v tlg X^iutoy ntnioitvxoxi.
Chronologisches als Einleitung. 203
4) Kehren wir nach dieser notliigcn Abschweifung zur
Chronologie zurück. Wir besitzen für dieselbe nocb folgende
üaten :
a) In dem 1. Buch adv. liaer. c. 28, 1 (geschrieben um das
Jahr 185) und zwar in dem Ketzerkatalog kommt Irenaeus,
nachdem er von Marcion gehandelt, auf verschiedene eklek-
tische christlicbe Partheien und Schulen zu sprechen. Aut sa-
tornilische und marcionitische Einflüsse führt er eine Richtung
zurück, die unter dem Namen Enkratiten bekannt sei. Sie
verkündigen Ehelosigkeit, enthalten sich des Fleischgenusses,
setzen überhaupt die Schöpfungsordnungen Gottes herab und
lehren speciell die ewige Verdammniss Adam's. Doch letzteres
erst seit kurzer Zeit. „Ein gewisser Tatian hat zuerst diese
Blasphemie aufgebracht." V^on ihm berichtet nun Irenaeus,
dass er ein Hörer des Justin gewesen sei und nichts derglei-
chen verkündigt habe, solange er mit jenem zusammen war;
nach dessen Märtyrertode erst sei er von der Kirche abgefallen
und habe, aufgeblasen und verblendet durch die Meinung, er
sei ein besonders vorzüglicher Lehrer, eine eigenartige Lehr-
fassung aufgestellt ^^^) ; „abereinstimmend mit den Valentinianern
nämlich fabelte er von gewissen unsichtbaren Aeonen, ähnlich
wie Marcion und Saturnin nannte er die Ehe eine das (ewige)
Verderben bringende Hurerei; den Widerspruch gegen die Selig-
keit Adam's fügte er dem von sich aus hinzu''. Im 3. Buch
c. 23 polemisirt dann Irenaeus sehr ausführlich gegen diese
Sondermeinung Tatian's und nennt ihn selbst (§ 8) .,connexio
omnium haereticorum" '^^^).
240) Der griechische Ausdruck (bei Euseb. IV, 29) lautet: i6iov xa-
gaxTTJga öiöaaxaXeiov övvFati^aaxo. Die nächstliegende Bedeutung von
ötSaaxaXstov ist „Schule", und dafür spricht der Gegensatz zu dem
anoaxag xriq ixxkrjoiag, ferner das vorhergehende ol^/xazi SiSacxaXov
und auch das Verbum ovvsari]0(xzo. Dennoch halte ich mit Zahn (a. a.
0. f. 284 n. 2) die üebersetzung „Lehre" für möglich; denn nicht nur
macht das „i'öiov xtxQaxtriQa'* diese wahrscheinlicher, sondern noch mehr
legen die folgenden Participia ßvd-o?.oyriaac: • — dvayogevoaq — noirjad-
fxevoq nahe, dass Irenaeus von der Lehre Tatian's hier sprechen wollte.
• 241) Möglich ist, wie Zahn (Gott. Gel. Anz. 1873 S. 1554 f.) ent-
deckt hat, dass auch in IIl, 2, 1 von Irenaeus gegen Tatian polemisirt
worden ist.
V
204 -^i® Oratio des Tatian.
Für diesen Bericht des Irenaeus ist folgendes zu beachten:
1) Justin wird von ihm als ein Bekannter, Tatian als ein Unbe-
kannter eingeführt, 2) die bestimmte Nachricht, dass Tatian erst
naph dem Tode des Justin von der Kirche abgefallen sei, darf man
um so sicherer hinnehmen, als Irenaeus die Art des Verhältnisses
der Beiden niqjit, wie die späteren Berichterstatter, übertreibt und
ferner um die angegebene Zeit resp. etwas früher höchst
wahrscheinlich selbst inRom anwesend gewesen ist^^^^.
Dann aber wird man auch den Ausdruck „aTioGtag Ting iyi/.lr]'
oiag'''' nicht als eine blosse Floskel hinnehmen dürfen, sondern
vielmehr an einen, wenn auch von langer Hand vorbereiteten,
offenkundigen Bruch Tatian 's mit der Kirche zu denken haben,
der in Rom nicht früher als im J. 163 und spätestens wenige
Jahre nach 167 erfolgt ist. Von der Stiftung einer eigenen
Secte durch Tatian sagt Irenaeus vielleicht nichts bestimmtes,
aber was er berichtet, ist davon nicht wesentlich verschieden.
Die Parthei der Enkratiten hat seine Lehre von der Verdam-
mung Adam's aufgenommen und dadurch ihre bisherige Son-
derstellung neben der Kirche noch verschärfte*^). Ist nun
Tatian unstreitig Lehrer gewesen und eben als Lehrer aus der
Kirche ausgetreten, so wird sein Erfolg bei den Enkratiten
schwerlich ein unbeabsichtigter gewesen sein — mit einem Wort:
Tatian wurde als Apostat ein einflussreicher Führer der römi-
schen Enkratiten. Nun zeigt uns zwar die Schilderung des
Irenaeus invito auctore diese Parthei durchaus nicht als eine
gnostische — einem strengen theoretischen Diialismus haben
242) Die chronologischen Ausführungen, welche Zahn in der Real-
encyklop. f. prot. Theol. 2. Aufl. VII S. 134 f. über das Leben des'Ire-
naeus gegeben hat, scheinen mir in hohem Grade wahrscheinlich. Sie
bestätigen sich aber noch durch manche Beobachtungen, die der Verf.
in dem Rahmen eines Artikels nicht hat anführen können. Irenaeus ist
über die Zeit des Anicet in Rom gut berichtet, dagegen weiss er von der
Folgezeit sehr wenig. So ist ihm zwar Marcellina noch bekannt, aber
nicht Apelles u. s. w.
243) Dieser genaue Bericht über die Enkratiten zeigt wiederum, dass
Irenaeus hier gut orientirt ist. Dass Tatian nicht „Stifter" der Enkra-
titen gewesen ist, geht auch daraus hervor, dass in der ältesten Streit-
schrift wider sie (von Musanus) sein Name gar nicht erwähnt war. Erst
Eusebius hat ihn zum Anführer der Enkratiten gemacht (h. e. IV, 28).
Chronologisches als Einleitung. 205
sie ohne Zweifel nicht gehuldigt — ^44^^ .^{^^q^ q[q erschien doch
den Zeitgenossen als eine solche, weil in ihr der absolute ün-
werth der materiellen W elt hehauptet und auch zwischen dem
Schöpfergott und dem höchsten Gott unterschieden wurde 2^^).
Beachtet man dazu, dass die ausdrückliche Verwerfung der Ehe
auch im socialen Lehen eine unüberwindliche Scheidewand
zwischen den Kirchlichen und diesen Enkratiten aufrichten
musste, so darf man mit Bestimmtheit sagen, dass Tatian nicht
mehr für die Kirche und in deren Dienst arbeiten konnte, nach-
dem er Enkratit geworden war, und dass umgekehrt diese das,
was von ihm kam, als für sie nicht existirend betrachten musste 2^^).
So aber nicht allein in Rom, sondern überall in der Christen-
heit. Der Abfall eines einst angesehenen christlichen Lehrers
musste mindestens überall dort bekannt werden, wo man die-
sen selbst kannte, umgekehrt war Tatian am wenigsten der
Mann, Unterschiede und Gegensätze zu vertuschen. Seit seinem
Abfalle war er von der Kirche getrennt, galt als eine connexio
haereticorum , hat daher auch nicht mehr für die Kirche, sei
es nun im Ost, sei es im West, wirken können. Diese Aus-
führung wäre nicht nothwendig geworden, hätte nicht Zahn
eine Schilderung des Bruches Tatian's mit der Kirche und
seiner Folgen entworfen, welche denselben als völlig harmlos
244) Das geht auch aus den Fragmenten der späteren Schriften Ta-
tian's hervor.
245) S. Tatian's „Probleme" und die Fragmente. Irenaeus weiss
übrigens (III, 23, 8) von „auditores" Tatian's, von solchen, „qui ab eo
sunt".
246) In meiner Habilitationsschrift „De Apellis gnosi monarchica"
habe ich p. 88 — 90 auf die grosse Verwandtschaft hingewiesen, welche
zwischen Apelles und dem späteren Tatian besteht. Ich wüsste an dem
dort Ausgeführten nur weniges zu ändern. Hinzuzusetzen wäre nur, dass
auch bei Tatian wie bei Marcion und Apelles durch Rückgang auf das
paulinische Christenthum die eigenen Lehren bewiesen werden
sollen. Unter Berufung auf Paulus sind die „Antithesen" Marcion's, die
„Syllogismen" des Apelles, die „Probleme" des Tatian gesehrieben wor-
den. Unter solchen Umständen ist vielleicht doch die Nachricht im
SchoHon 44 ad ep. Hieron. ad Avitum des Victorinus nicht ganz zu ver-
achten, Apelles sei auditor des Tatian gewesen. Jedenfalls aber verdient
die sichere Beobachtung, dass Tatian als Häretiker Hyperpauliner ist, mehr
Beachtung als ihr bisher in der Dogmengeschichte geschenkt worden ist.
206 ^^^ Oratio des Taiian.
darstellt. „Er wollte der Kirche iuigcliören und dienen, aber
in Freiheit. Es zog ihn zu den Barbaren des Ostens, wo es
noch keine durch Generationen von Bischöfen gepflegte con-
ventionelle Orthodoxie gab." ,,Es musste Tatian schwerer als
Anderen werden, sich in Bezug auf seine Bechtgläubigkeit ver-
dächtigt zu sehen, aber auch ^eine Yerirrung einzugestehn."
Aber um Orthodoxie oder Heterodoxie hat es sich nicht allein
gehandelt, sondern um das schwerer wiegende sociale Problem,
welche Stelluiig die Gemeinden zum gemeinen Leben einzu-
nehmen haben. Wer in Beantwortung desselben zum schroff-
sten practischen Dualismus fortschritt, diesem aber dazu noch
ein theoretisches Fundament unterlegte, der gab sich mit der
grossen Kirche überhaupt nicht mehr ab, und diese nicht mehr
mit ihm. Jenes rührende Bild, welches Zahn S. 289 f. uns
vorgeführt hat, von dem im Alter erst vernünftig und besonnen
gewordenen Tatian, der, nachdem ihm Rom und das Abend-
land verleidet worden ist, in sein fernes Heimathland zurück-
kehrt, um nach schmerzlichen Erfahrungen endlich sich an der
„positiven Arbeit" zu betheiligen, seine Kritik an den Nagel zu
hängen, auch „mit der kirchlichen Sitte .sich nicht mehr zu
befassen", — dieses Bild ist nichts als eine Phantasie. Die Ge-
schichte kennt einen solchen Mann nicht, sondern lediglich
den energischen Christen, der der grossen Kirche und ihrer
Weltförmigkeit den Rücken gekehrt hat; und sie weiss nichts
davon, dass er nach dieser Wendung es nachmals doch „nicht
für seine Aufgabe gehalten hat, seine Sonderlehren zu ver-
breiten", sondern vielmehr „eine Volkskirche in ihrer ersten
Entwicklung zu fordern" bestrebt gewesen sei. Also der Mann,
welcher jede geschlechtliche Vereinigung, auch die eheliche,
als Aussaat des ewigen Verderbens brandmarkt, soll nachträg-
lich und ohne seine Sondermeinungen aufzugeben der Förderer
einer Volkskirche gewesen sein! Welche Vorstellung macht
man sich von den Asketen der alten Kirche, die mit ihrer
Mutter, der Kirche, gebrochen haben, und welche Vorstellung
macht man sich von der Kirche gegenüber solchen Apostaten!
Es ist überflüssig, hier noch ein weiteres Wort der Widerlegung
hinzuzufügen. Die Idrchliche Wirksamkeit des Tatian schhesst
nach Irenaeus bald nach dem Tode des Justin. Vorher ist
Tatian längere Zeit mit Justin in Rom oder vielleicht auch im
Chronologisches als Einleitung. 207
Orient — Justin selbst hat Rom zwischen 152 und -h 165 ver-
lassen — zusammengewesen.
b) In seiner Schritt gegen die Häresie des Marcion hat
der Kleinasiat Rhodon bekannt (Euseb., h. e. V, 13, 1. 8), dass
er zu Rom Schüler des Tatiau gewesen sei; er berichtet
ferner, dass Tatian ein Buch unter dem Titel „Probleme" ge-
schrieben habe; in diesen „Problemen" sollte die ündeutlich-
keit und Dunkelheit der göttlichen Schriften vor Augen ge-
führt werden; er, Rhodon, aber wolle dieses Buch widerlegen,
resp. die Lösung der hier aufgestellten Probleme geben. Achtet
man auf das ,,6fioloysl' cpr^ai df'* bei Eusebius (§ 8), so. wird
es wahrscheinlich, dass Rhodon Schüler des Tatian gewesen
ist, als dieser bereits ausserhalb der Kirche stand. Tatian ist
also nach seinem Bruche mit der Kirche noch in Rom geblie-
ben und hat dort weiter geschriftstellert. Dazu fügt sich, dass
ja auch Irenaeus mindestens ein heterodoxes Werk desselben
in Händen gehabt hat^'*'^).
c) Eusebius hat nicht in der Kirchengeschichte, wohl aber
in der Chronik ein chronologisches Datum für Tatian mitge-
theilt. Ad ann. Abr. 2188 -= 171 p. Chr. (M. Aurel XII. =
März 172 — 173) ist vermerkt: „Tatianus haereticus agnoscitur,
aquo Encratitae"^'*^). Eusebius hat die erste Hälfte dieser
247) Es ist schwerlich zufällig, dass der Mann, welcher zeitweilig Schü-
ler des Tatian war, dann ihn aber zu widerlegen verhiess (Rhodon),
sich auch mic Apelles, dessen Christenthuni dem des Tatian so verwandt
gewesen ist, eingehend befasst hat. Dies wird freilich noch verständ-
licher, wenn Apelles wie Rhodon auch zeitweilig Hörer des Tatian ge-
wesen wäre (s. oben). — Die Beschreibung des Problemenbuches bei
Sixfcus von Siena.(B. S. IV p. 380): „insigne propositionum et quaestio-
nura volumen, in quo onmia «iuae in S. S. obscura et difficilia sunt, re-
stituit" stammt aus einem Missverständniss des Rufin. Zahn unterstellt
(S. 286), das Buch habe lediglich ..gewagte und unerbauliche Ansichten
eines, nicht eben orthodoxen Schriftstellers" enthalten! Als ob nicht
schon der Titel „Probleme" genug besagte!
248) So Hieronymusj im Arm. fehlt die Notiz. Sie ist aber auch
durch das Chron. pasch, I, 480 bezeugt. Daher ist sie für eusebianisch
zu halten (so Zahn, a. a. 0. S. 282 n. 2, der mit Recht darauf aufmerk-
sam macht, dass Tatian bei den Syrern eben nicht als Ketzer galt, wess-
halb die Notiz gestrichen sei). Hat sie bei Eusebius ad ann. XU. M.
Aurelii gestanden, so war sie auch richtig auf 172 p, Chr. datirt.
208 I^iß Oratio des Tatian.
Angabe hockst wahrscheinlich der Chronik des J. Africanus
entnommen, die zweite aus eigenen Mitteln hinzugefügt 2^^).
Das Datum fügt sich recht wohl zu der Mittheilung des Ire-
naeus, dass Tatian nach dem Tode des Justin von der Kirche
abgefallen sei. Ein so bestimmtes Datum aber iässt voraus-
setzen, dass auch ein bestimmtes Ereigniss, welches Aufsehen
erregte, stattgefunden hat. Wir dürfen somit annehmen, dass
einige Jahre nach dem Tode Justins im Jahre 172 zu Rom
unter Soter der Bruch des Tatian mit der Kirche erfolgt ist.
d) Chronologische Bestimmungen bringt schliesslich noch
Epiphanius (h. 46, 1) über Tatian's Leben. Zur Beurtheilung
derselben ist zu beachten, dass Epiphanius die Ausführungen
bei Irenaeus, resp. bei Eusebius gekannt hat. Er bemerkt zu-
erst, dass Tatian gleichzeitig mit Justin gelebt — hier folgt
die confuse Angabe über das Datum des Todes Justin's —
und sich trefflich bewährt habe, so lange er im Verkehr mit
diesem gestanden sei. Nach dem Martyrium des Apologeten
aber sei Tatian wie ein Blinder ohne Führung in die Grube
gestürzt. „Er war von Geburt ein Syrer, wie man uns berichtet
hat; aber seine Schule richtete er anfangs in Mesopotamien
auf, ungefähr um das 12. Jahr des Antoninus, der den Bei-
namen „der fromme Kaiser'' führt. Nach dem Tode des heil.
Justin nämlich verliess er Eom, ging in den Orient, Hess sich
dort nieder, verfiel einem Irrglauben und führte nun in Weise
der valentinianischen Fabeln gewisse Aeonen, Principien und
Emanationen ein". Epiphanius ist der einzige Gewährsmann
dafür, dass Tatian nach dem Tode Justin's in den Orient, nach
Mesopotamien, gegangen sei und dort eine Schule gegründet
habe. Die Nachricht ist aber mit zwei offenkundigen Irrthü-
mern verknüpft. Erstens nämlich soll Tatian erst in Mesopo-
tamien Irrlehrer geworden sein — wir wissen aber durch Rho-
don imd Irenaeus, dass dies nicht der Fall gewesen — , zwei-
tens datirt Epiphanius die Eröffnung der häretischen Schule
Tatian's in Mesopotamien auf die Zeit um das 12. Jahr des
Pius (149 — 150); damals hatte aber der Apologet noch nicht
einmal seine Griechenrede verfasst. Es ist nun allerdings wahr-
249) Den Beweis für diese Behauptung vermag ich hier nicht zu
geben; s. übrigens oben S. 143.
Clironologisclies als Einleitung. 209
sclieinlich, wie schon \on Anderen bemerkt ist, dass der An-
gabe „ann. XII. Antonini Pii" die andere „ann. XII. Antonini
Veri" zu Grunde liegt, da ja Epiphanius den Tod des Justin
fölsclilicli unter Hadrian angesetzt hatte, also fast gezwungen
war, dem Marc Aurel den A. Pius zu substituiren. Aber da-
mit ist das nicht erewonnen, was Zahn^-^^^) für erreicht hält.
Dieser Gelehrte nimmt zwei von einander direct nicht abhängige
Traditionen an: die eine (bei Eusebius), nach welcher Tatian
172/3 mit der Kirche gebrochen hat, die andere (bei Epipha-
nius), nach der Tatian vielmehr in diesem Jahre seine Schule
in Mesopotamien (Edessa) eröffnet hat; „offenbar" sei aber der
zweiten Ueberlieferung der Vorzug zu geben. Man wird es
zunächst nicht für methodisch halten können, ein chronologi-
sches Datum, wenn nicht dringende Gründe vorliegen, so zu
construiren, dass man aus zwei Berichten je eine Hälfte aus-
scheidet, aus dem einen aber sich die Zahl, aus dem anderen
das Ereigniss abstrahirt. Man wird es aber als unqualificirbar
beurtheilen müssen, wenn man gewahrt, dass das Ereigniss
selbst genau in sein Gegentheil umgesetzt wird. Nach Epi-
phanius erfolgte ann. XII. Anton, die Eröffnung der häretischen
Schule in Mesopotamien, nach Zahn begann damals die För-
derung der syrischen Volkskirche durch Tatian! Aber die ganze
Voraussetzung ist zu beanstanden. Liegt dem Datum bei Epi-
phanius das Datum ann. XII. M. Aurel. (so Eusebius) zu Grunde,
so hat man, bis nicht Gegengründe vorgebracht werden, ein-
fach anzunehmen, dass eben Eusebius die Quelle für Epipha-
nius hier gewesen ist. Dies wird aber desshalb noch ganz be-
sonders wahrscheinlich, v^^eil Epiphanius die Gründung der
Schule in Mesopotamien nicht bestimmt auf das 12. Jahr des
Antoninus verlegt, sondern den unsicheren Ausdruck (og tteql
To iß' bzog gebraucht hat. Man 'sieht hier deutlich, Epiphanius
hatte ein Datum und ein ihm wichtiges Ereigniss aus der Tradi-
tion zur Verfügung, die er beide in seiner Weise mit einem
gewissen Vorbehalt mit einander verbindet.
Die einzige brauchbare Angabe bei Epiphanius über Ire-
naeus und Eusebius hinaus ist also die, dass Tatian als Christ
von Rom nach Mesopotamien gegangen ist. Wann das ge-
25Ü) A. a. 0 S. 282 f.
Texte und Untersuchunfren. ]4
210 ^^^ Oratio des Tatian,
schehen ist, darüber lässt sich direct gar nichts sagen; denn
die Behauptung des Epiphanius, die Uebersiedelung habe nach
dem Tode Justin's stattgefunden, fällt mit seiner ganzen Con-
struction. Man ist also auf Vermuthungen angewiesen; diese
Vermuthungen sind aber der Annahnje, dass die Uebersiedelung
zwischen den Jahren 152 — 172 erfolgte und keine definitive
gewesen ist, ungleich günstiger als der anderen, dass. Tatian
sich erst nach dem Jahre 172 3 von Rom aus zu dauerndem.
Aufenthalt in den Orient begeben hat.
1) Als Tatian seine Oratio c. 152 verfasste, hatte er Rom
bereits verlassen (s. oben). Also fällt in die Jahre 152 — 172
jedenfalls eine Abwesenheit von Rom. Die Zeit aber bis zum
Tode Justin's (103 — 167) ist gross genug, um für ein längeres
Wirken im Orient und auch für einen erneuten Verkehr mit
Justin m Rom Raum zu lassen ^^^). Justin ist ja selbst zwi-
schen c. 152 und seinem Todesjahr auf längere Zeit im Orient
gewesen ^^2).
2) Im Abendland und in Aegypten war Tatian als Häretiker
seit c. 180 bekannt (s. Rhodon, Irenaeus, Tertullian, Clemens,
Origenes); im Orient dagegen, speciell in der syrischen Kirche,
weiss man von seinen Häresien fast nichts. Im Abendland
und in Aegypten werden seine häretischen Werke gelesen und
widerlegt; im Orient kennt man sie nicht, wo man aber in
einem Buche ihn als Häretiker bezeichnet fand, da strich man
solche Notiz einfach aus. Der nächstliegende Schluss ist also
doch wohl der, dass Tatian als Häretiker nicht in Syrien, son-
dern im Äbendlande gewesen ist, und, wenn er als Christ in
Syrien oder noch weiter im Osten gewirkt hat, dort von der
Grosskirche nicht getrennt war. Welch' künstliche Combinatio-
nen und UnwahrscheinMchkeiten hat Zahn nöthig, um diesem
seine ganze Auffassung vernichtenden Argumente zu entgehen 1
Da muss Tatian geradezu eine zweite Wandelung durchmachen,
muss auf seine Sonderlehren verzichten und „der Kirche dienen,
von der er sich nie getrennt hatte'*!
251) Die Annahme eines aolchen ist aber in Wahrheit nicht einmal
gefordert. Hat Tatian um das Jahr 150 längere Zeit gemeinsam in Rom
mit Justin zugebracht, so Ist damit der Angabe dea Irenaeus — und auf
ihn gehen die Berichte zurück — Genüge gethan.
252) S. d. Dialog mit Trypho und Acta Just. 3.
Chrono] ogisclies als Einleitung. 211
3) Epiphanius (]. c.) schreibt also von Tatian: Kai rjv ^ifv
^VQog To yh'og^ lug ?; sig ij/iag tldoioa yvcuoig 7reQir/£i. z6 Ss
avTov öidaoxaXslov nQOEarrjoaxo an aQX^jQ h^^ ^^ ^f] ^^^^^f]
Tiov UoTaficüv fug jnnl to iß' erog lAvrcovivov t. evoeß. -AaiG.
FTHY.Xrjdn'Tog. ^Atto ^Pojf.ir]g yaQ /nza ttjv tov ay. ^lovürivov
reliicooiv xtI. Man gewahrt leicht, dass dem a/r^ ocQxrjg f(tP
in dem folgenden nichts entspricht. Nun folgt aber später der
Satz: To öi nXeiOTov zov avxov TtrjQvy/Liarog ano ^^vTioyeiag
TTJg TToog JuffVTjv, Y,al enl t« tojv Kilr/.iov ^tigrj^ Im nXeiov
de Bv xfi fltoiöia tAQarvvev^ und es ist wahrscheinlich, dass
Epiphanius ihn schon im Sinne hatte, als er von der Eröffnung
der Schule in Mesopotamien berichtete. Immerhin scheint er
den Aufenthalt daselbst nicht für einen definitiven gehalten zu
haben, sonst hätte er schwerlich an agx^g f^^^ geschrie-
ben. Indessen will ich bei der confusen Schreibweise des Epi-
phanius auf diese Beobachtung, nichts gebaut haben. LehiTeich
ist nur, dass Tatian's häretische Wirksamkeit in Mesopotamien
nicht nur nach Eusebius, sondern auch nach Ephraem, nach
dem Zeugniss der ganzen syrischen Kirche, ohne jeden Erfolg
geblieben ist. Wichtiger aber ist noch folgendes:
4j Tatian war, als er die Oratio (c. 152) schrieb, ein Mann
gereiften Alters. In fieser „Rede" spricht ein Philosoph zu
uns, der die Welt, die Weltweisheit und die Menschen kennen
und verachten gelernt hat. Zahn selbst nimmt (S. 284) dess-
halb an, dass Tatian schwerlich später als c. 110 geboren ist.
Es war also um 172 etwa im Anfange des siebenten Jahr-
zehnt;?. Und in diesem Lebensalter soll er nach Mesopotamien
gegangen sein — das ist natürlich an sich nicht unwahrschein-
lich — , nein, eine neue dritte Epoche seines Lebens begonnen,
die syrische Volkskirche in ihrer ersten Entwicklung gefördert,
namentlich aber ihrem Cultus den wichtigsten Dienst geleistet
haben? Wir werden auf Goethe, aufL. von Ranke, auf die
Greise der alten Kirche von Johannes bis Hosius verwiesen 253).
Dagegen wäre nur zu sagen, dass mau ein so hohes, rüstiges
Greisenalter nicht durch Vermathungen feststellt, sondern nur auf
Grund einer zuverlässigen Ueberlieferung, femer, dass uns hier
mehr zugemuthet wird, als an ein ungewöhnliches hohes Alter
253) Zahn, a. a. 0. S. 284 n. 1.
14'
212 -^^^ Oratio des Tatian. *
in Kräftigkeit des Geistes zu glauben. Wir sollen auch hin-
nehmen, dass ein Mann in den Sechszigen seine Sonderlehren
zurückgestellt und eine ganz neue Form seiner Wirksamkeit
begonnen hat. Kein Historiker wird aber so unvorsichtig sein,
solche entfernte Möglichkeiten, wenn von solchen hier über-
haupt geredet werden darf, für geschichthche Beweise zu
nehmen.
Nach dem sub 1. 2. 4 Ausgeführten wird man zugestehen,
dass der von Epiphanius allein berichtete längere Aufenthalt
Tatian's in Mesopotamien, wenn er überhaupt stattgefunden
hat — was ich nicht bezweifeln will — , höchst wahrscheinlich
in die Jahre zwischen c. 152 und -f 165 fällt, d. h. in eine Zeit,
wo Tatian noch unbefangen in der Kirche stand. Es ergiebt
sich somit folgendes Schema des Lebensganges Tatian's als
wahrscheinlich 254): Tatian ist in gereiftem Lebensalter nach
langen Wanderungen durch die römisch-griechische Welt als
angesehener Philosopli 2 55) nach Rom gekommen. Dort trat er
c. 150 zum Christenthum über und zwar schloss er sich der
grossen Kirche an. Er lernte Justin kennen und verehren, er-
litt mit ihm zusammen die Anfeindungen des Crescens, die ihn
dem Tode nahe brachten, verliess aber Rom bald wieder und
verfasste zunächst für einen Kreis frühereiJBekannter, aber unter
der Form einer Rede an die Griechen bald nach dem Jahre 152
eine Schrift, in welcher er seinen üebertritt motivirte und zu-
gleich der hellenischen Cultur den Abschied gab. Höchst wahr-
scheinlich kehrte er in sein Geburtsland zurück und blieb dort
mehrere Jahre 256). Aber wie den Justin, so zog es auch ihn
wieder nach Rom zurück. Wann er dorthin zum zweiten Male
■gekommen ist, ist ungewiss. Vielleicht vor dem Tode des
Justin, vielleicht auch später. Hier war er anfangs ein geehrter
254) Hiernach sind die Ztschr. f. K.-Gesch. IV S. 492 f. gegebenen
Andeutungen zu vervollständigen, resp. zu berichtigen.
255) Orat. 1 p. 6, 15. Er war auch schon als Schriftsteller aufge-
treten s. c. 15 p. 68, 7.
256) Aus der Geschichte der römischen Provinzen Mesopota-mia und
Assyria (s. Marquardt, Römische Staatsverwaltung 1873 I S. 278 f.) wird
man zur Bestimmung der Reise des Tatian nichts schlicssen können. Die
Wiedereroberung Mesopotamiens erfolgte durch den parthlschen Feldzug
des L. Verus 162—165.
Chronologisches als Einleitung. 213
Lehrer. Sehr bald aber bildete er seine schroffe Denkweise
weiter aus, namentlich unter dem Eindrucke der paulinischen
Briefe und unter Zugrundelegung des Gegensatzes von Fleisch
und Geist. Er schritt zu Thesen fort, die auf dem Boden der
grossen Kirche unerträglich waren, und bestritt die weltförmige
Lebensweise der gemeinen Christen grundsätzlich. So erfolgte
im Jahre 172/3 zur Zeit des römischen Bischofs Soter der Bruch
des Greises mit der katholischen Kirche. Die „Enkratiten" zu
Rom und bald auch auswärts — eine Parthei, die so alt sein
mag als die Heidenkirche — verehrten ihn nun als einen ihrer
Führer und Lehrer, ja nahmen selbst ein ihm eigenthümliches
Dogma auf. Dagegen mussten solche katholische Theologen,
die seine Schüler gewesen, sich nachträglich salviren. Er selbst
war noch in dieser Zeit d. h. c. 170 f. als Schriftsteller thätig
und suchte seine Ansicht zu begründen. So schrieb er eine
wesentlich negative Schrift JjQoßlijßaTa, und eine positive:
TIsQi tov Tiara top GwzrJQa ytatagTiafiov. Wann und wo er ge*
storben ist, ist völlig unbekannt; aber nichts hindert, anzuneh-
men, dass er bis zu seinem Tode in Rom verblieben ist. -
Ich gebe diese Construction nicht als eine sichere; aber
ich setze sie der Zahn'schen als einer völhg unwahrschein-
lichen und der, die Daniel gegeben hat 2^'), als einer jeden-
falls falschen entgegen.
In welche Zeit gehört aber das Diatessaron? Wir sind
Dank den gelehrten Ausführungen Zahn 's endlich im Stande,
über dasselbe mit einiger Sicherheit zu urtheilen, wenn auch
dies ürtheil in wichtigen Punkten anders ausfallen muss, als
der zugeben wird, der sich bisher die grössten Verdienste um
das Werk erworben hat. Erstlich — und das scheint mir Zahn
erwiesen zu haben — ist das Werk kein häretisches; es ist viel-
mehr ein vorkatholisches. Was für jene Annahme zu sprechen
schien, hat sich bei näherer Betrachtung in Nichts aufgelöst.
Dann aber ist gewiss, dass der Tatian, welcher die Ehe,
das Thiere-essen und den Weingenuss verwarf, welcher die
Probleme geschrieben und den Gott des Gesetzes vom Gotte
des Evangeliums getrennt hat, dieses Werk nicht zusammen-
stellte. Nur dann kann man darüber anders urtheilen, wenn
257) A. a 0. S. 55 f.
214
Die Oratio des Tatian.
man, wie Zahn thut, das Datum, welches für den offenkundigen
Bruch Tatian's mit der Kirche überhefert ist, als das Datum
nimmt, von welchem ab er eine Volkskirche in ihrer ersten
Entwicklung gefördert haben soll, d. h. Avenn man die Quellen
das Gegentheil von dem sagen lässt, was sie sagen. Also fallt
die Abfassung des Diatessaron zwischen die Jahre 153 und
0. 170^^^^). Zweitens: ein Werk, welches a) in inniger Ver-
wandtschaft mit der Itala steht-^'^^), so innig, dass die
Verwandtschaft noch in der syrischen Form desselben durch-
schimmert, welches b) von einem unteritalienischen Bischof um
540 in lateinischer üebersetzung, richtiger Umarbeitung vorge-
funden wurde 2ö0)^ welches c) auch von Griechen in byzantini-
scher Zeit benutzt worden isf^^^), welches d) von den Syrern
stets mit dem o^riechischen Namen z/iaTeooagtov be-
zeichnet worden ist, von welchem endlich e) kein Bericht-
erstatter jemals behauptet hat, dass es syrisch niedergeschrieben
• 258) In meinem Aufsätze über Tatian's Diatessaron (a. a. 0. S. 494)
hatte ich geschrieben ,c. 155 bis höchstens 175". Ich rectificire beide
Zahlen etwas aus Gründen, die in den bisher gegebenen Ausführungen
mitgetheilt sind. Die Zahl c. 170 und nicht 172/3 wähle ich, weil Tatian
vor seinem erklärten Bruch gewiss schon geraume Zeit die Lehren ver-
kündet hat, die ihn zu dem Bruche veranlasst haben. Zahn bemerkte
zu meinem Ansätze (a. a. 0. S. 284 n. 1), dass „kein Nachdenkender ihn
gelten lassen könne", und hält mir dann das Beispiel L. von Ranke's
vor. Aber darauf, wie alt Tatian geworden ist, kommt es hier zunächst
gar nicht an. Zahn sollte zuerst beweisen, dass ein Häretiker das
Diatessaron geschrieben hat; und zweitens verständlich machen, dass es
aus einer Zeit stammt, in welcher man an die wörtliche Inspi-
ration der Evangelien geglaubt hat.
259) Zahn, a. a. 0. S. 290 u. passim.
260) Zahn, a. a. 0. S If. , meine Andeutungen, a. a. S. 490. 494.
Wace in „The Expositor" 1881 Aug p. 128 sq.
261) Zahn, a. a. 0. S. 313 f. S. 25 f. Das „i6 xaO^' latOQiav evay-
ysXiov . . . Taviavoi)^^ spricht für sich, mag man auch die zwischenstehen-
den .sinnlosen Worte AiaSoygov xal und die ebenso sinnlosen folgenden
Wörter deuten, wie man will, Zahn hält es für einen wohlfeilen Einfall,
für 6iaöwQ0v 6ia d' zu conjiren. Ich will mich für denselben auch nicht
erwärmen, erlaube mir aber auf ÖLaöavgov == öiaöcjgov hinzuweisen. Weil
der Schreiber jenen Ausdiuck nicht verstand, wühlte er öiaöioQov und
schob nun ein xai ein.
Chronologisches als Einleitung'. 215
sei — ein solches Werk ist ursprünglich griechisch
ahgefasst worden. Zahn kennt nicht nur diese Argunviite
sämmthch, er hat sogar das erste selbst erst entdeckt: trotzd^'m
entscheidet er sich für die Abfassung des Diatessaron in syri-
scher Sprache und stellt die Existenz einer griechischen Recen-
sion des Buches, Avenn ich ihn recht verstehe, überhaupt in
Abrede. Aber die Analogien, die er S. 310—313 beigebracht
hat, um wahrscheinlich zu machen, dass um das Jahr 500 ein
syrisches Buch — und zwar ein Evangelienbuch — lateinisch
bearbeitet worden sei, erweisen sich sämmtlich als haltlos. Sie
reichen nicht im Entferntesten an das heran, was hier bewiesen
werden soll. Selbst zugestanden, Eusebius berichte von dem
Diatessaron nur nach Hören-Sagen262j und Theodoret habe
nur syrische Exemplare des Buches gekannt und eingezogen —
ist es denn .besonders auffallend, dass wir in der griechisch-
römischen kirchlichen Tradition von einem Werke so gut wie
nichts hören , welches im 3. Viertel des zweiten Jahrhunderts
entstanden ist und einen Mann zum Urheber hat, der seit dem
Ausgang dieses Jahrhunderts in Rom, in Lyon, in Carthago
und in Alexandrien für einen Häretiker galt? Das Umgekehrte
wäre vielmehr das Auffallende ^^^j. Auf die Beobachtung aber,
dass doch die Oratio Tatian's wenigstens im griechischen Orient
bekannt geblieben ist, darf man sich nicht berufen, da ein an-
deres ein apologetisches Werk ist, ein anderes ein Evangeüen-
buch, über welches der Stab bereits gebrochen war, wo der
Glaube an die Wörterinspiration der Evangelien zur Herrschaft
gelangte. Es steht aber auch nach Zahn nicht einmal so,
dass die griechische und lateinische Kirche von dem Diatessaron
gar nichts weiss; dazu tritt das Zeugniss des muratorischen
262) Dies ist aber auch desshalb uDwahrscheinUch, weil Eusebius sich
bei der gleich folgenden Mittheilung über die Bearbeitung der paulini-
schen Briefe durch Tatian auf eine ihm von auswärts zugekommene Kunde
beruft, bei dem Evangelium dagegen nicht.
263) Ich erinnere hier an die Schicksale der in der ältesten Kirche
als heilige Schriften gelesenen jüdischen Apokalypsen. Griechisch sind
sie zum grössten Theü spurlos verschorien, bei den christlichen Semiten
und theiiweise bei Jen Lateinern haben sie sich erhalten. Auch eine Ver-
gleichung der Schicksale des Dialogs zwischen Jason und Papiskus in der
Kirclie ist liier lehrreich.
216 I)ie Oratio des Tatian.
Fragmentisten'^^^), auf welches ich auch nach den Gegenbe-
merkungen von Zahn 265) nicht verzichte. Hier ist ausge-
sprochen, dass die Katholiken von Tatian „in totum nihil reci-
piunt''. Damit kann nur eine Schrift gemeint sein, die An-
spruch darauf machte, in den Öffentlichen Gebrauch der Kirche
genommen zu werden. Ist nun der Text des Diatessaron mit
der Itala verwandt, so wird man für die Abfassung desselben
auf Rom (Carthago ist natürlich ausgeschlossen) verwiesen.
Nach Rom, mindestens nach Italien, gehört aber auch das
Muratorische Fragment, und in Unteritalien taucht 300 Jahre
später wiederum eine lateinische Bearbeitung des Diatessaron
auf2^'*>). Darnach kann von einer syrischen Urschrift des Werkes
264) S. Ztschr. f. lutli. Theol. 1874 S. 276 f. 445 f. 1875 S. 207 f. Ztschr.
f. wiss. Theol. 1877 S. 109 f. Ztschr. f. K.-Gesch. III S. 400.
265) A. a. 0. S. 9 f. Zahn hat augenscheinlich meine auf Autopsie
beruhenden Angaben (Ztschr. f. luth. Theol, 1875 S. 217 1'.), für die ich
mich auch auf die Augen meines Freundes Prof. Schür er berufen konnte,
nicht gewürdigt. Er beruft sich gegen mich auf Hertz, der schwerlich
mit derfeelben Aufmerksamkeit wie wir jeden Buchstaben und jede Mög-
lichkeit erwogen hat; denn ihm ist ja entgangen, wie allen die vor ihm
das Fragment eingesehen, dass der 7. Buchstabe ursprünghch ein „i"
war und dass der 6. aus einem Buchstaben mit zwei Grundstrichen ent-
standen ist. Man hat, einmal vom „m" abgesehen, somit nur folgende 6
Möglichkeiten für den ursprünglichen Namen: motiavi — mutiavi -r- ma-
tiavi — motiani — mutiani — matiani. Das ist alles sinnlos; das „m"
kann aber aus „t" corrigirt sein. Ich habe selbst constatirt, dass man
Spuren einer Correctur nicht mehr gewahrt; aber das kann nicht ent-
scheiden, da „m" aus „t", und ledigUch aus „t" unmerkbar, in jenen
Schriftzügen hergestellt werden konnte. Dass aber eine Erwähnung des
Tatian neben Valentin und Marcion nicht nur nicht auffallend, sondern
nach dem Zeugniss des Irenaeus sogar sehr angemessen ist, brauche ich
nicht noch einmal auszuführen. Der Name des Tatian wurde vom abend-
ländischen Schreiber des 9. Jahrh. aus demselben Grunde getilgt, aus
welchem in der iirmenischen Uebersetzung der Chronik des Eusebius und
in der Epitome Syr. das „Tatianus haereticus" getilgt worden ist. Hier
wie dort la« man eben ein Evangelienbuch des Tatian als katholisches
Werk.
266) Man beachte, dass Victoi- von Capua (Cod. Fuldens. ed. Ranke
1868 p. 1) das Buch als ein namenloses in die Hände fiel („et absente
titulo non invenirem nomen auctoris"). Der Bearbeiter des Diatessaron
hat es also nicht gewagt, seine Vorlage zu nennen. Wir haben hier das
Gegenstück zur Praxis der syrischen Kirche. Doi*t strich man den „Ta-
Chronologisches als Einleitung. 217
nicht die Rede sein, mag auch die syrische Uebersetzung selbst
noch dem 2. Jahrhundert (?) angehören. Eusebius fügt aber dem
Bericht über das Diatessaron noch folgendes bei (IV,- 29, 6):
„Man sagt aber, Tatian habe es gewagt, einige Aussprüche
{(ptovac) des Apostels zu umschreiben (f.i€zaq)QC(aai\ wie um die
Fassung des Ausdrucks derselben {trjv Trjg ^(fQaoecog ovvra^iv
avTCüv) zu verbessern". Wir haben es hier also augenschein-
lich, wenn wir die Gewährsmänner des Eusebius das sagen
lassen wollen, was sie sagen, mit einer stilistischen Bear-
beitung der Paulusbriefe zu thun. Dieses Unternehmen ist
doch schwerlich unabhängig von dem anderen, die Berichte der
Evangelien in eine richtige Syntaxis zu bringen. Den Proble-
men, d. h. den Anstössen, welche die vierfachen resp. disparaten
Berichte der Evangelien dem „Glauben der Gläubigen" bringen,
entsprechen doch mutatis mutandis genau die Schwierigkeiten,
welche sich erheben, wenn man auf die Syntaxis der Gedanken
in den paulinischen Briefen zu achten beginnt. Der Versuch,
diese wie jene durch freie Epidiorthose zu heben, kann natür-
lich nur in einer Zeit unternommen werden, wo man an die
Wörterinspiration noch nicht glaubte , wo man altchristliche
Schriften noch nicht als Sammlungen von Orakeln beurtheilte,
andererseits aber doch bereits die Nothwendigkeit empfand, eine
kanonische Urkunde zu schaifen. Man wird das Unternehmen
Tatian's daher nicht anders beurtheilen können, als dass er
auf Grund einer Revision der bereits im Vordergrunde
stehenden altchristlichen Schriften der Kirche einen
Kanon erst schaffen wollte. Dieser Versuch — seine Be-
deutung für die Geschichte des Kanon soll hier nicht erörtert
werden — missglückte. Aber sein Urheber hatte sich bereits
zu tief in seine T^xte versenkt und machte wohl die Erfahrung,
dass die Epidiorthose nicht ausreiche. So entstand folgerecht
das Buch der „Probieme'S mit welchem er bereits aus den
Grenzen der grossen Kirche heraustrat. Ist nun dieses Buch
griechisch geschrieben und in Rom schon c. 180 bekannt ge-
wesen, und war die Metaphrase der paulinischen Briefe eben-
tianus haereticus" a\is (so im Chron. Eusebii), hier umgekehrt den Tatian
selbst. Ganz natürlich: denn im Abendland war Tatian fast lediglich als
Ketzer bekannt, in Syrien nur als Kirchenmann (doch s. die Acta Archelai).
218 Die Oratio des Tatian,
falls griechisch — oder hat Tatian einzelne Aussprüche des
Paulus syrisch bearbeitet? — , so kann man noch einmal an
dem griechischen Gewände des Diatessaron und an seinem rö-
mischen Ursprung nicht zweifeln.
IL Weder Athenagoras'-^^'), noch Theophilus, noch Ire-
naeus2'>^), nocli Minucius Felix '^^^) — doch ist betreffs des
letzteren ein sicheres ürtheil abzugeben zur Zeit nicht mög-
lich — haben die Oratio des Tatian benutzt. Irenaeus schweigt
über die apologetische Thatigkeit des Tatian vollständig; er
weiss zwar, dass derselbe, so lange er mit Justin zusammen-
gewesen, zur Kirche gehalten hat, aber er berichtet über ihn
nur als über den Asketen, der sich satornilische, marcionitische
267) Die einzige Stelle, an welcher man an eine Benutzung denken
könnte, wäre de resurr. 8 n. 12 = Grat. 6 n. 7; aber auch darauf' lässt
sich nichts bauen.
268) Am scheinbarsten ist noch Iren. III, 33, 8 = Orat. 8 init. (s. auch
V, 12, 4 = Orat. 11 n. 10).
269) In dem Verhältniss des M. i'elix zu Tatian steckt noch ein Pro-
blem; die Annahme einer dii-ecten Benutzung ist nirgends indicirt, wohl
aber bieten namentlich die CC. 21—23 in dem Materiale, aber auch in der
Verwerthung desselben, die frappantesten Parallelen. Man vgl. Min. 21,
0 mit Orat. 10, p. 46, 6 sq.: Min. 21, 11 mit Orat. 21 p. 92, 15 sq.; Min.
22, 2 mit Orat. 8' p. 38, 12 sq.; Min. 22, 4 (24, 4) mit Orat. S p. 36, 11 sq.;
Min. 22, 6 (80, 4) mit Orat. 29 p. 112, 23 sq.; Min. 22, 7 mit Onit. 10 p. 48,
3 sq.; Min. 22, 7 mit Orat. 9 p. 42, 13 sq.; Min. 23, 5 mit Orat. 21 p. 92,
8 sq.; Min. 23, 7 mit Orat. 8 p. 36, 5 sq.; Min. 23, 7 mit Orat. 10 p. 44,
16 sq.; Min. 23, 7 mit Orat. 34 p. 134, 12 sq. Dazu Min. 26, 11 mit Orat.
17 p. 74, 21 sq.; Min. 26, 10 sq. 27, 1. 2 mit Orat. 18 fin.; Min. 30, 4 mit
Orat. 3 p. 14, 1; Min. 31, 3 mit Orat. 28 p. 112, 15 sq.; Min. 34, 5 mit
Orat. 40 p. 152, 16 sq. (man beachte TtaQaxcxpaTzstv und intcrpolare) ;
Min. 34, 6 mit Orat. 3 p. 14, 11 sq. (25 p 102, 16 sq.)"; Min. 34, 10 mit
Orat. 6 p. 18, 3 sq. Ferner Min. 5, 12 mit Orat. 34 init.; Min. 19, 12 mit
Orat. 8 p. 38, 8; Min. 37, 11. 12 mit Orat. 22 (24); Min. 37, 11 mit Orat.
23 p. 98, 13 sq.; Min. 38, 5 mit Orat. 2 (3). Die stärksten üebereinstira-
mungen finden sich dort, wo beide das Götterwesen verhöhnen, aber auch
das Dämonen- und Magierunwesen. Die Annahme liegt daher nahe, dass
eine Streitschrift wider dieses von beiden benutzt worden ist. Vielleicht
darf man an die Schrift ror]Tiov (poQo. des: Oenomaus aus Gadara, eines
geborenen Syrers, denken, der unter Hadrian geschrieben hat. Bruch-
stücke dieser Schrift hat p]nsebius (Praepar. ev. V, 19) mitgetheilt; s.
Tzschirner, Fall des Heidenthums S. Iij2f.
Zeugnisse aus dem zweiten Jahrli lindert. 219
und valentinianisclie Lehren angeeignet hat 2'^^). Aus dem, was
Eusebius aus dem Werk des Khodon über Tatian mitgetheilt
hat, geht nur hervor, class Tatian in Rom eine Schule hatte,
die nachmals in Mis^credit gekommen ist^'i). Wie Irenaeus
scheint auch Rhodon auf eine gewisse Verwandtschaft Ta-
tian's mit der marcionitischen Lehre (Apelles?) hingedeutet zu
haben 272). Das Gleiche hat Tertullian in einer seiner spätesten
Schriften (de ieiiin. 15) gethan, und nur hier hat er den Tatian
ausdrücklich erwähnt 2'^). Aber auch im Syntagma des Hip-
polyt ist Tatian unmittelbar nach Apelles gestellt 2^^). Der
erste, der im Abendlande Tatian als Apologeten gerühmt '*hat,
ist somit der Verfasser des kleinen Labj^rinths, der nicht vor
Beginn des zweiten Viertels des 3. Jahrhunderts geschrieben
hat 2 7 5^. Indessen — man hat gemeint, dass bereits Tertullian,
270) S. oben S. 203. Ein liäretisches Werk Tatian's hat Irenaeus gelesen.
Stammt nicht das Fragment bei Harvey II p. 483 aus den Problemen?
271) S. oben S. 207. Das häretische Buch der „Probleme" war in
Rhode n's Händen.
272) Ebenso der Muratorische Fi-agmentist (s. oben S. 216), wenn meine
Deutung der Stelle richtig ist.
273) „Reprobat etiam illos, qui iubeant cibis abstinere, sed de Provi-
dentia Spiritus sancti, praedamnans iam haereticos perpetuam abstinen-
tiam praecepturos ad destruenda et despicienda opera creatoris, quäl es
inveniam apud Marcionem, apud Tatianum, apud Jovem, hodiemum de
Pythagora haereticum, non apud Paracletum. Quantula est enira apud
nos interdictio ciborum?" Also auch der Montanist will natürlich mifc
dem Enkratiten nichts zu thun haben. Man beachte auch, dass für Ter-
tullian Tatian kein „hodiernus haereticus" ist.
274) S. Pseudotertull 24, Philastr. 48, Epiph. 46. Lipsius, Quellen-
kritik S. 218 f. Der Bericht im Sj^ntagma ist übrigens lediglich Plagiat
aus Irenaeus. In den Philosophumenen sind die Doketen und Monoimus
zwischen Apelles und Tatian eingeschoben; aber wie im Syntagma folgen
auf diesen die Quartodecimaner und aMontanisten (VII, 4. 16. X, 18) Die
Philosophumena bringen nur eine neue Notiz, nämlich dass nach Tatian
die Welt von einem inferioreii Aeon geschaffen sei; sonst geben auch sie
nur die Worte des Irenaeus wieder.
275) S. Euseb. V, 28, 4. Hier wird Tatian unter die „Brüder" ge-
rechnet, die vor den Zeiten des Victor gegen die Heiden iür die Wahr-
heit und gegen die Häresien geschrieben haben (Justin, Miltiades, Tatian,
Clemens); in ihren Schriften werde Christus das Prädicat der Gottheit
beigelegt. — Es ist aber nicht nothwendig anzunehmen, dass Tatian auch
gegen Häresien seiner Zeit Schriften verfasst habe.
220 Die Oratio des Tatian.
vornämlicli in seinem Apologeticum, stillschweigend die Oratio
des Tatian benutzt hat 2^^), Man wird dies auch schwerlich
in Abrede stellen können; aber die Dinge liegen hier recht
complicirt. Gewiss ist nämlich, dass Tatian und Ter-
tullian aus einer gemeinsamen Quelle geschöpft haben; über-
wiegend wahrscheinlich, dass Tertullian dazu noch die
Oratio gelesen hat 2'^). Unter den vielen christlichen, katholi-
276) Sehr vorsichtig hat sich hierüber Zahn (a. a. 0. S. 8 n. 3) aus-
gesprochen.
2f7) Die deutlichste Parallele, die für ^ie Abhängigkeit des Tertul-
lian von Tatian geltend gemacht worden ist, zeigt umgekehrt, dass jener
mindestens an dieser Stelle von diesem unabhängig ist, was auiFallender
Weise bisher Niemand bemerkt hat:
Orat. 2. Tei-tuU. Apol. 46.
liplaTinnog iv noQtpvglÖL nsQi- Si de simplicitate consistam, Ari-
ncczwv d^ioniazwg fjawtsvaaTO. stoteles familiärem suum Hermian
nkdtcov (piXoaocpcüv vno /Itovvalov turpiter loco excedere fecit: Chri-
öiä yaaxQifzagyiav intngaaxezo. stianus nee inimicum suum laedit.
Kai AgiaT0zi?.7jQ, dfiaS^ä}q oqov t^ Idem Aristoteles tam turpiter Ale-
TiQovolcc d^elg xal t^v evöaifxovlav xandro regendo potius adolatur,
ev olc ^giaxezo nsgiygatpaq Xlccv quam Plato a Dionysio ventris gra-
änaiösvzxog liXi^avögov fi^ fis/j-vti- tia venditatur. Aristippus in pur-
(xevoq [jieigdxiov ixoXdxsvsv dang pura sub magna gravitatis super-
agiazozeXtxwg ndvv xbv eavxov ficie nepotatur.
(piXov 6iä to fifj ßovXea&at avzov
ngoaxvveZv xa&sig^ag wansg ag-
XTov ^ ndgöaXiv nsgiecfsge.
Eine literarische Verwandtschaft besteht hier ohne Zweifel. Tatian be-
folgt die Reihe: Aristippus, Plato, Aristoteles und schliesst daran eine Mitthei-
lung über Alexander den Grossen an ; Tertullian lässt umgekehrt Aristoteles
(Aristoteles und Alexander), Plato, Aristippus sich folgen. Auch im Aus-
druck herrscht die grösste üebereinstimmung. Aber Tatian kann nicht
Quelle für Tertullian gewesen sein; denn bei ihm steht der Bericht über
Alexander mit dem über Aristoteles in einer Verbindung, die, an sich
geradezu unverständlich, durch Tertullian erst ihr Licht empfängt. Ta-
tian sagt: „Aristoteles schmeichelte dem Knaben Alexander, und Alexan-
der misshandelte dgiozozeXixuig ndvv seinen Freund". Man begreift nicht,
was dies KgiazotsXixcog ndvv hier soll. Tertullian sagt es uns. Bei ihm
stehen die Worte: „Aristoteles familiärem suum Hermian turpiter loco
excedere fecit". An diese Notiz schliesst sich das dgiazozeXtxwg ndvv
treiflich .an. Also haben beide ein und dieselbe Quelle mehr oder weniger
frei benutzt. Diese Quelle enthielt erbärmlichen Klatsch über die vor-
Tatian und TertuUian. 221
sehen und häretischen Schriften, welche Celsus zum Zweck
der Abfassung seines Aöyoq ahjO^tjg studirt hat, scheint
züglicbsten Philosophen. Die Stelle über Alexander stand aber überhaupt
nicht in der Quelle, wie Tatian selbst deutlich macht, der nach der Epi-
sode p. 10, 4 — 11 über Alexander zu Aristoteles zurückkehrt, wobei man
nur errathen kann, dass das avzov sich auf diesen bezieht. Lässt sich
nun nicht auch anderes, was Tatian und TertuUian gemeinsam haben,
auf diese Quelle zurückführen? Ad martyi*. 4 sagt TertuUian: „Minus
fecerunt philosophi Heraclitus, qui se bubulo stercore obHtus exussit;
item Empedocles, qui in ignes Aetnaei montis desilivit" — dasselbe steht
Orat. 3 zu lesen (vgl. auch Apolog. 50 mit Orat. 19 p. 86, 3: Anaxarchus).
Beide nehmen Socrates aus dem allgemeinen Urtheil über die Philosophen
aus; s. Orat. 3 p. 14, 4. Ad nat. I, 4. — Für die directe Abhängigkeit
des TertuUian von Tatian spricht am stärksten die chronologische Aus-
führung in Apolog. 19 (s. Schürer l d. Ztschr. f. K.-Gesch. II S. 324 f.).
Zu vgl. ist: Apol. 19 (p. 96, 14 sq. edit. minor Oehleri) mit Orat. 38 (p. 146,
3 sq.) 39 (p. 148, 14 sq.); Apol. p. 96, 15 sq. mit Orat. p. 150, Isq.; Apol.
p. 97, 2 sq. mit Orat. p. 140, 7 sq.; Apol. p. 97, 5 sq. mit Orat. p. 140,
11 sq. 142, 8 sq. 144, 9 sq. 146, 2 sq. 7 sq. Die MögUchkeit besteht ja, dass
Tatian selbst bereits sein ganzes chronologisches Arrangement von irgend-
woher, etwa von Juden, entlehnt hat; aber erstens ist dies nicht sehr
wahrscheinUch, da er zu einer Zeit, wo man seine Quelle noch gekannt
haben muss, stets als der Gewährsmann für diese Chronologie ehi-envoU
erwähnt wird, zweitens würde auch diese Annahme noch nicht gegen
eine directe Benutzung bei TertuUian, der vom Text des Tatian völlig
abhängig erscheint, sprechen. Ist aber einmal die Abhängigkeit als wahr-
scheinUch zugestanden, dann faUen zwar nicht ParaUelen, wie Orat. 4
p. 18, 5 (Apol. 30); 8 p. 34, 6 (Apol. 35); 6 p. 28, 1 (Apol. 23. ad Nat.
I, 20); 11 p. 50, 1 (Apol. 46); 10 p. 46, 4 (Apol. 13); 22 p. 96, 2 sq. (ApöL
15); 25 p. 102, 13 (Apol. 47); 27 p. 108, 15 sq. (Apol. 2) in's Gewicht, wohl
aber Orat. 27, p. 108, 19 sq. mit Apol. 48 p. 140, 19—21; Orat. 19 p. 84,
3 sq. mit Apol. 46 p. 140, 21—23; Orat. 27 p. 108, 15 sq. mit Apol. 46
p. 140, 14 sq.; Orat. 21 p. 92, 11 sq. mit ApoL 21 p. 101, 9 sq.; Orat. 6
mit Apol. 48; Orat. 40 p. 152, 13 sq. mit Apol. 47 p. 143, 15 sq. — Die
gemeinsame Quelle Tatian's und TertulUan's kann (s. oben) wiederum
die Fo^Tcav ^o()a.4es Oenomaus gewesen sein; man wird sich aber hüten
müssen, ein Urtheil abzugeben, bevor die Frage nach 'dem Verhältniss
des M. Felix zu TertuUian nicht befriedigend beantwortet ist. Das ist
sie zur Zeit noch nicht; am wenigsten kann der neueste Versuch von V.
Schnitze für eine befriedigende Antwort gelten. Auffallend bleibt es
immerhin, dass TertuUian dort am stärksten von Tatian abhängig zu
sein scheint, wo er auch eine gemeinsame Quelle mit ihm benutzt hat.
ParaUelen in den übrigen Schriften TertuUian's .wie in de idolol. 9 (Orat.
8); adv. Marc. II, 4. 9 (Orat. 15); de spect 10 (Orat. 22. 16) etc. kommen
222 Die Oratio des Tatian.
ancli ein Tractat des Tatian ans dessen späterer Zeit gewesen
zu sein^'^).
Eingehende Bekanntscliaft mit den Werken des Tatian ver-
rathen die alexandrinischen resp. alexandriniscli gebildeten Theo-
logen, namentlich Clemens, aber auch Julius Africanus und
Origenes. Clemer.s hat in seinen Schriften nicht nur die Oratio
vielfach ausgeschiieben, sondern auch häretische Schriften Ta-
tian's mehrfach citirt und zu widerlegen versucht, jedoch weder
das Diatessaron, noch die Metaphrase der paulinischen Bücher,
noch die Probleme ausdrücklich genannt "^'^^). Nach Strom. I,
scliwerhch Ib Betracht, Dagegen ist eine directe Abhängigkeit in der
Formnlirung der Logoslehre kaum zu verkennen und mit Rocht nament-
lich Ürat 5 mit adv. Prax. 5 (s. auch 2 — 1 u. sonst) verghchen worden.
Bei der grossen zwischen Tatian und Tertullian bestehenden Geistesver-
wandtschaft — derselbe Mann, der um 17(> im Abendlande gnostischer
Enkratit wurde, wäre wohl ein Menschenalter später Montanist geworden —
kaim unter der Voraust^etzung, dass Dieser Werke Jcik^s gelesen hat, nur
angenommen werd(;n, dass Tertullian aus besonderen Gründen den Tatian
nie als Gewährsmann genannt hat. Tatian musste ihm sehr unbequem
sein; denn dieser hätte über seinen (späteren) christlichen Standpunkt
kaum anders urtheilen können, als Tertullian selbst (de pudic.) über den
des Hermas Und Tertulhan erapfiind das sehr wohl!
278) S. Geis, apud Orig. VI, 51. Origenes schreibt: „Wie ich ver-
muthe, hatCelsus von der Lehre einer gottlosen Secte gehört, welche die
Worte: „Es werde Licht"! irrig verstand und sie als einen Wunsch
des Schöpfers auffasste, und desshalb die Bemerkung gemacht: „Gott
hat das Licht nicht von oben geborgt, in der Art, wie man seme Lampe
am Liciite des Nachbars anzündet". Er hatte auch von der Lehre einer
anderen schlechten Socto oberflächliche und mangelhafte Kenntniss; die.^
verrathon die folgenden Worte von ihm u. s. w." Unzweifelhaft denkt
Origenes bei der gottlosen Secte an Tatian und seine Anhänger (s. Orig.
de orrt. 24. Clem. Alex. Eclog. 38 sq. Corp. Apolog VL fragni. VL VII.),
und es ist sehr wahrsicheinhch , dass seine Vermuthung über die Quelle
des Celsus die richtige ist: denn die Auffassung: fvxitxov eivai z6 revr^-
i^rjxw 2) und im Commentar zu
Arnos ^^^) verräth er genaueres Wissen. Dort berichtet er, dass
Tatian, der Patriarch der Enkratiten, zwar einige Briefe des
Paulus verworfen, den Titusbrief aber trotz Marcion's Ablehnung
recipirt hat; hier, dass Tatian sein Verbot des Weingeniisses
auf Arnos 2, 12 gestützt hat. Für beide Angaben haben wir
Grund dem Hieronymus dankbar zu sein. Die erste bringt uns
einen werthvoUen Beitrag zu den Verhandlungen über die pau-
linischen Briefe im 2. Jahrhundert. Dass Jemand, der sich für
seine christliche Verkündigung ganz besonders auf Paulus be-
rief, doch Briefe unter dem Namen des Apostels verworfen hat,
ist nicht auffallend. Auffallend ist nur, dass der Titusbrief in das
verwerfende Ürtheil nicht eingeschlossen war. Zahn^^i^ j^at dess-
halb gemeint, die ganze Nachricht sei ein Product der Rhetorik
290) In der Praepar. evang. hat Eusebius (X, 11) Orat. 31. 36—42
d, h. alle chronologischen Ausführungen Tatian's abgeschrieben. Für den
Text des Tatian ist die Ueberlieferung bei Eusebius von grosser Bedeu-
tung. Sie giebt aber auch man che Räthsel auf, die sich ohne die An-
nahme gelehrter Correcturen sowohl in den Tatianhandschriften als bei
Eusebius schwerlich lösen lassen. Auf Einzelnes kann hier nicht einge-
gangen werden.
291) Die chronologische Angabe: „Et hie sub imp. M. Antonino Vero
et L. Aurelio Commodo floruit" ist in den cc. 27—32 stereotyp. H. be-
hauptet, dass aus der unzähligen Menge der Schriften Tatian's die Eede
an die Griechen allein noch existire, eine Angabe, zu welcher ihn wahr-
scheinlich Eusebius verführt hat, und mit der man es desshalb nicht so
genau nehmen darf.
292) Opp. edid. Vallarsi Vn, 1, p. 686.
293) Opp. edid. Vallarsi VI, 2, p. 247.
294) A. a. Ü. S. G n. 4.
r*
228 ^i® Oratio des Tatian.
undLeiclitfertigkeit des Hieronymus. Dieser habe unter Reminis-
cenz an Euseb. IV, 29, 8 das Verfahren des Marcion in Bezug
auf Paulusbriefe für Tatian und ßasilides generaKsirt, habe
aber in Bezug auf den Titusbrief eine Ausnahme zugestehen
müssen, weil er selbst irgendwo in einem tatianischen Werke
Auslegungen Tatian's von Stellen dieses Briefes vorgefunden
hätte. Diese Erklärung ist an sich überaus künstlich; H. hat
sich aber ferner so ausgedrückt, dass sie ausgeschlossen ist:
„Tatianus, qui et ipse nonnullas Pauli epistolas repudiavit, hanc
vel maxime, hoc est, ad Titum ApostoH pronunciandam credi-
dit, parvi pendens Marcionis et ahorum, qui cum eo in hac
parte consentiunt, assertionem". Das „vel maxime" und das
„parvi pendens etc." weist doch wohl auf eine förmhche Dis-
cussion über die Echtheit des Briefes hin, die Hieronymus bei
Tatian gelesen hat. Welche Briefe aber durch das verwerfende
ürtheil Tatian's betroffen wurden, das sagt Hieronymus über-
haupt nicht. Es ist lediglich wahrscheinliche Vermuthung, dass
es die Briefe an Timotheus und etwa der Hebräerbrief waren ^ 95).
Was die zweite Stelle betrifft ^'J«), so erfahren wir, dass Tatian
Arnos 2, 12 (LXX: xai STiorlCsTe lovg ^yiaaf.i€vovg oivov) auf
die katholischen Christen bezogen hat. Nun heisst es aber
unmittelbar darauf bei Arnos weiter: y.al toIq Ttqoq)r^(xig ive-
z^lleo^E ?JyovT£g' Ov fxyj TCQOcprjTsvorjTS. Wer die erste Hälfte
des Verses auf die katholischen Christen bezogen hat, wird
wohl auch in der zweiten sie wiedergefunden haben. Das wirft
aber ein Licht auf das Verhältniss der „Enkratiten" zu den
295) Das Riclitige ist hier schon von Otto "bemerkt worden. Erst-
lich macht er mit Hecht darauf aufmerksam, dass Clemens (Strom. li, 11,
52) von Secten (im Plur.) spricht, welche die Timotheusbrdefe verwer-
fen, und dass in dem ersten für einen Asketen sehr viel Anstössiges ent-
halten ist; sodann weist er darauf hin, dass im Titusbrief die Häretiker
so bestimmt als jüdische bezeichnet sind. Das konnte aber Tatian nur
willkommen sein. So hat er diesen Brief aus dem Feuer der marcioni-
tischen Kritik gerettet.
296) „Et propinabatis Nazaraeis vinum et prophetis mandabatis di-
centes: Ne prophetetis .... De hoc loco haeresim suam Tatianus Encra-
titarum princeps struere nititur, vinum adserens non bibendum, cum et
lege praeceptum sit, ne Nazaraei bibant vinum, et nunc accusentur a pro-
pheta, qui propinent Nazaraeis vinum. " Üeber die Benutzung alttestament-
licher Stellen als echter Sprüche des höchsten Gottes s. oben S. 223.
Tatian bei Hieronymus und Epiplianius. 229
„Montanisten" 2 »7j^ Hieronymus hat aber auch, sonst nicht ganz
selten den Tatian erwähnt. So in der Schrift gegen JoTinian
(I, 3), in welcher er allerdings Grund genug hatte, seinen Stand-
punkt gegenüber den Verächtern der Ehe zu präcisiren^''^).
Neben Hieronymus kommt als relativ selbständiger Zeuge aus
dem 4. Jahrhundert noch Epiphanius in Betracht ^^ 9). Sein Be-
richt aber, der oben bereits besprochen worden ist, enthält des
Originalen sehr wenig. Von der Oratio schweigt Epiphanius
ganz. Die Notiz über das Diatessaron, über die Eröffnung der
Schule in Mesopotamien, confuse Angaben über Verbreitung
der Secte, eine nicht unwichtige über ihren Cultus ^^^) und über
ihren Untergang sind allein zu nennen.
297) Uebrigens war auch im Kreise des Apelles die „Prophetie" ge-
schätzt; s. de Apellis gnosi p. 76. — Zahn (a. ä. 0.) bemüht sich ver-
geblich zu beweisen, dass diese Stelle gar nicht auf Tatian gehen könne.
„Es wird ihm hier von H. ein Judaismus zugeschrieben, dem der geschicht-
liche Tatian völlig fern stand." Aber der Judaismus ist erst von Zahn ein-
'getragen.
298) „Neque vero nos Marcionis et Manichaei dogma sectantes nuptiis
detrahimus nee Tatiani principis Encratitarum errore decepti, omnem
coitum spurcum putamus: qui non solum nuptias, sed ciboa quoque, quos
deus creavit ad utendum, damnat et reprobat." Mit „Manichaeus" ist
Tatian auch Comment. in Arnos 2 fin, zusammengestellt. Ferner ist er er-
wähnt in Comment in Osea 7, in Joel 1. An der wichtigen Stelle in Gal.
6 (VII, 1 p. 526) ist möglicherweise „Cassianus" statt „Tatianus' zu lesen
(„Tatianus, qui putativam carüem Christi introducens omnetn conjunctio-
nem masculi ad feminam immundam arbitratur, Encratitarum vel accer-
rimus haeresiarches, tali . . . usus est argumento: Si qui seminat in carne,
de carne metet corruptionem: in carne autem seminat, qui mulieri jungi-
tur: ergo et is qui uxore utitur et seminat in carne ejus de carne metet
corruptionem"). Nicht nur gut Cassian bei Clemens als der besondere
Vertreter des Doketismus, während von Tatian in dieser Hinsicht nichts
bekannt ist, sondern auch die römischen Handschriften, welche VaUarsi
eingesehen (s. Zahn, a. a. Oo S. 7), bieten alle „Cassianus". Allein dess-
halb ist die Entscheidung, die Zahn so bestimmt geben wüi, noch keines-
wegs sicher. Die Bezeichnung „Encratitarum . . . haeresiarches'' passt für
beide (gegen Zahn). Die Argumentation aus paulinischen Briefen ist
unstreitig der sonst bei Tatian bekannten ganz analog. AnderCxS^its ist
Zahn beizupflichten, dass -Tatianus leichter aus Cassianus bei Abschrei-
bern entstehen konnte als umgekehrt.
299) H. 46. (45. 47).
300) H. 46, 2: MvotTjgloig de waavzajg xexQ^tai xaxa (xlfAriaiv tijg
äylaq ixxXf]aiagf vöazL öh fjt,öv(p ;fpcb^froc iv toZg avxolg fzvaTrjQioig.
2'M) Die Oratio des Tatian.
Die späteren Kachricliteii aus der griechischen Kirche über
Tnt^an sind sämmtlich von Irenaeus, Eusel)ius "und Epiphanins
abhängig. Nur die Oratio wird um ilirer chronologischen Aus-
fühi'ungeu willen noch gelesen und mit Achtung citirt. Der
nhronologe und der Häretiker erscheinen fast als getrennte
Personen '^^ ^). Mehr aber als aus den Werken dieser Compi-
301) Pseudo-Eustathius, Comment. in Hexaem. (Edit. Lngdun.
1C29 p. 1); Hier wird Tatian neben Clemens, Africanus, JosepliUvS und Justin
zu denen gerechnet, welche das Alter des Moses- [xuiä ^'Ivaxov) bestimmt
haben. Theodor et, h. f. I, 20. V, 24: Er ist bis auf die Mittheilungen
über das Diatessaron (Zahn, a. a 0. S. 35 f.) von den früheren Häresio-
logen abhängig. Josephusi^?; im '^Ynoixvriaiixöv (citirt nach Worth.
1. c, p. 11, der einen Cod. Cantabrig. als Quelle anführt) ist von Epipha-
nius abhängig. Sophronius (Acta VI. Concilii, Hardouin III p. 12S8)
hat „Tatian den Syrer" in einem grossen Ketzerverzeichniss. In dem
Chronicon p aschale wird (I p. 169) eine Steile aus der Oratio über
die Zeit Salomon's mitgetheilt, P. 436 giebt der Compilator ad ann. V.
Claudii eine sehr interessante, aber räthselvoUe Notiz über den Apostel
Paulus in Antiochien und beruft sich für dieselbe auf die Chronographen
Clemens und Tatian. Da dieser an zweiter Stelle genannt wird, so hat
man sich wohl nur umzusehen, ob die Angabe den Hypotj^posen ent-
nommen sein kann. P. 486 — 488 endlich ist der Bericht de« Eusebius in
extenso abgeschrieben [xaV.lcov für y.ccXlioxoQ am Schluss ist wohl nur
eine Variante. Zahn hat sich geirrt, wenn er behauptet S. 25 n. 1, in
der PassachroniV sei vom Diatessaron nicht die Rede). Johannes Da-
mascenus, lib. de haeres. 46 (Cotelier, Monument, Eccl. Gr. I p. 292)
giebt einen kurzen Auszug aus Epiphanius, ohne das Diatessaron zu er-
wähnen. Timotheus Presb. C. P. (Cotelier, 1. c, III p. 379) geht mit
seinem Bericht auf Theodoret zurück, nennt aber nicht einmal Tatian's
Namen. Auch für den Bericht des Nicetas (Thesaurus JV, 18. Migne
CXXXIK col, 1283) über das Diatessaron ist Theodoret die Quelle. Pho-
tius schweigt ganz über Tatian (doch s. Cod. 120). Joh. Malalas
(p. 242 ed. Bonn.) hat die Stelle über Paulus nach Clemens und Tatian
aus der Passachronik abgeschrieben. Syncellus (p. HS. 122. 228. 280
ed. Bonn.) erwähnt den Tatian ab Chronologen mit Achtung. Cedre-
nus (1 p. 439, 1) nennt den Tatian, sich auf Clemens berufend, als einen
römischen Häresiarchen aus der Zeit des A. Pius neben Valentin, Cerdo,
Marcion, Bardesanes, Maximilla und Priscilla. Glycas (p. 227 ed. Bonn.)
spricht von den Tatianern, welche die Unseligkeit Adam's lehren. Nice-
phorus endlich (Gregorius Hamartolus' Chron. [ed. Muralt] ist mir
nicht zugänglich gewesen; doch soll auch bei ihm sich nichts Neues fin-
den) umschreibt h. e. 111, 32 in seiner bekannten Weise den Eusebiu? und
macht es auch hier so. als ob noch zu seiner Zeit mehrere Werke des
Tatian existirten.
Die ]>yzaiitinische und occidentalisclio Tradition. 231
latoren lernt man für die Geschichte der Oratio in der bj^zan-
tinischen Kirche aus den zahbeichen Scholien, welche die älteste
Handschrift (Cod. Paris. 45 i ann. 914) enthält, und welche oben
S. 91 f. besprochen worden sind. Da wir den Tatian im Par.
451 nicht mehr besitzen, so haben wir diese Schollen seiner
Abschrift, dem Par. 174, zu entnehmen.
Noch dürftipfer als die orientalischen sind die späteren oc-
cidentalischen Berichte, Rufin (h. e. VI, 11) legt dem Tatian
ein besonderes Ghronicon bei. Vielleicht darf man daraus
schliessen, dass die chronologischen Abschnitte aus der Oratio
von dieser abgetrennt worden sind. Indessen ist es doch wahr-
scheinlicher, dass hier nur ein Missverstandniss des Rufin vor-
liegt ^^^). Die occidentalischen Häreseologen bringen nichts
selbständiges ^^3). Die Oratio hat vom 4. Jahrhundert ab Nie-
mand mehr im Abendland gekannt, und als dem Victor von
Capua in der Mitte des 6. Jahrhunderts jene namenlose latei-
nische Evangelienharmonie in die Hände kam, da instruirte er
sich lediglich aus Eusebius über deren rauthmasslichen Ver-
fasser, Tatian. Aber durch Victor ist in Anschluss an jenes
302) Jedenfalls ist Daniel (a a. 0. 117) im unrecht, wenn er hier an
die in der vorigen Aurnerkung mitgetheilte Stelle bei Maialas (Chron.
pasch.) erinnert und desshalb die Nachricht des Rufin für glaubwürdig
erklärt.
303) Pseudotertujlian und Philastrius (h. 48) gehen durch Ver-
mittelung des Hippolyt auf Irenaeus zurück. Aber Philastrius läset den
Tatian post Decii persecutionem auftreten. Es wäre noch der Unter-
suchung * werth festzustellen , woher die zahlreichen Verschiebungen
namentlich von Märtyrern aus der antoninischen Zeit auf die Mitte des
3. Jahrhunderts in der kirchlichen Tradition stammen. Augustin (h. 25)
schöpfte aus Epiphanius; ihm ist auch das dort unklare Verhältniss zwi-
schen den Tatianern und Enkratiten aufgefallen. Per Prädestinatus
(h. 25) schrieb den Augustin aus , fügte aber dessen Bericht noch hinzu,
dass Epiphanius, der Bischof von Ancjra, t'ie Tatianer widerlegt habe,
und dass die katholischen Asceterr lobenswerth seien. Excerpte aus Ex-
cerpten sind die Berichte bei Isidor (li. 25), Paul (h. 26), Honorius
(h. 40). Der letztere hat auch de scriptor. eccl. e. 30 nacli Hieronynius
über Tatian gehandelt. Auf Rufin gehen Ado Vienn. (Chron.) und Za-
charias Chrysopolitanus (Praefat. in Ainmonü Monntessaroni saec.
XII. (Worth, 1. c. p. 14) zurück. Der letztere erwähnt auch das Dia-
tessaron („unum ex quattuor compaginavit evangelium, et magnificos
contra gentes libros edidit'').
232 Apolinarius von Hierapolis uml seine Schriften.
Evangelienbuch trotz der Häresiologen der Name Tatian's im
Abendland wieder zu Ehren gekommen und namentlich in der
deutschen Kirche auch in Ehren geblieben.
§ 12. Apolinarius von Hierapolis und seine
Schriften 304).
In seinem antimontanistischen Briefe an Karikus und Pon-
tius hat als der Erste der antiochenische Bischof Serapion
(c. 190—209)3^^) des Apolinarius Erwähnung gethan^^^). Ej.
schreibt an dieselben: „Damit ihr aber auch dies wisset, dass
das Treiben dieser lügenhaften Schule (zd^ig), welche die neue
Prophetie genannt wird, von der ganzen Brüderschaft auf Erden
verabscheut wird, so schicke ich euch auch die Schriften des
hochseligen {^aytagitoTazoc) Claudius Apolinarius, welcher Bi-
schof zu Hierapolis in Asien gewesen ist." Apolinarius war
also damals bereits gestorben, galt aber als ein tüchtiger Kämpe
gegen den Montanismus ^^^).
Eusebius. hat ihm in der Kirchen geschichte einige Zeilen
gewidmet; während in den uns erhaltenen Quellen des 2. und
3. Jahrhunderts sein Name nicht genannt wird 3^^). Er stellt
ihn (k e, IV, 22. 26, i. 27) mit Melito von Sardes zusammen
und rechnet ihn zu den Schriftstellern, deren apostolische Or-
thodoxie aus ihren Werken, die sich erhalten haben, hervor-
geht. „Von Apolinarius", schreibt er, „befinden sich viele
304) Halloix, Vit. ill. eccl. Orient. Script. T. II: Vita S. Apolünaris.
Gallandi, T. I p. CXX— CXXII. 680. Fabricius-Harles, Vol. VII p.
160--162. Routh, Rel. S. Voi. I p. 157-174. Donaldson, 1. c, III p.
240—249. Otto, l c. IX p. 479—495.
305) S. meine Chronologie der antioch. Biscböfe (1S78) S. 46 f. 62.
306) S. Euseb. h. e. V, 19, 1 sq. (VI, 12).
307) In Hierapolis hatte früher Papias als Bischof gewirkt und hatte
daselbst noch die „weissagenden Töchter" des Philippus gekannt. Ausser-
dem ist uns ein Martyrium des Bischofs Abercius von HierapoUs aufbe-
halten, welcher dem 2. Jahrhundert angehört (Pitra, Spie. Solesin. III,
533) und wahrscheinlich mit dem Abircius Marcellue (Euseb., h. e. V, 16,
3) identisch ist, also nach Apolinarius Bischof war.
308) Der ApoHnarius, welchen Origenes in dem Brief an Africanus
(Schluss) grüssen lässt {Sv xbv xaXov ^/llCüv nanav "Änokiva^iov aonaoai)^
ist gewiss nicht mit dem von Hierapolis identisch.
Apolinarius von Hierapolis und seine Schriften. 2'^d
Scliriften in den Händen Vieler. Die mir bekannt gewordenen
sind folgende: Die Schrift an den vorhin genannten Kaiser ^^'')
(M. Aurel), fünf Bücher an die Griechen, von der Wahrheit
Buch eins nnd zwei^^^), dazu die später von ihm verfassten
Schriften gegen die Secte der Phrygier, die bald darauf offen
mit ihren Neuerungen an's Licht trat, damals aber erst im Ent-
stehen war, sofern Montanus zugleich mit seinen Prophetinnen
damals noch erst die Fundamente zu seiner falschen Lehre
legte." Das ürtheil über die Vorzüglichkeit der antimontani-
stischen Schriften des Apolinarius ist. bereits bei Eusebius nur
dem Wortlaut nach ein sehr günstiges; denn die Bemerkung,
dass dieser gleich beim Beginn der montanistischen Bewegung
geschrieben habe, will mit der Thatsache zusammengehalten
sein, dass Eusebius keine Zeile aus den Schrift.en des Apolina-
rius citirt, sich vielmehr für seine Darstellung des Montanismus
an die jüngeren Gregenschriften gehalten halt. Apolinarius war
ihm höchst wahrscheinlich noch zu wenig entschieden, obgleich
er V, 16, 1 von ihm rühmt, dass er als ein „starkes und un-
besiegliches Rüstzeug" gegen den Montanismus von der Macht
der Wahrheit erweckt worden sei. Ob nun seine Erklärung,
dass nämhch Montanus damals noch nicht offen hervorgetreten
sei, die richtige ist, ist mindestens sehr zweifelhaft. Hat Apo-
linarius nach seiner apologetischen Thätigkeit gegen die Kata-
phryger geschrieben, so können diese Schriften, wie gezeigt
werden wird, nicht lange vor c. 180 fallen. Dass aber damals
die montanistische Bewegung in den ersten Anfängen gewesen
ist, ist nicht glaublich, üebrigens hat Eusebius schon in der
Chronik denselben Pragmatismus befolgt. Zu ann. Abr. 2187
(M, Aurel. XL) bemerkt er (Arm.): „Apolinarus Asianus Hiera-
politanorum provinciae episcopus cognoscebatur", dann zum fol-
309) Schon IV, 26, 1 hatte er diese genannt {loyoQ vnsQ TTJg nl-
axuoq).
310) Die Angabe nsgl aXij&siag n^wTOv xal öBvzsqov macht es wahr-
scheinlich, dass das Werk in dieser Gestalt nicht vollständig war. Nach
ösvtegov lesen AEaE^GH Niceph. „xal UQoq ^ovöaiovg ngChrov xal öevzi-
QOV^% während die Worte in BCDFaKRa, fehlen. Man könnte urtheilen,
dass sie hier durch Homöoteleuton ausgefallen; allein da Rufin und Hiero-
nymus sie auch nicht bieten, so wird man sie vielmehr für einen Zusatz
nach Y. 17, 5 zu halten haben.
234 Apolinarius von llierapolis und seine Schriften.
gen den Jahr: „Phrygum pseudoprophetia orta esi" Ebenso
das Chron. liieron. zum 10. und 11. Jahr des M. Aurel. Hier
wird auch die Apologie des Melito auf das 10. Jahr datirt.
Im Armenier fehlt sie. Sjncellus (p. 665, 9): ^A/iollfvaQiog
87Ti(j: UbqI tov ncio%a Xoycp toc nagaTtkr^aia eÖLÖa^s,
leycov ovTwg. Bemerkenswerth ist, dass Apolinarius so nahe
an das apostolische Zeitalter gerückt wird. Er ist nicht der
einzige aus der Zahl der kirchlichen Schriftsteller, dem diese
Ehre von den Byzantinern zu Theil geworden ist; vielmehr
werden mehr und mehr die Vater bis auf Origenes hin als dem
nachapostolischen Zeitalter zugehörig betrachtet. Ausser den
genannten Citaten findet sich im Chronicon paschale ad Olymp.
237, 1 = ann. Christ. 169 (p. 484) die Notiz: 1\UUt;o)v , . . ycal
lAnoXivdQiog ^ItQaTTolewg hiioy.onog y.ai d),Xoi tloXkoI tov x«^
Tjfxag loyov ßißUov djio'koyiag 3IdoKq) u4vQYjliq) AvtwvIvoj
f-7ilöo)'/,av.
Noch zur Zeit des Photius befanden sich in Constanti-
nopel die Abschriften von drei apologetischen Werken des
Apolinarius. Dieser sagt (Cod. 14): \4veyv(oolhi t^nolivaglov
:/CQbg "FJ'.Xrjvag y.al tisqI evoeßelag ymI tceqI aXtjd-eiag. aoTi ös
' leQanoXiZijg o ovyyQacftvS) ^^S ^'^ ^^ö"/« '^^ leQanöXEoyg yeyovcog
STrlo/.onog. /jvd^r^ae öe enl BldQAOv l^vzcovivov BrjQov ßaaLXaojg
313) Ueber die „Severianer" (im letzten Viertel des 2. Jahrh.) s. Euseb.
h. e-. IV, 29. Cleni. AI. >Strom. 1, 15, 71. VII, 17, 106. Paedag. II, 2, 33.
Epiphan. Theodoret.
23{) Apolinarius von Hierapolis und seine Schiiften.
Piüf.iaitov. a^ioXoyog de 6 avrj() xal cpQaoei a^Lokoycp '/.exQri(.ie-
vog, XeyeTCiL di avzov /mI eTSoa ovyygajUfiaTa a^iouvrif.i6vEVTa
eivcttj olg ovttco i^aeig evecvyßuev. Die Tradition über Apolina-
rius erscheint also nocli, selir verschieden von der über Justin,
ungetrübt. Das Werk neqi svosßelag hat Eusebius nicht ge-
nannt, aber er hat ausdrücklich gesagt, dass er nicht alle
Titel der von Apolinarius geschriebenen Bücher angeben könne.
Nicephorus giebt in seiner Kirchengeschichte wesentlich
den Eusebius wieder 3^^) und repetirt zugleich (X, 14) die oben
mitgetheilten Worte des Socrates. Das von diesem gebrauchte
Wort jyOf.ioXovyof.iEvov^'' ersetzt er aber durch j,6fwovoiov^' und
macht dadurch den alten Bischof zu einem Zeugen für die
orthodoxe Trinitätslehre.
Eine merkwürdige Notiz über A. hätte sich noch erhalten,
wenn einer Notiz Glauben geschenkt werden dürfte, die sich
in dem von J. Pappus im J. 1601 zuerst edirten Libellus Sj-
nodicus findet (s. auch Mansi, Coli. Concil. I, col. 723): ^vvo-
Sog i^aia xai uqcc tottixt] sp ^ leqanoXei Tjjg L^oiag Gvva&QOi-
od'eioa vfco ^Trokivaglov tov TavTJjg oouot(xtov STtiaxoTiovy
y,al eTSQwv el'xoGt ej eTiiGKoncov, anozrjgv^aad zs y.al e/,x6xpaaa
MovTavov xal Ma^if.ii'kXav rovg ipevdoiiQOcpriTag' ol y.al ßXao-
(pr.fAwg rjroi öai/novicovregj y.ad^ojg (pr^oiv 6 avxog TtazrjQy tov
ßiov yMTeoTQ€iliav' ovv avToTg di y.aTexQiv£ y.al OeodoTov xov
oycvTea. Ohne über die Herkunft und Glaubwürdigkeit des
ganzen Buches^ dessen Ursprung gewöhnlich auf das Jahr c. 900
datirt wird, ein Urtheil fällen zu wollen — der Umstand, dass
es zuerst Andreas Darmarius an's Licht gebracht hat, ruft
den stärksten Verdacht hervor — lässt sich doch betreffs der
angeführten Stelle behaupten, dieselbe sei lediglich eine freie
Ausführung von Euseb. h. e. V, 16. Die Schrift eines unbekann-
ten Verfassers, aus welcher Eusebius dort ein Excerpt gegeben
hat, wird von vielen für apolinarisch gehalten. Auch der Verf.
des Libell. Synod. hat sie dafür angesehen. Wie abhängig er
314) Die Apologie an M. Aurel nennt Nicephorus : o npog jivzwvtvov
XöyoQ inhg xTjq 71 iai etaq. S. hierzu Ilieron. de vir. inl. 26. Euseb. h. e.
iV, 26, 1. Von der Schrift n()dc;"EXXr}vag behauptet er, sie sei in dialo-
gischer Form geschrieben. Es ist möglich, ja wahrscheinlich, dass er sie
selbst eingesehen hat, da auch Photius noch dieselbe gekunnt ha^.
Apolinariiis von Hierapolis und seine Schiiften. 237
von ihr ist, beweist der Umstand, dass er Montanus, Maximilla
und Theodotus — den Montanisten meint er wahrscheinlich,
nennt aber den Monarchianer — allein anführt, die Priscilla
z. B. weglässt, weil dieselbe auch h. e. Y, 16 nicht genannt ist.
Auf unbekannte Quellen, welche hier im Libell. Synod. benutzt
sind, wird man also schwerlich schliessen dürfen, wenn auch
die Nachricht von den 26 Bischöfen nicht weiter abgeleitet
werden kann^^^).
Sechs Schriften sind es, die in der Tradition dem Apoli-
narius beigelegt werden. Eusebius hat vier davon eingesehen,
aber bezeugt, dass noch andere Schriften dieses Bischofs be-
kannt und verbreitet seien; Photius kennt drei, hat aber auch
noch von anderen vorhandenenr Schriften des Apolinarius ge-
hört. Die antimontanistische ist schon von Serapion genannt
worden; Spuren ihrer Existenz lassen sich nur bis in's 5. Jahr-
hundert verfolgen. Die Bücher ngbg'^'Ellr^vccg und 7tsqI alrj-
^eiag hat noch Photius gelesen, das erstere vielleicht auch noch
Nicephorus. Citate aus denselben hat Niemand mitgetheilt.
Die Schrift negl evosßelag hat vor und nach Photius Niemand
genannt, die über das Passa nur der Compilator des Chronicon
paschale. Aus den beiden Fragmenten, die er mitgetheilt hat
— ihre Echtheit ist einst ohne Grund beanstandet worden ^16)
— geht hervor, dass Apolinarius ein Gegner der quartodeci-
manischen, asiatischen Osterpraxis gewesen ist, also in diesem
Punkte auch ein Gegner des Melito von Sardes^^"*). Die Frag-,
mente sind in verschiedener Hinsicht nicht uninteressant. Das
erste zeigt, wie besonnen und milde Apolinarius gegen die
quartodecimanische Praxis gekämpft hat, und lehrt, dass der
Streit damals schon mit exegetischen Mitteln auf Grund der
Evangelienberichte geführt worden ist. Apolinarius selbst
scheint übrigens bereits die Unmöglichkeit eines Widerspruchs
zwischen den Evangelien vorauszusetzen — eine für die Kanons-
315) Anders hat He feie (Concil.-Gesch. I [2. Aufl.] S. 83 f ) geurtheilt.
Das Richtige bei von Otto, 1. c. IX p. 483.
316) S. Tillemont, Memoires T. 11 p. 748 coli. 453. Lardner,
Glaubwürdigkeit d. ev. Gesch. II, 1 S. 565 f.
317) S. Schürer in der Ztschr. f. d. bist. Theol. 1870 S. 227 f. 272.
Vielleichf: hat Apolinarius in seiner Schrift geradezu den Melito bekämpft.
238 Apolinarius von Ilierapolis unti seine Schriften.
geschichte nicht unwichtige Beobachtung^*^). Das zweite Frag-
ment ist als rhetorisch-liturgische Darlegung des Todesleidens
Christi interessant und auch für die Geschichte des Glaubens-
symbols von Bedeutung ^i®).
Die Apologie, , welche Photius nicht mehr gekannt hat,
war an den Kaiser Marc Aurel gerichtet, wie Eusebius und
mit ihm übereinstimmend das Chronicon paschale angeben.
Gewöhnlich nimmt man an, da kein Mitkaiser genannt sei,
müsse die Schrift in die Zeit der Alleinherrschaft des M. Aurel,
also zwischen die Jahre 170 und 176 fallen. Eine genauere
Zeitbestimmung scheint sich daraus zu ergeben, dass Eusebius
(h. e. V, 7, 4) sich bei Erzählung der bekannten Legende von der
Melitinischen Legion auf Apolinarius berufen hat. Eusebius
schreibt: „Unsere Geschichtsschreiber aber haben als Freunde
der Wahrheit den Vorfall auf eine einfache und ehrliche Weise
überliefert. Zu diesen gehört auch Apolinarius, welcher sagt,
dass von jener Zeit an die Legion, durch deren Gebet dieses
318) Elal rolvvv o^l di' ayvoiav cpiXovsLxovOL tlfqI tovtcov, ovy-
yvmatov n^dyfia Ttenov&ozeg' ayvoia yäg ov xatyjyoQiav dvaöe-
Xerai, dXXa öiÖax^iQ TCQooSüxai' xal Xeyovaiv dri tfj iö' xo ngößarov
y.f,xd zG)v /uaO^TjrG)v scpaysv 6 xvgiog, zfj Sh ßsyäl^ hf'^^Q^ '^^^ d'C.vfJioJv
aixoq STiad^ev, xal diTjyovvxai Max&atov ovxco ksytiv (oq vEV07jxaaiv,
o^ev aav/acpcovög xe vo/uo) r^ voTjoig avxwv, xai axaaid^etv öoxfZ
xax avxovg xa €vccyy,8?ua.
319) H iö^ dXri^Lvbv xov xvqIov Tcdo'ia
?) &vaia rj /usydXr],
6 avxl xov dfivov nalq deot\
6 öe&elg^ o öi^oag xov ic/^vgov,
xai ö XQid^elg XQixr^g ^ ixxsvTTjBelg,
0 ixxtag ix xr-g nXevQccg avzov td öio nu?.iv xaS-dgota. v6(oq
xal alf/a^ Xöyov xal nvevfJia,
xal o xacpelg iv q^ifiQa xy xov itdo/a, htLZi^hvzog zvl ßvrjßUXL
xov XiS^ov.
Dass der Tod nicht genannt ist. sondern nur Kreuz und Begräbniss, ist
ein Beweis für dus hohe Alter des Stücks (s. das altröraische Symbol).
Auffallend ist das ,,X6yov xal tx v e v fi a'-'- -, indessen nicht unerhört. Apo-
linariu.t ist also Vertreter der JiOgos-ChristoIogie gewesen; was sich frei-
lich schon auf Grund seiner apologetischen Thiitigkeit erwarten Hess.
Apolinnrius V'On Hierapoiis und seine Schriften. 239
Wunder bewirkt worden war, von dem Kaiser 43inen den Vor-
fall bezeichnenden Namen, die blitzende, in lateinischer Sprache
erhalten habe." Ist dieser Apolinarius mit dem Hierapolitaner
identisch — und dies ist auch desshalb wahrscheinKch, weil
Eusebius im Chronicon zum 11. Jahr des M. Aurel den Apo-
linarius Hierap., zum 12. die Geschichte von der Legion ge-
stellt hat — , und stammt die Mittheilung aus der Apologie des
A., so könnte dieselbe nicht vor dem Jahre 174 geschrieben
sein. Indessen die abenteuerliche Erzählung hat doch schwer-
lich in einer Eingabe an M. Aurel selbst gestanden; sie wird
wohl aus einer anderen Schrift des Apolinarius stammen, be-
weist aber deutlich, wie leichtgläubig solche leicht zu wider-
legende Märchen auch von den Bischöfen aufgenommen, resp.
colportirt worden sind^^O) Chronologisch lässt sich nicht mehr
sagen, als dass die apologetische Thätigkeit des Apolinarius in
die zweite Hälfte der Regierung des M. Aurelius, die Abfas-
sung der Apologie vielleicht vor das Jahr 176 fällt. Nach dem
bestimmten Zeugniss des Eusebius, dessen Begründung wir
leider nicht kennen, hat die montanistische Polemik des Apo-
linarius erst später begonnen, also c. 180. Vielleicht ersah
Eusebius aus derselben, dass M. Aurelius bereits nicht mehr
am Leben war. Die Schrift über das Passa gehört jedenfalls
nicht der Periode des Streites zur Zeit des Victor an, sondern
einer früheren in den siebziger Jahren (s. die Abfassungszeit
der Schrift Melito's über das Passa).
Was bisher aus Oatenen als von einem Apolinarius stam-
mend bekannt geworden ist, lässt sich in keinem Stück auf
den Bischof von Hierapolis mit irgend welcher Sicherheit zu-
rückführen. Anders hat Zahn (Stud. u. Erit. 1866 S. 680 f.)
geurtheilt. Doch s. v. Otto, Corp. Apol. IX p. 485. Over-
beck, Ztschr. f. wissensch. Theol. 1867 S. 40 n. 3. Patr. App.
Opp. I, 2 edit. 2. (ed. Gebhardt, Harnack, Zahn) p. 93.
320) Vielleicht darf man aus Tertull., Apol. 5 ; ad Scap. 4 scflliessen,
dass TertuUian die betreifende Schrift des Apohnarius gelesen hat; doch
ist dies sehr unsicher.
240 Melito und seine Schriften.
§ 13. Melito und seine Schriften^'^^).
In seinem Schreiben an Victor und die römisclie Gemeinde
(+ 195) erwähnt der Bischof Polycrates unter anderen grossen
„Lichtern", welche die kleinasiatische Kirche besessen hat und
welche für ihre Osterpraxis einstehen, nämlich dem Apostel Phi-
lippus, seinen zwei jungfräulichen Töchtern, der weissagenden
Tochter, dem Aposteljohannes, Polycarp, Thraseas, Sagaris,Papi-
rius, auch den „Eunuchen Melito, der in seinem ganzen Wandel
voll des h. Geistes war und in Sardes hegt in Erwartung der Heim-
suchung vom Himmel, in der er von den Todten auferstehen
wird" ^2'^). Als Schriftsteller hat Polycrates den Melito hier
nicht gefeiert, wohl aber als den geisterfüllten, um des Himmel-
reichs willen verschnittenen, das zukünftige herrliche Reich
Christi verkündenden Bischof. Den Schriftsteller hat zuerst
Clemens Alexandrinus in seiner verlorenen Schrift über das
Passa erwähnt. Nach Eusebius^^'^) war ein Tractat des Melito
über denselben Gegenstand in zwei Büchern ^^^j der Anlass zur
321) Halloix, Vit. illustr. eccl. Orient. Script. TU. Woog, De Me-
Htone Sardium in Asia episcopo. Dissertt. II. Lips. 1744. 1751. Galland i
T. I p. CXIXsq. et 677—679. Fabriciiis-Harles, Vol. VIT p. 149-151.
Routh, Rel. S. Vol. I p. 111—153. Piper in den Tlieol Stud. u. Krit.
1838 I S. 54—154. Pitra, Spicil. Solesm. II p. IV sq. Cureton, Spicil.
Syriacum p. 22—33. 49 sq. (p. 41—60. 85—99). Donaldson, 1. c. III p.
221—239. von Otto, 1. c. IX p. 374-478.
322) S. Euseb. h. e. V, 24, 5: xal MeXlrova xbv svvov'/ov (Rufin:
flpropter regnum dei eunuchum". Walirsclieinlicli ist die freiwillige Ehe-
losigkeit gemeint. In diesem Sinne braucht z. B. Tertullian die Worte
„caatratus", „spado" häufig; s. Schwegler, Montanismus S. 63. 128. 242
u. sonst), Tov €v aylq) nvevfiazi navxa no?.iTSvad,u£voi' (die besondere
Hervorhebung dieses Merkmals ist nicht zu übersehen; Rufin.: „spiritu
sancto repletum**. Es ist eine vorzügliche Begabung mit dem h. Geiste
gemeint; s. auch V, 24, 2, wo es nur von der einen Tochter des Philip-
pus heisst: iv äylo) nvev/uazi noXixevoauivrj), oq xelxai iv I^agöeai m-
(iL/xBVü)v zijv <^7i6 rwv ovQavwv inioxonyv (s. I Clem. ad Rom. 50, 3), ^v
y ix vfxQüiv dvaozrioEzaL (nach dem, was vorangeht, wird auch dieser
Zug eine specielle Bedeutung haben. Melito muss in besonderem Sinne
ein „Erwartender" gewesen sein, d. h. ein energischer Prediger der be-
vorstehenden Zukunft Christi).
323) H. e. IV, 20, 4; s. auch VI, 13, 9.
324) H. e. IV, 26, 2. 3.
» Melito in der voreusebianischen Literatur. 241
Schrift des Clemens ^^5^^ ])ag erste Zeugniss aber über das
hervorragende schriftstellerische Talent des Melito hat ein
Abendländer ausgesprochen, TertuUian. In seinem grossen,
verloren gegangenen Werke de ecstasi lib. VIP^g)^ {^^ welchem
er sich mit der kleinasiatischen antimontanistischen Literatur
vertraut zeigt, hat er nach Hieronymus auch „das feine und
rhetorische Talent des Melito verspottet", zugleich aber bemerkt,
dass derselbe in weiten Kreisen bei den Katholikern als Pro-
phet gelte ^'^'). Diese Angabe lehrt, erstens, dass Melito ver-
schiedene Schriften verfasst haben muss, zweitens dass derselbe
von den Montanisten nicht als der ihrige betrachtet worden
ist; drittens aber illustrirt sie das Zeugniss des Polycrates,
Melito sei in seinem ganzen Wandel voll des h. Geistes ge-
wesen. Dieser Ausdruck ist demnach wirklich in dem Sinne
der prophetischen Begabung zu verstehen. Nun ist es ja auch
bekannt, dass die kirchlichen Bestreiter des Montanismus in
325) Wenn Eusebius sagt, Clemens habe sein Buch „aus Anlass (^|
ctixlao) der Schrift des Mehto" geschrieben, so ist das sicherlich gleich „gegen
MeUto". Unrichtig Hefele (Conciliengesch. I S. 299), Weitzel (Passa-
feier S. 26. 74): „zur Ergänzung"; Steitz (Stud. u. Krit. 1856 S. 778):
„mit Bezugnahme auf". — Die Schrift des Mehto ist nach ihrem eigenen
Selbstzeugniss unter dem Proconsulat des Servilius Paulus, zur Zeit des
Martjrriums des Sagaris, aus Anlass einer in Laodicea ausgebrochenen
Controverse über das Passa vertasst, aber nicht sofort veröffentHcht wor-
den. Statt Servilius ist mit Rufin höchst wahrscheinUch ,.Sergius" zu
lesen. Das kleinasiatische Proconsulat desselben wird von Waddington
(Fastes des provinces Asiat, p. 226) zwischen die Jahre 164—166 verlegt
(nach Borghesi). Wieseler (Christen Verfolgungen der Cäsaren S. 102 f.)
hat mit unzureichenden Gründen das Jahr 170 — 171 (Mai) als das richtige
zu erweisen versucht (s. Weitzel, Passafeier S. 17. Hilgenfeid, Pascha-
streit S. 252). Indessen ist auch der Wadding ton 'sehe Ansatz nicht
gesichert. Keim (Aus dem ürchristenthum S. 155) will das Jahr 167 in
Anspruch nehmen.
326) Die einzigen Notizen über dies Werk finden sich bei Hierony-
mus, de vir. inl. 24. 40. 53.
327) De vir. inl. 24: „Hujus elegans et declamatorium Ingenium Ter-
tullianus in VII übris, quos scripsit adversus ecclesiam pro l^ontano, ca-
villatur dicens eum a plerisque nostrorum prophetani putari". Die Va-
riante „laudans dicit-' für „cavülatur dicens" ist eine dreiste Correctur in
Jüngern MSS. Dass unter den „nöstri" ß.atholiker (nicht Montanisten) zu
verstehen sind, hätte man nicht leugnen sollen.
Texte und Untersuchimgen. 16
242 Melito und seine Schriften.
Kleinasien den ekstatischen nenen Propheten gegenüber nicht
nur an der These festhielten, dass das prophetische Charisma
in jeglicher Kirche bis zur Parusie fortdauern müsse '*-'^), son-
dern auch die Eeihe ihrer eigenen Propheten ausdrücklich nam-
haft gemacht haben. Bis auf Quadratus und die Ammia, d. h.
bis auf die Zeii welche dem Auftreten des Montan us unmittel-
bar vorhergeht, waren es dieselben Personen, auf welche man
sich dort und hier berufen hat (vornehmlich Agabus, Judas,
Silas, die Töchter des Philippus, die Ammia und Quadratus).
Von da ab spaltete sich der Stamm. Bei den Kataphrygern
traten Montanus, Maximilla und Priscilla ein, bei den Kirchen-
leuten Tivsg aXXoi firjdsv avzoTg {seil, den Montanisten) jcqooi-
xovTsg^'^'^). Hätte der anonyme Bestreiter der Montanisten es
für nothwendig befunden, diese alXoi aufzuführen, so hätten
wir gewiss den Namen des Melito zu hören bekommen 3^^).
War Melito „Prophet" und zugleich ehelos, so dürfen wir ihn
zu der Zahl derjenigen Bischöfe rechnen, welche wie Pinytiis von
Knosus auf Creta eine strengere Lebenssitte befolgten und dess-
halb diQn Grundsätzen des Montanismus näher standen, ohne
mit ihm selbst gemeinsame Sache zu machen, ja mit mehr oder
weniger entschiedenem Widerspruch gegen ihn^^i). Dass er
trotzdem in den Augen Tertullians nicht Gnade gefunden hat,
ist nicht auffallend. Man braucht sich nur zu erinnern, wie
dieser in derselben Zeit den Hirten des Hermas beurtheilte ^'^'^).
Aus dem dritten Jahrhundert sind uns noch drei Zeugnisse über
Melito erhalten. Zwei finden sich bei Origenes: sie bestätigen
in eigenthümlicher Weise die „Alterthümlichkeit" der Denkart
des Melito. Das erste stand in dem Psalmencommeutar (ad
Ps. 3 inscr.). Es wird dort die Frage aufgeworfen, wer Ab-
328) Der Anonymus bei Euseb. b. e. V, 17, 4: ötlv yctg ehai to noo-
(prjtixov ;if«()ia^a iv naain x^ ixxXrjala fxc-XQi r^S tfXeiaq napovaiaCj ö
andaxoXog a^ioL
329) So q kxdzsQOQ dnoXoyiccg
7iQQGe(p6ivrioav. In § 2 wird das Werk x6 n^oq 'Avküvlvov ßißkiöiov
genannt.
342) Euseb., h. e. IV, 26, 2. Das Verzeichniss ist mit Hülfe der üeber-
setzung Rufin's, der syi'ischen Uebersetzung (s. Cureton, p 56 sq. Pitra,
Spicil. Solesm. II p. LXV) — über diese Version s. unten das Nähere — , des
Nicephorus und des 24. Cap. der Schrift des Hieronymus de vir. iial. herzu-
stellen. Wahrscheinlich hat Eusebius diese Schriften sämmtHch in der
Bibliothek zu Cäsarea gefunden. So vermuthet auch Pitra; aber seine
weitere Behauptung (1. c. p. VIHsq.); „Instituit Eusebius in hac recen-
sione quasi quattuor aut quinque Ubrorum classes, quas ad totidem Volu-
mina distincta referre übet et Hcet" ist sehr gewagt, und der Versuch,
den Umfang dieser Codd. auf Grund der von Eusebius in das Verzeichniss
eingeschaltenen Wörtchen zu bestimmen, mehr als kühn (doch s. Anm. 348).
246 Melito und seine Scliriften,
1) Ta 71€qI tov nixo^a ovo (Z^vei Bücher über das Passa),
y.al 2) To jisgi 7co?uz6Lag Kai ngoipijTcdv (Von der rechten
Lebensweise und den Propheten) ^*^),
y.ai 3) 'O 7[£qI iK/,h]OLag (das Buch über die Kirche),
Kcxl 4) *0 77€qI y.iQiay,rjg loyog (die Schrift über den Sonntag),
fT« ÖS 5) V> 7r£Ql TiLOiEwg ttVx^Qonrov (das Buch über den
Glauben des Menschen) ^^'*),
xal 6) 'O negl nXdoecjg (das Buch von der Schöpfung des
Menschen),
Tiul 7) '0 7i€Qi v7iaKor^g 7iioz€tog (das Buch vom Gehorsam
des Glaubens),
8) 'O Tisgl alod^TjtrjQiatv (das Buch über die Sinne) ^^^),
343) To cum AEaGH Ruf. Hleron. Syr., ra cett. Otto. — ßCDF*:
ZTJg noXixslaq. Da Rufin „de optima conversatione liber unus, sed et de
proplietis", der Syrer; xal nsgl noXitelaq xal nsQi ngocpritüiv bietet, so
ist der Vorschlag von Otto, der sich lediglich auf Hieronymus („de vita
prophetarum liber I") stützt, für xal vielmehr xöiv zu lesen, abzuweisen.
Die LA des Hieronymus ist entstanden, weil das absolut stehende noXi-
Tsla auffallend schien. Die Bemerkung aber Otto's: „sed nuUo pacto
vox nokitsi'a ita mide posita stare potest" geht zu weit. • Nach Rufin und
dem Syrer sind möglicherweise zwei verschiedene Bücher hier zu ver-
stehen. Indessen erklärt sich die Wiederholung des negl beim Syrer
auch als stylistisch nothwendig.
344) niatscoq cum E*GHO Ruf. Hieron. (es macht sich gerade hier
und im folgenden besonders fühlbar, dass wir noch keinen zuverlässigen
Hieronymustext besitzen; die Ausgabe von Her ding ist ganz unzurei-
chend) Syr., (fvafwg ACFi^KRs* Heinichen, Otto. Auf Grund der Ueber-
liefcrung darf man sich nur für niaifcug entscheiden. Das beigesetzte
dv^Q(6jiov ist freilich sehr auffallend, aber doch nicht unerträglich (vgl.
Jacob. 2, 19).
345) Die griechischen Codices bieten sämmtlich: xal 6 nsgl VTiaxorjg
ni(Jt€(o<; cclo&TjtTj^iwv. Aber Rufin liest: „de obedientia fidei; de sensi-
bus"; Nicepborus: 6 7i,e()l vTiaxor/q niarewg, xal d nspl ala&rjtTjQitov;
Hieronymus: „de sensibus librum unum'-, die ersten Worte unübersetzt
lassend. Umgekehrt hat der Syrer nur die Worte: xal 6 nsgl vnaxoriq
nlazewq wiedergegeben. Hiernach scheint es mir (gegen Heini oben
und Otto) zweifellos, dass in den griechischen Codd. die Worte ö tifqI
nach niatsojq ausgefallen sind und somit zwei selbständige Schriften des
Melito hier bezeichnet waren. Es kommt hinzu, dass der Ausdruck o n.
vnccx. niat. cxlof^. schwer erträglich ist.
Der Bericht des Eusebius über Melito. 247
xccl TtQog TOVTOig 9) '0 Tiegl ipux^g Kcd oiouatog (das Bueb
über die Seele und den Leib)^*^),
y.ccl 10) ^0 Tteql Iovtqov (das Buch von der Taufe),
/mI 11) 'O TTSQi aXr^d-elag (das Buch, über die Wahrheit),
xat 12) Tleoi y.xiaeiog ycccl yevlasiog Xqwtov (über die Er-
schaffung und die Geburt Christi)'**'^),
ytccl 13) Aoyog avzoü 71€qI 7iQ0(prjT€iag (sein Buch über die
Weissagung) ^*^),
xaf 14) 0 iieQi q)ilo^€viag (das Buch von der Gastfreund-
schaft),
Aal 15) H Klslg („der Schlüssel") ^^^),
346) So Eufiii, Der Syrer (sowohl im Schriften verzeichniss als in der
Ueberschrift eines Fragmentes) und Hieronymns : „de anima et corpore".
Die meisten griechischen MSS. ^ vo6q; aber AE» Nicephorus: j;v iv oiq.
Letztere LA ist ledigHch entstellt aus ^' vo6q; denn die scharfsinnige In-
terpretation derselben von Otto, sie sei entstanden aus einer alten in
den Text gerathenen Glosse, welche besagen wolle, dass einige Hand-
schriften für j] vielmehr xal lesen (= .^, iv ßvloig xai) scheitert daran,
dass bei dieser Annahme ja das voog, welches Otto selbst behalten will
und muss, ganz ausgefallen wäre. Stände im AE» Nie. ijVj iv oiq xai
vooq, dann erst wäre die Erklärung Otto's glaubHch. Ich halte xai {vi)
vooq nicht für die ursprüngliche LA, sondern für einen schon im 4. Jahrh.
gemachten Zusatz (s. Änni. 348).
347) So BCDFaGaERa Nie, für xxioEcjq lesen niazscag EaF^GHO Ruf.
Sjr., was ohne Zweifel eine dogmatische Correctur ist; Hieron. übersetzte
das xrlaeojq nicht und bietet: „de generatione Christi librura unum".
348) Rufin bietet: „Item de fide. De Generatione Chiisti et de pro-
phetia ejus*. Er hat also aus No. 12 zwei Bücher gemacht, aber Nr. 13
zu dem zweiten gezogen. Hieronymus übersetzt; „De prophetia sua („sua"
fehlt in einigen Codd.) librum unum'^. So will auch Valesius den Satz
verstanden wissen, und auffällig ist das avzov gewiss. Indessen ist die
Beziehung auf Xöyoq näherhegend. Der Syrer hat freilich auch übersetzt
als stände im Griechischen* xai rtsgl Xoyov trjq jiQOtpijzslaq aitov. Nach
nQO(pt}X€i(xq folgen in AE^Fb Ruf. Syr. noch einmal die Worte xai usqI
ipvx^q xai aw/uaiog (s. oben). Denselben Zusatz bieten CKR» na-ch dem
gleich folgenden (pilo^evlaq. Die Dittographie ist also uralt, wahrscheinlich
schon von Eusebius «elbst verschuldet. Die Hypothese Pitra's (1. c, p. LXVI)
empfiehlt sich hier, dass Eusebius den Inhalt mehrerer Melitocodices
wiedergegeben hat, in welchen die Schrift tcsqI rpy^i^q xäl aioficczoq zwei-
mal stand. So hat er sie auch aus Flüchtigkeit zweimal inventarisirt.
üebrigens beweist der Titel, wie er hier lautet, dass die Worte fj {aal)
vooq (s. oben) ein alter Zusatz süid von einem Trichotomiker.
349) Fehlt im Syrer.
248 Melito und seine Sclirifton.
xat 16) T« 7t€Qi Tov diaßolov v.al zr^g anoy.cilv\petoq hodr-
vov (die Bücher über den Teufel und die Offenbarung Joban-
nis) 3^0),
ycccl 17) ^O neql lvco)fxdxov d-eov (das Bucb über die Kör-
perlichkeit Gottes) 3 51),
£7Ti TiaoL Kai 18) TO TtQog l^rTCovXvov ßißkldtov^^^).
Eusebius theilt nun ein Fragment aus der Schrift über das
Passa mit, um aus demselben die Zeit des Melito seinen Lesern
zu bezeugen. Sodann bringt er drei Bruchstücke aus der Apo-
logie Melito's. Die beiden ersten hat er ausgewählt, weil sie
Angaben über die Lage der Christen, resp. über ihre Verfolgung
unter Marc Aurel enthalten; das dritte, theils aus demselben
Grunde, theils weil es eine kurze, dem Eusebius sehr will-
kommene Darstellung des Verhältnisses von Kaiserthum und
Christenthum von Augustus bis zu den Antoninen giebt^^«^).
350) So die GriecHsclien MSS. und der Syrer (letzterer wiederholt
nsQl); Rufin und Hieronymus machen zwei. Bücher daraus. Für jene
Ueberlieferung spricht, dass das oben niitgetheilte melitonische Fragment
bei Origenes eben von dem Teufel in der Apokalypse handelt. Bon-
wetsch (a. a. 0. S. 22) folgt dem Rufin.
351) Hieronymus hat diesen Titel griechisch wiedergegeben. Rufin
übersetzt: „de deo corpore induto" und hat vielleicht schon an die Mensch-
werdung gedacht, so auch der Syrer. Doch ist dies durchaus nicht wahr-
scheinlich. Wie Hieronymus beweist, konnte ein Lateiner das Wort nicht
gut wiedergeben. Allerdings heisst ivatoßdrcooig „Menschwerdung" (s.
Const. Apost. in, 5 p. 100, 18 ed. Lagarde. Orig. c. Celsum I, 43 t.
XVIU p. 83 ed. Lommatzsch), und Athanasius redet (Orat. c. Arian. ü,
53 p. 360) von einer ivawfzaiog TtaQovola tov aiaxrjgoq. Allein der Aus-
druck ivaüjfiatog &€6g kann schwerlich auf die Menschwerdung des Logos
bezogen werden; in diesem Falle würde man Tiegl ivaiD/uaKoaecog ^eov
{loyov) erwarten. Dazu kommt, dass Origenes (s. oben) Schriften Meli-
to's erwähnt tisqI tov ivaih/uarov eivai tov ^eov. Die Hypothesen Pi-
tra's (1. c. p. XI), dass hier eine Verleumdung des Origenes vorliege, und
Anderer, Origenes habe sich durch den Titel des Buches, welches er nicht
selbst eingesehen, verführen lassen, so zu interpretiren, sind ganz unwahr-
schcinHch. Ueber das angebliche Zeugniss des Anastasius für die Auf-
fassung == adQxwaig s. unten.
352) Hieraus zu schUessen, dass die Apologie die jüngste Schrift Me-
Hto's gewesen sei (Otto, 1. c. IX p. 377), ist ganz unstatthaft.
.353) Eusebius fühlt die Fragmente also ein (§5): hv^ö'k T(p jtQog tov
ctvTOXQaTOQa ßi.ßXl(p totavTci xiva xad-' i^fxiov in^ avxov ys^ovivai \gio-
Der Bericlit des Eusebiiis über Melito. 249
Hierauf tragt Eusebius noch eine (19.) Schrift des Melito nach
unter dem Titel ^j^EyXoyai^^. Dieselbe war in 6 Bücher ge-
theilt und enthielt Auszüge aus dem A. T. Das Prooemium der
Schrift, welche an den Bruder Onesimus gerichtet war, hat
Eusebius ausgeschrieben. Es enthält Angaben über die Ver-
anlassung des Buches, eine Notiz über eine Reise Melito's nach
Palästina und das Yerzeichniss des alttestamentlichen Schriften-
kanons auf Grund von Erkundigungen, die der Verf. in Palä-
stina angestellt hat. Hiermit beschliesst Eusebius seinen Be-
richt 354).
Es bedarf nur eines flüchtigen Ueberblicks über die von
Eusebius aufgeführten Titel sowie über die wenigen Fragmente,
die uns hier und von Früheren und Späteren mitgetheilt sind,
um eine sehr nahe Verwandtschaft zwischen MeUto und Ter-
tullian, dem Theologen, Apologeten und Schriftsteller, zu
vermuthen. Trotz der Spärlichkeit des uns für die Vergleichung
zu Gebote stehenden Materials erscheint dieselbe so gross, dass
ein wirkliches Abhängigkeitsverhältiriss des Jüngeren von dem
Aelteren angenommen werden muss, und dass man zugleich
mit einigem Recht mutatis mutandis Melito als den asiatischen
Tertullian bezeichnen darf ^^^). Ist dem so, dann erklärt es sich,
gel. üeber die Geschichtsbetrachtung des Melito, s. Overbeck, Studien
I S. 144f.
354) Die Titel, welche Eusebius bietet, sind nicht sachlich geordnetj
nur hier und da scheinen zwei neben einander genannte wirklich zusam-
menzugehören. Was das Werk nait der Aufschrift „^/ xXeiq"' betrifft, so
lässt sich der Inhalt nicht einmal vermuthen. An Mtth. 16, 19 ist nicht
zu denken (so Seh wegler, Montanismus S. 223), sonst stände der Plural.
Auf Lc. 11, 52 resp. auf den platonischen Gebrauch des Wortes haben
Andere verwiesen (s. von Otto, 1. c. p. 401 sq.) = xktlq trjq yy<6ae(og,
aber das Fehlen jeder Näherbestimmung" macht diese Erklärung unwahr-
scheinlich. Vielleicht darf man an den Gebrauch des Wortes in der Apo-
kalypse denken (s. 3, 7 f. 9, 1. 20, 1. 1, 18), zumal da das von Eusebius
an nächster Stelle genannte Werk von der Offenbarung Johannis handelte.
Doch ist natürlich diese Hypothese nichts weniger als sicher.
355) Eine Reihe von Vergleichungspunkten ergab sich schon oben;
hier sollen alle zusammengestellt werden unter Rücksichtnahme auf die
später noch zu besprechenden Fragmente MeHto's. Auch die Parallelen,
welche kein Abhängigkeitsverhältniss, sondern nur Verwandtschaft be-
zeugen, sind mitaufgeführt.
250 Melifco und seiiiß Schriften.
wamm Eusebius trotz seiner Bescheinigung der Orthodoxie des
Melito sich mit einer blossen Aufzählung äQr Schriften dessel-
1) In der Schrift de ecstasi hat TertulHan sell)st ausgesj)rochen , dass
er Schriften Melito's gelesen habe (s. oben). Sein Spott über das
»elegans et declamatorium ingenimn" des Bischofs beweist nicht,
dass er ihn nicht in iTüherer Zeit ausgeschrieben oder nachge-
ahmt haben kann.
2) Melito besass nicht nur selbst die Prophetengabe, sondern hat auch
in zwei Büchern (Nr. 2 u. 13) über die Prophetie geschrieben —
gewiss nicht im Sinne der neuen Propheten (was aus dem Zeugniss
des Polycrates und Eusebius sich ergiebt). aber auch nicht in dem
der Aloger und der späteren kleinasiatischen Antimontanisten, sondern
etwa in dem vermittelnden des Irenaeus u. A. Dazu Tertullian de
ecstasi und Abschnitte in seinen montanistischen Schriften.
3) Melito blieb ehelos und hat eine eigene Schrift nsgl noXizflaq ge-
schrieben. Dazu Tertullian de pudicitia, de exhortat. castitatis,
die verlorene Schrift de nuptiarum angustiis (Oehler II p. 746 sq.)
• und de monogamia (passim); ferner, die richtige Lebensordnung
(disciplina) ist ein Hauptthema in den Schriften Tertullian's.
4) Melito war Chiliast (Nr. 16) wie Tertullian (de resurr, camis. Adv.
Marc. III etc.).
5) Zu Melito Nr. 17 und dem Fragment bei Origenes vgl. die Stellen,
wo Teri3uUian Gott Körperlichkeit beilegt, und Gennadius, de eccl.
dogm. 4.
6) Zu den psychologischen Schriften Melito's (Nr. 6. 8. 9) vgl. TertuU.
de anima, de animae submissione (nach dem Cod. Agobard.), de
censu animae (nach de anima 1), de came et anima (nach dem
Agobard.; so aber war auch eine Schrift Melito's betitelt), adv.
Marc. 1. n (dazu Melito's neQl nXdaewg) etc.
7) Zu MeHto Nr. 10 vgl. Tertull. de baptism.
8) Zu Melito Nr. 4 vgl. TertulL de orat.
9) Zu Melito Nr. 12 vgl. TertuU. de carne Christi.
10) Die Geschichtsbetrachtung Melito's in seiner Apologie (3. Fragment
bei Eusebius) ist aufgenommen von Tertullian, namentlich im 5. cap.
des Apologeticum. Die üebereinstimmung ist eine so auffallende,
dass sie nicht zufällig sein kann. Es verdient übrigens alle Be-
achtung, dass die staatsfreundlichste Darstellung der Geschichte des
Christenthums aus der Zeit vor Origenes, die wir kennen, aus der
Feder eines Mannes stammt, der in seinen thetischen Schriften
strengen Grundsätzen gehuldigt hat. Auch hierin hat er eben nur
an Tertullian einen Genossen.
11) Eine dreijährige Lehrwirksamkeit Jesu wird von Tertullian und
Melito (wenn das Fragment bei Anastasius: Otto, 1. c. IX p. 415
echt ist) angenommen.
I
Der Bericht des Eusebius über Melito. 251
ben begnügt hat^^^^), und warum in der Folgezeit die Bücher
des Melito fast völlig untergegangen sind. Haben die Bjzan-
12) Die Christologie <5es Melito {S^eov xal avS^Qwnov xaxayy^XXovxoq
ZOP Xgiaxov; s. auch das sub 11 citirte Fragment) muss der des
Tertullian in ihrem Gegensatz zum Monarchianismus und Doketis-
mus sehr . verwandt gewesen sein. Melito hat aber auch, wenn Ana-
stasius im Rechte ist, in einer Schrift nfQl aaQxwascüQ Xgiozov
den Marcion bekämpft; vgl. die Bestreitung Marcion's in TertuUian's
Tractat de carne Christi.
13) Mit den vier Fragmenten Melito's — ihre Echtheit vorausgesetzt — ,
welche die Catenae in Genesim enthalten (Otto, 1. c. p. 416 sq.),
namentlich aber mit dem ersten, sind die Ausführungen Tertuliian's
adv. Marc. III, 18. adv. Jud. 10. 13 (Isaak als Typus Christi) sehr
verwandt; s. Otto, 1. c. p. 446 sq., der auch zu dem 4. Fragment
de bapt. 11 verglichen hat. Zu den Worten Melito's: dvo yaQ
avi'iazT] rä a(peoiv ajuagtTjfidxwv nagexo/uevay nd&og ötd Xgiaxov
xal ßocTixiOf/a vgl. de bapt. 16: „Hie est baptismus qui lavacrum
et non acceptum repraesentat et perditum reddit".
14) Tertullian vindicirt dem Melito ein ^elegans et declamatorium in-
genium". Er hätte sein eigenes Talent nicht treffender bezeichnen
können. Ist das vom Sj'^rer aUein erhaltene Fragment aus der
Schrift über die Seele und den Leib echt (Otto, 1. c. p. 419), so
darf es als eine viel beweisende Probe für die verw-andte schrift-
stellerische Art der beiden Theologen gelten. Beide lieben sie rhe-'
torische Antithesen und treifen in diesen manchmal sogar zusam-
men. Man vgl. Melito: „vinctus est ut solveret; prehensus est, ut
laxaret; pa.ssus est, ut misericordiam haberet; mortuus est, ut vivi-
ficaret; sepultus est, ut resuscitaret", oder (Fragm. ex cat. in Gen.):
o xvgioc; o//;• xxL
413) S. Harvey, 1. c. I p. CLXVIII. t. II p. 478.
414) So Zahn, a. a. 0. S. 134. Für Melito ist von Otto eingetreten.
Er macht geltend, dass die koyoi tcsqI nlaxscoq des Irenaeus an einen
Mann gerichtet waren, während in der Recension (a) des Fragments : „ut
demonstraremus caritaii vestrae" zu lesen sei. Allein es ist ja offen-
bar, dass das betreffende Stück als Hymnus für den sei es nun kircHHchen,
sei es privaten Gebrauch in den orientalischen Gemeinden zugerichtet
worden iiit.
415) Pitra (1. c. II p. IX), der das dritte Fragment dem MeUto vin-
diciren ^vill, bemerkt: ,, Irenaeus presse, argute, dialectici more disserit;
auctor vcro hujus fragmenti oratorem magis se prodit et vatem, qualem
fuisse constat MeUtonem." Aber diese Unterscheidung, resp. diese Kritik
Melito in der Literatur der syrischen Kirche. 269
Immerhin zeigt aber die Verwechselung, dass das Gedäclitniss
des Melito im 6. Jahrhundert bei den Syrern noch unverges-
sen war.
Das vierte Fragment mit der seltsamen Aufschrift: ,,Meli-
tonis urbis Atticae" stammt höchst wahrscheinlich von die-
sem**^). Denn die von Anastasius Sinaita aus der Schrift
Melito's TtsQi Tiadovg citirten Worte (s. oben) finden sich wört-
lich in dem Bruchstücke wieder.
Anast. Syr. (p. 422).
*0 O'fiog ninovd^sv vtco de^iag Dens occisns est, rex Israelis
iGQar^kiTiöog, mactatus est israelitica dextra.
Also stammt es, wie schon von Otto gesehen, aus der
Schrift 71€q\ ndd^ovg. Bedenken dagegen lassen sich schwer-
lich erheben ^1^). Der kräftige AntiJudaismus, welcher in der
Declamation zum Ausdruck kommt, ist vielmehr eine Gewähr
der Echtheit, und die christologischen Formeln stimmen treff-
lich zu der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts, specieil
zur Theologie des Melito, soweit wir sie beurtheilen können '^^^).
des Stils des Irenaeus erpi'cbt sich nicht an den Urkunden. Das dritte
und vierte Fragment berühren sich allerdings wörtlich, und diese Beob-
achtung wird immer der meiitonischen Urheberschaft auch für das dritte
günstig sein.
416) Das „Attica" ist aus „Sardes" entstanden. Wenn Otto (1. c.
p. 457) auf die Aehnlichkeit (?) von AOHN^N und SAPJES2N aufmerk-
sam macht, so vergisst er, dass eben nicht Athenae, sondern urbs Attica
beim Syi-er zu lesen steht. Ebenso verkehrt ist es, wenn er für die Iden-
tität der Verfasser des dritten und vierten Fragments sich schüchtern
darauf beruft, dass beide einem atheniensischen Bischof beigelegt werden.
Der Unsinn des Arabers, der von Athen spricht, hat mit der ebenso un-
sinnigen „urbs attica" nichts zu thun. Yiele Wege führten im MA. kennt-
nisslose orientalische und abendländische Schreiber nach Athen; s. ein
Beispiel in PF. App. Opp. J, J p. XXXVIII.
417) Wenn es Z. 5 heisst: „hie est qui natus est ex Maria pura,
pulchra", äo zeigt der Context, dass die beiden Worte höchst wahr-
scheinlich ein späterer Zusatz sind. — Eine besondere, freilich nicht glück-
liche Hypothese über den Verf. hat Cure ton (1. c. not. p. 96 sq.) auf-
gestellt.
418) Drei Zeilen aus dem Fragment bietet auch der Cod. Syr. 14533
(s. oben): „Is, in quem terra se adclinat, adclinatus est ligno; dominus
contumeliae deditus est nudo corpore : deus occisus est, rex Israelis macta-
tus est", so dass die Worte „deus occisus est" dreimal als melitonisch
270 Melito und seine Schriften.
Die frülimittelalterliche syrische Kirche hat, wie das Dop-
pelzeugniss des Anastasius und des Codex 12156 beweist, noch
Melito's Schrift TveQi uad^ovg besessen; dazu die Bücher Tiegl
oaQy.aoscog. Monophysiten und Orthodoxe stritten sich über
die Theologie des alten Bischofs von Sardes. Selbst der Name
des Irenaeus hat vielleicht in einem Falle dem seinigen wei-
chen müssen, und eine alte Apologie, deren Verfasser unbe-
kannt, ist ihm angerechnet worden. Aber, ob ihn gleich noch
Anastasius als den göttlichen Lehrer gefeiert hat, man inter-
essirte sich doch nur für einige seiner christologischen Aus-
führungen, und für diese nur, weil man sie nach eigenem Sinne
deutete.
Mit der Notiz, dass in dem Anhang („Catalogus nonnullo-
rum iibrorum qui adhuc grece estant") zu dem „Memorial de
los libros Griegos de Mano de la Libreria del S^ Don Diego
Hurtado de Mendoza" saec. XVL med. (Londres, British Mu-
seum, ms. Egerton nr. 602 fol.,289— 296) unter den Büchern,
welche noch griechisch vorhanden seien, „Melito Sardicensis
Episcopus" aufgezählt wird^^'^), könnten wir diese Geschichte
beschliessen, wäre nicht noch ein Blick auf eine Gruppe von
bezeugt sind (durch Anastasius, durch Cod. 12156 und durch Cod. 14533).
Sie tragen in Cod. 12156 die Aufschrift: „S, Melitonia episcopi Itticae".
„Ittica" ist gewiss aus „ Attica" entstanden. Möglich, daea „Sardes" durch
eine erste Verwechslung mit Sardica später zu Attica geworden ist.
419) lieber die Mendoza-Bibliothek s. die erschöpfenden Mitthei-
lungen bei Graux, Essai etc. (18S0). Das Memorial selbst ist dort abge-
druckt (p. 359—385). Dann folgt der interessante Catalog, zu welchem
Graux bemerkt (p. 385 n. 5): „Nous ignorons oü se sont jamais trouves
et oü se trouvent maintenartt los livres mentionnes dans cette Hste, tout
a fait independante du Memorial-Mendoza." Die Liste enthält 29 Titel
(Melito an 5. Stelle). Hervorgehoben sei (G) Julian, contra Galileos, (27)
Origenis nsgl g)ikoooff>ov/neva)v, (9) Photius super evangeUa, (11) Grego-
rius Cappadox de concilio Nicaeno, (16) Eusebius Cesariensis super Psalte^
rium et de vitis Pontilicum, (20) Abdiaa episc. Babyloniae de actibus
Apostolorum. Dass Verzeiclmiss achliesat: „Esta lista que empieza Me-
morial ee de letra tan parecida a la de Melchor.Cano, que me persuado
a que es suya; y la cotegä con la del soneto, que estä en otro tomo,
que claiamente es de letiu de Cano. La que empieza Catalogus nonnul-
lorum etc., es de letra de amanuense."
Pseudomelitonißche Schriften im Abendlande. 271
Scliriften zu werfen, welche jetzt Melito's Namen im Abend-
lande tragen.
I) In einer Recension des über „de transitu (beatae) Ma-
riae (virginis)', welche in mehreren Handschriften vorliegt, be-
zeichnet sich der Verf. im Prolog als „Melito (Wiener Hand-
schrift: „Mileto'", „Miletus"), servus Christi, episcopus ecclesiae
Sardensis", der zugleich als Johannesschüler an die „fratres
Laodiceae constituti" schreibt. Das Buch selbst gehört zu der
Klasse der apokryphen Schriften, welche aus der griechischen
Kirche hervorgegangen sind und in mannigfachen Bearbeitungen
und Uebersetzungen im Mittelalter in Ost und West sich ver-
breitet haben. Es ist geschrieben worden unter directer und
indirecter Benutzung der Apostelgeschichten des Leueius und
ist wohl schon im 4. Jahrhundert abgefasst. Seine Vorlage
war dem Apostel Johannes selbst beigelegt. Melito ist erst
später und, soviel wir bisher wissen, nur im Abendlande als
Verfasser bezeichnet worden. Denn der Prolog, in welchem er
selbstredend eingeführt wird, findet sich nur bei den Lateinern,
scheint nicht aus dem Griechischen übersetzt, und verräth Be-
kanntschaft mit der augustinischen, antimanichaischen Theolo-
gie (s. den Schluss: „ . . neque duas hominis naturas conditas,
bonam seil, et malam, sed unam naturam bonam, a deo bono
conditam, quae dolo serpentis est vitiata per culpam, et Christi
est reparata per gratiam"). Wann er abgefasst ist, lasst sich
schwer ermitteln. Jedenfalls zu einer Zeit, wo im Abendland
die Apostelgeschichten des Leueius noch gelesen wurden, und
Einsichtigere es für nothwendig hielten, sie zu verdrängen.
Wie man auf den Namen des Melito verfallen ist, darüber sind
nur Vermuthuugen möglich. Dem Leueius, der sich selbst für
einen Apostelschüler ausgab, sollte ein anderer zuverlässigerer
entgegen ocestellt werden. Nun fand man bei Eusebius-Rufin
O O CT
(in dem Abschnitt aus Polykrates) eine Zusammenstellung von
Johannes und Melito. Je weniger man von diesem mehr wusste,
um so geeigneter konnte er für den speciellen Zweck, die Auto-
rität des Leueius zu untergraben, erscheinen. An die Laodicener
aber Hess man ihn schreiben, weil bei Eusebius (1. c.) die Er-
wähnung von Laodicea der des Melito unmittelbar vorhergeht ^2 o).
420) Der liber de transitu Mariae ist mit dem Prolog nach mehreren
272 Melito und seine Schriften.
2) Aber höchst wahrscheinUch ist diese Yerwerthung des
NamerxS des Melito im Abendland nicht der erste Fall dieser
Art gewesen. Im J. 1668 gab Florentinius (Vetust. occid.
eccl. martyrol. Lucae, p. 130 sq.) eine Schrift: „de fassione S.
Joannis evangelistae" heraus ^^i)^ welche in mehreren Pariser
Handschriften aufbehalten ist und jüngst auch in verschiedenen
Recensionen von den Editoren der ßiblioth. Casinensis (II, 2
Florilegium, 1875) publicirt wurde '^'■^2), Die Schrift will abge-
fasst sein von einem Miletus (Melitus, Mellitus, Mileto), der in
einigen Handschriften als episcopus Laodiciae (Laudociae) be-
Handschriften (s. Pitra, 1. c. p. XXXI. Tischendorf, Apocal. apocr.
p. XXXV) abgedruckt in der Bibl, Max. II, 2 p. 212 sq. Hiernach und
auf Grund eines Cod. Venet. hat ihn Tischendorf (1. c. p. XLIII p. 124 sq.)
wiedergegeben (im Cod. Venet. findet sich der Prolog nicht). Eine zweite
abweichende Recension veröffentlichte derselbe aus drei Codd. (p. XLIII.
p. 113 sq.). ücber Wiener Handschriften s. Piper, a. a. 0. S. 118. Eine
griechische, stark überarbeitete, unter dem Titel : rov ayiov IcDavpov zov
d^BoXoyov Xöyoq Etq t?)v xoturjaiv t^c ayiaq ^eovoxov nach mehreren
Handschriften findet sich ebenfalls bei Tischendorf (1. c. p. XXXIV sq.
p. 95 sq.). Den lateinischen Prolog hat Zahn (Acta Joannis S. 217f.) ab-
drucken lassen. Syrische Recensionen des „Transitus'' publicirte Wright
im Journal of Sacred Literature and Biblical Record, New Series, Voh VI,
1865 p. 417 sq. VII, 1865, p. 110 sq. 129 sq., sowie in den Contributions
to the Apocr. Literature of the N. T. 1 865. Mit diesen soll die arabische
Version nahe verwandt sein, welche Enger (Eiberfeld 1854) edirt hat
(s. Tisch endorf, i. c. p. XXXVI sq., der auch eine koptische Version
nennt). Das Buch ist im Abend land nachweisbar schon im 6. Jahrh. bei-
fällig benutzt worden, so von Gregor von Tours und von den Verfassern
der alten gallischen Liturgie (s. Pitra, 1. c. II p. XXXI). Im sog. De-
cretum Gelasianum (VI, 28) wird es unter dem Titel: „Liber qui appel-
latur transitus, id est Assumptio s.'Mariae apocryphus'* verworfen. Ver-
worfen haben es auch Beda (Tischendorf, 1. c. p. XXXV. Pitra, 1. c.)
und Pseudoliieronymus in dem Sermon de assumpt. b. v. Mariae. Von
Keinem wird noch Melito als Verfasser genannt. Zahn (1. c. p. LXVII.
CXXXVH) hat nachgewiesen, dass Leucius nicht ein besonderes Buch über
den transitus geschrieben hat, sondern dass Legenden hierüber in seiner
Geschichte des Johannes standen. Otto (1. c. p. 391) bemerkt, dass in
einigen Handschriften des lateinischen Prologs statt „episcopus Sardensis"
vielmehr „ep. Laodiceae" stände. Ueber diese Verwechselung s. unten.
421) S. auch Fabricius, Cod. apocr. N. T. (1719) III p. 604 sq.
Heine, Biblioth. anecd. I (1848) p. 108 sq.
422) S. von Gebhardt in der Theol. Lit.-Ztg. 187G Nr. 25 coL 041 f.
Pseudomelitonisches im Abendlande. 273
zeichnet wird'^^S)^ Eingehend hat über sie jüngst Zahn in
den Acta Joannis gehandelt '^24-)^ ihren ursprünglichen Bestand,,
ihre QuMlen und die Bereicherungen, die sie erfahren hat, fest-
gestellt Er hat gezeigt, dass das Schriftchen auf der lateini-
schen Bearbeitung der leucianischen Geschichte des Johannes
ruht, aus welcher auch noch der Interpolator geschöpft hat.
Entstanden ist es also im Abendlande, frühestens in der zwei-
ten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Man darf es als eine kirch-
liche Bearbeitung des letzten Stückes der Johannes- Geschichte
des Leucius betrachten, in welcher die anstössigen Lehren des-
selben beseitigt werden sollten. Aus dem Prolog ^^^) ist nicht
sofort deutlich, dass der Verfasser für den alten Bischof von
Sardes gelten will. Beachtet man aber, dass ein Abendländer
als Verf. einen kleinasiatischen Bischof einführt, dessen Name
mit dem des Melito doch wohl identisch isf^^^), und dass er
ihm als Bischofssitz eine Stadt zuweist, die Eusebius-Rufin in
demselben Satze, in welchem des Melito gedacht wird, erwähnt
haben, so ist kaum mehr daran zu zweifeln, dass der alte Bi-
schof von Sardes verstanden werden sollte. Zur Gewissheit
wird dies aber durch eine Vergleichung des Prologs zu der
Schrift de transitu Mariae. Hier wird ja bestimmt die ecclesia
Sardensis genannt, während als Adressaten die Brüder in Lao-
dicea eingeführt werden. Man darf daher entweder vermuthen,
dass auch in dem Prolog zur Passio S. Joannis ursprünglich
„Sardes" genannt war, oder dass der Verf derselben auf Grund
flüchtiger Leetüre des Rufin Melito für einen Bischof von Lao-
dicea gehalten, der Verf. des über de transitu ihn aber corri-
girt hat. Dieser ist nämlich gewiss der spätere, aber er blickt
auf jenen zurück. Er ist der spätere, denn er will bereits selbst
423) S. von Otto, 1. c. p. 390 sq. Pitra, 1. c. II p. XXXI sq. Der
Verf. wird in einer Toietaner Handschrift als „Miro" bezeichnet (nach
Heine). Dies ist jedenfalls ein Schreibfehler.
424) S. XVHsq. LXXXVIII sq. XCIII. XCVL CIX. CXH sq. CLXYI;
vgl. Gott. Gel. Anz. 1880 St. 39 S. 1223 f.
425) Recensirt bei Zahn, a. a. 0. S. 216 f. nach der Ausgabe des Flo-
rentinius und dem in der Biblioth. Casin. II, 2 (Florilegium) p. 66 sq.
publicirten Text.
426) In den Hieronymus-Handschriften (de vir. inl. 24) steht „Milito"
„Melitus"
Texte und Unterauchungeu. 18
274 Melito und i-eine Schriften.
für einen Johannesscliüler gelten, wovon in dem Prolog zur
Passio noch nicht die Rede ist — hier beruft sich der Verf.
vielmehr auf das Evangelium Johannis gegenüber Leucius'
Lehren — ; aber er kennt jenes Buch, denn er beginnt mit den
Worten: „Saepe scripsisse me memini de quodam Leucio,
qui nobiscum cum apostolis conversatns alieno sensu et animo
temerario discedens a via iustitiae plurima de apostolorum acti-
bus in libris suis inseruif'^^Tj^ Hiernach haben wir anzuneh-
men, dass zuerst die kirchliche Redaction des Leucius in Bezug
auf die Passio Joannis stattgefunden hat unter Berufung auf
die Autorität des Melito (vielleicht schon im 5. Jahrliundert).
In diesem Zusammenhange wurde der Name dieses Bischofs dem
Abendlande wieder bekannt. Die Folge war, dass nach geraumer
Zeit auch einer kirchlichen Bearbeitung des transitus Mariae aus
den Leuciusacten der Name des Melito vorgesetzt wurde. Der
Mann, der dies thp.t, hatte die lateinische Uebersetzung der gan-
zen Apostelgeschichte des Leucius und den Prolog zur Passio
Joannis vor sich, verstand noch richtig aus demselben, wer
eigentlich gemeint sei^ und ahmte den Vorgänger nach, nicht
ohne ihn dabei zu überbieten, da er den Melito zu einem per-
sönlichen Schüler des Johannes aufrücken Hess. Für die mit-
telalterlich-abendländische Kircbe galt nun Melito (Mellitus) als
der heihge Mann, der gewürdigt worden, das Lebensende der
Mutter des Herrn und seines Lieblingsjüngers zu beschreiben.
3) Dieser Ruhm oder die Erinnerung an die Notiz des
Eusebius-Rufin , Melito habe über die Apokalypse geschrieben,
hat dem Bischof von Sardes bei einem Schreiber des späteren
MA. die Ehre eingetragen, für den Verfasser einer lateinischen
Catena in apocalypsin zu gelten, die um das Jahr 1300 von
einem Anonymus aus den Werken des Augustin, Hieronymus,
Beda u. A. angefertigt worden ist. Möglich ist, dass der Schrei-
ber über die apokalyptischen Bemühungen des Melito noch
etwas mehr wusste, als wir jetzt wissen (s. das oben zu Genna-
dius Bemerkte), aber durchaus nicht wahrscheinlich ^2^^).
•127) Die beiden Prologe berühren sich i^iuch wörtlich.
42S) Die Notiz über die Catcne verdankt iium Piper (a. a. 0. S. HO).
Sie ist handschriftlich erhalten in der Jennei Univ. -Bibliothek n. 142.
hjitiumt „Incipit über milothonis super üpokalipsin beati ioannis apostoli".
1
Pseutloiuelitonisches im Abendlande. 275
4) Noch ist schliesslich eines abendländischen Werkes zu
gedenken, welches in einigen Handschriften Melito's Namen
trägt, der Clavis Scripturae, bei deren Herausgabe Pitra
seinem Fleisse und seiner Kritiklosigkeit ein so unvergleich-
liches Denkmal gesetzt haf^^g) Nach dem, was namentlich
Steitz*^'^) über dieselbe bemerkt hat'^^i), kann man sich kurz
fassen. Im karolingischen Zeitalter, schwerlich früher, ist von
einem Anonymus ein Glossar zu biblischen Begriffen, die eine
mystische Bedeutung haben sollen, auf Grund der lateinischen
Väter zusammengestellt worden "^^2) Dieses Glossar ist in 8
Handschriften, welche zum grösseren Theile von Pitra erst
entdeckt worden sind, auf uns gekommen. Die Aufschriften in
den MSS. sind sehr verschiedene. In einem Codex von Troyes
heisst das Werk (nach dem Index): „Anonymus de mystica
significatione vocum ac loquutionum biblicarum"; in einem
andern ebenfalls von Troyes: „Distinctionum quarandum trac-
tatus"; in einem Pariser: „Glossae in varios s. s. libros de sensu
spirituali multorum locorum" ; in dem mesmianischen Codex (in
Bibliis Theodulph.) fehlt jede Aufschrift, während eine Hand-
schrift aus Poitiers, in welcher das Werk verkürzt enthalten ist,
den Canonikus Adam von Premontre als Verfasser nennt. Nur
in einem Codex Claromontanus , den Lequien für Grabe ab-
geschrieben hat (saec. XII. fin. vel XIII. initio nach Gallandi)
und in einem Argentoratensis (nach Pitra saec. XL) findet sich
Finis: „Explicit postilla super apokalipsim raüitonis". Aber diese Worte
sind vom Schreiber nachträglich getilgt worden und auf dem folgenden
fol. ersetzt durch die anderen: „ExpHcit Hber milotonis per manus proco-
pii". Die Catene ist übrigens, wie Otto angiebt, 1512 in Paris gedruckt
worden ohne Melito's Namen unter dem Titel: „Explanatio in Apoc. ex
commentt. Augustini Hieron. Bedae Haymonis Elinandi Alberti Gilberti
Joachirni et Berengarii". Ich habe sie leider nicht einsehen können. —
lieber das Buch des J. P. Camus: „L'Apocalypse de Mehton, ou Revela-
tion des mysteres cenobitiques par Mehton" s. Pitra, 1. c. II p. XXXII.
Otto, 1. c.
429) Spicil. Solesm. II p. 1—519. III p. 1—307.
430) Stud. u. Krit. 1857 S. 584 f.
431) S. auch von Otto, 1, c. p. 401-408. Uhlhorn, Ztschr. f. d. bist.
Thool. 18(56 S. 104. Für die Geschichte der Bemühungen um das Buch
ist auf Pitra zu verweisen (II p. XIII sq.X
432) Das Work ist keine Uebersetzung aus dem Griechischen.
18*
276 Melito und seine Schriften.
Melito's Name. Dort heisst es: „Miletus Asianus episcopus
hunc librum edidit, quem et congruo nomine clavim appellavit";
hier: ,,Miletus episcopus Asianus liunc librum edidit, quem
librum Clavorum appellavit''. Die Beisclirift des Argentorat. ist
jedenfalls die relativ ursprünglicliere: sie ist mit Hieron., de vir.
inl. 24 zu verglichen. Hier heisst es: „Mehtus Asianus . . epi-
scopus . . scripsit . . librum qui Ciavis inscribitur". Der Schrei-
ber des 11. Jahrhunderts hat somit einfach die Angabe des
Hieronymus abgeschrieben. Wie er auf diese veifallen ist, lässt
sich nicht mehr ergi'ünden. Das Glossar hat den Titel „Ciavis"
nicht geführt; diesen hat es erst erhalten, indem es dem Melito
beigelegt wurde. Aus dem Inhalte des Buchs selbst kann nichts
aufgeführt werden, was den Schreiber zu seiner dreisten Hypo-
these zu verführen geeignet war. Bei der Leetüre des Hiero-
nymus mag er sich jene Ciavis gemerkt und als ihren Inhalt
„Allegorische Erklärungen der heil. Schrift" vermuthet haben.
Als ihm ein namenloses Werk der Art in die Hände gerieth,
zog er unbedenklich seinen Schluss. Wir haben es hier gewiss
mit einer ganz muth willigen Annahme zu thun, die darum auch
der sicheren Erklärung spottet. Möglich, dass ihr Urheber den
asiatischen Bischof bereits als den Verfasser der Passio Joan-
nis und des Transitus Mariae gekannt hat. Seine Hjrpothese
fand aber zum Glück nur geringe Verbreitung. Erst im 19. Jahr-
hundert hat man sich ihrer gründlich angenommen, und für einen
französischen Gelehrten ist die Vertheidigung derselben eine
Stufe auf dem Wege zum heil. Collegium geworden.
Die relativ geringe Verbreitung der Melito-Legeuden im
Abendlande wird durch die Martyrologien offenbar. Aber ganz
ohne Kunde sind sie doch nicht. Halloix bemerkte zuerst,
dass Melito von Sardes in den Martyrologien zum 1. April ver-
merkt sei, und berief sich hierfür auf das Martyrol. Maurolyci.
Allein die Bollandisten (ad April. I p. 11) belehren, dass
dort und in allen Martyrologien, die ihnen zu Gesichte ge-
kommen, stets von einem (beatus) episcopus (et confessor) Me-
lito in Sardinia die Rede sei; in einer Reihe derselben finde
sich der Zusatz: „cujus actus inter homines celeberrimi haben-
tnr"; von einer „urbs Sardium" sei nirgendwo die Rede. „Nisi
I
Melito in den Martjrologien. 277
forte", fügen sie bei, „quia urbs Sardium in Asia minus vulgo
nota est, irrepserit Sardinia magis celebris. Nos de utroque
hie agimus relicturi aliis ulteriorem decisionem'^ Sie haben
also selbst schon vermuthet, dass hier nicht Aljes richtig sei.
Früher hatte Ferrarius (Catal, generai. SS. qui non sunt in
Martyrol. Rom.) entschlossen zwei Melito zum 1. April gestellt,
den Bischof von Sardes und den von Sulci in Sardinien. Er
behauptete nämlich, ex tabulis et monumentis ecclesiae Sulci-
tanae ein Zeugniss erhoben zu haben des Inhaltes: „Sulci in
Sardinia Melitonis episcopi et martyris". Die Boilandisten th eilen
dies mit und fügen das Elogium, welches DionysiusBonfant
(in triumpho SS. Sardiniae I, 10) ex codice quodam ms. über
BonifatiuS; den ersten Bischof von Cagliari (ordinatus a Petro)
edirt hat, hinzu: „discipulos quos habebat in di versa loca
mandavit et signanter S Melitonem ad Sulcim urbem, Grae-
corum et Romanorum coloniam, ubi mira docuit et fecit". Sie
bemerken weiter, dass derselbe Bonfant (III, 37) erzähle: „Natus
est S. Melito apud Oalaritanos: atque ad fidem Christi conversus
ac baptizatus, vitam suam tarn sancte instituit, ut a S. Boni-
fatio dignus ceuseretur sacerdotio et episcopatu Sulcitano . . .
Tandem cum ad longam usque senectutem vixisset, pro fide
Christi, quam praedicabat, capite plexus accepit aeternae beati-
tudinis praemium'S und beschliessen ihren Bericht mit den
Worten: „Haec de Melitone suo Sardi, quae certioribus monu-
mentis optaremus coniirmari".
Beachtet man, dass die legendarische Ueb erlief er ung ur-
sprünglich nur von einem Bischof Melito in Sardinien etwas
weiss, dass die Stadt „Sulci" erst im 16. Jahrhundert genannt
wird'*33), dass die Erzählung von der Person des sulcitanischen
Bischofs ganz schematisch construirt ist, endlich dass dem Bi-
schof Melito auf Sardinien berühmte „Actus" beigelegt werden,
so kann man nicht zweifeln, dass Melito von Sardes der Legende
zu Grunde hegt. Warum man sein Andenken gerade auf den
1. April verlegt hat, darf man nicht einmal fragen *3*). Erst
433) Warum gerade Sulci ausgewählt worden ist, wissen wir nicht.
Wahrscheinlich entbehrte die Stadt noch eines „apostolischen" Bischofs.
434) In den griechischen Menäen sucht man MeHto's Namen ver-
gebens.
278 I^ic Schriften des Miltiiides.
Ferrarius hat, gescliiclitliche Kenntnisse kritiklos verwertliend,
aus dem einen Melito zwei gemacht, damit aber allerdings dem
echten wieder zu seinem freilich auch sehr zweifelhaften Rechte
verhelfen. Bellarmin zählt den asiatischen Melito zu den
Heiligen; so auch Hallo ix.
In der abendländischen Kirche ist also aus Melito, Bischof
von Sardes, sowohl ein Bischof von Laodicea als ein Bischof
von Sulci in Sardinien geworden!
§ 14. Die Schriften des Miltiades.
Üngeföhr gleichzeitig haben am Anfang des 3. Jahrhunderts
drei kirchliche Schriftsteller, ein kleinasiatischer, ein römischer
und ein carthaginiensischer, in ganz verschiedenem Zusammen-
hange auf die Arbeiten eines Mannes Namens Miltiades ver-
wiesen, der in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts ge-
wirkt hat — ein Beweis, welches Ansehens sich derselbe überall
in der Kirche damals erfreute. Wir wissen heutzutage von ihm
nicht viel mehr, als was sich aus den Berufungen jener Männer
folgern lässt. Ihr Zeugniss übermittelt uns aber nur geringe
Kunde, und der Umstand, dass zwei von ihnen für uns Ano-
nymi sind, lässt dieselbe noch dunkler erscheinen.
In seiner Schrift gegen die Valentinianer (c. 5) bemerkt Ter-
tuUian, dass „tot jam viri sanctitate et praestantia insignes, noc
solum nostri antecessores, sed ipsorum haeresiarcharura con-
temporales instructissimis voluminibus (materias Valentiniano-
rum) et prodiderunt et retuderunt, ut Justinus, philosophus et
martyr, ut Miltiades, ecclesiarum sophista, ut Irenaeus, omnium
doctrinarum curiosissimus explorator, ut Proculus noster, vir-
ginis senectae et Christianae eloquentiae dignitas". Die Auf-
zählung ist eine chronologische; die Stellu];ig, welche dem Mil-
tiades gegeben wird, lässt mit Sicherheit vermuthen, dass er
dem Zeitalter Marc Aurel's angehört hat. Das Epitheton,
welches ihm beigelegt ist, macht es wahrscheinlich, dass er ein
christianisirter Rhetor war; aber man kann noch mehr aus dem-
selben schliesseu. Vergleicht man es mit dem Lobe, welches
dem Proculus gespendet wird, so sticht das „ecclesiarum so-
phista", welches an sich kein Schmähwort ist, doch seltsam
ab von dem synonymen Ausdruck „Christianae eloquentiae
Die Schriften des Miltiades. 279
dignitas", und der Plural „ecclesiarum" steht augenscheinlich
auch in einem Gegensatze zu dem .,noster". Man darf schliessen,
dass Tertullian trotz der allgemeinen Hochachtung, die er im
Eingange allen seinen Vorgängern auf dem Gebiet der anti-
gnostischen Polemik ausgedrückt hat, dem Miltiades nur ein
bedingtes Lob spenden wilH^^). Er rechnet ihn nicht zu den
in jeder Hinsicht vertrauenswürdigen Männern, und indem er
ihn in so deutlichem Gegensatz zu dem Montanisten Proculus
stellt, deutet er an, dass Miltiades als Katholiker ein entschie-
dener Gegner der Spiritualen gewesen ist.
Was hier vermuthet worden ist, bestätigt das Zeugniss je-
nes unbekannten kleinasiatischen Schriftstellers, dessen polemi-
sches Werk gegen den Montanismus Eusebius h. e. V, 16 sq.
excerpirt hat. Derselbe hat ein montanistisches Syngramma in
der Hand gehabt und zum Theil ausgeschrieben, welches gegen
eine Schrift „des Bruders" Miltiades gerichtet war. In dieser
Schrift hat Miltiades nach Angabe des Unbekannten über das
Thema gehandelt, dass ein Prophet nicht in der Ekstase spre-
chen dürfe, d. h. also, dass der kein wahrer Prophet sei, der
in solchem Zustande rede^*^^). Weiteres über dies Buch ist
nicht bekannt. Aber der blosse Titel und die Thatsache, dass
435) Otto bemüht sich vergebens, zu zeigen, dass das „sophista" ledig-
lich gleich ,.philosophus" respect. „rlietor" sei oder den stilus elegantior des
Miltiades bezeichnen Holle. Auch die Ausführungen Rohde 's (der griech.
Roman S. 293 f.) sind hier nicht völlig zuverlässig. Man hat Stellen wie
Lucian, Peregrin. Prot. 13. 32 (s. Bernays, Lucian und die Cyniker 1879
S. 109), M. Aurel, Meditat. I, 7, Justin, Apol. I, 14, Tatian, Orat. 12. 35.
40 in's Auge zu fassen, um zu erkennen, dass „Sophist" damals unter Um-
ständen doch einen üblen Nebengeschmack hatte,
436) Eusebius leitet (V, 17, 1) die Mittheilung also ein: iv xoviüt dh
t(j5 ovyyQafjLiiaxL aal Mü.TLciöov ovyyQacpiwq (jLSßvrßai (seil, anonymus),
byq Xoyov riva xal avzov xata xrjq nQOSigrjibievrjq cctQsaecog ysyQa(pOToq.
naQaS-sftsvog yovv avzüjv Xs^sig rivccg, £7ti^'^^^ die Provinzial Statthalter
erkennen wollen; aber seine Beweise sind nicht stichhaltig; die Kaiser
sind gemeint, s. von Otto IX p. 367 sq.
442) Ein antignostisches Werk des Miltiades nennt Eusebius nicht,
und doch ist nach Tertullian's IMittheilung gewiss, dass derselbe ein sol-
ches geschrieben hat, in welchem jedenfalls die Valentinianer bekämpft
waren. — Ueber Miltiades ist Derling, Dissert. de Miltiade. Heimst-
1746; Fabricius-Harles, Bibl. Gr. VII p. 105 sq.; Routh, Reliq. S. IT.
214; Otto, 1. c. IX, p. 364 — 373 zu vergleichen.
443) S. Halloix, 1. c. p. 737 sq. Grabe, 1. c. II p. 218—224. Die
Ausgaben von Fell (1684), Wolf (1724), von Otto (1861). Acta SS. mens.
Octoh. T. VI. (1856) ad diem Xlll. p. 168—186. Donaldson, 1. c. III
p. 63—106.
444) S. meine Schrift: „Die Zeit des Ignatius" u. ^". w. 1878.
Die Zeugnisse dos Eusebius und Hieronymus. 283
sipp, Dionysius von Korinth und Melito auf. C. 24 bericlitet
er über ihn: „Von Theophilus, den wir bereits als Bischof von
Antiochien angeführt, sind drei nicht ausführliche {oToixeuudrjy
vielleicht besser = die Elemente [des Glaubens] behandelnde)
Schriften an Autolycus im Umlauf, ferner eine andere mit dem
Titel ,Gegen die Häresie des Hermogenes', in welcher er Zeug-
nisse aus der Offenbarung des Johannes gebraucht, sowie einige
andere katechetische ^*^) Schriften". Es folgt nun eine allge-
meine Bemerkung darüber, dass die Hirten der Kirche auch
schriftlich die Häretiker widerlegt haben; dann fahrt Euse-
bius fort: „Dass nun mit den Anderen auch Theophilus gegen
diese zu Felde gezogen ist, erhellt aus einer sehr trefflich aus-
gearbeiteten Abhandlung von ihm gegen Marcion, welche sich
mit den anderen obengenannten Schriften von ihm auch noch
bis jetzt erhalten hat". Hieronymus (de vir. inl. 25) hat nach
seiner Gewohnheit diesen Bericht abgeschrieben, aber ihn mit
einem Zusätze versehen, der da zeigt, dass er diesmal doch
auch über selbständige Kenntnisse verfügte. Nachdem er näm-
lich die v.axYf/jfci-'Aa ßifi?Ua als„breves elegantesque tractatus
ad aedificationem ecclesiae pertinentes" aufgeführt hat, fährt er
fort: „Legi sub nomine ejus in evangelium et proverbia Salo-
monis commentarios, qui mihi cum superiorum voluminum
elegantia et cpQaoet non videntur congruere". Auf den Evan-
geliencommentar ist Hieronymus noch zweimal zu sprechen
gekommen. In der Ep. ad Algasiam ^ *^*) schreibt er: „Theo-
philus, Antiochenae ecclesiae septimus post Petrum apostolum
episcopus, qui quattuor evangelistarum in unum corpus dicta
compingens ingenii sui nobis monumenta dimisit, haec super
hac parabola (Lc. 16, 1 — 8) in suis commentarüs est locutus".
Es folgt nun eine Erklärung der Parabel vom ungerechten
Haushalter, c. 40 Zeilen lang, die auf den Apostel Paulus ge-
deutet wird. In der Vorrede zum Matthäus -Commentar^^')
lieisst es: „Legisse me fateor aute annos plurimos in Matthaeum
Origenis XXV volumina ... et Theophili Antiochenae urbis
episcopi commentarios, Hippolyti quoque Martyris, et Theodori
445) Zur V. zazrjXV^txoq vgl. h* e. IV, 23, 2.
446) Vallarsi 1 p. 860 sq.
447) Vallarsi VII p. 7.
.284 I^i^ Schriften des Theophilus.
Heracleotae, Apolinarisque . . . ., e quibus etiamsi parva carpe-
rem, dignum aliquid memoria scriberetur'^
Aber schon vor Hieronymus und Eusebius bat ein anderer
Lateiner den Theophilus citirt. Lactantius schreibt (Institt. div.
I, 23)^^^): „Theophilus in libro de temporibus ad Autolycum
scripto ait, in historia sua Thallum dicere quod Belus, quem
Babylonii et ilssyrii colunt, antiquior Trojano hello fuisse in-
veniatur CCCXXII annis: Belum autem Saturno aequaiem fuisse,
et utruraque uno tempore adolevisse". Aus den folgenden Jahr-
hunderten sind uns nur ganz spärliche Zeugnisse aufbehalten.
Gennadius von Massilia schliesst seinen Artikel über Theophilus
von Aiexandrien (de vir. inl. 34)^*^) mit den Worten: „Legi et
tres libellos fidei (al.: „de fide libros") sub nomine ejus titulatos,
sed, quia lingua inconsonans est, non valde credidi". Es ist,
wie sich zeigen wird, wahrscheinlich, dass hiermit die Bücher
ad Autolycum, an die aber Gennadius selbst merkwürdiger Weise
gar nicht gedacht hat, bezeichnet sind^^^). Er ist aber auch
der einzige Lateiner, der nach Hieronymus den Theophilus er-
wähnt hat. Nur das ist noch zu bemerken, dass in den römi-
schen Martyrologien der Name des Theophilus, des 6. Bischofs
von Antiochien, zum 13. October vermerkt ist'*^^). Höchst
448) Opp, (edit. Wiceburg. 1783) I p. 74.
449) Edit. Herding. p. 86.
450) Paulus in dem Ubell. de haeres. 23 führt den Theophilus, den
6. Bischof von Antiochien, unter den Bestreitern des Marcion auf. Hono-
rius Augustod. de Script, eccl. I, 26 berichtet, dass Theophilus,' der 6.
Bischof der antiochenischen Kirche, gegen Marcion, an Autotycus (3) und
gegen die Häresie des Hermogenes geschrieben, ausserdem noch andere
Abhandlungen verfasst habe. Beide gehen natürlich auf Eusebius (Rufin)
zurück. Für „Theodoro urbis Antiochiae episcopo" (Praedestin. 18) ist
vielleicht „Theophilo" zu lesen, da ein Bischof Theodorus von Antiochien
nicht bekannt ist. Doch thut man dem Verf. des Praedestinatus mit dieser
Correctur wahrscheinlich schon zuviel Ehre an.
451) S. Acta SS., 1. c. p. 1G8 sq. Schon im kleinen römischen Martv-
rologium (natürlich nach Rufin) steht zu lesen: „Antiochiae, Theophih epi-
scopi qui sextus ab apostolis fuit". Ado hat den Zusatz: „viri eruditis-
simi". Die Bemerkung bei Notker: ,,hic constituit die Sabbathi jejuni-
um ter in anno fieri secundum prophetiam friunenti, vini et olei", ist
ohne jeden Werth. Sie gehört zum römischen Bischof Callist und ist
durch Irrthum hierher verschlagen (Acta SS. 1. c. p. 172).
Die Zeugnisse des Lactantius und der Späteren. 285
auffallend ist das Scliweigen der griechischen Orientalen "^^2)
Mit Ausnahme der Compilatoren der SS. Parallel, und eines
Chronographen, des Johannes Malalas, hat Niemand, kein Histo-
riker — selbst Photiiis nicht — , kein Dogmatiker, kein Mar-
tyrolog, des Theophilus als Schriftsteller Erwähnung gethan'*^^).
452) Auch die Syrer scheinen den Theophilus völlig vergessen zu
haben. Die Angabe in dem Chronic, eccles. des Gregor ius Barhe^
braeus (edid. Abeloos etLamy. Lovanii 1873 I p. 44), Theophilus habe
orthodoxe Bücher verfasst, geht auf Eusebius zurück. Auf diesen sind
auch die Nacluichten des Eutychius (Annal. edid. Pococke, Oxoniae
1658) zurückzuführen; s. „Zeit des Ignatius" S. 63. 55 f.
453) Wie sehr der Name des antiochenischen Theophilus als Schriffc-
steller in der griechischen Kirche vergessen war, zeigt am deutlichsten
das Schweigen der antiochenischen Bischöfe und Gelehrten (ob Chry-
sostomus, Hom. 18 in Genes, den Theophilus benutzt hat [Otto, 1. c. p. 128],
steht dahin). Aber auch die Citate aus den 3 Büchern ad Autolycum,
welche sich in den SS. Parallel, finden, bereichern unsere Kenntnisse von
der Geschichte der Bücher ad Autol. wenig. In dem Cod. JR-upef. haben
zwei Stellen Aufnahme gefunden (Lequien I p. 785. 787). Die erste (I,
4 n. 2 ed. Otto) aber ist als ein Ausspruch des Amphilochius , Bischofs
von Iconium, bezeichnet; die zweite (I, 5 n. 8) als ein solcher des Theo-
philus von Alexandrien. Die Verwechselung hier ist nicht weiter auf-
fallend; auch Gennadius hat ja für die Bücher über den Glauben, die er
unter dem Namen eines Theophilus gelesen hat, als Verfasser zunächst
den Bischof von Alexandrien vermuthet. Dagegen ist die Verwechselung
mit Amphilochius sehr bemerkenswerth. Der Compilator der SS. Parallel,
hat sich allerdings viele Irrthümer zu Schulden kommen lassen und schöpfte
zum Theil aus ganz getrübten UeberHeferungen ; aber Amphilochius ist
zwar ein in seiner Zeit sehr angesehener, aber doch kein häufig citirter
Schriftsteller (s. über ihn den Artikel von Lightfoot im Dictionary of
Christian Biography Vol. I). Da nun auch hier der Text der angeführten
Stelle von dem Text in Marc. 496 sehr bedeutend abweicht (ganz anders
steht es bei I, 5 n. 8), so darf man wohl vermuthen, dass Amphilochius
den Satz über die Etymologie des Wortes „i9fos"^aus dem I. Buch des
Theophilus abgeschrieben hat. — In den SS. Parallel. Cod. Vatic. finden
sich (I p. 315. 339. 564) drei Stellen aus den Büchern ad Autolycum.
Die erste (II, 27 n. 9), mit bemerkenswerthen Varianten, ist aber einem
„Eleutherius" beigelegt, die zweite (I, 5 n. 8) einem Theophilus, die
dritte (I, 1 init.) ist genau bezeichnet durch „Theophili Antiocheni lib. I.
Autol." Es ist wichtig, dass somit wenigstens eine Stelle zu Bedenken
keinen Anlass giebt. Was den „Eleutherius" betriift, so hat schon Le-
quien vermuthet, dass er seinen Ursprung dem ersten Worte des Citats
Cl^ksv&SQOv) verdankt. — In dem Cod. Venetus der SS. Parallel, saec.
286 -^^^ Schriften des Theophilus.
Aber auch Malalas hat wahrscheinlich nicht den Bischof von
Antiochien saec. IL, sondern einen sonst unbekannten Chrono-
graphen citirt (s. unten S. 291 f.). So dünn sind die Fäden,
wenn man von solchen überhaupt sprechen kann, welche in
der Tradition zu der einzigen mittelalterlichen Handschrift
führen (saec. XL), in der die drei Bücher ad Autolycum auf
uns gekommen sind (s. oben S. 72 f.). Gründe , welche das
Schweigen der griechischen Tradition seit Eusebius erklären,
anzugeben, wird man schwerlich wagen dürfen. Der private
Character der Schrift ist nicht zu urgiren ; eher schon, dass die
im dritten Buche gegebene Chronographie den späteren An-
schauungen nicht bequem war, vielleicht auch, dass man am
Stile Anstoss nahm, oder dass man vom Verfasser nichts wusste.
Die einzige Handschrift giebt den Büchern nur die üeberschrift:
Ocorpllov TTQog amoluxov (resp. so dem ersten, dem zweiten
ist ein to ß, dem dritten ein t6 y vorgesetzt); aber in dem
Index (prima manu) lautet der Titel: O^eocplkov najQiaQXov "x-
Tov ztjg fieyali^g avTioyeiag Jtgbg avxoXv/MV tlkrjva negi Trjg
Tidv yQiOTiav(ov niOTBwg Xoyni xQelg. Diese üeberschrift macht
es mindestens wahrscheinlich, dass die „tres libelli fidei'', welche
Gennadius unter dem Namen eines Theophilus gelesen hat, mit
den hier aufgeführten identisch sind. Die Bücher ad Autol.
haben mithin frühe schon den Titel neQi Tiunetog erhalten.
Dass wir nun in dem Marcianus 49(5 dieselben Bücher besitzen,
welche Lactantius'*^'*), Eusebius, (Hieronymus) und Gennadius
XI., welchen von Otto (s. 1. c. p. 18 n. 8) verglichen hat, ist auch ad
Autol. I, 5 (n. 8) angeführt, und zwar mit der Aufschrift: ^sotpiXov ex
xov ~ xf(p. Hieraus folgt, dass die Bücher ad Autolycum schon bei den
Byzantinern in Capitel eingetheilt worden sind. Von einer solchen Ein-
theilung scheint aber im Marc. 49G keine Spur vorhanden zu sein. — Die
Angaben in den BischofsHsten beim Verfasser des Chronographeion
syntomon, bei Syncellus und Nicephorus sind aus-der Chronik des
Eusebius abstrahirt (s. „Zeit des Ignatius" S. 55—62). — Auf eine Stelle in
dem Violarium der Eudokia (Anecd. gr, ed. Villoison 1781 I p. 41)},
welche dem 2. Buch des Theophilus (6 n. 17) entnommen ist, hat von
Otto aufmerksam gemacht (p. 63). Aber nach den Nachweisungen,
welche Pulch (De Kudociae quod fertur Yiolario. Argentorat. 1880) ge-
geben hat, thut man gut von dieser Cojnpilation ganz abzusehen.
454) Das Citat des Lactantius findet sich ad Autol. III, 29 (p..270).
Man darf übrio-ens aus der Citationsformel des Lactantius nicht mit irgend
Die drei Bücher ad Aatolycum. 287
gelesen haben, ist nie bezweifelt worden ^^^). Dagegen hat schon
in älterer Zeit Dodw eil Zweifel erhoben, dass Theophilus, der
6. Bischof von Antiochien, Verfasser der Bücher sei"^^^), und
in neuerer Zeit hat Erbes wiederum die Identität bestritten,
den Eusebius also des Irrthums geziehen '*^'^. Dodwell stützte
sich auf die Angabe der eusebianischen Chronik, dass der Nach-
folger des Theophilus schon ini Jahre 177 sein Amt angetreten
habe, während doch der Verf. der Bücher ad Autolycum den
Tod des M. Aurel noch registrirt habe (III, 27 fin.); ferner
glaubte er in III, 30 die characteristischen Merkmale der seve-
rianischen A^erfolgung zu erkennen. Allein dass der scharf-
sinnige Engländer sich, was den letzteren Punkt anlangt, ge-
täuscht hat, bedarf keines besonderen Beweises '^^^); betreffs der
welcher Sicherheit, höchstens mit Wahrscheinlichkeit schHessen, dass er
nur das 3. Buch gekannt hat, und dass dieses unter dem Namen „de
temporihus'' von a. 1 oder c. 16 oder c. 24 an besonders cireuhrt hat.
Noch weniger darf man sich für die Abtrennung des 3. Buches von den
beiden ersten auf Cod. Par. 887 berufen, der nur das 3. Buch enthält;
denn dieses ist aus Marc. 496 abgeschrieben, welcher alle drei Bücher
iimfasst. Die Aufschrift des 3. Buches in Paris. 887, welche auf einen
Satz in üb. II zurückblickt, lautet: OeotpiXov ■naxQia.QX^'*^ sxxov avxiO'
XBiaq UQog uvtoXvxov ilXXrjva ns^l tijg twv xqi-89] ^ 44. 50 p. 170 S(i.; vgl. A(^'i. ad Pear-
soni Dissert. de success. prim. Roman, episc. p. 11 sq. Dazu „Zeit des
Ignatius" S. 13 n. 2.
457) Jahrbb. f. protest. Thcol. 1879 S. 483 f. 618 f Lipsius (a. a. 0.
1880 S, 293 n. 1) lässt die Sache zweifelhaft, gesteht aber, dass die gegen
die Identität von Erbes vorgebrachten Gründe ernste Erwägung ver-
dienen.
458) Es ist a priori wahrscheinlich, dass auch zur Zeit des Commodus
einzelne Christenverfolgungen stattgefunden haben. Wir haben dafür aber
288 ^i^ Schriften des Tlieophilr.s.
Chronologie der antiochenischeii Bischöfe in der Chronik des
Eusebius aber steht fest, dass auf sie kein Verlass ist. Der
Verfasser des 3. Buches ad Autolycum liat nicht vor 180,1 und
noch unter Commodus geschrieben; für den antiochenischen
Bischof Theophüus lässt sich aber nur dies ennitteln, dass sein
Nachfolger zwischen 189 und 192 gestorben ist. Ein wirkliches
chronologisches Hinderniss besteht also nicht, die beiden zu
identificiren^^^). Was aber die inneren Gründe anlangt, so
sind sie der Tradition, welche Eusebius wiedergiebt, günstig.
L. 11, 24 (p. 122) sagt der Verfasser, dass der Eiiphrat und
Tigris dem Lande nahe sind, in welchem er schreibt {pmot
yaQ ysLTVitooiv tcog tlov rjf.iETiQiop Ti/AfiaTwv); ferner zeigt er ein
besonderes Interesse für die Friester (s. 11, 31 p. 152. III, 21
p. 240); endlich scheint er auch einige Kenntniss des Hebräi-
schen besessen zu haben (s. die Erklärungen der Worte Sab-
bath, Eden, Noah II, 12. 24. III, 19). Er ist gebildet und ge-
lehrt in den heiligen und profanen Schriften, ohne sich doch wie
die älteren Apologeten als einen Philosophen zu bezeichnen ^^^).
auch Beweise; s. Euseb. h. e. V, 21. Iren. adv. haer. IV, 33, 9. Acta mar-
tyr. Scillit. Die letzteren gehören in die Zeit des Conimodus, wie die
griechische Handschrift, welche Usener (Acta Mai-tyr. Scillit. Bonn. 1881)
entdeckt hat, beweist.
459) S. meine Schrift „die Zeit des Ignatius" passim , namentlich
S. 42 f. Sicher ist, dass der Nachfolger de.s Theophilus, Maximinus, spä-
testens im Jahre 192, frühestens 189 gestorben ist Nichts hindert daher
anzunehmen, dass Theophilus noch im Jahre 181 gelebt hat. — Ad Auto-
lyc. III, 27 beruft sich der Verf. auf die jivayQct(pal des Nomenciator
und kaiserlichen Freigelassenen Chryseros (über dieselben ist sonst nichts
bekannt), welche bis zum Tode M. Aurel's (März 180) reichten. Biese
Schrift kann mithin nicht vor 1 80/1 abgefasst sein. Darnach ist das Jahr
181 auch der früheste Termin für die Abfassung des 3. Buches ad Auto-
lycum (die beiden ersten können bei dem losen Zusammenhang, in wel-
chem sie mit dem dritten stehen, geraume Zeit vorher geschrieben seiuV
Aber es steht nichts im Wege — angenommen, der antiochenische Bischof
habe es geschrieben — , jenes Buch erst c. 185 verfasst sein zu lassen, da
wir durchaus nicht wissen, wie lange Maximinus Bischof gewesen ist.
Nach dem eigenen Selbstzeugniss ist aber das III. Buch noch unter Com-
modus geschrieben; denn sein Verfasser hätte es nicht unterlassen können,
in seiner chronologischen Uebersicht auch den Tod dieses Kaisers zu ver-
merken, -wenn der.selbe schon erfolgt wäre.
4(iD) ^e von den älteren Apologeten abweichende Art der Benutzung
Die drei Bücher ad Autolycum. 289
Er hat vielfach mit Häretikern zu thun gehabt und berück-
sichtigt sie auch in diesen apologetischen Abhandlungen (11,
14. 25 — 11). Es sind ferner die „heiligen Kirchen", in wel-
chen der Verfasser die „Lehren der Wahrheit" niedergelegt
sieht ^^^). Der Name „Theophilus" steht aber für den Ver-
fasser nach Lactantius fest ^^''^). Das Selbstzeugniss des Buches
besagt also, dass es zur Zeit des Commodus von einem grie-
chisch gebildeten, römerfreundlichen ^^3) Christen Namens Theo-
philus, der höchst wahrscheinlich Cleriker gewesen ist, in einem
nicht fern vom Euphrat und Tigris gelegenen Lande geschrie-
ben wurde. Hiernach scheint ein ernsthafter Zweifel an der
Tradition des Eusebius, dass der Bischof Theophilus von An-
tiochien der Verfasser sei, nicht mehr möglich '*'^^). üöbrigens
gewisser christlicher Schriften als kanonischer ist längst schon aufge-
fallen. L, III, 14 eitirt der "Verfasser jene Stelle aus dem 1. Timotheus-
brief (2, 1 f.) , welche Aufnahme in die ältesten Kirchengebete gefunden
hat. — Ueber die Gelehrsamkeit des vornehmen Mannes, Autolycus, s.
III, 1. 4 fin. 15 fin 29 (p. 270).
461) L. II, 14 {p. 98): Kai xaS-diiEQ iv &aXo:aa^ vrjaoi elaiv . . .,
ovtcDQ öeöcaxsv 6 O^fd? t(j) xoofjuii xvixaivofi^vto xal j^f^^a^o/^^v^:) vnb
Tüiv ccfjta^ZTjfjKxTOJv zäq avvaywydg, keyofxsvag öh exüXrjGiaq äylag^ iv
atq xaB^dnSQ Xißsoiv evoQßoiq iv vr^aoiq ai öiöaaxaXlai ttjg DcXijS^elag
elGiv\ UQbq aq xatacpsvyovoiv cl d-ilovreg ovot^eaB^cti, i^aaial yivofisvoi
Trjg dkrjS^siag xal ßovXofxevoi sxcpvysXv zi/v ÖQyfjV xal xQidiv zov ^£0v.
462) Lactantius, Gennadius und die Aufschrift des Marcian. 496 haben
einfach „Theophüi" ohne jeden Zusatz.. Der Verf. hat sich also selbst
schwerlich als Bischof von Antiochien in der Ueberschrift bezeichnet.
463) L. in, 27 init.
464) Die Gründe, welche Erbes angeführt hat und welche Lipsius
so erheblich schienen, enthalten nichts Neues. Erbes rechneb drei Un-
wahrscheinlichkeiten heraus, 1) dass Chrysevos sofort nach dem Tode des
Marc Aurel seine Chronographie geschrieben, 2) dass sie Theophilus so-
fort benutzt habe, und 3) dass er auch gleich darauf gestorben sei. Er
stellt dies ungefähr so dar, als müsse dieses Alles in das Jahr 180/1 ge-
fallen sein, wenn der antiochenische Bischof der Verfasser der Bücher ad
Autolycum wäre. In Wahrheit aber steht der ganze Zeitraum von 180
bis gegen das Ende der Regierungszeit des Commodus offen; denn, wie
schon bemerkt, wir wissen nicht, wie lange Maximinus Bischof gewesen
ist. Erbes hat übrigens seine Unzuverlässigkeit als Literarhistoriker durch
folgende naive Tirade (S. 618 f.) bezeugt: „Jetzt sei unbefangen (!) hinzuge-
fügt, dass wir ja wirklich noch einen anderen durchaus geeigneten (!) Mann
des Namens kennen: Theophilus, Bischof von Caesarea in Palaestina. . , .
Texte und üntereuchungen. 19
290 ^^^ Schriften des Theophilus.
miissten, wenn die Bücher ad Autolycum niclit von dem antio-
chenischen Bischöfe herrühren sollten, auch die Schriften gegen
Marcion und Hermogenes ihm abgesprochen werden. Denn der
Verfasser der libri ad Autolycum zeigt sich mit den eigenthüm-
lichen Lehren jener Häretiker besonders vertraut '^^^).
Dodwell hat ferner Zweifel geäussert, ob die Reihenfolge
der drei Bücher, wie sie im Marc. 496 vorliegt, die richtige ist,
und hat vorgeschlagen, das dritte Buch an die erste Stelle zu
rücken 406) allein in 111, 3 fin. ist auf I, 9, in III, 19 (p. 232)
mit der Formel: ev tot ösvTeQfp rofxiit iörjlojoafiev, auf das
2. Buch verwiesen^ und in II, 1 wird auf das erste Buch Rück-
sicht genommen 4 ^''). Man wäre somit schwerlich auf den Gre-
danken einer nothwendigen Umstellung gekommen 4^^), wenn
man nicht die Absicht gehabt hätte, die Stellen, an welchen
der Verfasser auf ein früher von ihm geschriebenes Werk ver-
weist, zu eliminiren. Sie sind aber so deutlich, dass hier auch
durch Umstellungen nichts zu erreichen ist. L. 11, 28 fin. be-
merkt der Verfasser, dass er in einer anderen Schrift über
den Satan gehandelt, 1. II, 30 (p. 142) sagt er, dass er in der-
selben Schrift die Genealogien der ersten Menschen dargestellt
habe, und zwar, fügt er genau hinzu, sv xf^ ngcori] ßlßlip zfj
negl wtoqicov. Einige Zeilen weiter (p. 144) theilt er mit, dass
in diesem Buche auch über Noah Ausführlicheres zu lesen stehe,
resp. (II, 31 p= 144 sq.) über die Söhne Noah's, und dies wird
in, 19 (p. 232) wiederholt. Theophilus hat also, bevor er seine
Bücher ad Autolycum verfasste, ein Werk „de historiis'' in zwei
Da sich derselbe in jeder Beziehung dazu empfiehlt (!), so wollen wir ihn
gleich zum Verfasser der Bücher an Autolycus vorschlagen"!
465) S. unten S. 292 f.
466) Ihm. ist Erbes, a. a. 0. S. 623, gefolgt.
467) Die jeden Zweifel ausschliessende Formel in III, 19 wird von
Erbes dadurch beseitigt, dass er mit dem,,, treif liehen" Pariser Codex für
ösvzfQtp „€t6(tvevexcci i] ccvaTtkaaaexai elg ro yevea&ai
xaivov xal okoxXrjQov, ovzwg ylverai xal ttp ccvS-qojtcü) 6ia d^avaxov.
Ein Abhängigkeitsverhältniss ist auch hier schwerlich in Abrede zu stel-
len. Aber wen haben wir in dem römischen Bischof Eusebius wiederzu-
erkennen?
294 ^i<^ Schriften des TlieopMlus.
Ttai :n:aiÖ€v0^eig i^ vOTiQOv ava- terra, uti cessans aliquando
'/.Xridfi. homo vivere peccato et mori-
ens ei inciperet vivere deo^^^).
Erinnern wir uns, dass Theopliilus (nach Eusebius) gegen
Marcion geschrieben hat, so erscheint die Annahme \delleicht
erlaubt, dass diese Schrift, und nicht die Bücher ad Autolycum,
es gewesen ist, welche dem Irenaeus vorlag — eine Annahme,
die uns auch von der chronologischen Schwierigkeit befreit,
dass Irenaeus um das Jahr 185 schon die Bücher ad Autol.,
die selbst nur um ein weniges früher geschrieben sein können,
benutzt haben solH^^). Die Art der Verwandtschaft, in wel-
cher Irenaeus und Theophilus an den angeführten Stellen
stehen," ist der Hypothese durchaus günstig, dass Irenaeus nicht
aus den Büchern ad Autol. selbst geschöpft hat. Sie wird aber
ferner gestützt durch Erwägungen über die Benutzung der
Schrift des Theophilus gegen Hermogenes im Abendlande.
Ein Häretiker Namens Hermogenes wird im Abendland von
Tei;tullian erwähnt und ausführlich widerlegt '*^2). Als Tertullian
wider ihn schrieb, war er noch am Leben, und zwar wohnte
er in Carthago selbst, denn Tertullian hat auch sein häusliches
Leben beobachtet. Die einzige Irrlehre, die ihm von Tertullian
Schuld gegeben wird, ist die Behauptung, dass die Welt nicht
aus Nichts von Gott erschaffen, dass somit die Materie ewig sei.
Hippolyt.tin den Philosophumenen (nicht im Syntagma) hat
1. Vni, 17, X, 28 die Lehre des Hermogenes gleichfalls darge-
stellt und zwar in Worten, die von denen Tertullians nicht
unabhängig sein können '*^^).
Philosoph. VlII, 17. Tert. adv. Hermog.
'EQiioytvrjg ös tig ymI amog c. 1. Hermogenis autem do-
vo/^iiGag Ti xatvov q)Qnveiv sfprj ctrina tam novella est ....
480) Der Gedanke ist allerdings hier bei Irenaeus wesentlich anders
ausgeführt, aber die Verwandtschaft ist doch unverkennbar.
481) Die umgekehrte Annahme, dass Theophihis vielmehr den Ire-
naeus benuizt hat, ist aus chronologischen Gründen höchst unwahrschein-
lich. Dagegen kann die Schrift des Theophilus gegen Marcion sehr wohl
schon zwischen 170 und 180 entstanden sein.
482) S. die Schrift adv. Hermog. (geschrieben c. 206) und de praescr.
h. 30. 33. de anima 3. 21. 22. 24. de monog. 16.
483) S. Ztschr. f. d. hißt. Theol. 1874 S. 206 f.
Die Schiift gegen Heriiiogenes. 205
rhv d^eov i^ vXi^g ovyxQovov materia, quae et ipsa semper
Y,(xl ayevvy'icov navta /lenocr^" fuerit, neqiie nata neque facta
Y.£vai. nee initium liabens omnino nee
fiuem, ex qua dominus omnia
postea fecerit.
ccöwaraq yuQ l'%fLv tov O^ihv ... nolens deum ex nihilo
l-iYi ovx €^ ovxwv TU yivofieva univera fecisse.
Tioielv.
Enal de tov d-eov ael -/.vqlov c. 3. adjecit et aliud: deum
"Aal au TtoiriTrjV {cpr^oiv), ti^v semper deum etiam dominum
de vlr^v ael öovXtjp y.al yivo- fuisse, nunquam non deum.
l-iivrjVy ov Tcaaav de'
l^el yag aygicüg Tcal aTazTtog c. 41. Inconditus et incon-
q)€QOfi€vrjv eyioof-irjae TovTqt rr/Ji fusus et turbulentus fuit mate-
Xoyio' öUr]v pfr/T^/of VTCoKaio- riae motus. Sic enim et ollae
/levov ßqdtovGav löcov ixcogioe undique ebuUientis similitudi-
zofTa f-iegog, xal t6 f.isv ex tov nem opponis.
navTog Xaßcüv jj^igwoe, t6 de
uaGsv aTCixTcog cpegeod-ai, xal
To ^ev rjf.iegG}d^ev tovto eivai
ycoGfiov Xeyei, to de aygiov
(.liveLv y.al i'Ai^v xdlelG^^ai
CCKOGflOV,
Die Verwandtschaft liegt auf der Hand, und von vorn-
herein erscheint es wahrscheinlich, dass der Verfasser der Phi-
losophumena, welcher wahrscheinlich eine Schrift Tertullian's
gelesen hat"^^^), hier die Schrift adv. Hermog. ausgeschrieben
hat. Allein in der ganzen langen Streitschrift Tertullian's
kommt nirgendwo eine so verständige, zusammenhängende Be-
schreibung der Lehre des Hermogenes vor, wie wir sie in den
Philosophumenen lesen. Es wird also nichts übrig bleiben, als
anzunehmen, dass Tertullian, obgleich er hier einen carthagi-
niensischen Zeitgenossen bekämpft hat, doch eine ältere Schrift
gegen denselben seiner Bekämpfung zu Grunde gelegt hat.
Das Bild von der „olla undique ebulliens", welches beide brau-
chen, hat Hermogenes allerdings selbst angeführt. Man könnte
also versucht sein, zu glauben, beide gingen vielmehr auf eine
484) S. Ztschr. f. d. hi.st, Theol. 1874 S. 209 f.
296 Die Schriften des Theophilus.
Schrift des Hermogenes zurück. Allein ihre üebereinstimmung
reicht weiter und kann daher durch jene Annahme nicht erklärt
werden. Dazu kommt noch folgendes. Hippolyt bringt auch
eine Darstellung der häretischen Christologie des Hermogenes,
zu welcher sich bei Tertullian schlechterdings keine Parallelen
finden: er soll unter Berufung auf Ps. 18, 5 f. gelehrt haben,
dass Christus bei seiner Himmelfahrt seinen Leib in der Sonne
abgelegt habe. Dieselbe Lehre wird ferner auch, zugleich mit
der Berufung auf Ps, 18, 5 f., in den Eklogen des Clemens
Alexandrinus dem Hermogenes zugeschrieben'*^^). Eine Ver-
gleichung lehrt aber, dass diese nicht die Quelle für Hippolyt
gewesen sein können Mithin ist die Annahme die wahrschein-
lichste, dass alle drei, Clemens, Tertullian und Hippolyt auf
eine gemeinsame Quelle hier zurückgehen: wir kennen aber
nur eine Schrift, die hier in Betracht kommen kann, das ist
die des Theophilus gegen Hermogenes, welche Eusebius er-
wähnt hat*^^). Allerdings ist es sehr auffallend, dass ein Antio-
chener zuerst einen Häretiker bekämpft haben soll, der nachmals
als Carthaginienser von Tertullian widerlegt worden ist. Man hat
daher an zwei verschiedene Hermogenes' gedacht^^"^); allein dann
mtisste schon Hippolyt die Confusion begonnen haben. Es ist
aber auch nicht unerhört, dass christliche Männer um das Jahr
200 aus dem Orient nach Carthago gekommen sind. Man braucht
nur an Praxeas zu erinnern. Für die Identität des antioche-
nischen Hermogenes mit dem carthaginiensischen und für die
485) Eclog. 56 (III p. 474 sq. edid. Dindorf).
486) Ircnaeus erwähnt den Hermogenes nicht. Die späteren Häre-
siologen bringen entweder ganz confuse Nachrichten oder gehen auf Ter-
tuUian und Hippolyt zurück. Von dem letzteren ist Theodoret (h. f. I,
19) abhängig, scheint aber noch über eine zweite Quelle zu verfügen.
Philastrius (h. 54: „Hermogeniani ab Hermogene, qui fuerunt in Africa"),
Augustin (h 41), Praedestinatus (h 41) rechnen den Hermogenes zu den
Patripassianern , was wahrscheinlich die Zusammenstellung mit Praxeas
verschuldet hat. Bei Isidov (h. 30), Paulus (h. 6). Honorius (h. 45) ist die
Lehre des Hermogenes richtig nach Tertullian angegeben.
487) So Mosheim, Comment. de rebus Christ, ante Const. M. p. 453.
Walch, Ketzerhistorie I, 580. Dagegen Böhmer, Hermog. Afric. Sundiae
1832. Uhlhorn in der Realencykl. f. prot. Theol. 2. Aufl. VI S. 43 f.
Ulilhorn hat übrigens den Bericht in den Philosophumena ganz über-
sehen.
Die Schrift gegen Hermogenes. 297
Benutzung der Schrift des Tlieophilus im Abendlande sclieint
aber noch folgendes zu sprechen. Erstlich bemerkt Eusebius, dass
Theophilus in seiner Schrift gegen Hermogenes Zeugnisse aus
der Offenbarung Johannis angeführt habe. Nun aber beruft sich
auch Tertullian in seiner Streitschrift auf Stellen in der Offen-
barung (z. B. c. 34 auf c, 6, 13. 21, 1) zum Beweise dafür, dass
diese Erde und dieser Himmel durch Gottes Gebot untergehen
werde, also von Gott auch geschaffen sei. Für den Satz: „Ce-
terum omne ex nihilo constitisse illa postrcmo divina dispositio
suadebit, quae omnia in nihilum redactura est", liessen sich
gerade aus der Apokalypse besonders schlagende Belege bei-
bringen, und so ist es sehr wohl verständlich, dass Theophilus
in seinem Buche gegen Hermogenes die Apokalypse benutzt
hat. Zweitens ist es bemerkenswerth, dass Theophilus in dem
zweiten Buch adv. Autol. eingehender als irgend ein Apologet
die Lehre widerlegt hat, dass die Materie ewig sei, und be-
stimmter, als irgend ein christlicher Lehrer vor ihm, die Schöpfung
der Welt aus Nichts behauptet. Die Ausführung in H, 4 (s. auch
n, 10 f.) erinnert sehr deutlich an die von Tertullian so breit ent-
wickelten Gedanken. Man wird daher zugestehen müssen, dass,
soweit eine so schmale Ueberlieferung überhaupt Schlüsse zu-
lässt, sie der Annahme günstig ist, dass des Theophilus Schrift
gegen Hermogenes, ebenso wie die gegen Marcion, sehr frühe
schon im Abendlande bekannt gewesen ist. Wahrscheinlich
ist es auch, dass die Bücher gegen Autolycus verhältnissmässig
bald nach ihrem Erscheinen im Abendlande gelesen wurden.
Nicht nur scheint sie bereits Tertullian gekannt zu haben ^^'^j,
sondern auch Novatian ist de trin. 2 von einer Stelle im ersten
Buche ad Autol. abhängig, welches er freilich nicht ausdrück-
lieh citirt hat^'^«).
488) Otto hat 1. c. p. .360 etwa zwei Dutzend Stellen zusammenge-
stellt, wo Tertullian sich mit den Ausführungen in den 11. ad Autol. zu
berühren scheint. Keine der Parallelen ist so schlagend, dass die Annahme
einer Benutzung geboten ist; aber wahrscheinlich ist es allerdings, dass
Tertullian die Bücher ad Autol. gekannt hat.
489) S. I, 3 n. S. Maranus hat zuerst die Abhängigkeit constatirt.
Novatian. Theophilus.
Sive enim iUum dixeris lucem, • El yag (; avxbv einw^ noirjfxa
creaturam ipsius magis quam ipsum avtov ?Jy(o ...
298 ^iö Schriften des Theopliilus.
Es ist somit bemerkenswertli, dass die Sdiriften des Tlieo-
philus im Abendlande frühe bekannt und, wie es scheint, mehr
gelesen worden sind als die Bücher der übrigen Apologeten: Ire-
naeus, Clemens, Tertullian, Hippolyt, Novatian, Lactantius, Hiero-
nymus, Gennadius dürften sie benutzt haben **^^). ilieronymus
aber hat unter dem Namen des (Antiochoner) Theophilus Com-
mentare zu den Evangelien und Proverbien gelesen, deren Echt-
heit ihm — freilich beruft er sich nur auf die Stiiverschieden-
heit — nicht ganz sicher schien. Nach der ep. ad Algas. ist
sogar zu schliessen, dass Theophilus eine Svangelienharmonie
seinen Commentaren zu Grunde gelegt hat. Kein Schriftsteller
hat vor oder nach Hieronymus diese Commentare erwähnt; aber
in einer vaticanischen, lateinischen Handschrift^'*^) besitzen wir
unter dem Namen des Theophilus „Commentariorum in sacra
quattuor evangelia libri quattuor" ^^^). In diesem Werke (p. 315
■—317) findet sich auch die Stelle, welche Hieronymus in der
ep. ad Algas. aus den Commentaren des Theophilus citirt hat.
Dies erweckt ein günstiges Vorurtheil für dasselbe; allein an-
dererseits ist aus vielen Stellen deutlich, dass die Commentare
des Theophilus hier besten Falls in einer lateinischen Umarbeitung
des 5. Jahrhunderts vorliegen. Da Zahn eine besondere Unter-
suchung über diesen Evangeliencommentar bereits angekündigt
hat, so wird hier auf ein Parallelunternehmen verzichtet ^•♦^).
dixeris, ipsum non expresseris; sive
iUum dixeris virtutem, potentiam 6vvccf/iv iav sikw^ svegyEiav aviov
ipsius magis quam ipsum dixeris et Aeyw ...
depromseris ; sive dixeris majesta-
tem, honorem ij)sius magis quam ßaaiXeiav tfiv Etna), öo^av avrov
illum ipsum descripseris. k^yw.
490) Für die „katechetischen Schriften" besitzen wir aber kein
Zeugniss.
491) S. Corp. Apol. VIII p. VII sq.
492) Abgedruckt im Corp. Apolog. VIII p. 278—324.
493) Das Fragment aus dem Commentar eines Theophilus zum Hohen-
lied, auf welches Grabe (1. c. II p. 224) zuerst aufmerksam gemacht hat
(s. auch Corp. Apol. VIII p. 327 sq ), und welches mit den bemcrkens-
werthen Worten beginnt: *E^ iOväiv x6 xaxa oaQxa 6 xvQiog, oicileg. T. IV. p. 484.
17) Auf meine Bitte wurde mir von dem Jiiljliothekar der k. Biblio-
thek zu Bamberg, Dr. Leitschuh, der Codex freundlichst behufs einer
Collationirung mitgetheilt.
. Die Ueberlieferung, 9
selten; hie und da finden sich Randbemerkungen ohne Belang.
Die Schrif'tzüge sind gross und deutlich.
Das Initium der Altercatio lautet in B (Bamberg.): „Tncipit
altercatio legis inter symonem iudeum et theofilum christianum."
Dazu von bedeutend späterer Hand der Zusatz: „quam scripsit
evagrius". Nun beginnt der Text mit den Worten: „Domino
fratri ualerio aelius (aber an dem Worte ist radirt und corri-
girt, die Buchstaben „el" sind von späterer Hand) salutem.
gratissimam tibi referam quaestionem factam nuper sub oculis
nostris, quam tu quoque cum cognoveris, gratanter accipies.
Fuit igitur altercatio legis inter quendam Simonem etc." Der
Schluss: „cuncta beneficia prestantur. tu es qui mihi omnia
donare dignatus es. Tibi sit honor . . . saeculorunou Amen."
B bietet also nicht nur die Einleitung, welche auch C
(Casinen.) giebt, und zeigt uns, dass dieselbe bis auf die vier
Schlussworte vollständig oben mitgetheilt worden ist, sondern
er enthält dazu noch eine Widmung an einen gewissen Valerius.
Leider aber ist der ursprüngliche Name des Autors nicht mehr
zu ermitteln; denn erst eine spätere Hand hat ihn zu „Aelius*'
gestaltet. Ob die Widmung (B) und die Einleitung (BC) ur-
sprünglich sind, oder ob sie nach V (Vindocin.) vielmehr als
Zusätze zu gelten haben, kann hier noch nicht entschieden
werden. Beachtenswerth ist, dass C, sowohl nach dem Initium,
als nach den Schlussworten zu schliessen, eine Mittelstellung
zwischen B und V einnimmt. Um so mehr ist es zu bedauern,
dass wir von C noch keine nähere Kenntniss besitzen.
Die üeberlieferung der Altercatio in B und V ist nämlich
eine sehr verschiedene. Allem zuvor ist zu constatiren, dass
wir erst durch B einen vollständigen Text der Schrift erhalten,
dass V also grosse Lücken aufweist. Diese Lücken sind zum
Theil durch Fahrlässigkeit des Abschreibers entstandene^),
18) So ißt z.B. in V die 3, Antwort des Theoi^hiliis gleich an die
2. Frage des Simon angeschlossen und das Dazwischenliegende wegge-
lassen. Dadurch ist der Eingang sinnlos geworden. Der Jude fragt: „Quem
colis"? und der Christ antwortet: ,Sane si dicimus, et audenter proba-
mus"*. Die offenbare Lücke hier wird von B in zufriedenstellender Weise
ergänzt. Femer hat V am Schluss (Marteue p. 16 Z. 14 v. u.) die Schluss-
woiie der Rede des Simon weggelassen und nicht angegeben, dass Theo-
10 r)ip Mtercatio Simonis et Theophili.
zum Theil augenscheinlich absichtliche. Der Schreiber hat
nämlich nach Gutdünken an den biblischen Citaten gekürzt
und namentlich im letzten Drittel der Schrift solche auch hie
und da ganz weggelassen. Dass B in diesen Fällen in der
Regel das Ursprüngliche bietet und nicht etwa interpolirt ist,
lässt sich an drei Beispielen besonders deutlich zeigen. P. 6
Z. 28 (bei Martene) wird Ps. 2, 1 citirt, während B die ersten
9 Verse giebt. Auf diese aber kommt es im Zusammenhange
an; der erste Vers ist an sich belanglos für das. was Theophilus
beweisen will. P. 15 Z. 1 (bei Martene) sagt der Jude, der
72. Psalm, der ihm von Theophilus vorgehalten worden
sei, beziehe sich auf Salomon. In V ist aber der 72. Psalm
vorher gar nicht citirt gewesen, dagegen wohl nach dem Texte
wie ihn B bietet. Endlich p. 11 Z. 16 v. u. (bei Martene) steht
nach einem Citate aus Psalm 22: „et cetera quae tribus sequei.-
tibus versibus dicuntur"; in B sind aber die Verse selbst ange-
führt. Diese und ähnliche Fälle zeigen, dass in V ein will-
kürlich verstümmelter Text vorliegt; Eine ganze Reihe von
Schwierigkeiten, welche sich bei genauerer Durcharbeitung des
Martene'schen Textes für den Verfasser ergaben, waren mit
einem Schlage durch B beseitigt, an dessen Vollständigkeit
nicht gezweifelt werden kann ^'■^).
Aber auch abgesehen von den verstümmelten Abschnitten
in V ist die Verschiedenheit von V und B eine sehr grosse,
die Zahl der gemeinsamen Fehler eine sehr geringe. Eine sorg-
faltige Conservirung des Textes hat augenscheinlich nicht statt-
gefiinden, und die Abschreiber müssen mit grosser Freiheit ge-
waltet haben. Man konn fast sagen, dass in B und V zwei
verschiedene Recensionen derselben Schrift vorliegen und mau
höchst muthwillig im Einzelnen verfahren ist. Da wir nun
bisher allein auf diese beiden Handschriften angewiesen sind.
philus -wiederum das Wort ergreift, wodurch ebenfalls ein Unsinn ent-
standen ist.
19) Mindestens an einer Stelle bin ich geneigt anzunehmen, dass in B
eine Glosse in den Text gekommen ist P. 16, 2 (hei Martene) hat ß nach
Erwähnung der siebentägigen Belagerung von Jericho noch au 11 Macc.
15 für die Nichtigkeit des Sabbathgcbotes in seinem wörtHchen Verstände»
erinnert. Die Gründe, wosslmlb dieses Cit:vt schwerlich dem Verfasser an-
gehört, werden in § 5 genannt werden.
Die üeb erlief erung. \ 1
so ist es in sehr vielen Fallen unmöglich, eine Entscheidung
zu treffen. Unzweifelhaft hat V an einigen, und zwar nicht
unwichtigen Stellen das Richtige bewahrt. So bietet er gleich
im Eingange „faciam Nazaraeum ludaeum," während B„faciam
natorem ludaeum" giebt; ferner ebenfalls im Eingange: „audi-
torem", wo B ein unerträgliches „adiutorem" liest. Es ist mir
sehr wahrscheinlich, dass in V die relativ ältere Ueberlieferung an-
zuerkennen ist, aber ohne Kenntniss von C lässt sich das nicht
sicher entscheiden. Da uns nun V nicht in der Handschrift,
sondern nur in einem von Fehlern augenscheinlich nicht freien
Drucke vorliegt, so hielt ich es für angezeigt, der Textesrecen-
sion B zu Grunde zu legen. Der im folgenden Abschnitte dar-
gebotene Text beansprucht nicht mehr zu sein als ein durch
V corrigirter Abdruck von ß^O). Ein paar Stellen sind
übrig geblieben, welche auch durch B nicht geheilt erscheinen.
Ich habe in solchen Fällen von der Conjectur nur selten Ge-
brauch gemacht. Im Ganzen hoffe ich, dass die Schrift in dieser
noch immer unvollkommenen Gestalt doch verständlich sein
und eine feste Grundlage für die historische Untersuchung ab-
geben wird. Zu bedauern ist, dass der Text gegen den Schluss
hin unsicherer wird. Der Schluss gerade entMlt besonders in-
teressante Ausführungen.
Sind die nach Martene's Ausgabe veranstalteten Editionen
der Altercatio lediglich werthlose Abdrücke, so hat man sich
doch im 1 8. Jahrhundert um den Verfasser der Schrift bemüht,
und diese Bemühungen verdienen berücksichtigt zu werden.
Es ist oben bemerkt worden, dass die Mauriner den Euagrius,
20) Um den Apparat nicht noch mehi- anschwellen zu lassen, habe
ich orthographische Minutien und andere Kleinigkeiten bei Seite gelassen,
auch die Correcturen in B durchaus nicht vollständig vermerkt und man-
ches stillschweigend verbessert. Ich wollte zunächst nur einen zusammen-
hängenden und einigermassen lesbaren Text geben. Da das Latein des
5. Jahrhunderts, wie bekannt, häufig bereits ein sehr barbarisches gewesen
ist, so habe ich Anstand genommen, gewisse grammatische Unregelmässig-
keiten und syntactische Fehler durchgehends zu verbessern, um nicht den
Autor selbst zu corrigiren. Der Uebersicht wegen und um die Identifici-
rung der Citate zu erleichtern, ist der Text in Capitel eingetheilt und
sind die Fragen des Juden gezählt worden.
12 I^ie Altercatio Simonis et Theophili.
den Verfasser der Altercatio, mit dem unbekannten Verfasser
der libri tres altercationum Zaccbaei Christiani et Apollonii
Philosoph! identificirt haben. Dieses umfangreiche Werk, für
welches es eine üeberlieferungsgeschichte überhaupt nicht giebt
— Niemand hat es im Alterthume citirt — , ist aus inneren
Gründen von d*Achery mit Recht auf den Anfang des 5. Jahr-
hunderts datirt worden. Da es eine viel detaiüirtere Anschau-
ung von dem theologischen Standpunkt u. s. w. seines Verfassers
ermöglicht als die Altercatio, so ist es von Bedeutung zu wissen,
ob die Hypothese der Mauriner begründet ist. Diese haben
sich auf folgende Beobachtungen gestützt ^ i) :
1) In dem Cod, V folge die Altercatio unmittelbar jener
grösseren Schrift und sei mit ihr enge verbunden,
2) der Name „Altercatio" sei beiden Dialogen gemeinsam,
3) die Anlage sei hier und dort dieselbe („eadem in utro-
que opere scribendi ratio, nimirum ad modum dialogi seu
disputationis , in qua gentilis vel ludaeus obiectiones vel diffi-
cultates suas proponit, quas ita explicat ac solvit Christianus,
ut tandem persuadeat et-vincat"),
4) endlich der Stil sei derselbe („turgens et lacertosus").
Von diesen Argumenten kommt nur das vierte und höchstens
noch das erste in Betracht. Allein sie reichen lange nicht aus,
um die Hypothese der Identität der Verfasser auch nur v/ahr-
scheinlich zu machen. Der Stil zeigt allerdings gewisse Aehn-
lichkeiten, aber wenn die Schriften aus derselben Zeit stammen
und vielleicht aus derselben Provincialkirch«, so sind die Aehn-
lichkeiten damit genügend erklärt. Es kommt hinzu, dass die
Altercatio Theophili aus demselben Codex den Maiirinern be-
kannt geworden ist, in welchem sie die Altercatio Zacchaei
lasen. Beide rühren dort wohl Yon demselben Schreiber her,
und viele grobe Barbarismen und Schreibfehler, welche sich in
beiden Tractaten finden, sind gewiss auf Rechnung des Copisten
zu setzen. Sie besonders lassen die Schreibart als eine ähnhche
erscheinen. Dass aber beide Schriften als anonym neben ein-
ander stehen, ist doch eine ganz schwache Stütze fiir die
beliebte Hypothese. Man darf aber ferner sagen: war. wie
Gennadius berichtet, die Altercatio Theophüi zu seiner Zeit, d. h.
21) Thesaur. V p. Isq.
Die Ueberlieferung. 13
etwa zwei Menschenalter nach ihrem Erscheinen, fast in Aller
Händen, sc hätte er selbst doch gewiss erfahren, dass der Verfasser
dieser Schrift zugleich der Autor eines sechsmal umfangreicheren,
viel anspruchsvolleren Werkes sei. Das Schweigen des öenuadins
über die Altercationes Zacchaei fällt sehr in das Gewicht. Die
von den Maurinem angeführten Gründe verschlagen also gar
nichts, und auch die Beobachtung, welche sie übersehen haben,
dass nämlich die beiden Schriften sich inhaltlich zweimal be-
rühren, kann die Identität der Verfasser nicht erweisen. Die
Unmöglichkeit dieser Hypothese soll natürKch nicht behauptet
werden, sondern nur ihre völlige ünzuverlässigkeit.
Dennoch ist die Hypothese wie eine ausgemachte Sache
behandelt worden. Nicht nur de la Barre in der neuen Aus-
gabe des Spicilegiums von d'Achery hat sie als solche genom-
men, sondern auch Wolf 22), Fabricius^^), Gailandi^*),
Ceillier^ö) u. A. haben beigestimmt. Soweit im 19. Jahr-
hundert das Andenken an die Altercatio nicht überhaupt er-
loschen ist, gilt die Hypothese der Mauriner^^).
Ceillier hat dieselbe mit einer anderen, von ihm aufge-
stellten und schliesslich gleichfalls für sicher ausgegebenen
verknüpft. „Nos Gaules", beginnt er seinen Artikel über
Euagrius, den Priester und Schüler des h. Martin, in der Hist.
litter., „ont leur Evagre, comme la Syrie et le Pont ont eu
les leurs, et dans le meme temps, c'est-ä-dire, ä la fin du IV.
siecle et au commencement du V. L'Evagre des Gaules etoit
im pretre, qui avoit ete Moine sous S. Martin de Tours".
Ceillier meint jenen Euagrius, der in den Dialogen des Sulpicins
(III, 1, 4; 2, 8) — und nur in diesen — erwähnt wird, und von
dem man nichts anderes weiss, als dass er Mönch, Priester und
Schüler des h. Martin gewesen ist. Die Gründe, durch welche
Ceillier die Identität der beiden Euagrii feststellen will, sind
darum höchst vage. Er sagt: i) der Verfasser der Altercatio
22) Bib]. Hebr. Ill p. 1141 num. 2173.
23) Bibl. med. Lat. II p. 350 edit. Hamb.
24) L. c. IX p. XVTI.
25) Eist, generale XIII (1747) p. rj67sq. Hist, litter. de la France II
p. llOsq.
20) S. auch Trävers Smith im Dictioiiary of Christian Biography
II p. 423.
14 jDiß Altercatio Simonis et Theophili.
sei ein lateinischer Schriftsteller, zugleich Priester und Mönch.
Allein das letztere ist nur dann anzunehmen, wenn der Verf.
der Altercatio Theophili auch der der Altercatio Zacchaei wäre.
Aus jener Schrift dagegen folgt durchaus nicht, dass ihr Ver-
fasser Priester 2'), noch weniger, dass er Mönch gewesen ist.
2) Die Zeitbestimmung für Beide zeige die Identität. Allerdings
verbietet die Chronologie die Annahme der Identität nicht, aber
bei der Häufigkeit des Namens Euagrius ist jedes positive Ur-
tlieil von der Chronologie aus gänzlich unsicher. 3) Das Werk,
welches Gennadius meine, stamme höchst wahrscheinhch von
einem gallischen Euagrius, da die Bemerkung, es sei fast
Allen bekannt, sich doch zunächst auf Gallien beziehe, wo
Cennadius selbst gelebt habe; 4) die Form des Dialogs passe
besonders gut für den Schüler des h. Martin, Euagrius, „qui
avoit sous les yeux l'exemple tout recent de S. Severe Sulpice,
son condisciple et son böte, qui venoit de pubHer ses dia-
logues pour suppleer ä ce qu'il avoit d^ja ecrit sur la vie de
S. Martin."
Alle diese Gründe beweisen höchstens, dass der Mönch
Euagrius des Sulpicius mit unserem Verfasser identisch sein
kann, resp. dass wir keinen zweiten Euagrius kennen, der so
gut als der Verfasser der Altercatio gelten darf wie der Schüler
des h. Martin. Aber mehr lässt sich nicht sagen. Von irgend
welcher Wahrscheinlichkeit, dass der Schüler des h. Martin der
Verfasser der Altercatio sei, kann nicht die Rede sein; nur an
dem gallischen Ursprung des Dialogs wird man festhalten dür-
fen 2*^). Ein Zweifel, ob die uns erhaltene Schrift mit der von
Gennadius angeführten wirklich identisch sei, ist durch nichts
gerechtfertigt. Innere Gründe zeigen, dass die von den Mauri-
nern veröffentlichte Altercatio nicht vor dem Anfang des 5. Jahr-
hunderts abgefasst sein kann^"); ein Indicium aber, dass sie
nach dem Jahre 450 entstanden sein müsse, ist nicht vorhan-
27) C ei liier (p. 122) schliesst dies freüich aus dem Umstände, dass
Theophilus den Simon tauft. Aber es wird sich zeigen, dass dieser Schluss
kein sicherer ist.
28) Ceillier spricht von dem hohen Alter des Vindocinensis; aber
eine Altersbestimmung hat weder er noch Märten e gegeben.
29) Genannt sei der wichtigste: es wird bereite als kirchliche Lehre
behauptet (c. 4, 15) dass Maria clauso utero geboren habe.
Der Text. 15
den'^^). Wir haben also ii] der uns vorliegenden Aliercatio
Theophili die Schrift eines Abendländers, wahrscheinlich eines
Galliers, zu erkennen, die + 430 abgefasst ist und sich um das
Jtihr 500 nach dem Zeugniss des Gennadius und Marcellinus
grosser Verbreitung erfreute.
Dieses Ergebniss ist an sich nicht geeignet, ein besonderes
Interesse für das Schriftstück zu erwecken. Die kirchliche Lite-
ratur des 5. Jahrhunderts liegt uns in einem so grossen Um-
fange vor, dass ein kleiner Dialog aus jener Zeit, der in die
brennenden dogmatischen und kirchenpolitischen Kämpfe durch-
aus nicht eingreift, kein Anrecht auf eine specielle Würdigung
zu haben scheint Die Drucke und die kurze Analyse seines
Inhaltes bei Ceillier dürften seiner Bedeutung genügend ge-
recht geworden sein.
Dem wäre in der That so, wenn sich nicht zeigen Hesse,
dass es mit diesem Dialoge eine besondere Bewandtniss hat.
die ihm ein Recht auf Bevorzugung sichert. In dem folgenden
soll jene nachgewiesen werden. Voran steht eine Recension
des Textes nach BV.
30) Die Vulga.ta ist noch nicht benutzt, vielmehr eine vorhieronymi-
anische Recension der lateinischen Bibelübersetzung.
§ 2. Der Text der Schrift
Altercatio Simonis ludaei et Theophili Christiani.
I, 1. [Domino fratri valerio a . . ins salutem. Gratissimam
tibi referam quaestionem factam nuper sub oculis nostris; quam
tu quoque cum cognoveris, gratanter accipies], Fuit igitur alter-
catio legis mter quendam Simonem ludaeum et Theophilum 5
Christianum. ludaeus igitur sie ait: Crucicola, signifer, Christia-
nae legis te prohteris auctorem. Habes et me patientem audi-
1. Gennad. Ma.rceliin. . . , Altercatio inter TJieophüum Christianum et
Simonem ludaeum V (i. e. ni fallor Märten e, codice nullum tituluia prae
se ferente). . . . Incipit altercatio legis inter symonem iiideum et theofilum
christianum B, add. B^: quam scripsit evagrius . . . Incijnt liber evagrii
monachi de altercatione st/r/ionis iudei et theophili episcopi alexandrini C. —
2. Domino — salidem B, Bed „aelius" super rasuram, el manu secunda . . ,
desunt in VC. — 2 sq. Gratissimam — accipies 'QG {refero . . nuper factam
C) .... desunt in V. — 7. auctorem V . . . esse doctorem B {doctorem
coniec. Martene). — 7 s, auditorem V . . . adiutorem B.
Iß Die Altercatio Simonis et Theophili.
torem, si modo interrogationibus meis non lenociniis sermoiiiim
aut argmnentis verborum sed legis praesenida conprobes veri-
tatem. Quod si tu me hodie viceris, facito Christianum; aut ego
cum te superavero, faciam Nazaraeum ludaeum.
3 TA.; Non glorietur gibberosus ut rectus.
* 2. Sim,: Quem colis?
Th.: Deum.
3. 8im.: Ego tecum de Christo crucifixo contendo, quem
vos dominum dicitis.
H) Th. : Sane dicimus et audenter probamus, dominum deum esse.
4. Sim.: Saeri venerandique Deuteronomii tox resultaiis
dicit: Vtdete quwiiam ego sum, et ?wn est cdius praeter me deuji.
Et Esaias dicit: Ego primus et ego novissimus ^ et. praeter we
tum est deus.
16 Th.: Sacratissima Christi vox est, quam si tu volueris cog-
noscere, oportet te primum credere et tunc demum poteris in-
tellegere. Esaias enim redarguit te dicens: Nisi credideritisy
nmi intellegetts. Indubitanter igitur deum omnipotentem, invi-
sibilem, inmensum, inconprehensibilem novimus et sciraus et
20colimus, deinceps Christum deum et dei fihum profitemur. Quod
autem dicit: Ego pHmns et ego nooissimus, duos adventus Christi
significat.
5. Sim.: Quid illud quod ait: Praeter me ywti est deus'^^
Th,i Christus deus, dei filius, de se dixit, quia praevidebat
25 antichristum venturum et se deum dicturum. De quo Zacharias
propheta dicit: Ecce suscito pajitoreioi m terra y et quod dejiciet
non denotabit et dtspar,mm nan requiret et contribulatuvi non
salvabit et integrum non eons^ummahit et carnes electorum comedet
\. lenocinio B. — 2, aut Y . . . nee B. — 2. verborum deest in V. —
3. Quod V . . . auf B. — 3. reviceris B. — 4. te cum B. — 4. Nazaraeum
V . . . natorem B. — 5. sicut B. — 7 — 9. desunt in V. — 10. Sane si V. —
lü. dominum deum esse om. V. — 11. Jibri Deuteronomii B. — 12. quoniam
B . . . quod V. — 13. Et om. B. — 16. et om. B. — IS. deum V . . . domi-
num B. — 19. inmensum, inconpreJiensihilem om. V. — 24. et dei V. —
25. et se ex coniect. . . esse B . . . om. V. — 25. deum dtcturum om. V. —
26. suscitabo V. — 26. terram B. — 27. denotabit B . . . visifabit V. —
27. dinparsum B . . . dtspersos V.
12. Deut. 32, 39. — 13. Isa. 44, 6. — 17. laa. 7, 9. ~ 26. Zach. 11,
16. 17.
Der Text. 17
et talos eorum everlef. Et gladius eonivi super brachvmn ews
est et super ocidam dfjferinii ■ipshis; braeldvin ipsius arejiens
arefiet et oculus ipsius dexter obcaecatus ohcoecabitur. Proinde
Christus dicit: E(p lyrhnus et rwvissinius et praeter me non
est detis. 5
(). Sim.: Ergo tu duos deos facis?
Tit.: Deus UHUS est, ex quo Christus et in quo deus, sicut
Abrahae ad ilicem Mambrae tres visi sunt, quibus occurreus uuuni
salutavit dicens: Si mveni gratiam ante ie, accipiam aqumn et
lacentur pedes vestri^ et refrigerate suh arbore. Quod tres sei- 10
licet videbantur ex praescientia diviiiitatis , quod arbor crucis
Christi credentibus tegmen refrigerii praestaret, aequo enim
propheta in psahno LXXXI. dicit; Den^ stetit in sißnagoga deo-
rum^ in medio aatem deos dtscern&ns. Utique de Christo dicit,
qui iu synagogis vestris docuit et virtutes magnas fecit. Proinde 15
in psalmo XLIV. dicit: llironus tuics^ deus, in saecula saeeulo- ■
runiy vaga aequitatis virga regni titi'y dilexisti iustitiam et odisti
iniquitatem, propterea unxit te, deus, deus tmis oleo laetitiae plan
quam participes tuos. Quis deus vel quem deum dixit, ludaee?
ütiqüe deus pater de Christo fiiio suo, pro quo et de quo re-20
ceptissimus prophetarum Hieremias dicit: Hie est deus noster
et non est alius nee aestimabitur absqiie illo, qui invenit viatn
prudentiae et dedit earn Jacob puero suo et Israel dilecto suo.
Post haec in terris visus est et cum Iwmimbus conversatus est.
Item in psalmo XLV. dicit: Vacate et videte, quomam ego sum2o
deus, exaltabor in gvntihus et exaltahor in terra. Et in psalmo
1. talos om. V. — 1. Et om. V. — 1. eorum om. V. — 1. eins B . . .
ipsitis V. — 2. brachiutn ipsius om. V. — 3. obcaecabitur dexter V. — 4. ego
novissimus V (quae seciintur om. V). — 6. deos om. V. — 7. in om. B. —
8. vidit V. — 9. Domine^ si V. — 9. accipe V. — 10. refrigera te V. —
10. arborem istam V, — 10 sq. Quod scilicet Abraham videbat jjraesentiam
dimnitatis V, — 12. tegmen credentibus V. — 12. de quo propheta V. —
13. LXXXI. dicit om. V. •— 14. discernens B , . dliudicat V. — 15. syna-
yoga deoriim V. — 15. magnas om. V. — IG. LXIV, B. — 18. unxit B .. .
benedixit V. — 18. deus prim. om. Y. — 18 sq. prae participibus tuis V. —
19. Qiris deus propterY. — 20. Christum dei f.Uum Y. — 21. est om. V. —
21. noster ora. V. — 22sq. omnem prudentiam V. — 23. eam om. V.
9 Gen. 18, 4. — 13. Ps. 82, 1. — 1«. Ps. 45, 7. S. — 21. Baruck 3,
35—37. -- 25. Ps. 46, 11.
Ttxle tird Untersuch ungon I, 3. 2
18 Die Altercatio Simonis et Theojihili.
LXVIL: Gantate domino, psalUte nomini eius^ üer facite ei, qid
ascendit in occasimi, dominus noitien est Uli. Longum erit, ut
exempla persequar pliira; his paucis veritas conprobatur.
n, 7. Sim.: Recte quidem ad colentes testimoiüa, unito
Sspiritu fatentes, ori tuo consentientes; sed illud volo edisseras
mihi, siciibi in loco deus per sometipsiim deiim Christum
constituit, tunc demiim Christum deum et dei filium credere
cogitabo.
> Th.: Incredule ludaee, iam et de prophetis disputas? accipe
10 tarnen interrogationi tuae responsum. Deus ad Moysen loquitur
dicens: Ecce dedi te deum Pharaoni et Aaron f rater tuus erit
tuus 'projjheta. Pervide, hunc Moysen typum Christi fuisse, gen-
tium incredibihum deum. Quanto magis Christus credentium
est deus? Sicut enim Moyses, populum de Aegypto, de durissima
IsPharaonis Servitute liberavit, ita et Christus populum suum de
idolorum Servitute et de diaboli potestate liberavit.
8. Hirn.: Si ergo Christus deus est et dei fiHus, quomodo
ergo in Genesi scriptum est: In lyrinciido fecit deus caelum et
terram? Poterat utique dixisse: In principio fecit deus pater et
20 deus filius caelum et teiTam.
Th.: Erras, ludaee, nee umquam invenies veritatem, nisi
veritatis intellegas originem. Nam si velles credere, poteris et
in principio eins invenire, quis est Christus, dei filius. Sic enim
in principio, ait, fecit deus caelum et terram, hoc est in Christi
25arbitrio et ad eins voluntatem et ad cuius imaginem hominem
1. XLVIl. B, — 2. super occasiim Y. — 2. fi^t om. V. — 2. erit B . . .
est V. — 3. exemplaria (ex exemplar) B. — 4. accoleiif B (sed c primum
super rasur.). — 5. fatentes V . . . fruentis (ex fruentes) B. — 5. conseti-
tientis B. — 5. illo B'. — 6. milii om. V. — Q. donunum B. — 7. domi-
num B. — 7. credere om, Y. — 10. interrogationihus tuis V. — 11. domi-
num B. — 11. f rater tuus Aaron Y. — 12. propheta fiiusY. — 12. Proi-
vide nunc Y. — 14. enim om. B. — 14, de secujiJum om. V. — 15. libera-
vit om. V. — 15. sie Y. — 15. populum suum B . . . credenfes Y . — 15 sq.
de idolorum Servitute et om, V. — 19. Potucrat Y. — 19. utique om. V. —
19. dicere B. — 19 sq. fecit pater et dei filius Y. — 22. velis Y. — 22. poteros
B2. — 23. principium B. • — 23. qui B, — 24. in principio om. V. — 25.
voluntatem eiüs Y. — 25. imaginem et similitudinem nosiram B,
1. Ps. 68, 5. — 11. Exod. 7, 1. .— IS. Gen. 1, 1.
Der Text 19
lacere dignatiis est; dicit enim: Faciamiis hominem^ et rursus
infra dicit: Fecü deus hominem ad iinaginem et simüitudinem dei;
'mascidum et feminani fecit- eos.
9. Sim.'. Potuit hoc et ad angelos dixisse.
Tit.: Erras, ludaee! Cui umquam angelorum dixit deus: 5
Filius tneus es tu^ ego hodie genui te? Et rursus in psalmo
dicit: Ponam 'principem illum^ excelsum prae omnibus regibus
terrae. Angelis autem iubet, ut Christum adorent. Et iterum
in Cantico Deuteronomii dicit: Laetamini gentes cum eo et
adorent eum omnes angeli dei. 10
10. Sim.: Proba mihi Christum principem esse.
Th.: lam dixi; nunc accipe aliam probationem, si poteris
vel sie credere. Nam cum lesus filius Nave staret trans lor-
danem, vidit virum stantem, et gladius utraque parte acutus in
manu eins. Dixit illi lesus: Noster es aut adversariorum'^ At\h
nie respondit: Ego sum princeps militiae maiestatis domini.
III, 11. Sim.: Et hoc volo mihi edisseras, quomodo est
filius dei Christus; nam et omnes sancti filii dei dicti sunt.
Proinde sicut mihi probasti principem illum esse, proba mihi
nunc illum dei filium ex deo natum. Longe enim remota est 20
divinitas a coitibus humanis nee miscetur conplexui,
Th.: Loqueris quasi ludaeus. Nam Christus deus, dei filius,
primogenitus, verbo editus, ore prolatus. Sicut enim deus in
principio cum hominem e limo terrae faceret, flatum suum in
eundem spiravit, et factus est homo in animam vivam, ita et 25
verbum suum, hoc est Christum, ex utero cordis sui genuit,
sicut in Basilion libro secundo dicit: Et fuit verbum domini ad
Nathan prophetam dicens: Vade et die servo Tneo David: Non
1. dignatus est facere V. — 1 sq. et — hominem om. V. ■ — 4. dlcere B^. —
5. umquam V . . . enim B. — 7. principem ponam V. — - 7. omnibus om.
V. — 8. ut om. V. — 9. Canticum B^Y. — 11. esse principem Y . — 12. ac-
cipe nunc V. — 12. potueris V. — 14. virum vidit V. — 14. acutus erat
B2. — 15. Dicit B. — 15. aut B . , . an Y. — 15 sq. Ät ille respondit om. V.
— 16. sum om. V. — 17. hoc modo B. — 18. dei om V. — 19. mihi om, V.
— 20. illum om. V. — 21. amplexui Y. — 22. deus filius Y. — 23. prolatus,
vulvae incontaminatac iaculatus B. — 24. eum homineyn in principio Y. —
24. fecerat V. — 25. spiraverat Y. — 25. et ita V. — 27. regnorum ß.
1. Gen. 1, 26. 27.-6. Ps. 2, 7. Hebr. 1, 5. -- 7. Ps. 89, 28. — 9. Deut.
.32, 43. — 15. Tos. 5, 13sq. — 18. Ps. 82,6.— 27. II Sam. 7,4. 5. 12—14. 16.
2*
20 I^ie Altercatio Simonis et Theophili.
tu aedificahis mihi doinuin ad mliahitanduiii^ sed cum mpleti
fuertnt dies tut et donniens cum patrihus tuis^ excitabo semen
tuum post tc'j hie aedißcahit domum nomini meo^ et erigam domum
illius usque in saecula^ et cgo ero ilU in patrem,, et ipse mihi
h et'it in filium^ et fides consequetui' domum eius. Item in psalmo
IL dicit: Quare ft-emuerunt gentes et popidi m editat i sunt inania"^.
Ädstiterunt reges terrae et popuii convenerunt in unurti adver sus
doviinum et adcersus Christum, eius. Disrumpamus vincula eorwn
et 2>^'0iciam\is a nobis iugum tpsorum. Qui habitat in caelis in-
\0 ridebit eos et dominus sid)sannabit eos. Tunc loquetur ad eos
in ira sua et in furore sito conturbabit eos. Ego autem consti-
tutus suin rex ab eo super Sion montem sanctiim eius , praedi-
cutis praeceptum domini. Domimis dixit ad me: Filius nieus es
tu, ego hodie genui te. Pete a me et dabo tibi gentes hereditatem
15 tnaviy et posses^ionetn tuam terminos terrae^ reges eos in virga
ferrea et tamquam vas ßguli confringis eos. Item in psalmo
XLIV.: Eructavit cor meum verbum bonum^ dico ego opera tnea
regi. Et Esaias dicit: Consummata^s quidem et breviatas res
audivi] quoniam verbum breviatum faciet deus in omni terra.
20 Hoc est verbum, quod vei'bera nostra sanavit^ de quo in psalmo
GVL dicit: Misit verbutn suum et sanavit eos. Item in alio
psalmo dicens deus testimonium perhibet, per prophetam dicens
quod caelum, de quo supra diximus, de Christo et in Christo,
qui est verbum dei, fecerit: Verbb domini caeli solidati sunt et
l^spiritu oris eius omnis virtus eormn. Hoc est verbuui, quod
velociter muiidum perciicurrit et animas errantium per legem
novam ad deum convertit, de quo in psalmo CXLVI. dicit:
1, habitatidifin V. — 2. tnf ad inhabitandum B. — 2. (t — tuis om.
V. — 2. suscitaboY, — 3 sq. domum illius B . . . thronutn eius V. — 4 sq.
erü mihi V. — 5. fideni conscqnctur et domus eins V. — 5. Item B ... etY.
— 7. Ab Adstitt.i'unt usque 16. confringis eos om. V. — 18. Et om. V.
— 18. consummatur B. — 18. adbretnatas Y. — 20. Hie est verbum, qui
V. — 21. CV. Y. — 21. A dicit usque eos B in marg — 22 sq. psalmo
testimonium perhibet propheta dicens quod V . . . caclmn {2'd)2>(r pritphetayn
dicens B ex dittogr. — 23. de secundum om. Y . — 24. qui V . . . quod
B. — 24. iirmati V. — 25. Hie Y. — 25. est om. B. -- 25. qui V. —
26. percurrit Y. — 27. dominum B. — 27. CXLVII. B, — 27. dicit om. V.
C). Pa. 2, 1—9. — 17. Ps. 45, 2. — 18. Isa. 10,22. 23. - 20. Isa. 53, 4.
21. Ps. 107, 20. — 24. Ps. 33, 6.
Der Text. 21
Qui onittit verhuni suuin terrae, veloclter currit verlmm etv^s. Et
Esaias dicit: Ecce verhmn domiyii factum est Ulis in maledictum^
et nolerunt illml. Nam si velles lohannem proplietam nostrum
audire et prophetico ore clamantem: In principio erat verhum^
et verbuin erat apud deiini, et deus erat verhnm. Hoc erat in 5
priTncipio apud deum. Ounnia per illuiti facta sunt, et sine illo
factum est nihil. Et rursus filius pari genere testimoniuni reddit
patri et nativitatis suae exordia testatur, dicens per Salomonem :
Ego ex ore altissimi prodivi jn-imogenitas ante omnem creatuvam.
Ego in caelis feci^ ut oriretur luinen indeßcipns. Ego in altis 10
Itubitavi. et tlironus tneus in columna nuhis, Vides ergo, Simon,
exeuntibus patribus tuis de Aegypto, quia Christus erat, qui
in columna nubis praecedsbat eos. Item illic in proverbiis eius-
dem: Dominus condidit nie in initio verhörnm suorum, in yrin-
cipio in opera sua, antequam terram faceret et anteqiiam ahyssos 15
constitueret et antequam omnes colles genuit me. Cum pararet
caelos aderam cum illo, et cimi secerneret sedem suam, quando
fortia fadehat fimdamenta terrae, er am simul cum illo dispo^iens.
Ego eram, cui adgaudebat, cottidie autem adlaefabar in faciem
eius^ cum laetaretur orhe perfecto. 20
12. Sim.: Potest hoc pro sapientia dictum esse.
Th.: Erras, ludaee, et velamine ignorantiae sensus tuus
contectus est. Non inmerito sanctissimus Moyses velaminis
tegmine faciem velabat, quod velamen corda vestra contexit.
Accede proinde ad dominum et crede Christum deum, dei filium, 25
et auferetur de sensibus tuis tegmen ignorantiae. Sapientiae
dictum existimas ignorans quoniam Christus est ipse dei virtus
et dei sapientia. Adeo reges vestri, qui per successionem regna-
1. verbum primum B . . . sermo V. — 3. si velles audire om* V. -^
3. prophetam om. B. — 3. prophefam iwstrum loliannem V. — 4. et om.
V. — 4 sq. In V loh. V. 1 « praemissum est v. Ib et v. 2 deest. — 6. illuni
B . . . ipsum V. — 6. factum est V. — 6. i2)so V. — 10. altissimis V. —
11. Simon om. V. — 13. Ulis B. — 14. m primum om. B. — 14. verborum
B . . . viarumY. — 15 sq. faceret et ante omnes colles V. (iiiterposit. om.).
— 16. imtraret V. — 17. caelo ß. — 19. laetabar V. — 20. orbi V. —
21. dixisse V. — 22. veluti velamen V. — 25. crede Christum deum om. V.
— 27. ignoras B. — 27. ipse est V. — 28. Adeo ut B.
1. Ps. 147, 15.— 2. lerem. 6, 10. — 4. loh. 1, 1—3. — 9. Sirach. 24,
3. 4. -- U. Proverb. 8, 22—30.
22 Diß Altercatio Simonis et Theopliili.
bant, non poterant sapientiam et virtutem accipere • nisi per
vocabulum nominis Christi dicerentur. Huius rei auctorein
DaniJielum dabo dicentem: Signabitur visus et prophetia. Orie-
tur iiistitia sempiterna et xingetxir sanctus sanctorutn. Et scics
& et mtellcges ab exitu sermonis in respondcndo, et aedißcabo Hiv-
nisaleni usqiie ad Ckristum reg^tianterriy a deo veniente Christo
Christorum et rege reguin vestrorum; unctio Sarnariae deßciet
cornu illud. De quo reges vestri ungebantur, et omnes pro-
pbetae siluerunt, quia de quo loquebantur venit, sicut Esaias
lOait: Ego sum qui loquebar, et veni, ut evaiigelizem vohis. Proinde,
ut diximus, ipse est Christus Christorum, dominus domin orum.
Auctorem Esaiam dabo dicentem: Sic dicit dominus Christo meo
dondno^ cuius tenui dexterain, ut exaudiant eum gentes: forti-
tudinem regum, disrumpam^ aperiam ante eum portas aereaSj et
Ib civitates non claudentur. Et portas aereas aperiam et vectes
ferreos confringam^ et dabo tibi thesauros occultos. Cui ergo
tenuit dexteram pater nisi Christo filio suo, quem et omnes
gentes exaudiunt, sicut in psalmo dicit: Semper tu mecum tenuisti
manum dexteram meam?- Aut quae civitas illi clausa est? Et
20 cui omnes portae apertae aereae patent? Aut numquid et de
nativitate eins audebit disputare, cum idem propheta dicat:
Factum est verbum domini ad Achaz dicens: Pete tibi signum
a domino deo tuo in profundum aut in excelsv/m. Et dixit Achaz:
Non petain neque tentabo dominum. Et ait: Audite nunc domus
25 David: Non pusillu^n vobis certamen erit cum hominibus; et ideo
2. dicerentur ora. Y. — 4. iustitiae sem^ternae B. — 4 sq. Et scies et in-
telleges Y ... Et Esaias dicit: Et inielleget B. — 5. exitus B. — 5. respon-
dendum B. — 5. aedificat^s B. — 6 sq. ad Christum Christorum et regem
regum vestrorum V. — 7. regem Codd. . . . rege ex coniect. — 8. De quo
B . . . Deinde V. — 10. evangelizarem V. — 10. vohis om. B. — 12. Sic
om. B. — 13. cui tenuit V. — 14. aereas om. V. — 15. Et om. V. — 16. ah-
sconditos V. — 17. suo om. V. — 18. examlieruntY. — 18. Tic mecum sem-
per V. — 20. apertae om. V. — 20. patent, hoc est praecordia singulorum
fide Christi reserataj qui doctrina sua corda et praecordia reseravit B (Scho-
lion, ut vid.). — 21. isdem V. — 21. dicat om. Y. — 22. est om. Y. —
22. inqutt ad Y. — 22. Ächab B. — 23. domino nostro B. — 23. profun-
dum inferni sive in excelsum supra Y. — 23. dicit B. — 24. peto et non Y.
3. Dan. 9, 24. 25. — 10. Isa. 52,6. — 12. Isa. 45, 1—3. — 18. Ps. 73,
23. — 22. Isa. 7 10—14.
Der Text. 23
vos praestahitis certamen cum deo^ quoniam dominus dahit vobis
Signum : Eece virgo in utero concipiet et pariet filium, et vocahitur
nomen ems Emmanuhel^ qtiod interpretaiur Nobiseutn deus.
13. Sim : Ego prophetis credo. Praeterea Esaiam receptis-
simura accipio; sed de alia virgine eum dixisse arbitror. Cum 5
enim Salmajiassar rex Assiriorum ducem suum misisset ad Hieru-
salem exprobrare deum vivum, tunc Esaias prophetavit adversus
Saimanassar regem diceus: >S^rei'2V te et subsannavit te, virgo
ßlia Sion. Caput movit adversus te^ßlia Hierusalem. Quando
angelus de castris Assiriornm centum octoginta milia percussitlO
in hoc fuit nobiscum deus.
21i.: Erras, ludaee, necdum removes incredulitatem. Si
ergo liliam Sion virginem dicis, quem filium peperit? vel quis
butyrum et mel manducavifc? aut quis infans fuit, qui priusquam
cognosceret patrem aut matrem, spolia Samariae detraxit? aut 15
quem filium de semine David habuit? Esaias enim dicit: Eece
virgo in utero accipiet, et pariet filium^ et vocabitur nomen eius
Eminanuhel; buiyfum et mel manducabif, et priusquam cognoscat
puer vocare patrem aut matrem^ accipiet vhtuitm Damasci e
spolia Samariae contra regem Assiriorum., 20
14. Sim.: Enarra ergo mihi ista quid se habeant, ut credere
possim, quid mel aut butyrum intellegitur, aut quae spolia
Samariae Christus acceperit.
Th.: Si removeas incredulitatem, au dies veritatem, ne forte
in te inpleatur illud quod in psaimo scriptum est: Sicut aspides 25
surdae et obturantes aures suas, quae non exaudiunt voces in-
1. cuvi dco edidi . . . om. B . . . cum hominihus V. — 1. dominus
deus V. — 2. in iitcro om. V. — 5. aliam virginem dixisse V. — 7. ex-
prohrare V . . . praedicarc B. — 8. Sprevit V . . . Exprueuit B. — 9. Caput
svum movet adversum V. — 9. Quando etY. — 12. nondum V. — 13. Sion
Htyinem B . . . lerusaUm Y. — 13. vel Y . . . ut B. — 14. manducabit Y.
— 15. ut matrem B. — 16. habuit B . . . aluitY. — 16. dixit Y. — 17. con-
cipiet B2. — 18. comedet Y. — 18. et secund. om. V. — 19. puer om.
V. — 19. m.
2. Isa. 29, 11. 12. — 21. Isa. il, 1. 2. — 25. Num. 22, 28.
Der Text. 25
Th.: Incredulc, saxuin dtius rumpere potuit et aquam in
siccitatem producere, quanto magis deus iubere potuit, ut virgo
partum ederet! Et adhuc tibi aliud ponam testimoniura, si tarnen
credas Baruch Nerei filio, qui in Babylonia prophetavit.
17. Sim,: Ergo me tarn infidclem existimas, ut Baruch dis- 5
cipulura Hieremiae nou recipiam, qui ab Hieremia toties missus
ad populum adlocutus est, qui et proplietiam suam Baruch con-
scribere iussit. Et quia sciebat Hieremias illum prophetaturum,
adeo post Hieremiam popuio praefuit in captivitate et prophe-
tavit, sed de Christo nihil meminit. to
Th.: Quomodo ergo prope finem libri sui de nativitate eius
et de habitu vestis et de passione eius et de resurrectione eius
prophetavit dicens: Hie iinctus meus^ electus meusj vulvae in-
tiontaminatae iaculatus, natus et passus dicitur. Quoniam et
tunicam illius desuper contextam et omnia haec, Simon, sil5
credideris, aut cum veneris in plenitudinem evangeliorum nostro-
rum, inpleta cognosces. Quod autem in Bethleem natus est,
audi Michaeam prophetani dicentem: Et tu Bethleem Inda,
domus Ullas Efratha^ vtoii erls exigua, ut constituaris in milibus
Inda. Ex te enim mihi prodiet^ ut sit princeps in Israel^ et2Q
possessio eius a princi/no et a diebus saeculi.
V, 18. Sim.: Multa quidem iegimus, sed non ita intellegi-
mus; proinde voio per singula quae te interrogo cognoscere
conprobata testimonio veritatis. Praeter ea quia deus cireum-
cisionem celebrari praeeepit, quam primum. patriarchae Abrahae 25
tradidit, quam circumcisionem Christum habuisse superiiis pro-
fessus es, quomodo ergo mihi credere persuades, qui circumci-
sionem prohibes?
1. potuit rumpere V, — 2. skcüateiuB- . . . societatem B^ . . . sitientem
V. — 2. virgo adhunc B, — 3. M oin. V. — 3. dico aliud (om. ponam)
V. — 4. filiitm Y. — 4. Babilonem V. — 5. me infidelem iam V. — 6. to-
ties V. — 7. ad om. V. — 8. sciebat Y . . . sevihat B. — 8. illum
Hieremias B. — 8 sq. prophetaturum^ adeo post Hieremiam ora. Y (pergens:
populum effusum in capitivitatem). — 11. i>rope finem Y . . . probes in B.
— 12. eius piim., de tertium om. Y. — 14. Et quoniam Y. — 15. ui haec
omnia Y. — 16. ita cum B. — 16. pleniiudine Y. — 18. luda om. Y. —
19. exigua non eris Y. — 21. et om. Y. — 23. ita volo B. — 23. te om.
Y. — 25. celebrari om. Y. — 25. Abrahae om. Y. — 27. suades Y.
1. Exod. 17. — 8. lerem. 51, 59sq. 36, 48q. — 13. ?— 18. Mich. 5, 2.
26 T^ie Alteicatio Simonis et TlieoiDliili.
Th.: Circumcidere carnem proliibemus, circumcisos autem
credere libenter liabemus. Abraham euini, priusquam circiim-
cideretur, amicus dei effectus est per fidem, et iustitiam adeptus
est per fidem, non per circumcisionem. Sic enim dicit: Qum
f) patrein multarum gentium posui te ante dominum, quia. credi-
disti. Proinde dicit: Credidit Abraham deo, et deptitatum est ei
ad iustitiam.. Hoc enim, priusquam circumcideretur, audivit, et
postea circumcisionem accepit, ostenden s duos populos ad fidem
Christi venturos, unum ex circumcisione et unum ex praeputio
lOventurum. Nam si Christus circumcisus non fuisset, quomodo
mihi hodie crederes aut prophetis, quod ex semine David ve-
niret? Circumcisio enim signum est generis, non sahitis.
19. Sini.: Ergo quomodo filium Moysi, cum esset in prae-
putio, angelus suffocabat, nisi Seö'ora, mater eins, accepto calculo
1 5 circumcidisset puerum? et cum sanguis immineret, orabat dicens:
Stet sanguis circumcisionis pueri,
Th.: Contra te loqueris, ludaee, nam et superius tibi
ostendi, quomodo Moyses typum Christi fuit, et omnia quae-
cunque fecit, in imagine Christi praecurrebat. Nam Seffora
20 mulier, quae puerum circumcidit, sinagoga inteilegitur. Quod
autem dicitur: Stet sanguis circumcisionis pueri ^ hoc est, quod
adveniente Christo restitit circumcisio puerorum ; adeo deus ad
Moysen sie ait: Aedifica mihi altare de lapidihus non circum-
cisis, sed et ferrum non inities in eis, quod scilicet adveniens
25 Christus ecclesiam aedificaturus erat de pox)ulo incircumciso.
20. Sim.: Proba mihi Christum neminem circumcidisse.
Th.: Crede, et ipse tibi probabis, cum coeperis plenitudinem
evangehorum revolvere; ibi invenies Matthaeum apostolum publi-
canum et Zacchaeum principem publicanorum et multos inve-
2. enim credlmus B . . . enim qui \ ... enim ego. — 2 sq. circum-
cisus esset V. — 3. per fidem om. V. — 4. Quia om. V. — 5. posui B . . .
constitui V. — 5. dominum B . . . deutn V. — 5. quia V . . . cui B. - -
6. reputatumY. — M). venturum om. V. — 13. filiusB. — 15. puernnt om.
V. — 15. oravit V. — 17. nam om. V. — IS. ostendi om. V. — 18. quo-
modo B . . . qnod V. — 18. ti/pum Codd. — 18. fuit Christi V. — IS. et
om. V. — 21 sq. Ab Jwc est usque puerorum om. V. — 22 sq. in Moyscin V.
— 23. ait B . . . dicit V. — 24. sed om. V. — 28 sq. xmhlicanorum B.
4. Gen. 17, 5. — G. Gen. 15, 6. — 16. Exod. 4, 25. — 23. Exod.
20, 25.
Der Text. 27
nies incircumcisos, qui cum ludaeis crediderunt. Nam sicut
sacrificia et hostiae tauronim et liircorum et arietum et agno-
rum iussa inmolabantur et proliibita siiblata sunt, et populus
minor, id est noster, maiori populo praelatus, et testamentum
novum veteri praepositum, ita et circumcisionem iam non carnis 5
sed cordis celebrare deus praecepit. Dicit enim deus adßebeccam
in Genesi: Duae gentesin utero tuo sunt et duo popuU de venire
tuo dicidentur ^ et populus populum superahit et maior sermet
minori. Et in Deuteronomio dicit: Eritis gentes in caput, in-
credulus autein populus in cauda. Et lacob benedicens Efremio
et Manassem, inmutans manum, dexteram minori superponens,
inmutationem creaturae demonstrabat. Pro testamento autem
novo sie dicit Esaias: Ecce facto nova^ quae nunc orientur^ et
ponam in deserto flumina, hoc est in ecclesia evangelia. Et
Hieremias dicit: Ecc^ dies veniunt^ dicit dominus^ et conswmmaho \h
domunt Israhel et domum luda testamentum novum, non tale
testamentum^ quod disposui patribus vestris in die qua eduxi
eos de terra Äegypti. Audi nunc de circumcisione lator legis
Moyses quid dicit: In novissimis diehus circumcidet deus cor
tuum et cor seminls ad dominum deum tuum amandum. Et 20
Hieremias dicit: Viri luda et qui inhabitatis Hierusalem, reno-
vate inter vos novitatem et ne semioiaveritis in spinis. Circwm-
cidimini deo vestro et circumcidite praeputium cordis vestriy ne
exeat ira mea et exurat^ et non sit^ qui extinguat. Et ad lesum
Nave dicit deus: Fac tibi gladios petrinos et nimis acutos etih
sede secundo et circumcide filios Israhel. Numquid tunc ferrum
non erat? Sed dqus ad lesum Christum nostrum loquebatur,
1. sicut B . . . 8i saeculi V. — 2. et prim. ora. V. — 2. hostias B. —
2. et hircorum om. V. — 3 sq. populum minorem id est nostrum B.. —
4. populo om. Y. — 6, deus prim. om. V. — 6. einm om Y. — 11. manus
Y. — 13. novissimo Y. — 15. venient B2. — 18. leyislator Y. — 19. quid
om. B, — 19. deus B . . . dominus Y. — 2!). amandum ^ ... ad manda-
tiim Y. — 21. ait Y. — 21. habifatis Y. — 22. inter vos B . . . vobis Y.
— 22. novitatem B . . . novale Y. — 22. et noUte serere super spinas Y. —
22 sq. Circumcidimini deo vestro om. B. — 23. praeputia Y. — 24. mea om.
Y. — 24. Et om. B. — 25. dixit B. — 25. et prim. om. Y. — 25 sq. et sede
secundo om. Y. — 26. circumcide secundo Y. — 27. non erat B . . . deerat
Y. — 27. ad dominum nostrum I. Chr. Y.
7. Gen. 25, 23. — 9. Deut. 28, 44. - 10. Gen. 4S, 14. — 13. Isa. 43, 19. —
15. lerem. 31, 31. 32. — 19. Deut. 30, 6. — 21. lerem. 4, 3. 4. — 25. los. 5, 2.
28 I^ie Altercatio Simonis et Theophili.
quod per apostolum sunm spiritaliter corcla circumciderit; adeo
apöstolus noster Simon dictiis est et postea Petrus nomen
.iccepit.
21. Sem.: Manifestam quidem mihi probatioiiem per scripta-
5 ras ostendisti, sed circumcisio cordis quae esse potent? aut quod
praeputium de corde circumcidendum est?
Th.: Omnis concupiscentia libidinis de corde concipitur,
proin de circumcisio novi testamenti talis est, quam deus Christus,
filius dei, ostendit, ut circamcidämus nos libidinem, avaritiam,
lOmalitiam, cupiditatem, furta, fraudes, fornicationem, et omne
quod tibi non vis fieri, alii ne feceris. Haec est circumcisio
Christian orum, quam et primi sanctorum habuerunt, scilicet
Enoch, Noe, lob et Melchisedech, qui non carnis sed circum-
cisionem cordis habuerunt. Potuerat autem deus, si vellet, Adam
15 circumcisum formare.
VI. 22. Sim.: Aestuo vehementi cogitatione potuisse Chri-
stum tarn maledictam et ludibriosam sustinere passionem, si
tarnen vera sunt, quae dicitis, a patribus nostris crucis patibulo
eum esse suffixum. Seimus plane Aman maledictum a patribus
20 nostris pro merito suo esse crucifixum, qui genus nostrum pe-
tierat in perditionem, in cuius mortem peracta revoluto anno
gratulamur et sollemnia votorum festa celebramus, quae a
patribus tradita accepimus, et Abessalon, qui ad caedem patris
patricida fuit, pependisse illum in arbore legimus. Christus
25 autem si patibulum mortis huius sustinuit et in cruce pependit,
cur non hoc ipsum a patribus nostris accepimus nee passum in
1. apostolos suosY. — 1. circumcideret B. — 2. est om. V. — 4 sq. mani-
festa sunt quae mihi osttmUsti V. — 5. sed B . . . e^ V. — 5. aut B . . . cf
V. — 7. libidinis ^ ... et libido V. — 7. de om. V. — 7. concipitur Y ...
concupiscitnr B. — 8. deus et V. — 9. filius cius B^Y. — 9. ut om. V. —
9 nos om. V. — 10. fornicationcs V. — 11. fieri non vis, alio non feceris
V. — 13. Noe, lob \ ... et lob B. -~ 13. et om. B. — 13 sq. cordts dr-
cumcisionem V. — 11. Poierat B-. — 14. autem om. V. — 14. si veUct om. V.
— 16. Exaestuo Y. — IG. potui^ise om. Y. — 17. sustinuisse Y. — 18. nostris
om, Y. — 18. patibulum Codd. — 19. cum om. B. — 19. plane om. V. —
20. crucifixum B . . . suspensum Y. — 21. mortcY. — 21. peracta revoluto
[annoJY ...perevoluto annoB^. — 22. ctom.Y. — 22. fäctaB. — 22 sq. quod ..
fraditum Y. — 23. patris om. Y. — 24. illum om. Y. — 26. nostris om. B.
19. Esther 7. — 23. 11 Sam. 18.
Der Text. 29
scripturis nostris iuvenimns, ut, utsi inimicus genti nostrae
esset, gaiideremus ? Erubescere pofceris, Theophile, si hoc dictum
minime comprobaveris. Nam scriptum est in Deuteronomio:
Maledictus oranis qui pendat in Ugno.
Th.: Primo huius dicti accipe rationem. Recole superius 5
Deuteronomii lectionem, de quibus dictum est. Sic enim ait
Moyses: Si quis peccaverit in iitdicimn infiortis^ puniatur exemplo,
sitspendetis eum in lifpio; et maledictus erit omnis qui pepen-
derit in ligno. Sed hoc pro peccatore dixit, qui mortale pecca-
tum admiserit. Christus autem peccatum non habuit, sicutlO
omnes prophetae testantur; sed pati necesse habuit, ut scripturae
iiiplerentur. Dicit enim Esaias: Quia peccatum non fecit nee
dolus inventus est in ore eins; sed doinimis tradidit illwm pi'o
peccatis nosiris. Et alibi dixisse prophetam ostendimus: Ecce
verbum do mini factum est Ulis in maledictumy et noluerunt illud.lb
Et iterum dicit: Inter maledictos deptitatus est. Audi et in la-
mentatione Hieremiam dicentem: Christus dominus conptrehensus
est in interitum eorum^ sub cuius umhra vivimus inter g&ates.
Seimus autem sanctissimum David plenum annis in pace requie-
visse nee aliquam passionem mortis aut crucis sustinuisse. Audi 20
ergo in psalmo XXI. dicentem Christum: Effoderunt manus
meas et pedes meos^ dinumeraverunt omnia ossa mea, Ipsi autem
consideraverunt et conspexerunt me^ diviserunt sibi vestimentum
meum et super vestem meam miserunt sortem. Tu autem ^ do-
mine, ne longe facias auxilium tuum, in defensione7n meam a^pice, 25
1. w^ s« B . . . ut Stent Y . . . t(t utsi edidi. — Isq. inimicum genti nostrae
gauderetnus affectum V. — 4. omnis B . . . homo V. — 5. Primum V. —
7. puniatur exemplo V . . . xmniuntiir B. — 8 sq. et omnis qui pendet in
UgnOf maledictus erit V. — IK pro B . . . r?« V. — 'J. dixit B . . . didt V.
— 10. admiserit B . . . fecit V. — 10. liahuit B . . . fecii V. — 11 sq. scriptura
impleretur V. — 13. inventus est dolus V. — 13. illum B . . . eum V. —
14. iiV B . . . nam V. — 14. prophetam. dixisse V.' — 15. ülu7n B. — 16.
maledicos reputatusY, — 16 sq. Hieremiam in lamentationeY. — 17. Hic'
rusalem B. — 17. Spiritus vultus nostri Christus V. — 18. eoriim B . . .
genfis nostrae V. — 19 sq. quievisse V. — 21. Foderunt Y. — 22. vero V.
— 23. et vidervnt me V. — 23 sq. vesiimenta mea V. — 25. elongaveris V. —
'2b. in B ... ad Y. — 25. conspice Y.
4. Deut. 21, 13. — 7. Deut. 21, 22. 23. — 12. Isa. 53, 9. 6. — 14.
lerem. 6, lü. — IC. Tsa. 53, 12. — 17. Thren. 4, 20. — 21. Ps. 22, 17—23.
30 I^iG Altercatio Simonis et Theophili.
lihera de, gladio animaTn meam, et de momu cams umcam meam :
salvum me fac de ore leonis et a cornibus unicornmni huinili-
tatem Tueam.: narraho nomen tuum fratribus tneis, in tnedio eccle-
siae laudaho te. Item apud Esaiam: K.rpaiuU manus meas ad.
hplehem non credentein^ sed et contradicentein inihi^ qid amhulahant
vias non honas^ sed post peccata sua. Item apud Hieremiam:
Venite mittamus Ugnuyn in panem eius et eradiccnius a terra
vitam eius. Item in Deuteronomio: Et erit vita tua petidens
ante ocidos tuos^ et tiinehis die ac nocte et 7ion credes vitae tuae.
10 Item in psalmo CXVIIL: Conßge clavis a tlmore tuo carnes
9neas. Item in psalmo CXL.: Dirigafur oratio mea sicut incensuin
in conspectuL tuo et elevatio maauum meariim sacrificiimi vesper-
timim. Item apud Zachariam: Et intuehantur in me, in quem
transfixerunt. Item in psalmo LXXXVIL: Exelamavi ad fe,
lödo^nine^ tota die extendi manus m.eas ad te. Item in Numeris:
Nunc qua^i homo deus suspenditur et sicut filius Iwminis minas
patitur. Et in Canticis Canticorum ex persona ecclesiae dicit:
Frater nieus candidus et rubens et lanceo. conpunctus a militibus.
Qui candor quid aliud quam fidem populi demonstrat? Rubeum
20autem passionem significat. Ad hoc venit in primo adventu
suo, ut omnem humilitatem et deformitatem usque ad mortem
crucis ostentaret. Audi denique in psalmo XXI. quid dicat:
Ego autem sum v^rmis et non homo, opprobrium hominum et
abiectio plebis. Omnes qui conspiciebant me, deridebant me,
2hlocuti sunt labiis et moverunt caput. Item illic: Exaruit velut
Isqq. A libera usque ad laudaho te (v. 4) om. V, pergens: et cetera
quae trihus sequentibus versibus dicuntur. — 4. apud B . . . per V. — 5. sed
om. V. — 5. mihi om. V. — 5. amhulahant B . . . ambulat Y. — 7.
eradamus a V. — 8. pendcns vita tua V. — 10 sq. A Item in usque ad
meas (v. U) om. V. — 11 sq. A Dirigatur usque ad tuo et (v. 12) om. V.
— 13. in utrumque om. V. — 15. expandi V. — 15. ad te manus meos
V. — 16. Ifunc om. V. — 16. e^ B . . . neque V. — 18. rubicundus V. —
18. et secund. om. V. — 19. Qui edidi ... quod B^ (eras. B2) .. quae
V. — 19 sq. Roheum autem B . . . rubor enim V. — 2U. Ad hoc venit in B
. . . In hoc enim V. — 21 sq. mortem crucis ostentaret B . . . mortem suMtinerct
V. — 22. quid dicat om. B. — 24. qtii conspiciebant B . . . videntes V. —
24. deriserunt V. — 25. Aruit tamquam V.
4. Isa. 65, 2. — 6. lerem. 11, 19. — 8. Deut. 28, 60. — 10. Ps. 119,
120. — 11. Ps. 141, 2. — 13. Zach. 12, 10. — 14. Ps. 88, 10. — 16. Num.
23, 19. — 18. Cant. 5, 10. — 23. Ps. 22, 7. 8. — 25. Ps. 22, 1«.
Der Text. 31
testa virtiis weuj et Uwjv.a Ttiea adhaesit fancihus nieiSy et in
■pulverem mortis dediixisti me. Item in psalmo LXVIIL: Placehit
domino siipar vitidtmi novellum coniua producenteTii et ungulas.
Quid dicis, ludaee, numquid David cornutus fuit? Age nunc
intellege botrum illum in Numeris, quem de terra repromissionis 5
in palanga duo vectaiites reportabant; quod utique figura fuit
Christi pendentis in ligno, adveniente de terra repromissionis,
id est de Maria, quae ex genere terreno fuit. Subvectantes
autem palangam duorum populorum figuram ostendebant: unum
priorem, scilicet vestrum terga A^ersum Christo dantem, aliumio
vero posteriorem, botrum respicientem, scilicet noster populus
intellegitur.
23. St,)i.: Quid de malagranatis dicturus es, quae ad Moysen
adlata sunt et cum eodem botro.
Th.: Rectissime malagranata botrum secuta sunt. -Figura 15
scilicet ecclesiae fuit habens intra se populum rubeo sanguinis
Christi censitum.
24. Sim.: Quid de iiculneis dicturus es, vel quibus argu-
mentis tractatibus tuis probabis ficum peccatum non esse, cum,
quando protopiastus Adam in transgressione fuit , folia ficus 20
pudenda contexit, quod fuit prurigo et amaritudo peccati?
Th.: Supra cutem istam intellegis, ludaee, nam arbor ficus
et tegmen foliarum veteris hominis figura intellegitur. Nam
si velles spiritalem hominem considerare, hoc est interiorem,
pomum de ficulneis ad Moysen de terra repromissionis adlatum 25
invenies spiritalem vitam, sicut Ezechiae regi ludaeae post
augmentum vitae suae potissimum medicinae massa ficus in
«
2. me om. V. — 2. in psalmo LXVIIL B . . . ülic V. — 2 sq. Placebo
domino V. — 3. procudentem B. — 4. erat V. — 5. botrum B . . . racemum
V. — 5. In terra V. — 6. in jmlanga om. V. — 6. vectentes V. — 7. ad-
veniens V. — 9. -phalanguam Y. — 11. botrum B . . . racemum V (hie et
in al. loc.). — 1 3. malagranatis edidi . . . malagranatas B . . . malagranata
V. — 14. et om. V. — 16. rubore V. — 17. censetum B. — 20. transgres-
sionem B. — 20. fuit B^ (evanuit ßi) . . . sua V. — 21. contexit pudenda V. —
22 sq. arborem ficus et foliarum tegmen V . ., . arbor ficus et tegumenta
foliarum B. — 26. spiritalem vitam B [at ante spirit, add. B^) . , . spiri-
taliter V. — 26. ludae V. — 27. potissimum medicinae om. V. — 27. fici V.
2. Ps. 69, 32. — 5. Num. 13, 24sq.
32 I^ie Altercatio Simonis et Theophili.
Sanitätern cariiis suae fuisset; suffecerat enim deo dixisse: Ad-
diti sunt tibi ad tem^iis vitae tuae anni XV. Adiiiii^it dicens:
Accipe tibi massarti ßcus veter em, et catapla.s'niare j et somabenSy
ut scilicet confractus inpetu libidinis sanitatem recipias. Rever-
5 tamur nunc ad liumilitatem primi adventiis Christi, de qua
agebamus. Audi Esaiam proplietam: Deusy (jvis credidit auditui
nostrOf et brachiurn doviini cui revelatum esti- Adriuntiavirnus
de eo; sicut puer infans non est species eiiis neqiie Ivonor, e*
vidimus euinj et non liabuit speciem neqae decorem: homo in plaga
10 constitutus et scie'iis ferre mfirndtatem , (pxia aversa est facies
eiuSy deprcciatus est nee conputatus est. Hie peccata nostra por-
tavit et pro nobis in doloribus est. Ipse autem quod male tractatus
est, sicut Ovis ad victiinani ductus est et sicut afpius coram ton-
dentei se niutus^ sie non aperuit os suum; in laimilitate iudicium
15 eins s^iblatuni est, nativitatetn autem eius quis enarrabit'i- quioj
tollitur a terra vita eiuSj a facinoribus populi mei adxluctus est
in mortem^ et non dabo malignos pro sepulfura eias, quia pecca-
tuni non fecit nee dolus inventus est in ore eias', sed dominus
tradidit euni pro peccatis nx)strisy et inter iniquos deputatus est.
20 Item illic de humilitate primi adventus eins testatur dicens:
Pos^ui dorsum 7neum ad ßayella^ maxillas autem mea^ ad polmas,
fadem autem meam non averti a foeditate sputorum^ et fuit do-
minus adiutor mens. Et Hieremias dicit: Ego sicut ocis ad
1. satiitateB. — 1. fui.9set ego (textum conniptum vix sanavi) . . . ac-
cepisset B . . . accepisse V. — 1 sq. A suffecerat usque ad anni XV. om. V.
— 2. Ädiungens et dicens V. — 3. veterem B . . . terrae V. — 4. con-
fracfus hipetu B . . . confraciis impietatihus V. — 5. humüitatem Cliristi
et achcntiis eius V. — 5. (jcoY. — 6. audies Isaiani dicentem V. — 6. Dens
B . . . Domine Y. — 7. Adnantiahimns B. — 8. ^)'«rr om. V. — '8. est
om. V. — 8. elus "B ... ei V. — 8. honor B . . . öccor V. — 9. habehat
V. — 9. sq. plaga positns et qui seit inßrmitales suslintrt V. — 10. adversata
V. — 11. dipreriato V. — 11. cowputata sine est V. — 12 sq. Ab Ij^se usque
ad est primiim (v. i:',) cm. V. — J3. victihiam B . . . occiaionpm V. —
l;)sq. tuudcnte B. - 14. mutns om. V. — W.liHmUitatem B. — 16. tcllttur
V. — 16. facinoribus populi >ne/ B . . . mallgnis i^l^bis meaeY. — 17. non
dabo malignos pro sepultnra eins B ... dedi divites pro morte eins Y. —
19. trndidit B ... voluit iradcre Y. — X^.reputatusX. — 22. autem oin. V.
— 22. foediiaii Y . . . fidehlafe B' . . . covfn^ione \P.
1. Isa. •6\ 5. — 2. Isa. 38, 21. II Keg. 20, 7. - 6. Isa. 53, 1—12. —
21. L^a. 50, 6. 7. ~ 23. lerem. 11, \\}.
Der Text. 33
victimam ductus surn et nescieham. De quo agno in iznaginem
Ghristi Moyses in Aegyptö pascha celebravit et in liberationem
populi, nee aliter poterat populus de domo servitutis et de
pressura Pharaonis liberari, nisi agnus occideretur et pascha
celebraretur et de sanguine eins limina domns signarentur, ut 5
cum venerit angelus ille vastator, viso signo sanguinis, qui in
domibus erant salvarentur. Quod sacramentum ante praedictum
adventum Christi inpletum est. Pro hoc enim in primo ad-
ventu suo Christus occisus est, ut nos de potestate diaboli et
de idolorum cultura liberaret. Anniculus autem dictus est, 10
quia postea quam intinctus est in lordane, annum praedicavit
et sie passus est, et sanguine eius fronte signati censemur, ut
in secundo adventu, cum venerit vastatio mundi istius, salvi
esse possimus. Huius rei auctorem Ezechielum prophetam dabo,
qui et ipse duos adventus Christi significat dicens: Transi\h
mediam Hierusalem, et notahis Signum in frontibus virorum
dolentium et gementium oh iniquitcutes qa/xe fiunt in terra] secun-
dum adventum vastationem non signatorum dicens: Ite in civi-
tatem et nolite parcere seni neque luveni^ et mulieres et parmdos
occidite gladio et deleantur; super quos auteni Signum invenentis, 20
ne ietigeritis eos, et a sanctis meis incipite. Hoc signum et
Raab meretrix, quae in figura eeclesiae fuit, coccum et spartum
in fenestra suspendit, ut cum lesus veniret Hierico debeilare,
viso signo coccini üaab et qui in domo eius essent" salvarentur.
Ita et in adventu Christi cum venerit Christus filius dei 8aecu-25
lum istum igni cremare, ecclesia, et qui in ea fronte signati
i. quo quidetn V. — 2. apud Aegyptum V. — 2. et om. Y. — 3. pö-
tuerat B«. — 3. dei de dotno V. — S. et Y , , . mit B. -— 6. ÜU €>m. V. —
6. signo B . . . agno V. — 6 sq. qui et erant om. V. — 8. Pro B*V . . . propter
B2. — 9. Christus om. V. — 9 sq. liberaret de diab. pot-est. et de idoL cult.
V. — 11. tincius V. ~r 12. signati om. B. — 14. Post possimus B pergit*.
ut angelus ille vastator viso signo sanguinis in domo salvarentur. — 14. Huius
om. B. — - 16. per mediam Y, — 10, notahis B . . . da Y^ — 17. ab iniqui-
tate quae fit Y. — ^ 17 sq. M rursum secundum adventum significat Y. —
19 sq. et mulierihus et parvulis nolite parcere gladio Y. — 21. nee ietigeritis
et sanctis meis nolite parcere Y. — 21. et om. Y. — 23. pependit Y. —
23. lesus Nare Y. — 23. deviUare B. — 24. coccineo Y. — 25. venerit B
. . . venire coeperit Y. • — 25 gq. secundum saeculum Y. — 26. ex igne Y. —
26. eeclesiae Y.
l8q. Exod. 12. — 15. Ezech. 9, 4.-18, Ezech. 9, 5. 6. — 21 sq. los. 2.
Texte and U/ttersuchuageu I, 3. 3
34 I^ic Altercatio Simonis et Theophili.
inventi faerint, salvabuntur. Sicut Osee, qui typum Christi fuit,
iubetur accipere uxorem fornicationis, hoc est ecclesiam, quam
de fornicatione idolorum Christus accepit. Dixit dominus haec:
Occupa tibi uxorem fornicationis y hoc est de fornicatione ido-
ölorum illam accepit, quoniam initium fornicationis idolorum
servitus.
25. 8im.: Ergo ecclesia fomicaria est?
Th.: Quid enim interpretatur fornicaria, nisi omnibus ad-
venientibus subiecta sit? Sic et ecclesia omnibus advenientibus
10 ad se quaestum fidei nulli negat. Repudiata enim sinagoga
adsamsit sibi Christus ecclesiam. Audi enim Hieremiam dicen-
tem: Dimisi matrem vestram et dedi ei libellum repudiij quod
d.edi matri vestrae, quod dimisi eam. Et alius propheta dicit:
ludicamim ad matrem vestram, quia non sum vir eiurS. Hie est
15 enim Christus filius dei iustus, de quo et Salomon in persona
ludaeorum propheta vit diceos: Oircumveniamus ergo iustum,
quia inutilis est nohis et contrarius est operibus Twstris, et in-
properat nobis peccata legis, diffamat in nos peccaia disciplinae
nostrae; prmaittit scientiam dei se habere et ßlium dei se nominat;
20 et f actus est nobis in traductionem eogitationum nostrarum; gravis
est enim nobis etiam ad videndum, quoniam dissimilis est aliis
viia illius et inmutatae sunt viae illius; tamquam nugaces aesti-
mati sumv^ ab ülo et continet se a viis nostris quasi ab imnun-
ditiiSf et pfaefert novissima iusiorum et gloriatur patrem, deum
1. inventi om. V. — 1. Sicut B , . . Sic et Y. — 1. typum Codd. —
1. fuit B . . . tenuit V. — 2. iuhet V. — 2. fornicariam V. — 3 sq. A Dixit
usque ad accepit om. V. — 3. Post haec repet. dixit B. — ö. quia Y. — 5. ast
idolorum V. — 8 sq. venientihas V. — 9. A subiecta usque ad advenienti-
bus om. V. — 10. negat B . . . denegare Y. — 12. ei B ... Uli Y. —
13. quod B . . . quia V. — 14. eins om. Y. — 15. enim B . . . etiam Y. —
15. Christus -filius dei iustus B . . . dei virtus Christus Y. — 15. et om. Y.
— 16. ergo om. Y, — 17. quoniam Y. — 17. inutilis est nobis et om. Y. —
17. EtB . . r enim (post inproper at) Y. — 18 sq. peccata nostra et discipli-
nae nostrae Y. — 19 sq. usque ad p. 35 v. 7 {sermonibus ipsius) fere omnia
om. Y exceptis verbis: Filium dei se nominat, indeamus si sermones illius
veri sint: morie turpissima condemnemus cum. Erit enim respectus ex ser-
monibus nostris vel eius, Si enim est verus filius dei, snscipiet eum de
manu contrariorum.
4. Osee 1, 2. — 12. lerem. 3, 8. — 14. Osee 2, 2. — 16. Sap. Sal.
2, 12—22.
Der Text. 35
se habere^ et ßliurn dei se noiainat. Videamus ergo si sermones-
ülius veri sunt, et temtemus quae Ventura sunt illi^ et sciamus
quae erunt novisstma ülius; si envtn verus dei filius estj suscipiet
illum et Uberabit illuirt de manibus contrariorum ; contamelia et
'tormento interrogemus illunriy ut sciamus reverentiam illius et 5^
probemus po,tientia7n ipsiiis] morte turpissima cmidemnemus illwm.
Erit enim respectus ex sermonibus ipsius. Haec cogitaverunt et
erraverunt: excaecavit cnini illos malitia ipsorum et nescierunt
sacramenta dei. Et Moyses in Deuteronomio dicit: Innoeentem
et iustum non occides. Surrexisse illum a mortuis scripturae 10
testantur; invenimus in psalmo XV.: Quoniam non derelinques
aniTnani meam in inferno, neque dabis sanctum tuum videre
corruptionem. Notas fecisti mihi vias vitae, adinplebis nie laetitia
cum vultu tuo. Item in psalmo XXIX.: Domine^ eduxisti ab in-
feris aniirnam meam. Item in psalmo IIL dicit: Ego dormivi etlb
somnum coepi et exs^arrexi^ quoniam dominus suscipiet me. Et
O^ee testatur illum a mortuis tertio die resurrexisse dicens:
Vioificabit nos post triduum in die tertia. Item ad Moysen do-
minus in Exodo dicens : Descende et testare populo et purißca
illos hodie et cras, et Ixivent vestimenta sua et sint pavßti ini^
tertia die. Tertia enim die apparuit dominus in monte Sina
et lonas ad praedicationem Ninnevitis ut mitteretur; qiiod
tjpum Christi demonstrabat, quod post triduum de ventre coeti,
qui infernus fuit, exiturus esset. Et Esaias dicit: Nunc exsur-
ga'frij nunc clarificabory nunc videbitis^ nunc eruhescetis: iiana 25
erit fortitudo spei vestracy ignis vos consumet. Et in psalmo
7 sq. et erraverunt ora. B. — 8. enim illos Iß . . . eos V. — 8. ipso-
mm B . . . eorum V. — 10. autem illum V. — 10 sq. scriptura testatur in
psahno dicens V. — 12. 7t'ec V. — 13. mihi fecisti V. ■ — 15. ///. dicit B
. . . indicit V. — 16. quia V. — 17. Osee om. B. — 17. A testatur usqiie
ad dicens om. V. — 18. Vivificavit B — 18. post duos dies et die tertia
susdtabit nos V. — 18. Item B . . . EtY. — 19. dicens om. V. — 19. Des-
cende inquii Y. — 19. testiflcareY. — 19. populumB. — 20. hodie et cras
om. V. — 20. et lahent B . . . ut levent V. — 21 sq. A Tertia usque exi-
turus esset (24) om. V. — 24. dicit om. Y. — 24. exsurgam dicit dominus
Y. — 25. videtis nunc eruhescitis Y. — 20. fortUudo B . . . formido Y. —
26 sq. Ab Ec in psahno usque ad clatisit (p, 36 v. 4) om. Y.
9. Exod. 23, 7. — 11. Ps. 16, 10. 11. -- 14. Ps. 30, 4. — 15. Pa. 3, 6.
— 18. Osee 6, 2. — 19. Exod. 19. 10. 11. ~ 22. Jona 1. 2. — 24. Isa. 33,
10. 11.
» 3*
36 I^iß Altei'Cfttio Simonis et TheophilL
LXXVn. dicit; Et exsurrenoit tamquam, dornuens dominus et
tamquam 2^otens crapulatus a vino. Quod vinum passionem eius
demonstrat. Nam et in passione ems ab hora sexta usque in
horam nonam tenebrae factae sunt; nox diem clausit, dicente
5 Arnos propheta: Occidet aol meridie et ohtenebrabitur dies lucisy
et convertam dies f es tos vestros in luctum et omnia cantica vestra
in lamentationem. Et Hieremias dicit: Exterrita est quae partt,
taedium tenuit anima eius; occidit sol, cum adhuc dies est^ con-
fusa est et maledicta; reliquos eoi'uni in gladium dabo in corv-
lOspectu inimicorum eorum, Quod autem post resurrectionem i§
caelos ascendit et ad dexteram patris sedet, scripturae omnes
testantur, dicente in psabno LXVIL; Iter facite ei qui ascendit
super occasufHy dominus nxyinen eM HH, Turbahuntur a fade
eiusy patris orfaTuyrum et iudicis viduai'um. jtem in psalmo
15 XL VI. t Ascendit deus in iudilatione, et dominus in voce tuboAi.
Item in psalmo XVIII. : A summo cae-lo egressio eius, et occursus
eius usque ad sum,mwn caeli, et non est qui se ohsco^idat a ca-
lore eius. Lex domini inmaculata convertens anima^. Item in
psabno XVII.: Inclinavii caelum et descendit, et caligo sub pe-
2i)dibu8 eius, et ascendit super Gherubin et volavit super pennas
veiitorum et posuit tenebras latibulum, suum; prae fulgore in
conspectu eius nubes transieruntf grando et carbones ignis; et
intonuit de caeh dominus, et altissimus dedit vocem suaiii', misit
de sum,mo et acc^it me et liberavit me et eripuit me ah inimaicis
2hmeis potentissimis et ab his qui oderunt me» Et Esaias dicit:
Quis est hie qui venit ex Edom dominus^ rubor vestimentorum
4 sq. dicente Arnos prophetaB . , . et de morte ipaiusY. — 6 sq. et am. cant.
vest. in lamen. om. V. — 7 sq. Ab Exterrita nsque ad «ms om. V. — 8. sol
om. V. — 8. estB ... esset V. — 8 sq. A confusa usque ad psalmo LXVIL'
(v. 12) om. V (scribens: Quod autem in codos ascendit testatur David in
psalmo LXVL). — 9. gladio B. — 10 sq. in caeUs B. — 12. Iter inquit V.
— 13. est om. V. — 13. A Turhabuntur usque ad trlduarum (v. 14) om.
V. — 14. patres B\ — 14. iudices BK — 14 sq. psalmo XLVIL B ... XL VI.
V. — 15. et om. V. — 16. psalmo om. V. — lüsq. et occurs. eius ttsque ad
sum. caeli om. V. — 17. nee est qui se abscondii V. — 18 sq. A Lex us-
que ad veritatem (p. 87 v. 2) om. V. — 19. discendit B. — 20. volavit
bis scripsit B.
1. Ps. 78, 65. — 5. Arnos 8, 9. 10. — 7. lerem. 15, 9. — 12. Ps. 68, 5. 6.
— 15. Ps. 47, 6. — 16. Ps. 19, 7. 8. — 19. Ps. 18, 10—18.— 26. Isa. 63, 1.
Der Text. 37
ex Bosor, sie praeclartis in stola et molentus'^ Et ex persona
Christi respondetur: Ego disputo iudiciwm et adiiuntio verüatertu
Item in psalmo XXIII. ascendente Christo in caelos ianitoribus
angelis dictum est: TölUte portas principts vestri^ et elevammi
portae aetemales, et introibit rex gloriae. At illi qui nesciebant 5
Christum verbo in yirginem insinuatum, mirantes quod tali
habitu et trophaeam victric-em reportans caelum conscenderet,
interrogant dicentes: Quis est iste rex gloriae^ Quibus respon-
sum datur: Dominus virtutuip, ipse est rex gloriae. Item in
psalmo CIX.: Dixit dominus do'mino meo: Sede od dexteraml^
rneam, dorne ponam inimicos tVLOs scabellum. pedum tuorum. Vir-
gam virtutis tuae emittit dormnus ex Sion, et dominare in meddo
inimtcorum tuorum, Tecum pmncipio in die virtutis tuae, in
splendore sanctarum; ex utero ante lucifervm genui te, luravit
dominus et non paenitebit eum: Tu es sacerdos in aetermim secun- 15
dum ordinem Melchisedech^ dominus a dsxteris tiiis, Audi nunc
et de claritate regni secundi adventus eius apud Danihelum:
Videbam nocte in visu, et ecce in Tmhibus caeli quasi fiUus ho-
minis, veniens veiiit usque ad veter em dderum, et data est ei
potestas regia; omnes reges terrae per genus et omnis claritas^^
servient ei^ et fides eius aetemaj quae non movetur, et regnum
eiV'S non corr^mpefur. Item in psalmo XCIL: Dominus regnavit,
decorem induit, induit dominus fortitudinem et praecinxit se
virtutem. Etenim confirmavit orbem terrae , qui non movebitur,
Parata eM sedes tua, ex illo saeculo tu es. Et in psalmo XLIX:25
Deus deorum dominus hcutus est et vocavit terram.a solis ortu
usqtie ad occasum^ ex Siön species decoris eius, Deus maiufeste
veniet, deus noster, et non silebü. Ignis in conspectu eius ardehity
et in circuitü eius tempestas valida. Vocabit caelum sursum et
terram^ discei-nere populum suum,. GoUigite Uli sanctos eius,^0
3. psalmo XXUl. B . . . XXIV. V. -- 3. eoelis ßi. — 4. principis B^
. . . prmeipes VB^. — 4. vestri B . . . vestras V. — 5. sciebant B. — 6. vei'-
bum V. — 7. trophea B. — 7. ctscenderet V. — 8. dicentes om. V. — lo.
pgalmo om, V. — 10 sq. a dextris meis V. — 118<1' A tuorum usque ad
dexteris tuis (v. 16) om. V. — ^ 1^, principium B*. — 16 sq. Audi nun^ et om.
V. — 17. regni sui B. — 2ü. omnes reg. ter. per gen, om. V. — "li^serviet
V. — 21. movfhitur Y. — 22 sq. Ab Item in usque ad et iustitiam (p. 38
V. 5) om. V. — 29. vocavit B. — 30. discerneret B.
4.~P8r24, 7. — 8. Ps. 24, 8. 10. — 10. Ps. 110. — 18. Dan. 7, 13. 14.
— 22. Pa. 93, Isq. — 26. Ps. 50, 1—6.
38 Die Altercatio Simonis et Theophili.
eos qui disjponunt testamentwm eins in sacnficüs. Et adnunfiabimt
eaeli ivMitimii eius^ quomam deus iudex est. Item in psalmo
XLIY. dicit: Accingere gladiurii tuura circa femor, potentissime
specie tua et pulchritudine tua; intende, prospere procede et regna
5 yropter veritatem. et mansuetudinein et iustitiam. Item in psalmo
XC V. dicit : Dicite in nationibus: Dominus regnavit a Ugno, Item
apud Esaiam: Puer natus est nobis^ ciuius imperiwin factum, est
super humer OS eiuSj et vocabitur nomen illius magni consilii
angelus. Et si volueris plenitudinem evangeliorum cognoscere,
lOinvenies apud lohannem nostrum euntem ad passionem Chri-
stum crucem in liiimeris sibi portasse, pro quo dicit Esaias:
Cuius iinperiwm factum, est super humeros eins. Item in psalmo
LXXI.: Deus, iudicium tuum regi da et iustitiam tuam filio regis,
iudicare populum, tuum in iustitia et pauperes tuos in iudiaio.
15 Suscipiant montes pacem populo tue et colles iustitiam,; iudicabit
egenos populi et salvos faciet filios pauperum et humiliabit ca-
lumniatorem; et perm,anebit cum sole et ante lunam in genera-
tiones generationum. 0/ietur in diebus eius iustitia et habundantia
facis, donec extollatur luna. Et dominabitur a mari usque ad
20 mare et a ßuminibus usque ad terminjos orbis terrarum. Coram
illo decident Aethiopes^ et inimici eius ten^am linguentj et adora-
bunt eum sem-per, tota die benedicent eum. Et erit firmamen-
tum. in terra in summis montibus, super extolletur super
Libanum fructus eius^ et florebunt de dvitate sicut foenum
25 terrae. Sit nomen- eius benedictum in saecula saeculorum, ante
solem permanet nomen eius, et ante luTiam sedes eius, et be-
nedicentur in eo omnes tribus terrae , omnes gentes Tnagnifica-
bunt ev/m.
26. Sim,: Omnia quidem in Christo praefigurata manifesta
SOprobatione per scripturas meas mihi ostendisti, et volueram
quidem credere, si non me psalmi istius deliberatio revocaret.
3. femur B^. — 5 sq. Item in psalmo dicit om. V. — 7. sst prim. om. V.
— 7, factum est om. V. — 7. factus B. — 8. humerum V. — 8. illius B . . .
eius V. — 9. volueris omnem Y. — 11. sibi in humeris V. — 11. crucem
eum i'^ umeros B. — 11. haec dicit V. — 12 sq. A Cuius imperium usque
ad magnificabunt eum (v. 28) om. V. — 15 sq. iudicamt egenus'Q. — 16. hu-
miliavit B. — 30. prae scripturis m^is V.
3. Ps. 45, 4. 5. — 6. Ps. D6, 10. — 7. Isa. 9, 6. — 13. Ps. 72.
Der Text. 39
Nam hie psalmus in Salomone dictus est; adeo titulus eins te
revincet, cum dicat: Fsahniis in Salomone.
Th.: Invisor ille, qui protoplastum fef&llit et populuin ve-
strum modo decipit, per cuius invidiam mors in orbem terrarum
Yenit, hie videlicet et sensum cordis tui occupavit, ut rem mani- 5
festam et in Ince positam rursiis non intellegas. Salomon enim
intra certa in ludaea qnadraginta annis regnavit a Dan usque
ad Bersabee et postea deiiquit. sicut in Basilion libro tertio
dicit: Et fecit Salomon maUgnwm, et non ambulavit in via patris
sui David y et aedificavit excelsum CJiamos^ idolo Moab, et regi^^
eorum^ idolo ßliorum Ammon, et Astaron, idolo ahominalionis
Sidoniorum; et excitavit dominus satunam ipsi Salomom Ader
Idumaeum ad eradicandum euni; Christi autem regnnm ultra
incognitas solitudines est porrectum; de quo deus per prophetam:
JEt permanebit cum sole et ante lunam in generationes genera' 15
tionuniy et dominahitur a mari usque ad 7/iare et a ßumine^ usque
ad terminos orhis terrae. Quid, de Salomone hoc dicit, cuius
regnum et annos superius tibi ostöndi? Christus autem semper
et ubique regnat.
27. Sim.: Recedit, quia video, de mentibus meis inimicus20
patrum meorum diabolus, qui oculos cordis mei caecabat. Coepi
enim velle lumen veritatis agnoscere.
Th.: Crede ergo tu, ut possis de singulis inluminatus de
Isq. est: Deus iudiciumtuum, quem dudum mihi proposuisti; adeo ut ti-
tulus eins te revincat V. — 4. modo om. V. — 4. decepit VB'. — 4. ter-
rae V. — 5. et om. V. — 5. sensus Y. — 5. praeoccupavit V. — 6. lu-
cem V. — 6. rursus. B . . . errollus V. — 7. intra certa ludaea B . . . in
ludaea V . . . intra certa in ludaea edidi. — 1. a Dan V . . . ah adam B. —
8. ad om. V. — 8. Basilion V . . . regnorum B. — 9. dicitur Y. — 9. ma-
lum Y. — IQ. David patris sui , sed Y. — 10 sq. Yerba ab aedificavit us-
que ad Sidoniorum in B misere defomiata sunt falsis admixtis; Y babet
idola. — 12. domimts B . . . deus Y. — 13. ad eradicandum cum om. Y.
— 13 sq. Christi autem regnum in omni porrectum est orhe terrarum; ideo
de eo propheta commemorat dicens: Permanebit Y. •— 15. generat. generat.
B . i . saecula Y. — 17. Non de Salomone dicit Y. — 18 sq. A Christus us-
que ad regnat om. Y. — 20. Rec'de quia B . . . recedit, ut Y. — 20. de
sensu meo Y. — 21. oculos cordis mei B . . . mentem meam Y. — 22. enim
Y . . . animum B. — 22. velle ora. Y. — 23. tu ut possis de sing. om. Y.
9. I Reg. 11, 6. 14. ~ 15. Ps. 72, 5. 8.
40 jDie Altercatio Simonis et Theophili.
vinculis exire tenebrarum, sicut Esaias de Christo dicit: Spiritus
domim super me^ propterea unxit me, et misit me henc nwUiare
pauperibus^ sanare contritos cor de, educere e mnculis adligatos
et e domo carceria sedentes in tenebris et umhra mortis, dare
5 Ivmen caecis^ Quid enim intellegitur domus carceris et homines
in vinculis oppressi nisi saeculi isfcius homines ignorantiae cae-
citate deteuti et diaboli peccatis vinculati? sicut in Genesi dicit:
Aderant t&nebrae super abyssoSj et dixit deus: Fiat lux; hoinines
tenebris ignorantiae caecati, sed adveniente lumine recedent
lotenebrae.
VU, 28. 8im.: Occulta et inaudita mihi manifestasti , sed
adhuc animae meae inest scrupuluin difödentiae, eo quod omnia
religiöse colitis, sabbatum vero, quod deus custodiendum ser-
yandumque mandavit, neglegitis. Cibos praeterea et vin\im
15gentiliter sumitis, cum deus specialiter praeceperit, quaeque
debeant ex animalibus et piscibus esse edenda quaeque ex-
secranda nee morticina illorum tangenda. Nisi mihi et hoc
per scripturas probatum fuerit, periclitor credere.
Th,: lam et superius dixi tibi quod et diabolus invideat
20 tibi, quod scilicet filius sis patrum tuorum, qui tot beneficiis
fulti et ab Aegypto liberati — ad vicem murorum mare circum-
stetit undas — , heremo largis dapibus adparati caelestique cibo
manna saturafci, in oblivione transgressi profanos deos, quos
1. tenebrarum om. B. — 1. sicut B ... sie enim V. — 2. et onu V.
— 3. de vinculis V. — 4. Post carceris pergit V : aperire ocidos caecorum.
Quid, aliud intelligi potest, nisi saeculi istius homines ignorantiae caecitcUe
detentos et diaboli vinculis alligatos, cetera oinittens; in B clausula (v.
Ssq.) enuntiationi^ corrupta, est: hominum teneb. ignor. caecatos. — 11.
Oeculta B . . . multa quidem V. — 11. manif. mihi V. — 13. religiöse B
. . . relegisse V. — 13. quod B . . . quem V. — 15. quae V. — l*'. ex piscibus
V. — 16. edenda B . . . sutnenda V. — 16 sq. et quae excerendn rel exse-
cranda V. — 17. ntcrtua V. — 17 sq. nisi hoc p. s. proboveris V. — 19. lam
sup. dixi, qüod diab. V. — 21. fulti V . . . fulcitus B, — 2\. et ahlü . , . ex
"V. — 21. liberati V . . . liheratus B. — 21 sq. ad vicem mur. mare circums.
undas B . . . ad vicem metallini aeris ruhri maris littora cireiimst^terunt
V (locus in utroque codice vix sanus esf*. — 22. herem. larg. dap. ad-
parafus B . . . unde largis etiam dapibus apparati V. — 22. codesti (sine
cibo) y. — 23. saturatus B. — 23. in om. V. — 23. transgressus B.
1. Isa. 61, 1. — 8. Gen. 1, 2. 3.
Der Text. 41
colerent, ausi sunt postulare. Merito deus per Hieremiam in-
crepat et obiurgat genus vestrum dicens: Si mntabit Aethiopus
colorem et "pardus varietatem^ sie et vos mutamim a Sx)ctrina.
Mala sabbata, scilicet imaginaria requies septimi diei tradita
fuit, primuin quod lesus filius Nave, ut Hierico debellaret, per 5
Septem dies vicibus muros circuibat, arma bellica tractantes et
arcam tes tarnen ti gestantes; septima antem die septies circxii-
erunt. Manifesta veritas est quod aut sabbato coeperunt aut
in sabbato cadentibus muris Hierico debellaverunt. Et illud
quod in Machabaeis maximam victoriam de inimicid suis sabbato 10
reportabant et ultionem adversariorum gladiis suis sabbato vin-
dicabant. Accedit et illud quod humanuni sabbatum repellat
deus dicente Esaia: lemnium et dies festos vestros et sabbata
i'estra odtt anitna mea. Facti estis mihi in habundantiam., iam
non dimittam peccata tiestra, Dlud autem sabbatum deus desi» 15
derat, requiescere te debere ab operibus maUgnis, ut in septimo
millesimo anno, quod sabbatum sabbatorum intellegitur, mundus
ab operibus malis inveniaris. Haec erunt sabbata tenera sancta
deo, in quibus deus delectatur. Cibos autem, quos abigis, man-
ducare debes; non cames suillas, sed facta porcina prohiberis 20
admittere. Sirailiter aquam luto mixtam volutas, sororem tuam
tibi in coniugio copulas, sanguinem cum sanguine iungis,
rapinis terram perscrutaris, festa tuä publicas, in plateis oras.
Ecce quomodo peccas et non intellegis de te scriptum esse in
1. colere B. — Isq, Merito de vobis Hierem. dixit V. — 2. mutavü B. —
2. Aethiops V. — 3. mtUamini a doctrina B . . . edocta V. — 5. fiUua om.
V. — % Septem diebus vicissim V. — 6. tractantes et om. V. — 8. quod
om. V. — 9. dthtllaverüB. — 9. Ab Et iUud usque ad vindieabant {W) om.
V. — 12. et illud om. V. — 12 sq. deusrepellit V. — 13. diem festum vestrum
V. — 14. vestra om. V. — 1-J. Facti estis mihi in habun. B . . . fecistis
mihi taedium V. — 14. iam om. V. — 16. debere om. V. — 16. malis ut
Y . . . malignis et B. — 16. in septimo om. V. — 17. intellegitur B , . . est
V- — 18. inven. ab op. malis V. — 18 sq. «*tY sabbata tenera sancta deo, in
qua B . . . erunt sancta tenenda, in qua V (locus in utroque codice vix
sanus est). — 19. delectetur Y. — 19. Cibus autem quod amhigis Y. —
20. dehes edidi . . . debere BY. — 20. porcorum Y. — 21. aqua mixto luto
volüptas Y. — 21. cum sororem B^. — 22. eoniugio B . . . concubitu Y. —
22. cum sanguine iungis B . . . sanguini incitas Y. — 24. esse om. Y.
2. lerem. 18, 23. — 5sq. los. 6. — lOsq. II Maccab. 15.— 13. Isa. 1, 13. 14.
42 ^16 Altercatio Simonis et Theopliili.
psalmo XVI. : Saturati sunt porcina et reliquerunt reliquids
parvuUs suis; lioc est peccatum vestrum posteritati vestrae
propaginis. De piscibus autem squamis cutem vestitis vesci-
mini; cetera autem, quae vitare fingitis, retibus extracta et in
5 multitudine piscium permixta, penitus exsucata per liquamen
dulciter manducatis. Vinum autem Chnstianorum ostende mihi
per scripturam ubi prohibitum acceperis, et recte me rincere
poteris. Ego autem ostendam tibi, ubi Judaicum vinum prohi-
betur, et azymas tuas manducare yetamar. Audi Esaiam pro-
lOphetara dicentem: Manus vestrae sanguineplenae sunt,, lavamini,
mundi estote. Item in psalmo XIII. dicit: Veloces pedes eorum
ad effundendum sanguiiiem. Contritio et mfclicitas in vu's eorurn^
et viam, pacis non cognoverunt. Ecce quales pedes, et quibus
manibus vinum et azymas conficiunt! Et in Deuteronomio dicit:
loZ^e vinea em'm Sodomm^um vtnimi eorum, et propago eorum, ex
Gomorra. Uva eorum uva fellis, et hotrus amaritudinis in ipsis.
Furor draconum, vinum. eorum, et furor aspidum insanahilis.
Nonne haec congregata sunt apiid me et signata sunt in thesauris
meis^ Si bis tot et tantis testimoniis revictus, Simon, credere
20 nequiveris, saluti tuae contradicis. Lege scilicet Danihelum, et
invenies Nabucbodonosor dicentem: Nonne tres viros in forna-
cem misimus''^ Ecce video quattuor viros et fades quarti simili-
1. XVI, om. V. — \. porci?iaB . . . filiis V. — 1. reliqnias B . . . quae
superfuerunt V. — 2. et posteritatis vestrae (sine propaginis) V. — 8.
squama cute vescimini B . . . squamis cutem vestitis comeditis V. — 4. con-
fic/itis vitare V. — 5. multitudinem B. — 5. exsiccata in liquamine V. —
7. scripturasY. — 7 sq. ubi sit prohihitum bibere et azymas {ceterB, desunt)
V. — 9. azymas V . . . escas B. — 9. Audi Esaiam B . . . audies Y. —
9. In V Isa 59, 7 loco Isa. 1, 15 9-ntecedit. — 10 sq. lavamini, mundi
estote om. Y. — 11. Item iti ps. XIII. dicit B ... Et rursus Y. — 12. A
Contritio uaque ad conficiunt (v. 14) om. V. — 14. dicit om. V. — 15. enim
om. V. — 15. vinum B . . . vinea Y. — 16. et om. B. — 16 sq. In ipsis furor
B . . . ira Y. — 17. et furor B . . . ira V. — 18 sq. A Nonne usque ad
meis (v. 19) om. V. — 19. Si om. B. — 19. revictus om. V. — 19. vel si
credere B. — 20. neqidveris B . . . nolueris V. — 20. scilicet B . . . Simon
Y. — 21. Nabuch. dicentem: Nonne B . . . Nabucod. barbarum, filium dei
ipse cognovit, quem tu tardas agnoscere: Nonne Y. — 22 sq. similitudo Bl . . .
similis V.
I
1. Ps. 17, 14. — 10. Isa. 1, 15. — 11. Isa. 59, 7. — 15. Deut. 32,
32—34. -- 21. Dan. 3, 24. 25.
Der Text. 43
tudo fiUi dei. Quid dicis, ludaee? N^abiichodonosor barbarus
filinm dej^pognovit, quem tu tardas invenire. Et vide ne in
te inpleatur Ambacuc prophetae invectio. Videte, conterntores, et
inspicite et ad.miraimm^ quoniam ego opus operor in diebus vesiris,
quod non creditis, si qids enarraverit vohis. 5
VIII, 29. Sim.: Lator saiutis, Theophile, aegrotorum bone
raedice, nee ultra quid possum dicere; iube me catezizari et
signo fidei lesu Christi conseorari. Arbitror enim, per manus
inpositionem accepturum me delictorum ablutionem.
Th.: Immo benedictionem: sie Isaac lacob benedixit, et per 10
manus benedictionem accepit, ut maior fieret ex minore; sie et
Efrem et Manasse per inpositionem manuum dilatati sunt.
30. Tunc Theophilus Simonem ludaeum tinxit, et adeptus
est iidem. Simon gratias agere coepit dicens: Gratias tibi ago,
Jesus, quem nunquam vidi ad faciem, nune autem credo in te. 15
Gratias tibi, lesus, quem nunquam' audivi, nunc autem audio.
Invoco te, lesus, cuiuR sensum antea non habui, nunc autem
cupio in te sensum meum esse, per quem cognovi Theophilum
discipulum tuum. Domine lesus, si fide dignus sum, et ad tuam
agnitionem confirma me. Tu enim errantibus viam demonstras20
et perditos revocas et mortuos suscitas et infideles fide tua
confirmas et caecis oculos cordis inluminas. Tu es ipse taber-
naculum sanctum, qui fuisti cum patribus nostris in desetto;
1. filio B. — 1 sq. A Nabuch. usque ad invenire om. V. — 2. Et om.
V. — 3.' Amh. proph, inventio B . . . invectio Äbac, prophetae dicentis V.
^~ 3. contemptorem B. — 4. admiramini B . . . desperate V. — 5. nar-
raverit V. — 6. aegrorwn V. — 7. nee idtra quid possum dicere B . . .
neque ultra differre possum V. — 7 sq. catazizare et Signum B. — 8. lesu
om. V. — 8. quod per B'V. — 8. manuum tuarum V. — 9 sq. impositionem
me peccatoriim meorum abolitionem , immo sicut lacob benedixit et per im-
pos. manus accepit, ut maior fieret ex minore, sie Epphraim et Manasse
per impos. dilatati sunt manuum (quae interposita sunt, omittens) V. — 13.
ludaeum om. V. — 13. tinxit V . . . unxif B. — 14. est om. B. — 14. agere
deo V. — 14. ago tibi V. — 15. non vidi facie ad f. V. — 15. in te spiritu
et tofa mente Y. — 16. ago tibi V. — 16. non audivi V. — 16. audlto V. —
17. Invoco lesuY. — 17. ante V. ~ 19 sq. Domine lesu öhriste, si quidem
dignus sum tua convocatione, confinna me. Etenim errantibus V. — 20.
veniens confirma B^. — 21. et secundum et tertium om. V. — 21 sq. in
fide tua configuras V. — 22 sq. tabern. sanct. om. V.
3. Abac. 1, 5. — 10. Gen. 27. — 12. Gen. 48, 19.
44 I^ic Altercatio Simonis et Theophili.
tu caudelabrum luminis, tu altarium et panis propositionis , tu
ara, tu yictima voluntaria; tu es, domine, vita et 4parganta,
cristallum, magnum aratrum. Oro, domine, ignorantiae et in-
credulitatis meae ne memineris; tu es enim, ubi cuncta bene-
5ficia praestantur. Tu es qui milii omnia donare dignatus es.
Tibi sit honor et potestas et in cuncta et in mortalia in saecula
saeculorum. Amen.
1. tu es candelabrorum lumen, tu es V. — 1. projyosüionutn V. —
1 sq. tu es ara etY. — 2 sq. ut es ipse vita mea, margarita, cristallum, iugum
argenteum V. — 8 sq. ignorantiam meam infelicitatis meae V. — 4 sq. tu enim
absconsa beneficia praestans es, qui mihi diguatus es omnia ostendere V
. . . absconsa beneficia praestans es, qui mihi omnia donare dignatus es C.
— ösq. Tibi sit honor j potestas, laus, gloria hie et in cuncta saecula saecu-
lorum, Amen. V.
Anmerkungen '^^).
P. 15, 5. Unter lex ist das gesammte A. T. zu verstehen. Im 4, Jahr-
hundert ist das Wort sogar Bezeichnung fUr beide Test^nente geworden ;
s. z. B. Optat. I, 11: „Catholicam facit simplex et veros intellectus in
lege". II, 5: „In qua lege scriptum est: Fax hominibus in terra bonae
voluntatis?" S. Rönsch, Ztschr. f. bist. Theol. 1872 S. 221.
P.- 15, 5. Es ist beachtenswerth, dass der Jude Simon als ein Unbe-
kannter, der Christ Theophilus dagegen als ein den Lesern Bekannter
eingeführt ist. Man wird dies wohl zur schriftstellerischen Fiction rech-
nen dürfen; aber eben diese Fiction gab später Anlass, in dem christ-
lichen Disputanten einen berühmten Theophilus, also z. B. den alexandri-
nischen Biachof, zu erkennen.
P. 15, 6. Minucius Felix 9, 4; 29, 6: „Cruces etiam neo colimus nee
optamus'*. Tertull. Apolog. 16: „Qui crucis nos religiosos putat". Das
Wort „crucicoW {axavQoyazffiiq) kommt bei den älteren lateinischen Kir-
chenvätern nicht vor. „Signifer" ist hier wohl in der Grundbedeutung
zu nehmen und nicht als „Anführer** zu verstehen.
P. 16, 4. „Nazaraei" wird in der älteren Literatur als Bezeichnung
der Christen nur Act. 24, 5 und Tertull. adv. Marc. IV, 8 („Unde et ipso
nomine nos ludaei Nazaraeos appellant per eum") gefunden. Im 4. Jahrh.
s. Epiphanius und Hieronymus.
31) ParaÜelstellen aus Justin, Tertullian, Cyprian und Lactantius sind
hier nur spärlicli mitgetheilt, weil sie in den folgenden ParagrAphen auf-
gewiesen werden sollen. Eine eingehende Erklärung der Altercatio ist
nicht beabsichtigt, vielmehr werden nur einzelne der Erläuterung beson-
ders bedürftige Stellen zur Sprache kommen.
Anmerkungen. 45
P. 16, 16. TertuiJ. ad v. Marc. IV, 20: „Haec erit fides, quae contu-
lerat etiam intellectum. Nisi credideritis, inquit, non intellegetis".
P. 16, 20, Die in der Altercatio solenne Bezeichnung für Chnstns
„deus et dei filius" ist auch die dem Justin geläufige und entspricht dem
Johanneischen ^eoc jnovoyevrjq.
P. 16, 21 sq. Die Beziehung von Isa. 44, 6 auf den duplex adventus
Ghristi , und von Deut. 32, 39 auf den Antichrist ist sehr originell und
alterthümlich.
P. 17, 20. Vgl. das „reeeptior" Tertulüan's de pudicit. 20.
P. 17, 21. Auf diese Baruchstelle haben sich nach Hippel, c. Noet. 2
die römischen Monarchianer berufen ; s. auch Tert. adv. Prax. 16. K n e u c k e r
(das Buch Baruch 1879) hält sie für eine christliche Interpolation.
P. 18, 4. 5. Der Text ist hier augenscheinlich verderbt.
P. 18, 23. Das „eius" ist auffallend; vielleicht bezieht es sich auf
verita« zurück. Zu der Phrase in principio =» in Christo s. Routh,
Reliq. S. I p. 98 sq. Texte u. Unters. I, 1 S. 117 f.
P. 19, 2. Zur Sache s. Barnab. 5, 5 u. Just., Dial. 62.
P. 19, 5sq« Hier stimmt der Text wörtlich mit Hebr. 1, 5.
P, 19, 7. Die LXX bieten tiqquotoxov (für „principem*'). Dieses
Wort hat der Verf. um des „principium" willen gewählt.
P. 19, 8. Hebr. 1, 6.
P. 19, 25sq. Die Parallelisirung der Entstehung des Christus mit der
Schöpfung des Menschen ist beachtenswerth; s. II Clem. 14, 2: inoiijasv
6 &f6Q tov av&Qwnov txQoev xai ^^Xv rö agatv iatip ö XgiatdQ.
P. 19, 27, Tertullian citirt adv. Marc. IV, 14: „Sic et retro in Ba-
siliis Anna mater Samuelis"; adv. Marc. IV, 21; „Habes tertiam Basi-
liarum; si et quartam resölvas etc."
P. 20, 5. Die Worte „fides (fidem) consequetur domum (domus) eins"
fehlen im Grundtext und bei den LXX; den Lateinern sind sie bekannt.
P. 20, 19. LXX: Xoyov ovvtfkwv xal avvtsfivwv iv Stxaioavv^ xxX,
P. 20, 25. Aehnliches sehr oft bei den Apologeten; zu „legem novam"
6. meine Note zu Barnab. 2, 6.
P. 21, 2. Der Verfasser hat irrthümlich Jerera. 6, 10 als jesajanisch
citirt.
P. 21,3, Der Text („Nam si et♦
halten. Zur Verwechselung gab der Umstand Anlass, dass das Buch
ebenso wie die Proverbien und die Weisheit Salomonis den Titel 7)
navdQStoq aotpla führte; s. Lightfoot zu I Clem. ad Cor. 57 u.
vgl. Kihn, Theodor v. Mopsv. S. 77 n. 1. Die Worte von „primogeni-
tus" bis „indeficiens" stehen bekanntlich nicht im griechischen Texte,
sondern sind ein alter lateinischer Zusatz; s. Fritzsche, Libri apocr. V.
T. p. 445.
P. 21, 12. Der christliche Disputant wird hier wie an anderen Stellen
nicht als ein geborener Jude vorgestellt.
P. 21, 14. Die Stelle aus den Proverbien ist sehr willkürlich be-
handelt. So hat der Verf. ,.in principio" hinzugesetzt.
P. 21, 23. TeituU. de orat. 20, de bapt. 17: „sanctissinms apostolus".
— Man erinnert sich hier an 11 Cor. 3, 13 sq. 16.
P. 22, 3 sq. Das Citat aus Daniel (LXX, nicht Theodotion) ist durch
Zusätze entstellt und weicht sehr stark von den griechischen Texten ab.
P. 22, 9., „siluerunt" , s. Justin und die Apologeten. Das folgende
Citat aus Jesajas ist wiederum ein sehr freies, ebenso die daran sich
schliessenden.
P. 23, 6. Der Verfasser hat Salmanassar und Sanherib verwechselt.
P. 24, 6 sq. S. Tertull. adv. Marc. III, 13. Der emphatisch dazwi-
schengestellte Satz: „Hoc credimus et sie fideni nostram custodimus" ist
auffallend. Es scheint, als habe der Verfasser gegen den Doketismus
Zeugniss ablegen wollen.
P. 24, 8. Circumcisus; s. Luc. 2, 21.
P. 24. 9. Dulcedo doctrinae; diese Auslegung kommt sonst meines
Wissens in älterer Zeit nicht vor.
P. 24, 11. S. Matth. 2, 11. Tertull. adv. Marc. III, 13. adv. lud. 9.
Just., Dial. 77. 78 fin. lieber die Bekehrung des eigentlichen Samariens
spricht sich Justin (Apol. I, 53) sehr ungünstig aus; aber unserem Ver-
fasser ist Samarien Repräsentantin der Heidenwelt.
P. 24, 14 sq. Justin (nach ihm Tertullian) deutet den rex Assyriae auf
Herodes ^Dial. 77. 103).
P. 24, 23 sq. Maria vrird vom Verfasser für eine Davididin gehalten;
s. Just., Dial. 43 n. 2, Die „virga" wird von Justin, Tertullian u. A. auf
Christus bezogen; aber Tertull. adv. lud. 9 heisst es: „Et nascetur, inquit,
virga de radice lesse, quod est Maria".
P, 24, 30. Im 2. und 3. Jahrhundert hat man diese Frage noch
nicht bejaht, im Gegentheil ausdrücklich verneint (im Gegensatz zum
Doketismus); s. Tert. de carne 23; Orig, Homil. 14 in Luc. Anders hat
erst Hieronymus geurthellt ^adv. Helvid.).
P. 25, 13 sq. Diese Worte finden sich in keinem der uns bekannten
Bücher Baruchs; sie sind ohne Zweifel christlichen Ursprungs, und zwar
stammen sie frühestens aus dem 4. Jahrhundert. Ueber „iaculatus" (er-
zeugt) s. Rons eh. Itala u. Vulgata S. 300.
P. 25, 15. Die Erwähnung der „tuiiica" hier ist auffallend; walu'-
scheiulich ist eine Textescorrlption zu statuiren. Unter der „tunica de-
Anmerkungen. 47
super contextfi" ist vielleicht der wunderbar erzeugte Leib zu verstehen.
Das Bild kommt auch sonst vor.
P. 25, 19. „Illius" steht für „rov"; s. Rönsch, a. a. 0. S. 419f. Auch
bei Cypr. , Testim, II, 12 steht: „illius Effrata". Ueber die Form „pro-
diet" s. Rönsch, a. a. 0. S. 292 f. An derselben Stelle haben Augustin
(de civit XVin, 30. 32) und Cod. Weingart, dieselbe Form.
P. 25, 26. „Superius"; s. III, 14 (p. 24, 8).
P. 26, 12. S. Barnab. 9, 6; Just., DiaJ. 28; TertuU. adv. lud. 3.
P. 26, 13 sq. S. Tert. adv. lud. 3.
P. '26, 27 sq. Auch Tertullian (de pudic. 9) nimmt an, dass alle ZöUner
in Palästina Heiden gewesen seien (speciell auch Zucchäus, s. adv. Marc.
IV, 37). Dagegen Hieron. ep. ad Damas. (s. d. Note Martene's): „Quasi
vero et Matthaeus non ex circumcisione fuerit publicanus, et ille qui cum
Pharisaeo in templo orans oculos ad coelum non audebat erigere, non
ex Israel fuerit publicanus . . , aut cuiquam credibiie possit videri ethni-
cum templum ingressum, aut dominum cum ethnico habuisse convivium".
Mt. 9, 9. Luc. 19, 2.
P. 27, 2 sq. S. Barnab. 13 n. 5.
P. 27, 5. „lam non"; der Verfasser gesteht also wie Justin zu, dass
die Beschneidung am Fleische einst geboten war.
P. 27, 12. Aehnlich Barnab. 13, 5; anders hat Tertullian (de bapt.
8) die Stelle erklärt.
P. 27, 14. Ein vom 3. Jahrhundert ab häufig gebrauchtes Bild.
P. 28, 2. Diese Allegorie ist bei den älteren Vätern nicht gebräuch-
lich. Sie beziehen die gladii petrini auf Christus. Die Hervorhebung des
Petrus ist benferkenswertli.
P. 29, 11 sq. Vgl. Luc, 24, 25 f. Auch Justin sieht hierin den letzten
Grund des Todesleidens.
P. 29, 14. S. c. III, 11 (p 21, 2).
P, 29, 19 sq. S. Act. 2, 29 und Aehnliches bei Justin.
P. 30, 16. In dem Citat Num. 23 ist wohl absichtlich die Negation
weggelassen.
P. 30, 18, LXX: höiXipiöoQ fjtov levxoq xal nvggbq ixXskoxiffßSvog
und fxvQtdöcjp. Hieraus hat der üebersetzer die messianische Weissagung
gemacht: „laneea conpunctus a militibus".
P. 31 , 20. Die Formen foliä, foliarum habe ich nicht zu corrigiren gewagt.
P. 33, 7 sq. Der „praedictus adventus" kann nur die zweite Ankunft
sein; aber von dieser war bisher eigentlich noch gar nicht die Rede.
P. 33, 11. ,,Annum''; hiezu bemerkt Martene: Eamdem opinionem
secuti sunt inter Latinos TertulHanus (lib. c. ludaeos) et Lactantius (libro
IV. Institut.). Nullas vero, quem sciam, post saeculum quartum, si tamen
unum excipias Orosium. Hinc scriptoris antiquitatem colligas.
P. 34, 15 sq. S. Just., Apol. I, 36.
F, 35, 9. Der Verfasser hat hier irrthümlicher Weise das Deutero-
nium citirt; die Stelle steht im Exodus.
?. 36, 3 sq. S. Mt. 27, 45.
48 Bie Altercatio Simonis et Theophili.
P. 36, 7 sq. Der Vers ist durcli willkürliche Textändemug zu einer
mesedanischen Weissagung umgestaltet worden.
P. 87, 5. Das „sciebant" des Cod. B ist kaum erträglich; ich habe
daher die LA „nesciebant" vorgezogen.
P. 37, 7. Märten e conjicirte „romphaeam".
P. 37, 13 sq. Hier ist der Text in B augenscheinlich verder1>t; in V
fehlt die Stelle.
P. 37, 17. Der Verfasser folgte bei Anordnung der letzten Citate ziem-
lich streng dem Sjrmbolum. Der Ausdruck „de claritate etc." zeigt, dass
er ein Symbolum vor Augen hatte, welches die Worte näXiv naQayfvr}-
aöfitvov iv dö^g xQitijv xtX. enthielt. Der Zusatz iv 66^13 ist ein orienta-
lischer: er kommt im römischen Symbol nicht vor, wohl aber auch in
älteren abendländischen regulae fidei. S. Vetustiss. eccles. Rom. symbol.
illustr. (PP. App. Opp. I, 2 p. 118 not. p. 140).
P. 3S, 6. Ueber den alten Zusatz „a ligno" vgL Müller, Bamabas-
brief 8. 2!3f.; Otto zu Just, Dial. 73 (Apol. I, 41).
P. 38, 10. S. Joh. 19, 17.
P. 40, 8 sq. „Homines, €q." ; der Text ist hier wahrscheinlich verderbt.
P. 40, 14 sq. Im mosaischen Gesetz ist bekanntlich der Weingenuss nicht
verboten; der Satz „cibos et vinum gentiliter sumitis" ist daher auf-
fallend. Vielleicht ist nur im Allgemeinen auf den unbefangenen Tisch-
verkehr der Christen mit Heiden angespielt. Allein wahrscheinlicher han-
delt es sich um eine asketische Zumuthimg.
P. 40, 21 sq. Auch in B ist hier schwerlich der Text zuverlässig über-
liefert. Die Worte „ad vicem murorum mare circumstetit undas" sind
vielleicht eine corrumpirte Glosse.
P. 41, 4. Schon Zacagni hat in seiner Ausgabe der Acta Archelai
c. 81 zu den Worten: „Hoc in loco pervideo, magnificum dei famulum
Moysen imaginariam legem his, qui recte velint videre, tradidisse, et
legem veram etc " unsere Stelle verglichen.
P. 41, 6 sq. Vor „arma bellica" oder nach „gestautes" ist vielleicht
etwas ausgefallen.
P. 41, 13. Die Jesajasstelle ist sehr willkürlich zurechtgemacht
P. 41, 16 sq. Zum septimus millesimus annus, der natürlich das 7. Jahr-
tausend bezeichnen soll, s. meine Noten zu Bamab. c. 15. Der Ausdruck
sabbatum sabbatorum kommt sonst meines Wissens nicht vor.
P. 41, 18. Der Ausdruck „sabbata tenei-a sancta deo" ist vielleicht
nicht zu halten ; ich habe aber nicht gewagt, ihn zu corrigiren. Hat man
an Isa. 58, 13: t« z()v sind an sich kein Zeichen des Judaisirens. Wenn
74 l'it? Altcrcatio Simonis et Theophili.
gewesen ist und eine wirkliche Yerjudung auch der Christen
in Folge einer Zwangslage zu befürchten war. Die christhchen
Schriften aber, die aus der Noth solcher Zustände heraus ge-
schrieben worden sind, unterscheiden sich so deuthch von jenen
anderen, dass. ein Schwanken über die Situation im einzelnen
Fall gar nicht möglich ist.
Gehen wir nach diesen Vorbemerkungen zu dem Aus-
schnitte aus der altchristlichen Literatur über, welcher sich durch
Form und Adresse als Polemik gegen das Judenthum kenn-
zeichnet. Nach dem eben Ausgeführten wird offenbar geworden
sein, dass er — einzelne verhältnissmässig späte Stücke abge-
rechnet — nicht den Anspruch erheben kann, für eine besondere
Gattung in der altchristlichen Schriftstell erei zu gelten, viel-
mehr mit den an das grosse Publicum gerichteten Apologien,
aber auch mit solchen Werken wie Melitos ,,'£'jt/.o/a/^', Cyprians
„Testimonia" und Pseudogregors von Njssa „Testimonia adv.
ludaeos" zusammen srefasst werden muss. Nur Eines könnte
dazu verleiten, der sog. antijüdischen Literatur der alten Kirche
doch eine besondere Stellung einzuräumen — das ist die auf
den ersten Blick auffallende Beobachtung, dass die Form des
Dialoges so fest an ihr gehaftet zu haben scheint. Nicht nur
der christliche Pöbel, wie z. B. in Antiochien, sei es nun aus Aberglauben
oder aus anderen naheliegenden Gründen, die jüdi!3chen Feste mitfeierte
(8, Chrysostom., Honiil. YlII adv. lud., Opp. edid. Montfaucon [edit. Paris,
altera] T. 1 p. 712 — S43), so war dies freilich bedenklicher, und je weiter
man von Antiochien nach Osten und Südosten vorschreitet , um so deut-
licher erscheinen die Gefahren, wöLhen das Christenthum der dortigen
Gemeinflen von Seiten der Juden ausgesetzt war (man vgl. namentlich
die Schriften der ostsyi-ischen und der in den Euphrat- und Tigrisländern
lebenden Schriftsteller des 4. u. 5. Jahrhunderts). Die Gefahren aber ent-
sprangen hier vornehmlich aus der Lage der Gemeinden gegenüber einer
mächtigen Judenschaft und Avaren gewiss am wenigsten, oder doch nur
indirect. solche, die aus theoretischen Zweifeln sich ergaben. Dagegen
hat sich von alten Zeiten her in einem Landstriche Kleiuasiens wirkliches
Judaisiren, welches wohl auch theoretisch begründet wurde, erhalten: s.
den 29. 35. 37, und 38. Kanon der Synode von Laodicea und den 70. u.
71. der apostolischen Kanones. Dazu Lightfoot, Ej). to the Coloss. edit.
I p. 66 sq. Auch die Hypsistarier und Euphemiten dürfen hierher ge-
rechnet werden, sowie noch einige Gruppen, von denen Epiphanius be-
richtet hat.
Der Charakter und die Coraposition. 75
die ältesten hier in Betracht kommenden Schriften sind in der
Knnstform des Dialoges abgefasst worden (die Disputation
Jasons und Papiskus' über Christus; Justins Dialog mit Trypho),
sondern es ist auch eine zfiaXe'^ig y.aia lovöaicov^'^)^ ein zJia-
Xoyog XQiöTiavov y,at lovdalov, wv xa ovoi^iaxa tov /^liv XQioxia-
vov Tt/nodeoVj too Ss JovSatovi^xv/M, angeblich aus der Zeit
des alexandrinischen Cyrill's'^^), ferner die Altercatio Simonis
lüdaei et Theophili Christiani, der pseudoaugustinische Dialog
de altercatione- ecclesiae et synagogae *"^) hier zu nennen, und
bis in das Mittelalter hinein lassen sich die Disputati ones eccle-
siae et synagogae, resp. Christiani et ludaei verfolgen "^^j. Es
gelten aber auch solche Schriften, welche die Form des Dia-
loges verschmäht haben, manchmal in dieselbe über oder kommen
ihr doch sehr nahe. Das muss z. B. in der verlorengegangenen
^iTioöei'/.Tt'Kri nQog lovöalovg des Hippolyt der Fall gewesen
sein'*'''), und auch an Tertullians Schrift adv. ludaeos — mag
man nun über ihren Anlass denken wie man will — ist hier zu
erinnern. Aber eben die letztere Beobachtung zeigt, dass für
Tractate, die in der Form einer Polemik gegen das Judenthum
gehalten waren, der Dialog die gleichsam von selbst gebotene,
am nächsten liegende Kunstform war. Wo das Detail ein sehr
buntes und ermüdendes ist, die Art seiner Verwerthung aber
stets die gleiche bleibt, da kann man sich Abschnitte und Ruhe-
pausen nur künstlich schaffen, und eigentlich nur hiezu, sowie
42) S. Bandini, CataL Bibl. Mediceo^Laurent. I p. 165. Eine Probe
hat Bandini p. 165 *> gegeben, aus der man aber wenig ersehen kann.
43) S. Mai, Nova Biblioth. VI, 2 p. 537 sq. Spicil. Rom. IX p. XI sq.
44) August. Opp. (edit. Venet.) App. VII p. 2297 sq.
45) Thesaur. edid. Märten e et Durand T. V p. 1497 sq. u. sonst; m.
vgl. die Werke, welche Reuter, Gesch. der relig. Aufklärung im Mittel-
alter Bd. I S. 30S n. 13 verzeichnet hat.^
46) Wir besitzen von ihr nur ein Bruchstück, welches Fahr ici'us
nach einer Abschrift Montfaucons aus dem Cod. Vatic. 1431 zuerst ver-
öffentlicht hat (s. Lagarde, Hippel. Rom. p. 63sq.). Nach einer Angabc
Bunsens (Hippolyt u. s. Zeit. Bd. I S. 194), findet sich in den „Acta
Martyrum" App. HI p. 449 sq. ein nicht unbeträchtliches Stück der 'Ano-
(hixiixi^ in einer lateinischen üebersetzung („Demonstratio adv. ludaeos").
Caspari hat (Quellen. Bd. 111 S. 395) auf diese Notiz ^deder aufmerksam
gemacht, war aber selbst nicht in der Lage ihr nachzugehen. Auch ich
muss die Sache hier auf sich beruhen lassen.
76 Die Altercätio Simonis et Theophili.
um die Möglichkeit der „increpatio" und „castigatio" des Juden
zugleich zu gewinnen, hat sich der Dialog behauptet. Dabei
soll vorbehalten bleiben, dass möglichenveise einer der ältesten
Dialoge, sei es nun der des Aristo oder Justin, hier vorbildlich
nachgewirkt hat. Immerhin sind ja auch eine Reihe von antijüdi-
schen Schriften unter Verzicht auf die Form des Dialoges ab-
gefasst worden, ja wahrscheinlich die grössere Zahl derselben ■^^),
während diese Form doch auch in den apologetischen Tractaten,
die der jüdischen Adresse entbehren, seit Minucius Felix' Octa-
vius hie und da gefunden wird. Hier aber empfahl sie sich
weniger oder verlangte doch zu ihrer Durchführung eine viel
grössere Kunst, als die war, über welche Schriftsteller gewöhn-
lichen Schlages verfügten.
Treten wir nun, um die Altercätio Theophili geschichtlich
zu würdigen, der an die Juden adressirten Literatur naher, so
haben wir freihch sogleich den Verlust von vier. Werken zu
beklagen, die, wenn sie erhalten wären, die Untersuchung wesent-
lich erleichtern würden. Es sind das 1) der Dialog des Jason
und Fapiskus '^^), 2) die Schrift des Miltiades gegen die Juden,
3) die Eklogen des Melito ^'") und 4) die schon genannte ^Ano-
47) Der Kürze wegen sei auf das unvollständige Yerzeichniss in Fabri-
cius-Harless, Biblioth. Gr. T. Yll p. 745sq. verwiesen.
48) lieber ihn ist es jedoch möglich, aus den erhaltenen Bezeugungen
einige Urtheile zu gewinnen (s. Texte u. Unters. 1, II S. 115f,\
49) Die Eklogeii, obgleich sie nicht zu den an das Judenthuni direct
gerichteten vSchriften gehören, dürfen wir nach dem, was Eusebius über
sie bemerkt hat, hierher ziehen. Melito hat (h. e. IV, 26, 12 sq.) das Werk
auf Bitten seines Freundes Onesimus zusammengestellt. Es umfasste sechs
Bücher — war also sehr umfangreich — und enthielt „Auszüge aus dem
Gesetz und den Propheten betreö's des Heilandes und unseres ganzen
Glaubens" (Ex).oyal sx xs xov ßöfxov xal rwv Tigocpr^rcöv ttfqI xov öcdt^-
QO(; xal ndarjQ xijq niazefoc i,fx(jjv). Diese Schrift scheint also ganz ähn-
lich angelegt gewesen zu sein wie die „Testimonia" des Cyprian ',s. Texte
und Untersuchungen I, II S. 251), und es liegt daher nahe, anzunehmen,
dass sie die Quelle für diese gewesen ist. Allein dagegen spricht, dass
1) Melito nur Stellen aus dem hebräischen Kanon des A. T. zusammen-
gestellt hat, während den Testimonien der alexandrinische za Grunde
liegt, dass 2) Melito in seinem Werke detaillirte Angaben über den Um-
fang des alttestamentlichen Kanons und über die Reihenfolge der Bücher
in demselben gemacht hat, welche l)ei Cyprian ganz fehlen, und dass
Der Cliarakter und die Composition. 77
Sfiy.TiKij des Hippolyt. So bleiben aus älterer Zeit nur der
Dialog des Justin, die Schrift Tertullians „adv. ludaeos" und
die „Testimonia" des Cyprian übrig. Letzere Schrift, eine Com-
pilation, welche unter anderem den Weissagungsbeweis als ein
Stück des katechetischen Unterrichts zeigt, ist mit den genannten
Werken enge verschwistert. Aus späterer Zeit sind eine Reihe von
Tractaten zur Vergleichung herbeigezogen worden. Die pseudo-
cyprianischen Schrifteu „de montjj3us, Sina et Sion" und „adv.
ludaeos"'^^), die pseudogregorianische interessante Sammlung
..Testimonia adv. ludaeos"^^), die Tractate des Chrysostomus
gegen das Judenthuni, die „Demonstratio c. lud. de adventu
Christi'-' des Basilius von Seleucia "^^), die noch erhaltenen Reste
der antijüdischen Polemik des Cyrill von Alexandrien^^), das
von Mai veröffentlichte Fragment des Dialogs zwischen Timo-
theus und Aquila^^), die Abhandlung des Celsus „de iudaica
incredulitate"^^''), endlich jene umfangreiche, aber sehr späte
Schrift gegen die Juden, die unter dem Namen eines Anasta-
sius geht -^6).
Der Dialog des Justin mit Trypho ist die für uns älteste
und zugleich die bedeutendste und umfangreichste Schrift aus
dieser ganzen Gattung. Ob ein oder mehrere Gespräche mit
Juden die Ausarbeitung des Dialoges veranlasst haben — was
nicht unwahrscheinlich ist — , oder ob er frei von Justin er-
funden ist, das ist eine ziemlich crjeichfyültifje Frage; denn sicher
ist es, dass Justin, wie Engelhardt bemerkt hat^"*), sich bei
Aufzeichnung des Dialogs frei bewegte und seinen Gegner fast
8) wir von einer Verbreitung dieses Buches im Abendlande nichts wissen.
Ein vierter durchscblagender Grund gegen die Hypothese wird sich in
einem späteren Abschnitt ergeben.
50) Hartel, Cypr. Opp'. T. 111.
51) Zacagni, 1. c. p. 288—329.
52) Biblioth. Lugd, T. VIII p. 495.
53) S. Cyrilli Opp. ed. Migne T. IX p. 1422 u. a. a. St.
54) L. c.
55) Hartel, Cypr. Opp. T. III.
56) Biblioth. Lugd. T. XIII p. 334 sq. — Fraglich ist, ob Lactantirs
seine Absicht, gegen die Juden zu schreiben (Inst. div. A^ll, 1: .,,Sed erit
nobis contra ludaeos separata materia, in qua iUos erroris et sceleris re-
vincemus"), überhaupt ausgeführt hat.
57) Das Christenthum Justin des Märtyrers S. 220.
78 Die Altercatio Simonis efc Theopliili.
immer nur das sagen liess, was ilim zur Fortfuhrung der eigenen
Gedanken und zur DurcMührnng seiner Beweise dienlich er-
schien. Unter solchen Umständen ist es auch für die Exposition
des Dialoges wenig bedeutend, dass Justin sich selbst und nicht
einer erfundenen Person die Rolle des Christen zugetheilt hat.
Indessen gewährte ihm die von ihm gewählte Form den Vor-
theil, in der Einleitung seine eigene Bekehrungsgeschichte er-
zählen und so seine Schrift sehr wirksam einführen zu können.
Eben diese Eijileitung zeigt nun aber, dass das ganze Werk
an das griechische Publicum gerichtet ist und nicht, oder doch
nicht vornehmlich, auf jüdische Leser rechnete ^^). Zwar lässt
sich nicht verkennen, dass Justin in demselben auch Fragen
erörtert, die dem Heiden ferner lagen ^^). Aber es ist ja nicht
die gebildete Welt überhaupt, an welche er sich richtet, son-
dern jene suchenden und unbefriedigten Gemüther in ihr, die,
wie er selbst, von der Philosophie nicht beruhigt und vielleicht
schon auf die palästinensischen Religionen aufmerksam geworden
sind, solche, die sich bis zu einem gewissen Grade bereits mit der
Frage, Christenthum oder Judenthum, befasst haben. In einer
wirklich füi- Juden geschriebenen Schrift hätte die ganze aus-
führliche Einleitung über das Christenthum als die wahre Philo-
sophie wenig Sinn gehabt, und auch der Schluss wäre wohl
wirkungsvoller ausgefallen, wenn es Justins Absicht gewesen
wäre, vor allem die Bekehrung der Juden zu betreiben ^'^).
Den ganzen Stoff hat Justin in die beiden Abschnitte unterge-
bracht: de lege und de Christo; denn was vom 135. Capitel ab
noch folgt, ist nur die geschichtliche Consequenz dessen, was
in jenen beiden Theilen festgestellt worden ist. Was nun die
Ausführung anbetrifft, so macht Justin, wie schon oftmals be-
5S) So urtlieilt auch 0 verl^eck („Ueber die AaTänge der patristischen
Literatur-. Ilistor. Zischr. N. F. Bd. XIT. S. 44S n. 1).
5fl) Andererseits läsHt ''r seinen Juden einige Bemerkungen machen,
die den wirklichen Juden charakterisiren und zeigen, dass Justin
das damalige Judenthum kannte. Aber sie kommen nicht häufig vor. und
geben dem Dialog«' nicht da« Gepräge. Die wichtige Ausführung c. 47
ist auRserdem gewiss auch auf heidnische (und christliche) Leser berechnet.
fjü) T"'^eber die letzte A bezieht des Dialogs wäre wahrs«!heinlich ein
Zweifel nicht möglich, wenn wir etwas von jenem Marcus Pompejus (c. S.
141) wü.ssteu, dem er gewidmet i.'^t. Die Widmung — eine «olche muss
der Dialog ursprünglich geh-.ibr. haben — ist aber leider verloren gegangen.
Der Charakter und die Coinposition. 7v ttJ? olxov/xiyijq ißaaiXsvasv, doch
ist die Uebereinstimmung durchaus keine so grosse wie zwischen der
Altercatio und TertuUian.
Texte und Uotfirsuchangen I, 3. S
114 I^ie Altercatio Simonis et TheophiK.
und dass die Auslegung einiger weniger messianischer Stellen
eine ähnliche ist — man vgl. die von Ps. 22, Isa. 53, Jos. 2
(Dial. 111 fin.), Deut. 33, 13 sq., des Passah's — , so wird das
Wichtigste genannt sein. Dass auch die guten Engel den in
den Himmel aufsteigen de ft Christus nicht sofort erkannt haben,
sagt auch Justin (c. 36 p. 126; s. Altere. VI, 25); ebenso lehnt
auch er (vgl. Altere. II, 9) die Beziehung von Gen. 1, 26 auf
die Engel ab (c. 62 p. 218). Schliesslich ist noch auf die Art
hinzuweisen, in welcher beide Apologeten die Vertheidigung
des Kreuzestodes Christi eingeleitet haben. Beide stellen das
Problem so bestimmt wie möglich auf, indem sie den Juden
bei Deut. 21, 23 einsetzen lassen ^^^). Allein weiter reicht eigent-
lich die Uebereinstimmung nicht mehr; denn während Trypho
von vornherein zugiebt (s. auch schon c. 36 n. 1), dass Christus
als Tiad-TiTog geweissagt sei, und nur die schimpfliche Todesart
beanstandet (c. 89. 90), sagt Simon in der Altercatio: „non
passum Christum in scripturis nostris invenimus" ^^^). Bei Justin
findet sich auch nicht der Versuch, aus dem Context das Gewicht
der Deuteroniumstelle zu beseitigen, während umgekehrt die
Wendung, welche Justin c. 94 (p. 344) der Argumentation ge-
geben hat, dem Verfasser der Altercatio unbekannt geblieben ist.
Fasst man alle diese Beobachtungen zusammen, so wird
man urtheilen müssen, dass die Grundschrift der Altercatio ,
nicht als ein Excerpt aus dem Dialog des Justin betrachtet
werden kann, und dass überhaupt kein Grund vorhanden ist,
sie für jünger zu achten als jene Schrift. Ein literarisches Ver-
wandtschaftsverhältniss scheint allerdings zwischen beiden Dia-
logen zu bestehen (s. namentlich die Behandlung der Beschneid-
ungsfrage); aber es ist schwierig und, wie es scheint, aussichts-
los, dassel])e genauer zu bestimmen. Ist es ein unmittelbares,
108) Dies blieb die Regel in der Apologetik, und die Juden werden
wirklich von Anfang an diese SteUe besonders geltend gemacht haben.
„Famosissima quaestio est", sagt Hieronymus, Comment, in ep. ad Galat.
Hb. II. Opp. VII p. 436), „et nobis soleat a ludaeis pro infamia obüci,
quod salvatoT noster et dominus sub dei fuerit maledicto".
100) Auch Credner (Beiträge U S. 66) ist es aufgefallen, dass Trypho
soviel von vornherein zugiebt. Er erklärt diese Thatsache aber unrichtig,
wenn er sagt: „Zu Justins Zeit müs^scn die Juden ihren Vortheil noch
nicht gekannt haben".
Die Altercatio lasoiiis et Papisci. 115
dann liegt die Annahme näher, dass vielmehr Justin hier der
Spätere ist; ist es ein vermitteltes — und diese Hypothese
empfiehlt sich, weil die wichtigsten Abschnitte in der Altercatio
sich bei Justin so nicht wiederfinden — , dann muss jede Muth-
massung unterdrückt werden. Aber für die hier vorliegende
Frage genügt die Feststellung, dass die Grundschrift der Alter-
catio nicht über Tertullian hinauf bis zu Justins Dialog sicher
zu verfolgen ist, dass sie sich zwar mit diesem berührt, aber
nicht von ihm abzuleiten ist.
§6. Die Grundschrift der Altercatio Simonis et Theo-
phili und die Altercatio lasonis et Papisci.
Fassen wir das bisherige Ergebniss zusammen: der Alter-
catio Simonis et Theophili liegt ein Dialog zwischen einem.
Juden und einem Christen zu Grunde, der aus dem 2. Jahr-
hundert stammt, der in der lateinischen Literatur der Folgezeit
mehrfach benutzt und am Anfang des 5. Jahrhunderts von einem
gallischen Theologen, Euagrius, in einer lateinischen Bearbeit-
ung aufs neue publicirt worden ist.
Dieses Ergebniss ist an sich wichtig und belangreich. Wir
dürfen in der bisher so vernachlässigten Altercatio des Eua-
grius einen Dialog aus der ältesten christlichen Literatur, wenn
auch in üeberarbeitung, erkennen. Aber lässt sich dieser Dialog
nicht vielleicht identificiren und näher bestimmen?
Wer, wie Reuter^^^), der Meinung ist, dass allein in den
mittleren Decennien des 2. Jahrhunderts christhche literarische
Urkunden zu Tausenden verfasst und entstanden sind, der wird
natürlich nicht daran denken können, die hier geforderte, bis-
her noch namenlose Schrift naher zu bestimmen; wer aber mit
dem Verfasser diesör Abhandlung anzunehmen geneigt ist, dass
wir den grössten Theil der im 2. Jahrhundert entstandenen,
einflussreichen kirchlichen Schriftwerke wenigstens dem Titel
nach kennen ^^'), der wird nicht sofort verzagen. Unter dem
Titel adversus ludaeos oder einem ähnlichen sind uns aus dem
110) Ztschr. f. Kirchengesch, IV S. 509.
111} Diese Hypothese kann natürlich strict niemals bewiesen werden;
aber es ist nicht schwer, sie wahrscheinlich zu machen.
8*
11(5 I^ie Altercatio Simonis et Theophili.
zweiten Jahrhundert, wie oben S. 76 f. gezeigt worden, nur sehr
wenige Schriften bekannt. An die verlorene Schrift des Miltiades
adv. ludaeos ist hier schwerhch zu denken, da uns nicht mit-
getheilt worden ist, dass sie in dialogischer Form abgefasst
war 1^2) Dagegen wird sich Jeder, der die Literatur des 2. Jahr-
hunderts übersieht, hier sofort an den ebenfalls verlorenge-
gangenen, von Eusebius bereits unterschlagenen Dialog des
Jason und Papiscus erinnern. Wir wissen überhaupt nur
von zwei antijüdischen Dialogen, die im 2. Jahrhundert ent-
standen sind, dem eben genannten und dem Dialog Justins mit
Trypho. Da, wie gezeigt worden, der letztere hier nicht in
Frage kommen kann, so besteht von vornherein — man darf
nicht sagen eine gewisse Wahrscheinlichkeit, wohl aber ein
gewisses Vorurtheil zu Recht, dass wir den Dialog des Jason und
Papiscus als die Vorlage für die Altercatio des Euagrius zu
beurtheilen haben, resp. dass wir in diesem Dialog des 5. Jahr-
hunderts die Grundzüge jener alten Streitschrift wiedererkennen
dürfen.
Von der Altercatio lasonis et Papisci und ihrer höchst
seltsamen und lehrreichen Geschichte in der Kirche ist in diesen
Untersuchungen bereits gehandelt worden ^^^). Indem auf die
dort gegebenen Ausfahrungen verwiesen wird, soll hier die
Summe unseres bisherigen Wissens von dieser Schrift kurz zu-
sammengefasst werden, um das oben präcisirte Vorurtheil zu
erproben.
1) Die Streitrede des Jason und Papiscus über Christus
(als jjtdaovoQ xoft ÜaTiloyiov avTiXoyla Ttegl Xqigtov^^ von Ori-
genescitirt; Celsus hat die Namen umgestellt; „Altercatio lasonis
et Papisci" sagt Hieronjmus; „Disceptatio [concertatio] lasonis
et Papisci" Celsus Afer; zliaXe^tg IlajrtGKOv y.at Y«aovög Maxi-
mus Confessor) ist, aller Wahrscheinlichkeit nach in dem Men-
schenalter zwischen c. 135 und 165, in griechischer Sprache
112) Die Möglichkeit, dass sie ein Dialog gewesen ist, ist indess nicht
bestimmt zu bestreiten, und in diesem Falle käme sie allerdings in Be-
tracht. Doch ist diese Mögücbkeit nicht weiter zu discutiren, da wir
keine Zeile aus dieser Schrift und kein einziges Urtheil über dieselbe be-
sitzen. An die Belogen des Melito kann ebenfalls desshalb nicht gedacht
werden, weü sie nur eine Materialiensammlung gewesen sind (s. oben S. 76).
113) S. Bd. I R 1. 2 S. 115—130.
Die Altercatio lasonis et Papisci. WJ
verfasst worden und wurde bereits zu der Zeit, als Celsus die
Materialien für seinen ,,yl6yog alr^Wig^^ sammelte, vielfach in
der Kirche gelesen. In Alexandrien war sie zur Zeit des Clemens
und Origenes bekannt.
2) Die Schrift hatte einen geringen Umfang — ein owyQa/ii^
(.iccTiov nennt sie Origenes.
3) Sie handelte gegenüber den Juden so vornehmlich —
darin von dem Dialog des Justin verschieden — über Christus,
dass Origenes sie kurzweg als dvTiloyla negi Xqiotov bezeichnet
und Celsus Afer ihren Inhalt als: „adsertio et vindicatio dispo-
sitionis et plenitudinis Christi" angegeben hat.
4) In ihr war aufgezeichnet, „wie ein Christ auf Grund
der jüdischen Schriften mit einem Juden disputirt und den
Nachweis liefert, dass die von dem Christus handelnden Pro-
phezeiungen auf Jesus passen, während sein Gegner in wackerer
und nicht unebener Weise die Rolle des Juden im Streite führt"
(Origenes).
5) Die Schrift gehörte zu der Klasse von Schriften, die
Allegorien und Diegesen enthielten (Origenes).
6) Der Christ bediente sich in der Schrift nicht nur der
„admonitio", sondern auch der „lenis increpatio", und milderte
dadurch die obstinate Härte des Herzens des Juden, so dass
derselbe allmählich Einsicht in die Wahrheit gewann, die Furcht
des Herrn in sich aufnahm und Jesus als den Sohn Gottes
glaubte. Er bittet am Schluss den Jason um die Ertheilung
des Taufzeichens (Celsus Afer).
7) Jason war als ein Christ aus den Hebräern, Papiscus
als ein alexandrinischer Jude vorgestellt; also war der Ver-
fasser selbst höchst wahrscheinlich von Geburt ein Hebräer
(Celsus Afer).
8) Ii* dem Dialog war Deuter. 21, 23 angeführt, und zwar
in üebereinstimmuug mit der Uebersetzung des Aquila: Aol~
öoQta ^aov 6 -Agsfuccfievog (Hieronymus).
9) In dem Dialog war Genes. 1, 1 erklärt, als ob die Stelle
laute: „In filio fecit Dens caelum et terram". Mithin ver-
trat der Verfasser bereits die „höhere" Christologie. Hieronymus
sagt nicht, dass in dem Dialog die Worte: „In filio fecit etc»"
als Citat aus der Genesis gestanden hätten, sondern er berichtet,
dass Viele diese LA für die des hebräischen Grundtextes halten,
[jg Die Altercatio Simonis et Theoi^hili.
wie denn auch ein solcher Satz in der Altercatio des Jason
und Papiscus gefanden werde.
10) In dem Dialog kam der Ausdruck „sieben Himmel"
vor (Maximus Confessor).
11) Der Dialog ist dem Celsus, Clemens Alexandrinus, Ori-
genes, Hieronymus und Celsus Afer ohne Verfassernamen
bekannt gewesen; erst Maximus Confessor nennt einen Aristo
von Pella als Autor, während Clemens Alexandrinus in den
Hypotyposen als solchen den Lucas bezeichnet hat.
12) Einer ungenannten Schrift eines Aristo von Pella hat
Eusebius eine Nachricht über die Folgen des Judenaufstandes
unter Hadrian für die Juden entnommen. Es ist nicht ganz
unwahrscheinlich, dass diese Schrift eben der Dialog des Jason
und Papiscus gewesen ist; ferner spricht Einiges dafür, dass
TertuUian in seiner Schrift adv. ludaeos den Dialog benutzt
hat. Ist diese Hypothese begründet, dann bestätigt sich die
Angabe des Maximus, dass Aristo von Pella der Verfasser des-
selben ist.
13) Zur Zeit, da Celsus und Clemens Alexandrinus (Hypo-
typosen) schrieben, erfreute sich der Dialog einer weiten Ver-
breitung und eines grossen Ansehens; aber seit dem Ausgang
des 2. Jahrhunderts (resp. Anfang des 3.) änderte sich das im
Orient. Nicht nur hat ihn Clemens in seinen spateren (?) Schriften
nicht mehr erwähnt, sondern Origenes fühlt sich durch die An-
führung des Dialogs bei Celsus in Verlegenheit gesetzt, nimmt
dem Celsus dieselbe fast übel und sagt geradezu , der Dialog
sei zwar nach Inhalt und Form achtungswerth , jedoch recht
„unbedeutend". „Er kann zwar bei dem grossen Haufen und
den Einfältigeren etwas zur Stärkung des Glaubens beitragen,
dagegen auf die Gebildeteren keinen Eindruck machen". Man
darf also zuversichtlich vermuthen, dass das ßüchleiVi durch
seine alterthümlichen, vielleicht apokalyptischen, jedenfalls ein-
fältig erscheinenden Ausführungen in Misscredit bei den orien-
talischen „Theologen" gekommen ist. Unter solchen Umstän-
den — vielleicht war dem Ansehen des Buches auch schon die
Nationalität des christlichen Disputanten gefährlich — schob es
Eusebius, wie er es in ähnlichen Fällen zu thun pflegte, ganz
bei Seite; Hieronymus hat es zwar in Händen gehabt (in grie-
chischer Sprache; und nur in dieser), aber bei seinen Zeitge-
Die Altercatio lasonis et Papisei. 119
nossen auf keine Bekanntschaft mit demselben gerechnet, es
auch in seinem Kataloge christlicher Schriftsteller und Schriften
nicht erwähnt. In der griechischen Kirche "vvird es nur noch
einmal — im 7. Jahrhundert — von Maxiraus genannt, der
auch überraschender Weise den Verfasser anzugeben weiss.
Dagegen hat noch im Ausgang des 5. Jahrhunderts ein africa-
nischer Bischof, Celsus, den alten Dialog als ein „opus praecla-
rum atque memorabile gloriosuraque" gefeiert. Er hat ihn
übersetzt und diese üebcrsetzung mit einer langen Vorrede
„de iudaica incredulitate" dem berühmten Bischof Vigilius
gewidmet.
In diesen dreizehn Satzgruppen ist Alles enthalten, was
wir zur Zeit über den Dialog des Jason und Papiscus wissen ^ ^^).
Mit Ausnahme des sub 12 Bemerkten ist dieses unser Wissen
ein sicheres. Wie verhält sich nun die Altercatio des Euagrius,
resp. ihre Grundschrift, hiezu? Kann eine Verwandtschaft, kann
die Identität der Grundschrift und des alten Dialogs wirklich
für wahrscheinlich gelten?
Zunächst: Die Geschichte der Ueberlieferung des alten Dia-
loges (13) ist der Hypothese günstig. Er ist im Orient in Ver-
gessenheit gerathen wie die Grundschrift der Altercatio, und
wie diese im Anfang des 5. Jahrhunderts, nachdem sie im Occi-
dent mannigfache Dienste gethan, in Gallien noch einen Be-
arbeiter gefunden hat, so hat der Dialog des Jason und Papiscus
im Ausgange desselben Jahrhunderts in Africa noch einen Lob-
redner und üebersetzer erhalten. Ferner ist die Angabe be-
achte nswerth, dass der alte Dialog nur einen geringen Umfang
gehabt (2), namentlich aber die andere (3), dass er ledig-
lich oder doch ganz hauptsächlich von Christus gehandelt hat,
die übrigen Stücke also, die zwischen Juden und Christen
controvers waren, in ihm entweder gar nicht oder nur flüchtig
berührt gewesen sind. Auch in der Altercatio Sim. et Theoph,,
resp. in ihrer Grundschrift, ist die Christologie, worauf mehrfach
oben hingedeutet worden ist, nicht nur die Hauptsache, sondern
fast ausschliessliches Thema, auch sie ist daher als ^AvtikoyLa
^7reQi Xgiacov, resp. als „adsertio et vindicatio dispositionis et
nlenitudinis Christi" zu bezeichnen. Weiter: beide Schriften
114) Doch s. unten S. 126 n. 12^.
j20 I^i^ Altercatio Simonis et Theophili.
fähren nicht den Titel ,,Jidkoyog^^, sondern den anderen „Alter-
catio" {avitloyla)^^^); in beiden Schriften ist das Alte Testa-
ment das ausschliessliche Beweisinstrument gewesen (4), so dass
alle theoretische Argumentation ausgeschlossen war (s. die starke
Betonung dieses Punktes Altere. I, 1), beide endlich — doch dies
ist selbstverständlich — enthalten allegorische Auslegungen ^^^).
Die bisher genannten Uebereinstimmungen sind — wenn
auch die sub 3 genannte bereits von grosser Bedeutung ist —
doch noch allgemeiner Natur. Entscheidender sind folgende:
auch von der Altercatio Simonis et Theophili lässt sich sagen —
wenn man sich auf den Standpunkt der Kirchenväter stellt — ,
dass der Jude „in wackerer und nicht unebener Weise" den
Streit führt (4). Dieses Lob kann doch nur den Sinn haben,
dass er zwar die nöthigen Einwände folgerecht vorbringt, aber
der Widerlegung und besseren Belehrung stets zugängHch ist.
Dass Origeneb in diesem Sinne dem Juden seine Anerkennung
bezeugt hat, geht aus der genaueren Beschreibung des Ganges
der Streitunterredung bei Celsus Afer deutlich hervor. Die
Züge, welche dieser (6) mitgetheilt hat, stimmen aber
auf das frappanteste zu der Altercatio Sim. et Theoph.
Man kann den Gang der Streitunterredung, die Mittel,
welche der Christ braucht, die stets wachsende Zu-
stimmung des Juden hier gar nicht zutreffender be-
schreiben, als mit den Worten, in welchen Celsus die
Unterredung und ihren Erfolg in dem Dialoge des
Jason undPapiscus beschrieben hat. Auch in der Alter-
catio Sim. et Theophili bittet schhesslich der Jude den Christen
um die Taufe, nachdem er von Abschnitt zu Abschnitt „Ein-
sicht in die Wahrheit" gewonnen, und nachdem ihn der Christ
sowohl durch Ermahnungen als durch Scheltreden zur Einkehr
gebracht hat. Man kann dem nicht entgegenhalten, dass dies
die stereotype Form solcher Dialoge gewesen sei; denn erstens
115) Ueber die Bedeutung dieses Titels s. Yolkmann, die Rhetorik
der Griechen und Römer S. 149.
116) Origenes spricht von Diegesen. Das Wort hat eine weite Be-
deutung; im strengen Sinne finden sich Diegesen in der Altercatio Euagrii
nicht; aber Origenes sagt genau genommen nicht einmal, dass der Dialog
des Jason solche enthalten hat, sondern rechnet ihn in die Claese von
Schriften, welche Allegorien und Diegesen umfassen.
Die Altercatio lasonis et Papisci. 121
lässt sich von stereotypen Formen im 2. Jahrhundert überhaupt
nicht sprechen, und zweitens zeigt der Dialog Justins mit Trypho
uns eine wesentlich andere Methode und vor allem einen an-
deren Erfolg.
Weiter abei-, die Stelle Deut. 21, 23,, welche Hieronymus
in der Altercatio lasonis et Papisci gelesen hat (8), findet sich
auch in der Altercatio Simonis et Theophili, und zwar ist ihre
Behandlung ein Hauptstück in derselben ^*^.
Ferner, der Jude Simon wundert sich , dass in der Genesis
c. 1, 1 nicht vom Sohne als Schöpfer die Rede ist, wenn er doch
nach Meinung der Christen Sohn Gottes sein soll; Theophilus
erklärt darau:^ dass allerdings Genes, l, 1 die Schöpferthätigkeit
des Sohnes bezeugt werde, denn die Worte „in principio" seien
gleich „in Christi arbitrio et ad voluntatem ejus (U, 8)'^ Diese
Auslegung hat aber Hieronymus in der älteren Lite-
ratur nur im Dialoge des Jason und Papiscus und bei
Tertullian gefunden (9).
Endlich, die Grundschrift der Altercatio ist, wie diese selbst
noch zeigt, weniger „philosophisch" als z. B. der Dialog des
Justin, wenn sie auch die höhere Christologie vertreten hat.
Sie enthält zudem Ausführungen über das tausendjährige Reich,
den Antichrist, die sichtbare ausserliche Wiederkunft Christi,
den Weltbrand, sowie seltsame Deutungen (s. gleich im Ein-
gang I, 4. 5) und anstössige Allegorien (VI, 24 fin. 25 init.),
kurz sie entspricht einigermassen dem Bilde der alten Alter-
catio, welches wir uns nach dem sub 13 Bemerkten, namentlich
nach den ürtheilen des Origenes, von ihr machen müssen.
Lässt sich nach diesen Zeugnissen aus dem Inhalte und
der üeberlieferung mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit
behaupten, dass die Vorlage des Euagrius der Dialog des Jason
und Papiscus gewesen ist, so bleiben doch andererseits nicht
geringe Bedenken übrig. Sehe ich recht, so sind es drei : Erst-
lich nämlich sind die Namen der Partner dort und hier ver-
117) Dass wir die Worte, welche Hieron}'inus in der Altercatio lasonis
gelesen: Aoiöogia d-eov 6 xgefidfisvog — er selbst übersetzt sie genau
durch „Maledictio dei qui appensus est" — nicht in wöi*tlicher Ueber-
tragung bei Euagrius finden, sondern vielmehr das vulgäre „Maledictus
omnis qui pendet in ligno" kann natürUch nicht in Betracht kommen,
da Euagrius sich an den ihm geläufigen Bibeltext gehalten haben wird.
122 Die Altercatio Simonis et Theophili
schiedene, zweitens soll nach dem Zeugniss des Celsus Afer
in der Altercatio lasonis et Papisci der Christ als geborener
Hebräer, der Jude als Alexandriner vorgestellt worden sein (7),
drittens hat in der alten Schrift etwas über die sieben Himmel
gestanden (10), was wir in der Altercatio Enägrii jetzt nicht
lesen 11^). '
Es ist jedenfalls ein günstiges Präjudiz in Ansehung dieser
Bedenken, dass sie sämmtlich Punkte betreffen, welche in einer
Ueberarbeitung einer urchristlichen Schrift, a priori geurtheilt,
der Erhaltung am wenigsten sicher waren. Würde es sich um
Differenzen in solchen Stücken hier und dort handeln, für deren
Entstehung sich ein Grund nicht auffinden Hesse, so würde die
Hypothese, welche hier empfohlen wird, bedeutend erschüttert
werden. Dies ist aber nicht der Fall; zudem ist aiich nicht
behauptet worden, dass die Altercatio des Euagrius lediglich
eine Uebersetzung der Altercatio lasonis et Papisci sei, viel-
mehr wurde oben (§ 4) constatirt, dass die ihr zu Grunde liegende
Schrift mindestens in einem Fall einen bedeutenden Zusatz, wahr-
scheinlich in mehreren Kürzungen erlitten hat. Wir müssen also
118) Die Stelle über die Folgen des Barkochbakrieges für die Juden,
welche möglicher-, ja wahrscheinlicherweise in der alten Altercatio ge-
standen hat (12), findet sich in der späteren nicht. Indessen ist hier fol-
gendes zu beachten. Justin sowohl als Tei-tuUian biingen die Notiz über
das Verbot Hadrians, Jerusalem zu betreten, im engsten Zusammenhang
mit der Ausführung, dass die Beschneidung nicht „in salutem" gegeben,
sondern als „signum" zu betrachten sei, dessen göttlicher Zweck eben durch
jenes Verbot erst offenbar geworden sei (s. Just., Dial. vv. 11. und Ter-
tuU. adv. lud. 3. [13]: „Dari enim habebat circumcisio, sed in signum,
imde Israel in novissimo tempore dinosci haberet, quando secundum
sua merita in sanctam. civitatem ingredi prohiberetur". Die Ausführung
über die bloss significative Bedeutung der Beschneidung findet sich in
der Altercatio Simonis et Theophili ebenso, nur das Hadrianverbot fehlt.
Man darf sagen, es musste fehlen. Denn die gi^nze Zuspitzung der Be-
gründung der Beschneidung auf dieses Verbot hatte im 5. Jahrhundert
keinen Sinn mehr. Es wäre ein vollständiger Anachronismus gewesen,
wenn Euagrius es stehen gelassen hätte. Er hat aber auch sonst höchst
wahrscheinlich. Stücke aus der Grundschrit't ausgelassen. Also selbst in
dem Falle, dass das von Eusebius und Tertullian gebotene Stück der
Altercatio lasonis angehört hat — als Diegese etwa — , ist sein Fehlen in
der Altercatio Simonis et Theophili kein Grund gegen die zu erprobende
Hypothese.
Die Altercatio lasonis et Papisci. 123
auf Differenzen gegenüber eventuellen Bericliten über die ur-
sprüngliche Beschaffenheit der Quelle gefasst sein.
Die beiden ersten der oben genannten Verschiedenheiten
zwischen den Altercationes hängen jedenfalls enge zusammen:
an die Stelle des alexandrinischen Juden Papiscus ist ein nicht
näher bezeichneter Jude Simon, an die Stelle des hebräischen
Christen Jason der Christ Theophilus getreten ^^•'). Die Be-
nutzung desselben Sujets — auch bis in das Detail hinein —
bei ümnamung der Personen ist in der christlichen Literatur-
geschichte nicht selten. Solche Umnamungen sind durch ver-
schiedene Gründe verursacht worden: man denke einerseits an
die Recensionen der Siraon-Paulus-Petrusiegenden , überhaupt
an die clementinischen Romane und an die ihnen verwandten
Stücke, andererseits an die verschiedenen Erzählungen, die
unter verändertem Namen nach dem Muster der Theclalegende
und nach anderen beliebten Vorbildern erfunden worden sind,
weiter an die stereotypen Dialoge zwischen Proconsuln und
Märtyrern und an so vieles Aehnliche aus dem 3. bis 5. Jahr-
hundert. Es liegt in der Natur der Sache, dass namentlich
anonyme Schriften auf diese Weise umgegossen worden sind,
unter ihnen wiederum besonders solche, die nach dem ürtheile
einer späteren Zeit Werthvolles und Anstössiges in sich ver-
einigten. Beides aber trifft bei dem Dialoge des Jason und
Papiscus zu. Er hat, soviel wir wissen, im Abendlande stets
nur anonym cursirt, und er enthielt nach dem Urtheil des Ori-
genes „Einfältiges". Zu diesem „Einfältigen" wird mau aber
vielleicht auch schon dieses rechnen dürfen, dass der Christ als
ein geborener Jude vorgestellt war. Es musste dies dem An-
sehen der Schrift in den folgeijden Jahrhunderten hinderlich
sein, mindestens ihre Wirksamkeit in weiten Kreisen hemmen,
und konnte daher als ein entschiedener Missgriff erscheinen.
Indessen kann es nicht schwierig gewesen sein, diesen Anstoss
zu entfernen. War der alte Dialog auch von einem hebräischen
119) Theophihis nennt in der Altercatio die jüdischen Könige „reges
ve&tri" (III, 12), spricht zu Simon von „patres tui" (III, 11) und „populus
vester" (VI, 26). Hieraus ist zu schhessen, dass er selbst kein geborener
Hebräer ist; doch erscheint er auch nicht als H e i d e n christ, sondern, den
Verhältnissen des 5 Jahrhunderts angemessen, einfach als Christ,
124 Die Altercatio Simonis et Theophili.
Christen abgefasst und desshalb der christliche Partner als ge-
borener Hebräer bezeichnet ^20)^ gQ muss er doch von allem
„Judenchristenthum" im dogmatischen Sinne völlig
frei gewesen sein. Dies zeigt sich nicht nur darin, dass er
die philosophisch -apologetische, höhere Christologie vertreten
hat, sondern folgt mit Sicherheit aus seiner Geschichte in der
Kirche. Eine Schrift, die im 5. Jahrhundert noch als ein opus
gloriosum et memorabile bezeichnet worden ist, die Clemens
Alexandrinus dem Lucas zugeschrieben, Origenes immerhin in
Schutz genommen, und in der Celsus die gewöhnliche apolo-
getische Manier erkannt hat, kann keine nationalen und parti-
cularistischen Züge getragen haben. Die jüdische Nationalität
des Jason kann unmöglich auf die Haltung des Dialoges von mass-
gebendem Einfluss gewesen sein. Dazu kommt, dass der Gegner als
ein alexandrinischer, d.h. ein philosophischer Jude vorgestellt
war, und das Thema des Streites ausschliesslich oder fast aus-
schliesslich die Christologie gewesen ist. Man wird daher wohl
noch einen Schritt weiter gehen und annehmen dürfen, dass
der Streit überhaupt nicht auf dem Niveau geführt worden ist,
auf welchem etwa im apostolischen Zeitalter Juden und jüdische
Christen mit einander gekämpft haben ^^i). Dann aber kann der
120) Es ist bemerkenswerth , dass Celsus Afer den Jason einen „He-
braeua Christianus'* (s. Tert. adv. Marc. III, 12) den Papiscus einen
Alexandrinus ludaeus genannt hat.
121) Die von Clemens vertretene Meinung, dass Lucas der Verfasser
des Dialoges sei — Clemens hat ihm bekanntlich auch den Hebräerbrief
zuzuschreiben für zweckmässig befunden — , ist von dem grössten Interesse.
Es ist meines Wissens der einzige Fall, dass eine apologetische Schrift
des 2. Jahrhunderts in die urchristliche Literatur eingerechnet oder ihr
nahe gerückt worden ist. Dass die Person des Verfassers der Apostel-
geschichte hier ausersehen worden ist, giebt zu denken und wirft jedenfalls
auf die Overb eck' sehen Aufstelhmgen über das Verhältniss des Justin
zu der Apostelgeschichte ein unerwartetes Licht. Man wird sich nach
jener Conjectur des Clemens, deren Motiv wir allerdings nicht mehr an-
zugeben vermögen (doch s. einen Versuch unten not. 124), den Standpunkt
des Verfassers der Altercatio I All.e»rcatio Simonis et Tlioophili.
Seite
. 22
. 36
. 17
. 19
Ps. 73, 23
., 78, 65
82, 1
82, 6 .
88, 10. 30
89, 28 19
93, 1 sq 37
96, 10 38
107, 20 20
110, Isq 37
119, 120 30
141, 2 30
147, 15 21
Proverb. 8, 22sq 21'
Cantic. 5, 10 30
Sap. Sal. 2, 12—22 ...... 34
Sirach. 24, 3. 4 21
Tsa. 1, 13. 14 41
I, 15 42
7, 9 16
7, 10—14 22
7, 14. 15 23
8, 4 . 23
9, 6 38
10, 22. 23 . 20
II, 1. 2 24
29, 11. 12 24
33, 10. 11 35
37, 22 23
37, 36 23
38, 5 32
38, 21 32
43, 19 27
44, 6 16
45, 1—3 22
50, 6. 7 32
Seite
Isa. 52, i) 22
„ 53, 4 20
,, 53, Igq.. .......... 32
„ 53, 9. 6 29
., 53, 12 29
„ 59, 7 ... 42
., 61, 1 40
„ 63, 1 ^ . ?>Q
„ 6.5, 2 ' . 30
Jerem. 3, S 34
4, 3. 4 27
„ 6, 10 21. 29
11, 19 30. 32
13, 23 41
15, 9 ,36
31, 31. 32 27
36. 4sq 25
51, 59sq 25
Threni 4, 20 29
Ezecli. 9, 4 ... , 33
,, 9, 5. 6 33.
Dan. 3, 24. 25 4'>
„ 7, 13. 14 37
„ 9, 24. 25 22
Osee 1,2 34
„ 2. 2 34
„ 6, 2 35
Arnos 8, 9. 10 36
Jona 1. 2 35
Micha 5. 2 25
Abac. 1, 5 43
Zachar. 11, 16. 17 16
12, 10. . ." 30
Baruch 3, 35—37 17
Pseudobaruch .! . . 25
II Macc. 15 41
Die Acta Archelai und das Diatessaron Tatians.
Die Acta disputationis Archelai Episcopi Mesopotamiae et
Maiietis Haeresiarchae gehören der ersten Hälfte des 4. Jahr-
hunderts, vielleicht dem ersten Viertel desselben, an und sind,
wie Hieronymus versichert und ein gründlicher Kenner des
Syrischen, K. Kessler, sich zu beweisen getraut, aus der syri-
schen Sprache in das Griechische übersetzt worden. Uns liegen
sie heute vollständig „nur in einem mehrfach korrupten und
von Haus aus unklar stilisirten lateinischen Texte vor", der, wie
schon Zacagni gezeigt hat, aus dem Griechischen geflossen
ist und viele Fehler und Missverständtiisse aufweist. Die latei-
nische Afterübersetzung ist vollständig nur in einem einzigen
Codex (Casinensis) erhalten, während eine Handschrift von Bobbio
nur einen kleinen Theil derselben wiedergiebt. Fragmente der
griechischen Vorlage bieten aber Epiphanius und Cyrill von
Jerusalem. Die Acten, welche von einer nie gehaltenen Dispu-
tation berichten, bergen doch urkundliches Material; sie sind
von einem S3rrischen Geistlichen, vielleicht einem edessenischen,
abgefasst worden ^).
1) Hieronymus de vir. inl. 72: „Archelaus, episcopus Mesopotamiae,
Hbnim disputationis suae, quam habuit adversum Manichaeum exeuntem
de Perside, syro sermone composuit, qui translatus in graecum habetur
a multis. Claruit sub imperatore Probo, qui AureHano Tacitoque successe-
rat". Die von Bigot in Bobbio entdeckten Fragmente gab zuerst
Valesius in den Noten zu den Kirchengeschichten des Socrates und
Sozomenos heraus; den ganzen lateinischen Text Zacagni in den Col-
lectanea Monumentorum veterum ecclesiae Graecae (Romae 1698), zugleich
mit den griechischen Fragmenten, einer gelehrten Einleitung und Noten.
138 ^^i® Acta Archelai und das Diatessaron Tatians.
Nach den Nachweisungen, welche Zahn (Tatiuns IHates-
saron 1881) über die Verbreitung und den Grebrauch des tatiani-
schen Diatessarons in der syrischen Kirche gegeben hat, ist
es a priori wahrscheinlich., dass der syrische Ck-riker, welcher
unsere Acten verfasst hat, seine Evangeliencitate der tatiani-
schen Harmonie entnahm. Auch der Umstand, da?y der Ver-
fasser c. 37 (p. 136 ed. Routh) den Tatian unter den Häretikern
nennt '^}, kann, so verhängnissvoll er der Zahn'schen Hypothese
Dieser Text ist mehrfach abgedruckt worden, auch von Routh, ReHq-
Sacrae V. edit. II. p. 1 sq. Einer eingehenden Kritik hat zuerst Beau-
8obre (Hist. critique du manicheißme I p, 120) die Acten unterzogen.
Er wies nach. das.s die Schrift eine Erdichtung sei. und dass sie sich nicht
einmal auf eine wirklich stattgehabte Disputation beziehe. Er glaubte
ferner zeigen zu können, dass die Acten nicht in syrischer Sprache, son-
dern in griechischer niedergeschrieben seien, und dass der Verfasgei dem
Schauplatz der angeblichen Handlung fernstehe. Ihm hat sich von Zitt-
ifitz (Ztschr. f. die histor, Theologie 1873 S. 467f.) angeschlossen; ferner
auch Jacobi (Ztschr. f. Kiixhengesch. I S. 493 f), der mit beachtens-
werthen Gründen die Hypothese vertheidigte , die Acten seien + 325 in
Aegypten in griechischer Sprache niedergeschrieben worden. Oblasinski
(Acta disput. Archelai. Leipziger Inauguraldissert. Ib74 S. 87 — 59) hält
ebenfalle die Angabe des Hieronymus über den Originaltext der Acten
für belanglos, da Hieronjnnus nur einem mündlichen Gerüchte gefolgt sei,
und da Photius (Cod. 85) — worauf sich auch Beausobre und J»cobi
stützen — einen Hegemonius als Verfasser auf die Autorität des Hera-
ciianug (c 500) hin nenne und von einer syrischen Urschrift nichts wisse.
Doch haben ausser Zacagni nicht nur Assemani (Bibl. Orient. I p. 555),
Neander (Kirchengesch. I S. 816) und zum Theil auch Flügel (Mani
S. 29 f.) an dem syrischen Originale festgehalten, sondern auch Kessler
hat (Sealencyklop. f. protest. Theol. u. Kirche 2. Aufl 9. Bd. S 220) die
Nachricht des Hieronjanus für zuverlässig erklärt. Kessler verweist anf
die ausführliche Begründung derselben in seinem grossen Werke über
Mani (Bd. 1 S. ]2()f ), welches aber bisher, soviel wir wissen, noch nicht
erschienen ist. Wir folgen diesem sachkundigen Gelehrten sowie der
Autorität des Hieronynius, wenn wir an der Annahme einer syrischen Ur-
schrift festhalten. — Der theologische Standpunkt des Verfassers der Acten
ist in mancher Hinsicht (wie der des Aphraates) ein archaistischer. Dies
zeigt sich namentlich in der Christologie (s. c, 47-50, bes. p. 178 — 1S4),
welche mit der des Paulus von Samosata fast identisch ist; siehe aber auch
die merkwürdige Beurtheilung des Ap. Paulus p. 76. 107. 127f. 135. 154.
171. 182. 1S5.
2) ,,Dicat autem iste quam destruxerit prophetiam ludaeorum ac He-
braeorum, seu liiiguas cessäre fecit Graecorum, aut eorum, qui idola co-
r
Die Acta Archelai und das Diatcssaion Tatians. 139
über die Art der Wirksamkeit Tatians in Syrien ist, in diesem
Vorurtheile nicht erschüttern, da das Diatessaron im kirchlichen
Gebrauche verbleiben konnte und verblieben ist, auch wo man
wusste, das« sein Redactor nachmals akatholische Wege ge-
wandelt ist. .Die Untersuchung also, wie sich die Evangelien-
citate des Verfassers za dem Diatessaron verhalten, ist auf jeden
Fall keine von vornherein aussichtslose, und die nicht geringe
Zahl von evangelischen Citaten in den Acten — es sind ihrer
circa hundert — lässt vermuthen, dass das . Vorn rtheil wirk-
lich controlirbar ist.
Andererseits freilich lehrt bereits eine genauere Vorprüfung
der Frage, dass sich ein sicheres Resultat sciiwerlich wird er-
reichen lassen. Nicht nur das Vergleichungsobject hegt uns trotz
Ephraem und Aphraates in recht unvollständiger und theil*
weise unsicherer Gestalt vor, sondern es lassen die Acten selbst,
die uns ja mit Ausnahme einiger Stücke nur in einer mangel-
haften Afterübersetzung erhalten sind'*), gerade für die Evan-
geliencitate am wenigsten eine treue Reproduction des Urtextes
erhoffen. Angenommen, der syrische Verfasser habe aus dem
Diatessaron geschöpft, so ist es sehr wohl möglich, dass sein
griechischer Uebersetzer häufig den ihm geläufigen Text sub-
stituirt hat, und was der Grieche noch stehen Hess, kann der
späte Lateiner in seiner Superversion völlig verwischt haben.
Die Citate des Aphraates besitzen wir im Original resp. in dem
Wortlaute, in welchem die syrische Kirche das Diatessaron las,
mag auch Aphraates manchesmal frei und nach dem Gedächt-
nisse citirt haben. Mösingers Publication des Ephraem'schen
Commentars ist vom syrischen Diatessaron freilich auch durch
zwei Mittelglieder getrennt. Aber Mösinger übersetzte genau
aus dem Armenischen: denn er wusste, um was es sich handelt;
seine armenischen Vorlagen sind ferner ebenfalls recht genaue
Reproductionen des Originals, dessen Charakter als eines exe-
getischen Commentars der Entstellung des Inhaltes an sich
lunt, vel quae alia dogmata destiuxit, Valentiniani aut Marcionis aut Ta-
tiani aut SabelHi caetororumque, qui propriam sibimet ips;is scientiam
composuerunt".
3) Ueber das Alter dieser Utbeiüetzu ng ist nur zu sagen, dass sie
■wahrscheinhch nach dem Ausgang de« 4. Jahrhunderts und vor Einbür-
gerung der Vulgata in der abendländischen Kirche abgefasst ist.
140 jDie Acta Archelai und das Diatessaron Tatians.
schon gewisse Scliranken zog. Dagegen sind die beiläufigen
Citate in den Acten des Arclielaus vor ihren Uebersetzem
durch nichts geschützt gewesen, und somit erscheint die Hoff-
nung von vornherein als eine sehr geringe, sichere Resultate
über ihren ursprünglichen Wortlaut und ihren Ursprung zu
erhalten.
Mau könnte nun wenigstens erwarten, es werde möglich
sein, durch eine Vergleichung der griechisch erhaltenen Stücke
mit der lateinischen Afterversion den Werth der letzteren in
Bezug auf die Evangeliencitate festzustellen. Allein auch in
dieser Erwartung sieht man sich getäuscht. Ein eigenthüm-
liches Missgeschick verfolgt den Forscher auch hier. Denn
das grosse Stück, welches Cyrill in der 6. Katechese den Acten
entnommen hat (Routh, 1. c. p. 199 — 205), findet sich in der
lateinischen Recension überhaupt nicht, und in dem umfang-
reichen Abschnitt, welchen wir dem Epiphanius verdanken
(Routh, 1. c. p. 43—70), sind nur fünf Bibelcitate enthalten.
Von diesen fünf sind zwei den Evangelien entnommen (p. 45:
Mtth. 7, 18; p. 46: Joh. 1, 18). Correet übersetzt sind vier;
aber Matth. 7, 18 heisst es im Griechischen: otl ov övrarat
öePÖQOv xakov xagjtovg Tcay.otg noirjaaif ovde jiir^v devdgov YMxbv
'Aalovg xagnovg Ttoiijoai, dagegen im Lateinischen: „quia non
potest arbor mala bonos fructus facere, neque arbor bona malos
fiructus facere''. Der Grieche hat also die herkömmliche Stellung
der Sätze; der Text des Lateiners beruht auf willkürlicher Um-
stellung-*). Dieses eine Beispiel belehrt, wie vorsichtig man
gegenüber Absonderlichkeiten des lateinischen Textes sein muss;
aber da es eben nur ein Beispiel ist, so ist an bestimmten
Directiven wenig gewonnen ').
Was ferner die Citationsformeln betrifft, so entscheidet die
Untersuchung über dieselben nicht mit Sicherheit das hier
schwebende Problem. Zwar c. 38 (p. 140) heisst es: „Scriptum
est in evangelio salvatoris no^tri", und nun folgt Matth. 25, 44;
4) Die richtige Stellung findet sich aber auch in dem Lateiner c. 13 (,p. 73).
5) Eine durchgehende Vergleichung des griechischen Fragmentes bei
Epiphanius mit der lateinischen After version zeigt übrigens, dass diese
trotz mancher Missverständnisse und Verstösse als eine recht treue be-
zeichnet werden darf. Damit ist aber freihch speciell für die Bibelcitate
noch immer wenig gewonnen.
Die Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. 14 1
c. 40 (p. 143) wird Matth. 5, 17 einfach als „sermo evangelicus"
bezeichnet (s. auch c. 22 p. 93); c. 34 (p. 128) liest man: „Ait
dominus noster lesus Christus in evangelio", und es folgt Joh.
14, 15 f., ebenso heisst es c. 32 (p. 118): „In evangelio scriptum
est: Vos de patre diabolo estis". Der Plural „evangelia" findet
sich nicht nur c. 13 (p. 73): „Sicut scriptum est in evangeliorum
libro" — so hätte sich auch Tatian selbst ausdrücken können — ,
und c. 45 (p. 165): „Sunt etiam alia multa, quae dici possent
et de apostolo Paulo et de evangeliis, ex quibus ostendere
possumus etc." — auch diese Formel ist noch nicht geradezu
bedenklich — , sondern auch griechisch in dem Briefe des Mani
c. 5 (p. 45): OVIS yäg zoig elQT]/.ievoig iv evayyeXLoig naQ amov
Tov awT^Qog ^/lhov müTevovOLv. Allein diese Stelle kommt dess-
halb nicht in Betracht, weil der Brief, dem sie entnommen ist,
eine Urkunde ist, welche der Verfasser seinem Werke einver-
leibt hat. Sie entscheidet mithin nicht für seinen eigenen
Sprachgebrauch. Es bleiben somit nur drei Stellen übrig,
welche die Hypothese, der Verfasser habe aus dem Diatessaron
geschöpft, anscheinend zu erschüttern vermögen. C. 24 (p. 99)
wird Joh. 1, 5 mit den Worten citirt: „EvangeHsta testimonium
ferente*'; c. 45 (p. 164) heisst es: „Sed et sanctus loannes maxi-
mus evangeHstarum ait" (Joh. 1, 16) und c. 35 (p. 131) liest
man: „Sed et spiritus evangelista Matthaeus diligenter signifi-
cavit domini nostri Jesu Christi sermonem: Videte ne quis vos
seducat etc." Betrachtet man aber diese drei Stellen genauer,
so wird man die dritte hier wohl ausscheiden dürfen. Wie sie
lautet, ist sie grammatisch unerträglich. Entfernt man indess
die beiden Worte „evangelista Matthaeus" als eine Glosse, so
ist der Satz nicht zu beanstanden. Es bleiben mithin nur die
beiden Johannescitate. Vielleicht ist es nicht zufällig, dass nur
für den johanneischen Prolog der bestimmte Evangelist ge-
nannt ist. Auch wo man das Diatessaron las, wird man doch
gewusst haben, dass der evangelische Abschnitt vom Logos dem
Johannes gebührt. Hier ist die ausdrückliche Nennung des
Verfassers am wenigsten auffallend. Aber wenn man diese Er-
klärung nicht gelten lassen will — ein Text, der durch die
Hände zweier üebersetzer gegangen ist, kann sehr wohl in den
evangelischen Citationsformeln Correcturen erlitten haben. Der
Umstand, dass eben nur zwei Steilen der Hypothese der Be-
142 ^^^ Acta Archelai und das Diatessaron Tatians.
nutzung des Diatessarons gefährlich sind, darf umgekehrt unter
den ungünstigen Verhältnissen, die hier bestehen, als beachtens-
werth constatirt. werden. Auf jeden Fall brauchen wir uns
durch die hier vorliegenden Beobachtungen nicht abschrecken
zu lassen, die aufgestellte Hypothese zu erproben.
Schliesslich sei noch bemerkt, dass der Verfasser der Acta
eine nar einjährige Lehrwirksamkeit Jesu annimmt*'). Zahn
hat (a. a. 0. S. 249 — 260) nachzuweisen gesucht, dass Tatian
die Lehrwirksamkeit Jesu über einen Zeitraum von mehr als
zwei Jahren ausgedehnt habe. Dies mag richtig sein; aber wie
sich die Annahme einer einjährigen Wirksamkeit Jesu noch hie
und da erhielt auch in solchen Kreisen, welche das Johannes-
evangelium lasen, so kann diese Annahme bei unserem Ver-
fasser nicht als Gegenargument gegen seine Benutzung des
Diatessarons verwendet werden.
DieEvangeliencitatein den Acten des Archelaus sind der be-
quemeren Uebersicht wegen im Folgenden in drei Gruppen getheilt
worden. In die erste Gruppe sind solche Citate aufgenommen wor-
den, die für die vorstehende Frage indifferent sind, in die zweite
diejenigen, welche der Annahme einer Benutzung des Diatessa-
rons ungünstig sind oder zu sein scheinen, in die dritte end-
lich solche, welche jene Annahme in köherem oder geringerem
Masse stützen oder zu stützen scheinen. Zur Vergleichung ist
der Text des Diatessarons herangezogen worden, wie ihn Zahn
(a. a. 0. S. 112—219) construirt hat; Abweichungen an einigen
Stellen sind dabei vorbehalten. Von einer Benutzung des latei-
nischen Tatians musste abgesehen werden; denn auch bei Vor-
aussetzung einer gemeinsamen Wurzel liegen dort und hier
so viele Willkürlichkeiten dazwischen, dass eine Vergleichung
von vornherein für fruchtlos gelten durfte.
L Die grosse Masse der Evangeliencitate in AM (Acta
disp. Archelai et Manetis) muss leider der ersten Glasse zu-
geschrieben werden, und zwar aus sehr verschiedenen Gründen.
Bald ist in T (Tatiani Diatessaron) auf die betreffende Stelle
6) S. c. 34 (p. 127): „Nee in aiiquo remoratus dominus noster lesus
inti'a unius anni spatium languentium multitudines reddidit sanitati'';
c. 50 (p. 182): „Dißcipuli Christi per aanum integrum manserunt cum eo".
Die Acta Archeiai m\d das Diatessaron Tatians. j[43
nur angespielt, bald in AM; viele Stellen fehlen in T, wie er
auf Grund der bisherigen Zeugen wiederhergestellt werden konnte,
überhaupt; andere finden sich zwar, aber T und AM weichen
vom Vulgärtexte häufig nicht ab, so dass ein Schluss nicht er-
laubt ist. Immerhin aber haben die letzteren Fälle doch eine
gewisse Bedeutung, namentlich dann, wenn die Zahl der ent-
schieden günstigen Fälle (Gruppe III) eine erhebliche s^in sollte.
T und AM haben nämlich in Gruppe I, soweit sie beide für einen
Spruch den vollständigen Wortlaut liefern, denselben in der
gleichen evangelischen Recension. In die erste Gruppe
sind folgende Citate in AM zu rechnen: Mt. 2, 13 (p. 161);
2, 16 (p. 161): 3, 7 (p. 120); 3, 16 (p. 179); 3, 17 (p. 178. 183);
5, 3 (p. 144. 151); 5, 8 (p. 153); 5, 17 (p. 143); 7, 6 (p. 202);
7, 15 (p. 153): 7, 24 (p. 167); 8, 26 (p. 162); 10, 10 (p. 150);
10, 28 (p. 167); 10, 34 (p. 162. 201); 10, 37 (p. 172); 10, 40
(p. 169); 12, 32 (p. 177); 13, 11 (p, 99); 13, 13 (p. 202); 13, 25
(p. 74); 14 (p. 161); 14, 25 (p. 162); 15, 24 (p. 169); 17, 2
(p. 162); 18, 21 (p. 117); 19, 11 (p. 99); 22, 29 (p, 109); 22, 40
(p. 153); 23, 27 (p. 153); 21, 4.5 (p. 131); 24, 23 f. (p. 131. 134)"^);
25, 41 (p. 200); 25, 44 (p. 14(1); Mr. 2, U (p. 144); Lc. 4, 34
resp. Mr. l, 24 (p. 174); 10, 22 (p. 136); 12, 49 (p. 200); iG, 16
(p. 75. 145); 16, 19 f. (p. 150); 23, 34 (p. 161); Joh. 1, 12 (p. 109);
5, 17 (p. 115); 5, 45 f. (p. 149. 165); 8, 44 (p. 74. HO. 118. 120.
126); 10, 27 (p. 99); 13, 27 (p. 126); 14, 12. 15. 16. 18; 16, 8.
14. 28 (p. 107. 127. 128)»); 19, 37 (p. 182).
IL In die zweite Classe gehören nur nenn Fälle:
7) In v. 24 hat AM den Zusatz „falsi apostoli". Denselben bieten
auch Justin (Dial. 35), Hegesipp (Euseb. h. e. IV, 22), die clementinischen
Homihen XVI, 21 und TertuUian (de praescr. 4). S. Anger, Synopae
I). 274. 195. Semisch, d. apostol. Denkwürdigk S. 391.
S) C. 16, 8 wird von Mani (p. 73) citirt: „ad arguendum mundum de
peccato et de iniustitia" (c. 27 p. 107 findet sich das Herkömmliche).
Zacagni bemerkt dazu: „Videtur hie locus a Manete vel ab imperito li-
brario cori-uptus; nam in sacro textu iustitia scribitur contrario sensu.
Varia autem sacrae scripturae loca dolose intei-polasse atque corrupisse
Manetem diserte Archelaus asserit infra cap. 53 et ex Epiphanio colligitur
in eiusdem liaeresi num. 56". Vielleicht darf hierher die Beobachtung
gezogen werden, dass Mani in seinen Reden das „spiritu" Mtth. 5, 3 nicht
beachtet (c. 40 p. 144; c. 42 p. 151); während, wie oben gezeigt worden»
man sich auf Mtth. 7, 18 (c. 5 p. 45) nicht berufen darf.
144 ^i^ Acta Archelai und das Diatessaron Tatians.
1) Mt. 11, 11 lautet in AM (c. 49 p. 177): ..Maior in natis
mulierum nullus surrexit Joanne baptista; qui autem minor est,
in regno caelorum maior est illo"'^). In T heisst der Spruch
(Zahn § 26 S. 145) nach Ephraem: „Amen dico vobis, quod
nullus maior est Joanne inter natos mulierum; sed qui minimus
est in regno caelorum, maior est eo". Matthäus und Lucas
(7, 28) unterscheiden sich bei Wiedergabe dieses Verses darin,
dass Matthäus den Spruch mit „Amen" beginnt, „non surrexit"
giebt (Lucas: „nullus est"), „baptista" zu „Joannes" hinzufügt
und „regnum caelorum" (Lucas: „regnum dei") setzt. Von diesen
Eigenthümlichkeiten hat T die erste und vierte, während er
sonst den Lucastext bietet; AM aber giebt den Text nach
Matthäus mit der einen Ausnahme, dass er nicht „non", son-
dern mit Lucas „nullus" liest.
2) C. 47 (p. 171) sagt Manes, um zu beweisen, dass Christus
kein wirklicher Mensch gewesen sei: „sed et Davidis esse non
dignatur audire". Auf welche Perikope sich dieser Satz be-
zieht, ist nicht auszumachen. Die Disputation über die Davids-
sohnschaft (Mt. 22, 42 f) hat höchst wahrscheinlich in T ge-
fehltj und in der Perikope vom kananäischen Weib bot T die
Worte „Sohn Davids" nicht ^^); indessen hat der Mani der Acten
unzweifelhaft marcionitische Schriften gelesen, wie unter anderem
die von ihm angeführten Antithesen beweisen. Ob Christus
ein Sohn Davids sei, war aber einer der wichtigsten Controvers-
punkte zwischen der Kirche und den Marcioniten. Also kann
es nicht auffallen, dass auch Mani diese Frage berührt, und
dass er sie berührt, kann keine Instanz gegen die Annahme
sein, der Verfasser der Acten habe bei seinen evangelischen
Citateu — um ein solches handelt es sich hier iiicht — T
benutzt^*).
3) C. 42 (p. 153) wird in AM Lc. 5, 34 genau citirt; der-
selbe Spruch stand aber in T nach der Fassung Mr. 2, 19
(Zahn § 14 S. 130).
4) T bietet (Zahn § 27 S. 14t)) den Text nach Mr. 3, 27:
9) So theilte der Verfasser der Acten ab und bezog den „minor" auf
Jesus selbst.
10) S. Ztschr. f. Kirchengescb. IV S. 479. Zahn, a. a. 0. S. 71. 84. 309.
11) Die Stelle c. 34 (p. 126) kommt nicht in Betracht.
Die Acta Archelai und das Diatessaron Tatians. 145
„Nemo potcst iutrare in domum fortis et depraedari tliesaurum
eius, nisi prius fortem ligaverit, et tiinc tliesaurum eius deprae-
dabitur"'2)^ j^^l dagegen beginnt in der Form des Matthäus
(12, 29): „Quis enim potest introire in domum fortis et diripere
vasa eius", und scliliesst daran den kurzen Nachsatz: „nisi illo
sit fortior". Dieser Nachsatz ist schwerlich eine Reminiscenz
aus Lc. 11, 22 („si autem fortior illo venit"), sondern ist als
eine willkürliche Verkürzung zu beurtheilen. Auf die Differenz
„Nemo potest" — „Quis enim potest" allein ist aber schwer-
lich Gewicht zu legen.
5) In dem von Cyrillus allein bewahrten griechischen Stücke
der Acten wird citirt (p. 203): T(p yäg s'xovtl doO^Tjascat, cctto
6s Tov jnJj l^xovTog ymI 0 Soxsl ^xsiv agd^iqGSTai,, also nach Lc.
8, 18. Ebenso giebt T den Spruch nach Lc. (§ 19 S. 137 f.):
„Qui habet dabitur ei, et qui non habet, etiam quod putat se
habere, auferent ab eo". Soweit wäre alles in Ordnung; ein
Bedenken kann nur daraus entstehen, dass in T (wie in Mr.)
der Spruch im Rahmen der Bergpredigt seine Stelle hatte
(Zahn S. 139), während er in AM einem Citat nach Mt. 13, 13
folgt, also in der Vorlage im Zusammenhang der Parabelrede
gestanden zu haben scheint. Allein dagegen ist folgendes zu
bemerken: 1) Auch AM hat den Spruch in dej; Fassung des
Lucas und nicht in der des Matthäus, 2) auch Lucas hat den
Spruch in Verbindung mit einem Satze gegeben, der der Berg-
predigt angehört (8, 16)^^), 3) die beiden Citate folgen in AM
nicht unmittelbar auf einander, so dass der Annahme nichts
im Wege steht, der Verfasser habe die Sprüche frei combinirt.
Somit ist das erhobene Bedenken nicht von Gewicht.
6) C. 38 (p. 140) heisst es in AM: „Discedite a me in ignem
aßternum, operarii iniquitatis". Dies ist Mt. 25, 41; aber die
„operarii iniquitatis" stammen aus Lc. 13, 27; Mt. hat: ymi^j-
Qccfxivoi. In T steht (§ 80 S. 201 nach Aphraates) der reine
Matthäustext. Hier bleiben die beiden Möglichkeiten offen, dass
entweder der Text des Aphraates keine treue Wiedergabe von
12) Die Bemerkung Zahns (S. 147), die Satzform sei mehr nach Mr.,
der Inhalt mehr Mt., ist nicht richtig, da Mr. und Mt. nur in der Satz-
form ditferiren.
13) Gegen Zahn S. 139.
Texte uad Üatersuchungen I, 3. JQ
146 Die Acta Archelai und das Diatessaron Tatians.
T ist, oder dass der Verf. oder der Uebersetzer der Acten ge-
dächtnissmässig Mt. 25, 41 mit Lc. 13, 27 verbunden hat.
7) C. 24 (p. 99) wird in AM Job. 1 , 5 also citirt: „Lux
lucet in tenebris". T bietet (§ 1 p. 113) „bacebaf". Auf diese
Dilferenz wird unter Berücksichtigung der zwischen liegenden
Versionen Niemand etwas geben wollen.
S) C. 42 (p. 151) ist auf die Perikope vom Scherflein der
Wittwe angespielt (Mr. 12, 41f. Lc. 21, If.); n^ch Zahn (S. 84f.)
soll sie in T ganz gefehlt haben. Allein eine irgend\'kde erheb-
liche Wahrscheinlichkeit lässt sich für diese Hypothese nicht
erbringen.
9) Aus der Perikope der Abweisung der Mutter und der
J3rüder durch Christus ist von Zahn in T nur ein Satz con-
statirt (§ 30 S. 150): „Ecce mater tua et fiatres tui quaerunt
t&\ Dieser Satz gehört Mr. (3, 32) an. In AM c; 47 (p. 170)
citirt Mani: „Quidam ei aliquando dixit: Maria mater tua et
fratres tui foris stant . . , eum, qui dixerat increpavit dicens:
Quae est mater mea, aut qui sunt fratres mei? et ostendit eos,
qui facerent voluntatem suam, et matres sibi esse et fratres'*.
AM hat unzweifelhaft einen gemischten Text (Mt. 12, 47 ist
Interpolation) nach Mt. und Lucas; den Satz aber, welcher in
T nach Marcus gestanden hat, hat AM, wie es scheint, nach
Lucas aufgenommen. Indessen fragt es sich, ob in T der Satz
wirklich so, wie oben bemerkt worden ist, gelautet hat. Ephraem
citirt ihn in einer antimarcionitischen Polemik (p. 122 ed.
Moesinger) und legt dem Marcion selbst den Satz in den Mund.
Es ist also sogar unwahrscheinlich, dass wir aus Ephraem an
dieser Stelle den Text des Tatian zu erheben berechtigl. sind.
Damit fällt aber der Einwurf gegen AM, und es bleibt nur zu
bemerken, dass AM einen gemischten Text aufweist. Sclüiess-
lich ist noch zu constatiren, dass c. 17 p. 171 -auch in AM das
„Ecce", welches Mr. und T bieten, gefunden wird: „Uli erim.
qui dixerat: Ecce mater tua foris stat, respondit: Quae mihi
est mater aut fratres?
Zusammenfassend darf man sagen, dass die sub 2, 5, 7, S, 9
genannten Fälle nichts gegen die Annahme einer Benutzung
von T in AM beweisen; 1, 4, 0 können bedenklich erscheinen.
Die sub 3 aufgeführte Stelle allein widerspricht der Annahme.
Die Acta Ai-ch(;1ai und du« Diatessaroii Tatians. 147
IIL Li die dritte Klas.se dürfen 16 Fälle anfgenommen
werden.
1) Die Versuchungsgeschichte ist in T (§ 10 S. 125 f) sehr
kunstvoll aus den synoptischen Berichten zusammengesetzt,
indem Mt. 4, 1 f. die Grundlage bildet ^ *). Soweit der Text in
AM vorhanden ist, stimmt er mit T, „S tat im in desertum a
spiritu ductus est lesus, ut tentaretur a diabolo" (c. 50 p. 182)
. . , „quadraginta diebus ieiunavit" (c. 44 p, 161) . . . „Si filius
es dei*' (p. 182) .... „Vade post me, Satana . . . dominum deum
tuum adorabis, et ipsi soli servies*' (c. 32 p. 120).
2) In AM (c. 22 p. 93) lautet ein Citat: „Nemo lucernam
accendens ponit sub modio, sed super candelabrum , ut luceat
Omnibus qui in domo sunt*'. Mt. 5, 15 lautet der Spruch: ovös
'/Miovatv Xvyj'ov y.ai TiS-iaötv avTOv v;co tov fnoöiovy dX?J snl
Tt)v XvxvlccVj Kai Xa/nnei näoiv rolg ev tSj olytia. Lc. 8, 16 und
11, 33 dagegen: ovdeig Xvyvov axjjag v..
9) C. 21 (p. 91) 'finden sich in AM Fragmente aus der
grossen Rede Jesu gegen die Pharisäer. Dieselbe ist für T
aus Ephraem und Aphraates nur sehr unvollständig und un-
genau zu reconstruiren (g 77 S. 197). Indessen ist soviel ge-
wiss, dass Tatian auch hier Mt. 23 mit Lc. 11, 39 f verschmolzen
hat (Mr. 12, 38 f.). In AM lässt sich dieselbe Verschmelzung
nachweisen. Das „camelum glutire" ist aus Mt. 23, 24. Der
Spruch: „Vae vobis scribae et Pharisaei hypocritae, quare quod
deforis est catini et calicis lavatis; quod autem intus est, im-
munditia plenum estV Aut nescitis quia qui fecit quod foris
est, et quod de intus est fecit", ist aus einer Combination von
Mt. 23, 25 mit Lc. 11, 39 entstanden. Bei Aphraates steht der
Spruch anders; aber gerade hier ist sehr wahrscheinlich, dass
wir eine gedächtnissmässige Reproduction zu erkennen haben.
In AM wird ferner noch auf Mt. 23, 23 (Lc. 11, 42) und auf
Mt. 23, 6. 7 (Lc. 20, 46. Mr. 12, 38) angespielt. Hierbei kommt
auch der Ausdruck „}»rimos discubitus in coenis" vor '^'). Aphraates
(s. Zahn, a. a. 0. g 77 n. I) bietet das „primos" niclit, was
Zahn weder zu belegen noch zu erklären wasste. Es ist wohl
auch hier W^illkür des Aphraates anzunehmen.
10^ Cod.: „primos tliscipulos .subitos", was aus einer Dittogvaphie von
discubitus entstanden sein luuss
Die Acta Archclai und das Bialei^saron Tatians. 151
10) C. 40 (p. 144) wird in AM mit den Worten: ,,sed et
discipvilüs in die sabbati vellere spicas ac manibus conlnciire
non proiiibet", auf die Inkanisclie Recension der Perikope
(Lc. 6, 1) hingewiesen; denn weder Mt. noch Mr. bieten das
„confricare manibns". Aber auch T (§ 15 S. VM) hat: ,,evellere
et fricare".
11) C. 40 (p. 14 4) heisst es in AM: „uoster dominns percii-
tienti unam maxijlam iubet (iuberet) etiam alteram praeparari''.
Das ist Lc. 6, 29, nicht Mt. 5, 39, wo de^idv steht. Es bietet
aber auch T (§ 17 S. 133): „Qui percutit maxillam tuam,
porrige ei et alteram parteni" (so Ephraem p. 65 bis, j). 69 bis,
p. 70), resp.: „si quis te percusserit in maxillam, praebe ei et
alteram" (so E p. 133). Der Matthäustext ist auch hier durch
Lc. ersetzt.
12) Der nur von Lc. überlieferte Spruch vom Fall des Sa-
tans (10, 18) findet sich sowohl AM c. 20 (p. 90, s. p. 119),
als auch T § 29 (S. 148).
13) Ebenso steht der folgende, allein von Lc. bewahrte
Spruch (10, 19) in AM (c. 32 p. 122): „Dedit enim nobis pote-
statem calcandi super serpentes et scorpiones et omnem virtu-
tem inimici", und in T (§ 29 S. 148): „Ecce dedi vobis pote-
statera calcandi sei'pentes et scorpiones et omnem virtutem
inimici", gleichlautend.
14) G. 45 (p. 164) — den Hinweis auf diese Stelle ver-
danke ich Zahn — wird vom Verfasser der Acten Joh. 1, 17
eng mit dem vorhergehenden Verse verbunden. Das yaqiv avrl
XaQiTog soll sich darin zeigen, dass die Christen in dem mosai-
schen Gesetz die erste xctQig erhalten haben, an deren Stdle
dann durch Christus eine andere ys^Q^i getreten sei. Moses,
d. h, das Gesetz, wird zwar schon gegenüber den Zauberern
als „veritas" bezeichnet, da es ex plenitudine Jesu stammt, aber
durch Christus ist doch noch eine andere ,,gratia in nobis com-
pleta" („Vides, quomodo lamnem et Mambrem hominibus coni-
parat corruptis mente et reprobis circa fidem; Moysen vero
veritati. Sed et S. Joannes . . ait, gTatisim gratia praestare et
differe; ex plenitudine enim Jesu legem Moysi accepisse nos
dicit; aliam autem gratiam pro illa gratia per lesum Christum
esse completam in nobis"). Diese Exegese fügt sich nicht wohl
152 r>i^ Acta Archelai und das Diate.ssaron Tatians.
ZU dem überlieferten Texte Joli. 1, 16*17; sie fügt sich ent-
schieden besser zu dem Texte in T, wie Ephraem ihn gegeben
(§ (5 S. 121): ,;Per Moysen lex data est, sed veritas "eins per
lesum facta est", obgleich auch so nicht alle Schwierigkeiten
weggeräumt sind.
15) In dem giiechisch erhaltenen Stück von AM (c. 5
p. 46) wird auf Joh. 1, 18 angespielt in den Worten: /.at tov
f.iovoyev?) zov sx twv aoItkov tou jiaiQOQ /.araßcivrcc Xqiotov;
c. 7 (p. 52) lesen wir: tov viov avrov aTtlaxeuev o (rya^og
/cazTJQ SA tcov '/.öXnvjv; c. 47 (p. 169): ,,ipse testimoniura dat,
quia de sinibus patris descendit". Hieraus darf geschlossen
werden, dass der Evangeiientext, welcher AM zu Grunde hegt,
gelautet hat: 6 (.tovoysvrjg (vwg) 6 lov sk twv Y.olmov tov na-
tqÖc, gegen den Vulgärtext. An dieser Annahme kann nicht
irre machen, dass c. 32 (p. 121) zu lesen steht: „Dominum nemo
vidit unquam nisi unigenitus filius, qui est in sinu patris"; denn
dieses Citat, wie es sich denn auch ebenso Iren. III, 11 findet,
ist augenscheinlich vom üebersetzer dem ihm geläufigen Texte
conform gemacht. Es heisst aber auch in T (§6 S. 121 n. 6),
wie Zahn gezeigt hat: „unigenitus, qui est ex sinu patris".
16) C. 47 (p. 169) liest man in AM: „Non veni facere
voluntatem meam, sed eius qui misit me". Zacagni hat für
dieses Citat auf Joh. 6, 38 verwiesen: otl YMTaßeßrjxa aicö tou
oigavou ov% %va tiouo t6 d'iXrifj.a to suov , aXXa to ^ih]ua
TOV TrifiapavTog (.u. Diese Stelle ist auch gewiss gemeint; da
sie aber nicht genau wiedergegeben ist, so könnte man auch
an Joh. 5, 30 denken. In T aber lesen wir nach Ephr. 234
(§ 35 S. 156) fast wörtlich wie in AM: „Non veni facere
voluntatem meam, sed voluntatem eius qui misit me". Dazu
bemerkt ZmIiu (n. 4): „Auf Joh. 5, 3(1 wir-i das nicht zurück-
gehn". AM bestätigt also hier, dass in T das xavaßißrjya dno
TOV ovQCivov ovx i^'Ci noLw durch das einfache ,,non veni facere"
wiedergegeben war.
Die in dieser Zusammenstellung aufgeführten Fälle sind
für die Entscheidung der Frage, ob in AM \virklich T l^enutzt
ist, von verschiedenem Gewicht. Am belangreichsten sind die
Nrr. 1; 4; 5; 15; 16; verhältnissmässig am unbedeutendsten die
NiT. 3; 6; 10—13; mehr Gewicht kommt Nrr. 2; 7—9; 14 zu.
Immerhin darf man sagen, dass das Vorurtheil, der syrische
Die Acta Arclielai und das Diatessaron Tatians. 153
Verfasser der ilcta Archelai habe aus dem Diatessaron ge-
schöpft, durch eine genaue Untersuchung der von ihm beige-
brachten Evangeliencitate nicht erschüttert, sondern verstärkt
wird. Es darf mithin für wahrscheinlich gehalten werden,
dass die Lückenhaftigkeit und Unsicherheit des Beweises für
diese These wirklich lediglich in der besonders ungünstigen
Art der Ueberlieferung von T und AM ihren Grund hat.
Zur handschriftlichen Ueberlieferung der
griechischen Apologeten.
1. Der Aretliascodex, Paris. Or. 451.
Von Oscar v. Gebhardt.
Der neuste Herausgeber der griecliischeii Apologeten, v.
Otto, hat sich in der wenig beneidenswerthen Lage befunden,
sein liüstzeug durchweg au3 zweiter Hand beziehen zu müssen.
Hieraus erklärt sich ein Hauptgebrechen des Corpus Apologe-
tamm: die ün Vollständigkeit und Unzuverlässigkeit des kriti-
schen Apparates. Einem anderen Mangel, welcher sich zum
Theii aus dem eben genannten erklärt, hat neuerdings Harnack
abzuhelfen gesucht ^). Er ist dabei von der Voraussetzung aus-
gegangen, dass die von Otto dargebotenen Angaben dazu ge-
eignet seien, einen richtigen Einblick in das Verhältniss der
Handschriften zu einander zu gewälii'en. Diese Voraussetzung
aber trifft, wie wir zu beweisen in der Lage sind, nicht zu.
Wenn es Harnack nichtsdestoweniger gelungen ist, zwischen
WerthvoUem und Werthlosem mit hinreichender Bestimmtheit
zu scheiden, so wird man seinem Scharfblick zwar alle Achtung
zollen, die von ihm gewonnenen Iiesultate aber nur insoweit
gutheissen können, als sie sich an einer erneuten, zuverlässigen
Erhebung und Prüfung des gesammten Materials bewähren.
Und in der Hauptsache, das mag hier gleich vorausgeschickt
werden, bewähren sie sich in der That. Ja die richtige und
1) Die Ueberlieferung der griecliischen Apologeten des zweiten Jahr-
Imudcrts (Texte und Untersuchungen 1. II). Leipzig 1SS2. S. 1 — 97.
Dor Avothascodex, Paris. Gr. 151. 155
Yollsüindige Keimtuicjs des liandsciiriftliclien Bostaiides dient
sogar dazu, di\s HauptT(3Sultat der liarnack'schen ünfccrsuclnmg
gegen Einwände zu sichern, welche bereits von beachtenbwerther
Seite dagegen erhoben worden .sind.
Den Nachweis, dass der Ärethascodex, Paris. 451, ursprüng-
lich auch die Apologie Tatians enthielt, hat Harnack über-
zeugend ixeführt. Diese Entdeckung setzte ihn in den Stand,
eine ganze Gruppe von Handschritlen, Avelche bisher in der Luft
schwebten, auf ihren Ursprung zurückzuführen. Aber gerade
hiermit ist er auf Widerspruch gestossen. Zwar dass der Cod.
Mutiu. III. D. 7 eine Abschrift des Paris. 451 ist, wird auch von
Zahn anerkannt; aber die unmittelbare Herkunft des Cod.
Paris. 174 und des Cod. Marc. 343 aus eben demselben Arche-
typus glaubt er bestreiten, und ausserdem für den Cod. Fris.,
die Grundlage der ed. princ. des Tatian» einen selbständigen
Werth in Anspruch nehmen zu müssen '^). Hätte es damit seine
Kichtigkeit, so geriethe der fesfe Boden, welchen Harnacks
Untersuchung zu gewährleisten schien, aufs neue ins Schwanken,
und wir wären jetzt wieder ziemlich so weit wie wir vorher waren.
Vom Cod. Marc. 343 sehen wdr hier ab; dass auch er weiter
nichts ist als eine hier und da etwas frei behandelte Abschrift
aus dem Paris. 451, wird in anderem Zusammenhange nach-
zuweisen sein ■^•), Die Gründe aber, welche Zahn gegen die
Herkunft des Paris. 174 aus dem Ärethascodex geltend macht,
werden hinfällig, sobald man die irrigen Angaben v. Otto's
berichtigt, und was der Cod. Fris. vor den übrigen Valerian-
handschriften voraus hat, erklärt sich zur genüge aus seinem
Verhältniss zum Marc. 343, weichen v. Otto für die erste Auf-
lage des Tatian noch nicht hatte vergleichen lassen können.
„Man muss zu sehr künstlichen Annahmen greifen", schreibt
Zahn a. a. 0.. „um diesen (den Paris. 174) für eine direkte
oder indirekte Abschrift aus Paris. 451 halten zu können. Der
,sorgfältige und kenntnissreiche Schreiber' (Harnack S. 58),
2) Tlieolog. Literaturl )latt. Herausgegeben von C. E. Luthardt.
Leipzig 1S82. Sp. 210 11.
3) Die definitive Erledigung dieser Frage steht von Herrn Dr. Ernst
Maass zu erwarten, welcher die Praepar. ev. im Marc. 343 mit dem
Paris. 451 grenau verorliche« hat
156 2^^ handficliriftlichen Ueberlieferung der Apologeten.
welcher in dem Paris. 174 einige bessere LAA gebracht haben
Süll, müsste z. B. in einem Exemplar der sibjllinischen Bücher
(^iu gar nicht näher bezeichnetes Citat des Athenagoras (Suppl. 30
n. 7) aufgesucht, glücklich gefunden und darnach den Text
seiner Vorlage korrigirt haben". Gewiss, das ist kaum glaub-
lich. Aber an der angeführten Stelle bietet Paris. 174
gar nicht x.a«, wie v. Otto angiebt, sondern di), wie
der Arethascodex. — „Er"(nämhch der Schreiber des Cod. 174),
fährt Zahn fort, „müsste nicht nur die unerträgliche, von Har-
nack S. 58 nur seltsam aber korrekt befundene Ehsion löi
adeXcpfj (Supplic. 32 n. 4) getilgt, sondern auch das darin unter-
gegangene, rhetorisch ganz unentbehrliche de herausgefunden
haben. Es scheint mir offenbar zu sein, dass das von Otto
nach anderen Hss. aufgenommene 6^ löla ädelq^f^ die gemein-
same Wurzel des unmöglichen Arethastextes und des verkürzten
Textes in Paris. 174 ist". Auch diesem Urtheil mag man gern
beipflichten. Aber der Ai;ethascodex bietet gar nicht,
wie V. Otto angiebt, yvvaiy,l Iöl adeXtffiy sondern
yvvai'/.iöiadelq^ili (so, ohne Worttrennung, Spiritus und
Accente, bis auf den Circumflex über dem r^). Hieran müsste
jeder Abschreiber Anstoss nehmen und durch Conjectur zu
lielfen suchen, so gut es eben ging; dass dabei der eine oder
andere auf das ursprünghche yvvar/.iÖLÖiaadE?^q>r]i verfiel, kann
doch nicht überraschen, da es gewiss sehr nahe liegt ^).
Der Einwand, den Zahn gegen Harnacks Beurtheilung
des Cod. Fris. erhoben hat, erledigt sich, wie schon erwähnt,
durch den Antheil, welchen der Cod. Marc. 343 an der Ent-
stehung desselben hat. Die Art aber und der Umfang dieses
Antheils, wie die Entstehung des Cod. Fris. überhaupt, muss
einer besonderen Untersuchung vorbehalten bleiben. Für unseren
gegenwärtigen Zweck wird die Constatirung der Thatsache ge-
nügen, dass die 38 Lesarten, welche mit vorgesetztem 'al,' am
Rande der ed. princ. stehn, sich sämmtlich als dem Marc. 343
entnommen erweisen ^), während von den mit einem Kreuz oder
4) Der Fehler reicht übrigens wahrscheinlich über den Paris. 451
hinauf — vorausgesetzt, dass der Argentorat. wirklich, wie v. Otto an-
giebt, yvvaixl 16l a6sX(pfj bot.
5) In drei Fällen, welche hiervon eine Ausnahme zu bilden scheinen,
liei?cu wahrscheinhch Druckfehler oder Versehen des Herausgebers vor
D<3r Aretliascodex, Paris. Qv. 451. 157
Stern oder gar nicht weiter bezeichneten Randlesarten 29 eben-
falls mit dem Marc, übereinstimmen*'). Man wird es hiernach
wenigstens nicht für unwahrscheinlich halten, dass das aoroo-
voiiish', welches die ed. princ. des Tatian c. 1 n. 9 hat, während
es in zwei (oder mehr?) Valerianhandschriften, wie im Paris. 174,
fehlt, gleichfalls aus dem Marc. 343 stammt. Dieser nämlich
bietet es in der That.
Dient somit, wie wir gesehn haben, in einzelnen Fällen
die genauere Kenntniss der Handschriften den Resultaten Har-
nacks zur Bestätigung, so liegt es andrerseits nahe anzunehmen,
dass das fehlerhafte Material, mit welchem die Untersuchung
operirte, nicht ohne hemmenden und trübenden Einfluss auf
die Resultate derselben geblieben sein kann. Ob und in welchem
Masse dies thatsächlich der Fall gewesen ist, lassen wir einst-
weilen dahingestellt. Es soll an dieser Stelle zunächst nur der
Beweis dafür erbracht werden dass, wie wir oben behauptet
haben, die von Otto dargebotenen Angaben nicht dazu ge-
eignet sind, einen richtigen Einblick in das Verhältniss der
Handschriften zu einander zu gewähren. Zwei Beispiele werden
genügen, diese Behauptung zu erhärten.
Bei der ßeurtheilung des Verhältnisses, in welchem der
Archetypus der von Valerian geschriebenen Handschriften
zum Paris. 174 steht, hat Harnack u. a. mit dem Umstände
zu rechnen, dass v. Otto bei seiner Recension des Tatian textes
an 22 Stellen angeblich die Lesart des Cod. Paris, verlassen
hat, um sich einer oder mehreren jener jüngeren Handschriften
anzuschliessen ^). Wenn nun auch Harnack eine Berechtigung
hierzu nicht überall anerkennt, so bleiben doch mehrere Fälle
übrig wo sich nichts dagegen sagen lässt, und dieser Umstand
rausste bei der Formulirung des Schlussuitheils über den Arche-
typus der Valerianhandschriften wesentlich mit ins Gewicht
ß) Von jenen 29 Lesarten stimmen die meisten übrigens auch mit
Paiis, 174. Das auffallendste aber ist, dass von den durch beigesetztes 'lego'
oder 'forte' als Conjecturen bezeichneten Lesarten mehr als der vierte
Theil, nämlich 16 sich auch im Cod. Marc. (resp. in diesem und dem
Paris. 171) finden. Das beweist jedoch nur, wie unvollständig die Kunde
vom Cod. Marc, war, welche dem Herausgeber dm'ch den Cod. Fris. ver-
mittelt wurde.
7) Texte und Untersuchungen J. II. S. 18 ff.
15%^ Zur hau dschiiftli eben Ueberliefevun der Apologeten.
lallen. Vi'ie al^er, wenn es sich ergiebt, dass an 11 von jenen
21 Stellen Otto über die Lesart des Paris. 174 falsch
unterrichtet Avar, und dass er an 9 von diesen 11 Stellen
in der That dem Paris. 174 gefolgt ist, und nicht, wie
er nieinte, den von diesem abweichenden Valerian-
liandschriftenV Wir lassen die 11 Stellen hier folgen. C. 1
n. 10 hat der Paris. 174 nicht i]f.twv, wie v. Otto angiebt, son-
dern vnCJr, c. o n. 19 nicht ;rQoahi]fif.iatt, sondern TToohjfn/jGTi,
c. 18 n. 5 nicht Ttay.ov, sondern y,alov, c. 19 n. 2 nicht utto-
dfjovaiy sondern aTrodi'oioi, c. 22 n. 14 nicht iqfiur, sondern
tuuvy c. 23 n. 9 nicht rpovsvad^ai, sondern cpovEvoai^), c. 26 n. 1
nicht €7rr/,oaftovfiepog, sondern S7riy,oo/iiovf.i€roi, c. 27 n. 3 nicht
ivTvyyärovTCigj sondern o.vrvyxavoJTsg, c. 33 n. 7 nicht oeiha-
vlojv, sondern GiiXccviwv\ c. 39 n. 10 nicht n), sondern «*, c. 40
n. 7 nicht itvOo),oyiaig, sondern f^iid-oloy/av.
Es wird nach dieser Probe keines weiteren Beweises dafür
bedürfen, dass die Collatioi] des Paris. 174, welche v. Otto
durch C. B. Hase empfangen und seinem kritischen Apparate
einverleibt hat, an Flüchtigkeit und Fehlerhaftigkeit ihres Gleichen
sucht "^). Man wird daher nicht anstehn, unser obiges ürtheil
von der viUligen ünbrauchbarkeit derselben für textkritische
Zwecke zu unterschreiben. Dass es aber mit dem Arethascodex
selbst im Otto'schen Apparate nicht besser bestellt ist, wird
das folgende Beispiel zeigen.
Um den Werth des verbrannten Codex Ar gen toratensis
beurtheilen zu können, kam es namentlich darauf an, sein Ver-
hältniss zu der ältesten und werthvollsten der uns erhaltenen
8) Diese auch diucli den Marc. 343 bezeugte Lesart wird künftig an
Stelle dos von Otto dem Rande der ed. princ. entnommenen tpovsvfcOai
zu treten haben.
9) Der Marc. 3^3 bietet hiei- aF?.(xviwv: weiter unten aber haben beide
(jikaviüDv, wie v. Otto im Text.
10^ Die untfer solchen [Jmständen naheliej^ende Vcrnmthung, dass
Hase den Tatian im Cod. Paris. 174 nicht selbst verglichen haben möchte,
scheint durch v. Otto's Angabe ausgeschlossen zu sein. 'Is quippe' (sc.
Car. Bened. Hase), so heisst es darüber, 'egregium venernndae antiquitatis
eodieera, rogante me, denuo inspexit et quae ipse accuratissime (!) enotavit
<»denda mihi concessit' (Corp. Apolog. christ. Vol. VI. lenae 18öl. Pro-
legom. p. XIV'). Vielleicht aber liat Ha.se .sicli doch nucli in die.sem Falle
einer Hülfe bedient (vgl. unten S. ino u. Anni. 11) und nur untorlassen,
V. Otto davon in Kenntni^^K zu sclzen.
Per Arr^fcluiscotlex, Paris. Gr. 151. 159,
Apoiogetenhandscliriften, dem Cod. Paris. 451, zu bestinimeu.
Mit diesem hat der Argent. drei Schriften gemeinsam: die
pseiidojustinischeGohortatiound die beiden Schriften des Athena-
goray. Eine verhältnissmässig grosse Zahl von Abweichungen
ist in der Schrift de resurr, zu constatiren; sie beträgt, wenn
wir richtig gezählt haben, etwa 120. Sieht man aber genauer
zu, so reduciren sich diese 120 Varianten fast um ein volles
Drittel, denn an 30 von den angeführten 120 Stellen liegt
in Wirklichkeit gar keine Verschiedenheit vor: an allen
diesen Stellen weist der Paris. 451 dieselben Lesarten
auf, welche v. Otto im Unterschiede von ihm dem Ar-
gent. beilegt. C. 1 n. 20 bietet Paris. 451 nicht s&fliov
()t(h:co/.eiv, sondern, wie Argent., didao/.ecr e^e^wi^, c. 2 n. IG
nicht 10 7iitQanar öivriO^eliq, sondern dvrr^Oel/jq tö TtaqanaVy
c. 2 n. 24 nicht yf-iM^n', sondern i-tisllei' , c. 3 n. 16 nicht
i.y,uvoiQ avzoig, sondern avTolg eAeivoig, c. 4 n. 2 nicht xa/,
sondern r/, c. 4 n. 12 nicht eöriöcoftttj'ovg, sondern iöriSsfiuvovg,
c. 5 n. 3 nicht xai, sondern de, c. 5 n. 6 nicht avdyxrjgy son-
dern th' avdy/.r^g, c. 5 n. 12 TrQoajceXdCeiv mit einem Strich
durch das r, c. 7 n. 12 nicht ravTr], sondern xaijTqVy c. 8 n. 2
nicht zov acTor , sondern zavTov (sie), c. 11 n. 16 nicht nqo-
'/.ad-aincoVy sondern nQoÖLav.ad^aiQiov, c. 12 n. 14 nicht toi) son-
dern 70, c. 12 n. 25 ('cvO-QLü7tov ohne zov, c. 13 n. 4 nicht d&öo-
fib.viovy sondern öiöofiivon' , c. 13 n. 0 Üem^ia nicht nach «£/,
sondern vor (Jivötafih'eir , c. 14 u. 9 XQ"*]^' ^^ (^^*^ 2- Hand)
drübergeschriebenem an genau wie Argent., c. 14 n. 10 nicht
zi öiy soiidern i}, c. 15 n. 21 nicht dövr. öiaiiUi'., sondern öia^ttv.
afJ/'j'. , c. IG n. 7 nicht Ao/. ßovl., sondern ßovl. hjy,, c. IG
n. IG nicht lioi^r Xe.y.^ sondern Af/. Lwr}j', c. 17 n. 11 nicht
yt)>0(.ih(i)r, sondern ytrofUrior, c. 19 n. 9 nicht 'Äi^pt')(^rig ßLog,
sondern y.zr^vcüdrjg y ^iqQWjdrig ßiog, c. 19 n. 10 nicht dyador,
sondern dyad-cov, c. 19 n. 21 nicht ev tui cpOaQzo) acof-t., son-
dern iv (f^ccQivt TU) üwf.1., c. 20 n, 1 rj ipvyj) nicht nach uh-
Tog, sondern vor Aalf" havi^v, c. 20 n. 5 nicht hieidi., sondern
hp€iy c. 21 n. 11 (von erster Hand) nicht /.riiaig, sondern y.xloig^
c. 21 n. 2! onÖT ttv, c. 22 n. 5 ovöi luäg, c. 22 n. 11 dXlo-
TQUtjv ohne -zutv^ c. 22 n. 12 nicht */, sondern zoff, c. 23 n. 10
oliog nicht nach, sondern vor orx taxtv. ebendas, ydftog ohne
0, c. 23 n. 13 rpraiÄ. t'vö. ohne t}]r, c. 23 n. 15 jreQi ziig dva-
lÖO Zur handschriftlichen üeberlieferung der Apologeten.
öTixaetogf c. 24 n. 9 nicht ^iriöSf sondern f-iriy c. 24 n. 11 toutov
ohne ar, c. 25 n. 13 nicht övTOgy sondern dovvog.
Die Collation der beiden Schriften des Athenagoras nach
dem Cod. Paris. 451 hat v. Otto ebenfalls von Hase empfangen;
wir erfahren aber, dass letzterer sich dabei der Hülfe eines
Griechen namens Sypsomos bediente. Nach der Beschaffen-
heit der Arbeit zu urtheüen, kann Hase's eigener Antheil daran
nur ein sehr geringer sein; dass sie völlig untauglich ist, wird
nun als erwiesen gelten können ^ ').
Welchen Einfluss diese Beschaffenheit des Materials nament-
lich auf die Untersuchung des Verhältnisses zwischen Paris. 45 1
und Paris. 174 üben musste, kann man sich leicht vorstellen ^^).
Wir erinnern, um lüerfür nur ein Beispiel anzuführen, an die
Schwierigkeit, welche das in der Schrift de resurr. c. 7 (n. 8)
vom Paris. 174 dargebotene, im Paris. 451 angeblich fehlende
ov xoXijg ov Ttvsvf^azog Harnack bereitet hat (S. 60 f.). Die
Lösung ist in Wirklichkeit eine sehr einfache: die Worte
fehlen zwar im Text des Paris. 451, sind ihm aber, und
zwar von erster Hand, am Rande beigeschrieben und
von dorther, wie so manches andere, in den Text des
Paris. 174 übergegangen.
Wir räumen die Möglichkeit gern ein, dass die im bis-
herigen von uns charakterisirten CoUationen aus den beiden
11) Welche Stücke des Cod. 451 Hase und welche Sypsojnos ver-
glichen hat, ist aus v. Otto 's Angaben nicht zu ersehen. Er schreibt
(Corp. Apolog. Christ. Yol. VII. lenae 1857. Prolegom. p. XIV): 'Equi-
dcm lectiones, quae hunc editorem (sc. Maranum) latuerunt, uua cum
scholiis, quae nunc primum prodeunt, acceptas refero humanitati Caroii
Benedict! Hase, illustrissimi librorum mstormn illius bibliothecae con-
servatoris: is quippe egregium codicem, rogante me, denuo inspexit et
quae ipse enotavit, vel ex parte per virum eruditissimum Zvxpco/jiov,
graeco genere natum, enotanda curavit, ad me transmisit ut ederentur'.
Irren wir nicht, so hat Hase nur die Cohortatio selbst verglichen; die
Zahl der irrigen Angaben ist hier eine weit geiingere.
12) Eine ungleich genauere Vergleichung der Pariser Handschi-iften
als V. Otto, bietet Nolte im 6. Bande der Migne'schen Patrol. Gr., Col.
1709 — 1816. Sie scheint aber Harnack ganz entgangen zu sein. Zu der
im Texte sogleich zu erwähnenden Stelle de resurr. c. 7 bemerkt Nolte
freilich nur: 'ov X' ov nv, A marg.', ohne anzugeben — worauf es afcfova geschrieben, c. 13 (p. 5S 1. 4)
statt ovaQ TL zuerst, wie es scheint, ov nori, c. 25 'p. 136 1. 7) statt nkX
ä?.öyu)i zuerst «AA« Xöywi. In vielen Fällen ist die Worttrennung ganz
Der Arethascodex, Paris. Gr. 451. t77
der Vorlage lässt sich daraus allerdings nicht ziehen, doch
wird man schwerlich irren, wenn man sie spätestens im 7. Jahr-
hundert entstanden denkt. Diese alte Vorlage entliielt eine
Anzahl Schollen, welche, wie schon bemerkt, BaaneS seiner
Abschrift einverleibte. Aus welcher Zeit sie stammen, wird sich
schwerlich genau bestimmen lassen; immerhin aber werden wir
diese älteren Schollen mit anderen Augen ansehen als diejenigen,
welche nachweisbar einen Bischof des 10. Jahrhunderts zum
Verfasser haben. Solche ältere, von Baanes der Vorlage ent-
nommeiie Schollen finden sich ausserhalb der beiden Schriften
des Clemens nicht. Zu Anfang des Protrepticus treten sie am
zahlreichsten auf, in den aus dem Paedag. erhaltenen Büchern
nur ganz vereinzelt. Es liegt uns nun ob, zwischen diesen
Schollen erster Hand und den später von Arethas hinzu-
gefügten Bemerkungen zu scheiden.
Zwei gleichzeitige Hände, deren eine augenscheinlich be-
strebt war, sich den Formen der anderen anzubequemen, sind
nicht leicht von einander zu unterscheiden. Zwar ist die Hand
des Arethas überall da, wo er sich mehr gehen Hess, wie z. ß.
in den Randbemerkungen zu Athenag. de resurr., auf den ersten
Blick zu erkennen. Nicht so in den meist kurzen Bemerkungen,
welche er zwischen die am Rande der Clementinischen Schriften
von der Hand des Baanes geschriebenen Scholien einstreute.
Hier lag ihm offenbar daran, dass seine Schrift von der Um-
gebung nicht zu sehr absteche, und dies Bestreben ist ihm zu-
weilen so wohl geglückt, dass eine genaue Kenntniss der ihm
eigenthümlichen Formen dazu gehört, um eine sichere Ent-
scheidung zu treffen. Ja einzelne Falle sind so geartet, dass
selbst eine sorgfältige Prüfung nicht jeden Zweifel zu heben
vermag, zumal auch die Hand des Baanes sich nicht überall
gleich bleibt. Doch ist die Zahl solcher Fälle nur eine geringe;
in der Regel lässt sich die Scheidung mit völliger Bestimmt-
heit vollziehen, und vielleicht bedarf es nur einer noch ein-
gehenderen Beschäftigung mit den Ciemensscholien, als sie uns
unterblieben und auch von Arethas nicht nachgeholt. So liest man z. B.
Supplic. c. 20 (p. 96 1. 4 8.) noch jetzt ÖQfpsvaav6t(pdvi^a, c. 29 (p. 154 1. 1)
ayavo(i/iaö(^a)i, c. 85 (p. 180 1, 12 s.) ovxagisoavTOv; vgl. auch die oben
S. 156 aus c. 32 angt^fülirte Stelle.
Texte und UntersuchuDgen I, 3. 12
178 2^^' handschril'tUclien Ueberlieferung der Apologeten.
vergönnt war, um auch die wenigen uns noch gebliebenen
Zweifel zu beseitigen.
Dem von uns vorgenommenen Versuch einer Scheidung
der Hände in den Clemensscholien konnte leider die einzige
vollständige Ausgabe derselben, die Dindorf'scbe, nicht zu
Grunde gelegt werden, da sie uns in Paris nicht zugänglich
war ^2) y^^{j> bedienten uns der ed. princeps von Klotz, und
auf diese beziehen sich die Seiten- und Zeilenangaben in der
folgenden Zusammenstellung*'^). Doch beschränkt sich unsere
Scheidung nicht auf die hier abgedruckten Scholien. Die Hand
des Baanes bezeichnen wir mit B, die des Arethas mit A;
ein beigesetzter Stern deutet an, dass wir auf ein völlig be-
stimmtes Urtheil verzichten zu müssen glaubten**).
Pag. 91 1. 1— pag. 92 1. 13 B*^)
„ 92 1. 14—30 A*6)
1. 31—34 B
,. 93 1. 1. 2 AB**7)
42) Die von Dindorf veröiFentlichten Scholien sind nicht dem Cod.
Paris, allein, sondern "noch mehreren anderen Handschriften entnommen,
von denen für den Protrept. namentlich der Mutin., für den Paedag. dieser
und der Florent. in Betracht kommen. Es bestand die Absicht, alle die-
jenigen Scholien, welche den genannten Handschriften nicht gemeinsam
sind, besonders kenntlich zu machen. Diese Absicht ist aber leider nicht
consequent zur Ausführung gekommen, so dass eine neue Vergleichung
des Paris, sowohl als des Mutin. und Florent. sehr zu wünschen bleibt.
4S) Titi Fltiui Clementis Alexandrini opera omnia. Recognouit Rein-
holdus Klotz. Vol. IV. Lipsiae 1834.
44) Von inneren Gründen ist bei der Bestimmung der Hände ge-
flissentlich kein Gebrauch gemacht worden Die von uns vorgenommene
Scheidung aber fordert von selbst dazu auf, die beiden Scholiengruppen
auch ihrem Gehalte nach zu prüfen und mit einander zu vergleichen.
Dass dies bald und von kundiger Seite geschehen möge, ist sehr zu wünschen.
45) Auch das lange, bei Klotz fehlende Scholion. welches bei Dindorf
p. 413 1. 10 bis p. 414 1. 7 abgedruckt ist (AqIovi tw Mrj&vfzvaiip xtX.)
läset sich, obwohl stark verwischt, mit Sicherheit der Hand des Baanea
zuweisen. Von sämmtlichen Scholien auf fol. 1 » scheint nur das mit x«^--
xoiic beginnende, welches Klotz nicht hat (bei Dindorf p. 414 1. 23 s.), von
Arethas' Hand geschrieben zu sein. Es ist aber so stark verwischt, das.s
ich mit völliger Sicherheit nicht zu entscheiden vermochte
46) L. 30 achrieb A nicht nynv (Klotz), sondern ioquIov nyav (Dindorf).
47) In dem kleinen Scholion p. 93 1. 1 s. scheint das drtixaig von A
zu sein, das übrige von B. ,
Der Aretliascodex, Paris. Gr. 451.
179
Pag. 93 ]
. 3-12 B
L 13—16 A
1. 17—24 B
l. 25—28 A
l. 29 A'--
L 30 — pag. 94 1. 4 B
. 94 ]
L 5. 6 A
L 7. 8 A*
L 9 — pag. 95 1. 32 A^ö)
„ 95 1
. 33 — pag. 98 1. 3 B
„ 98 ]
. 3—19 A*«)
l 20—23 B
L 24—27 A^o)
L 28 — pag. 103 1. 11 B'^O
„ 103 :
. 12—14 A
L 15—27 B
L 28—30 A
u 31 — pag. 104 l 12 B52)
48) Auch das von Klotz und Bindorf übergangene, aus dem Text
p. 8 1. 23 SS. ed. Dind. wiederholte td ^^v, to sv 5?>, to del ^rjv (fol. 4»)
scheint von Arethas' Hand zu sein.
49) In dem grossen Scholion p. Ö7 L 35 bis p. 98 1. 19 reicht die Hand
des Baanes nur bis yvfzywaw 1. 3, alles übrige, von Aie^oöixwztitov
an bis zum. Schluss (t^v avxijv 1. 19), ist Zusatz des Arethas, und
zwar ohne allen Zweifel (s. o. S. 176). In beiden Ausgaben findet sich
nach yvßVioGoj ein Gedankenstrich, aber keinerlei Hindeutung auf den
wiiklichen Sachverhalt.
50) Zu p. 15 1. 15 SS. ed. Dind. schrieb B an den Rand tisqI litp^o-
öitTjq, und A fügte hinzu xal räiv avr^i: ßvavrjQicDv.
51) Schwanken könnte man nur etwa in betreff des kurzen Scholions
p. 99 1. 10 s. {6ijovQ—(pQv^lv).
52) Auf fol. 8 — 11 findet sich nichts von A. Die von den Heraus-
gebern übergangenen kurzen Inhaltsangaben fol. 12 1, 13», 14», lö^ sind
von A; er schrieb zu p. 28 1. 21 s. ed. Dind. an den Rand: ovi tgelq 'C,fivaq
(paoiv eX}.7]V€Q, zu 1. 24 s.: ozc dd-i]vaT nsvxi^ zu p. 29 1. 5 s.: Zxt xal
dnoXXwveq s^ ivofxla&t^aav, zu 1. 14 s.: ort xal daxXrjniol xal sQpial
nXtiovc:^ zu 1. 19 s.: ozl xal ä^eiq nXeioveg, zu p. 31 1. 12 ss., in senkrecht
über einander gestellten Buchstaben: nsQi i]Qax?JovQ^ zu p. 36 1. 8ss,:
d7iö?.Xwv, TjQaxXfjQ, noociöwv. Unterhalb der letzteren Namen ist, wohl auch
von A, das vom Schi'eiber irrthümlich schon hier an den Rand gesetzte
Scholion Innoxöwv xiL (p. 107 1. 28 ss.) dm-chgestrichen ; es kehrt auf
der folgenden Seite (fol. 17^) wieder.
12*
180 Zur handschnftliclien Ueberlieferiing der Apologeten.
Pag. 104 1. 13—15 A
1. 16 — pag. 105 1. 11 B
„ 105 1. 12 A
1.
13-
-pag.
106 1.
21 B
106 1.
22.
23 A53)
1.
24-
-pag.
110 1.
15 B
HO 1.
15-
-19 A
54)
L 20-
-pag.
111 1.
27 B
111 1.
28-
-pag.
112 1.
7 A
112 1.
8-
-pag. 113 1.
12 B ^5)
113 1.
13-
-16 B^
K
1.
17-
-pag.
114 1.
17 B
114 1.
18-
-pag.
115 1.
2 A*
115 1.
3-
16 B
L
17-
-23 A
1.
24-
-26 B
1.
27-
-31 A
1.
32
-pag.
116 1.
24 B
116 1.
25 A56)
1.
26-
-33 B
I.
33-
-pag.
117 L 20 A*7)
117 1.
21-
-28 B
L 29-
-pag.
118 1.
3 A58)
53) Unmittelbar damnter steht, ebenfalls von A, uQoavßvoq (fol. 16»).
Auf fol. 17 und 18 findet sich nichts yon A. Das inttifiozsQOi fol. 19»
ist von späterer Hand.
54) In dem Scholion p. 110 1. 14 ss. (fol. 19^) ist nur der Anfang,
iBoifxi] noXig i^g Xaxeöaiiiovlaq, von B; die Worte r,v xal fxeoalrtjv (eine
spätere Hand corrigirte f.i£ija^vrjv) bis kagioaa Xeysiai, sind Zusatz
von A. Auf fol. 20 findet sich nichts von A.
55) Das von beiden Herausgebern überga igene xaza xoivou xb oi
7iagaizi]Tiov fol. 22-^ (unter uiOfxa dvögiavTonoioü p. 112, 29) ist von A.
56) Das aus dem Text p. 62 1. 25 ed. Dind. am Rande wiederholte
x€vuiflü)aai] xi xb xax slxova deov (etwa zu p. 102 1. 3 ed. Dind.) zwischen
den Schriftcolumnen, und eine Rasur lässt erkennen, dass dieselben Worte
schon früher an anderer Stelle dastanden. Eine genaue Vergleichung des
Mutin, (und Florent.) mit Paris 451 wird vielleicht ergeben, dass hier und
da kleinere Scholien, welche jetzt in ersterem allein stehen, sich ursprüng-
lich auch im Paris, fanden. Denn nicht überall hat jene jüngere Hand
das Ausradirte ersetzt; so gewahrt man fol. 48*, 50», 51», 52» (unten),
53'»^ (unten) kleine Rasuren, denen keine Scholien a recentiore manu
entsprechen.
61) Das Scholion dvxl rov iiXsvaov stand ebenfalls schon früher da
und ist von der späteren Hand ersetzt worden.
62) Statt des iXeelv, welches Klotz 1. 30 bietet, steht in der Hand-
schrift tliräv, und zwar ebenfalls von der jüngeren Hand. Das ausradirte
ältere Scholion nahm aber 3 bis 4mal so viel Raum. ein. WahrscheinUch
stand ursprünglich (abgekürzt) 6id(poQo:; r/ av'Qvyia' xal iXeelv xal hXsüv
Xaystai (Dind. p. 433 1. 5 iletlg xal iXeäg) da. Uebrigens hätte Dindorf
dieses Scholion mit M (Mutin.) bezeichnen müssen, da er um das ursprüng-
liche Vorhandensein desselben in P (Paris. 451) nicht wusste.
63) Fol. 52» ist (zu p. 114 1. 1 s. ed. Dind.) das Schriftwort öiriyrj'
ooßdi xb uvofid aov xoXg d6e?(poTg f-tov, desgleichen fol. 52^ (zu p. 115
1. 5 s.) öiöovg vofxovg ßov elg n)v öiupoikv avzwv von A aus dem Text
am Rande wiederholt.
j[g2 Zur handschriftlichen Ueherliofernng der Apologeten.
Pag. 120 1. 8—11 A*6*)
1. 12 — pag. 122 1. la A^"'^)
1. 14 A*66)
1. 15 — pag. 123 1. 14 A»')
„ 123 1. 15. 16 (A?)68)
L 17. 18 A
1. 19. 20 (A?)«»)
1. 21 — pag. 134 1. 10 A
„ 134 1. 11—14 ß
1. 15 — pag. 136 1. 9 A
r.4) Das 6iu xal, welches Dindorf p. 212 1. 19 ohne Bemerkung im
Texte hat, ist im Paris, (fol. 60») nachträglich an den Rand gesetzt, und
zwar, wie es scheint, von A. Ebenfalls von A ist die Inhaltsangabe
fol. 61b (zu p. 214 H. ed. Dind.): nsgl xwv naga rolg noXXolq Xfyoßevwv
uyanäjv, desgleichen fol. 62 *> das bei Klotz fehlende, von Dindorf fälsch-
lich mit FM bezeichnete Scholion p. 439 1. 10 — 12: wansg — fjisraXafzßdvFir.
Auf der folgenden Seite, fol. 63», schrieb A (zu p. 217 1. 8 s, ed. Dind.) an
den Rand: onoTov flvai x6 öflnvov Sei xQ^^^T^tf^voTg, und (zu p. 218 1. 2 s.):
oTi (iovDTOQ aoioaxoq slxotwc. a.v dvOfiät,oiTO.
65) Das Scholion dvzl uTioxgsfiainsvog (p. 120, 12) steht fol. 65». Auf
der folgenden Seite, fol. 65 b, schrieb A in senkrecht über einander ge-
stellten Buchstaben an den Rand: xQiv^'f^ov] yal rjöv tb '/^wgiov. Weiter
unten ist ein Scholion von 3 Zeilen ausradirt; Avahrscheinlich eine Be-
merkung des Arethas, die er selbst wieder verwarf, denn sie fehlt auch
in F und M. Links von dem Scholion p. 120 1. 13 — 16 setzte A an den
Rand (fol. 68')): oii ö Ix^vg ov övov tfanl fiovog sv r^i xoiXiai x^v xag-
öictv F/ei. Fol. 72» ist wieder ein kleines Scholion ausradirt; es verhält,
'sich damit wie mit dem auf fol. 65 b. Fol. 73b stehen über (palsgovg (Klotz
p. 121 1. 12 s.) die sieben im Texte (p. 239 1.. 15 s ed. Dind.) vorkommen-
den Namen, mit ^daioq beginnend (A).
QQ) Diese Note, welche vonA zu sein scheint, steht fol. 77». Fol. 78» sind
zwei Scholien, ein längeres und ein kürzeres, ausradirt; das erstere ist
wahrscheinlich das in FM erhaltene, bei Dindorf p. 440 1. 31 — 33, also
erst nachträglich getilgt, nachdem jene Handschriften bereits aus
Paris. 451 abgeschrieben waren.
67) Das mit agi^a überschriebene Scholion p. 122 1. 20—24 (fol. 79») ist
ohne allen Zweifel von A; ebenso die kurzen .Inhaltsangaben fol. 79 »und SO».
88) Dieses Scholion (fol. 85») ist wieder an Stelle eines ausradirten
(von A?) von der späteren Hand geschrieben. Von dem folgenden (fol. 85 b)
ist nur ein Theil ausiTidirt und ersetzt.
09) Auch dieses Scholion ist als Ersatz eines ausradirten von der
späteren Hand geschrieben.
Der Arethascodex, Paris. Gr. 451. 183
Mit fol. 130 verschwindet die Haud des Baanes vom Rande
des Cod. 451, um uns erst später wieder, jedoch nicht mehr in
der Form von Scholien, zu begegnen. Die wenigen Randbe-
merkungen zur Epist. ad Zenam et Serenum sind von Arethas'
Hand, desgleichen die zur Cohortatio ^^) und zur Supplicatio
des Athenagoras. Von den Randnoten zur Schrift de resurr,
wird alsbald die Rede sein. Es gilt nur zuvor noch eine Be-
merkung über die Schrift des Baanes nac"hzutragen und damit
zugleich eine irrige Angabe zu berichtigen, welche aus v.
Otto 's Beschreibung des Cod. 451 auch in Harnacks Ab-
handlung übergegangen ist.
Auf Grund der ihm zugekommenen Kunde bemerkt nämlich
V. Otto*^*), dass der Titel der Supplicatio des Athenagoras nicht
vom ersten Schreiber (Baanes), sondern von einer Hand des
11. Jahrhunderts herrühre. Diese Angabe ist eine durchaus
irrige. Sie ist darauf zurückzuführen, dass zu den Büchertiteln
eine nicht nur vom Texte, sondern auch von den Scholien ver-
schiedene Schrift verwandt wurde: eine Erscheinung, die so
gewöhnlich ist, dass man sich wundern muss, sie von Otto's
Grewährsmanne so völlig verkannt zu sehen. Es ist eine mittel*
grosse, durch schlankere und rundere Formen von der Scholien-
schriffc sich unterscheidende Semiunciale. Man begegnet ihr
übrigens nicht nur in den Büchertiteln, sondern auch in den
üeberschriften, welche den Capiteln der Praepar. ev. von fol.
232t> an am Rande beigeschrieben sind"^'-^). Letztere dem Baanes
abzusprechen, wird niemandem in den Sinn kommen'^*). Dann
aber lässt sich auch schlechterdings kein Grund erfinden, warum
der Titel der Supplicatio nicht von Baanes geschrieben sein
sollte. Die Schrift ist genau dieselbe, wie die des Titels der
70) Darunter auch fol. ISS^ pnoToc lovattvo^ 6 &6toc xtl, (vgl. Har-
nack S. 3B),
71) Corp. Apolog. Christ. Vol. VIT. p. XIII. Otto hat die Handschrift
selbst nicht gesehen.
72) Zuerst nfgl tijg 6)-Xi^vo)p (pvoixric ^eo/.oylac, die üeberschrift von^
1. III c. 1.
73) Eher Hesse sich darüber streiten, ob die in der Praepar. ev. hier
und da aus dem Text am Rande wiederholten Eigennamen von der Hand
des Baanes herrühren. Ans 11. Jahrh. ist aber auch hier nicht zu denken:
man könnte nur zwischen Baanes und Arethas schwanken.
IS 4 Z^^ handschriftlichen Ueherlieferung der Apologeten.
pseudoj 11 stini schell Cohortatio (fol. 16313): warum ist es uie-
mandem eingefallen, auch diesen dem Baaiies abzusprechen
und ins 11. Jahihundert zu verlegen? Nur die Möglichkeit ist
allerdings nicht ausgeschlossen, dass Baanes den Titel der Suppli-
catio in seiner Vorlage nicht vorfand; denn er steht oberhalb
der Schriftcolumne, als ob er nachträglich hinzugefügt worden
wäre, nachdem die Adresse {Avto-aqcctoqolv y.xl.) bereits nieder-
geschrieben war. Abßr es ist dies eben nur eine Möglichkeit, die
von Wahrscheinlichkeit weit entfernt ist. Auch die Ueberschrift
von Paedag. III, 1 {yfoyog rghog' 7i€()i rot yxiXlorg tor «Ar^-
O^ivov) steht ausnahmsweise oberhalb der eigentlichen Schrifk-
columne: hat man daraus den Schluss zu ziehen, dass sie eben-
falls in der Vorlage fehlte? Dazu kommt, was v. Otto ganz
verborgen geblieben zu sein scheint, dass der Titel der
Supplicatio, wie der der übrigen Schriften, nicht nur als
Ueberschrift, sondern, in abgekürzter Form''*), auch als
Unterschrift vorliegt. Man müsste also, da die Unterschrift
zweifellos derselben Hand angehört, wie die Ueberschrift, auch
erstere von jener vermeintlichen Hand des 11. Jahrhunderts
nachgetragen sein lassen. Ferner: Von der Ueberschrift der
Schi'ift de resurr, sagt v. Otto auf Grund der ihm zugekommenen
Kunde, sie scheine von der ersten Hand (Baanes) herzurühren.
Aber dieselbe Hand, welche toü avtov nsgl dvaoTdoewg vs/igtov
überschrieb, markirte den Schluss durch die Unterschrift d^ri-
vayoQOv negi dvaotdaecjg, und diese Hand ist sicher mit der-
jenigen identisch, welche die SuppKcatio mit Ueberschrift und
Unterschrift versah. Man müsste consequenter Weise dazu fort-
schreiten, beide Ueberschriften und beide Unterschriften für
spätere Zuthat zu erklären; aber dazu möchte sich schwerlich
jemand entschliessen. Die Annahme wäre weniger abenteuerlich,
wenn in der That, wie man v. Otto berichtet hat, eine Hand
des 11. Jahrhunderts auch sonst zahlreiche Spuren im Cod. 451
hinterlassen hätte. Das ist aber keineswegs der Fall. Sämmt-
liche Correcturen und Randschriften, die jünger sind
als die des Baanes und Arethas, gehören frühestens
dem 13. oder 14. Jahrhundert an^^). Man wird also nicht
74) Die Unterschrift lautet: dS^tjvayogv (sie) ngiaßsla (sie).
75) S. 0. S. 160 und S 175 Anm. 36. Unter den Correctorenhänden ist
namentlich eine auffallend, welche mit blassrother Tinte, in errossen, un-
Der Aret.hascof'ex, Paris. Gr. 451. 185
umhin können, auch den Titel der Supplicatio schon im Jahre 914
von Baanes geschrieben sein zu hissen, mag er nun in der
alten Vorlage gestanden haben oder nicht '^^).
IT,
Mit der Schrift de resurr, hat Arethas sich eingehender
beschäftigt als mit irgend einer anderen des Cod. 451. Nicht
nur hat er sie mit zahlreichen Randbemerkungen versehen^ son-
dern auch, wie schon bemerkt, eine Capiteleintheilung vorge-
nommen und jedem Capitel eine mehr oder weniger ausführ-
liche Inhaltsanalyse beigeschrieben. Man erkennt hier besonders
deutlich, dass die Leetüre und gelehrte Bearbeitung zu ver-
schiedenen Zeiten stattgefunden hat. Der grösste Theil der
gelegentlichen Randnoten ist in einer verhältnissmässig feinen,
der Schrift des Baanes sich nähernden Semiunciale geschrieben,
wie die ArethaSscholien zu den Schriften des Clemens; die In-
haltsanalysen hingegen sämmtlich in grösserer Schrift und
augenscheinlich mit anderer, minder feiner Feder. Diese sind,
wie aus der Raumvertheilung zu ersehen, zuletzt und, sofern
man aus der Gleichförmigkeit der Schrift darauf schliessen kann,
ohne grössere Unterbrechung geschrieben.
In der Ausgabe v. Otto 's fehlt eine Anzahl dieser Ana-
lysen; sie sind vollständig zuerst von Nolte in Migne's Patrolog.
Gr. T. VI. CoL 1809—1816 veröffentlicht worden. Aber^uch
hier werden sie mit den gelegentlichen Bemerkungen durch-
einandergeworfen und somit dem Zusammenhange, in dem allein
sie verständlich sind, entrückt'*^).
geschickten Zügen ihre meist die Oi-thographie betreffenden Verbesserungen
einzeichnete. Ihre Zeit ist nicht leicht zu bestimmen, doch reicht auch
sie schwerlich, über das 14. Jahrhundert hinauf.
76) Von den Subscriptionen hatte auch Harnack keine Kenntnis«;
daraus erklärt sich die Bemerkung S. 34 (vgl. S. 176), dass in A (Paris. 451)
der Name des Athenagoras überhaupt fehle. Die Ausfühmngen S. 176 if.
■werden übrigens durch unsere Berichtigung nur insofern betroffen, als der
Arcthascodex nicht, oder doch nicht unmittelbar als Zeuge für die titel-
lose üeberlieferung der Schriften des Athenagoras angeführt werden kann.
Die Thatsache, dass im Cod. Paris. 450 der Titel der Schrift de resurr,
erst von späterer Hand hinzugefügt wurde, bleibt bestehen.
77) Der Abdruck bei Migne ist übrigens nicht so fehlerhaft, wie man
aus der Inhaltsangabe des ersten Capitels schliessen möchte. Hier finden
1§6 Zur handschriftlichen Ueberlieferimg der Apologeten.
Der Beginn eines neuen Capitels ist in der Regel durch
Ausrücken des ersten Buclistaben der folgenden Zeile kenntlich
gemacht (s. o. S. 175), wenn nicht zufällig der Anfang des
Capitels mit dem Anfang einer Zeile zusammentrifft. Mit der
Capitelzahl am Rande correspondirt eine Ziffer über der be-
treffenden Analyse; letztere wird überdies, um sie von den
sonstigen Bemerkungen zu unterscheiden, Zeile für Zeile von
dem Zeichen -f begleitet"^).
In dem folgenden Abdruck musste, wegen typographischer
Schwierigkeiten, auf Wiedergabe der zahlreichen, zum Theil
tachygraphischen Abbreviaturen verzichtet werden. Mit Rück-
sicht auf die Bequemlichkeit der Leser aber schien es angezeigt,
auch die etwas nachlässige Behandlung von Spiritus und Accenten
von der Wiedergabe auszuschliessen^^). Die Seitenzahlen be-
ziehen sich auf die Ausgabe v. Otto's im 7. Bande des Corpus
Apologetarum.
.A' (p. 186 1. 4) "^'Ort Tcavtl doyi-iaxi xal ?.6yq> a?.Yjd-€tag^^)
Fyofievq) TtagvcfLGTazal rt, ipndog, ovv. e/. g)voiy,'^g alziag OQ/tico-
aevovy aA^' i^ dO^eofiov Trjg aXqd^aiag öiaq)&OQ&g rcov to xpsvöog
TeTifirjyioTwv iv, vM/.oayoXiov /.cd Gvy.ocpavTstv ccnav ayaS^bv mal
d'elov ianovöa/.oTwv.
B' (p. 188 1. 11) '^'Otl Toig nsQi öoy^ia y.al Xoyov aAij^?]
TiovovjLievoig ötTTcdv ygala Xoycoi^, VTteq y,ai Ttegl' xcov f.iev vtcsq
trig aXjid-elag ngog tovg aniazovg ymi sgioziycotg, ziov 6i niol
sich nämHch nicht weniger als drei sinnentstellende Druckfehler: elq xct-
xooyoXtjv statt ix xaxoo'/6).(i)v^ ^inav statt änav, ionovSaxottjv statt
ianovöaxoTCDV. Im weiteren Verlauf kommen sinnstörende Druckversehen
nur vereinzelt vor, dagegen aber stillschweigend in den Text aufgenom-
mene Emendationen wiederholt.
78) Dasselbe Zeichen findet sich ausserdem fast auf jeder Seite mehrere
mal am Rande des Textes; es scheint dem Arethas das bekannte atj/ieitoaai
vertreten zu haben, welches sich hier (neben der Abkürzung für wQaiov)
nur selten findet.
79) Auf die graphischen Eigenthümlichkeiten des Arethas kann hier
nicht eingegangen werden. Wir erwähnen nur den regelmässigen Ge-
brauch des iota adscriptum und die häufige Bezeichnung des langen a
mit einem kleinen Strich darüber.
80) Die erste, bis akrj^siaq reichende Zeile ist in der Handschrift zum
grössten Theil mit dem Rande weggeschnitten, die Lesung aber ist durch
die Abschrift im Cod. 174 gesichert.
Der Aretliascodex, Paris. Gr. 451 ' 1S7
xfjg (x?,7j0^ciag 7rQog toig euyvcouovtog dtyo(.dvovg v.al snisr/xdg
rovg Xoyovgj ovg ytal /^ij -Acaa zriv 7tQ0'/,€tuevriv vnoO^iOiv tiqou-
yeiv ihaaVTiog de 7.ar%rjV id^iv tov v7ceQ ytcel neql xar« i?p
enißdlXovoav tm ngay^iaTL xgeiav ngnovefieiv^^),
r' (p. 190 1. 15) '^'Oxi TO) 7C€qI lijg dvaoidoswg Xoyoj oi [dv
TcdvTf] duiOTOvoiv, Ol öe df.ifpißdllotfJiv, alld y.al tmv öe^a-
fibV(x)v iog löTiv dvdotaöLg eIoIv o^xiveg liz Xor^g loig Ci^iqißctl-
hwaiv aTtiOTOvaiv dX6yo)g xal dvaizicog^'^).
J' (p. 192 1. 5) ^'Eleyyog bvxev^ev rlöri tvIv tteql xr^v dvd-
nxaöiv dTciaxiog exovzcov dno xov (.n) nQOXEiQiog ovkayioyuod^ai
xnig y,axd axQiTov So^av otGTqrilaxoif.iivotgy dkla f.iq fiti loyv-
gag cnxlag xal darpalelag' dcp (hv öi] ymI xo tilöxov nl(fV'/.ev
dvaßXaaxdvetv. xo yaQ xoig ayav uioxo'ig dniaieiv avd^QCOTtwi'
egyov ovy vyLcavovnov xov XoyiG}.i6v, el öi xovxoj ol xr^v ava-
axaGLv dmoxovvxeg tj öcanogovvxeg, si^tsv (.iriöe^iiäg cdxiag e^dji-
xovxeg xriv xcov dvd-giüTiiov yeveaiv xovxo h^govotV) eyyvOev tov
l'?i£yXov xovxov^'^) dTzolöovxai* rj xto ^£(fß xi'iv alelav dvaxix}ivxEg
xi^v xcov dv\}gi6niov dvdoxaoiv 7] cog dövvazov ^i cog aßovlr^xov
xtT) ^£(7ß aTTiGxovGiv, oneg Boycttrig dvoiag /.al dGeßeiag'^^).
E' (p. 194 1. 7) 'Oxi xo dövvaxov xivi TioiiJGal xi 7] s§ ay-
voiag TOV yevr^GO(.tivov Gvf.ißatv€t 7j ea xov firi (xvxagAcog tysiv
ngog xo EnixEXiGai zb iyvcoG^iEvov. eyyEigriGag yag xo7g döv-
vdxoig ov'A Ev xoig GcScpgoGt loyiGd^Eirj, ayvoiav de 7] döwaf-ilav
ngoGanxELv d^eof xiTt y.cd ngo yev^GEiog dxgißcog lenxoyvoovvzi
81) Das Capitel beginnt mit 'O^ev oipiar, das kleine v der letzten
Silbe von novovfxevoig (1. 11), ■womit die folgende Zeile begann, ist aus-
radirt und durch ein grosses ersetzt (s. 0. S, 175). Die durch gesperrten
Druck ausgezeichneten Präpositionen vnhg und ns()i sind in der Hand-
schrift durch darübergesetzte Striche markirt. Die bei Otto unmittelbar
angeschlossene Bemerkung TtpoTy/faat xi/.. steht in der Handschrift auf
der folgenden Seite (fol 349 »), zu p. 190 1. 1 s.
82) Der Anfang des Capitel s ist hier nicht durch einen grossen An-
fangsbuchstaben kenntlich gemacht. Das P' steht am Eande zu der mit
x(ov TJjg fivaazdas(.o? beginnenden Zeile (1. 15); man muss also annehmen,
dass Arethas das neue Capitel mit xazä vöv avxbv (1. 14) beginnen lassen
wollte.
83) Nach Otto sollen die Handschriften ('codd.') tovzo haben. Vom
Paris. 451 gilt das aber nicht; mau kann nur schwanken, ob der letzte
Buchstabe nicht vielmehr einem v als einem v ähnlich sioht.
84) Das G von oxo7coj,u£r (c. 2), womit eine neue Zeile beginnt, war
schon vom Schreiber ausgerückt.
18g Zur handschriftliclien üeberlieferung der Apologeten.
xo 7[60^6v bxaGTOv ir^v ovövaoiv naq avTOv Xricp^ev yox'i]yi'^v^
'/.al öiaXvd^ev na%tv elg nöla (.UTay.ey^tOQr^^ev , soxonr^g iarlv
aosßelag. 6 yaQ d/.oißcog otrcog eldwg fctog aövvaTiog i^ei ravia
laßtov TiQog To i^ CLQ^i^g^^) inavayayelv^^).
g (p. 198 1. 16) riegl rtov ccTiogov^iviov Tiatv oti ftiog öv-
vcaov ixvi}QCOTiov vnb ix&vcov^'^) ßgM&evza y,al eig avicov vno-
(jiaoiv fiaraßaXovTa, y.al tkxXlv icov Ix^^vojv vnb av^Qioniov
ßgcod^tvicov rj y,al ^onov hsQtoVy aTteg ticcXiv vtto akkcov x^rjguov
i^avTilw^r^^^) aal ngbg ovotccGiv tlov tovtwv ocüf^taxiov ftiaTt-
ßaXev TTXog ovv tb elg xogovtcüv vTtoozaoiv TiaTay.egf-iaziod^ev
av&ig Eip Ivi oiof-iaxi avO^gojTtov oiardoei, e^avaazrivai, riva
To7g (illoig vnoozaGiv xazaliTibv xolg VTvb xovxcov igacpeloiv^'');
'/! (p. 202 1. 17) yivGig xtov xocovxcov dnogtov 9").
H' (p. 204 1. 2) '''Ozi ov Tcdvrwg xb Ttgbg xgccpr^v XrjcpO^ir
/Ml ngbg inoGxcxGiv rjöri xov XQ€cpof.iivoi\U€xaßdXlsiv necpvyLev'^^).
0' (p. 208 L 19) 'O ^2) xovxq) xo) loyoj Xvexai xb öokoiv
85) Cod. ^^a^x^/c, wie oben (P) eniarjg; aber auch a(pü)v und derg^l.
80) Die Ziffer E' steht bei der mit -TTjg dniatlac beginnenden Zeile
(1. 7) am Kande; das iäv, mit dem die vorhergehende Zeile beginnt, war
schon vom Schreiber ausgerückt. Arethas selbst bezeichnete einen grösseren
Abschnitt 1. 9, indem er das kleine t des to (1. 9), womit die drittnächstc
Zeile begann, ausradirte und durch ein grosses, ausgerückt, ersetzte.
87) Cod. Ixvwv
88) Arethas hatte zuerst i^atilw&rj geschrieben und setzte nachträg-
lich ein V über das a (Otto i^rjvaXwB^rj).
89) Das c' steht parallel der mit xal xb (pSccgxbv (1. 16) beginnenden
Zeile am Rande und bezieht sich gewiss auf den in dieselbe Zeile fallen-
den Absatz {Tov aviov 1. 17), obgleich der folgende Zeilenanfang (ft//)
nicht in der gewöhnlichen Weise bezeichnet ist.
90) Das \E des ^Eixol, womit eine Zeile beginnt, ist in Rasur und aus-
gerückt. Das bei Otto unmittelbar folgende, mit \4Q6Qa überachriebene
Schoiion war von Arethas (e. o. S. 170) schon früher an den Rand ge-
schrieben und Hess für eine ausführlichere Inhaltsangabo keinen Raum.
91) Diese von Otto übergangene Inhaltsangabe steht am unteren
Rande derselben Seite (fol. 351'^), deren Seitenrand fast ganz von dem
mit \iQs^a überschriebenen Schoiion eingenommen ist Das H' steht bei
der mit Xiov haj&spxwv (l. 2) beginnenden Zeile am Rande; ein grosser
Anf.iiigsbuchstabe fehlt. Die Stelle ist Inr den Beginn eines neuen Capitel<
nicht eben glücklich gewählt.
92) Dieses "O (sie) erklärt sich wohl daraus, dass Arethas auch diese
Inhaltsangabe mit %ii beginnen wollte, das bereits geschriebene *^'0 aber,
Der Arethascodex, Paris. Gr. 451. 189
üTtOQiav Tiegircotuv'^'^) dq/ wv Tivßg q)do/.ovoiv ddui'aiov eivai
ysvead^ai dvdöTaaiv zut elg noVka Gw^iaxa xtoqridai Sia rrjg
iQOcp^g zf] V7iallijl(p ^VQOOfpOfyä xe -Kai öiaöoGei ■'^).
1' (p. 218 1. 12) "Ort o\ dnb Trjg /.av dvÜ^QtoJTOvg dr^utovQywv
uad^evovg dnoQiag i^i/reöoiv ßovXofxevoi t6 tavTtov dvovGTcaov
dayf-ia ov>i eoiLV ogov elnelv e^vßqi^ovOLv dg OsoVj Yoov loytLo-
fi€voc d^ebv xal dvOQco/covg^^).
I^' (p. 220 1. 14) Tov ^Aazcc rb dövvaiov elvat ^£^;7 riiv
ccvccaraaiv rcov dv&Qtoncov noiijoai XiqQOv-^^) i/mvop VXeyxov
illrixoTog 67tI xb ctßovliqvov xw^i^croft Xotnov. xovxo ds xb aßov-
Xxixov i] cog ccdiKOv eöxiv dßovXriTOv rj chg avd^iov. dll^ ovxe
aöiKOV -d^eoj ovö^ dvd^LOV öia xovxo ovdi ußovlrixov. xb fiiv
yccQ adr/.ov t] tieqI ctvxbv d^ecogslxat xbv dvaaii(]ö6i-ievov r] jieql
aXXov, dX?.^ ovxe tcuv l'^codsv döi/.eixccl xig' ov voega cpioig
ovde xTrjvcodrig,. y voeqd fAsV ozl ui] ef-inodiov avxaig r^ xcov
dvd'QOJTKOv dvdoxanig, ncog da rj xwv^ dXoywv aSiytyj&sirj xiov sv
XTj jtaXLvL,coi(x (.iri ovxwv; dcpiydqxco yag Kco^ xlg tJ xcov rrobg q)^o-
qdv vnriQBxovvxwv xgeia; ov (.li^vxoL ovde negi avxbv xbv dvioxd-
lievov svd-swgrid^slri xb aöixov xrjv oXo^Xriglav dnoXafißdvovxa^
^V ötd dyaO^oxriva xov e^ dgxrjg nagayayovxog 8/.XrigiüO(xxo. ov
x(o Gcofiaxi aöi-aov el jitr) y,al öo^av q)egov xii> yigelxxovi ovvanxo-
f.iev(p' ov xrj ^vxfj zb xofr dgxag olyirjZTJgiov Kai acpSagrov
dvadsxoftsvjj' ov xu) S^sut drd^iov, ozl /tiriös oxs (p&agxbv nagy-
yev avd^iov vvv 6i xal f.iäXXov ivdo^bcegov oxe acpSagzov
dnoxeXiosi ^'^).
nachdem er eich anders besonnen, zu tilgen vergass. Auch dieses Stück
fehlt bei v. Otto.
93) Arethas schrieb aus Versehen negLnoiieZv.
94) Das Capitel beginnt rait ElneQ 1. 18; das kleine a des (fiast, mit
welchem die folgende Zeile begann, ist ausradirt und durch ein grosaes
ersetzt. Statt diaöoaei, welches (am Schluss) deutlich dasteht, las der
Schreiber des Cod. 174 öiaS^eaei.
95) Arethas' zehntes Capitel trifft mit c. 9 des gedruckten Textes zu-
sammen; das kleine r des tijv zu Anfang der Zeile (1. 12), bei welcher das
r am Rande steht, ist ausradirt und durch ein grosses ersetzt.
96) Das XrjQOQ bei v. Otto erklärt sich aus der missverstandenen,
wenngleich unzweideutigen Abkürzung für ov.
97) Auch hier trifft der Capitelanfang des Arethas mit dem des ge-
druckten Textes zusammen. Das kleine r des dßovXtjTov (1. 14), womit
die folgende Zeile begann, ist ausradirt und durch ein grosses ersetzt.
190 ^ui' handschriftlichen Ueberlieferung der Apologeten.
IB' (p. 226 1. 13) ^^vay.£(paXauoaig ahiwöeGreQa ntql Z'^g
ra^Hog Tov ntQi '/.cd vnl.Q. otl to TTQioTOGiuzEiv fiev zip negi
qvoti ymI za^si yial XQeia 7iQ0Gvefiezai, zb da doQvqoQUv xcd
oiov 7TaQC(ne(.i7ieLv zv) vjieq, aze (pvoeL ymi övvc^iei Y.azade-
toitQU}. tlaztov yciQ zo zb ipevdog ani.lLyyuv zov zi]v alr^-
i^etuv iniQQiOi'veiv. ov f.i6vo\ dt zovzOj alla xal zfj zd§6i öev-
TSQog ovzog, tag zb ifiEvÖGg mit'kiyi'^v' gtisq ipsvdog s§ ini-
GTTOQag fra^eiGsqO^CiQTj. all^ Ofuog y.al zoiztov ovztog fyovzcov
tG'J Gze vMi 0 v/ieQ y.azaXu/iißarezat yfjeicuiÜHjTCQog, wg dvai"
Qiüv zt)v dniGiiav za ymI ipsvÖGÖo^iav. ntibg 'tv f^itv ovv zelog
(xfiqoTeQOi Ti^v evGtßsiav dvacpeQGvzaij ov (.ttvzoi Y.ai tv elGiv,
all' o fier eoziv b naoi drayyMlog zölg ^riGcevovGiVj 6 öf:
V7CEQ TTQOg ZOV YMlQbv Y.(Xi ZCi TTQOGiOTia^^),
II ' (p. 228 1. 21) "OzL dlrii^iig 6 tilqI zr^g dvaGzccGSwg ?<,6yog
öei/.rvzai ajrb zovziov* ajcb lijg alziag Y.ad^ r^v yml öl r^v yi^
yovsv avd-Qi07Cog Y.ai ol f.iez^ e/.eivov, drcb zi^g zov yvoiijoaviog
y.QiGHog y,ad' ov tYMGzog ttr^Ge xqovov ymI yccO^ ovg STtolizev-
Gcczo voi-iorg*^'-^),
U' (p. 230 1. 15) ^^JiodoGLg Jtqbg eyaGzov, ozl ov (.idzriv
£v (pQonov zig yml Gocpbg tiouI zl' ymc zovzov 7iaQadeiyfiaza'
Y.al aTib ziov rceql rifxäg TiaQaösiyfidzojv STidvoöog nqbg O^ebv
zov VTteg Tiaoav Gocfiav Y.al f-iriöi zivog ngoGÖeif ^iva dia zovzo
cpo)jii6v avd^Qionov TiotriGaL avzbv., d\)^ ovös did ziva zwv V7i
avzGV yevoiiievcüv xQsiaVf ov zcov (.teiCovcoVf ov zcov Y.azadehGieQiov.
öia yä() zr)v lölav ygelav Y.al dia/noviiv exaozov ^^^) öid aya-
\)oiz\za zov nagayorzogvcfLGiaiaL t'/.aazov zcov loyq) oioiY.ovf.Li-
rwvj ovyl Si allov ygeiav^^^).
98) Die Ziffer IB steht bei der mit xö TipionvELv beginnenden Zeile
am Rande; ein grosser Anfangsbuchstabe fehlt. Die gesperrt gedruckten
Präpositionen tisq! und vnh(} sind auch hier in der Handschrift durch
einen Strich darüber niarkirt.
99) Ein grosser Anfangsbuchstabe fehlt auch hier; aber aus der Stellung
der Ziffer bei der mit twv r}6ij beginnenden Zeile ist ersichtlich, dass das
neue Capitel mit 'lieov (Ve (1. 22) beginnen soll. Der Vermuthung v.
Otto'ß, dass nach //fr' ixtlvov etwas ausgefallen sei, wird schwerlich
jemand beipflichten. Uebrigens findet sich dieses 'SchoUon' nicht nur 'in
marg. Par. V (451), sondern auch im Paris. 174.
100) Das i'xanzov i.<5t bei v. Otto wohl nur aus Veisehen ausgefallen;
es fehlt auch im Paris. 174 nicht.
101) Die Ziffer /J' steht bei der mit n^oi xv (l. 15) beginnenden
Der Arethascodcx, Paris. Gr. 451. 19t
IE' (p. 240 1. 18) ^ETravakriijJig n?Mtr/.coT€Qa ^^'^) twv ttqo-
e^TaajLienov rtsQt ava0Tdoso)g Xoycov a7io icov avtcov affOQ^Mv
Tilg Y.aT ccQXctg (prifu iwv avd^QOjnwv eig lovöe rbv 'Aoofiov ttqooÖov
yMi TCcJr fiieiä Tr>v aQX'^^' i^iysvojievcov. ev yaq Tfi^ elg f.^tTaotv
TiooTsivuv xa anb Tijg y.oivijg y.al (pvoiy.i]Q evrolccg i] ryg ^raol
ca TfQCüTa Twv devTeqcov ay.oXovd^iag' ttqcotij di '^ yevsaig
T^xiVi ^^3) eTiccyroXovd^eiri twv yevoiaevcov avd-QiOTTOJv q)voig, eficpQiov
%E driixiOVQyrid^sloa xal rtQog anetxoviGiia xov nennirjxoTog zqt
vXixqi TOVTCt) aicijvi Ttaqaax^^^ioa, ecp (p Xoifi(7i ytal i^ dr/Mta
AQLOig GvvsjtiQQBi v,ata zb aTvoyelfievov xovöe %ov cp^agrov ßlov
tskog' er toIvvv T(p ngozelvaiv xavza nQog hnaKonip' y.al i^e-
zaCLV Ti av allo ur\ tj tiov ngoTed-ecogrifiiviov sioaycoyiutJTagov
a'KQißeoTsga xal -d-ewQLycozeQa s^ezaoig^^^);
Ig' (p. 246 1. "iOY'Ezi nlaziMikegov ^^'^) /.al xgiOTKxvi/xozegov
Ttegl Tiov avzwv ^^^),
Ilaig anb zrjg ngwziqg vuag^ewg; ovTcog' ei iy. fl'vxijg y-cti
GCüf^iazog vnb ^eov VTtiozrj avd^gwTiogy ipvx'^g f^iv vosgäg, gw-
fxazog öe vlixov' cva zb fxev Ti\g Kgelzzovog (xolgag, oiov rivLoxfj,
zb de zrjg x^f^QOvog Aal dvaiGO^n^zov y.al znv q)d^agzov zovöe
GVGZOLXOV ßloVy ngbg zov zivtoyovvzog alG^n^GSiog gvv -Kvßegvr^Gei
fj.€zaXayxdvoi' tog eneiöav zovzo zfj if,iipvx(a Tcgbg zä savzii)
Zeile; das 71 ist ausgerückt und in Rasur. Da sich aber in der vorher-
gehenden, mit -zsg svglaxofiev beginnenden Zeile kein Einschnitt findet,
•wird der Anfang des 14. Capitels mit \) 6^ 1, 14 zu setzen sein.
102) Otto und Nolte geben nlaxvieojxiQa; ich wagte um so weniger
zu ändern, als dieselbe Schreibung in der üeberschrift des 16. Capitels
wiederkehrt (auch Paris. 174 hat nXctxixwxsQa).
103) Auch hier mochte ich nicht ändern.
104) Die Ziffer IE' steht nur über der Inhaltsangabe, nicht auch aiu
Rande des Textes. Aber die Stelle im Texte, wo das Capitel beginnen
soU, ist in der gewöhnlichen Weise kenntlich gemacht: das kleine v des
i^rfxaafxhwv (1. 17 s,), womit eine Zeile beginnt, ist ausradirt und durch
ein grosses ersetzt.
10.5) Nolte nXaxvxdxeQOv^ vgl. Anm. 102.
106) Der erste Entwurf zur Analyse (s. unten Anm. 110) beginnt, des
Raumes wegen, oben auf der Seite (fol. SGO»), den Anfangsworten der-
selben: xaxä ngwxov Xoyov (1. 4) parallel; die Ziffer Iz' aber steht am
Rande bei der mit -iXaqvnoösl^aL i).. 10) beginnenden Zeile, deren An-
fangsbuchstabe nicht ausgerückt ist. Ein für den Beginn eines neuen
Ca,pite]s geeigneter Einschnitt findet sich er.st drei Zeilen tiefer {El yag 1. 14).
192 Zar handschriftlichen UeberlTcferung der Apologeten.
övyyEvfj TS y.ai jtQOGcpvXa '/MToliGdalvoi, cn roder 7Jd.ri xiov mv-
Tov cdoyiorcüv oQjLUüi' avaaeiQaZoiro ^^') xe v.cd avaxfmTOiTO.
TTQog öi '/.ai ovyj tolto fiovovy al)J %va xal ovvsQybv l'xf] xoZio
xo kqsIttoVj on:7^rr/,a xdlg 7.ahXioxoiq aviio ÖLCcnoveiad-ai nagfi^
a(f) ob ya Aal xo 3^u.ov a7ieiY,6viO(.ia %Qr^^uaiJ2,aLV yjtxanXovxeiy
TiQoq oneQ ayad-oöoxcog ycal 6 7toit\aag xca nlaoag VTCtoxrioer.
VTteoirjGsi' öi ov (.lovjj ipvxf] ovdi Gc6(.iaxi' ovds yoQ^^^) yr^qevov
^axsQOv daxigov xovto avd^qioTiog, xfj öi Gvyy.Qiosi a/Li(polp vmi
xfj ovvxri^st xo x^keiov lavxov av-^Qto/cog ycal (hg i^ «(>X^e ivteotri
n(XQi%exat. v.al s/ieidri xovxOj xo di dvrjxbv avxov f-tegog xf]
xov d^VT^xov xovxov ovyylriQcoaei oi/.YizrjQiov y,al avxö xfj tpDoQti
VTir^rix&r^y avayyaLwgy elf.itX'koi d-eiov aneiKOviof^ia öiaTi^gela^ai,
foxtuaav 'aal avaTcoßKiqxov xi^v xov 7i€7toiri/.6xog aQxexvnoi /ot-
Qir Sf.i(pau'civ. 7iB7roirixai de vtio xov aal ovxog 7,al eaof.ilvov
aöiaXemxwg^^^). ov/. av ovv ovdi xovxov avxö oxegrid^siri, a^A'
log e^ oiQxijg l'rö(xXf,ia xov nlccGxov, ovvco yial anb xovöe öiuxr^-
Q'ijdclv. öiccTTiQijd^eir^ ö^ ccp xov öiecpOoQOXog ?/'J^ äva/.aLviCo-
(.levov eig xb oh6iih]Q0v , aXX ovy. s^ rif-iLoeiag KO/^lCeodat, xrj^'
xaxf" bjLioiOLr^xa diaf-iovr^v xb (.tri Öl exegov XQ^^^^f aXXcc öia xb
alvai Tienoiriiievov ^^^).
107) Arethas schrieb dvaarjgcci^oiTo. Das Richtige hat schon Paris. 174.
Nolte giebt dvaaxeödl^oiTo te xal ötayontoito, ohne die Losart der Hs.
anzumerken. Das «Aoytörtuv, auf derselben Zeile, gebe ich unverändert.
108) Hiermit schliesst fol. 360»; ein ^r/tff b^TJg verweist auf die fol.
BGöb am Rande links folgende Fortsetzung.
109) Cod. dÖLaXrinzcoq
110) Dies die definitive Fassung der Analyse, wie sie Arethas am
unteren Rande von fol. 360» und am Seitcmande von fol ?>60^ nieder-
geschrieben hat (s. o. S. 171 f.). Die erste, von Otto allein mitgeiheilte
Niederschrift, bei welcher sich auch die Zifler /?' findet, lautet wie folgt:
'Oll xttt an (xviriq tyq twv dv&güjjiwv vnäg^swg inl tf^v avrijv evvoiui'
trjc dvaoTaaecoq ystgaywyovue&a, el yd(/ ßx Vt/JJ? xal owuaTog vn^ozr,
av&QO)Tioi, yjv/TiQ (lev voegäq, oa'ftatog 6e v).iy.ov, xal ol'xf ,uoy?j V^t'X'/
dvS^gwnog ov aw/ia ipvxrjg sgrjfiov. dlXd xo i-^ d/n(foTr oiynQiiJLa, dvay-
xaicDg xov rj} (pOogä vjioxeifxsvov 'hscfS^ogoxog dvaXafxßdi eiv xovxo tov
dvaxaiviafAOV, ha jufj i^ TjfxiasiaQ aAA' oloxXriQoq avd^Q(onoc xi,v t't ov
77 goTjX&8v eiQ dxflevrrjxov Xajußdvoi diafwi/jv. Da^; Ganze, mit Ausnahme
der ersten Wörter ('Oxi — xmaQ^a-), ist in Rasur geschrieben. Es stan-
den aber ursprünglich noch etwa 10 Zeilen mehr da, welche ausradirt
wurden; die Rasur reicht fast bis an den unteren Rand, während die
Schrift jetzt parallel der 20. Zeile des Textes abbricht (vgl. oben S. 164).
Der Arethascodex, Paris. Gr. 451. 193
IZ' (p. 250 1. 10) "OiL ei to fidiaiov uneXfllaTai uov tov
d^Bov £Qycov y.al tcov vtc avTOv öwQovfievwv y Sei ndmog tfj
tr^g xpvxijs di£levTirJT(p tiofj ovvÖL(xi(jjvi'Ceiv Kai %riv tov acJ/m-
Tog öiafiavTiVf yca&b nicpvKev. ^cotjv öe (pdöy.ovieg xiiv diaxon-
TOf.ilvr]v d'avdT(^i dv^QOjniov Kiorlv, y.ai dia(.iovr^v, ovx ovtoj
(pctjitev öiafiovr^r cog im tcov dcp&dgTwv ovo uov, äkka Kadcog
necpvxev exdaxij (pvoei, oxi f,ii]öe s^LOomat 7] uov kqsittovwi'
öiafiovri Talg yiaxf vnoßaocv ovo lag, ovöe ri i/cl tovto)v tcov
voegcov of-takri ^al df.UTaßXriTog öiafiovq s^ioovTai, If ovneg
€§ dgxrjg VTteOTTiaav, ttj naict ipvxriv f^iovrj ovai(^ B^ovorj ttiv öia-
(.lovrjv ovx eii de xal xaid oio^ua, oneq owfia ix (xeiaßolrig
lafißdvei Triv aq)d'aQOtav, ovve ovv ttiv Siafiovriv tcov voegcov
i^iaol'fxev ttj tcov dvd^QcoTtiov ÖLa/nov^, ovöi ttiv TslevTriv tvov
dvd-Qconcovt^ Twv y.TYivcov TeXevrrj, cva fxri TavTji ovve^iowd^elv^^^^)
Tfi TCOV dvd-QConcjüV (pvoec xal 7] tcov y.TTjvcov cpvoig^^^).
IH' (p. 252 1. 18) '^'Otl ov xqti aTtiaTslv xriv tcov dvS-QConiov
dvccoiaoiv, '/.al dico tcov nqoeiqriuivcov xal dno Ttjg iv&ecoQov^
fievrig dvcofiaXlag Trj tovtcov X^ofj. ovöi yag iusidii ycogioi-iog
^Jvx^ig dno Gco(.iazog Triv avviy^r^ öiayiOTiTet Itoiiv uttlotsIv x,g7\
Ti^v dvdoTaoLV ovi /fi^J« ineiöri ^ xofTa ovvaioO^iGiv Ccor^ öia-
TiOTtieTat nageaeoiv xai vnvoig Y.ai Tgonov ziva 7ia?uv ara-
Xafißdvei twr^'v, tyjv avTriv nagaizov/iied^a "kiyeiv dvalafißdvsLi
Kwqv. eineg ovv ttiv tooovtov diaxoTrTO(.iev7jv dno yeveoecog
Lwt]v f.ilxQ^ Xvaecog ov TtagaiTovfisd-a zr^v avzi^v kiyecv ava-
Xafxßdveod^at Ccoiqv, ovöi ttiv STrexeiva Trjg öiaXvoecog tcor^v
oiTtLOzeiv XQ'^ii ^^'^ i^^ Tzoobv öiay.onTSTai^^^) d^avdzcp, ovzcog
vnb TOV TceTTonyAozog yiazd yvcoi.n]v dvcofiakicx^^^) ovyy.ey.%r^-
Q(0[4SV7jV ^^^).
111) Rülireji die kleinen Punkte unter ei von Arethas her, so wollte
er avve^iato^yy wie auch Paris. 174 hat.
112) Das 17. Capitel beginnt mit El 1. 10, wie aus dem ausgerückten
T des die folgende Zeile beginnenden Twv (1. 11) ersichtlich.
113) Nicht Paris. 451 hat diaxoTtTtjrai, wie Otto angiebt, sondern
Paris. 174.
114) Cod. dvofxaXi'äi mit t adscr. und Längenstrich über dem a. Aus
Missverstand des letzteren erklärt sich das dvofxaUav des Paris. 174 (Otto
dvofJLaXiaLc).
115) Die Ziffer ///' steht bei der mit Ei (in Rasur und ausgerückt)
iiq beginnenden Zeile (1. 18); das Capitel beginnt also mit Oh xoivvv (1. 17).
Texte und üntersuchungeii I, 3. 13
j94 ^^^'^ haiKlschriftlichen U'eberlieferung der Apolocreten.
/©' (p. 254 1. 2i)^'0Ti xal an avtr^g trig nelgcxg diöaoxo-
(.leOa jiiri aniOTeiv rr^v civdavaGiv. ev bi.iOLO(.ieqei yäg xat öia-
nXcLGZi^ OTTEQ^iaTL TOGavTiqv nor/.iXiav f.ieQ(.ov 'Aal (.leXiov ano-
TslovfJ.eviqv OQOJvTsg firi ngoveoov ^yvtoGi.ievr(v, xal naXiv ev To7g
vii7iL0tg, rj (.irjösv xiov xofT« ocfAnko/.riv t'^g rilrAiag h/Apaivo-
fiivcov v.(XTCf.X(xf.ißavovxeg, oiov yevsiiov xat tcov loiovrcov, i]
(paivo(.iiviov (.itv, af-ivögcog de xal cbg^^^) öiä Tivog o/.iaygacpiaCf
sig o^eg «V^^') ngbgxo xeXog acpUr^zaif TsXeuoS'evTcov de cwO^ig
vcpBGiv /.lixg^ yTqgcog tcov (pvGiTnov öuvdfiecoVy eiza ^^^) nenovr^-
KOTCov öidXvGLv, ojGTteg ovv eirl tovicov ovk ev xcT) G7tegf.i(xTL
ötaö'qlov ovGTig xr^g öia/nagcfojGecog, ov xrjg (.lexd xavxa aögv-
G£(jt)g^^^)j ov T?J$ Ccoilg tr]g slg xag ngioxag otg^ctg dicckvGewg'
of,aog dvdy/.rj cpvGeiog öcdöoGig dnb xwv dgxcov ngog xd ^tez
(xvxdg eniyiv6(.Leva TragaxoXovxtel, ovöe xivog ef.i7roöiov^ wxaf^ie-
vov x^ tpvGLy.fl bgfifj' ovxco ttoIv (.läkXov e/, xrig (pvGLy,^g av.o-
Xovd-iag dvixveviov b Xoyog jctGxovxai xiiv dvdGxaGiv, dy.gißeG-
xegog wv Trjg neigag ngog xr^v xr^g dlr^d^eiag tiigtcogiv xcov
7ig(i>riv elg e^exaoiv ri^lv Ttgoxe^ivxtov Xbyiav. ndvieg fiev ydg
elGtv n/.ioyevs7g wg gx x^g avxijg dgxxjg qvvxeg, xr^g öt]f.iiovgyiag
xwv Tigtoxcov dpdgcüzicüV dXX^ oi i^iev e^ avxf^g xrig ngcoxrig dgyj^g
/.gaxvvovxaL, ol öe f^iex exaivovg^'^^) £x xrjg xov ^eov xov (Jr^*-
f.uovgyov aya&oxrixog rjgxrjvxai. alld firiv y,ai xb Jigbg dvxa-
7r6öoGLv xwv ev.uGTW ßsßtwf-ievwv xi)v dvdGxaoiv r^wv CKpogdv
xrig <5r/atO(Tt')^g exxgif.iax(xi. wg ydg dyad^bg b noir^xrig i]iiwv
ovxw xai öl/.cciog' aloyiGxog ydg rj avev ömaioovvyig dyad-oxrig^^^).
K! (p. 260 1. 16) Jie^oöixwxegov negl dvaoxdoewg, oxi
dvayy.alwg v-oll naxallrjXwg xfi dvS-gwTzlvr^ cpvGei ^ dvaßuooLg
dnozEixaL ccvxij. el ydg dq)dx(x) TtgofiTid^elt^ xov 7i€noirjy.6xog
116) An der Stelle des wq (Paris. 174) ist im Paris. 451 jetzt ein
kleines Loch im Pergament.
117) Das av ist von Arethas selbst über der Linie nacbgetrd) ccko/^ovO^ov ymI cctco znv te'/Lovg Trjg avir^g
VTCodeoeiog t6 niaihv naQCtoyXiv. ojg yäg im tilg y^^'^f^^f^Q ^"-^^
o{.touog Toig K(^oig t^ tov avO^Qionov ngoodog slg rbv ßiovj aXk^
oucoc tx£L TLvct öictOTiklovia laitr^v vMxiöidtovaav yvvjoiv
k'/.BLnoVj wg T7)r uvctTQOcpriv j cog Tr]v tov iji^ovg evGTccO^eiav y.al
xr^v Tiüv (fOcViov nri^iVj cxtceq BBjigr^iaL %iig xiov alkwv y.oivoir^-
Tog, huei öf loiamri rj yevsoig y,al nqog tovioig zo ioi^ko
^vOiiiiXsoO^cd^^') y.al rexvaig, oaat nga/^Tixai /Mi boai UatoQr^-
Tiy.alj Aal lavraig avd^QC07tog ijtiAiag cc/nofievog yc(vci/.oöf.LUic(i^
fnofisvoi' ^jdr^ ymI zo zeXog xcrrdr 7to),v öidcpogov e/.elvcov di'ev-
()tG/.€iP. ötd ydg zo tpvyj] Xoyi/Sj yoyjo&ai, cog 6 ?.6yog nQo'u-
^teoTriGazo, didcpoQov xal zo zllog aTzeihjcpsVj ov Gvyxazakto-
liievrjv txiov zoi GWfxazi xal zi)v xfjvx^v. inet de zovzOj yair^-
vay/MajLis/iog zfj \pvxJi yccl zo Gcofiia GwincxQ^Et zov zcov yegiov
7iQog z(w ßgaßeiog zm' yoLZ d^lav zv^elv ^^^).
der folgenden Zeile, iat ausradirt und durcli ein grosses ersetzt (die Ziffer
KB' steht nur beim Scholion und nicht auch am Rande des Textes). Statt
des ßQaßev&TjasTai der Handschrift gieht Otto ßgaßsvBi^aovrai. Vielleicht
war Arethas der Meinung, tj ßia^anoöoala geschrieben zu haben.
126) So Cod. 174, Cod. -Jöt wie es scheint ^ra^op^iyaavrtyv (verwischt),
127) Cod v6fXü)Qv9fiit,ea&ai, wie ein Wort und ohne i adscr.
128) Auch hier ist der Beginn des Capitels nicht durch Ausrücken
des Anfangsbuchstaben kenntlich gemacht ; die Ziifer KP" aber steht bei
der mit i^ijraofiivwv (c. 24) beginnenden Zeile.
Nachtrag:
Zu S. 134. Vier von den fünf verschiedenen Deutungen der Stelle
Genes. 1, 1, welche Augustin Confess. XII, 20 angefühi-t hat, setzen „in
pri^cipio" gleich „in verbo deo coaeterno". Augustin selbst bevorzugt diese
Erklärung (XIII, 5): ,,Et tenebam iahi patrem in dei nomine et filium
in principii nomine, et ecce spiritus tuur> superferebatur super aquas.
Ecce trinitaa deus meus."
Druck von Ilundertstuud l Pries in Leipzig.
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
VON
OSGAR VON aEBHARDT und ADOLF HAMACK.
I. BAND. HEFT 4.
1. DIE EVANGELIEN DES MATTHÄUS UND DES MARCUS AUS DEM
CODEX PUEPUHEUS ROSSANENSIS, HERAUSGEGEBEN VON OSCAR
von GEBHARDT.
2. DER ANGEBLICHE EVANGELIENCOMMENTAR DES THEOPHILUS
VON ANTIOCHIEN, VON ADOLF HARNACK.
^mö^
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'SCHE BUCHHANDLUNG
1S83.
Verlag der J. C. Hinriehs'schen Buchhandlung in Leipzig.
Patrum apostolicorum opera.
Textum ad fidem codicum
et graecorum et latinorum adhibitis praestantissimis editionibus recensuerunt,
commentario exegetico et historico illustraverunt, apparatu critico, versione
latina passim correcta, prolegomenis, indicibus instruxerunt
Oscar de Gebhardt Adolfus Harnack Theodorus Zahn.
Editio post Dresseliauam alteram tertia.
1876—78. 3 Bände in 4 Abtheilangen. M. 24. 50.
I. L II.
Clementis Romani epistulae. Ignatil et Polycarpi epistulae
Nach der neuen vollständigen Ausgabe martyria fragmenta
des Bryennios zu Constantinopel. ., ^ ...
Editio secunda. 1876. 238 S. M. 4. 50. recensuit et illustravit
Theodorus Zahn.
^' "• 1876. gr. 8. 464 S. M. 8. —
Barnabae epistulae
III.
graece et latine.
Recensuerunt atque illustraverunt Mermae paStOP
Papiae quae supersunt, Presbytero- graece
rum reliquias ab Irenaeo servatas ^^^-^^^ ^^^^-^^^ 1^^^^^^ recentiore e
vetus eccesia romanae symbolum i codice Palatino recensuerunt et
epistolam ad Diognetum illustraverunt
adjecerunt
Oscar de Gebhardt et Adolfus Harnack. Oscar de Gebhardt et Adolfus Harnack.
Editio secunda. 272 S. ffr.8. M. 5.— \ 1877. 372 S. M. 7. —
Patrum apostolicorum opera
Textum ad fidem codicum et graecorum et latinorum adhibitis praestantis-
simis editionibus recensuerunt
Oscar de Gebhardt, Adolfus Harnack, Theodorus Zahn.
Editio minor.
1877. VII, 220 S. M. 3. —
Die Zeit des Ignatius
und die Chronologie der antiochenischen Bischöfe bis Tyrannus nach Julius
Africanus und den späteren Historikern. Nebst Untersuchung über die
Verbreitung des Passio S. Polycarpi im Abendlande
von Prof. Dr. Adolf Harnack.
1878. 90 S. M. 3. —
Die edessenische Abgarsage
auf ihre Fortbildung untersucht von Dr. K. C. A. Mattlies,
4S32. 77 S. M. 1. 50.
DIE EVANGELIEN
DES
MATTHAEU8 UND DES MARCUS
AUS DEM CODEX PURPUREÜS ßOSSANENSIS
HERAUSGEGEBEN
VON
OSCAR VON GEBHARDT.
DER ANGEBLICHE EVANGELIENCOMMENTAR
DES
THEOPHILUS VON ANTIOCHIEN
VON
ADOLF HARNACK.
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'SCHE BUCHHANDLUNG
1883.
Vorwort.
Wenn ich der ersten Ausgabe des Textes der im Codex
Rossanensis enthaltenen Evangelien ein Wort der Entschuldi-
gung vorausschicken zu müssen glaube, so geschieht es nicht
um des bescheidenen Gewandes willen, in welchem sie erscheint;
denn mit einer Prachtausgabe in facsimilirter Schrift wäre wohl
nur Wenigen gedient gewesen. Wohl aber bedarf es der Ent-
schuldigung, dass die Ausgabe nach so langer Frist in einer
Gestalt erscheint, in welcher sie schon vor drei Jahren hätte dar-
geboten werden können.
Bei unserem Aufenthalt in Rossano im März 1879 Hessen
wir — Prof. Harnack und der Unterzeichnete — es uns vor
allen Dingen angelegen sein, den Text der neuentdeckten
Handschrift in Sicherheit zu bringen. Da aber zu einer buch-
stäblichen Abschrift die uns bemessene Zeit nicht ausreichte,
mussten wir uns auf die Collationirung nach einem gedruckten
Texte beschränken. Wir schieden von Rossano in der Hoffnung,
früher oder später, sei es in Rom oder in Neapel, den Text mit
Müsse noch einmal durcharbeiten und die Miniaturen photogra-
phiren lassen zu können.
Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Der wiederholten
und von einfiussreicher Seite unterstützten Bitte, die Hand-
schrift auf kurze Zeit in Rom oder Neapel zu deponiren, wurde
seitens des Capitels die Gewährung versagt. Es schien zuletzt
nur noch möglich, durch einen zweiten Besuch in Rossano zum
Ziele zu gelangen, und wirklich hatte es im Frühjahr 1882 den
Anschein, als ob der Ausführung des Unternehmens an Ort
jy Codex Rossanensis.
und Stelle kein Hinderniss in den Weg gelegt werden würde.
Ja, infolge empfangener Zusicherungen, glaubte ich meiner Sache
so sicher sein zu können, dass ich bereits einen mit der Technik
der Miniaturmalerei vertrauten Künstler für die Herstellung
einer farbigen Copie und einen Neapolitanischen Photographen
für die Aufnahme sämmtlicher Miniaturen und einiger Schritt-
proben gewonnen hatte, als ich im März noch einmal die Reise
nach Rossano antrat. Ich ahnte nicht, dass mich die bitterste
Enttäuschung dort erwartete. Die erbetene Erlaubniss, den Text
noch einmal collationiren und die Miniaturen photographiren
lassen zu dürfen, wurde mir verweigert, und zwar unter dem
Vorwande, dass das Capitel selbst eine des Gegenstandes würdige
Ausgabe der Handschrift zu veröffentlichen gedenke.
Die Machinationen, deren es bedurfte, um diesen Beschluss
des Capitels zu Stande zu bringen, sind mir kein Geheinmiss.
Ich verzichte aber darauf, sie an dieser Stelle zur Kenntniss zu
bringen. Nur soviel sei erwähnt, dass es fremde, aus Neid und
Missgunst geborne Einflüsse waren, zu deren Werkzeug das
Capitel sich machen Hess. Und zur Ehre Rossano's füge ich
hinzu, dass jener denkwürdige Beschluss in dem intelligenten
Theile der Bevölkerung einen Sturm des Unwillens hervorrief.
Mir blieb unter den obwaltenden Umständen nichts übrig, als
imverrichteter Sache wieder abzureisen.
Dies ist der Grund, weshalb der Text des Codex Rossanensis
erst jetzt und weshalb er in dieser Gestalt erscheint. Ich gebe
ihn so, wie wir ihn von unserer ersten Reise mitgebracht haben.
Die Genauigkeit, welche bei einmaliger Collationirung zu er-
reichen ist, glauben wir, jeder an seinem Theil, gewährleisten zu
können. Wir hatten stets die ^I()glichkeit im Auge, dass uns
eine zweite Vergleichung nicht vergönnt sein könnte, und Hessen
es daher an der gespanntesten Aufmerksamkeit nicht fehlen.
Nach sorgfältiger Vorbereitung und Orientirung im Varianten-
apparat verglichen wir, stundenweise abwechselnd, den hand-
schriftlichen Text Wort für Wort mit der zehnten Theile'schen
Stereotypausgabe (1872) und verzeichneten in derselben jede Ab-
weichung, das p tg^eXxvöTt-xov nicht ausgenommen, desgleichen
Vorwort. V
jede Correctur und Rasur, auch die scheinbar bedeutungslosen.
Den Abbreviaturen der Handschrift galt unsere Aufmerksamkeit
insofern, als wir alle vorkommenden notirten; jede einzelne in den
gedruckten Text einzutragen, wäre zu zeitraubend gewesen.
Aus demselben Grunde mussten wir von der Markirung der
handschriftlichen Zeilen absehen. Aber selbst bei dieser Be-
schränkung konnten wir nur eine einmalige Vergleichung er-
möglichen. Prof. Harnack verglich Mt 1, 1—3, 4. 8, 4 — 10, 9.
12, 18—13, 42. 15, 33-18, 9. 20, 22—22, 16. 21, 18—26, 5.
27, 1—66. Mc 1, 1—45. 3, 1—35. 5, 1—43. 7, 1—8, 2. 9, 6—50.
11, 2—12, 30. 14, 11—15, 1; der Unterzeichnete Mt 3, 5—8, 3.
10, 10—12, 17. 13, 43—15, 32. 18, 10—20, 21. 22, 17—24, 17.
26, 6—75. 28, 1—20. Mc 2, 1—28. 4, 1—41. 6, 1—56. 8, 3—9, 5.
10, 1—11, 1. 12, 31—14, 10. 15, 2—16, 14.
Die Zahl derjenigen, welche mich in den vier letztver-
gangenen Jahren in meinen Bemühungen um den Codex Rossa-
nensis in mannigfacher Weise unterstützt haben, ist — in
Deutschland wie in Italien — eine so grosse, dass ich mir die
Nennung aller Einzelnen versagen muss. Es drängt mich aber,
allen insgesammt an dieser Stelle noch einmal meinen herz-
lichsten, tief empfundenen Dank auszusprechen.
Göttingen, den 21. Juli 1883.
Gebhardt.
I.
Der Codex Rossanensis gehört, seit die italienische Regierung
ihre Hand darauf gelegt, zu den unveräusserlichen Schätzen der
Kathedralkirche zu Rossano ^). Und in der That ist es ein Schatz,
der seines Gleichen sucht.
In welchem Grade Manuscripten dieser Art das Prädicat der
Seltenheit zukommt, lehrt ein Ueberblick über die bisher bekannt
gewordenen griechischen Purpurhandschriften. Es sind, von den
jüngeren abgesehen, mit einer einzigen Ausnahme nur Bruch-
stücke von geringem Umfange oder einzelne verstreute Blätter.
1) Am bekanntesten und mit Recht berühmt sind die aus 24
Blättern bestehenden Fragmente einer illustrirten Genesis in Wien 2):
vor Entdeckung des Codex Rossanensis die einzige bekannte Bibel-
handschrift mit Miniaturen aus dem 6. Jahrhundert. 2) Von
etwas grösserem Umfange sind die Ueberreste eines mit Gold
und Silber auf Purpurpergament geschriebenen Evangeliencodex
im Kloster des h. Johannes auf Patmos, ebenfalls aus dem 6.
Jahrhundert. Mit den 33 Patmischen Blättern gehörten die nach
Wien (2 BL), nach London (4 Bl.) und nach Rom (6 Bl.) ver-
1) Vgl. über die Entdeckung der Handschrift im März 1879: Evange-
liorum codex Graecus purpureus Rossanensis (S) litteris argenteis sexto
ut videtur saeculo scriptus picturisque ornatus. Seine Entdeckung, sein
wissenschaftlicher und künstlerischer Werth dargestellt von Oscarv. Geb-
hardt und Adolf Harnack. Leipzig 1880, S. I ff. Der Codex wird im
Archiv der erzbischöflichen Curie aufbewahrt und kann nur mit Geneh-
migung des Erzbischofs, welche übrigens gern ertheilt wird, und unter
steter Aufsicht betrachtet werden.
2) Vgl. P. Lambecii Commentariorum de Augustiss. Bibliotheca
Caes. Vindobon. 1. III. Ed II. studio et opera A. F. Kollarii. Vindo-
bonae 1776, p. 3ss. G. F. Waagen, Die vornehmsten Kunstdenkmäler
in Wien. Th. II. Wien 1867, S. 5if.
VTTT Codex Rossanensis.
scUagenen Fragmente ursprüngiicli zu einer und derselben Hand-
sclirift'^). 3) Bruchstücke einer ähnlichen Evangelienhandschrift
sah im Jahre 1850 Porfiri üspenski im neuen Patriarchat zu
Alexandrien ^). Es waren aber nur zwei Blätter, und auch diese
nicht vollständig erhalten. 4) Um etwa ein Jahrhundert jünger
als die bisher genannten Handschriften ist der Psalter der Züri-
cher Stadtbibliothek'*). Er bestellt aus 223 Blättern und ist
durchgängig mit Gold auf Purpur geschrieben. 5) Das in ähn-
licher Weise ausgestattete Purpur-Evangelistarium der Wiener
Hof bibliothek ^) stammt aus dem 9. Jahrhundert, und noch viel
jünger ist 6) eine in Minuskeln mit Gold und Silber geschriebene
3) Die Patniischen Blätter sind edirt von Duchesne, Archives des
missions scientifiques. 3^ serie. T. III. Paris 1876, p. 386ss., die übrigen
von Tischendorf, Monumenta sacra inedita. Lips. 1846, p. 11 ss.
4) Vgl. Porfiri Üspenski, Reise durch Aegypten und zum Kloster
des h. Antonius des Grossen u. s. w. i. J. 1850. St. Petersburg 1856,
S. 77 f. (russisch), und dazu Taf. XIII und XIV in dem unter dem Titel:
Der christliche Orient. Aegypten und der Sinai. Ansichten, Umrisse u. s. w.
im Jahre 1857 erschienenen Bande mit Tafeln zu sämmtlichen Reisen
des Verfassers. Letzterer erzählt (S. 77), der Patriarch habe ihm „zwei
Stückchen" von den kostbaren Fragmenten geschenkt; wir erfahren aber
nicht, ob es Stücke mit Schrift, oder etwa nur schmale Streifen des un-
beschriebenen Pergaments waren. Jedenfalls ist zu wünschen, dass solche
Schenkungen sich nachmals nicht zu oft wiederholt haben. Sonst dürfte
von den ohnehin schon spärlichen Fragmenten nicht mehr viel übrig sein.
Uebrigens gehören sie nicht, wie Porfiri damals urtheilte, noch dem 5,,
sondern frühestens dem 6. Jahrhundert an.
5) Edirt von Tische ndorf, Monumenta sacra inedita. Nova coli.
Vol. IV. Lips. 1869.
6) Vgl. A. F. KoUarii ad P. Lambecii commentariorum de Aug.
Biblioth. Caes. Vindobon. libros VIII. supplementorum 1. I. Vindob. 1790,
p. 56 SS. Die Handschrift stammt aus dem Kloster S. Giovanni a Carbo-
nara in Neapel. Sie erreicht mit 182 Blättern fast den LTmfang des Cod.
Rossan., das Format aber ist, mit nur 9 Zeilen in jeder Columne, viel
kleiner, Montfaucon nennt sie, Palaeographia Gr. p. 4, irrig 'exemplar
FiVangeliorum' und ebendaselbst p. 224 vollends irreführend 'codex Homi-
liarum in Evangelium'. Die Angabe Scrivener's, Introduction , 2^ ed.
Cambr. 1874, p. 25:^ No. 46: 'There is a Latin version', beruht jedenfalls
auf einem Irrthum. Facsimile bei Westwood, Palaeogr. sacra pictoria:
Purple Greek MSS., und bei Silvestre, Paleographic universelle. P. II.
Paris 1841, No. 38 (156).
Prolegomena. IX
Purpurliandsclirift der Evangelien in der kaiserlichen Bibliothek
zu St. Petersburg").
Man kann, wenn man diesem vorhandenen Bestände den
Codex Rossanensis einzureihen hat, nur schv^anken, ob ihm die
erste oder die zweite Stelle zuzuweisen ist. An Umfang über-
trifft die Rossaneser Handschrift ihre Wiener Rivalin um das
Sechsfache; und wenn auch die Miniaturen, mit welchen die
Wiener Genesis geziert ist, die des Codex Bossanensis sowohl
an Zahl als vielleicht auch an künstlerischem Werth übertreffen,
so ist doch die Erhaltung der letzteren eine ungleich vorzüg-
lichere, und die kunstgeschichtliche Bedeutung, welche ihnen
vermöge ihrer Stellung im Uebergange von der altchristlichen
Kunstform zur byzantinischen zukommt, verleiht ihnen einen
ganz unschätzbaren Werth.
In seinem gegenwärtigen Umfange besteht der Codex Rossa-
nensis aus 188 Pergamentblättern, welche von einem anscheinend
dem 17. oder 18. Jahrhundert angehörigen starken schwarzen
Ledereinbande umschlossen werden. Schlägt man den Band auf,
so gewahrt man bald, dass die Handschrift, bevor man sie mit
der neuen schützenden Hülle versah, eine Zeit arger Verwahr-
losung durchgemacht hat. Namentlich die letzten zehn Blätter
liefern hierfür den Beweis. Sie sind dünn und durchscheinend
geworden wie Seidenpapier, und die Schrift ist, wohl infolge
des Einwirkens der Feuchtigkeit, zum grössten Theil völlig ver-
dunkelt. Ja auf einigen Blättern sind an die Stelle der Buch-
staben Löcher getreten, die indess meist der Form der Buch-
staben entsprechen und somit der Lesung auch dieses Tlieils der
Handschrift, mit Ausnahme nur weniger Stellen S), kein wesent-
liches Hinderniss bereiten. Viel weniger als die letzten haben
glücklicher Weise die ersten, meist mit Miniaturen geschmückten
7) Vgl. E. deMuralt, Catalogue des manuscrits Grrecs de la Biblio-
theque Imperiale publique. St.-Petersbourg 1864, p. 29 s. Hier wird die
Goldsclirift des Textes und die Silberschrift der Ueberschriften u. s. w. er-
wähnt, die Farbe des Pergaments aber verschwiegen. W. Wattenbach,
der die Handschrift selbst sah, versetzt sie ins 12. Jahrhundert (vgl. An-
zeiger für die Kunde der deutschen Vorzeit. N. F. Bd. 22, 1875, S. 72),
während die Tradition sie von der Hand der h. Theodora (f nach 867)
geschrieben sein lässt.
8) S. die Anmerkungen zu Mc 15, 35. 36.
X Codex Rossanensis.
Blätter gelitten. Ein kleiner Riss im ersten Bilde ist, ohne
wesentliche Schädigung des Gemäldes, verklebt, ein etwas grösse-
rer im zweiten nicht ungeschickt zugenäht. Hier und da auch
ist die Farbe, namentlich an den Rändern, etwas verblasst; nir-
ofends ist sie, wie leider so oft bei den älteren Miniaturen, völlioj
verwischt oder abgefallen. Nur die Silberschrift, mit welcher
auf mehreren Bildern Schriftstellen des Alten Testaments ver-
zeichnet stehen, ist allenthalben aschfarben oder schwarz ge-
worden. Abgesehen von diesen Beschädigungen, also in dem bei
weitem grössten Theile, lässt die Erhaltung der Handschrift nichts
zu wünschen übrig. Dennoch wird man, nachdem man sich davon
überzeugt, dass die vorhandenen 188 Blätter nur einen Theil des
ursprünglichen Bestandes bilden, der Hoffnung nicht Raum geben
können, dass der Rest noch irgendwo in unversehrtem Zustande
erhalten ist. Vielmehr hat es, namentlich im Hinblick auf die
an den letzten zehn Blättern wahrnehmbaren Spuren der Zer-
störung, den Anschein, als habe man in dem jetzigen Einbände
diejenigen Ueberreste des Purpurcodex vereinigt, deren Erhaltung
allein noch der Mühe werth erschien.
Das zu der Handschrift verwandte Pergament ist von grosser
Feinheit; nicht selten schimmert, auch in den wohl erhaltenen
Theilen, die Schrift der einen Seite auf der anderen durch. Die
Färbung wird man am zutreffendsten als purpurblau oder ^äolet
bezeichnen können;^) sie erstreckt sich über sämmtliche Blätter,
auch die bemalten, in ihrem ganzen Umfange. Auf der glatten
Seite des Pergaments ist sie glänzend und vom Purpur tief durch-
leuchtet; auf der, übrigens wohl geglätteten, rauhen Seite er-
scheint sie matter und nicht selten ins Bräunliche spielend. Fast
braunroth ist das erste beschriebene Blatt auch auf der glatten
Seite, desgleichen, wenn auch in geringerem Grade, einige der
nächstfolgenden Blätter. Ob, wie vielleicht unter dem Eiufluss
der Feuchtigkeit die Farbe dieser, so auch die der übrigen Blätter
sich im Laufe der Zeit wesentlich verändert hat, ist schwer zu
entscheiden. Vielleicht wog das Kirschroth, welches hier und
da, und zwar an sehr geschützten Stellen, den Grundton zu bilden
scheint, ursprünglich noch mehr vor.
9) Vgl. namentlich den Abschnitt über Purpurpergamont im Nouveuu
Traitü de Diplomatique. T. II. Paris 1755, p. 97ss.
Prolegomena. XI
Geordnet sind die Blätter der Handschrift, wie z. B. ancli
die des berühmten Codex Vaticanus 1209 (B), nach Quinternen^^).
Doch beginnt die Zähhing der Lagen erst mit dem zehnten
Blatt, dem Anfang des Textes des ersten Evangeliums, und
übergeht auch die dem zweiten Evangelium vorgesetzten Blätter
(s. u.). Die Signaturen sind mit grossen silbernen Uncialen von
der Hand des Schreibers am unteren Rande rechts angemerkt ^ ^).
Eine moderne Hand paginirte die Seiten am oberen Rande mit
schwarzer Tinte und den jetzt gebräuchlichen ZiflPern. Dieselbe
Hand hat auch auf den ersten Blättern die üblichen Verszahlen
in den Text eingetragen, zum Glück aber diese Verunstal-
tung nicht über das zweite Capitel des Evangeliums Matthaei
ausgedehnt.
Die Höhe der Blätter beträgt jetzt 30,7 Centim., die Breite
26 Centim. Dass das Format nach beiden Dimensionen ursprüng-
lich einige Centimeter mehr betrug, ersieht man aus den Spuren,
welche das Buchbindermesser an den Rändern hinterlassen hat.
Sowohl die Columnenüberschriften am oberen Rande als auch
die hier und da vom Schreiber im Text übergangenen und am
Seitenrande nachgetragenen Wörter sind oft verletzt, mitunter
zum grösseren Theil mit dem Pergament weggeschnitten ^ 2).
Weit beklagenswerther als diese meist leicht zu ergänzen-
den Defecte ist der Verlust, welchen die Handsclirift erlitten hat
bevor sie mit dem jetzigen Einbände versehen wurde. Der Um-
fang dieses Verlustes lässt sich aus dem gegenwärtigen Bestände
in der Hauptsache mit Sicherheit erschliessen. Der Inhalt der
Blätter, wie sie jetzt auf einander folgen, ist dieser:
10) Vgl. W. Wattenbach, Das Schriftwesen im Mittelalter, 2. Aufl.
Leipzig 1875, S. 147. V. Gardthausen, Griechische Palaeograpliie.
Leipzig 1879, S. 61.
11) Fol. 10a ist mit Ä bezeichnet, fol. 20» mit B, und so fort. Eine
Unregelmässigkeit findet sich, ausser den angeführten, nur in der 12.
Lage, aus welcher vor der Beschreibung ein Blatt ausgeschnitten wurde.
Die letzte, mit IH bezeichnete Lage besteht jetzt nur noch aus 8 Blättern
(fol. 181—188).
12) Vgl. die Noten zu Mt 5, 31. 12, 20. 14, 5. 16, 23 u. s. w. Aus
dem Umfange der an der erstgenannten Stelle (fol. 23*) weggeschnittenen
Randschrift lässt sich berechnen, dass die Breite ursprünglich mindestens
1,7 Centim. mehr betrug als jetzt. Vgl. Ew. cod. Gr. purpur. Rossan.
S. VIII, Anm. 4.
XII Codex Rossanensis.
Fol. la — 4^: bildliche Darstellungen,
y, 5^: die Inschrift: vjtoOsotö yMvovoö rrjö tcov ivayy^-
Xiöxow 6vn oi XQtio u. s. w.).
14) Vgl. Nov. Testam. Graece studio et labore Millii, rec. Lud.
Kusterus. Ed. IL Lips. 1723, p. \. Statt ;^fooroa ist mit anderen
Handschriften xarovojv 7X\ lesen.
Prolegomena. XIII
syrischen Evangeliariums in Florenz nnd der Fragmente im
Britischen Museum ohne Zweifel auf einer Reihe von Blättern
zwischen reichverzierte Säulenstellungen eingeschrieben ^•''). Von
den Canonentafeln ist, wie aus der obigen Uebersicht zu er-
kennen, nichts erhalten. Ihr ursprüngliches Vorhandensein wird
aber zum üeberfluss noch dadurch bewiesen, dass dem Text am
Rande die sogenannten Ammonischen Sectionszahlen^^) nebst den
Ziffern der betreffenden Eusebianischen Canones beigeschrieben
sind. Die jetzige Stellung von fol. 5 und 6, inmitten bildlicher
Darstellungen aus der evangelischen Geschichte, wird niemand
für ursprünglich halten. Nur eine ganz unkinidige Hand konnte
die gleichartigen Blätter 1 — 4 und 7, 8 durch dieses Einschiebsel
von einander trennen. Nach Analogie anderer Evangelienhand-
schriften kann es kaum zweifelhaft sein, dass den Canones un-
mittelbar das Verzeichniss der xE(f>fdaia des ersten Evangeliums
folgte. Man wird also, um die ursprüngliche Reihenfolge her-
zustellen, fol. 5 und 6, unter Hinzurechnung der verloren ge-
gangenen zweiten Hälfte des Briefes an Carpianus und der Euse-
bianischen Canones, an fol. 9 heranrücken müssen. Letzteres Blatt
enthält die x^(paXcua des Evangeliums Matthaei vollständig, wie
fol. 119 die des Evangeliums Marci ''); es ist-aber verkehrt einge-
setzt, so dass die zweite Hälfte (p. 17) der ersten (p. 18) vorausgeht.
Dass der Codex Rossanensis einst alle vier Evangelien ent-
hielt, wäre zweifellos, auch wenn uns fol. 5 mit den Brustbildern
15) Zucker, Göttinger Gel. Anz. 1881, S. 940. Mit den Fragmenten
im Britischen Museum sind die berühmten 'Golden Greek Canons of
Eusebius', Add. 5111, gemeint.
16) Vgl. Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche.
2. Aufl. Bd. II. Leipzig 1878, S. 403 f.
17) Der Wortlaut ist im wesentlichen derselbe wie in den meisten
Handschriften vom 5. Jahrh. an, in welchen sich die xtipäkaia, sei es auf
einer Tafel zusammengestellt, sei es am oberen Rande, über dem Texte,
erhalten haben. Dahin gehören u. a. der Codex Alexandrinus (A), der
Cod. Reg. Paris. No. 62 (L evv.), der Cod. Sangall. (J). Die Zahl der
xecpdXaia beträgt, wie gewöhnlich, beim Evangelium Matthaei 68, beim
Evangelium Marci 48. Die Ueberschrift lautet: xov xaia fzazd^aiov (resj).
ficcQXOv) evayyeXiov ra xecpccXaia. Den Anfang macht bei Matthaeus und
Marcus: ä ntQL tcdv öccifAovt'C^Ofxevcov, darauf folgt bei Matthaeus: ß ufql
t(j!)v avaiQed^evTOJv naiöiojv, bei Marcus: ß TtSQirTja Ttevd^SQaa nezQOv; den
Schluss macht bei Matthaeus (cF/) und Marcus {ßTj): tcsql ttjo aiti^aecoo roi;
xvQiaxov aco/jtaiou.
xrv Codex Rossanensis.
der vier Evangelisten und fol. 6 mit dem Fragment der Epistula
ad Carpianum nicht erhalten wären. Denn bekanntlich wurden,
soweit wir die handschriftliche Ueberlieferung zurückverfolgen
können, nie einzelne Evangehen, sondern immer nur alle vier
zusammen abgeschrieben. Man könnte sich höchstens denken,
dass es zwar im Plane lag, eine vollständige Evangelienhand-
schrift herzustellen, dass aber die Ausführung infolge irgend
welcher Hindernisse unterbliel). Und mrklich ist eine solche
Vermuthung, wenn schon zunächst im Hinblick auf die Euse-
bianischen Canones, bereits aufgestellt worden. Sie findet einen
scheinbaren Halt an dem Umstände, dass, wie erwähnt, die Epist.
ad Carpianum fol. 6l> beginnt, wälirend fol. 6a unbesclmeben
ist. Hieraus schhesst Usow^^), dass das Blatt vom Buchbinder
verkehrt eingesetzt, dass also in der That die Vorderseite des-
selben beschrieben, die Rückseite unbesclii-ieben ist. Daraus aber
ergebe sich, dass der Schreiber hier unterbrochen wurde und, wie
den Schluss des Eusebianischen Briefes, so auch die Canonen-
tafeln herzustellen unterlassen musste. Allein, diese Hypothese
hat wenig Wahrscheinlichkeit für sich. Wenn man gewahi't,
mit welchem Luxus die Handschrift in jeder Beziehung aus-
gestattet ist, so kann es nicht überraschen, dass die von einer
zierlichen Leiste umschlossene Epist. ad Carpianum so geschrie-
ben wurde, dass sie dem Beschauer beim Aufschlagen der Stelle
als ein Ganzes sich darstellte. War sie, was sich leicht ab-
schätzen Hess, auf einer Seite nicht unterzubringen, so musste
die erste Hälfte auf die Rückseite eines Blattes zu stehen kom-
men. Da nun dem Schreiber bekannt war, dass durch die durch-
scheinenden Schriftzüge (s. o. S. X) die Malereien auf fol. 5 a ge-
schädigt werden würden, wenn er mit dem Texte des Briefes auf
dem Verso dieses Blattes begann, so entschied er sich dafür,
erst auf dem Verso des nächstfolgenden Blattes den Anfang da-
18) Die sachkundige und lehrreiche Monographie Usow's über die
Miniaturen des Codex Rossanensis wird leider bei uns wenig Leser finden,
da sie in russischer Sprache geschrieben ist. Der Titel lautet in Ueber-
setzung: Die Miniaturen zu dem in Rossano entdeckten Evangeliencodex
aus dem 6. Jahrhundert. Von S. A. Usow. Moskau 1S81 (42 S. und
9 Taf. 4.). Die Umrisszeichnungen unserer Publication vom Jahre 1S80
sind darin vollständig rcproducirt. Die im Text erwähnte Ausführung
findet sich S. 24 f.
Prolegomena. XV
mit zu machen. Diese Erklärung liegt um so näher, wenn man
gewahrt, dass fol. 120 augenscheinlich nur um deswillen un-
beschriehen gelassen worden ist, um das Gemälde auf Ibl. 121 ^
vor der unmittelbaren Berührung mit einem beschriebenen Blatt
(fol. 119l>) zu schützen. Damit aber ist der Hypothese Usow's
der Grund entzogen. Ueberhaupt wird man es schon mit Rück-
sicht auf die Unordnung, in welche die ersten Blätter der Hand-
schrift gerathen sind, und den geschilderten Zustand der letzten
Blätter für ungleich wahrscheinlicher halten, dass das Fehlende
durch Verwahrlosung zu Grunde gegangen, als dass ein so
glänzend ausgestattetes Werk, welches überall die sorgfältigste
Ausführung auch des kleinsten Details erkennen lässt, unvoll-
endet geblieben sei.
Ganz unwahrscheinlich und jeder Analogie widersprechend
ist die Annahme Usow's, dass auch eine besondere Darstellung
des Evangelisten Matthaeus nicht verloren gegangen sei. Die
Stelle einer solchen soll das Medaillon auf fol. 5 a vertreten
haben. Aber dann hätte es ja auch einer Darstellung der drei
übrigen Evangelisten nicht bedurft. Unseres Erachtens kann
nichts gewisser sein, als dass allen vier Evangelien ursprüng-
lich die Bilder ihrer Verfasser vorgesetzt waren.
Wir haben also nach dem bisherigen als in Verlust ge-
rathen zu constatiren: 1) ein Blatt mit der zweiten Hälfte der
Epist. ad Carpianum, 2) mehrere Blätter, welche die Eusebiani-
schen Canones enthielten, 3) ein Blatt mit dem Schluss des
Evangeliums Marci von 16, 14 med. an, 4) die vollständigen
Evangelien des Lucas und Johannes mit den dazu gehörigen Ver-
zeichnissen der xe(pa}.aLa und 5) die Darstellungen des Matthaeus,
Lucas und Johannes. Der Verlust, welchen wir zu beklagen
haben, beträgt mithin mehr als die Hälfte der Handschrift,
welche in ihrer ursprünglichen Gestalt mindestens 400 Blätter
umfasst haben muss i^).
19) Genau lässt sich die Blätterzahl natürlich nicht feststellen, zumal
da wir gar keinen Anhalt haben, den Umfang der Canonentafeln zu be-
rechnen. So viel aber ist gewiss, dass die EvangeHen des Lucas und
Johannes zusammen mindestens 200 Blätter umfasst haben werden
Rechnen wir dazu nur 12 verlorengegangene Blätter, nämlich je 1 Blatt
für die zweite Hälfte des Eusebianischen Briefs, den Schluss des Marcus-
evangeliums, die /ce(pd?.aia des lyucas und Johannes und drei Evangelisten-
XVI Codex Rossanensis.
Die bildliclien Darstellungen aus der evangelischen Ge-
schichte umfassen sechs Blätter; es sind in der jetzigen Anord-
nung die folgenden:
Fol. 1^: die Auferweckung des Lazarus,
„ ll>: Christi Einzug in Jerusalem,
• „ 2'^^: die Tempelreinigung,
„ 2^^: die klugen und die thörichten Jungfrauen,
„ 3''': das letzte Mahl und die Fusswaschung,
„ 3h: die Spendung des Brodes,
4.'^: die Spendung des Kelches,
„ 4^: Christus in Gethsemane,
„ 7^: die Heilung des Blindgebornen,
y, 7^: der barmherzige Samariter,
„ 8^ oben: Christus vor Pilatus, unten: die Reue und
der Tod des Judas,
8b oben: die Juden vor Pilatus, unten: Christus und
Barabbas.
Auf die Frage nach der Integrität dieses Bildercyclus soll
hier nicht näher eingegangen werden. Es bedarf dessen um so
weniger, als die Aufstellungen Harnack's'-^) mir auch durch
den Widerspruch Usow's nicht entwerthet zu sein scheinen.
Was der Letztere (a. a. 0., S. 22 fP.) beibringt, um die Vollstän-
digkeit zu erweisen, ist geistreich, aber wenig überzeugend. AVer
die vorhandenen Darstellungen in der von Harnack wiederher-
bilder, und 5 Blätter für die Canones — sie umfassten aher gewiss mehr — ,
so erhalten wir die im Text genannte Summe (188 + 200 -|- 12). Von
verlorengegangenen historischen Bildern ist dabei noch ganz abgesehen.
Eine noch grössere Zahl würde sich ergeben, wenn man annehmen müsste,
dass der Codex Rossanensis, sei es zu Anfang oder am Schluss, ein
avva^ci(>iov {hxXoydötov) nebst ^Tjvo?.6ytov enthielt. Darüber aber lässt
sich kaum eine Vermuthung aufstellen. In den für den liturgischen Ge-
brauch bestimmten Handschriften, welche mit jenen Beigaben versehen
sind, findet sich Anfang und Schluss der Perikopen gewöhnlich mit alj-
gckürztem ccq/jj und tH.oq bezeichnet. Wir können aber den regelmässigen
Gebrauch dieser Bezeichnung nicht über das 9. Jahrh. hinauf verfolgen.
Die ältesten Beispiele dafür sind der Codex Cyprius (K evv.) und der Cod.
Campianus (M evv.). Im Cod. Rossan. fehlt jede solche Bezeichnung;
vielleicht aber nur, weil sie damals überhaupt auch in den für den litur-
gischen Gebrauch bestimmten Büchern noch nicht üblich war.
20) Vgl. Evv. cod. Gr. purpur. Rossan. S. XXV f
Prolegomena.
xvn
gestellten Reihenfolge (Versetzung von fol. 7 vor fol. 1) über-
blickt, wird den Versuch, diesen Bestand auf ein planmässig
durchgeführtes Programm zurückzuführen, von vornherein für
aussichtslos halten und sich je mehr und mehr davon über-
zeugen, dass eine beträchtliche Anzahl von Bildern verloren ge-
gangen sein muss. Nur soviel sei hier constatirt, dass die von
Harnack vor fol. 7, zwischen fol. 7 und fol. 1, zwischen fol. 4 und
fol. 8 und hinter fol. 8 angenommenen Lücken von je einem
Blatt - ^) sich mit überraschender Leichtigkeit einer Blätterlage
von dem Umfange einfügen lassen, welchen wir in dem unver-
sehrten Theile der Handschrift als durchgehend nachgewiesen
haben (s. o. S. XI). Für die fünfblätterige Lage, aus welcher uns
bildliche Darstellungen erhalten sind, würde sich nämlich danach
die folgende Figur ergeben ^ 2):
1 2
3 4
Aber auch wenn die beiden durch Punkte angedeuteten
Doppelblätter nicht verloren gegangen wären, würde uns, wie
ebenfalls Harnack schon wahrscheinlich zu machen versucht hat,
der Bildercyclus nicht in seiner ursprünglichen Vollständigkeit
21) Dass zwischen fol. 7 und fol. 1 einerseits und zwischen fol. 4 und
fol. 8 andrerseits je ein Blatt ausgefallen ist, hält auch Lamp recht,
.Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, Heft 69
S. 91, für wahrscheinlich.
22) Dass fol. 4 auch ursprünglich unmittelbar auf fol. 3 folgte, steht
fest; denn fol. ^^ und 4» bilden zusammen ein untrennbares Doppelbild,
Zwischen fol. 1^ und 2a vermisst man ebenso wenig etwas wie zwischen
fol. 2b und 3a, Es ist also in hohem Grade wahrscheinlich, dass die
Blätter 1 — 4 den Kern der Lage bildeten und uns in lückenloser Folge
erhalten sind. Die jetzige Stellung von fol. 7 vor fol. 8 erklärt sich aus
unserer Figur und dient der Richtigkeit derselben zur Bestätigung: sie
bilden zusammen ein Doppelblatt und blieben daher zusammen nachdem
die Lage auseinandergefallen war.
Texte uud Untersuchungeii I, 4. b
xvm Codex Rossanensis.
vorliegen. Vielmehr raöchten wir es für sehr wahrscheinlich
halten, dass der von uns angenommenen fünf blätterigen Lage ur-
sprünglich noch weitere fünf Doppelblätter vorausgingen, welche
zu Anfang vielleicht ein verziertes Titelblatt zum ganzen Codex
enthielten 2 3) , während die übrigen Blätter mit Miniaturen ge-
schmückt waren. Ein Künstler, welcher die Leidensgeschichte
so reich zu illustriren wusste, wird es gewiss verstanden haben,
auch der Geschichte des Täufers, der Kindheit Jesu und seiner
ersten Wirksamkeit eine Reihe malerischer Motive abzugewinnen
und so ein wirklich abgerundetes Evangehum in Bildern zu
schaffen 24).
Dass das Bilderevangelium sich auch ursprünglich zu An-
fang der Handschrift befand, halten wir für zweifellos ■2''). Hätte
es den Schluss gebildet, so wäre es wahrscheinhch mit der grösse-
ren zweiten Hälfte der Handschrift vollständig zu Grunde ge-
23) Dass fol. 5 nicht als Titelblatt zum ganzen Codex gelten kann
(Harnack S. XLV), hat Zucker (a. a. 0. S, 941) richtig bemerkt. S. dar-
über oben S. XTI.
24) Auch Lamp recht (a. a. 0.) und Zucker (a. a. 0. S. 939) halten
dafür, dass uns die Miniaturen nur fragmentarisch erhalten sind. Das
frühe Vorkommen reich illustrirter griechischer Bibelhandschriften bezeugt
Nicephorus, Apologet, c. 61: ''ÖQÖi/j.ev noXÄcc twv aeßaafxicuv ßlßlojv xov-
rcDvl, xai y8 xal zöjv ccQx^^ioxb^cov xal zw /xaxQco X()6va) naQ* svasßojr
xcc) (fiXod-bcov avÖQMV ixnsTtovTiGd^ai [laQXVQOVfXbViov, lliieQ drccTTTvaoofXFva
iv /J.t(j8i fihv dia xTjQ xccD.iyQacpiXTJg evcpvtag xa xrjg S^ei'ag laxoQiag ijuXv
b(X(pavi'C,EL didr.y/xaxa, cv (jLiQet. 6i- 6icc xrjg t,(oy^c((piX7]g svxexvlag xa avxii
rjfüv Tiapadelxi'voi ngayfiaxa.
25) Vgl. Zucker, a. a 0. S. 940: „Die Stelle, an der sich jetzt noch
die Blätter befinden, und die Bemalung auf beiden Seiten, sowie die merk-
würdige anderweitige Ausstattung machen es unzweifelhaft, dass das
ganze Bilderevangelium einsh dem Codex vorgeheffcet und somit be-
stimmt war, auch für sich allein betrachtet zu werden, eine Thatsache,
die ein helles Licht auf die Stellung und Bedeutung wirft, welche die
Kunst bereits im Dienste der Kirche gewonnen hatte". Die Sache selbst
zugestanden, möchten wir doch daran erinnern, dass es ja nicht ein
einzelnes Evangelium, sondern die in drei- resp. vierfacher Form über-
lieferten Vorgänge der evangelischen Geschichte zu illustriren galt. Da
lag es denn gewiss nahe genug, die bildlichen Dai-stellungen von dem
Texte abgesondert zusammenzustellen. Die Stellung zunschen der Epist.
ad Carpianum (fol. 5. (1) und demVerzeichniss der xe und \|/, nur noch R. Die
häufiger vorkommenden Abbreviaturen sind dieselben, welche
sich schon im Codex Sinaiticus und anderen Repräsentanten der
ältesten Unciale finden, nämlich 0C IC \1 für ^iiov , v\ für Jtgoö, und (nur zweimal im
Text) \<^ für yML Dasselbe gilt von den Ligaturen 1-N hN N<
MH NH sowie von dem Ersatz des N durch einen Strich über
dem Endvocal am Schluss der Zeilen^). Auch die Strichelchen,
deren zwei sich häufig über dejn I finden, während das Y nicht
ganz so oft mit einem einzigen versehen ist, kommen so schon
in den ältesten Uncialhandschriften vor'). An minder häufigen
3) S. z. B. die Noten zu Mt 21, 37. 22, 1. 12. 24, 21. Mc 5, 12. 11, 13.
4) S. z, B. die Noten zu Mt 5, 31. 7, 22. Häufiger sind einzelne
Wörter nachträglich hinzugefügt, s. z. B. zu Mt 7, 24. 11, 24. 12, 3. 20. 13, 27.
5) Vgl. das Facsimile bei Tischendorf, Monum, sacra ined. Nova
coli. Vol. III. Lips. 1860.
6) Dieser Strich läuft oft in zwei Tüpfelchen aus, von denen das
erste nach oben, das zweite nach unten geneigt ist: genau so wie in dem
älteren der beiden Wolfenbüttler Palimpseste (Q. evv., saec. V ). Vgl das
Facsimile bei Tischendorf, a. a. 0.
7) Vgl. Tisch endorf, Bibliorum codex Sinait. Petropolit, Vol. I.
Petrop. 1862. Prolegom. p. 11. Auch in dem oben (S. VII) erwähnten
Purpurcodex (N evv.) hat das 1, wenn überhaupt, zwei Striche , das V*
nur einen.
-^xn Codex Rossanensis.
Verbindungen sind zu erwähnen I II hP für üHf, T fiii' tcö,
Y für av und ^ für avr (letzteres nur einmal am Rande).
Doch findet sich diese Form für av schon im Wiener Diosco-
rides aus dem Anfang des 6. Jahrhunderts^), und der nach
Tischendorf demselben Jahrhundert angehörende Codex Guel-
ferbytanus I bietet gar >f und ^ für avrco und avrov^).
Nach anderen Abkürzungen, wie sie sich zum Theil schon im
Anfang des 6. Jahrhunderts nachweisen lassen, sucht man im
Codex Rossanensis umsonst. Das Zeichen ^ für ov^ welches sich
mehrmals im Wiener Dioscorides findet, fehlt hier gänzlich, des-
gleichen die Abbreviaturen T* für rai^ O* für ^ac^ N. für vai^
welche, neben jenem ^, der Schreiber des Züricher Purpurpsalters
(s. u.) häufig verwandte ^^). Auch die Interpunktion ist im Codex
Rossanensis noch sehr einfach. Es findet sich nur der einfache
Punkt, und zwar meist in halber Höhe der Buchstaben. Häk-
chen zur Worttrennung kommen nicht vor, von Aspirations-
zeichen, welche gelegentlich schon in beiden Wolfenbüttler
Palimpsesten gesetzt sind^^), und Accenten ganz zu schweigen.
8) Vgl. V. Gardthausen, Griechische Palaeographie, S. 152.
9) Vgl. Tischen dort", Monum. sacra ined. Nova coli. Vol. VI.
Lips. 1869, p. 293. 305. 309. Das Sigluni ¥ für avzov findet sich auch
im Psalterium Turicense purpureum (Monum. sacra ined. Nova coli.
Vol. IV. Lips. 1869. Prolegom. p. XIV.).
10) Das Zeichen -v für ai findet sich in den Londoner Blättern des
Codex N einmal (Vgl. Scrivener, A piain Tntroduction to the Criticism
of the New Testament. 2. edition. Cambr. 1874, p. 127), öfter Abkür-
zungen für r-TTo, TiQ und (am Rande) nfQi (vgl. Tischendorf, Monum.
sacra ined. sive rehquiae antiqu. textus Novi Test. Graeci. Lips. 1846.
Prolegom. p. 12). Eine von der oben angeführten etwas abweichende
Abkürzung für rat kommt übrigens schon im Cod. Alexandr. vor. Vgl.
C. G. Woidii Notitia Codicis Alexandiini. Recudendam curavit G. L.
Spohn. Lipsiae 1788, p. 35.
11) Vgl. Tischendorf, Monum. sacra ined. Nova coli. Vol. VI.
Prolegom. p. XIII. Auch im Purpurcodex N finden sich, und zwar ziemlich
häufig, derartige Zeichen (vgl. das Facsimile bei Westwood, Palaeo-
graphia sacra pictoria: Purple Greek manuscripts). Tischendorf be-
merkt darüber: ,Accentus plane absunt; sed signum aliquod conspicitur
quod Spiritus speciem habet. Id plerumque magis est punctum quam
brevissima linea, descendens in litteram; nonnunquam vero est fere
Spiritus lenis qui nobis dicitur' (Monum. sacra ined- sive reliquiae etc.
Prolegomena. XXIII
Auffallend ist die Verwendung des Asteriscus als Tilgungs-
zeichen; doch findet sich daneben auch der Gebrauch gewöhn-
licher Punkte oberhalb der zu tilgenden Buchstaben. Ueberblickt
man alle erhaltenen Reste der Uncialschrift vom 4. und 5. Jahr-
hundert an abwärts, soweit sie durch Facsimile zugänglich ge-
macht sind, und vergleicht damit die Schrift des Codex Rossa-
nensis, so ergeben sich leicht als die äussersten Grenzpunkte das
Ende des 5. und der Anfang des 7. Jahrhunderts. Nähere
Prüfung der angedeuteten Merkmale aber führt zu dem Resul-
tat, dass die Entstehung der Handschrift eher in der ersten als
in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts zu suchen ist. Für
die Vergleichung kommen, ihres verwandten Schriftcharakters
wegen, vorzugsweise in Betracht: der Wiener Dioscorides, der
oben (S. VII) erwähnte Purpurcodex der Evangelien (N)^^), der
Codex Guelferbytanus I (P evv.), der Codex Laudianus (E act.)
und der Codex Nitriensis (R ew.).
An diesem Resultat könnte man irre werden im Hinblick
auf den völlig abweichenden Charakter, in welchem, mit kleine-
rer Schrift, alle Beigaben zum Texte der Evangelien geschrieben
sind. Dahin gehören die Epistula Eusebii ad Carpianum (fol. 6^),
die Verzeichnisse der xecpalaia (fol. 9 und fol. 119) und die In-
haltsangaben über dem Texte, die Schriftstellen unterhalb der
Prophetenbilder (s. o. S.X), die Unterschrift des Evangeliums Mat-
thaei und einige nachträglich an den Rand geschriebene Wörter.
Die Schrift dieser Stücke erinnert auffallend an die des Züricher
Purpurpsalters, welchen Tischendorf dem 7. Jahrhundert zu-
weist, während man ihn früher für älter sogar als den Codex
Alexandrinus (saec. V.) zu halten geneigt war ^'^). Zwar die vier-
eckigen Buchstaben lassen auch hier kaum eine Abweichung
Prolegom. p. 12). Ein ähnliches Zeichen findet sich im Codex Rossa-
nensis über dem H des GH (so statt Gl) Mt 26, 24 und über dem Y des
YriAFG Mc 7, 29.
12) Das Alter dieser Handschrift ist sehr verschieden geschätzt worden.
Home hielt sie für das älteste neutestamentUche Manuscript (Ende des
4. oder Anfang des 5. Jahrh.); Scholz dachte an das 7. oder 8. Jahr-
hundert; Casley wiederum schrieb ihr ein höheres Alter zu als dem
Codex Cottonianus der Genesis (saec. V.); Tischendorf endhch entschied
sich für den Ausgang des 6., spätestens Anfang des 7. Jahrhunderts (Mon.
Sacra inedita sive rehquiae etc. Prolegom. p. 12).
13) Vgl. Monum. sacra ined. Nova coli. Vol IV. Prolegom. p. XII sq.
XXIV Codex Rossanensis.
von der quadratisclien Form wahrnehmen, G 0 O C aber er-
scheinen viebnehr oval als rund, oben und unten spitz zulaufend,
und das CO, das im Texte unten fast ganz geschlossen ist, zeigt
hier einen Einschnitt zwischen zwei eckig endenden Halbkreisen.
Beachtenswerth ist jedoch, dass auch in diesem Theile der Hand-
schrift keine Spur einer Neigung der Buchstaben nach rechts
wahrnehmbar ist, wie sie schon im 7. Jahrhundert durch mehrere
Beispiele belegt werden kann. Auch der Strich im 0 ragt noch
nirgends über den Rand hinaus, wie ebenfalls schon von der
Mitte des 7. Jahrhunderts an nachweisbar. An sonstigen Ver-
schiedenheiten ist noch zu erwähnen, dass das 1 adscriptum,
welches im Texte völlig fehlt, sich hier wiederholt gesetzt
findet^"*), sowie dass die Abkürzung \^ für xat^ welche dort nur
zweimal vorkonmit, hier öfter wiederkehrt. Nur einmal, an
dem y in der Unterschrift des Evangeliums Matthaei, findet
sich eine Verzierung, und diese ist von der allereinfachsten Art.
Die Annahme, dass wir es hier mit späteren Zuthaten zu
thun haben könnten, ist völlig ausgeschlossen. Dieselbe Hand,
von welcher der Text herrührt, schrieb aller Wahrscheinlichkeit
nach auch die Epistula Eusebii ad Carpianum, die xtfpaXcaa etc.
Ohne jeden Zweifel aber fällt die Herstellung sämmtlicher Theile
der Handschrift in eine und dieselbe Zeit. Die Frage ist also
nur, ob um jenes scheinbar jüngeren Schriftcharakters willen,
durch welchen sich die Beigaben vom Texte unterscheiden, die
ganze Handschrift weiter herabgerückt werden muss.
Unter den Uncialhandscliriften älteren Datums sind nament-
lich zwei zu nennen, in welchen ein ganz ähnliches Verhältniss
obwaltet wie hier: der von Tregelles veröffentlichte Palimpsest
von Zanthe ^^) und der mehrerwähnte Codex Guelferbytanus I
(P ew.) '^). Die Schrift der Catene, welche im Codex Zacynthius
den Text des Evangeliums Lucae umgiebt, ist von der des Textes
selbst völlig verschieden. Der Herausgeber bemerkt darüber:
14) Das I adscriptum ist in den ältesten erhaltenen Bibelhandschriften
selten, aber nicht ohne Beispiel. Vgl. Scrivener, Bezae codex Canta-
brigiensis. Cambridge 1864. Introd. p. XIX.
15) Codex Zacynthius £*. Greek palimpsest fragments of tlie Gospcl
of Saint Luke, edited by S. P. Tregelles, London 18(>1.
16) Der Text von Tischendorf edirt im VL, ein Facsimile im
TIT. Bande der Monum. sacra ined. Nova collectio.
Prolegomena. XXV
,The Text is in round füll well-formed üncial letters, such as
I should have had no difficulty in ascribing to the sixth Cen-
tury, were it not that the Catena of the same age has the round
letters (G 0 O C) so cramped as to appear to belong to the
eighth Century '^).' Dennoch hat T regelles, und das gewiss
mit Recht, in dieser abweichenden Schrift der Catene keine
Nöthigung erblickt, den Codex dem 8. Jahrhundert zuzuweisen.
Er bemerkt nämlich im Anschluss an den vorigen Satz: ,There
are but few occurrences of accents or breathings; and the fact
of their Omission must be weighed against that of the form of
the letters in the Catena; for in the eighth Century their occur-
rence might have been expected.' Eine Vergleichung der Schrift
des Codex Zacynthius in Text und Catene mit den beiden Schrift-
arten des Codex Rossanensis lässt freilich auf den ersten Blick
das höhere Alter des letzteren erkennen ^^).
Wichtiger für den vorliegenden Fall ist daher das zweite
angeführte Beispiel. Es wurde schon oben bemerkt, dass unter
den Handschriften des 6. Jahrhunderts u. a. namentlich auch
der Codex Guelferbytanus 1 einen dem Codex Rossanensis ähn-
lichen Schriftcharakter zeige. Dies gilt nun nicht allein von der
Schrift des Textes, sondern auch von der in den Beigaben. Wie
im Codex Rossanensis, so waren auch im Codex Guelferbytanus I
den einzelnen Evangelien ursprünglich Capitelübersichten vor-
ausgeschickt. Erhalten hat sich davon nur ein Blatt mit dem
grössten Theil der xecpaXaia zum Evangelium Matthaei ^^). Die
Aehnlichkeit der hier verwandten Schrift mit der in den Bei-
gaben des Codex Rossanensis springt sofort ins Auge. Sie weicht
von der Schrift des Textes so sehr ab, dass Knittel, der erste
Herausgeber, dafür halten konnte, dieses Blatt habe ursprüng-
lich zu einer andern Handschrift gehört und sei nur zufällig an
diese Stelle gerathen^o). Dem gegenüber hat Tischendorf
17) A. a. 0. Preface p. IL
18) Man beachte namentlich die längliche Form der Buchstaben
H M N n im Cod. Zac, die Form des 0 in der Catene, die Häufigkeit
der Interpunction und dergl.
19) Vgl. Monum. sacra ined. Nova coli. Vol. VI. p. 251 sq.
20) Vgl. Tischendorf a. a. 0. Prolegom. p. XII: ,Quid quod folio
eo quod indicem capitum evangelii secundum Matthaeum continet uni-
versa scriptura a genere unciali producto est, quod demum desuefacta
pristina elegantia in communem usum abüt. Unde factum est ut Knitte-
XXVI Codex Rossanensis.
mit gntem Grunde die ursprüngliche Zusammengehörigkeit be-
hauptet; und wenn er dennoch die Handschrift dem 6. Jahrhun-
dert zuweist, so wird ilim auch darin beizupflichten sein.
Der Gebrauch zweier Schriftgattungen neben einander war
übrigens schon dem ersten Schreiber des Neuen Testaments im
Codex Alexandrinus geläufig: eine Thatsache, die bisher ganz
unbeachtet geblieben zu sein scheint. Und doch ist der Unter-
schied ein ganz frappanter. Betrachtet man die Unterschrift
des Evangehums Matthaei fol. 5 (29) verso im Codex Alexan-
drinus, so kann man sich nur wundern, dass noch niemand auf
den Einfall gekommen ist, sie für spätere Zuthat zu erklären.
Sie ist aber gewiss ursprünglich, denn dieselben Züge begegnen
uns gleich darauf in der Ueberschrift rov xara fiaQxov evayye-
hov ai jteQioyat^ welche schon um der Raumverhältnisse willen
unmöglich später hinzugefügt sein kann, und weiter in der
Unterschrift des Marcusevangeliums. Das Verhältniss dieser
Schrift zu der des Textes ist ganz dasselbe wie im Codex Rossa-
nensis, nur ist sie vom Schreiber des Codex Alexandrinus nicht
so häufig in Anwendung gebracht worden.
Wir lernen aus den angeführten Erscheinungen, dass neben
der alten, reinen, durch runde und quadratische Formen aus-
gezeichneten Unciale schon früh eine schlankere, der späteren
Unciale sich nähernde Form im Gebrauch gewesen ist: nur dass
letztere zunächst nicht sowohl für den eigentlichen Text der
Bücher, als vielmehr für allerhand Beigaben zu demselben, wie
Ueberschriften, Unterschriften, Indices, Catenen, Randbemerkungen
und dergleichen verwandt wurde. Die angeführten Beispiele
genügen vollkommen, diese bisher wenig beachtete Thatsache
ausser Zweifel zu setzen. Die jüngere Unciale, deren Entstehungs-
zeit den Paläographen so viel Kopfzerbrechen gemacht hat.
steht also keineswegs im 8. oder 9. Jahrhundert plötzlich und
unvermittelt da. Wir können ihre Entwicklung bis ins 5. Jahr-
hundert hinauf verfolgen. Ist auch der Codex Alexandrinus
nicht datirt, so hat ihm doch kein Sachkundiger bisher das
5. Jahrhundert streitig gemacht. Es liegt also schlechterdings
kein Grund vor, um einer ganz analogen Erscheinung willen
lius rationis palaeographicae parum gnarus indicem illuni a fi-agmentis
evangelicis plane alienum duceret nee ad editionem adliiberet suam.'
Prolegomena. XXVII
dem Codex Rosvsanensis die Entstehung im 6. Jalirhmidert ab-
zusprechen, auf welches sonst alle Merkmale hindeuten.
Auf das 6. Jahrhundert führen auch die Miniaturen des
Codex Rossanensis. ^ ^) Es erscheint aber gerathen, diesem Um-
stände einen entscheidenden Einfluss auf die Datirung der Hand-
schrift nicht einzuräumen. Denn die Miniaturen könnten nach
älteren Vorbildern gearbeitet sein. Wenn es aber, wie ich über-
zeugt bin, aus anderen Gründen feststeht, dass die Handschrift
dem 6. Jahrhundert angehört, und wenn auch die kunstgeschicht-
liche Betrachtung der Miniaturen auf diese Zeit führt, so wird
es nicht zu kühn sein, letztere nicht für Copien, sondern für
Originale zu halten. Dann aber ist die Möglichkeit nicht aus-
geschlossen, dass die auf paläographischem Wege gewonnene
Zeitbestimmung durch die Miniaturen in willkommener Weise
gestützt wird. Wir dürfen daher den Versuch Usow's, auf
Grund der fol. H^ und 8b vorkommenden Kaiserbilder ein ganz
bestimmtes Datum für die Entstehung der Handschrift zu ge-
winnen, nicht unberücksichtigt lassen. Usow argumentirt folgen-
dermassen (a. a. 0. S. 30 f):
Die Kaiserbilder auf den Standarten in den beiden Scenen vor
Pilatus gleichen einander in jeder Beziehung: beide Köpfe sind
bartlos; die Gewänder sind von gleichem Schnitt, die Kronen gleich-
förmig, und in der Grösse unterscheiden sie sich nur wenig von
einander. Folglich können weder ein Kaiser mit seiner Ge-
mahlin noch ein Herrscher mit seinem minderjährigen Sohne,
sondern nur zwei gleichzeitig regierende Kaiser dargestellt sein.
„Von den Zeiten des Arkadius und Honorius (395 n. Chr.), d. h.
von der Theilung des römischen Reiches an, haben wir bis zum
10. Jahrhundert nur einen Fall gleichzeitiger Regierung zweier
Personen im östlichen Römerreich: im April des Jahres 527
nämlich erwählte sich Justin seinen 44jährigen Neffen Justinian,
mit dem Titel Augustus, zum Mitregenten; aber im August des-
selben Jahres starb Justin I. Folglich haben beide Kaiser vier
21) Vgl. die Ausführungen Harnack's, Ew. cod. Gr. purpur. Rossan.
S. XXVff., und Zucker, Gott. gel. Anz. 1881, S. 943ft". Letzterer kommt
zu folgendem, die Resultate Harnack's bestätigenden Schluss (S. 951): „Bei
einer so nahen Verwandtschaft der Miniaturen des Codex Rossanensis mit
jenen Mosaiken (in Ravenna) dürfen wir die erste Hälfte des VI. Jahr-
hunderts mit Sicherheit als Entstehungszeit desselben annehmen".
XXVIII Codex Rossanensis.
Monate lang zusammen regiert." Die Wahrscheinlichkeit, dass
unsere Handschrift innerhalb dieses Zeitraumes entstand, werde
aber dadurch zur Gewissheit, dass wir auf gleichzeitigen Denk-
mälern den Portraits unseres Miniaturisten ähnliche Darstellungen
Justin's I. und Justinian s I. fuiden. Durchmustern wir nämlich
die hierher gehörigen Tafeln bei Sabatier, Description generale
des monnaies byzantines (1862), so erinnere namentlich Taf. XI,
No. 25 mit den Brustbildern beider Kaiser an die Portraits des
Codex Rossanensis. Und wenn es eine Anomalie ist. dass
Justin und Justinian Zackenkronen tragen, da die Krone nach
Constantin durch den Nimbus verdrängt wurde, so liefert Taf. X,
No. 14 bei Sabatier das einzige Beispiel einer Zackenkrone auf
dem Haupte eines byzantinischen Kaisers, und dies ist Justin I.
„Damit glaube ich bewiesen zu haben, dass die Miniaturen des
Codex Rossanensis gemalt sind ... im Jahre 527, zwischen dem
1. April und dem 1. August."
Was in diesen Ausführungen den Kenner der byzantinischen
Geschichte auf den ersten Blick überraschen muss. ist die Be-
hauptung, dass in der Zeit von der Theilung des Reichs bis zum
10. Jahrhundert im Ostreich nur ein einziges Mal zwei Kaiser
zugleich den Thron . innegehabt haben sollen. Aber dies ist,
wie wir aus der vorausgeschickten Besprechung der Kaiserbilder
auf fol. 8^ und 8h des Codex Rossanensis ersehen, in der That
gar nicht Usow's Meinung. Dort war nämlich, wie man sich
erinnert, ausdrücklich constatirt, dass es nicht die Intention des
Künstlers gewesen sein kann, einen Kaiser mit seinem minder-
jährigen Sohne darzustellen. Wir werden also, wenn wir die
Richtigkeit der Beweisführung Usow's prüfen wollen, zunächst
zu untersuchen haben, ob wirklich innerhalb des Zeitraumes, in
welchem die Entstehung des Codex Rossanensis allein gesucht
werden kann, nämlich in der Zeit vom Ende des 5. bis zur Mitte
des 7. Jahrhunderts, die Mitkaiser immer nur Minderjährige ge-
wesen sind. Wir haben dabei die folgenden Fälle in Betracht
zu ziehen:"^-)
22) Die folgenden Daten sind namentlich dem schon erwähnten nu-
mismatischen Werke J. Sabatier 's, Description generale des monnaies
byzantines frappees sous les enipereurs d'orient. T. 1. Paris 1802, ent-
nommen. Daneben wurden die bekannten Geschichtswerke Eduard Gib-
bon's und Georg Weber 's benutzt.
»
Prolegomena. XXIX
1) Am 17. November 473 ernennt Leo I. (457 — 474) seinen
Enkel Leo (später Leo IL) zum Mitkaiser. Letzterer war 459
geboren, also bei seiner Krönung erst 15 Jahre alt, und schon
den 3. Febr. 474 starb Leo L Dieser Fall kann also für Usow
nicht in Betracht kommen.
2) Sechs Tage nach der Thronbesteigung Leo IL, den 9. Febr.
474, wurde dessen Vater Zeno zum Mitkaiser proclamirt. Aber
schon im November desselben Jahres starb Leo 11., erst sechs-
zehnjährig. Folglich kann auch dieser Fall nicht mitzählen.
3) Im September 476, während der Regierung Zeno's, wirft
Basiliscus sich zum Kaiser auf und ernennt seinen Sohn
Marcus zum Mitkaiser; jedoch schon im folgenden Jahre be-
mächtigt sich Zeno wieder der Herrschaft. Das Geburtsjahr
des Marcus scheint nicht bekannt zu sein. Auf einer Münze aber,
welche uns Vater und Sohn neben einander sitzend zeigt, ist er
als Kind dargestellt.'^^)
Dies die in Betracht kommenden Fälle aus dem Ausgange
des 5. Jahrhunderts. Auf keinen derselben können sich, nach
den von Usow geforderten Prämissen, die Kaiserbilder des Codex
Rossanensis beziehen. Der nächste Fall ist
4) die gleichzeitige Regierung Justin's I. und Justin ian's
vom 1. April bis zum 1. August 527, s. o. S. XXVII f. Es
gilt aber auch die weiter folgenden Fälle zu untersuchen, mit
Ausschluss nur der Mitregentschaft der Theodora, die nach Usow
nicht in Frage kommen kann.
5) Der Nachfolger Justinian's L, Justin IL (566 — 578),
krönt am 26. September 578 den Hauptmann der Leibwache
der Kaiserin, Tiberius, zum Mitkaiser. Justin IL stirbt den
14. November desselben Jahres. Aus welchem Grunde Usow
diesen Fall ignorirt hat, ist nicht leicht einzusehen. Denn die
Bedingungen sind hier genau dieselben wie bei Justin I. und
Justinian, nur dass die Dauer der gemeinschaftlichen Regierung
Justin s IL und Tiber's eine noch kürzere ist. Aber so gut wie
innerhalb jener vier Monate, könnten die Miniaturen auf fol. 8
23) Diese Münze, ein Unicum, befindet sich im Besitz des Kais. Münz-
cabinets 7a\ Wien. Eine Abbildung giebt Jos. Khell, Ad numismata Im-
peratorum Romanorum aurea et argentea a Vaillantio edita supplementum.
Vindob. 1767, p. 29<5.
XXX Codex Rossanensis.
des Codex Rossanensis recht wohl auch zwischen dem 26. Sep-
tember und 14. November 578 gemalt sein. Zu Gunsten Justin's
und Justinian's lässt sich nur die Zackenkrone geltend machen,
mit welcher Justin einmal auf einer Münze dargestellt ist. Und
dieses Zusammentreffen ist allerdings merkwürdig genug. '^^)
Wir werden ihm aber nur dann ein entscheidendes Gewicht bei-
legen dürfen, wenn in der That nur zwischen den beiden ge-
nannten Daten die Wahl bleibt. Zuvor haben wir die noch
ausstehenden Fälle von Mitregentschaft in Erwägung zu ziehen.
6) Heraclius I. krönt seinen Sohn Heraclius-Constantin,
ein noch nicht jähriges Kind (geb. den 3. Mai 612), zum Mit-
kaiser, den 22. Januar 613. Aber während der Regierung
seines Vaters (610 — 641) erwächst das Kind zum Manne. Auf
einer Münze, welche uns Vater und Sohn neben einander zeigt
(Sabatier, PL XXVIII, No. 1), sind beide als Männer mit vollen
Barten dargestellt. Vielleicht hat im Hinblick auf den letzteren
Umstand Usow auch von diesem Falle keine Notiz genommen,
denn er scheint Gewicht darauf zu legen, dass die Kaiser in den
Miniaturen des Codex Rossanensis bartlos dargestellt sind. Wenn
aber überhaupt, kämen Heraclius I. und Heraclius-Constantin nur
bis zum Jahre 638 in Betracht, denn in diesem Jahre wurde
Heracleonas zum zweiten Mitkaiser ernannt.
7) Nach dem Tode Heraclius I. regieren Heraclius H. und
sein Bruder Heracleonas zusammen, vom 12. März bis zum
23. Juni 641. Auf den erhaltenen Münzen (Sabatier, PI. XXXI,
No. 28 — 31) sind beide bartlos dargestellt, und obgleich Hera-
cleonas (geb. 623) noch ein Jüngling war, ist ein Unterschied in
der Grösse zwischen beiden nur auf zwei Münzen wahrzunehmen,
während beide auf zwei anderen gleich gross erscheinen. Wenn
24) Die auf römischen Münzen so häufige Zackenkrone scheint in
der That auf byzantinischen Kaisermünzen sonst nicht vorzukommen.
Das Zusammentreffen der Miniaturen des Codex Rossanensis mit jener ver-
einzelten Münze Justin's kann aber auch ein zufälliges sein. Dass der
Künstler den üblichen Nimbus mit Rücksicht auf die Gestalt Christi ver-
mied , wird man begreiflich finden , und das Diadem allein mochte ihm
vielleicht nicht genügen. Eine Zackenkrone trägt z. B. auch einer der
h. drei Könige auf einem Mosaik in S. ApolHnare Nuovo zu Ravenna,
welches, wie unsere Handschrift, aus dem G. Jahrh. stammt, vgl. Ciam-
pini, Vetera Monim. P. TT. Tab. XXVIL
Prolegomena. XXXI
also Usow das 7. Jahrhundert noch in den Bereich seiner Unter-
suchung zog — und wir haben gesehen, dass er sich eine viel
weitere Grenze gesteckt hat — , so durfte er auch an diesem
Falle nicht vorübergehen.
Wir haben also zu constatiren, dass das von Usow mit so
grosser Bestimmtheit empfohlene Datum auch unter Voraus-
setzung der Richtigkeit der Prämissen, von welchen aus es ge-
wonnen ist, nicht für unanfechtbar gelten kann. Aber auch
jene Prämissen sind keineswegs sicher. Die auf fol 8^ und 8^ je
dreimal widerkehrenden Kaiserpaare sind so klein und so flüchtig
skizzirt, dass von einer Aehnlichkeit mit den Darstellungen auf
Münzen überhaupt nicht die Rede sein kann. Man erkennt in
den von uns mitgetheilten Umrisszeichnungen, welche Usow
allein zugänglich waren, weder die Gewänder noch die Gesichts-
züge so genau, um mit Sicherheit entscheiden zu können, dass
weder ein Vater mit seinem Sohne noch ein Kaiser mit seiner
Gemahlin dargestellt sein kann. Ausgeschlossen ist jedenfalls
letztere Möglichkeit nicht. Ja, wenn die Umrisse nicht trügen,
möchte man in dem Paare, welches am grössten und deutlichsten
ausgeführt ist, nämlich fol. 8b unten am Tisch, viel eher einen
Kaiser (rechts vom Beschauer) und seine Gemahlin, als zwei
Männer erkennen. Bestätigt sich diese Wahrnehmung, so liegt
es am nächsten an Justinian I. (527 — 566) und seine Gemahlin
Theodora (f 548) zu denken, welche der Kaiser 'zur Mitregentin
zu gleichen Rechten mit sich selbst erhob, also dass die Statt-
halter der Provinzen den Eid der Treue auf den vereinigten
Namen Justinian's und Theodorens ablegen mussten .'■^^) So ver-
führerisch aber diese Deutung ist, so will ich sie doch nur mit
aller Reserve vorgelegt haben. Es wird von einer erneuten
Untersuchung der Originalbilder im Codex Rossanensis abhängen,
ob sie überhaupt ernstlich in Frage kommen kann. '^^)
25) Georg Weber, Allgemeine Weltgeschichte. Band 4, Leipzig
1863, S. 741.
26) Die von unserem kurzen Aufenthalt inRossano im Frühjahr 1879
mitgebrachten Aufzeichnungen reichen nicht aus, diese Frage zu ent-
scheiden. Die Zeit war uns so kurz zugemessen, dass wir bei der Be-
schreibung der Miniaturen nur auf das Wesentlichste unsere Aufmerk-
samkeit richten konnten; dass aber die Kaiserbilder für die Datirung der
Handschrift eine solche Bedeutung gewinnen könnten, kam uns damals
nicht in den Sinn.
XXXII Codex Rossanensis.
Eine Tradition über die Provenienz der Handschrift liat sich
in Rossano nicht erhalten. Es liegt aber nahe, die Entstehung
eines so prachtvollen und künstlerisch so reich ausgestatteten
Werkes in einer der Hauptstädte des Reiches zu suchen. Für
Alexandria plaidirt Usov^ (S. 27 if*.). welchem sovrohl die Land-
schaft (fol. 4b) und die Flora als auch die dargestellten Thiere
nach Unteraegypten zu weisen scheinen.-^') Man wird aber mit
demselben Recht auch an Constantinopel denken dürfen. ''^-) Eine
nähere Untersuchung auch dieser Frage mag der Zeit aufbehalten
bleiben, wo die Miniaturen des Codex Rossanensis in treuer Nach-
bildung veröffentlicht sein werden. Der Hoffnung, dass diese
Zeit kommen wird, entsage ich auch jetzt noch nicht. Mochte
sie bald kommen!
27) Vgl. dazu Zucker, a. a. 0. S. 952: „Ein äusseres Zeugniss, das
mit Bestimmtheit auf den Osten, hinweist, darf man in dem Umstand er-
blicken, dass in der Scene der Tempeheinigung ein Höckerochse vorkommt,
der, soviel bekannt ist, sich nach Westen zu nicht über Kleinasien hinaus
verbreitet hat."
28) Dass der Codex aus Constantinopel gekommen sei, habe ich
übrigens, Ew. cod. Gr. purpur. Rossan. S. VII f., nicht 'ohne weiteres
angenommen' (Zucker, a a. 0.), sondern nur als Vermuthung ausge-
sprochen. Es heisst dort: 'Eine Tradition über die Provenienz der Hand-
schrift hat sich in Rossano nicht erhalten. Dass aber überhaupt ein grie-
chischer Evangeliencodex hier gefunden wurde, kann nicht überraschen.
Denn von Alters her war in Rossano der griechische Ritus in üebung und
das Gnechische die Cultussprache. Erst im XV. Jahrhundert ward der
lateinische Ritus eingeführt; aber noch um die Mitte des vorigen Jahr-
hunderts (ich kann jetzt dafür setzen: noch heute) wurde einmal jährlich
wenigstens, am Palmsonntag, das Evangelium in griechischer Spi*ache
verlesen. Bis zum Untergange des oströmischen Reiches, zumal zu den
Zeiten der Beherrschung Calabriens durch die byzantinischen Kaiser im
VI. und den folgenden Jahrhunderten, wird es an Beziehungen zur Haupt-
stadt des Reichs, dem Sitz des Patriarchats, nicht gefehlt haben, und
daher mag, vielleicht als Geschenk eines Kaisers oder Patriar-
chen an die Kathedralkirche zu Rossano, der Codex purpureus
stammen'.
I
m.
Infolge der aiisserordentliclien Bereicherung, welche der
kritische Apparat des Neuen Testaments namentlich durch die
Entdeckungen Tischendorf's erfahren hat, ist die Vorstellung
von der Fülle alter griechischer Uncialhandschriften, über welche
wir verfügen, so sehr gesteigert worden, dass ein neuer Fund
kaum mehr auf lebhaftes Interesse rechnen kann, es sei denn,
dass er sich durch ein ganz besonders hohes Alterthum oder
durch einen ungewöhnlich reinen Text auszeichnete. Vorzüglich
gilt dies von den Handschriften der Evangelien. Man weiss,
dass hier zur Bezeichnung der immer aufs neue auftauchenden
Uncialcodices das lateinische Alphabet schon lange nicht mehr
ausgereicht hat, und dass bereits von Tischendorf ein hebräischer
und mehrere griechische Buchstaben haben zu Hilfe genommen
werden müssen. Sehen wir aber diese lange Reihe von üncialen
darauf an, wie viel wirklich alte Handschriften sich darunter
befinden, welche auch nur eines der vier Evangelien vollständig
enthalten, so überzeugen wir uns bald davon, dass es mit dem
vermeintlichen Reichthum doch nicht so gar weit her ist.
Durch die unterschiedslose Bezeichnung der Handschriften
vom 4. bis zum 10. Jahrhundert, sofern sie nur in üncialen ge-
schrieben sind, mit den grossen Buchstaben des Alphabets, ist
der falsche Schein erregt worden, als ob die üncialen aus dem
9. und 10. Jahrhundert werthvoller wären, als die Minuskeln
aus derselben Zeit. Wir kennen aber Minuskeln in nicht unbe-
trächtlicher Zahl, welche einen viel besseren Text haben als
jene jüngeren üncialen. Nachdem diese Art der Bezeichnung
einmal üblich geworden ist, würde es nur Verwirrung anrichten,
wenn man sie beseitigen wollte. Man darf aber nicht vergessen,
Toxte und Untersuchungen I, 4. C
XXXrv Codex Rossanensis.
dass dies eben nur ein Missbrau ch ist, und dass die Uncialen
des 9. und 10. Jalirliunderts, mit nur sehr wenigen Ausnahmen,
viel eher mit den Minuskehi in eine Kategorie gehören als mit
den alten Uncialen. Scheiden wir also die jüngeren Uncialco-
dices, vom 9. Jahrhundert an, aus, und ferner alle diejenigen
älteren Handschriften, welche nur Fragmente der Evangelien
enthalten, so bleiben uns nur fünf übrig, welche den Text der
beiden Evangelien, die uns hier allein interessiren . vollständig
oder doch nahezu vollständig enthalten, nämlich der Codex
Sinaiticus (i5), der Codex Vaticanus (B). der Codex Bezae Can-
tabrigiensis (D), der Codex Basileensis (E) und der Codex Pari-
sinus 62 (L). Der Codex Alexandrinus (A) beginnt bekanntlich
erst Mt 25, 6, und der Codex Ephraemi (C) hat in allen vier
Evangelien nicht unerhebliche Lücken. FGHKMSUVXrJiJ
enthalten zwar beide Evangelien mehr oder weniger vollständig,
reichen aber sämmtlich nicht über das 9. oder 10. Jahrhundert
hinauf; in A fehlen die Evangelien des Matthaeus und Marcus
ganz, und INOPQRTWYZö^ sind überhaupt nur Fragmente,
von denen überdies nur etwa die Hälfte den beiden ersten Evan-
gelien angehört. Von den genannten fünf Handschriften sind
nur zwei (i< und B) älter als ^, eine (D) etwa gleichzeitig, der
Rest erheblich jünger (E und L, beide nach der gewöhnlichen
Annahme aus dem 8. Jahrhundert). Glanz vollständig sind die
Evangelien des Matthaeus und Marcus nur in den beiden erst-
ofenannten Handschriften und in E enthalten; D hat im Matthaeus.
L im Matthaeus und Marcus nicht unerhebliche Lücken. Für
den Text des Matthaeus (bis 25, 6) ist also der Codex Rossa-
nensis die drittälteste vollständige Handschrift, für den des
Marcus die viert- oder fünftälteste, je nachdem man D füi* älter
oder jünger hält als ^. Damit ist freilich nicht gesagt, dass ^
auch dem Werthe nach die dritte oder vierte Stelle einnimmt.
Er müsste einen sehr guten Text haben, um etwa mit L concur-
riren zu können, und unter den jüngeren Uncialen könnte ilmi
A den Rang streitig machen. Jedenfalls aber — das kann man
nach dem bisherigen mit Sicherheit erwarten — wii*d ihm, wenn
nicht in kritischer, so doch in textgeschichtlicher Hinsicht ein
nicht gering anzuschlagender Werth innewohnen.
Seit in dem Werke von Westcott und Hort ein neuer, in
holicm Grade beachtenswerther A ersuch vorliegt, die vorhaii-
Prolegomena. XXXV
denen Textesquellen auf Grund ihrer Genealogie zu gruppiren,
wird man sich bei der Charakteristik einer Handschrift an den
hier gegebenen Nachweisungen zu orientiren haben. Wenn wir es
aber auch acceptiren, dass die bei weitem grösste Mehrzahl der
griechischen Handschriften den Text wesentlich in einer Gestalt
enthält, welche er durch eine Recension auf syrischem Boden
empfangen hat, und dass sie sich nur dadurch von einander
unterscheiden, dass die einen diesen Text mehr, die anderen
weniger mit vor-syrischen, abendländischen ('western') oder alexan-
drinischen Elementen vermischt darbieten, ^) so ist damit zwar
ihr Grundcharakter mit hinreichender Deutlichkeit, nicht aber
ihre besondere Eigenart bezeichnet. Wir werden es daher, wenn
wir dem Codex Rossanensis seine Stelle innerhalb der übrigen
Urkunden des evangelischen Textes anweisen wollen, nicht um-
gehen können, 1) die ihm eigenthümlichen Lesarten auf ihren
Charakter und Werth hin uns anzusehen, 2) diejenigen Hand-
schriften zu ermitteln, zu welchen er etwa in einem besonders
nahen Verwandtschaftsverhältniss steht, und 3) festzustellen, ob
und in welchem Masse er, ungeachtet der Textesmischung, welche
wir an ihm wahrnehmen, als Träger alter und guter Ueberliefe-
rung angesehen werden kann. Denn dass er in der That einen
stark gemischten Text enthält, das brauchen wir nicht erst zu
erweisen. Es genügt, einen beliebigen Abschnitt an der Hand
einer der neueren kritischen Ausgaben durchzugehen, um sich
davon zu überzeugen. Es ist dies aber eine Eigenschaft, welche
der Codex Rossanensis, wie bemerkt, mit den meisten griechischen
Handschriften theilt. Ihn darum für werthlos zu halten, wäre
vorschnell geurtheilt.
Bevor wir auf den Text selbst näher eingehen, mögen hier
einige Bemerkungen über die äussere Gestalt desselben Platz
finden. Der Codex Rossanensis zeigt darin im wesentlichen
dieselben Eigenthümlichkeiten, welche wir an den ältesten Bibel-
handschriften wahrnehmen. Man findet Formen wie rj^d-are
(Mt 25, 36), s§7]Z^aTs (Mt 26, 55. Mc 14, 48) sZd^arm (Mt 6, 10.
10, 13), JiaQEXd^arco (Mt 26, 39), uösXd^ars (Mt 7, 13), e^eXd'aTS
1) Vgl. The New Testament in the original Greek. The text revised
by Brooke Foss Westcott and Fenton John Anthony Hort. Introduction.
Appendix. Cambridge and London 1881, p. 151 8s.
.-*
XXXVI Codex Rossanensis.
(Mt 25, 6), LÖav (Mt 13, 17), tdafisv (Mt 25, 38. 39. 44. Mc 2, 12.
9, 38), sxßalars (Mt 22, 13. 25, 30), ysvafievoö (Mc 9, 33),
£yM^£QiO^?] (Mt 8, 3. Mc 1, 42), rjV£coyß?]öav (Mt 9, 30), xexa-
TrjQCcfisvoL (Mt 25, 41, nur 2\ auch xQiyav (Mt 5, 36), vvxrav
(Mc 4, 27), fiayacQ?] (Mt 26, 52); durchgängig ist Xriu^Ofiac
u. s. w. geschrieben, desgleichen reOöSQaxovTa, Mt 1, 17 sogar
an erster Stelle ' ösxarsoosQSö. Der Itacismus tritt namentlich
hervor in der Yertauschung von sl und t, und zwar ist häufiger
i für £L gesetzt als si für i; ferner werden nicht selten ai und £,
L und 7^2), £i und rj mit einander vertauscht, zuweilen auch m
und oi; ^), o und o? "*). Auch Bildungen wie aXcojtrjxsö (Mt 8, 20),
dsÖTjfisvov (Mc 11, 2), vjto6£67]fi£Pov6 (Mc 6, 9), cpQovtfiac (Mt 25,
2. 9), JtaQd^evai (Mt 25, 11) wird man nicht einfach zu den
Schreibfehlern rechnen dürfen. Die Assimilirung des v unter-
bleibt oft; doch finden sich Verbindungen wie sfifxsöoj (Mt 10, 16),
£fijiaQaßoXai6 (Mt 13, 10. 13), eyyaöTQL (Mt 24, 19), sfKpvZax?]
(Mt 25, 43); vgl. auch ayytöTQov (Mt 17, 27), syyafit^ovrso
(Mt 24, 38). Abgesehen von dergleichen grammatischen und
orthographischen Eigenthümlichkeiten, ist die Zahl der eigent-
lichen Schreibfehler eine verhältnissmässig geringe. Zu den
auffallendsten, die dennoch nicht verbessert worden sind, gehören
die folgenden: Mt 1, 5 griy^ß, 1, 15 eyevrpsv, 1, 19 o avijQ
avtrjö bis, 5, 18 jtQO(prj, 9, 13 ovöiav st. ov ^vöiav^ 12,45 Jirsv-
fiara ra, 13, 54 exjtXrjöeöd^ai, 14, 20 jtsQioevov, 18, 6 d^aZaörjo,
18, 9 ocpd-aZftoö st. o o(p^aZfio6, 22, 10 sxivovö st. sxsivot sio
raö oöovo, 23, 3 SQyaya, 24, 31 (rovo sxXsxrovd) avrcov st.
avTOVj 25, 38 ös ös st. ös os, 27, 38 f§ st. sx, Mc 4, 10 stjqcü-
T7]0aVy 5, 13 xQSfivov, 6, 20 r^Qmörje, 6, 31 eQyofisvoi st. ot e()-
;^o,w., 6, 36 eavTovO st. eavroio, 9, 29 s^sUd^etv, 12, 1 Auslassmig
2) Ein merkwürdiges Beispiel hierfür ist das ??; Mt 26, 24, mit einem
accentartigen Strichelchen über dem t]. Für die sonst so häufige Ver-
wechselung von 7] und i; findet sich nur ein Beispiel [vfiiv Mt 25, 8), des-
gleichen für die Vertauschung von l und v {rnxvav Mc 6, 23).
3) Vgl. z. B. Mt 10, 17 nagaöiaacüöLV, Mc 4, 36 TtaQaXafzßavwaiv:
Mc 7, 17. 9, 11. 28 8TCTjQ(OTovv, 9, 34 eoiojTtovv.
4) Vgl. z. B. Mt 27, 64 x^f()OV, Mc 1, 20 fiia&orcov, 5, 5 xaTaxoTtrov,
7, 10 xaxoloyov, 10, 30 Öicoy/nov, 11,4 ttoAo)-; Mt. 22, 46 r/rfriarw, 24,38
7r^a>, 26, 13 Toi;rcy, Mc 7, 30 e^eXrjXv&coa.
Prolegomena. XXXVII
von xat coxo6of/fj08V jtvQyov, 12, 4 {jtQoo) avxov st. avzovo,
12, 28 övvC^TjTOVTwv, 12, 29 etö bis, 13, 4 (leXti, 13, 5 [irjöuö
st. [i7j Tiö, 14, 36 ov ro st. ot> r^ oder ov/ o, 14, 59 i609]. Da-
zu mögen noch einige Auslassungen zu rechnen sein, die weiter
unten im Zusammenhange der U eigenthümlichen Lesarten niit-
getheilt sind.
Die Zahl der Lesarten, welche sonst in keiner griechischen
Handschrift nachgewiesen sind, ist im Codex Rossanensis eine
verhältnissmässig grosse: ein Umstand, welcher im Hinblick auf
die bekannte Vielgestaltigkeit der evangelischen Ueberlieferung
nicht eben geeignet ist, ein günstiges Vorurtheil für den Werth
derselben zu erregen. Denn dass eine Handschrift des 6. Jahr-
hunderts uns noch neue werthvolle Lesarten bringen sollte, ist
nach den bisherigen Erfahrungen kaum zu erwarten. Und in
der That zeigen uns gerade diese eigenthümlichen Lesarten
den Codex Rossanensis von seiner schwächsten Seite. Ein
grosser Theil derselben erklärt sich nämlich aus der Eintragung
des Wortlauts des einen Evangeliums in den Text der entsprech-
enden Stelle des andern. Li dem folgenden Verzeichniss, welches
übrigens auf Vollständigkeit keinen Anspruch macht, sind die
betreffenden Parallelstellen beigefügt^).
Mt 7, 5 ro xaQ(poö ro tv roj oq)0'aZfi(D rov aöeZcpov
öov: Lc 6, 42.
„ 7, 11 vjtaQxovreö: Lc 11, 13.
„ 8, 10 axovöao ös ravra: Lc 7, 9.
„ 8, 31 stöeXd^siv st. ajield-Hv: vgl. Mc 5, 12. Lc 8, 32.
„ 10, 7 rjyYixev 8(p vfiao: Lc 10, 9.
5) Bei einer Vergleichung der Versionen, namentlich der syrischen
und der alten lateinischen, wird man vielleicht mehreren dieser Lesarten
wieder begegnen. Die wenigen von mir beigefügten Belege aus Itala-
handschriften entstammen nur gelegenthcben Notizen. Auf eine syste-
matische Durchforschung des zerstreuten Materials musste ich verzichten.
Die im folgenden gebrauchten Abkürzungen setze ich als bekannt voraus.
Mit ^-
Mt 5
,, 9
„ 10.
„ 18
„ 24
„ 28,
Mc 1,
„ 3.
1^ 6,
„ 12,
„ 14,
C:
Mt 4,
« 8,
■8
9
13
14
16
17
18
'
Prolegomena. XLIII
Mt 19, 30 xat OL söxccrot: CM 22..:: vgl. die Varianten
zu Mc 10, 31.
„ 21, 41 ETCöcoöet'. C Cyr :: vgl. Mc 12, 9. Lc 20, 16 öoooet
„ 24, 9 om xcov ed^vcov. C 1.. (syrP habet c.*) :: Mc 13,13.
Lc 21, 17.
„ 26, 53 öoxei öoi: C*^^^ 1.. syrP^°& Or
„ 26, 73 yaliXatoö et xai: C* syr? c* :: Mc 14, 70.
Mc 1, 22 yQannaxuö avrwv: CMz/ 33.. it'^ syr*^*' aeth ::
Mt 7, 29.
„ 1, 38 yaQ xar. C
„ 1, 40 xvQis st. Ott: CL it''*^'^ cop^^ et'^«^ arm aeth
„ 2, 22 firjys st. firj: CLM^ :: Mt 9, 17. Lc 5, 37.
„ 4, 8 £JtL rrjv yrjv. C 1. 28.. syr^*^' :: Mt 13, 8.
„ 6, 16 rjyBQd-rj ajto zcov vsxqcov: C minP^ Or :: Mt 14, 2.
D: Mt 13, 31 elalrjösv st. xaQsd^rjxev. DL*^ 1. itP^ syr«'^ ::
vgl. V. 33.
„ 14, 14 oxXov jiolvv: D 33. 435.
„ 16, 21 avaörrjvar. D 157.. :: Mc 8, 31. Lc 9, 22.
„ 23, 15 Lva :jzoi7]6sts: J) tva jtoirjörjTac, it Yg ut faciafis
„ 25, 1 xaL TTjö vvfig)r/a: DX* 1* 124* 209.. it vg arm
„ 27, 40 ova: DMzl it«*!^ vgpi syrP et^'' arm :: Mc 15, 29.
Mc 2, 24 JtoiovöLv Ol fiad^rjzac aov: DM^ 1. 28.. it syr*^'"
aeth go :: vgl. Mt 12, 2.
„ 2, 26 fier avrov: D min?« :: vgl. Mt 12, 3. Lc 6, 3.
„ 5, 21 JCQOö avTov: D^ 28. 81. 90.
„ 5, 28 6V Eavrri: DKU 1. 33. 81.. it^^^^ arm :: Mt 9, 21.
„ 7, 34 aveöreva^ev: DW^fp :: vgl. 8, 12.
„ 8, 10 siö ra oQta: Ds'^ c f arm^^« :: Mt 15, 39.
„ 12, 43 rj ütrwyj] avrr]: D 81.. :: Lc 21, 3.
„ 14, 17 oxpiao {U oxpstaö) (Je:D itP^ vg sah^«^^^ :: Mt26, 20.
„ 14, 35 sjtsosv ejti jiqoöcqjiov: DG^ l..itp' arm
„ 14, 43 om svO^vö: D^ 1. 81. it vg syr^^^ arm :: Mt 26, 47.
A: Mt 13, 56 JiaQ rjfiiv: A Chr
„ 15, 13 8iJi8v avToiö: A 122.
„ 22, 8 SToifioo ohne sörcv: A Or Chr Dam
„ 22, 15 övf/ß. eXaßov xar avrov: Q'^A 1. 33., cop arm:
vgl. Mt 12, 14.
XLIV
Codex Rossanensis.
38 t} JtQmxt) xai //£/. J6^ Bas
27 övv TCO Toxm: A
21 (irjYE st. [xrj Kz//7* 28. 33. 346.. :: vgl. Lc 5, 36.
23 £0)6 rjiiiöv {U 7]fiv6v): LJ
33 JtQo67]ld^ov avTocö: A {üZQoörjld^ov auch L 13-
1 öoXm ohne ev: A^ 1. 28..
18 x,ai Tcov jtQoq)7]Tmv\ ^ 61. arm syr^"^ Ir^"*
27 [lEyaXrj otpoÖQa: 0 33.. syr^* arm
37 xat £v oXr] rrj töyvi [^ löxvet) öov: &^
«i^ emrj A 33. {vgl.
Mt 15, 5), 15,47 ia)(Ji](p: A 258; Mt 10, 14 ogol av fitj Se^ovrai ... axov-
ocoaiv: L (Mc 6, 11), Mc 3, 4 eoiojTtrjaav: L, 6, 9 evöeöva&ccL: L minP«*,
13, 18 fj.rjÖ£ aaßßazov: L minP'^ (Mt 24, 20); Mt 25, 40 xovtojv xmv (jlixqojv:
I; Mt 22, 4 oiTEVTCc: G min-^, Mc 2, 16 sad-iEzs xai TiLvexs G {eaS-ieite
xai TtivsiTs) 124. (Lc 5, 30), 3, 17 avrov st. rov laxcoßov: G 28, 69.., 4, 11
za fxvaztjQia: G 1.., 14, 36 cckX ozi: G 1..; Mc 6, 13 sd-eQanevovzo:
H minP<=; 13, 11 Vßsiö eaze: MU min?« (Mt 10, 20), 14, 22 zov aQzov.
M minP-^ (Mt 26, 26); Mt 12, 23 leyovzeo'. U 127., 26, 44 om naXiv.
üt^t 1.., Mc 13, 21 zoz£ ohne xat-, U 1.., 13, 32 zojv ovQavcov: U 28..
(Mt 24, 36); Mt 18, 19 ev zoia ovgavoLO: V minPC; Mt 18, 10 om ev
ovQCcvoia pr: F 1. 13..
8) Ich habe keinen Anstand genommen, in dem folgenden Verzeichniss
auch einige solche Lesarten aufzuführen, welche von Tischendorf mit N
und ' al pauc ' belegt werden ; natürlich nur da, wo ich auch in den übrigen
grossen Ausgaben keine bestimmten Angaben fand. Es mag wohl sein.
XL VI
Codex Rossanensis.
Mt 19
„ 20
„ 21
„ 26,
Mc 6
V
1 .
r
8i
V
8.
1?
8.
11
8,
11
8,
11
8.
11
9
11
9
^1
9,
^^
9,
V
9.
^^
11
9.
11
9,
11
10,
11
1]
11
11,
11
11,
11
—
11
12,
11
14,
11
14,
11
14,
7 £vsrkiXato 7jficv: N
31 Ol 6s o/Xoi ejtSTitiriöav: N ff^- syr"« et«"^^^
8 ex Tojv dtvÖQcov: X :: vgl. Mc 11, 8.
60 ovx 7/vQov: N (pvx auch A al, ?/vqoi' EG al)
53 jrQoöoQiitö^rjöav stcsl: N
1 Ol eld-ovreö: N (a b f qui venercmt^ q qui ve-
niehant)
29 eiJiEV avT7] o ir^oovö: N g^-
3 sylvd^riGovraL: N
7 sijisv jiaQaü^eivai avroiO: N cop {coram üUs)
13 xaraluimv: N :: Mt 16, 4.
18 ovjim vo£iT£ st. xai ov fiv?]}iov£V£re: N :: vgl.
V. 17.
23 £JC7]Qa)T7]0£V st. £Jl7j()C0TfX: N
32 £XaX£t TOP Xoyov. N
3 Xevxavai ovtojo: N
5 avrm st. reo Ujöov: N
13 ridrj £X7jXvd^£v\ N (C 1.. ?/c^;/ 7iX»£v) :: vgl. Mt
17, 12.
19 lejei avTco: N g^- q
21 TOP jtar. avTOv o i/jöovo: N
— y£yov£L'. N
28 sX^ovra st. eiöeXd^ovxa: N
33 ysva^usvoö: N
5 ejt£T()tip£v st. £yQaip£v: N :: vgl. v. 4. Mt 19, S.
26 fci^ ovQavco: N
31 o^ (5f öieXoyi^ovTo: N it (exe k) vg : Mt 21, 25.
vgl. Lc 20, 5.
32 (foßov^sd^a TOP oy^Xor' jtapreo: N :: Mt 21, 26.
— ojö jtQo 1.. :: vgl. Mt 14, 36 Öisoco-
„ 7, 32 raa xf^()aö: i5*NJ 33. :: vgl Mt 19, 13. Mc 5,
23. 6, 5. 8. 23. 25.
„ 8, 24 Xsysc st. sXsyev: DN itP^ vg
„ 8, 28 aXZot ös st. xac aXXor, DN^ 81. c^'' it^ cop'*^
:: vgl Mt 16, 14.
„ 9, 7 sysvsTO ös st. xac sysvsro: N 2®^'
„ 9, 21 at st. £t(J: i^BLZ
7 avajxrj yaQ ohne £ötiv: BL :: W-H, nicht Ti
4* afijt£Za)va fiov: i^Cn
T?y: iiBCL
46 £ßorjö£v: BL :: W-H, Ti av£ßorjO£V
57 £{iad^riT£vd^7]\ xCD :: Ti u. W-H, aber W-H in
mg £fCa^7]T£V0£V
19 JcoQ£vd^£VT£ö ovv. Bz/Z7 ii W-H, Ti ohne of2^
1 £i^ ot;ca> st. fiö OLXov: iav für öia xov jttQav: die €orrectur ist
nur zur Hälfte ausgefülirt; es hätte entweder
auch das tov getilgt (so C^DG/I^ [..) oder
durch zeit ersetzt werden sollen (so itBC*L cop);
ÖLa TOV jtsQav haben AKX/^/7 u. a.
„ 10, 16 rjvXoysi durch Rasur aus xaTt]vXoyu: xaTtjvXo-
yu (resp. %«r£i;2.) haben i^BCLNJ (N nach Ti
xaT7]vloyL^ nach Duchesne xaTtßoyC)^ fjvZoyei
(resp. svL) ADEHK* u. s. w.
„- 15, 46 o ÖS uoö7](f; für xar. xai haben ^{BACL u. s. w.,
' ■ ' ■ o (^6 Q' ^^aC^coQ de £y£pprjö£p top
Oaöcox' 'öaöcox de ey£PP7]ö£P top ay^LP' ayip de £y£PP7iO£P top
ehovö' ^^£hovö de £y£PP7]ö£P top £X£aC,aQ' £X£aL^aQ de e/er-
I, 4. sytvvtjaev sec] vr/asv bis scriptum, sed priore loco erasum.
Texte und üntersuchuugeu I, 4. 1
2 Codex Eossanensis, Mt 1. 2. [pp. 22 — 25
V7]ösv Tor {mr^av iiari^^av öe ^y^vi]- \ ot?' rov Laxojß' ^^iazo?ß
de sjewriötr rov icoo?/^ toj' arÖQu /atQiaa e$, 7}0 r/evvrj^f/
Lrjöovö o Ä&yo/iavoo yQiOroo' ^"^ jtaöm ovv ai jeveai ajto aßgaa^^i
sojO öaö yeveai öeyMTSOöeQtO xai ajio öad ecoO t7](j f/8Toix7]öiao
ßaßvlojvoö yevhca ösyMTSööaQea y.ai ajto rijö jiierotx7]OLaö ßaßv-
IcDVoö emö Tov ygiöTov yevsat ösxarsööaQeö' ^^rov de u/Oov
XQiOTov 7/ yei^eoio ovtojö 7/ir i:i7'?jOTevOeio//0 yag r?/ö fi7/TQoo
avTOv fiaQLaö reo icoö7j yaörQi e^^t xai
re^erai vioi^ xai xaXeöovöiv ro ovofia avrov efjfiavov?]X o sörtv
f/eDeQfap^evofie- \\ vov (led- 7](icov o d^eoc '^^ dieye^d-eto de o LOJötjq
ajTo rov vji7>ov ejroir/ijei' roo jigooera^ei' avrco o ayyeZoö xvqioc
xai jiaQeXaßer r)iv yvvaixa avrov '^^xai ovx eyivcoöxev avr7ji'
ecoö ov erexev roi^ vloi' avr?/ö ror jtQcororoxo7>' xai exaXeoer
ro oro^ia avrov u/aovj"
II. Tov de LTjOov yerrtjihevroC) ei' ßr/O^Xeef/ rt/O tovdaiao fr
7ifieQaia r^gcodov rov ßaöüecoö idov (layoi ajto araroXcor jraQe-
yei'ovro eiö leQOOoXvf/a Xeyoi'reO' '^jrov eörw o reyßeio ßaOiXevo
rcoi^ lovdaimv idof^er yaQ rov aOreQa avrov e)' r/j araroX7j
xai )jXdo^iev JTQoöxvrtjöai avrm' ^axovöaa \\ de f/Qojdfjö o ßaoi-
Xevö eraQay{hri xai Jtaoa y/ ieQO0oXi\ua /ler avrov ^xat uvra-
yaymv Jtavrao roro aQyiegeio xai rovo yQafifiareiO rov Xaov
ejivj^d-avero jtuq avra>r jtov o yQiaroa yevvarai: -'oi de eijror
avro? £?' ßrid^Xee^ rrjO lovdaiaö' ovrcoo yaQ yeyQajirai dia rov
JCQO(p7/rov ^xai ov ßijdXee^i yij lovda ovdafjcoo eXayiorfj ei er
roio 7jyefioon' lovdic ex öov yaQ e^eXevoerai 7]yovfieroö oörio
jToifiari rov Xaor fiov ror lOQaijX' ''rore //QCüd//0 XaO^Qa xaXeoao
i
pp. 26—29] Codex Eossanensis, Mt 2. 3
Tovö fiayovö ?/XQtßcoOsv Jtag avTcuv rov iqovoi' tod qaivonevov
aöTBQOö ^xai jtsfi^ao avrovö eiö ß?]ß-X££fi \\ SLitsv jtoQfivO-evTeo
s^sraöars axQLßwO jtsqi rov jiaidiov Ejiav öe svqtjts ajtayyti-
2.((T8 fiof ojtcDO Tcayco izXf^mv jtQoöxvi^fjöco cwtoj' ^ot di axov-
OavTSö rov ßaöcXscnö ejtoQevd^riöav xai tdov o aöTtjQ ov löov
tp T?j avaroh} jzQoriy^v avTovo eco6 i:X{)^(DV eörrj sjcaroj ov rjv
TO jiaidiov ^^(.dovTSO ds rov aörega txaQ7]6ap ya^av ^eyahjv
ötfoÖQa' ^^/iai eXdoi^reO siö rriv OL/Ciar cöov ro jratdior fisra
^aQiaö n/ö [^üjrQoö avrov xai jrsöoi'rso jtQoötxvvf/Oav avroo
xac avoL^avrsö rova d-fjöavQOvö avrcor jiQoOyjvtyyMV || avrro
dcoQa /Qvöov xac Xißavoi^ xai 8ov xaraßairov
pp. 34—37] Codex Rossaiiensis, Mt 3. 4. 5
vjösi jtEQiöreQav xai tQyontvov eit avrov ^'^xat \\ t(5ov ffcovrj ex
Tojv ovQavojv Xsyovoa' ovroö tönv o vioö fiov o ayccjrfjToo ev
CO rjvöoxTjöa'
IV. Tom o lijijova artjyßf/ tio rr^v SQ?/f.ioi' vjto tov jzvev-
ffaroo jiuQCiOd^Tjvai vjio tov dtaßolov "^xai vrjaTsvöaO ////£()«f;
TSööeQaxopta xai vvxxaö TSöasQaxovxa vöreQov tjtiraoev ^xca
JCQOÖsXd-COV aVTCO O jtSlQCC^COr eLJlSV £t VtOÖ H TOV ihOV tiTüb
um Ol Xid^oL ovTOL aQTOL ysvovTaf ^o öt ajtoxQid^siö etjtsv
ysYQajiTüi' ovx tjc aQTO) jxovco Cp]öeTCu o apß-Qcojioö all sjct
JtaVTi Q7]fiaTl £XJtOQ£VOIUV(JO Öia ÖTO/ZaTOÖ d^WV ^TOT£ JiaQa-
XaffßavsL avTOV o öiaßoXoö uö Tijv ayiav \\ jioXiv xai töT7/(jii^
avTov £jn To JiTSQvywv tov isqov ^xai leyei avTco' h vioa
iL TOV d^sov ßaXs OaavTOi' svTSvd^er xaTco' ytyQajtTca yaQ oxt
Totö ayysloLö avTOv svTsXtiTai jtSQt öov xat ejit ytiQojv ccQovotr
öe fit]JC0T£ jtQoOxo^pr/ö jtQoö Xid^ov TOV Jtoda öov '^effi?j avToj
o u/Oov(j' JcaXcv yeyQajtTüt' ovx sxjtscQüösiö xvqloi^ tov d^eov
öov ^jtaXcv JtüQakaffßavsi, avTov o öiaßoloö eiö oqoö viprjXov
Isiav xai öixvvöiv avTco jtaöaö Tao ßaOiXsiao tov xoöfiov xat
T/jv öo^av avTcov ^xac Xeyei avTco' Tavxa öoi jiavTa ömöco
eav jteöow jrQOöxvvrjötiO fioi' ^^tote Xeyu avTo^ o itjöovö'
vjtays II öaTava' ysyQajtTai yaQ' xvqlov tov {^eov öov jiqoöxv-
v?/öeLö xat avTCQ fiovoj XaTQSVöt/ö' ^^tots a(pu]öiv avTov o
dtaßoloö xai töov ayyO.oi 7iQOö7]Xd^ov xat öltjxovovv avTco'
^^axovöaö Ö£ o ujöovö otl lojavvrjö jiaQtöod-rj avsyo^Qrjösv elö
TTjV yaXiXa lav ^^xat xaTaXtJtcov Tr/wa^agaT tXd^ow xaTcoxf/ösv
ttö xajcsQvaovf^ ttjv jiaQad^aXaöötav £V oqülolö CaßovXcov xat
V£(f.d^aXeiii' ^^iva jiXijQcod^rj to Qt}i)^tv vjio r/öaiov tov jtQorpf/TOv
XeyovTOö' ^'^yrj C^aßovXcov xai yr] vacpd^aXeLii oöov ^aXaöö7]ö
jtegav tov ioqÖüvov yaXiXaia tcov ed^vcov ^^o Xaoö o xad-ri-l
fievoö £v öxoTi (fo^ö tÖ£V f/eya xat tolö xa&rjfisvoLö sv ycoQa
xai öxLa d^avaTOv cpcoö avsTScXev avTotö' ^"^ ajio tote rjQ^^aTO
o t7]öovö xTjQvööHV xat XeytiV f^tsTavosiTS 7jyytx£V yag ?] ßaöt-
Xua Tcov ovQavcov ^^ jisQtJtaTcov (h Jtaga T7jv ^aXaööav Ttjö
yaXiXaiaö löev ovo adeXcpovö öif/ojva tov Xsyofisvov jcetqov
xai avögeav tov aSeXfpov avTOv ßaXXovTaö a(.i(pißXr}öTQov stö
TTjv d^aXaööav 7/öav yaQ aXietö' ^'^xat Xsyei avTOtö' devTS ojztöco
ß Coflex Rossauensis, Mt -1. o. [pp. 38 — 41
iior x('-( JTOtfjOoj i\uao a/ueio a}'H^(^K.ojroji" '^^oi öt ^v&ecoo af/ePTeo
TCc dtzTva /]xoZov{)^?/oar ccvrco' -^ymi jrQoßaö exei- || iH^tP idtv
aXlovO ovo adeXffovo Laxcoßoj' tot tov Ctriedaiov xai uoarviiv
Tov adO.qov avrov £2' ro9 jzXolo) fitza Ctßeöaiov tov jtarQoo
avTCov xarciQTtC^ovTaö ra dtxtva avroyr xca exaXeösv avrovo'
^"^01 ÖS avd-bcoa acftvreo ro iiXotov xai tov jtaT^Qa avTOJV
fjxoXov^fjOar avTOJ' '^^xai jteQif/yev oXtfv Tf/v yalü^aiav o
u/öovo ölÖuöxojv iv Tutö ovvaymyaio ccvtojp xca x?/Qvoöojr to
svayyehor tt/O ßaotXuao xai d^tQajtsvcoj' jraöav voöov xca jrccoar
ficucixicw er toj Xaco' "^^xai ajtrjX^sv // axo?/ avTov sto oXtjV
Tf/v övQtav xai jcQoör/veyxav avTco jcavTaö tovö xaxcoo \\ eyovTCiO
jiOiXiXcuö voooio xat ßaOavoLO Ovvayofitvovo xai öaifiovLC^oi/evovö
xai öiXtjviaC^ofttvovO xat jtaQaXvTixovö xat ed^tQajti^voev avTOvö'
'^■'xcu tjXoXovd^riOav avTOJ oyXoi jtoXXol ajio ti/O yaXiXaiao xca
dtxajto?.eo)ö xai ieQOOoXi\aon' xca covdaiaa xca jtSQav tov
LOQÖaVOV '
V. Mwr di tovo oyXovo artßtj eio to oqoo xca- xad^tnjavTOö
avTov jiQOOfjXi^o}' avTOj ot fiad^f/Tca avTov '^xca ccrotsao to
öTOfia avTov tdtdaoxsv ccvtovö Xsycov '^fiaxccQioi ot jiTonyoi tco
jtvtvfiaTi OTL avTcov eöTLv 7/ ßccOiXeia tojv ovQavcor' ^/caxccQioi ot
jtevO^ovvTeo OTt avTOi jiaQaxXt- || d^rjöovTar ^fiaxccQtot ot jrQaetö
OTi avTot xX?/Qovofi)/Oovrjfta xa{h vficov ipsvöoftei'ot
svtxer ti-tov || ^^yatQSTt xat ayaXXtccod-e ozi o fttod-oo vficoi'
jroXvö hv Toto ovQCivotO' ovtoo yccQ töico^ccr tovö JVQocptjTaCt
TOVO 71 QO VflO?)'' ^'^V}ttlü tOTt TO CiXciö TTjO y7]Ö' ECU' df TO CtXciO
[(coQard^rj tv Tirt aXtodtjOtTcw sto ovöer loyvet ^ti et ///; ßXfj-
drjvat ego? xca xaTajtaTHöd^at vjro tojv avd-Qcojiojv' ^^vfjsiö eöTt
TO cfcoO TOV xoOf/ov' ov övvaTat jroXiö xgvßfjvai bjravco oqovO
xbiff{:r// ^^ov(h xcuovoir Xvyro)' xca Ttd^hcxötv avTov vjto Tor
pp. 42—45] Codex Rossaneiisis, Mt 5. 7
[fodiop alXa tjn tijv Xv/viav xat XapiJiu itaaiv rotö ev rt]
OLTCia' ^^ovTcoö lai-ixparoj zo fpojö i\uo?r i/iJtQood^ev tojv av-
d^QOJJtojv ojimö LÖmötv vficov ra xala || tQya xai öosccöcoöiv top
jtaxEQa vficQV rov sv roiö ovQavoiO' ^'^ firj vof/i6r/Ts ori ijl{^ov
xaraXvöat rov vo^ov rj rovö jtQocp?/Taö' ov% ißß^or xaralvöat
aXXa jcZfjQCQöac ^^aftrjv yaQ Isyco vfuj^ £co(j m^ jtaQO.d-ri 0
ovQavoö xat rj 7// imra ev r/ ^ua xsQata ov fir/ jiaQÜMij ajto
rov vofiov xat tcov jtQog)rj tmö av jtavra ysvr/Tai' i^oö sap
ovv XvöTj fuav rmv tvroXmv tovtcov tow tXayiOrmv xac dtda§?]
ovTOJö rovö avd-QcoTtovö elaxiOroC xhjß-jjoarai- sv rr/ ßaöiXsia
rcov ovQavmv 06 6 av jüoitjötj xat diöa^tj ovroö fisyaa xZfjd-?/-
asrai sv rrj ßaocXsca rmv ovQavo^v '^^Isyco yaQ vfiiv ort sav ftr/
jts- II QiOösvöfj rj öixaiOövvTj vfzojv jtXsiov rcov y^afiftarscov xat
(faQtüauov ov (irj siös 2.^-7] rs sto rrjv ßaöiXsiav rmv ovQavmv
^^^rjxov6ars ort sQQS^t] roto a^yaiotC)' ov q)0vsv6SL6 oö ö av cpo-
vsvörj svoyoO sörai n] xqlöw ^^syco 6s Isyco viitv ort jiao o
oQytC^o^svoö reo aösXcpco avrov slxtj svo^oö sorat r7j xgcar 00 6
av siJtTj rm aösXipco avrov Qaxa svoyoö sörat roj 6vvs6qloj' oö 6
av sijirj ficoQs svoyoö sörat stö rr/v yssvvav rov JtvQoö' '^^sav ovv
jcQOö(psQr/ö ro öcoqov öov sjtt ro ^vötaörrjQtov xaxst fivfjöß^7]ö
ort o aösXfpoö öov syst rt xara öov ^^aq)Sö sxst ro öcoqov || öox^
sftjTQoöß^sv rov d-vötaörtjQtov xat vjtays jtQcorov ötaXXayijd-t rm
aösXq)(X) öov xat rors sXd^ojv jiQoöcpsQS ro öcoqov öov '^^töd^t
svvocov roj avrtdtxco öov rayv scoö orov st sv rrj oöoj fisr
avrov firjjrors ös jtaQadco o avrtdtxoö reo xQtr?j xat o XQtrijO
öS jcaQaöm roj vjtrjQsrij xat stö cpvXaxrjv ßXrjd^rjörj- '^^a^ijv
XsycD öot ov nvj s^sXd^ijö sxst^sv scoö av ajiodcoö rov söyarov
xoÖQavrrjv '^''ijxovöars ort SQQS^rj' ov fxotysvöstö' ^^syco 6s
Xsyco vfitv ort jtaö 0 ßXsjtcov yvvatxa jtQoö ro sjttO-vfttöat
avrrjö rj6rj Sfiotysvösv avrijv sv rij xaqöta avrov '^^st 6s o
o- II cpd^aX(.ioö öov o 6s^toö öxav6aXtCst ös s^sXs avrov xat ßaXs
ajto öov övficpsQSt yaQ öot tva ajtoXrjrat sv roov fisXcov öov xat
fx?j oXov ro öcotxa öov ßXrjd^rj stö yssvvav ^^xat st rj ös^ta ystQ
öxavöaXtC^st ös sxxoxpov avrrjv xat ßaXs ajto öov öv^KpsQSt yaQ
18. 7iQ0(pri] ita in üue lineae codex tujv syllaba plane amissa.
§ Codex Kossanensis, Mt 5. [pp. 46—48
6oi iva ajco?J]Tat ^r rcov iitZcor oov y.at fitj o/mv to oojfia oov
ßlrjd^fj HO yeai^vav ^^SQQsd^?/ Ös ort oö aar ajiolvörj t?]v yv-
vaLxa avT\ov öo\to) [avrrj ajio\(jT\aC)Lov'^ ^'^£y\oj da la\yco [vfiiv
0Ti\ Jta\ö o ajto]Xv[o)v t?/i'] yv[rai.xa\ avrov jiaQexxoo koyov
jtoQvtao JtouL avT7/v ^oixc(.od^ca xaL oo aav ajioXeXvfievip^ ya/if/Of/
fior/arai' ^^jiaXtv f/xavöarai on SQ^af)^?/ roiö agyaioio' ovx
ajnoQxrjöaiö ajtoöcooaLö da reo xv^loj \\ rovo oqxovo Oov ^*ayoj
da Xayco vfiLV //// offoöai oXcoO' fir/za ar roj ovQavoj oxt d^Qovoo
aöTLV Tov {^aov ^^fif/za ar nj yf/ ort vjtojtoöioi^ aoriv rcov Jtoöojv
avrov iii]Ta acO lagoGoXv^ia ort jcoXlö aoxiv rov fiayaZov ßa-
ijikacoO' ^^fzyra av t?j xacpaXrj oov oiwör/O on ov öwaöai (xiai'
TQiyav Xavxt]v // n'aXatvav jtoi^joac ^'^aorai da o Xoyoo v^cov
vai rat ov ov to de jiaQtooov rovrcov ax rov :jiovrjQov aoriv
^^r/xovöara ort aQQaß^rj' oqjd^aXfiov am ocp^aXf/ov xai odovra
avTi odovTOö' 3^6/0? da Xayco i^fiiv f.if/ ai'Tioz?]vai reo jiovrjQoj'
aXX oOtlo 0£ Qajtt^at aio rf/v da^iav oiayova || örQaxpov avzoj xai
TTjv aXXjjV ^^xai toj i)^aXovTi ool xQtd^rjvai xat xov yixojva
Oov Xaßaiv aqjaö avrco xat ro ifiarior dov^^xat oötlo 6a ayya-
Qsvör/ iiiXiov av vjtaya fiar avrov dvo' ^'^rco atrovvri oa didov
xai rov ■S-aXovra ajio oov darLOaöd^ai firj ajtoözQaipew ^^?]xov-
öara ort aQQa^r/' ayajc?/67/6 rov jiX?/öiov öov xai f/iör/Of/o rov
ayß^QOV öov '^^ayco da Xaym v^iv ayajtara rovo ayß^Qovö viioyv
avXoyaira rovö xaraQwf/avoco vfiaö xaXoJO jioiacra roio fiiooiötv
i\uaa xat jtQoöavyaOi^a vjtaQ rcov ajt/jQeaCovrvjv v^uaö xat dtco-
xovrcov v/iaö' ^^ojrxoö av y£v?jOd^£ vtot rov jtargoö h\ucov rov
av ovQavotö' ort rov rjXtov avrov || avaraXXat ejti Jtovt/Qovo xat
ayad^ovG xat ßgayat ajtt dtxatovo xat adtxovö' ^^sav yaQ aya-
jif]ö?]ra rovo ayajtcovraö vfiaö rtva i^itöd-ov ay^ara' ovyt xat ot
raXcovat ro avro jrotovöiv ^'^xat aav aOJtaö?j0^8 rovO (ptXovö
vfiojv (iovoi^ rt jiaQtöOov jiotatra ' ovyt xat ot raXcovat ro avro
jrotovötv '^^aoao{}^a ov?' vfiato raXtot coo o jrccnjQ 17/09;' 0 ovga-
rtoo raXatoC) aortv
31. niTov öoroj — cijio/.. rriv yvvaixa.] omiiia haec propter homoeote-
leutüii omissa et in margine adiecia^eranti sed litterae uncinis iuclusae a
bibliopego abscisae sunt. ^'^^v. OF il1£0/4£*^
pp. 49 — 52] Codex Rossanensis, 31t 6. 9
VI. IlQoOsytTi: di r/yr 8?.8?//ioovvrjv vfiojj' /i?/ Jiottip e^u-
jTQoöi^tv rcov avd^Qcojtcov jtQoö To {hbad'7]vai avToco' ei de fir/ye
laöd^ov ovx sxers jtaQa reo jtazQt v[io3v reo tv tolö ovga-
voiO' '^orav ovv jtoieiö £- || ?.ujfio6vv7]v fi?] ^6 ojtcoö av (pavcoöLV tolö ap{}^QcojtOLö' \\ a{i7]p leyoj vfup
OTL ajlbXOVÖLP TOP ^Uöd^OP aVTOJP' ^öv ÖS OTav jtqoösvx^j tLÖtld^t
8LÖ TO Taf(£LOP XaL xXsLÖaÖ T)]P O^VQÜP öov JtQOÖ£V§£ TO) JTCiTQL
ÖOV TCO tP TCO XQVJtTCO XÜL O Jr«T//(> ÖOV O ßlsjtCOP tP TO)
XQVJtTCO ajiodcoö?/ ÖOL 8P TCO CpaP8QCO' '^ JüQOÖtVXO^USPOL ds fl7J
ßaTTOloy7jÖfjT8 0)ÖJt8Q OL 8d^PLX0L' ÖOXOVÖIP yaQ OTL 8P T7] JtoXv-
XoyLa ctvTcop 8Löaxovö^?/öovTaL' ^ fit] ovp ofiOLcoO^r/TS avTOLö'
olösv yaQ o jiaTTjQ vfiojv cdp xQ^i^^^ ^/^^^ jr()ß> tov vfiaö airrjöat
aVTOP' ^OVTOJÖ ovv JlQOÖ8VX8öd^8 V[i8LÖ' JüCCTSQ 9]flC0P O 8V TOLÖ
ovQCiVOLö ayLaö{^7}Tco to ovofLa \\ öov ^^sX^utco rj ßaöLlsia öov
y8Pf/^?]TCo TO d-sXf/fia öov ojö sv ovqüpco xm 8jil yrjö' ^^tov
aQTOP r/flCQP TOP 8JIL0VÖL0V ÖOÖ )/fiLP ÖTjfiSQOP' ^^XÜL ÜCpSÖ i//U)'
Ta 0Cfj8Lh]fiaTa r/f/COV OÖ XCU ?]fl8LÖ ClCpLOflSP tolö O^lXsTÜLÖ 7]flCOP'
^^xaL ffij SLöspsyxf/ö t/fiaö slö JisLQaöfioi' aXXa qvöcu f/iiccö ajio
TOV JCOVTjQOV OTL ÖOV 8ÖTLP 7] ßaÖLlSLa XaL 7] ÖwaflLÖ XaL 7j
öoscc 810 Tovö aLcovaö af/,7/p' ^^sav yaQ acp?/T8 tolö apd^QOiJiOLö
Ta JtaQa JZT CO (laTCi cwtcov acptjöSL xaL vfiLv o JtaT7jQ vficov o
ovQavLOö' ^^sav Ö8 fir] ai £ijr?jö aXXa vjzayt öeavTOV öei^or toi itQH xai
jTQOöeveyxt to öcoqov öov o jTQOöSTa^sv {.lojvörjö eiö fiaQTVQior
avTOiö' ^tiöeX^ovTi de avTOj eiöxajreQ- \\ raovn jrQOöijXd^tv avTco
sxaTOVTaQyoö jtaQaxaXvjv avTOV ^xai Xtymv xvQit o Jtaiö (xov
ßeßXf/Tai 8v TT/ oixia jragaXvTixoö öbivcoö ßaöariCof^fsvoö' 'xai
Xayiri avTO) o ir/oovö' tyco tXdcov d^a^yajitvöo:) avTov ^xai ajto-
xQii^tiö o txaTOVTa^ryoö t(pr/' xvQie ovx ai/ii ixaroo iva fwv
vjto T7fV öTtytjv eiötXß^f/ö' aXXa ^tovov ttjrt Xoyo) xai lad^ijöt-
22. öaifiovia f-^f-ßcJ.offtv xci tcj ato oro/^.r/] ünniia liaec in ipso textu
omissa et in margine suppleta.
24. Toviovo in margine additum.
pp. 64 — 67] Codex Eossaneiisis, Mt 8. j^3
raL o jraiö fiov ^y.ai yaQ syo) av{hQcojTOö eifiivjro s^ovöiav t^ojv
vüt sfxavroi' örgaricoraö xai Xeyoj tovtw jioqsvov xat jtoQsv-
erat xai aXXo') sq/ov y.m egx^tai xai reo dovZco (iov jroif]6or
TOVTO xai jtoui' ^^axovöaö öexavTa o ltjöovö 8{)^avfia-^ asv xai
tijisr TOtO axoZov^ovOa^ avrco' afi7]i' Xsyco vjiiv ovöe ev reo
lögar/X TO(javT?]v jriöriv rjVQOV ^^Ir/co öe vfjip ort jtoaäol ajro
avarolcov xai övöficov tj^ovOiv xai avaxleid^rjöovraL fisra aßgaaiif
xaL Löaax xai taxo)ß sv T?y ßaöiZsca rcov ovgavojv ^'^m ös vlol
TTjö ßa(jiX8La6~ßxß)j]d^7]6omai siö ro oxoroO ro s^ojtsqoj'' sx^i
sorac o xlav{^fioo xai o ßQvyfioo rcov oöovxmv ^^xac eijrev o
iTjöovö TCO Fxaroi'TaQyj]' vjtays xai coo sjtiörsvöaö y67'r/^7]Tco
60L' xai la^Tj o jtaiö avrov ajto t7]6 cogao exsLpr/O' xai vjto-
6TQ£ipao o exaroi'Tapyoö sio toj^ oi- \\ xoi' avrov £?> avrtj ttj ojQa
7]VQ8V avrov vyiaivovra' ^^xai eX^^oyv o irjOovo eio r7]v oixiav
jierQov löev rr/i^ jtsvd^eQar avrov ߣßX7]fi£v?jv xai jtvQEöOovoav'
^^xai 7/iparo r7]0 xsiQOO avrfjö xai ag)7jx&r avrr/i' o jrvQeroo
xai r/y8()d'7/ xai 6i7]xoi'si avrco' ^^orpsiao ds y8VOffer7]0 jiqoO-
7p^8yxav avrco 6aifioiHC,o{/8i'ovo jioXXovö xai 8§£ßaX8i^ ra Jt7^8v-
fiara Xoyco xai jiavraö rovo xaxojö 8yovrao 8Ü^8Qajt8v08r'
^''ojccoö jrX7]Qoy{)-7j ro Q7/^81' öia TjOaiov rov jiQocf)7]rov X8yovro6'
avroo raö aöfh8viao 7j(wjv 8Xaß8v xai raö vooovo 8ßa6rarj8V'
^^löoyr 08 0 i7]6ova jioXXovo oxXovO jt8Qi avrov 8- || x8X8vö8v
cxji8X{^8iv 816 ro Ji8Qav' ^^xai jiQoö8Xd^cov 8iö yQafiffar8vö 8ijr8v
avroy di6aoxaX8 axoXovfhr/Oco öoi ojtov 8av aji8Qy7]' '^^xai X8y8i
avroj o irjöovö' ai aXojjz7jX86 cfcoXaiovO 8)[ov6i7' xai ra jr8r8i7ri
rov ovQavov xaraOxrjvoj68i6 o 08 vioö rov ard^Qcojcov ovx 8y8i
jiov r7]v x8(faX7iv xXtv7/' '^^8r8QOö 08 roor ffai)^?jrcov avrov
81J18V avrco' xvqi8 8JtirQ8'(por iioi ütQo^rov ajt8Xd^8iv xai ^ayxci
ro7> Jtar8Qa fiov ^^o Ö8 itjOovo 81jt8V avrco' axoXov^8i f/oi xai
acp86 rovO V8XQOV6 ^axpai rovö 8avrcov v8xqovö' ^^xai 8fißai-
vovroö avrov 8iO ro jtXoioi^ TjxoXovO-rjCai^ \\ avrco oi f/aü^7/rai
avrov '^^xai löov oiOf^oo fi8yaö 8y8V8ro 87' rr/ {^aXa6ö7/ coOr8
ro jtXoiov xaXvjir8öd^ai vjro rcov xvfiarcoiy avroö Ö8 8xad^8v687''
^'^xai jtQoC)8Xd-ovr8ö Ol [lad^rjrai avrov 7]y8iQav cxvrov X8yovr86'
XVQ18 öoiöov 7iiiaö ajroXXvfi&d^a' '^^xai X8y8i avroiO' ri öeiXoi
£0x8 oXiyojtiöroi ' ror8 £y8Qd^8iö 8jr£rifi7/68i^ roiö ar8f^oiö xcu rr/
14 Codex Kossanensis, Mt 8. 9. [pp. 68—71
0-a?M9^fof rjXi^so
C0Ö8 JtQO xcuQOV ßaGaviOüL 7/fiaö' ^^7jr de naxQav ajr avTOV
ayehj yoLQfov jroXlcov ßoöxof/tvr/' ^^ot dt öai/jovso jtaQsxaAovv
avTov Xr/oi^reO' u sxßaXXsiö 7]^uao sjtLTQa^fmv ?i(uv stöeXd^tir
810 T7JV ay8hp' TOJl' yOlQOJV ^'^Xai 8tjT8V aVTOLö VJtay8T8' Ol Ö8
8^8yL{h07'T86 ajt7]W07^ 8LÖ T7 jV ay 8 h]7^ TCOV yOiQOW Xai LÖOV (DQ-
fi7/ö8r Jta- II oa 7] ayehj xaxa rov XQ7]fiPov 8iO rrjv ^cuaoöai^ xai
ajieO^avoiy 87> tolö vöaOLV ^^ol 08 ßoöxovreo 8(pvyov xai aji8l{)^ov-
reö 810 T7;z^ noXiv ajirf/yeilav jiavraxai ra rcov daif/onCo/urcoj''
^^xai löov jiaOa 7j jtoXiO 8^7jXd^8i' eiö övvavTrjöiv reo UjOov xai
iöo7'T86 avTO)^ jcaQ8xaX8öav ojtojö fieraßt] ajio tow oqicov avToyv
IX. Kai 8fißao eio to jiXotov öi8jt8Qaö87' xai ijXd^ev 8iö r^/i'
löiar JioXiv '^xai löov jtQoö8(f8Qov avrco jtaQaXvTixoi^ 8jn xXei-
Vi]ö ß8ßh/f/8i'or' xai löow o irjöovo r7]v Jtiörir «fror 8iJt8v reo
jiaQaXvrixco' ^aQö8i r8X7^07> a(f807'Tai ooi ai af/cc^)- \\ rtai öov
'^xai löov ri7'80 row ygan^aremv 8iJi07> 6r 8avroiö' ovroö ßXao-
(p7]f/8i' ^löcov Ö8 o Ujöovö xaö 8rf)^v^u7]ö8iO avTC07' 8ijr8P avroiü'
ivari vf/eiö 8v{^vft8io0-8 Jio7^fj()a fr raiö xagöiaio v^icov -'riyaQ
8öriv 8vxojtojT8QOJ' 81J181V a^80Prai 001 Cd afiaQricu ?/ 8ijcsir
8yei()8 xai jt8QiJtar8i' ^wa Ö8 8iÖ7jr8 ort 8i,ovöia}' eyji o vioö
rov ard^QOjJiov 8Jii r7/0 yi/O acpui^ai af/agriaö rore Xtyti reo
jiaQaXvrixm' 8y8()d8io aQov oov r/ji' xZeii'?])' xai vjraye 8io rov
oixop öov ''xai 8y8Qd^8iö aji7jX{^8v 8iö rov oixor avrov
^iöovr8ö Ö8 Ol oyXoi td^av^aöai' xai || 8Öo^aöar rov i^807'
rov öovra 8^ovöiav roiavr7jv roiö ca^fh^wjjtoio' ^xai jraQaycov
O U/ÖOVÖ 8X8l^8V IÖ8V aV^QCQJtOV Xafhijfi8V0V 8JTI TO T8XcO-
7'ior fiarfhaiov khyofievov xai Xeyei avrco' axoXovd-8L iior
xai aimöraö i/xoXoc})^//ö8r avroj' ^^xai 8y87^8ro avrov avax8ifi8-
7'ov 8v rfj oixia xai löov jtoXXoi reXoJvai xai afiagrcokoi 8ä-
bovr8ö övvav8X8ivro tvj u/öoc xai zoto (.la^iiTaio avrov ^^xai
»
pp. 72 — 75] Codex Rossanensis. Mt 9. X5
idovTsö Ol g)a()Löaioi ttjtov xoio iiad-)]TatO av)Tov' diari fiera
Tojv TüXoyvcov xai afiagroilow soi^^iei o didaOxaXoö vfiojir ^^o
öf: i7]öova axovoao stjcev \\ avToiO' ov y^uav sxovöiv ot lö^vot-
T80 larQov all oi xaxcoö eyovTSö' ^^jro()£vß^8VTf:6 6s [la^srs ri
eOrir sXsov delco xai ovöcav ov ycxQ 7]Xd^ov xaXeöüL dixaiovo
aXXa cqmQTcoXovö' ^^Tore jiQoöeQxovrat avrco ot fiad-rjrai imar-
vov Ztyovrsö' öiari fjfieiö xat oi cpaQiöaioi vr/0T8vofi&r jtoXXa
ot de fmd^7/Tai öov ov vrjöxevovOiV ^'^xat eijisv avroiö o irjOovO'
fiTj övvavraL ot vtot rov iwfKpcai'oo JtsvfhsLv t(p oöov fjsr avrow
86t tv o vvficptoö' tlsvöorrat 6 8 rjf^8Qat orai' ajtaQdr/ ajt avrmv
O 1'Vft(pt0Ö xat TOT 8 Vi]C)T8VöOV(JiJ>' ^^ OVÖ8tO Ö8 8JrtßaV.8t 8Jtt-
ßXr]fta Qaxovö a- || yva(pov 8jit ifiaTto:> jtaXatco ' 8Q8t yaQ ro JtX?/-
Qcofia avTov ajro rov tfiartov xat ystQov Oytöfia yivsTat' ^'^ovöe
ßaXXovotv otvov V80V 8tö aöxovo jtaXatovö' 8t ös firjys Qijyvvv-
rat ot aöxot xat o otvoö sxysizat xat ot aöxot ajroXovvrai' ak-
ka ßaXXovötj^ otvov V80V 8to aöxovö xati^ovO xat a(i(por8QOt övv-
rrjQovvrat' ^^ravra avrov Xalovvxoö avroto töov agymv 8t68X-
d^cov JtQOösxvvst avTCQ Xsywv ort ?] dvyaxr/Q /nov aQrt srsXsv-
TTjOsv aXXa sXß^ojv sjrt&sö tjjj^ X^tga 8Jt avtrjv xat C,7]08Tat'
^^xat 8y8(jfh8tO o trjöovo rixoXov^rjdsv avvoj xat ot iiad^rjrat
avrov '^^xat tdov \\ yvv7j atfioQQOovoa dojösxa 8t?j jiQoösXihovöa
ojitodsv ?/il^aTo rov xgaöJtsöov rov tftartov avrov ^^sXsysv
yaQ 8v 8avr?/ ' 8av fiovov axpof/at rov tfiartov avrov öco{)^7jOOf/at '
'^'^o Ö8 t7j6ov6 orQa(p8iö xat t6co7> avr7jv stjrsi'' ^aQ08t {)^v/ar8Q
7] jttOrtö (jov 68öorx87> 08' xat 80fi){)^7] 7/ yvvtj ajio r?]0 mgaö
8X8tV7/ö' ^^xat sX^ojv o trjöovö 8tö r7/v otxtav rov aQyovroo xat
tdow rovO avX7ira6 xat rov oyXov ^oQvßovffsi^ov sXsysjy ^^ava-
yoDQ8tr8 ov yaQ ajts^avsi^ ro xoQaötov aXXa xadsvdst' xat xare-
ysXojv avrov ^^or8 08 ss^ßhjß^tj o oyXoö 8t68X^mv 8XQar7]08v
rijö ystQoö avrrjO xat 7jy8Q{h7^ ro xoQaotov || '^^xat 8^7jXd8v 7/
(pr/^u7/ avr?/ 8ta oXr/v r?]v yrjv 8X8tvrjv' ^'^ xat jcaQayoi^rt 8X8t{)8v
TOJ t7]öov tjxoXov{)^7]Oav avrco ovo rv(pXot xQaC^ovrsö xat Xsryov-
r8(j' 8X87iC)-
Tceroj' '^^01 Ö£ e^eld^ovTSö ÖLS(pcfir]Oai' avxov tv oXrj rrj yi] ^xsiviy
'^'^av- II T(Di^ 08 £^8()yof^£vcov idov jtQoörjvsyxav avrm av^QOjjror
xm^pop öaifioiH^o^usrojr ^'^xat exßhp^erToö tov öatf/ojHov 6/«-
XrjOsv o xcog^oo' xai sdavuaöav ot o/Xoi X^yovx^ö' ovötjtors
t(fav7j ovTCQO er toj igqcüjX' ^'^oi ös (paQiOaioi hXhyov hv reo
ciQyovTi Tcor öaipiovicov sxßaV.^i xa datfiovia' ^^xai jtsQtr/ytv o
17JÖ0VÖ raö Jtolsio jiaöao xai rao xojftao didaoxojv er raio
ovvaymyatö avrmv xai x7iqvö6(dv ro svayyshov ttjö ßaoiZsiao
XML d^£Qajt£vco7' jcttöav 7'ooov xüL jiaOa7' fialaxiav ^^l6ow df
Toi^ö oylovö o 17/OOV6 £6jtlayyvi6^7] jcsql avTcov ort rjdai^ toxvX- \\
ffSl'Ol xai £QLHH£7>0L COO JtQOßCiXa fl7] r/07'Ta JTOLfJSl'a' ^^ TOT£
Xeyti tokj fm^^^r/raiö avrov o ff 87' d^8QLö(^ioG JioXvo ot Ö8 8Qya-
TCU oXcyOl' '^^Ö87jd-7/T8 OIW TOV XVQLOV TOL' f^8Ql d^8Qiöf/07' avrov'
X. Kai jtQoöxal80afi87>o6 tovo 6oj68xa (ja{}^7jTao avrov 86cox8}'
avTOLO 8^ov6iav jrv8Viiarow axad^aQroyi' coör8 8xßaXZ8W avra
xai d8()ajr8V8iv jtaoa7' 7'0007' xai jzaöav fiaAaxia7'' ^rco7' (k
(ScoÖ8xa ajto6roÄ(D7' ra oi'Ofiara 86rir ravra' jTQoroo oi^ow o
l8yoi.i8vo6 ji8r(>oö xai a7'ÖQ8aö o aÖ8l(po(j avrov laxcoßoo o rov
^8ß8Öaiov xai icoa7'7'7/o o a- || d8?.(poo avrov '^q^UiJijroo xai ßaQ-
doXofiaioö d^conao xai (/ar^800 o r8lco7'}](j laxojßoö o rov a).-
c/aiov xai l8ßß8oovo
8y8i()8r8 X8jtQovC) xaf^a(uC8r8 öai^oi^ia 8xßaXX8r8' 6fO{taia7' 8Xa-
ß8r8 ÖcoQaiai' (Sot8' ^f/// xr7/67jöi^8 yQVöov f/fjÖ8 a()yv()07' fi7jd8
yaXx.07^ 8ia rao CojjuiO r/zcö?'" ^^fnj jTt]()a7' 8io o6o7' (irjös ovo
yir(07'acj /i?jr8 vjrochjfiara fff]r8 Qaßdovo' a^ioO yaQ o SQyartjo
r/jO rQOfp?jG avrov 80riv' ^'^8iö ?/'' ^ (^i' jtoXiv t] X(x)fi7j7' 8iö8?.d^7jr8
t^traoarai rio 8V avr7j a^ioo 80ri7' xax8i iiwart eojo av t^8X&7/r8
pp. 80—83] Codex Eossanensis, Mt 10. -17
eocec^ev ^^ ei(j6()yoft£vot de siö rr/v otxiav aöjtaöaöü^e avrr/V
^^xac sav ftsv 7] 7] oLxia a^ia eXihaxco i] EiQ7py7j vfimv ejt avTrpy
eav öfi (17] Tj a^La || 7j £lq7]V7] v^imv JtQoO vfiaö sjtiöTQacpezco'
^^xac 060 L av fiTj ös^^ovrat vfiaö fii/öe axovocoöiv rovö loyovö
vfimv fgf()/0|M£2'0i TTjö oixiaö 7] rrfi jioXeujö exuv7](j exriva^are
ror xovLOQTOJ> rcov jtoöcor^ vfton^' ^^afi7]v Isjo) vfiLV avsxroTS-
Qov eöxai yy] öodofw^v xai jo^ioQQaö ev 7]fi8Qa xqlöbcoO /y r?/
jiolei SXSIV7]' ^^ löov sym ajtoörü^lco vfiaö coO jtQoßara sfif/eöco
Xvxcoi^' yLV8ö{^B ovv (fQOVLiiOL 0)6 OL 0(p8i6 xac axegaiot oj6 at
JZeQL6T£Qai' ^'^ JTQOOSX^TS ÖS ÜJtO TOiV avO^QG)JtCOV' JtaQaÖOJÖOJÖlV
yaQ vfiaO 8t6 OvveÖQia xai sv \\ rata övvaymyacö avrmv fiaöri-
ymöovOLv vfiaO ^^xai sjti 7jysfiova(j Ö8 xac ßaöilsiö ayd^rjöeöd^e
8V8X8V SflOV £IÖ liaQTVQLOV aVTOlÖ Xai TOLÖ £{)^V86iV' ^'^ OtaV Ö8
jiaQaöo^öovöLV vf/aö [it] ff8Qifij^7]ö7jr8 xojO t] xi laXrjöi]T8' öod^rj-
Osrai yaQ v(uv 8v 8X8lv7] tt] mga rc Xal7](j7jr£' "^^ ov yaQ Vfi8i0
80X8 OL laXovvx8ö aXXa xo jtv8V[ia xov jtaxQoö vfiow xo Xalovv
81^ vf/LV '^^JtaQaSm(j8L 08 aÖBlcpoö aÖ8X(pov 8l0 d^avaxov xaL
jtaxTjQ X8XV01' xaL 87tava x?] jioXbl xavxTj ^8vy8X£ 8lö X7]i^
aXXrjV a(i}jV yaQ X8yoD vficv ov (itj x8X8ör]X8 xaö jtol8Lö xov
L(jQa7]X 8o?ö av 8l&7j o VLOö xov av{)^QO)jrov' '^^ovx 80XLV fiaxhrjxrjö
VJI8Q xov ÖLÖaöxaXov ovöe dovXoö vjr8Q xov xvqlov avxov '^^aQ-
X8X0V xw nad^7]X7] Lva y8V7jxaL coö o öidaöxaXoö avxov xaL o
ÖOVXOÖ COö O XVQIOÖ avxov 8L xov OLXOÖEÖJtOXTjV ß88XC,£ßovX
8Jt8xal8öavxo Jioöco fiaXXov xovö oLXLaxovO avxov '^^ f/7j ovv
(poß7j{}^7jx8 avxovKj' 0VÖ8V yaQ 86xlv x8xalvn(i8Vov o ovx ajto-
xaXv(pd^7]ö8xaL xaL || xqvjcxov o ov yvG)ö^7jö8xaL ' ^^o Xsyw v(uv
8V XTj öxox8La 8LJiax8 8v xco (fmxL xaL o 8L(j xo ovo aXOV8X8
X7]Qv^ax8 8JIL xmi^ öcofiaxojv '^^xai fiTj (poßrj&r/X8 ajto xcov ajro-
XX8V7>OinC()V xo ÖO)(ia X7j7> Ö8 ^V/7]V flij 6vim(l8VCOV ajtOXX8LVaL '
(f)Oß7]d^7iX8 08 fiaXXov xov dvvafi8vov xaL ^^i;;^/^?' xaL öcofia ajto-
XsöaL 8V y88VV7i' ^^^ovyL Svo öxQovd^La aööaQiov jta)X8LxaL' xaL
19. vfiiv sub linea additum.
Texte und Untersuchungen I, 4.
18 Codex Rossanensis, Mt 10. 11. [pp. 84—87
£V s§ avTow ov jceösirai sjtL ttjv yr/v avev rov jtazQoö vficov
^^vfiojv dt xai ai r^iyao xrjö xtg^ah/O jraöat 7jQi\}^fi)ifavat eiöiv
^^fi?j ovr cpoßsLö^t' jioXXmv otqovx^wjj' Öiacpegezi: vfieLO' ^^jtaö
ovv oöTio oiioXojrjötL ev £[101 efijcQoO- \\ d^sv row avi^Qojjtojv
OftoXoyr/öoj xayoj ev avTco tfiJiQood^tv rov jtarQOö (iov rov ev
TOiö ovQavoiO' ^'^oöTLö ö av aQVLörjTca fie sfiJtQOöi^tP xow av-
{^QOJjccov aQVfjöofiai xayoj avzor £^ujcQoöx)^ev zov jiazQOö fiov rov
87^ ovQavoLö' ^'^fi?/ voffLürjTS ort tiXd^ov ßaXsiv eiQ?jvf/v tjn tijv
y7]V' ovx rjXd^ov ßaleiv eiQ?jm/v cüJm fiayatQav ^'""r/Zx^o)' yctQ
öiyaöai avd^Qcojtov xaxa rov jcaTQoo avrov xca {^vyartQa xaza
T7jö firjTQOö avrr/ö xat iwficp?/v xaxa xriO jitvd^tQaö avTtjO' ^^xai
tyß^QOt rov avd^QCQjcov ot oixiaxoi avrov ^^o (fjiXcov jiartQa 7]
HfirtQa vjttQ sfft ovx töriv ^ov a^ioö' xai o (fiXcor viov 7] {^v-
yarega vjtsq tfit ovx aorn' \\ {iov a^ioo' ^^xai 00 ov Xafißavet
rov öravQov avrov xat axoXovd^si ojtiöm fiov ovx eoriv (iov
a^ioö' ^'^o tvQcur rtjv y^vyjjv avrov ajioXtosL avr7p' xai o ajio-
Xeöaö r7p' TpvyjjV avrov svsxsv sftov iVQ7jö8t avrfjV ^^ o ösyofit-
voo vfiaö sfie dsytrai xai o Sfit ösyo^/tvoo deytrai rov ajto-
öreiXavra fit' ^^o dtyo(.itvoö jiQOfprirrßy tio ovofia jtQO(p7jrov
ftiö^or JTQOcffjrov X7i^\ptrai xai o ötyofitvoo ötxaiov tio ovofia
öixaiov ^lOd^ov öixaiov X7j^\ptrai' ^^^xai 00 tav jtoriö7j tva rojv
^fiixQCOv rovrojv Jtor7jQiov ipvygovv fwvov titi ovo^a || f/aO^^jrov
afi7/v Xtyco v^iiv ov fi7/ ajtoX8ö7j rov ^lO^ov avrov
XI. Kai tytj'tro ort trtXtotv o i/jOovö diaraoöcov roio
öcoötxa fiai^f/raio avrov (isrtßrj txtii^tv rov Öiöaoxtiv xai xtj-
QVöOtiv tv raiö JioXtöiv avroji^' -o dt icüavv7jö axovöao tv reo
d£öf/ojr7]()ioj ra tQya rov yQiorov jttfiipao 6ia rcov fiai^ijrcov
avrov ^£ijt£7' avrco' ov ti o tfryof/troo // trtQor jtQooöoxcofitj^'
^xai ajcoxQix^tiö o itjoovo tijitv avroiO' jroQtv^tvrtö ajrayytiXart
iojavv7] a axovtrs xai ßXtjitrt' ^rv(pXoi (O'aßXtjtovOiv xai ycoXoi
jttQLjzarovöiv XtjrQoi xad^a{)iCo7'rai xai xuMfoi axov \\ ovöiv rt-
xQoi tytiQOvrai xai Jtrcoyoi tvayytXiCoi^rai' ^xai fiaxaQioO torir
00 tav fi7j OxavöaXiöd ij tv tfwi' ' rovrcuv 6t jioQtvoi^ttvcov //(>-
41. TiQOifTiTrjv tia orofza] his bis scriptis ficc -t^o priore lüco erasiim
et ifyTtjv eiG ovo asteriscis snperpositis improbatum,
XI, 5. xai^a(Ji'C,ovTai] /ad^afji^aJviKi codex.
i
pp. 88—91] Codex ßossanensis, Mt 11. 19
^ato o irjOovO l^yuv toiö oyloiO jceQi imavvov rt £^?]X{)^aT8 slö
T/jV £Q?/fwv O^saöaöO^aL' xaZafiov vjio artfwv öaXevofiSvop' ^aXla
TL £$,7/Zd^aT£ lösLV av^Qcojiov £P fialaxoto ifiariotO rj(icpi86^u£Pov'
löon Ol ra fiaXaxa (poQOvvxEö £V roiö oixoio rcov ßaoikicov siOiv
^^ alXa n s^t/Xf^are iö^iV jtQ0(prjT7]v' vat Xeyoj vfuv xül jteQcö-
öoreQov JtQO(p?jTov' ^^ovtoO yaQ ^Cjtlv JttQt ot' ysyQajTTai' idoi^
sycQ ajtoöTslXoj top ayyslov (lov jtQo jcqoOoj- \\ jtov öov oö xa-
Tfxöxsvao?] T7]j^ oöov ÖOV eftjzQOöd-sv öov ^^afi7]v XsyoD VfUV ovx
8y?jy£QTai tv ysvvr/roiö yvvaixcov {IblC^ojv uoavvov rov ßaüirtö-
TOV O Ö£ f^nX(J0T8Q0Ö 8V 17] ßaöiX8ia TOJV OVQaVCOV ff8lC,C0P aVTOV
8ÖTLV' ^^ajro Ö8 Tcov rifi8Qcor uoavvov rov ßajiTiöTov 803ö aQn
7] ßaötX8ta TCQV ovQavcQv ßia^8Tai xat ßiaörat aQjta^ovöu^ avT7jV'
^'^jcavT8ö yaQ oi jcQocfif/rac xat o vofioö 8coö wjavvov jr()08cp7/-
T8VöaV' ^^Xai 8L i^8k8T8 Ö8^aöihai aVTOÖ 8ÖTLV 7j2.iaö O fl8XZ(JLtV
8QX^^^^^' ^^ ^ 810JV OJXa aX0V8LV aX0V8TC0' ^^TiVi 08 OflOlCOÖCQ
T7/V y8V8av ravTtjV' ofioia 8ötlv Jiai- || öloiö xa{^//ii8voiö 8v ayo-
Qaiö xat jiQoö(pojvovöLv roiö 8T8qolö avrofv ^'^xat X8yovöiv-
rjvX7iöafi8v vfiiv xai ovx fOQp/öaöd^s' 8\)QtjVtiöaii8v vf/iv xai ovx
8xoipaö()'t' ^^7ili^8v yaQ uomwTjö firjT8 8öd^L(X)v [irjT8 jtivcov xai
l8yovöiv' daifioviov 8X8i' ^'-^ 7jkS'8v o vioö rov avd^Qcojiov 8öd^icov
xai Jtivcov xai X8yovöiv' löov avi^Qcojtoö cpayoö xai oivojtot/jö
T82.COVCOV qiXoö xai afiaQxcoZcov' xai 8Öixaico9^7j /j öocpia ajio
TCOV T8XVC0V aVTfjÖ' ^^ T0T8 tjQ^aTO O 17/ÖOVö OVlÖ8lC^8lV Xaö
jtol8iö 8v aiö 8y8vovTo ai. jtX8iöTai övva[i8iö avxov oxi ov ,wer-
8V07jöav' ^^ovai öoi yoQa^8iv ovai öoi \\ ß/jO-öaiÖa' oxi 8i 8v
xvQco xai öidojvi 8y8vovxo ai dvvafi8iö ai y8vofi8vai 8v vfiiv
jialai av 8V öaxxio xai öjcoöto fJ8X87^07jöav' '^'^jth/v l8yoj v^iiv
XVQOJ xai öiÖcOVl aV8XX0X8Q0V 8öXai 8V 7/fl8Qa XQIÖ8C0Ö tj V^UIV'
'^'^xai öv xajt8Qvaovfi fj 80Jö xov ovQavov v^cod^8iöa 8coö adov
xaxaßißaöi^?jö7j' oxi 8i 8v öodofioiö 8y8vovxo ai dvvafaiö ai ys-
J'0fl8Pai 8V ÖOI 8fl8V07' aV f/8XQl X7]Ö Ö7jli8QOV' ^^jrh/v X8ycü VfllP
0X1 yt] ÖodofiOJ}' aV8XXOX8QOV 8ÖXai 8V 7jLl8Qa XQIÖ80JÖ 7] ÖOI.
'^^8v 8X8iiH'j xoj xaiQco ajtoxQid^8iö o iijöovö 8iJt8v' 8§,o{ioXoyov-
f/ai ÖOI Jtax8Q XVQ18 xov ovQavov II xai xtjö y/jö oxi aji8XQV\paö
24, oTi in maro'iiie additum.
20 Codex Rossanensis, Mt 11. 12. [pp. 92—94
ravra ajto 6oq)Ow ytai Owercov xai ajtexaXinf)a(j avra vrjjttoiö'
^^vai o jtaT?]Q ort ovrojö eyevero tvÖoxta tnjiQood^^v öov
^'^jtavra fioc JtaQsdox)^?/ vjto tov jiaxQOö (wv xat ovÖnö £jnyi-
vcQöxei Toi^ VLOV 8L fif] o TtaTf/Q ovöt Tor jcarega riö sjtr/ivmö-
x£i £L (iTj o VLoö xai (X) tüv ßovXsTai 0 vioö ajtoyMXvipai' '^^ösvrs
JTQOO (le jtavTtO OL xojticoi'Ttö ymi jit(poQTi6{i£7mt yMyco avajtavoco
v^uao' ^^aQara tov yvyov fiov e(p vtiao y.ai iiad^ixt an tiiov ozi
jiQaoö £i(iL xm rajiLVOö rii xaQÖia vml svqtjOsts avajtavöiv raio
ipvxdiO vficov ^^o jaQ ^vyoö f/ov XQf/0- \\ toö vml to cfOQTiov
f/ov slacpQov eOTiV
XII. Ev 8XSIV0) rm xacQco sjtoQtvd^r/ o i?/öov6 roiC oaßßaötv
öia Tcov öjtoQLficov Ol 6s f/a{h?]Tai avzov tJiLraöap xat nQ^arro
tlXXuv öxayvaö xai söd^iuv '^ot ös (pagiöatoi löovzeo eijcov
aVTCQ' lÖOV OL fia{)^?]TaL öov JZOLOVÖLV 0 OVX S^SÖTLV JtOLSLP £2'
Oaßßarfo' ^o ds tLJcev avroLö' ovx avsyvojrt tl 8jroL?jö£v öad
OTS sjiLvaöer avroo xm ol fier avzov ^jiojo siö7jZ^er £iö zov
OLXov zov {^f:OV xaL Tovö aQzovö Z7jö jtQO^eöecoö s(pay£v ovo
ovx fgo2' ijv avzco (paysLv ovös zolö fisz avzov sl ,w// zolö LeQsv-
öLV [iovoLö' '-' 7j ovx artyvojzü || £v zo? 7'Of/o:> ozl zolö öaßßaöL7^
OL LSQtLÖ i:V TCO LtQCÜ ZO ÖaßßaZOV ßtßtjXoVÖLl' XML ai^aiTLOL
siöLir ^Xsyoj öe i\ulv otl tov itQov fiH^ov sözlv ojös' "' tL 6s
syvojxsLZS ZL sözLv sXsoi' d^slco XML ov d^vöLa)' ovx av xazsöi-
xaöazs zovö ai^aLZiovö' ^xvqloö yaQ sozlv zov öaßßazov o vioö
zov a7^QOjjrov' ^xaL fiszaßaö sxsid-sv o i7jöovö 7i).d^sv slö zur
övr^ay(Dyrj7^ avzcov ^^xml lÖov avd^Qcojioö 7jr sxsl sycov Z7]r
XSLQa ^7jQav' xaL smjQOJzypav avzo7' Isyovzsö' si s^sözlv zolö
öaßßaöL7^ d^sQajcsvsiV ipa xaziffo^iiömöLV avzov ^^o ös sljtsv
avzoLö' ZLö tözaL s^ vf/oj7' a7'd^Q(x)Jtoö oö s^si jii)oßazor sv xaL
sai^ Sfijtsö7/ zovzo II zoiö öaßßaöLi' slö ßod^vro7' ov/i xQazt]ösi
avzo xaL sysQSL' ^^jtoöm ow ÖLaqjSQSL aj'{h()cojtoo jiQoßazov
(')özs s^söZLV ZOLÖ öaßßaöLV xaloö jiolsl7'' ^"^zozs Xsysi z(o
avi^Qmjtco' sxzsiro7' öov zip' /£/(>«• xaL s^szirsv xaL ajrsxa-
zsözaS^7i vyLTjö toö >/ a)Jjf ^^ol 6s fpa(jiöaLOL öi\ußoc2LOv sXa-
ßov xaz avzov s^s/,i}^o)'ztö ojhoö avzov ajrolsöcoöiv' ^'^o 6s
XII, 3. avTOG in iiiamiiie addituiii.
I
pp. 95 — 98] Codex Kossaueiisis, Mt 12. 21
it/öovö yvovö cweyojQ^jöep exeid^tir xca 7/xoZov{)^tjocw avro? o/Xoi
jiolloi Tcca e{)eQajt8V(j£P avTovö Jtavxac ^^xm sjttTffiTjOev avTOiö
Lva (U] (pavsQov avrov jiOL7]6co6iv' ^'ojiojO jrh/Qcoß^?] ro Qrid-tv
vjto rjOaiov tov jtQO(p//Tov le- \\ yoproö' ^^lSov o jiaiO fwv
ov ?/Q8Ti6a o ayajtr/TOö ffov eio ov ^vdoxrjöev rj tpvpi /'^^'
drjöco TO Jir8i\ucc //ov £jz avrov xcu xqcöw toio sfhveoiv ajtay-
yeZec ^^ovx tQiOei ovSs xQavyaoa ovös axovöei tiö &v tcu6
jiXareiaiö t?jv (fojvrjv avrov' ^^^xala/iov OvvrsrQii/f/evov ov
xartac^ti xai Xivov rvg)o/avov ov oßeöH sojo av txßa . . tiö
vixoö rf/v XQiöiv' ^^xai reo ovo ((an avrov ed^vtj sXjtLovöL'
^^rore jüQ0 xov jctQiööeviiaToö rrjO xuQÖiao ro orof/a
lalei' ^^o ayaü^oo av^Qcojroö ex tov aycSov d^TjOavQov 'cxßaXltt
TCi ayad-a xac o jtomjQOö avd^QOJjioö ex tov jiovijqov d^rjOavQov
jTQoqeQei t« üiov7jQa' ^^ leyco 6e vf/u' otl jiav Qr^ia a^yov o eav
Xahiöo^Civ oiavd^QOjioi ajioöcoöovoi)' jzeQi cwtov Xoyo^y ev rif-iega
xQiöecoö' ^'^ ex yciQ tojv Aoycov oov dixaio:){)^tjö?/ xai ex tcov
Xoymv öov xccTadixaöfh/ö?/' ^^TOTe ajiexQi^^t/Oav avTo Ttveö
xmv yQannaTecßi^ xai (paQiöaimi' leyovTeC)' 6iöaöxa?.e ^eXofiev
aüio 6ov 67i(ieior ideiv ^''o de ajroxQid^eiö eijrev cwtoio' yevea
jtoinjQa xca fioiy^aleLö Oij^ueiov ejti^7/Tei xca Of/f/etov ov dod^Tj-
oeTai avTtj et [XTj to ör//ieior w)va tov jiQocffjTOV ^^coOjreQ yc(Q
ijv tojjHcO ev T7] xoilia tov xtjtovö TQeiö r/fa^taa xca TQeio
vvxTaö ovTcoö eöTüi xca o vloö tov avi^Qcjjiov ev t)j xaQÖia t?jO
ytjO TQeiö 7/f/eQaö xai TQeio vvxTaö' ^^avögeö viveveiTca arcc-
OTf/öovTca ev r// XQiöei || {leTCc ttjO yeveccO TavTrp xca xaTaxQi-
vovoiv ciVTijV' OTL ffeTe7'07/0aj' eio to x?j()vyfia icova xca lÖov
jiXetov lojva code' ^'^ßaöiXiööa j^otov eyeQd^7]öeTai ev r// xQiöei
(leTCi T7JÜ yeveaö TCcvTfjO xca xccTaxQivei avTtji'' oti ijX^ev ex
TOJV xeQaTtov t7jö y?jO axovoca Tfj)' öocfLav ooXof/covoo xca idov
jtXetov ooXo(iC'jvo6 coöe' ^'^otüv de to axa{}^cc()TOv Jtvei\ucc e^eXi^fj
ajto TOV avd^Qcojiov öieQ/eTca (h cii^vdQoj)' Tojtcov C7jTovv ccvcc-
jtavöiv xai ovy evQiöxei' ^^TOTe Xeyer vjroOTQeipo) eiö tov oixov
ftov odev e^7jXd^ov' xca eXd^cov evQioxet oyoXa^oi'Tcc oeoccQOjffevov
xca xexoOfff/fievov ^^to- \\ Te jroQeveTca xca jcccQccXcc/jßccvei iied-
eax^TOV e.TTTcc ere^a jtj'evf/aTci tcc jTOViiQOTeQcc eccvTov xca eioeX-
d^07'Ta xccTOfxet exef xca yiveTca tcc eoyccTcc tov ccvi^Qcojrov
exeivov yeiQOVct tcov jrifcoToi" ovtcjo eOTca xca t)i yevea TccvTf/
T7j jtovtiQCi' ^^'eTf de cwtov XccXov)'too toio oyXoio tdov f/ f^fjTf/Q
xca Ol aSeXcfoi ccvtov lOTf/xeiOciv e^co Cf/T(tvvTeo avTcj /ucXf/Oca'
^"^ eijTev de TtO ccvtoj' idov f/ iff/tfjQ Oov xca ot adeXcpoi oov es,oj
eöT7ixa6iv Cf/TovvTeö oot XccXz/oac '^o de arTox{)t\^eiiJ ei.Tev tcd
etJcovTi avTco' TfO eOTii' /j f/fjT7/Q /fov xca o( adeXipot fiov ^^xat
exTeivaO t7jv yeiQcc ejn tovo /(cclI^/jtico (cvtov eijtev j| idov //
pp. 103- 105] Codex Rossaneusis, Mt 12. 13. 23
firjTTjQ [iov '/.ai Ol aÖ8?. rrj xaQÖia avrov ovroö toxtv o
jiciQa T)iv odop ö:jiaQLö' || ^^o dt ejii rcc jttrQOjdtj OJtaQtio \\ ovtoo
tOTiv o TOP Xoyop axovcüP xat tvO^tcoö f/era yaQa6 laußapojp
cwTOP' '^^ovz ty&i dt QfL^ai' tp tavro) aXX(L jiQoöxaiQoO töriP'
ytpofitpruj dt d^hxptcoö ?/ diojy/iov dia top Xoyop tvd^vö öxccp-
öaXiCtTar ^-o dt tio tcco axap^ao ojtccQtio ovtoo tOTH' o top
Xoyop axovcop xai // f/tQifiPcc tov cucopoö tovtov xat ?/ ajrccTf/
Tov jtXovTov övfijtpr/tf TOP Xoyop xat axccQjcoo ytptTat' '^^o dt
tjti TijP xaXtjP yrjp öJiaQtto ovtoo tOTip o top Xoyop axovcop
xat ovpicop' 00 dtj xaQjioffOQtt xat jioiti o (itp txaTOP o dt
t^TjXOPTa o dt TQtaxoPTa' || "^^aXXf/p jtaQaßoXtjP jiaQtd^uxtP
avTotö Xtyojp' ojftotco&r] ?/ ßaotXtta tojp ovQaPWP ap{)^QOJjro)
öJtttQaPTt xaXop öjrtQ/uc tP toj aygoj avTov "^^tp dt toj xad^tv-
dttp Tovo ap&QOJJiovo fjXO^tp avTov o tyßQOO xat tjitojceigtp
C,iC,apta apa (ttoop tov otTov xat ajD/Xü^tj^' "^^'oTt dt tßXaOTrjOtp
o yoQTOo xfu xaQJiop tJioif/Ot)' TOTt tcfapfj xat tk. ^t^apta'
'^'' jtQoötXüoPTto dt ot dovXot toj otxodtojiOTfj ttjtop avTOj'
xvQtt ovyt xaXop öjttQf/a töJttiQao tP toj ooj ayQoj' Jto&tp ovp
ty^tt Ta CtCapta' --o dt tq?/ avToiö' ty^QOO apd^Qojjcoo tovto
tjtoitjötp' ot dt dovXot tijiop avToj' ^tXtto ovp a.TtX^opTtO
ovXXt^ojfitp avTa' ^'-'o dt tfprj avToto' ov /njjtoTt övXXtyoPTto
TU ^tCccpta tXQtCojOfjTt afta avToto top Oitop' ^^afptrt övpav-
^aptöd^ai afiffOTtQa (.ityQi tov ^tQtOi^iov xat tP xatgcj tov B^tQio-
(iov tQOJ TOLö {^^tQLOTaio' opXXt^ciTt JTQOJTOP TU ^t^apta xat dfjOaTt
avxa ttö dtOftao jtqoo to xaTaxavoat avxa' top dt otTop ovpa-
yaytTt tto t^/p ajtod^tjxtjp (tov '^U(XXf/p jraQaßoXt/p tXaX?jOtJ'
avToto Xtyoj}'' of/ota tOTtp // ßaotXtta top ovQapcjp xoxxoj
otpajctojo op Xaßop aPi){>(>)jTO(j tojrttQtp tp to ayQOJ avTOV ^-^o
litxQOTtQOP (itp tOTtp jiapTVJP TOP ojctQfiaTojp oTap II dt av^f/{^f/
(ittyop TOJP Xayapop tOTtp xat ytptTat dtpdQOP ojOTt tXOttp Ta
jttTtipa TOV ov(^)a)'ov xat xaTaoxfjPovp tp Toio xXadoto avTov
27. ta ^/^«n«j tcc in margine aclditum.
30. avXXe^aze] ovXlcc^azs codex.
I
pp. 110—113] Codex Eossanensis, Mt 13. 25
^^aXXtjv jiaQaßoXrjv sXaXrjötv avxoiö' of/oia tonv ?/ ßaöiXtia tojv
ovQavcov C,x^fifj t/V Xaßovöa yvvf/ txQviptv eiö aXtvQov öara xQia
ecoo ov EC;v^o)d^ri oXov ^^rcwra jcmna tXaX^jöev o l7]öov6 ev
jraQaßoXaiö roio oxXoio Xojqio de jtaQaßoXrjö ovötv sXaXec
avTOLö' '^^ojicßO jzXrjQcod^ri ro Qtj^ev öia rov jr()ocf?iTOV Xeyovroö'
avoi^oj ev jiaQaßoXatö ro orofta [lov eQiv^of/ca xtZQvfifitva ajio
xaraßoXrjO xoöftov ^^rors \\ afpaiö xovo oyXovö o u/öovo ijXß^ev
tiö rrjv oixiav xai jiQoöfjXO^ov avtco oc ^lad^ijTai avrov Xsyovreö'
(pQaoov 7]fuv Tijv jiaQüßoXrjV rcov l,i^ccvlojv rov cr/Qov ^''o dt
ajioxQid^tLö eijitv avTOiö' o öJttiQcov ro xaXoi^ öJteQficc eoriv o
vio6 rov avd^QOijiov ^^o 6e ayQoö soriv o xoöfwö' ro 6t xaXov
OJttQfia ovroi eiöiv ot viol rtjO ßaöiXtiaö' ra de C,iC,avici tiöiv ot
viOL rov jtovrjQov -^'^o dt tyßqoo o ojttiQcco avra tonv o dicc-
ßoXoö' o dt r^tQiO/ioO ovvrtXtia tonv rov cuojvoo' oi dt {htQi-
Orcu ayyeXoi eiOiv ^^coöJttQ ovv övXXtytrcu ra C,iC^avia xcu jivql
xaitrcu ovrcoO torai tv || rij övvrtXtia rov cucoroö rovrov
^^ajtoortXti o vioo rov ccv&qcojiov rovo ayytXovo avrov xai
ovXXt^ovOiv tx rtjO ßaOiXtiaO avrov jcavra ra oxavdaXa xai
rovO jtoLOVvrao r?jv avo(iiav ^"^xai ßaXovOiv avrovO tiO rr/v
xafiivov rov jivqoO' txti torat o xXavd^fioo xai o ßQvyfwo rcov
odovrcov ^^rort ot dixaioc txXafiipovOiv ojo o fjXioö tv rij
ßaötXtia rov jtarQoö avrov o tyjcov cora axovtiv axovtrco'
^^jiaXiv ofioia töriv ?/ ßaoiXtia rcov ovQavcov d^rjOavQco xtxQv^i-
fitvco tv ayQOJ ov tvQcov ccv&QcojioO txQviptv xai ajio rrjO yaQaO
avrov vjiaytt xai jtavra oOa tyti jtcoXsi xai ayoQcc- || L^ti rov
aygov txtivov ^^jzaXiv ofioia tOriv fj ßaOiXtia rcov ovgavcov
avd^Qcojtco tf/jtoQco ^?]rovvn xaXovo (xagyaQirao' ^^oO tvQcov tva
jtoXvrifwv (laQyaQirtiv a:jitXd^cov jitJiQaxtv Jiavra ooa tiytv xai
f/yoQaotv avrov ^' jiaXiv o[ioia tOnv ?/ ßaOiXtia rcov ovgavcov
oayfjv?/ ßXrjd^tioi] tiO rr/v daXaOOav xai tx jtavroO ytvovO ovva-
yayovOf/' ^^7jV ort tjtXiiQcod^ri avaßißaoavrto tjii rov aiyiaXov
xai xad^tioavrto ovveXt^av ra xaXa tiO ayyia ra dt Oajiqa s^co
tßaXov '^^ovrcoo tOrat tv rr/ OvvrtXtia rov aicovoO rovrov
t^sXtvOovrai oi ayytXoi xai atpoQiovoiv \\ rovO jiov/jqovO tx
38. xoofÄOo] o prius iu rasura scriptum.
26 Codex Rossauensis, Mt 13. 14. [pp. 114—116
litöov Tcov öixaww '^^xai ßaZovOiv avrovo tio t?]v xaftLvov rov
jtvQoö' exet törai o xXavd^fioö xai o i^Qvyf/oö row oöovtcqv'
^^Ihju avToiö o Ujöovö' övjrtjxari: ravra jiarxa' XtyovöLV avroD
VCCI xvQLt' ^-o ÖS Ujöovö tLJitP avTocö' öia TOVTO jzaö YQafi-
ftavevö nad)iTtvd-eiö t?/ ßaöcXsLa tcov ovQavow o/zoioö söriv
arO^QCQjtco oixodeöJior?/ oörtö exßaXZsc tx rov d^ijöavQov avrov
xaiva xca jiaXaicc '"""^xat tytvsTo ort iztXtötv o Ujöovö raö
üiaQaßolaö rcivraö ((trrjQtv txtid^tv '^^xat eXd^ow tLö Tf/r jta-
TQLÖa avTov töidaöxtp avrovö tr r?] övvaycoy?/ avrojr ojört tx-
jt?j]ö8öi^at avTovö xai Itytiv Jiod^s}' tovtoj ?/ öocfia avz?/ xai
at öwafitiö' '^^oi'X ovTOö töriv o xov rtxrovoö vioö' ovy^ //
(UjTijQ avTOv IhyiTai (laQiait xai oi aöslcpoi avrov laxcoßoö xca
icoö7]q) xai ötf/cov xat lovöaö' '^^xai ai aötlfpai avrov ov/i
jtaöai jtaQ ;///«' siöiv jio^tv ovv rovroj ravra jtavra' ^'xac
töxavöahZorro tv avrco' o de i7]öovö eurer avroiö' ovx eörw
jtQO(f)irrjö ariffoö tt (ai] ev r?] JtarQidi avrov xai er r// oixia
avrov '^^xai ovx ejtoiijöev exei öwa^eiö jioXlaö öia r7/v ajti-
öriav avrojv
XIY. Er exeirco no xaiQoj ?jXovöer ?/qoj6?jö \\ o rerQaQyjjö
r7]v axof/r ujöov '^xai eurer roiö jiaiöir avrov ovroö eörir
icoavv7jö o ßajiriörrjö' avroö 7/yeQ{)^7/ ajto ror rexQcor xai Öia
rovro ai övra^eiö eveQyovöiv er avrco' ^o yaQ 7/()coÖ7jö XQCcrfj-
öaö ror icoavrrjr eörjöer avror xai ed^ero er cpv)xiX)] öia ijqco-
öiaöa rf/v yvrccixcc cfiXuijiov rov aöehpov avrov ^eXeyer yaQ
avrco o uoarrijö' ovx e^eörir öoi eyeiv avrrjr' ^xai d^elcor avror
ajroxreirai ecfoß7fi7i rov [oylov] ejieiör/ cjö jTQOfftjrt/v avror
er/or' ^yeveöicor ös yevo(ievcor rov ?/qojöoi' coQyj/öccro 7} d^vyar7jQ
rtjö II 7]Qcoöiaöoö er reo (leöco xai rjQeöer reo i]Qcoöt]' "'o^er fier
oQxov ofio?My7/öev avrr/ öovrai o ear ccirf/ö7jrat' ^7] öe jtqo-
ßißaöfhiöa vjio rf/ö f/r/rQoö avrfjö öoo [loi c/fjöir coöe ejti Jtiraxi
T)jr xe(fa/j/r Koarrov ror ßajtriörov ^xai eXi'jn/^tj o ßaöiXevö
öia öe rovö oqxovö xai rovö övi^araxetffsvovö exeXevöer öo{^7]rai'
XIV, 5. ecfoßtj'hi ror oy/.oi] post e xax iöiav xac axovöavxeo ot oyXoi
rjxolovd-tpav avxco Jts^7j ajto Jtaöcov xcov jtoXtcov ^^xat e^eX-
d^mv o irjöovo löei^ oylov JioXvv xat eöJtZayypLöd-t] eji avxoiO
xat Ed^EQajtevöev xovö aQQcoOxovO avxco r' ^'^oiptaoöeysvofiej^fjö
jiQoör]Xd^ov avxco ot fiad^t/xat avxov Xeyovxtö' e()/]f/oö söxiv o
xojtoo xat 7] coQa 7yd>/ jtaQjjXd^tj^' ajtoXvöov xovö oyXovo tva
ajttXd^ovxeö tto xaö xvxXoj xcoftaö ayoQaöcoOiv tavxotö ß^cofiaxa'
^^o Ö£ ttjöovö ifjtei^ avxoiO' ov yj)tav sxovötv ccjteX- \\ d^ttv Soxe
avxotö vf/etö cpayuv ^'ot c)e Xeyovötv avxoj' ovx eyofiep coös et
(Oj Jtei'xs a()xovö xat 6vo tyJ^vaO' ^^o dt ttjrev cpe^exat (tot
avxovö codt' ^^xat xeXsvöao xovö oyXovö avaxXtO^r/vat tJtt xov
yoQxov Xaßcov xovö jttvxs aQxovö xat xovö ovo ty&vaö ava-
ßXeipaö £tö xov ovQavov svXoyjjöev xat xXaöaö söojxei^ xotö
fxad-Tjxatö xovö aQxovö ot de (lad^rixat xotö oyXotö' '^^xat ecpayov
jiavxeö xat tyoQxaöd^7iöav xat yjQav xo jitQtöevov xoyv xXaöfta-
xcov dcodexa xocfjtvovö jrXr/Qetö' ^^ot 6s eöd^tovxeö tjöav avÖQeö
coöet jtevxaxtöyetXtot x^Q^^ yvratxcov xat || jratötonr '^'^xat
ei^d^ecoö ?/vayxaö8V xovö [iad^rjxaö avxov ei^ßf/vat etö jiXotov xat
jiQoayetv avxov etö xo JieQciv ecoö ov ajtoXvöri xovö oyXovö'
~^xat ajtoXvöaö xov oyXov aveß?/ etö xo oqoö xax tötav jcQOöev-
^aöd^at' o^ptaö de yevof/evrp fiovoö r/v exet' ^^^xo ch jtXotov 7]6fj
(ieöov xr/ö d-aXaöör/ö i/v ßaöavtL,o{ievov vjto xcov xvfiaxcov )]v
yccQ evavxtoö o avefioö' -^xexaQxtj de g^vXax?/ xfjö vvxxoö ijXd^ev
o ifjoovö JtQoö avxovö xeQijtaxcov ejtt xrjö {)^aXaöörjö' '^^xat
tdovxeö avxov ot fiad^t]xat avxox^ ejit x?jö d^aXaööriö jteQtjtaxovvxa
exa()ay{h}jöav Xeyovxeö oxt gjavxaöfia eöxtv xat ajio || xov cpoßov
exQa^av ^''evd^ecoö de eXaXrjöev avxotö o tr/öovö Xeycov d^aQöetxe
eyco etfit fit] cpoßetöd^e' '^^ ajtoxQtd^etö de avxco o jtexQoö etjtev
xvQte et öv et xeXevöov fie eX{hetv jtqoö öe ejtt xa vdaxa' ^^o de
etjtev eXd^e' xat xaxaßaö ajto xov jtXotov o jtexQOö jteQte-
jiaxrjöev ejit xa vdaxa eX&etv jiqoö xov t?jöovv' '^^ßXejicov de xov
28 Codex Eossanensis, Mt 14. 15. [pp. 121—124
avsfiov lOxvQov srfoßr/f)^?/ xat ciQ^afiei'oo xarajtovTi^soü^ai exQü^sv
Xiycop' TiVQis öojöov {(f '^^tv^eo:Kj df o irjöovo hXTtivad zr/v
X^iQCc tJitlaßtTO avTOV xca Xhjhi avrco' oXiyoniöTb h6 tl edio-
raöaö' ^'^xai if/ßarrojv avrcov eto ro jtXoiov exojraöev o \\ ara-
f/oö' ^^oc de SV TCO jtloico jiQoOtxvprjöap ccvtco XtyovrtO' ahj-
d^o)(j d^eov VLOö tc ^^xca öiajttQaöavThö ijXd^ov sjtc zr/r yt/v ysr?/-
oaQtz' '^-'xac sjtiyvovzeo avzov oi arÖQtO zov zojtov bxaivov
ajiiözBiXcw tiö oX?/r z?jv jteQiyojQor exeivrjv xca jtQoOfjVsyxav
avzco Jtcwzaö zovo xaxcoo r/[orzfc6 ^^xai jzaQtxaXovv avzov ivcc
fiovov atpcovzca zov XQaöJttöov zov iffazioii avzov xai oöoi
tjipavzo öt6öco{)^7jOav'
XV. Tozt jiQoöeQ/ovzai zco Lrjijov oi ajco itQOöoXvficov
y^anftazeiö xai (paQiöaioi Xeyovzsö' '^diazi oi ifa\}f]zai oov jta-
Qaßaivovöiv Z7iv jtaQadoöiv zcov JiQeößvzeQOJV \\ ov yaQ vijizovzai.
zao itiQaö amoiv ozav aQzov soO^txoöiv "^o 6t ajtoxQid^tiö tijcsr
avzoLö' öiazi xai v/tio jtaQaßaivhZi: z?jj' tvzoXijv zov {htov dia
zr/v jragadooiv vfiojv ^o yaQ &eoo srtzeiXazo Xr/cov zi^ua zov
jtazsQa 6ov xat zrjv (irjzsQa xai' o xaxoXoycov jrazsQa // fitjzega
{^avazoj ztXsvzazoj' ^vfieio dt Xtytzt' oo iw surf/ zoj jiazQi tj zf/
/ir/zgi' öcoQov o sav tg tiiov cocpeXtj^f/O' xai ov //// ziff?/osi zov Jta-
zt-Qa avzov ?/ z?ji' (^iijZSQa axizov ^xai rjxvQcoijazt ztjV tvzoXijvzov
d^tov öia z?/v jiaQaöoOiv vfiojv '^ vjtoxQizai xaXoo jr()Of:(fi?/zsvötv
jtsQi vf/ojv ijüaiaO Xtyov ^tyyi^ei fioi o Xaoö ovzoo zo) özo/iazi
avzcov |i xai zolö ^iXeöiv //f zifia ?j 6e xaQÖia avzojv jtoQQo ansyi
aji tnov ^ naz)jV 6t ötßovzai fit 6i6aoxovzto 6i6aoxa?uao tvzaX-
/laza avfhQOJjiow ^^xai jiQooxaXtöafitvoo zov oyXov tiJitv avzoio'
axovtzs xai övviszt' ^^ovzo tiötQ/ofihvov ti6 zo ozof/a xoivoi
zov av&Qojjtov aXXa ro txjroQtvofitvoj^ tx zov ozoftazoo zovzo
xoivoi zov avd^Qojtov ^^^zozt jcQo6tXiyovTto Ol (la^i/zai avzov
tijiov avzoj' oi6aO ozi oi cfaQioaioi axovoavzto zov Xoyov töxav-
6aXi6d7}C)av' ^"V> 6t ajtoxQh^tiö tijitv avzoio' jtaöa (pvzsia tjV ovx
tijpvzevöav o Jtazf/Q fiov o ovQaiuoo tx^i^oihf/otzar \\ ^^arftzai
avzovö' o6r/yoi eioiv zvcpXoi zvcpXcov zvcpXoo 6t zv(pXov tav
XV, 3. f-vToXiiv] iiitei" f-rr et o/// rasura triuni fere litterarum.
8. syyi'Qti] correctio obscnra in fiue; videtur tt ex o factum.
pp. 125 — 127] Codex Rossanensis, Mt 15. 29
oÖTjY)! afi(poT£QOL eiö ßo{^vvor tf/jtsöovr^rat' ^'-"ajtoxQid-SLö da o
jteTQOö sursis avTo?' fpQaöov ijfuv T/jr jtaQaßoh/i^ xavTijv' ^^o
6 8 19JÖ0VÖ 8ijt8r avTO)' ax^riv xai vpiiö aövrtTOC fort* ^"^ oiijtco
voeixe ort jcm^ zo eiöjtOQSVofievoi^ siO ro Orof/a ecö rrp^ ocoüuav
/09(>f^ xai tiö a(ptdQ(Dva tTcßaXlsrar ^^ra ös sxjtoQevofifj'a £x
rov öTOimtoö sx ttjö xaQÖiaö s^SQ/srai Tcaxsiva xon^oi top ar-
{hQCQjrop' ^^€x yag njO yMQÖiaö s^sQ^orraL öiaXoyiöfiOL Jtoj'rjQoi
cfiOi^OL ffOL/iac jroQVLai xXojtai tp8vdofiaQTV()i.at \\ ßXa(j(p?/f/Lai'
^^ravra eom^ ra xoiJwvvTa rov avd^QOjjtor ro de aviJtroLö
X^Qöt^^ cpccystv ov xoivoi Tov avd^Qmjtov '^^xac s^sl^^^ojv txtid^av
0 crjöovo av£XOJQ7]6£7^ 810 ra [iSQrj tvqov xai ölÖcovoö' ^^xac
lÖov yvvTj yavavaia ^^tld^ovoa ajio xow oqlcqv exsivmi^ exQa^sv
Xsyovöa' £Xef]607^ fis xvqls vis da6' tj d-vyavrjQ [lov xaxmö öai-
fiovi^erai' ^^o ös ovx ajitxQcd^rj avz?/ Xoyov xai jiQoösXd-ovTSij
01 f/a{hrjTai jjQcoTmv avxov IsyovrsO' ajioXvöoj^ avzr/v ozc xga^st
ojiiöd^8v 7]ncov' ^^o 6e ajtoxQid^siö SLjtsjy ovx ajteOzah]v st firj
eiö za jiQoßaza za ajiolcoXoza olxov Lögarj!' ^^7] 6e sX^ovOa
jtQOösxvvsL avzo) II Xsyovoa' xvqis ßo7]{^si fiOL' '-^^o ös ajio-
xQid^Siö sijtsv ovx sOzLV xaXov laßen' zov aQzov zcov zsxvow
xat ßaXsLV zocö xvimQiOLö' ^'^y ds sijtsv vai xvqls xai yaq za
xvvaQia söf^iSi ajio zojv iptysLOiv zcov Jtijizovzcov ajto zip ZQa-
jteC,?/(j zo)v xvQLOJi> avzcoi^ '^^zozs ajtoxQifhsLO o ir/öovö sijtsv
avz7]' CO yvvai [isyaXT] öov 7] jiiöziö' yev7ii)^7]zo:> öoi cx>6 ■O'sXstö'
xat tad'71 7j d-vyazijQ avz7j(j ajto zrjö cogaö exsti^tp' ^^xat f/sza-
ßaö sxstd^sv o i7]öovö 7jXdev Jiaga Z7]v d^aXaööav t//ö yaXtXataO
xat aimßao stö zo oqoö 8xaü'7/zo extt' ^^xat jtQoöriXd^oi^ avzco
oyXoi jtoXXot B^oinsO fis^)- sav- \\ zcov xojcpovö x^^^^ovö zv(pXovö
xvXXovo xat szsQovö jioXXovö xat SQi^mv avzovö jtaQa zovo
jtodao zov t7](jov xat sd^sQajisvösv avzovö' '^hoözs zovö oyXovö
d^avftaoat ßXsjtovzao xcocpovö axovovzao xat XaXovrzaO xvXXovö
vytstö xat xcjoXovö jtsQtjtazovvzaö xat zvcfXovö ßXsjiovzaO' xat
sdo^aöai' zov d^sov t6Qa7jX' ^^o ös t7(öov6 jrgoöxaXsöaf/svoö
zovö ^ad^7]zaö avzov stjtsv öjtXayxvi^ofiat sjtt zov oyXov ozt
16. i7]aova {lä) supra lineam additum.
31. TovG o'/^ovo] VC vocis xova et ovo vocis ox^ova in rasura.
30 Codex Rossauensis, Mt 15, 16. [pp. 128—131
rjörj 7//i8Qai tqlö jcqoö/hsvovölp fwt '/ml ovx ^yovöiv ri (paycoötv '
xat ajtoXvöai avrovö v/jörio ov ^£?.oj ftr/jrore axÄv{}^o:tOL7^ ev r?/
odco' '^^xat XeyovöLP av- \\ toj oi fjat^^r/zai avrov' jtoi)^&r r/fiiv tv
£()//fiia aprot toöovtol coöte yoQTaoai oylor tooovtov' '^^y,ai
Xtyu avToiO o i7jOovö' jtooovo aQToco f-ytre' gl Öe eljiov ejixa
xai oliya ryj^vdta' ^^xai axeXevasj^ roio oyXoio airnjisOEw ejri
T9/P y?jv' ^^xai Xaßa)V rovo sjtra aprovo yua rovo ryj^vao tc-
yaQiOTTjöaö axXaotr xca 8Öco%ei> tolo fiaf^^r/raio avrov ol da
fiaO^?/TaL TOJ oyho' '^'' xat 8(^ajov jiavxhC) xca 8yoQTaoH^)i(jav xai
rjQar ro jiSQiOOavoi' tcov xXaOfiarcai' ajira OJtvQidaö tcXi/q^iO'
^^01 da to{^iorTaö ?/oar TtTQaxioyaiÄiot arÖQao yojQLO ymmixcoj^
xai JtaLÖuov ''''-^xai ajroXvöaö rovo oyXovo arali)( eiO to jiXolov
xat 7]Xi)^av £Lö ra oquc uayöala'
XVI. Kca jc{>oö(:Xd^(n>rtö ol (paQLöuLOL xai öadöovxcuoi
jttLQa^ovTtO sjtf/()coT?/öav avTov 0?jf/8iov tx Tov ovQarov ajti-
ötL^aL avTOLö' '^o dt ajioxQLH^aiO aLjiav avroLC ot^naö yavofisvtjO
Zsyere' avöia jrvQa^ai ya() o ov^avoö' ^xai jüqcol' or/f^sQov yei-
licov jiv(jaC,8L yaQ öTvyimC,ioi^ o ov^aroo' vjtoxQLrai to ftar
jtQOöojjcor TOV ovQarov yivcDOxtra diax(jLV8Li> ra dt u/jfjia rcov
xaLQOJV JTcoo ov övvaod^a doxifta^eir' ^xai ajioxQit^aiö o iifiovo
Sijtev ytvaa jiovtiQa xaL noLyaXuö || otiiitiov ajiLC^/raL xaL
ö7]fi£tor ov öo&f/oaraL arrtj ei /j/j ro ö/ifiatov Lmva rov jtqo-
(prjrov xaL xaraXurcor avrovO ajtf/Xd^av ^xaL aXd^oprao ol fta-
^rjraL avrov tiö ro jiaQav ajiaXaO^orro avrovö Xa^jeiv ^'o da
iijöovö aLJtai^ avroiO' o{)ara xai jrQoöayara ajio rr/ö C^v^Uf/O rcoi^
(paQLöaiwv xaL oaddovxaLüJV 'ol da diaXoyiCorro av aavroLO
Xayovrao orL aprovö ovx eXaßof/ai'' ^yi'ovo da o l7j(jovo aijrar'
rL dLaXoyi^aöd^aL ai' aavroLö oXiyojTLöroi orL agrovö ovx aXaßara'
'^ovjioj voaira ovda {^Lr7ßtoravara rovo jrarra agrovo rojr jiar-
raxLöyaiXLcov xaL jtoöovö xogyivovo a- \\ Xaßara' ^^^ovda rovo
tütra aL<) rovö rarQaxioyaiXiovö xai jroöao öjrvQLdao aXaßara'
^^jiojö ov voaLxa orL ov jraQL aQrov aijior v^ilv jiQOOayaLr' jtqoü-
ayara da ajto t//ö C;v^7jO roj)' (faQLöanor xaL oaddovxaicoi''
^'^rora övpf/xai^ orL ovx aLjtai' jL{tooayaLV ajio r^/O ^vfL//0 rov
aQrov aXXa ajro r7jö dLday7jO ra))> (fa^LöaLcor xaL oaddovxanor'
^'^aXfhcov da o l7jOovO aLO ra ^LaQ// xaLOaQLao rijö (plXljtjtov
pp. 132—135] Codex Rossanensis, Mt U). 31
rjQcora rovö fm^i]Ta6 avrov X^ycov xiva (it Xsyovöiv ol av-
dQmjtot uvai Tov vcov rov av^QOjjiov' ^^ol de tiJioi'' ol fisv
icoavv7]v TOV ßajtriOTTjV alXoi 08 7/2.iap ereQoi da ie()6fiLap ?/
eva II Tojv jtQOfprjTcov' ^^l^yti avroiO' vfisiö d& riva [le Xeyszs
uvaf ^^ ajtoxQLd^etO de OLftcov jistqoo sijtsv öv u o xqlötoG o
vLoö rov dsov TOV C^mvToö' ^'^xai ajtoy.Qi^tLO o l?j6ov(j sijcsv
cwTCo' ftaxaQLoo et Oifimv ßaQ loji^a ori (jaQ$, xai acfia ovx
ajcexaXv^ptj' öol all o jraT7iQ (lov o ev tolö ovQarotö' ^^xayco
de öoi leyoj oti öv et jzexQOö xat ejtt TavTt] Tfj jter^a otxoöo-
litjOa) fiov Tfji^ exxhjOtav xat jtvXat aöov ov xaztoxvoovötv
avTijö' ^'^xat öcQöco öot Taö xleto ttjö ßaötXetaö tcov ovQavcov
xat o eav örjorjö ejtt r/yö yrjö eöTat deöef/evov ev tolö ovQai^otö
xat o eav Zvör/O \\ ejrt ytjö eöTat XeXv[ievoi^ ej' TOtö oi^gavotö'
'^^TOTe öteöTetXaTO toiö {^aß^rjTaiö avrov tva fo/devt etjtmötv
ort avroö eortv tijOovö o xQtöroö' '^^ajto rore ijQ^aro o ti/Oovo
detxvvetv roiO fia^rjratö avrov ort Öet avrov ajieXi^etv etö
teQoöoXvfia xat jioXXa jcaihetv ajzo rcov JtQeößvre()OJV xat aQ^te-
Qecov xat ygaii^areow xat ajroxrav{^rjvat xat r?/ rQtr?/ 7jf/eQa
avaörrjvat' '^"^xat nQoöXaßo^ievoö avrov o jier(joö //Q^aro ejut-
rtfiav avrco Xeycov etlemö öot xv(jte' ov [irj eörat öot rovro'
'^^o de ejitörQaiihtiö dt o n/öovö tijrev' m ysvea ajiiöroö xai
öieörQa/jf/ev// emö jtore luofiai }ft{^ t\umv' emö jtors avs^ofiai
vfimv (peqerai (loi avrov möf ^^xai Fjt£rifi7]ö£2^ avrm o u]öovö
xai £$,fjl{h£7^ ajT avrov ro || öai^oviov xai £d-£Qaji£v{^ii o Jtaiö
pp. 140—143] Codex Eossanensis, Mt 17. 18. 33
ajio T?ja coQaö exuvrjö' ^'^tots jtQoöeld^ovTeö ol fiaihi/zai reu
iTjOov xar iöiai^ blüiov diari ?jf/siö ovx 7]öiw?]{)^rjfisv sxßalsiv avro'
^^o Ö8 tr/öovö sijtei^ avrotO' öia rrjiy ajtiOzcav vficov afi7]j^ yag
ZsycQ vf/tv tav sxV^^ JtLönv coö xoxxov öivajtecoo sqslts toj
oQSi Tovrm [leraßriß^ei svt8v{)^8v sxei Tcat ^sraßfiöerai xac ovdsv
a6vimT7]6ei vj^iiv ^^tovto öe to yevoö ovx sxjtOQn^erai et fi?]
£V jiQoösvyj] xcu v7]6Tua' ^^~araöTQ£(fO[ievoi)j> öe avTcov ev r?/
yalilaia ujizv avroiC o ujöovö' f/sllei o vioö rov avd^Qconov
jtaQadiöoöd^at siö Xf/(>aö av{^Qcojtcoi' \\ '^^xac ajüoxrevovöiv avrov
xai T7] TQIT7] 7](.i£Qa ey8Qi)^7j68Tai' xai 8lvjrr/{^7j6a%' 6(fo6Qa'
'^^sl^ovTcov Ss avTcov SLü xaji£Qvaoi\u jcQoöt]Xd^ov OL ra ötÖQayfia
2.af/ßavoPT£(j reo jtstqcq xai ujiov o didaöxaZoo vfimjy ov rsXei
ra öiÖQayfia' ^-'Xsyei imi' xai oze £iö?/Z&^£i^ £10 T7jp oixiav jtqo-
£(pd^aö£7^ avrov o i7j6ov6 l£ymv' ri öoi öox£i ötficov' oc ßa(jiZ£i6
rrjö yrjö ajio nvüw laußavovOiv r£hj 7] xrji^öov ajto rmv vicov
avrmv 7] ajto rcov aXXorQicov' ^^k£y£i avrco o jt£rQ0ö' ajto rcov
aXlorgimi^' 6^?/ avrco o i7]öovö' aQay£ £?.£v&£qol £iOlv ot vi- \\
Ol' '^'' iva Ö£ fi7j öxai'dahocofj£7' avrovO jtoQ£vih£iö £lo d^aXaööav
ßal£ ayyiorQov xai rov avaßavra jiQcorov ly^vv agov xav
avoi^ao ro örofia avrov £vq7]ö£i6 örarrjQa' £X£ivov laßmv öoö
avroiO avri £f/ov xai öov
XVIII. Ev £X£iv7] r7j coQa jtQO avro £v fi£öco
cwrwv ^xai £iJt£V' afi7jv k£yco vfiiv £a7\atj örQacp7]r£ xai y£vrjö-
{hai coö ra naiSia ov fit] £iö£Xd^7jr£ £iO rrjv ßaöiXBiav rcov
ovQai^cov ^oöriö ovv rajtivcoö£i £avrov \ coö ro jiaiöiov rovro
ovroö £öriv o fi£i^cov £V r7] ßaöiX£ia rcov ovQavcov -'xai oö
£av Ö£§,rjrai jtaiöiov roiovro £Jti rcQ ovofiari fiov £f/£ Ö£X£rai'
^oö ö av öxavöaXiö7] £va rcoi^ fiixQcov rovratv rcov jtiör£vov-
rcov £iö £fi£ övficp£Q£i avro) wa xQ£fiaö^7j f/vXoö ovixoö jt£Qi rov
rgaxT^Xov avrov xai xaraüiovriö^t] £V reo ji£Xay£i r7]ö S^aXaöTjO'
''ovat reo xoöfico ajto rcov öxavöaXwv avayx7j yag £Xd'£LV ra
öxavöaXa jüXrjv ovai reo ai^{)Qcojtco £X£ivco dt ov ro öxavöaXov
£QX£rai' ^£1 Ö£ 7J y£lQ ÖOV 7] O JtOVÖ ÖOV ÖXavÖaXl^£l Ö£ £XX07pOV
avra xai ßaXE ajto öov xaXov || öoi £örtv £iö£Xd^£iv £iö r7]v
Texte und üntersucliuiigeu I, 4. 3
34 Codex Rossanensis, Mt 18. [pp. 144 — 146
Coj?/?' yo^lor ?/ xxXäov r/ ovo yeiQao 9j ovo jroöao syorra ßhj-
d^TjvaL 8LÖ To jrvQ TO ccKüViov '-^ y.üi 81 o(fi)^alnoo 60V oxavda)u-
C,8t 06 8$,sZs avTor '/ml ßaZs ajto oov y.aXo7^ oot eoziv ^ovo(f-
d^alflOV 810 T7lV C^0)7jlf 8L08Xd8Lr 1] övo 0(f^(^aXf/OVO 8yovTa
ßXrjd^rivai 8tO r^/r y88vvav tov jivqoO' ^^OQars ^tj yMraffQortj-
0?jT8 8VO0 TCQV [iiyQcov TOVTcov Ä8yco yuQ i\uu' OTL Ol ayy8Xoi
avTcov dta jtavxoo ßX8jtovOLv ro jcqooojjtov tov jtaxQOO fiov tov
8V Toiö ov{taroiO' ^hi)M8V yaQ o vtoo tov upD^qojjiov Ocooca to
ajioXmXoö' ^^^Ti vf/iv öox8l' 8av y8vrjTat || tcvl avd^QOJjtoj
8xaT0V jrQoßaTCi xca jrlavrid^rj 8V 8§ avTwv ovyi a(f8iO t« 8V8-
VTjXOVTa 8VV8a 8jn t« o()// jtoQ8v{h8iO Cr/T8i TO jiXaro:>^8vov'
^^xat 8av y8ViiTai ev^ir ccvto afftji' X8y(D v^aip otl ycaQ8i 8jr
aVTCO ^cOJMV 1] 8JCL TOlO 8V8Vf/XOVTa 8VV8a TOiO fltj Jl8JtÄaV7/-
fl8rOLO' ^^OVTCOO OVX 80TLV d^8h/fta 8ftJtQOOf)^8V TOV JtCCTQOO flOV
TOV 8V ovQavoLO Lva anohjTca 8V tojv [ir/cgo^v tovtoji^' ^''8ar
08 afiaQT7/0i/ 810 08 0 ad8Ä^oo oov vjiay8 xai 8A8y^07' avT07'
f4£Ta§V oov XCU aVTOV f/07WV' 8ai' Oov aX0V07l 8X8Qd7iOaO TOI'
ad8X(f.ov oov ^^'8ca^ 08 //// axov07j oov jca^aXa- || ß8 fi8Ta 08av-
Tov 8Ti 8i^a ?/ dvo n^a 8jn OTOftaTOO övo ^ccqtvqoji' >/ t()ioj}'
OTCcd^?/ Jiav ()7jfia' ^' 8av 08 jraQaxovor/ avTCOv 8iJi8 t7/ 8XxX7jOia'
8av 08 xai t7]0 8XxXtjOLao xaTcafQov7i08i 80Tca ooi ojOjts^ o
8{^7HXOO XCU 0 T6/09r//Ö* ^^a^lfV yCCQ Ä8yO? Vf(U^ OOa 8CCV 67J07/T8
8jn TijO ///(J 80Tai Ö8Ö8Ll8Va 81' TCO OVQai'O^ XCU OOa 8CW XvOt/T8
8jn TtjO y7jO 80TaL l8Xv^(8va 8i' tco ovgavco' ^^Jialiv X8yco vfur
OTL 8av dvo vi-iojj' Ovfi(pon^7/Oovoiv 8jil t?]0 ytjO jT8Qi jiamoo
jiQayfxaTOO ov 8a7> aiT7]00VTca y8V7]08Tca avTOiö jiaQa tov Jta-
TQOO fiOV TOV 8V TOiO OVQüVOlO' '^ OJIOV yUQ 8L0L7> || ÖVO 7] TQlO
OVfV7]yH8VOl 810 TO 8 ff 07' Ol^Ofia 8X81 81 ja 87' fl80a7 aVTC07'' '^^T0T8
jr()008Xd-COV aVTCO O JT8T(J00 8LjT8' XVQ18 JtOOaXiO «//«(>T//a// 810
81(8 o aÖ8X(fOO f/ov XCU cc(f7joco avTco' 8C00 8JiTaxiO' -'^X8y8i av-
TCO O UjOOVO' ov l8yci) 001 8C00 8JtTaXlO all 8CQ0 8ß6o^7]XOVTa-
XLO 8JtTCC' '^'•^Öia TOVTO OllOLCod^7j // ßaOlX8lC( TOI' OVQC(7'C07' ai'-
fhQCOJTOJ ßaOlX8l 00 7l{}^8X?/08)' 0V7'a()Ca XoyOV H8TCL tcov öovXco7'
CCVTOV ^^^aQ^afJ87'OV 08 CIVTOV OV7'Ca(J8l7' JTQOOf/7'8yß^7/ aVTCO 810
21. xvtjit {y.t) hl iiiargiiie additum.
pp. 147—150] Codex Rossanensis, Mt 18. 19. 35
og)Lk£T?jö fivQLcov TaXavTOJV' ^^fi7] Exoinoö ÖS avrov ajioSovvat
sxaZsvösv avrov o xvQtoö avzov Jt^aü^i/vat xat xrjv || yvvaixa
avTOv Tcat ra rsxva xca jiavra oöa uje.v xai anoöo^rivar ^^jt8-
öcov ovv o öovXoo exsLVoö jiQoösxvpsL avTco Isyrnv xvqlb (la-
XQod-viirjöov 8JT tf/OL XML OTCiVTa ajToöcoöco 601' '^''öjrlayyvLOdtiO
Ö£ o xvQLOö Tov öov?Mi^ ex8Lrov ajteXvösv avrov xai ro da-
j'sior acp?]X8v avrco' '^^a^^sld^oyi' ös o öovXoö sxsivoö svQev eva
rcov övvöovXcov avrov 06 cocfLXsv avroj sxarov örjvaQia xai
XQarr/öaö avrov sjtinysv Ztyojv ajtoöoö fioi £i rt og)tZ£iö'
^'^jieOcov ovv o övvöovXoö avrov eiö rovö jzoöaö avrov jiaQe-
xaZsi avrov Xr/mv fiaxQoi^vfii/öov sji 8(ioi xai ajtoöcoöat \\ ooc
•^^o Ö£ ovx r]{)'sXsv alZa ajrskO^cov sßaXsv avrov eto ^vXaxr/v
smö ov ajioöüj Jiav ro offiXon^vov '"^^löovrsö ds 01 övvöovXoi
avrov ra ysvofisva eXvjt?]d^rj6av 6(podQa xai sld^ovred öisöag)//-
öav rm xvqlcd savrcov ajtavra ra y8vofi8va' ^'^rors jiQOöxaXs-
öafi8vo0 avrov o xvqloö avrov X8y8i avrm' öovks jiov7]Q8 jia-
öav rfjv og)8iZ7jv 8X8iv?/v ag)?jxa 001 8jt8i jiaQSxaXsOaö f/s' ^^ovx
BÖu xai 6£ sXsi/Oai rov oiwöovXov 6ov mö xai sym 6s 7]X£r/6a'
^^xai 0Qyi6{^£i6 o xi\)io6 avrov jraQsöcoxsv avrov roiO ßaöa-
viöraiö 8C0Ö ov ajrodco Jiav ro ocfiXofisvov \\ avrm' ^^ovrcuo
xai o JiarrjQ fiov o ejiovQaiHOö jrou/Osi vfiiv sav fii] a(p?/r£
sxaöroö rm aösXcpco avrov ajio rojr xaQÖio^v vficov ra jra(ja-
jtrco[iara avrmv
XIX. Kai syevsro ors srsXsöev o n/öovo rox^ö Xoyovo rov-
rovö {ierfjQEv ajto r?jö yaXiXaiaö xai 7jXd£V nö ra oQia rfjcf
lovdaiaö jtsQav rov lOQÖavov '^xai 7jXoXov\9^rjaav avrco o^Xoi
jtoXXoi xai £^£Qajt£Vö£V avrovö sxer ^xai jcQoörjXd^ov avrco
cpaQiOaioi jieiQaC^omsö avrov xai Xsyovrsö' ei t^toriv avd^QCDJCco
ajioXvöai rfjv yvvaixa avrov xara jiaOav airiai>' ^o ös ccjio-
XQid^SLö^ 8ijt£v avroiö' ovx avsyvcors ort o jtouiöaö aji aQyijö
aQöBv II xai d^rjXv sjtoujösv avrovö o ^sou -"xai ujtsv evexav
rovrov xaraXii^^si avd^Qcojtoö rov jiarsQa avrov xai ri]v ftfjrsQa
xai jcQoöxoXXijS^TjOsrai r?/ yvvaixi avrov xai söovrai 01 ovo siö
OaQxa ffiav ^'ojörs ovxeri eiöiv ovo aXXa 6aQ§ fiia' o ovv o
^£06 Ovv£^£v^£V avd^Qcojtoö ff?/ ycoQiC^£rco' "* X£yovöii> avrco' ri
ovv ficovö?/ raö 8vro-
laö' ^^X8y8t avrco jtotaö' o Ö8 t?jöovö 8tji8V' ro ov (por8vö8tö
ov f/otx8vö8tö ov xk8ip8tö OV \\ \p8v6oiiaQrvQ7]ö8tö ^^rtfta rov
jtar8Qa xat r7jv {i)}r8Qa xat ayajü7]ö8tö ro7' Jthjötov öov coö
8avrov' ^^^X8y8t avrco o i'8avtöxoö' ravrcc jzcwra 8g:vXa^aftfiv
8x v8or7]roö [iov rt 8rt vörsQco' ^^8cp7j avroj o t/jöovö' 8t d^8A8tö
raXstoö stvat vjtay8 üicDh]öov öov ra vjtagy^ovra xat 6oö jirco-
yotö xat 8^8tö ^7/öavQOV 8V ovQai^co xat 68vqo ccxoXovd^8i ftof
^^^axovöaö Ö8 o 7'8artöxoö rov Xoyov ajty^Xd-aiJ Xvjtovfi87'oö' //r
yaQ aycDV xr7j^ara jioXXcc '^'^o 08 t7]öovö 8tJt8V rotö fta^t/ratö
avrov aftf/i' Xayco vfitj' ort övöxoXcoö jrXovötoö 8tö rtjv ßccöi-
X8tav rcov ovQavwv 8tö8?.8vö8rat' \\ '^^jzaXtv 08 Xayco vfitv 8vxo-
jiior8QOV aörtv xaft7jXov öta rQv^-iaXtaö Qacftdoö 8tö8Xd^8tv 7]
jtXovöto7^ 8tö r7jv ßaötX8tav rov {)^8ov 8iö8X0^8tv' -^axovöavr8ö
08 ot fia{htjrat 8^8JtX7jööovro öcfoÖQa X8yovr8ö' rtö aga övrarat
9. xai yajutioij c(?.ktjr i-ior/^caai] oiunia haec in rasura.
»
pp. 155—158] Codex Eossanensis, Mt 19. 20. 37
ocoO^rjvaL' '^^sf/ßXsy^aö de o itjöovö scjcsv avtoiö' jcaQa avd^Qco-
jioio TOVTO advvarov eOnv jtaQa öe ^eo} jtavra öinmra'
2^roT£ ajioTCQid^eiö o jcbtQoö sijtsv avrco' löov rjfieiö a(prjza(/8P
jcavra xai 7]xo?.ovd'7](ja^u£v öor tc aQa eörac rjfitv '^^o de ir]-
öovö eijtev avToiö' afirjv Xeyco i\uiv ort vfieiö ot axoXovd^t]6av-
reö fioi ev rrj jtaXivevyeveöia orav \\ xad^iorj o vtoö rov avd^Qoi-
jtov ejti ^Qovov öo^rjö avxov xad^rjöeöd^ca xat i\ueiö ejn öcoöexa
d^Qoiww XQtvoineö raö öojöexa (px)Xaö rov LöQarjl' ^^xat jiao
oöTLö acpt]xev oixiaö rj aöel(povö tj aöel(paö rj jtareQa rj n7]TeQa
fj yvvatxa rj rexva tj ayQovö evexev rov ovo[iaroö [lox^ exarovra-
jüZaöiova Xrjfiipezat xai C^mriv aicoviov xXijQovofirjöec ^^jroXloi
de eöovtat jzqcotoc eoxcttot xat ot eöxccToc jiq(dtol'
XX. 0(ioia yaQ eöxiv rj ßaöiXeia rcov ovQavwv avü^Qcojtco
oixodeöJiOTTj OÖTLÖ e§,7]Xd^ev afia jtQcat fiiöi^coöaöS^ac e^yaraö eiö
Tov afijtelcova avxov ^övft(pcovTjöaö de fiera \\ rcov egyazcav ex
örjvaQLOv Trjv 7]f(eQav ajteöretXev avzovö etö top afiJteZcova
avTOV ^xai e^eld^mv jteQL tqlttjv coQav löev aXlovö eöTcoTaö ev
TT] ayoQa agyovö' ^xaxeivoiö eijiev' vjiayeTe xat vfietö etö tov
af/jteXcova fiov xai o eav t] öixmov öcoöw vfitv ^ot de ajtrjX^ov
jtaXiv e^eXd^ojv jteQi £xt7jv xat evaTTjv mgav ejtotrjöev ojöavTcoö'
^ JteQL öe TTjv ev6exaT7]v coqüv e^eXO^cov evQev aXX.ovö eöTcoTaö
agyovö xat XeyeL avTOLö' tl o:fde eöTTjxaTe oXtjv ttjv f/f/egav agyoL'
" XeyovöLv avTco' otl ovöeLö 7]fiaö efiLöd^coöaTO' XeyeL avTOiö'
vjiayeTe xaL v- \\ fieiö eLö tov affjieXo)va fiov xül o eav t] ÖLxaLov
Xrjffxpeöd^e' ^oipLaö de yevofzevTjö XeyeL o xvqloö tov aiijteXoJvoö
TG) ejtLTQOJtoj avTov xaXeöov tovö eQyaTaö xaL ajioöoö avTOLö
TOV f/LöO^ov aQ^afievoö ajto tcov eöxctTcuv ecoö tcov utQo^TOJv'
^xaL eXd^ovTeö ol jteQL ttjv evöexaT7]v ojQav eXaßov ava drjva-
QLov ^^eX&ovTeö öe xaL ol jtqwtol evoftiöav otl jtXeLov X7]fi-
xpovTttL' xaL eXaßov xaL avTOL to ava drjvaQLov ^^XaßovTeö de
eyoyyv^ov xaTa tov oLxoöeöJtoTov ^'^XeyovTeö otl ovtol ol
eö^aTOL fiLav coQav ejtoLr^öav xaL löovö TjfiLV avTovö ejtorrjöaö
TOLö II ßaöTaöaöL to ßaQoö T7]ö 7]fieQaö xaL tov xavöcova' ^-^o de
28. IJ.OL in margine additnm. j naXivevyeveam] 7ta).iveyevFaia codex, ita
qiüdem ut a yeveoia nova linea incipiat.
38 Codex Rossanensis, Mt 20. [pp. 159—161
ajtoxQiü^eiö ujiev en avxojv sraiQS ovx adtxco os' oir/c ^Tjva-
QLOV övv{:(fa)vr]Oa oor ^^aQov ro oov xai vjtays' d^sXw 6e tovtcq
TCO höyatm öovvai o^o xat Ooi' ^'"'r/ ovz ts^öziv fcot jcoif]öcu o
d^eXm 8V Toiö effoiO' ?] o ocpd^alnoo oov jtopr]Qoö eotip otl ^yoj
ayad^oö 8ifa' ^^'ovtojO eöarrai oi töyarot jiqojtol xat oi jtQco-
Toi töxaxoi' jtoXloi yaQ eioir x?.?/toi oliyot dt ^xXexroi' ^'xai
avaßaivcov o l7jöovO ttö LtQoöoXvfia jraQsXaßtr rovö öcjösxa
(lad^riraö xax löiav ^i^ rr/ odm xat eljisv avrotö' ^'^idov avaßat-
vo(iev HO lizQoöo- II Ivf^ia xca o vioo rov cw^qcojiov jtaQaöoßr/oe-
rai TOLö aQyjeQsvölr xca yQafinanvou^ xat xaraxQijvvotv avrov
O^cwarco ^^xai jiaQadojöovöiP avroi' roco tü^veöiv hö to tfijce^ca
xai fiaOTLycoöai xai öravQcoöat xat X7] xqiti] rmi^Qa iyeQd^rjöbTca'
^^TOte jtQoö7]X^t:i^ ccvToj 7] fitjTTjQ Ton^ VLCDV C^eßtöaiov fiera rcov
vicov CWT7J0 jTQOöxvvovöa xat aiTOvoa rc jtaQ avrov ^^o d^e
ujiev avTfj' TL ^£/6^ö' 7/ de leyu cwto' eijte tva xad^iöcooiv
OVTOL OL ovo VIOL [iOV UO tX Öt^iO^V OOV XaL tLÖ £^ eVOJVl\aCOV 60V
SV TT] ßctöLXtia öov '^'^ajioxQi\}uö 6e o l7j6ovö SLjtev ovx oidare
TL CUTtlöd^t' ÖVVCiO&S II JTL&IV TO JlOTljQLOV O eyco (leXXcO JtLVHV
Tj TO ßajcTLöfia o eyco ßajiTL^ofiüL ßajiTLöd^TjvaL' XeyovöLV avrco
övvafiad^ci' '^^xai XeysL avTOLö' to (itv jtoT7]Qiov fiov jiLtod^e xaL
TO ßajiTiOfia 0 tyco ßajiTLC^oiica ßajiTLöd'7]öe6d^aL to dt xa^Löca
hx dtsfon^ [lov xca t§, evcovv/icov ovx sötlv sfiov öovvaL aXX olö
7jTOL{iaOTaL vjco Tov jtaTQoO fwv ^^^xciL crxovöavTtö OL dexa
7iyavaxT7jOav jisql tcqv ovo adsXcpcov' ^^o de Lf/öovö jTQOoxccXe-
Oafiei'oO avTovö eLJtev OLÖaTca otl ol ciQyovTeö tcdv ed^rcov
xaraxvQLevovöLV avTcov xaL ol (leyaXoL xare^ovOLa^ovOLi' \\ av-
Tcojr '^^'ovy ovtcoö eöTca ev vfiip' aXX oo ear d^eXrj ev v[iLV [le-
yaö yeveöd^aL söTaL v/lcqv ÖLaxovoö '^~' xca oö ear d^eX7] ev i\uir
eLvaL jtQCDTOö eöTca vf/cov öovXoö' '^'^ojöjreQ o vioO tov ccvO^qo-
jtov ovx 7]Xd^ei^ ÖLaxo)'7j{)'7]vca aXXa ÖLaxov7]oaL xca öovvca t?]v
xpvytjv avTov Xvtqov ccvtl jzoXXojv '^'^xcu exjroQtvofievcov avTcov
ajto LeQLyoj 7jxoXovi97/ s^ovOiav TavTtjV
^^ajioxQid^8iö Ö8 o 17/ÖOV6 81J18V avTOiö' 8QcoT7]öco vfiaö xayco
87m Xoyo7^ OV eav 8ijr7jT8 fioi xaym v^iv 8Q(d 8v jtoia 8^ovöia
xavTa jtoim' ^''to ßajtTiöf/a iQjariwv jiod^87^ 7jv fg ovQavov tj
8^ avd^QoyjKDV Ol de öieXoyi^omo jtaQ eavTOiö X8yo7n86' eav
eijiojfiev 8^ ovQavov e- \\ Qei rj/jiv öiaTi ovv ovx ejtiöTevöaTe
avTm' '^^'eav de eijrojfiev 8§, avd^Qmjtcov (foßoi\ued^a tov oyXov
jtavTSö yaQ eyovöiv tov ia)avv7]v mö jtQ0(f7]T7]v' '^'^xai ajtoxQi-
d^evTEö TCQ irjöov eiJtov ovx oi6ane7'' ecpi] avzoiö xai avTOö'
ovöe eym Xeyro v^iv ev Jioia e^ovöia TavTa Jtoioj' '^^ti de vf/iv
doxer avdQOJjtoö tiö eiyev Texva dvo xai jiQoOelO^mv tco jzqojtco
eijtev Texvov vüiaye 6)]neQov egya^ov ev tco a^ujteXcovi' -''o de
15. naidfid] Sfxa in rasura scriptum. ] x(mt,ovT(xa] zova yf(^)riu,ovTcca
codex, sed rova piinctis superpositis improbatum.
pp. 169 — 172] Codex Rossaiieusis, Mt 21. 41
ajtoxQi&siö ujtev ov d^eXor vöreQOV öe f/srafjsh/^eiö aji:t]Z{hsv'
^^XaC JZQOÖEld^fDV TCO ÖSVTeQO? SUtSV COOaVTCOÖ' O (5£ ajTOZQid^biö
sijtsv syoj xvQLb' xai ovx axt]Xd^ev' ^Wca \\ ovv sx rcov ovo ejtoi-
Tjösv To {)^eX7]fm rov jiaxQoö' ktyovöiv avrm o jiqcotoö' Zeysi
avroiö o L7]6ov(j' ccfirjv Xeyoj i\utv on ol xtlcovai xat at jtoQVca
jüQoayovön^ vfiaö uö rrjv ßaöiXecav rov d-sov ^'^fjXd-sv yaQ jiqoö
vfiaO LcoavvTjö sv oöm öixaioövv?](j xat ovx ejitörevöare avrm'
OL 08 relmvai xca ai jtoQvat sjtiOrevöav avxco ' vfzscö de löovreö
0VÖ6 fieref/sXrjd^f/Te vötsqov rov jitörevOai avzo?' ^^aXh]v jtaQa-
ßoXrjv axovöare' avd^Qojjtoö r]v otxodsöjrorfjö oörio tfpvxevöei'
afijrsXcova xat (pQayiiov avrco jt^Qitdr^xev xat coqv^sv 8P avroj
Xrjvov xat ojxodofifjösv jtvQyov xat s^s6o- \\ ro avrov yscoQyoiö
xat aji8Ö7]f(7]0£V ' ^^0T£ 06 Tjyyiöev o xaigoö rojv xaQjiow ajt-
8öT8il8v Tovö öovkovö cwTov jtQoö tovO ysojQyovö Xcißuv rovö
xüQjtovO avTov ^^xat laßorraö oi yewQyot rovö öovXovO avrov
ov (lev sSeLQav ov Ö8 ajtsxrivav ov ös ^Xid^oßolr^Oav ^^jtaliv
ajisöreiXev aXXovö öovXovö jtXeiovaö rmv JiQmrmv xat ejtou]-
öav avroiö coöavrojö' ^''vOregov ös ajteörsiXev jtqoö avrovö
rov viov avrov Xeyojv evrQajcrjöovrat rov vtov fioir ^^ol öe
yecoQyoc löovreö rov vtov sijtov jiqoO eavrovö' ovroa söriv o
xXriQovofioö' Sevre ajioxrsivcofisv avrov xat xaraoycofisv \\ avrov
r7]V xXijQovoffiav ^-^xat Xaßovrtö avrov ss^ßaXov s^oj rov
afijzeXoDVOö xat ajtsxrstvav ^^orav ovv tXd^i] o xvqloö rov
afiJcsXcovoö rc jtoirjöet roiö yswQyoid sxtcvocO' ^^XeyovöLv avroj'
xaxovö xaxojö ajtoXeöti avrovö xat rov a/ijtsXcova sxöcoösc aX-
Xoiö yhcoQyoiö oiriv^ö aüioömöovöiv avroj rovö xaQjtovö tv rotö
xaiQOLö avrcov ^^Xsytt avroiö o irjöovö' ovöejiors avtyvmrt
ev raiö ygacpaiö' Xid^ov ov ajrsöoxifiaöav oi oixodofiovvrtö
ovroö eysvTj^Tj siö xecpaXr/v yojviaö' oiaQa xvQiov syevsro avr?]
xai söriv ß^avfiaörr] ev ogjd^aXfioiö 7]ficov' ^-^öia rovro Xeyco ||
vficv on aQ^7]ö£rai acp vfimv 7] ßaöiXtia rov d^eov xai do^rjös-
rai ed^vi jtoiovvri rovö xagjiovö avr7]ö' ^^xai o Jtsöcov tJti rov
Xid^ov rovrov övv^Xaö^7jöerai' a(p ov d av jteörj Xixfirjöei avrov'
37. ÖS aTCeateiXsv] a supra lineam scriptum et f pr vocis aTtsarsiXev
ex i factum.
42 Codex Eossaneusls. Mt 21. 22. [pp 173—175
^^xac axovöaVTiö ot aQ/ieQtcö xai oi (fagiöatoi zao jtaQaßoXao
avTOV typojöav ort jitQi avxow Xr/tt' ^^'xat ^7]tovvt8ö avrov
xQaT?]6at 8
^09 TOVÖ tyßQOVÖ (jOV VJtOJtOÖLOl^ TO)V JtOÖOJP OOV ^'^EL OVV
dad xaXu avrov xvqlov :jz(X)ö vioo avrov eönv ^^xai ovöstö
7]6vvaroj a:jioxQid^7]vat avrco loyov ovös eroZ^ufjöw rio ajt
exeiV7]ö rr/o r/fjsQaö tjitQcor7]6ai ovxtn avrov
XXIII. Tore o irjöovo tlalr]6f:V roio oyloio xai rocö
^a{^7]raiö avrov '^liycov etil r?]6 f/ojvoscoo xctd^EÖQao Exad^LOav
OL YQafjftareio xat ol (paQiOaioi' ^Jtai'ra ovv ooa tav eijtcoöiv
vfiiv rrjQSiv r7]()8ire xai jioitire xara de ra tQjaya avrov lu]
jtoisire' Zsyovoiv ya.Q xat ov jroiovOiv ^ötOfisvovöiv de (poQria
ßaQea xai övoßaöraxra xat ejtiri^eaöiv ejii rovö cofiovö || rojv
avd^Qcojicov reo de öaxrvXw avrojv ov {^elovöiv XLvrjöat avra'
^jiavra de ra eQya avrcov jtotovöiv jiqoö ro d-ead^rjvaL roiö
ai^d^Qmjioiö' jiZarvvovöiv de ra (pvlaxri]Qia avrow xai [ieyalv-
vovöiv ra XQaöJzeöa row iiiarimv avrojv ^'cfLlovOiv de r?jv
jtQojroxXi]öiav ev roiO deurvoiö xai rao jtQcoroxa&edQtaö tv raio
övvaywyatö 'xat rova aojiao^ovö ev ratö ayoQaiö xat xaliod^at
vjTo rojv avd^Qojjtmv Qaßßr ^vfieiö de //?; xÄ?/0^}]re Qaßßr eio
yaQ eOriv v/fcov o xad^riyrjrijö o XQiöroö Jtavreö dt viieiö adeZ-
g)Oi eöre' ^xac jtareQa /nj xaXeOrjre vfimv ejti r?/0 yf/O' eiö yaQ
eOriv v[UDV o jiar^iQ o ev ovQa- \\ voiO' ^^f/r/de xhjd-7]re xa^htj-
y7]rai' eto yaQ eörtv i\uoyv o xa{}^7]y7/r7]6 o yQtöroO' ^^o de fai-
^ov v[W)v eörai vfiwv diaxovoö' ^'^oöriö de mpcooet eavrov
rajtivoidrjöerai xai oorio rajiivcoOei tavro7^ vipoj{^7/öeraL' ^^ov-
ai. de v/ffp yQa[i(iari:iö xai (paQioaioi vjzoxQirai ori xareöd^ttre
raö oixiaö rmv y7]Qojv xai jiQog:aöei (laxQa jtQoOevyof^iei'or dia
rovro Xriiixptöd^ai jitQiööortQov xQina' ^^ovai v^av yQafifiareiö
xai cpaQiöaioi vjtoxQirai ori xXeiere r7/v ßaoiZeiav roJv ovQai'ov
efiJiQoöü^ev rmv avd^Qcojiow vfieiö yaQ ovx eiöeQyeo^e ovde rovö
eiöeQyofievovo aepiere eiöeld^eiv ^-^ovai v- || [iiv yQaf/nareiö xai
(paQiOaioi vjtoxQirai ori jztQiaye r7]v {haXaOöav xai r7jv ^7jQav
46. avTov in margine additum.
XXIII, 3. e^yaya] ab altero ya nova liuea incipit.
15. TifQiccye] ita codex ultima syllaba plane omissa.
I
I
pp. 184—187] Codex Rossanensis, Mt 23. 45
Lim jtoirjOSTS si^a jtQoö7]XvTov ocai oxav jevr/rai jtoisire avrov
viov yssvvfjö ötjtZoreQov vf/cov ^*^ovai v^uiv oöif/oi rmploi 01
ZsyoPTeö' 06 av ofioOrj er reo imco ovdsi^ eöriv 00 ö av of/oöy
er TCO XQ^^fX) rov vaov ocpilsr ^'^ ficoQoi xat rvcplor rio yafj
fi£iC,cop sariv o /qvöoo 7/ o vaoö o ayia^mv top xQ^^^^' '^^cat
OÖ aP OflO(j7J £P TCO {hv6LaÖT7jQLCO OVÖSP EÖTIP OÖ Ö ÜP OfiOöYj
EP TCO ÖCOQCO TCO SJCÜPCO aVTOV OCpilEl' ^'\aCOQOl XCa TXKfXoi' Tl
yag fiei^cop to öcqqop // ro d^vötaöTijQiOP to a- \\ yioQop to öco-
QOP' -^o ovp ofioöaö EP TCO d-vOiaöTiiQLco offjwEi EP ÜVTOJ xat
EP jiaöip TOLö EJtaPCQ avTOV '^^xai o ofwöaö ep tco paco ofiPVEc
EP avTco xat ep tco xaTOLX7]6aPTi avTOP' ^^^xai o Of/oOaö ep tco
OVQaPCO OfiPVEt EP TCO d^QOPOJ TOV n9^60l^ Xai EP TCO Xai)^7j^EPCO
Ejtapco avTov '^^ovai v^iip yQan^iaTEtö xai cpaQi6aioi vjioxQiTat
OTt ajtoÖEXaTOVTE TO 7]ÖV0Ö{^10P Xat TO aiud-OI^ XCa TO XVfJtPOP
xac ag)7]xaTE r« ßaQVTEpa tov pof/ov t7]p xqlölp xai top eXeop
xai TTjp jitöTiP' TüVTa 6e eöei jtocTjOai xaxEipa ,w?y acpiEPai'
'^^oÖriyoi Tvcploi oi divXit,0PTE6 top xcopoojta ttjp öe xa- || ^?/-
Xop xaTajiLPOPTEö' ^^^ovai viitp yQafifiaTEtö xai (paQLöcuot vjto-
XQLTai OTi Xad^aQiC^ETE TO E^CO^EP TOV JtOT7lQiOV XCU T7jö
jiüQo^pLÖoö Eöcod^EP ÖE yE{xov6iP E^ aQjtayrjö xcu axai^aQöiaö'
^^CpaQlÖaLE TVCplE Xad^aQLÖOP JIQCOTOP to EPTOO tov JtOTfjQlOV
xat TTjö jiaQoipiöoö ipa yEPrjTai xai to extoö avTcop xadaQOP'
'^"'ovai vfiip ygafi^uaTEiö xai cpaQiOaioi vjcoxQiTai oti jtaQofioi-
a^ETE TacpOlÖ XEXOPiaffEPOlO OITIPEÖ E§CO{^EP fiEl^ g)aiPOPTai
(OQaioi Eöco^EP ÖE yEfiovOip oöTECop PEXQcop xai Jia jiQOöiiXd^ov avroj oi f/af^tjrai xar löiav Xtyorreö' || £ijit
7jftiv jtors ravra eörai xat ri ro ö?ifaior r7jö ö7/0 jtaQovöiao
xai r7]ö övvrsXsiaO rov aiojvoö' ^xai ajroxQi&eio o i//Oovo
£LJie7> avroiO' ßXtJttrs f/?j riö vfiao jrXaj'?jO?/' '^jioXXol yaQ tXev-
oovrai tjtt reo orofiari f/ov Xeyovreo tyco sif/i o yQioroo xai
jioXXovO jrXa7'7/(jovöi7'' ^'fitXhjöerai de axovsiv jroXsfwvö xai
axoaö jioXtficov o^are }J7j ihQotLOif^t' cht yaQ ytreod^ai jrarra
aXX ovjtco eöriv ro reXoO' ~ 8ytQ{^?/0trai yaQ ti^voö tjc tx^voö
xai ßadiXua ejtt ßadiXeiav xai e007^rai Xiiwi xai Xoifwi xai
öiö/joi xara rojtovö' ^ ravra Jtai'ra ((.Qyai vjöirov' -Wort jtaQa-
dcoOco(jL7^ i\uaö tio ß^Xi^Hi' xai ajto- \\ xrti'ovoii' vfiao xai eoeo{he
fiiciovfisj^ot vjio jravrcor dia ro ovoiia iiov ^^xai rore oxaröa-
XiöB^7j(j07^rai jtoXXoi xai aXX7jXovo JiaQadcoocoOii' xai faof/oovoir
aXXj/XovO' ^^xai jioXXoi y'&vöojTQocf rjrai avaor/jooi'rai xai .rXar7j-
öovöiv jtoXXovö' ^'-xai dia ro jiXf/t)vri)^?irai rtjr avof/iar fvy)/-
0er ai ?/ ayajrr/ rcov jtoXXcjv ^^o de vjrofieu'ao eio reXoO ov-
roö oojfhtjOerai' ^^xai xr/Qvyßf/Oerai rovro ro evayyeXiov rtjö
ßaoiXeiaO er ohj t// oixovfiev/j eio fucQrvQio)' jiaoir roio e^^i'e-
pp. 191—194] Codex Kossaiiensis, Mt 24. 47
CLV Xai TOTE ?j$,6t TO TsXoÖ' ^'^ OXm^ OVV lÖijTE TO ßÖsXvyfia T7]0
SQi]ficü08co(j TO Q?i^£7^ öta öavujl Tov jtQocpr/Tov eOToO £7' TOjzo? II
ayiw o mmyLvmöxcov vosirco' ^^tots ol ev t// tovöaia cfisvys-
Twöav £tö xa 0Q7j' ^"'o £jn tov öatfiaToO ///y xaTaßaTCO aQai
Tcc £x T?/(j oixiao avTOV ^^xai o t/' tco ayQco of/oicoo f/r/ tjn-
(jTQ£y)aTco eiö Ta ojriöco aQai to iiiaTLOv avTOV ^'^ovat ös
Taiö eyyaöTQi £;foi;öa/ö xat tülö {)^?ßa^ovOcuö £V txnvaio Taiö
?]f/£^aiO' ^^^JlQOÖSVX^Od-S Ö£ LVa fl7j YEvrjTat 7] (pv'/7] viicov X£i-
ffcovoö f/r/Ö£ öaßßaTCQ' ^^£OTaL yaQ tot£ {)'XiiI)£C(j fi£yah] oia
ov y£yov£v aji a(>///ö xoöfiov £ojö tov iwi^ ovd ov p/ y£V7jTai'
'^^xai £i fi7] £xoXoß(x){}^7jöav ai 7ßi£Qai £X£tvai ovx ai^ £ömd^7j
jtaöa öaQ^' öta Ö£ tovo £xX£xtovö xoXoßcofh7]öovTcu ai 7j- || f{£Qai
£X£lVat' '^^TOT£ £aV TlO VfilV £IJ17/ lÖOV COÖE O /()^ÖrO(5 7] COÖ£
[17] jtiöT£v67jT£' '^^£y£Qd^7iöovTaL yaQ xptvöoxQi^OTOL xai 7i)£v6o-
jiQ0(f7]Tai xai dcoöovoiv ö7jfi£ia [i£yaXa xai TEQaxa coöt£ jiXa-
7'7jöai £L ÖVVaTOV xai TOVÖ £xX£XTOVÖ' '^'UdoV JTQ0£f()7jXa VfZtV
'^^£av ovi^ £ijta)öiv i\un' idov £V r/y £Q7j[ico £Otiv ///y £§£X&'7]T£'
tÖOV £7^ TOlO TaflLOlö fl/] Jn6T£V67jT£' '^'^ OJÖJl£(J yaQ 7/ aGTQajT7]
£^£QX£taL ajio avaTola)7^ xai (pai7>£Tai £coö övöfjo^v ovtcoO
£öTai 7] jtaQovöia tov viov tov avdQcojtov '^^ojtov yaQ £av /y
TO JlTCOfia £X£i 6VVaX^7j(jOVTai Oi a£TOi' '^^£VS'£C0(J Ö£ fl£Ta T7]V
{^Zi^pLV II TC07^ 7][l£QC0V £X£lVCOV O 7ßiO£ ovTcoo törat Tcai ?/ jragovoia rov viov xov ard^QOjjtov
'^^coöjrsQ yaQ rjöav ti^ ratö 7jf^8Qai6 raio jtqcq tov xaraxAvOfiov
TQmyovTSö xai jtivovrso yafiovvTeö xca eyyanitjovxeo ayjQi ?/0
rjiieQaö eiOijl^^sv vojs eio t?/v xißojTOj> -^'^xai ovx syvcoöav tcoo
rjld^iv o xaraxZvöfioö xai r/Qsr ajtavraö' ovtcoO eOrai xca ?y
jraQovöia tov vlov tov avi^Qcojtov ^"roTf ovo eöovTat er tco
aygco ho JtaQa?jjf/g)^?ja8Tac xat o tTtQOO ag)8Ü^?/08Tai' ^^Övo
alrid^ovöat tr tcö ^vXco fiia jtaQaX?jf/(ft)^tjö£Tat xat fiia acped^ij-
OeTat' ^^^yQ?jyoQ8iTS ovv oti ovx oiÖaTS jtoia 7/fi6()a o xvqloö
vficov egx^T^ccf^' ^^exetvo de ywmöxeTe oti et i^öei o oLXodeojtOTf/ö
jtoia II ' '^^ f/^ei
o xvQioo TOV dov?Mv exeivov er )i[ie{>a i] ov jrQooöoxa xai ei'
oj(ja 7j ov yivaxjxei ^^xai öiyoTOfojöei avTOv xai to f/eQoo
avTOv fiexa tcoi^ vjioxqitcov d-7iöei' exei eOTai o xXavO^fioo xai
o ß()vyfwo TW1' oöoPTa>v'
XXV. ToT£ ofiouo{h7]OeTai ?y ßaoileia Tojr ovQarcor dexa
jiaQd^eroiO aiTiveo Xaßovoai Taö Xafijtaöao avTOjr 6:$////^or eio
vjtavTijöiJ> TOV rv^(fiov xai t?/ö rv^ug^?/ö' ^jterzs öe e^ avTcor
7]6av fiojQai xai JtevTe (f{)ovi^ai' '^ai yaQ ficoQai Xaßovöai Taö
Xa^ujtadaö eavTcor ovx eXaßor iieih eavTOJV eXaiov || ^ai de
pp. 199—201] Codex Eossanensis, Mt 25. 4g
(pQOVifioi eXaßov ,«£^ savzcov eXmov ev roio ayyioiö avrcov
fisra Tcov la^naöcov avtcov ^;f()o?^igo2^ro(> ös rov vvfiq)cov
svvöra^ap jtaöai xat exad^evöov ^fisörjO 6s vvxroo xQavy?] ys-
yovsv 160V o vvfKpioo sQXSTai s^sX^ars uö vjtavt7]6iv avrov
"^ TOTS 9]ysQ^7]Oav Jtaöai ai jtaQß^evoL sxsivat xat sxoöf/?jOav raö
Xafijraöao savxojv ^ai de ficoQac xaio (pQovLfioiö sijrov' öors
vfiLV £x rov eXaiov vficai^ ort at Xafijiadsö rj^cov oßevvwrar
^ ajt£XQLd^7]6av Ö£ ai (pQovtnai Xsyovöai' fiijjtOTS ov [irj aQxtörj
rjficv xat vfiiV jtOQevsö^s ffaXXov JtQoC rovo JtcoZovpTaö xai
ayogaöars savraiO' \\ ^^ajisQXoiievmv 6s avrcov ayoQaöai r/Z^sv
0 vvfi(f)Coö xat at srotfiot stör/X^ov fisr avrov stö rovO yafiovö
xat sxhö^rj tj d^vQa' ^^vörsQOV 6s SQ/ovrat xat at Xotjtat jtaQ-
d^svat Xsyovöat' xvQts xvQts avot^ov 7]fitv' ^^^ 6s ajtoxgt^stö
stjttv afi?]v Äsyco v^itv ovx oi6a vfiaö' ^^yQfjyoQstrs ovv ort
ovx ot6ars rrjv rjfiSQav ov6s rr/v cogav ^"^coöjcsq yaQ av^Qm-
jioö ajio69]ficov sxaXsOsv rovö i6tovö 6ovXovö xat jtaQs6mxsv
avrotö ra vjtagxovra avrov ^^xat co (isv s6a)xsv jtsvrs raXavra
CO 6s 6vo CO 6s SV sxaorco xara rrjv t6tav 6vvafiiv xat ajts6f]-
fiTjösv svd^scoö' ^^jiOQSvd^stö 6s o ra jtevrs raXavra Xaßcov \\
stQyaöaro sv avrotö xat sxsq67jösv alXa jtsvrs raXavra'
^^ möavrcoö xat o ra 6vo sxsq6?]0sv xat avroö aZXa 6vo' ^^o 6s
ro SP Xaßcov ajtsXd^cov coqv^sv sv rrj yr] xat ajtsxQvipsv ro
aQyvQtov rov xvQtov avrov ^^fisra 6s xqovov jtoZvv sQxsrat
o xvQtoO rcov 6ovXcov sxstvcov xat övvatQst Xoyov fisr avrcov
"^^xat jtQOösXd^cov o ra jtsvrs raXavra Xaßcov jtQoörjvsyxsv aXXa
jisvrs raXavra Xsycov xvgts jcsvrs raXavra fiot jtaQs6coxaö t6s
aXXa Jtsvrs raXavra sxsQ6rjöa sjt avrotö' '^^s'
jtovTiQB öovZs xai II oxp?/()£ r/ösLO OTL {^eQLC^co ojtov ovx 8öJteiQa
xat övvayo) od^tv ov disöxoQjtiOa' '^'' ^ösi ovv Os ßaXiv ro agyv-
Qiov f/ov TOiö rQajiizC^Lraiö xat eXd^cov lyco exo^iiiöanrii^ av ro
£[i07> 6vv TCO roxcQ' '^^aQazs ovv aji avxov ro Ta?MVTOP xat
ÖOTS TCO sxovTi Ta dexa TaXavTa' '^^tco yaQ s/ovti jtavTt öoß^t]-
CSTai xat jteQiöö8vd^rj08Tai ajio de tov fir/ iyovToO xat o s/si
aQÜijösTai ajt avTov '^^xai top axQiov öovXov sxßaXaTe eio to
öxoToö TO E^coTtQov txti söTai o xlavO^fioö xai o ßQvyfwö tojv
odovTcov '^^OTav ös eXihrj o vioö tov avd^Qcojiov ev ttj öo^?]
avTov xat jiavTtö ot aytot ayyeXot /ist avTov tots xadrjOet
ejtt d-Qo- II vov öos^jö avTov ^^xat övvax^^jOovTat ef/jrQooi^sj'
avTov jiavTa Ta s^vtj xat a §,£vov xat OiW7/yayofi£v ?y yvf/i'ov xai
jt£Qt£ßaXoft£7'' ^'^jioT£ d£ 0£ idafi£7^ ttöiV^f?'?/ 7j £7' cpvXax7j xat
7/X0^Ofl£7^ JCQOCj 6£' ^^Xai ajrOXQt^^£lÖ O ßaOlX£VO £Q£l aVTOlÖ'
afi7jv X£y(X) vfitv £g) oöo7' £jioi7jöaT£ £ri tovtcov tcdv ^ixqcoi' tojv
aÖBXcpCOV ftOV TOJV £XayiöTCOV £flOt £JlOt7]öaT£' *h0T£ £Q£t xai TOlO
8^ £VCO7WflC07'' JrOQ£V£0fhat ajt £{AOV Ol X£XaT7j()afJ£7'0l £tÖ TO jn\)
TO aicoviov TO /yTo///«o,wfror tco cSiaßoXco xat toio ayyeXoiO
avTov II ^'^£jri7'aOa yaQ xat ovx £ÖcoxaT£ ^toi cpayttv £dnpf/oa
xat ovx £jioTi(jaTt fit' ^'^^£V0ö y/////r xcci oc oi>v7jycr/£TS //f
pp. 206—208] Codex Rossanensis, Mt 25. 26. 51
yvfivoö xai ov jtSQisßaXers ,W6" aöf^^err/O xaL SficpvXax/j y.ai ovx
ejteöxsipaöß^ai fis' ^'^to'BS aTtoxQid^riöovraL xcu avroi XsyovreO'
xvQLE J10T8 ö£ löaf/sv JtivcovTCi ?j öiJpcovTa Tj $^8V0V 7] yvfivov fj
aö^sv?] 7] 8v (pvXax7] xat ov 6u}xor)iöa^sv öof ^^tors ajtoxQt-
{^7]0srai avTOiO Xsycov af^r/v Xr/co v(Ilv eg) oöov ovx £jtoi?j6aT6
£Vi TOVTOjp Tcor £?.axiOTcov ovöa 8f(oi sjtoirjOars' ^^'xat ajtelev-
öovrat ovTOL £i6 xolaocv außVLOV oc ös öixaiot stö ^(orjv
aicoviov
XXVI. Kai £- II ysvsTO ort etsZeösv o u/öovo jcavxaö rovö
Xoyovö TovTovo eijtev toio fia^rjraio avrov '^OLÖars ort fiera
Svo 7]fi£QaO 10 Ttaöxa yLVsrai xat o vloO tov avd^Qcojcov jiaga-
ÖlÖOtaC £l6 TO öraVQCod^TjVai' ^T0T£ öVV)f/d^7]öaV Ot aQXL£Q£L6
xat ot yQafifiaT£iO xat ot jcQ£ößvT£Qot tov Xaov £tö rr/v avXr/v
TOV aQ)[t£Q£coO TOV X£yofi£vov xatacpa ^xat övv£ßovl£v6avTO
tim TOP trjöovv öoXco xQaTfjoovOtv xat ajtoxTtvcoötv ^£^£/o?^
Ö£' flT] £V TTj £0QT7j tva fl7j d^OQvßoÖ yEVTjTat £V TW XaCD' ^'TOV
Ö£ tTjOOV y£VOll£VOV £V ß7]&aVta £V OtXta ÖtflCOVOÖ TOV X£JIQ0V
'^jtQ067]l^£j> avTOj yvvTj II aXaßaöTQOi^ fivgov £iovöa ßagvTtfiov
xat xaT£y££v £jct T7/v X£(pahiv avTov avax£tff£vov' ^töovT£ö Ö£
ot na{^7]Tat avTov riyavaxT7]6av l£yovT£ö' £tö Tt 7] ajtcolta av-
Tfj TOV fivQov ^7]övvaT0 yaQ tovto jiQad^7]vat jioZZov xat öo-
{^jjvat TOto üiTmyptö' ^^yvovö Ö£ o t7jOovö £tjt£7^ avTotö' Tt
xojtovo jiaQ£X£T£ TTj yvvatx£f £Qyov yaQ xaXov £tQyaOaTO £tö
£ft£' ^^JtaVTOT£ yaQ TOVÖ JtTCQXOVö £/£T£ ft£^ £aVTmV £fl£ 6£ OV
JtaVTOT£ £/£T£* ^'^ ßaZXoVöa yaQ aVT7/ TO ftVQOV tovto £Jtt TOV
ocofiaTOö fiov jüQOö TO £VTa(ptaöat fi£ £jtot7/ö£V' ^^a}i7jv 7^£ym
v^itv ojiov £av xriQvyp7] to £vayy£Xtov TovTm £V olm || tco
XOÖflOJ Xa?.7]^7]ö£Tat xat O £JtOt7JÖ£7' aVT7j £t(J f.lV7JflOÖV7'OV aVT7]Ö'
^^TOT£ jioQ£vd^£t6 £tö Tcov öoyÖ£xa o X£yofi£vo0 tovSaö tOxaQtco-
T7]0 JIQOÖ TOVÖ aQ1t£Q£tÖ ^'^£tJt£V' Tt d^£X£Tat flOt ÖOVVat Xat
£yco v[itv jtaQaScoöco avTov ot d£ £6T7jOap avTco TQtaxovTa
aQyvQta' ^^xat ajio tot£ £C,7]T£t £vx£Qtar tva avTor jtaQadco'
^'t?; d£ JtQC0T7j TCOV a^VfimV JtQ007jZ{)^07' ot fjad^tjTat l£yOVT£Ö
TCO irjOov jrov ^£X£tö £TOi^iaöco^£V öot (pay£ir to jtaöxcc' ^^o
XXVI, 3. ci^yie^sioa tov in maigine suppletimi.
52 Codex Rossanensis, Mt 26. [pp. 209—212
ÖS HJitv avTOLö' vjtaytTS etö rr/v jioliv jtQOO top öiva xai
SLjrarai avrco' o öiöaöxakoo Zeyti' o xacgoö fiov syyvo eörtv
jiQOO öe jtoLG) II TO JiaO)(^a fjera tojv fiai}^7/T0JP fiov ^^xat sjiot-
7joav ot fiad'7]Tai wo övvtTa^ev avroto o ujOovo xac rjroLfiaoav
TO jtaöxci' '^^o'ipLaö (3fc y8VOfi8vr/0 avtxecTO fiera zcov öcodexa
fiad^ijTcov' ^^xat ao^iovrcov avrcov stjtsv afi7p Xeyco i\uiv ort
etö £^ vficov Ttagaöcoöet (if ^'^xai Xvjtov^usvot öqjoöga fjQ^avro
ksystv avTco exaöroö avxcov fir/Tt tyco tifiL xvqis' ^^o ös ajco-
xQid^EiO eiJütv o sfjßaTpaö fisr tf/ov sv reo TQvßXico ry/v /£i()«
ovToö (IS jzaQadcoöet' '^^o fiev vioö tov avd^Qcojiov vnayu xa-
{^cqO yeyQajirai jiSQt avrov ovai de toj av^Qcojtca exeivoj di ov
o VLoO TOV avd^Qcojtov jtaQaöiöoTar xaXov ijV avrco ei] ovx
eyevv7i0^7] o ard^Qcojtoo \\ exeivoö' '^''ajcoxQtd^eiö öe lovöao o
jiaQaöiöovö avTov eijtev f/7jTi eyca eiftt Qaßßi' Xeyei avrco' ov
etüiaO' ^^^ eöd^LOvrojv öe avrcov Xaßcov o ir/Govo rov agrov xai
evxciQiOr7jOao exXaoev xai eöiöov roio i^iad^tjraLO avrov xai
eiJtev laßere cpayere rovro eorcv ro ocofia fiov '^"'xai Xaßcov
jtOTfjQLOV evxaQiörrjöao eöo^xev avroto leyow üitere ec, avrov
jtavreO' ^^ rovro yaQ eortv ro atfia fiov ro rtjö xatV7jö ötad^7i-
X7IÖ TO JteQt jcoXXorv ex^vin^o^ievor etö acpeötv aftaQrtcov '^^Xeyoj ^
öe vfitv ov fi7] jttco ajiaQTt ex rovrov rov yevr/fiaroö r?jö «,w-
jteXov emö rrjö 7jfieQaö exeiV7/ö orav avro jttvco fied^ \\ vficoi'
xatvov ev T?y ßaötXeta rov jtarQOö fiov ''^^xat vfiv7jöarreö e§7jX-
{^ov etö ro oQOö rcov eXatcov '^^rore Xeyei avroto o ttjöovo'
jcavreö vfietö öxavöaXtoi^^rjöeöd^at ev ef/ot ev r7] vvxrt ravrfj'
yeyQajtrat yaQ' jtara^co rov jcotfieva xat ötccöxoQjttö^tjöovrai
ra jTQoßara rr/ö jtotf/vfjö' '•^^f/era öe ro eyegd^ijvat fie jigoa^co
vfiaö etö rtjV yaXtXatav '^^ajioxQtd-etö öe o jterQoö etjrev av-
rco' et jiavreö öxavöaXtöd-7]öovTat ev öot eyco ovöejtore öxav-
öaXtöd^Tjöo^uat' ^*eg)7/ avrco o t7]öovö' afi//v Xeyoo öot ort ev
ravTTj r7j vvxrt jtQtv aXexroQa (fcov7jöat tqiö ajtc(QV7]ö7j //f
^^Xeyet avrco o Jie- \\ tqoö' xav öe7j fiat övv öot ajiod^avetv ov
f.1// öe ajiaQV7jöofiat' ofiotcoö öe xat jtavreö ot fiaß^7]rat eijtov'
'^^'Tore eQxerat (ier avrcov o t7jöovö etö ycoQiov Xeyoitevov yeß^-
öeftavet xat Xeyei roto fiad^7jratö avrov xaO^eiöccre avrov ecoö
ov ajieXi)-cov jcQoöev^oftat exet' ^"'xai jra^aXaßcov rov JterQov
pp. 213—215] Codex Kossanensis, Mt 26. 53
Tcat Tovö ovo vLovö ^eßsöaiov 7jQ§aro XvjtetOd^ai xai adr/fioj^eiv
^^TOTS Xsyst avTOiö' jisqlXvjioO sötiv tj ipvxt] (lov smo d-ava-
tov (iuimre m6t xat yQ7/Y0QstTS fisz tfiov ^^xac jtQosXfhcov
(iLXQor sjtsosv tjtc jcQoümjtov avrov jtQOösvxofisvoö xat Xsyojv
jtareQ st övvatov || bötlv jtaQsX^avoj ajt sfiov ro jcottjqiov
TOVTO' jtXrjp ovx coo eyo) {heZco all ojO öv ^^xai sQ^sraL jtgoo
TOVÖ (iad^7]Tao xaL evQiOxsi avTOVö xa^svöorraö xat Xtyet roj
jtETQco' ovTcoö ovx töx^öats f/iav coQav yQ7]yoQrj6ai (ist sfiov
^^yQT/yoQSiTS xat jtQooevxsoO-e iva (irj siösZO-tjts blö jttiQaöfiov
To fiev jti^svfia jtQo^vffov tj 6e öaQ^ aöd^evrjö' ^^^jiaXiv ex öev-
T£Qov ajtsXd^oiv jtQoörjv^aTo Xsymv jtarsQ fiov et ov öwaxat
TOVTO TO JtoT7jQioi^ jtctQeXd^eiv ajt £fiov sav f/7] avTO üitm ysvri-
d^TjTo TO d^sXr^fia öov ^'^xat sXfhojv :jiaXtv evQSV avTovö xad^si^-
dovTaO' Tjöav yaQ ot ofp^aXiioL avTOJV ßeßaQTjfievot' ^^xai || afpsiö
avTOVO ajtsXd^oJV JtQoör/v^aTo ex tqltov tov avTOV Xoyov etjtcov'
^^T0T£ eQxsTat jtQod TOVÖ [iad^TjTaö xat Xeyet avTOiO' xad^svösTS
TO XotJtov xai avajtavsO^s' löov f^yytxtv i] coQa xat o vio6 tov
avd^Qmjtov TtagaöiSoTaL sio x^^Q^^ afiaQTcoXcov ^^eyscQsOd-t
aycof/sv löov r/yyixsv o jiaQCiöidovö fie' ^'^xat stl avTov XaXovv-
TOö löov lovöaö BIO Tcoi> öcoÖBxa rjXO^BV xai fiBT avTov oxXoö
jtoXvö (iBTa iiaxc(,tQcov xat §vXo)v ajio tcov «(>;^/£()£for xac jiqbö-
ßvTBQcov TOV Xaov *^o Ob jcaQaöiöovö avTOV bÖcdxbi^ avTOiö
ör/fiiov XBymv ov Bav (piXt^öco avTOö bötlv XQaTijöaTB avTOV
^^xai Bvd^Bcoö jtQoöBXd^oJv TCO LTjöov || BiJiBV /a^(>€ Qaßßi xat xaT-
sq)iXrjöBi^ avTov ^^*o 6b itjöovo bijibv avTCO' STaiQB B(p o JiaQst'
TOTB üiQOöBXd^ovTBö EjtsßaXoj^ Taö ;^£^()«ö Bjtt TOV i7]öovv xat
BXQaTTjOav avTov ^^xat löov blö tcov fiBTa trjöov BXTBtvaö ttjv
Xst^Qd ajtBöJtaöBV T7]i> fiaxcciQav avTOv xat jiaTa^aö tov öovXov
tov aQxtBQBOJö acptXev avTov to cotiov ^'^totb XsyBt avToo o t7]-
ÖOVÖ' ajtOÖTQBtpOV öov TTjV (laXCitQaV BtÖ TOV TOJtOV aVTTjÖ'
jtai>TBö yag ot XaßovTBö [laxatgav bv (jtaxc^tQjj ajioXovvTat'
^'^Tj öoxBt öot OTt OV dwafiat aQTt jtagaxaXsöat top xaTsga
(lov xat jtaQaöT7]öBt fiot jüXbiovö tj öcoösxa XsyBcovcov ayysXcov
39. 7tQ08l^a)v] TtQoaeld^cDv codex, sed dpunctis superpositis improbatum.
48. xQdTriaaTb] ax pr factum ex 7/(T
54 Codex Rossanensis, Mt 26. [pp. 216 — 219
^* jicoö ovv jtXrjQOjd^möLV at yQa(pai ort ov- || rcoö öei ysvea^ai'
^^ SV exsivi] rrj co()a tcTiev o upovö tolö ox^oiö' coo ejci Xr/O-
rrjv 8^7]h9aTS /lera nayaiQcov xai ^vXojv övvXaßeiv fia' xa\9
?]fj8Qai^ jTQoa vfiaO sxad^tL,o^riv didaöxojp ev reo isqoj xac ovx
sxQCiTi/öars fit' ^^ tovto ds oXov jhyovhv iva jiXriQcod^coöiv at
YQmfcu Tcop jtQog)?]Ta)v' Tore oi fiaü^7]Tat acpevrsö avrov ajtav-
T£ö afpvyov' ^"oL de XQarrjOavTso rov ltjöovv ajiriyayov üiqoo
xata(pav tov aQXi^Qta ojiov oi ygaffftareiö xat ot jiQtößvTEQOL
öwj^yß^rjoav ^^o d£ jtezQoo rjXoXov^et avroj ajto {^laxQo^tv scjö
TTjO avXrjö rov || aQyieQecoö xat siöeXd^cjv eOoj £xa^7jT0 fiera tojp
vjifjQtrmv iöeiv ro reXoö' '^^ol 6s aQyuQtiö xat ol jtQtößvrsQot
xat oXov 10 övvtÖQtov sC,7]tov)' y:>8vdofiaQTVQtav xaza rov t?]öov
ojücoö avrov ^aj^arcoöcoOtjy ^^^xat ovx ?/vqov jioXXow öe ipsvöo-
fiaQrvQcov JCQoOsXd^ovrojv ov 7/vqov' vörsQOv ös jcQoöeX^orrsö
ovo rtvsO il^tvöofiaQrvQSij ^^ttjiov ovroö tfprj' öwa/mt xara-
Xvöac rov vaov rov d^sov xat öta rQtcov 7]neQcov otxoöofi?]6at
avrov ^^xat avaörao o aQyttQSVO ttjtsv avrco' ovösv ajtoxQiv?/
rt ovrot öov xara[iaQrvQov6tv' ^^o 6e trjöovö sötojjta' xat ajto-
XQtd^stO o aQyisQevO etjtej^ avrco' h^oQxtL^oj 08 xara rov \\ ^foi"
rov ^ojvroö tva rjfitv eurrjö et 6v st o xQtöroö o vioö rov d^eov
rov C^covroö' ^^Xsyet avrm o npovö' Ov HJtaO' JtX7jv Xeyco vfiiv
ajraQrt orpeod^at rov vtov rov avO^Qcojtov xafh7jfiij'ov ex de^tojv
r7jO övvaiiecoO xat eQyof/ei'OV ejtt rcoi^ ve(peXojv rov ovQavov
^^rore o aQyteQevO 6teQQ7]^ev ra tfiarta eavrov Xeymv eßXao-
(prifirjOev rt ert yjQetav eypuev naQrvQcov töe iwv 7]xovOare r7]v
ßXaOq)7]fxtav avrov ^^'rt vfitv öoxet' ot 6e ajtoxQif^evreo etjiov
evoyoO d^avarov eOrtv' ^'''rore evejtrvoav eio ro jiqoOojzov avrov
xat exoXacptOav avrov ot 6e eQajttOav '^^'^XeyovreO' JtQocpfjrevOov
rj(itv X(^^öT£ rto eO- \\ rtv o JtatOao oe' ^-^o de jrerQoO e^co exa-
ihrjro ev r/; avX7]' xat jTQoOt^Xd-ev avroj fita jiat6tOX7] Xeyovoa'
xat Ov fjod^a {lera trjoov rov yaXtXatov '^ o de 7jQV}]0aro efi-
jtQoo{hev Jtavroiv Xeymv ovx otöa o XeyetO' ''^e^eXfhovra de
avxov eiO rov jtvXrova idev avrov aXX?] xat Xeyei avroio exet'
59. OTiioa in rasura scriptum. | d^avaxMaa)OLv] ava et (ooiv in rasura.
60. 6e pr in margine additum. I TtQoatXd^ovziov ov r^vgor] omnia haec
excepta syllaba tiqoo in rasura.
pp. 220—223] Codex Rossanensis, Mt 26. 27. 55
xai ovroö ?jv fisra tr]öov rov va^oQaiov ''^xai jiaXiv 7/()V7j6a-
TO fxera oqxov ort ovx oiöa rov at^d^Qcojcov ''^fiera /uxqov öe
jigoötld^ovreo 01 sörrnztö sltyov reo jistqco' ahjd^mö xat öv £§
avTcov £1 xat yaQ yaXiXaioO u xai // XaXia öov df/Xov öe jtoiW
''^tOTS rjQ^aro xara^sfiariC^ecv xai o/ivv£Cv otl ovx oiSa top
avO^Qcojtov xai svü-scoO aXexrmQ e- || ^mpr/öev "'^xai sf/n/öO^?/ o
jtetQoC rov Qf/fiaroö irjöov) siqtjxotoö avrw ori jiqiv aXexxoQa
(pmvfjoai TQiö ajtaQv?]Ori fis' xai s^sX^cqv £§a> sxXavosv jiixqccxj'
XXVII. ÜQcoiaö de ysvoffsvrjO Ov^ßovXiov eXaßov jtavreö
Ol aQxieQtiö xai 01 jtQeoßvrsQoi rov Xaov xaxa rov irjöov oöre
d^avarojöai avrov '^xai örjöavreö avroi^ ajtr/yayov xai jiaQsdm-
xav jtiXarco rm r/ye^uoiw ^rore löojv lovöaö o JtaQaöidovö av-
rov ori xarexQid^T} fitraffeXr/{}^£iO ajt£(jrQ£ip£v ra rQiaxovra
agyvQia roio aQxt£Q£vö£iv xai jiQ£ößvr£Qoiö ^X£ymv' rj^agrov
jtaQaöovö aif/a ad^mov' 01 Ö£ £ijiov' ri jiqoö 9]fiao \\ öv oxp?j'
^xai Qixpaö ra agyvQia £v reo vaco av£Xo^Qrjö£t^ xai ajt£X^ojj^
aji7/y§aro' ^01 d£ aQxi£Q£iö Xaßovr£ö ra aQyvQia ecjzov ovx
£§£öriv ßaX£iv avra £iö rov xoQßavav £Jii ri^iTj aijiaroö £öriv'
' öv^ßovXiov Ö£ Xaßovr£ö tjyogaöav £§ avrmv rov ayQov rov
x£()a(/£coö £iö racprjv rotö ££voiö' ^610 exXrj^?! o ayQoö £X£ivoö
ayQoö aipiaroö £coö rfjö öri(i£Qov' •^ror£ £jiXrjQOj{^rj ro Qrjd^£v
6ia i£Q£(iiov rov jiQO(prjrov X£yovroö' xai £Xaßov ra rQiaxovra
agyvQia rr/v rifi7]v rov r£rifxr/f/£Vov ov £rifi7]öavro ajto vicov
löQarjX ^^xai £6mxav avra £iö rov ayQov rov X£()a[i£(X)ö xad^a
övv£ra§ev fioi xvqioö' || ^^o 6£ irjöovö £örad'7] £f/jtQoö^£V rov
r/y£fiovoö xai £jti/QCür7]ö£v avrov o rjy£nmv Xeycov öv £i o ßaöi-
X£vö rcov lovöaicov o de u]öovö £q)rj ai^rw öv X£y£iö' ^^^xai
£V reo xarrjyoQiöO^ai avrov vjto rcov aQXieQ£cov xai jiQeößvre-
Qcov ovöev ajt£XQivaro' ^'^ror£ X£y£i avrco o jtiXaroö' ovx
axov£iö Jtoöa öov xarafiaQrvQovöiv ^^xai ovx ajt£XQid^)] avrco
jtQoö ovöe ev Qijfia coöre ^avfia^£iv rov 7]y£fiova X£iav' ^^xara
6£ £OQrrjv i(d^£i o r/y£ficov ajtoXv£iv £va reo oxXco Ö£ö{iiov ov
rjd^£Xov' ^^eixov r£ ror£ 6£ö(iiov £jtiörjnov Xeyofievov ßa^aßßav
^^ övvTjyfievcov ovv avrmv eijiev avroiö o jtiXaroö' riva \\ ^e-
X£r£ ajtoXvöm vfiiv ßagaßßav rj irjöovv rov X£yofi£vov ;(()iC)-ro2^*
^^rj6£i yaQ ori öia xav avrov ^■^xad'fjfi£VOv Ö£
56 Codex Rossaneiisis, Mt 27. [pp. 224—226
avTov £jtc rov ßr^^iaroö ajteoreiXEv jtqoo avror tj yvvrj avrov
Zeyovöa' [irjöev öoi xai toj öixaioj ^xuvoj' jtoZXa yaQ ejtad^ov
öTjiieQov yMT ovaQ 6t avrov '^^ol de aQxitQsiO xai ot jTQtößvrt-
QOt sjteiöav Tovö ox^ovö cva airr/öoPTat rov ßoQaßßav top de
iTjöovv ajtoXeöovöiv ^^^ajtoxQid^eiö de o riye(uov ecjiev avroio'
Tiva d^eXere ajto rmv ovo ajtoXvOo? vfuv oi de eijcov ßagaßßav
'^'^Xeyei avroiO o jtiXaToO' ri ovv jcoitjöoj ir/6ovv rov leyofie-
vov XQ'^^'^ov' XeyovOiv \\ jtavreö OravQojd^7/ro?' '^^o de rjye/icov
etprj' n yaQ xaxop ejtoirjöev oi de jteQiOOoreQov exQa^ov Xeyov-
reö 6ravQmd^?]rco' "^^idojv de o JtiXaroo ort ovdev cogjsXet aX-
Xa [laXXov ^OQvßoö yiverai Xaßcov vdcoQ ajtevixparo rao xeiQao
ajievavn rov o^Xov Xeycov ad^moO etfn ajto rov ai/jaro6 rov
dixaiov rovrov vfcetö oipeöd^e' ^^xai ajtoxQid^eiö jtaö o Xaoö
eijtev ro aifia avrov efp rjfiaö xai ejti ra rexva ?]ftcov' '^^rore
aüieXvöev avrotO rov ßaqaßßav rov de trjöovv (fQayeXXo^öao
jtaQedwxev avroiö iva öravQOjd^t}' "^'rore oi orQartcorai rov
rjye[iovoö jtagaXa- \\ ßovreö rov ir/öovv eio ro jiQaircoQiov Ovvi]-
yayov eji avrov oXijv rr/v öJietQav '^^xai exdvöavreö avrov
:jieQted^rjxav avroj x^^f^^^^ xoxxi7n]v '^^xai jiXec^avreo öretpavov
e$, axavd^cov ed^rjxav ejn rijv xerpaXf/v avrov xai xaXafiov ev ri]
de^ta avrov xai yovvjier7]/o//e- || voi de ijvqov avd^QOJjtov
7CVQ7]vaiov ovof/ari öif/cova' rovroi^ rjyyaQevOav iva aQ?/ rov
öravQov avrov ^'^xai eX{hovreö eiö rojtov Xeyo^ievov yoXyod^av
o eöriv Xeyo/ievov xQaviov rojtoö ^^edojxav avrm jtieiv o^oö
fiera x^^V^ fieftiyfxevov xai yevCaf/evoö ovx Jid^eXrjöev jneiv
^'^ öravQODöavreö de avrov diefieQioavro ra if/aria avrov ßaX-
Xovreö xXrjQov ejt avra' '^^xai xad^7]^evoi er7]Qovv avrov exei'
^"^xai ejte&?jxav ejtavm rr]ö xe^aX7]ö avrov rt^v airiav avrov
yeyqannevriv' ovroö eöriv ujöovö o ßaöiXevö rcov lovdaiojv'
38. ovv öiipra liueara additum.
pp. 227—280] Codex Rossanensis, Mt 27. 57
^^Tors öravQovvrat övv avrco 6vo Xrjörai slö s^ \\ ös^icov xai
£iav avrov rovö jtoöaö xai jzQoöexvvijOav avrco' ^^rore
Xeyei avraiö o i7]öovö' fitj tpoßeiöd^e' vjtayere ajtayyuXare roiö
XXVIII, 10. vTCayexe] f prius ex a factum.
r
I
pp. 235. 236] Codex Rossauensis, Mt 28. 59
adsXtpoiö iva ajteld^möiv eiö rriv yaXiXamv ycaxu [is oipovrat'
^^jtOQSvofievcov Ö6 avTCQV LÖov Tivsö xr/ö xovöTcoöiaö siöeldov-
reö BIO rfjv jtoXiv ajtrjyyuXav roiö \\ aQXtSQSvOiv ajzavra ra
y8V0fava' ^'^xai öwax^tprsO f/sza rmv jtQeößvrsQoyv Ovffßov-
Xiov TB XaßovTSö aQyvQia Lxava edcoxav zoiö öTQartcoTaiö
^^ Xsyovteö' sutare ort ot fiaO^i/rai avrov vvxroö sX^ovreö exXe-
tpav avrov 7]^mv xoificofievcov' ^^xac sav axovöd^r] rovro £jti
tov Tjysfiovoö 7]fi£i6 jriOwfisv avrov xac i\uao afieQifivovö jiot?/-
(jwfiev ^^01 Ö£ Xaßovrsö ra aQyvQca tJtotr/Oav cqO ediöax^cöav
xai 6ieg)ifiiö^?/ o XoyoO ovroo jtaQa lovdacoiO [itXQi ttjö 67]iie-
QOV ^^oi 68 svöixa (lad^rirac e:iioQtv^r}(jav siO rrjv yaXiXaiav
u6 ro OQOö ov era^aro avroio \\ o itjöovö' ^'^xat töovreö avrov
XQoOexvvrjöav avrco' ot 6t £6tOraöav ^^xat jtQoöeXd^cov o irj-
öovo eXaXrjöev avroiö Xeyojv e6o^7/ fioc jtaöa e^ovöia tv
ovQavco xai sjti yrjö' ^^ jtoQBvd^Bvrsö ovv nad^rjrtvöarat jtavra
ra Bd^vTj ßajtrt^ovrsö avrovö siö ro ovofca rov jtarQoö xac rov
vtov xai rov ayiov jtvtv(iaro6 '^^^6i6aöxovrt6 avrovö rfjQetv
Jtavra o6a svsrscXafirjv vfiiv xac l6ov tyco ^e^ vfccov etfii
jtaöaö raö rjfiSQao ecoö r?]0 ovvrsXeiaö rov aimvoö aiirjV
evayytXiov xara (lard-aiov
EYArrEAION KATA MAPKON
I. Aqx^] tov evayyshov upov yQiorov viov rov d^eov -ojö
YEyQajtrai n> roiö jtQOcprjracö' töov syco ajuoOreXZoy rov ayye-
Xoi' fiov JCQO jtQoöcojtov öov o6 xataöxevaöhL Tr]v oöov öov sft-
jtQoöd^iv öov "^(pmvrj ßocovroö ev ttj sQTjf/co' eroifiaöars t7]v
oöoi^ xvQiov &v&£iaö jtoisLTs raö TQißovö avrov ^^yerero loj-
avvtjö ßajtTiCcov si^ rrj £Qf]^uoj Ttat X7]qvö6cov ßajtriöfia fieravoi-
aö siö ag)£6iv afiaQTiwv ^xac £$sjroQ8V£TO jtqoö avrov Jtaoa
Tj lovöaia ycoQa xai oi iSQoöoXvfiirai xai ^ßajiTi^ovro jtavreö
SV rm LOQÖavj] jiora(ico vjt avrov (sofioXoyovfisvot rao af/aQ-
riaö avrwv ^r/v de o loat^vrjö evösövffsi^od rQiyaa xafi7]Xov xac
Coj- II VTjv ösQf/am^r/v JitQi rijv oorpvv avrov xai sod^imv axQi-
öaö xai faZi aygiov 'xai extjQvöösv Xsycov SQyerai o löyvQo-
regoö f/ov ojiiöm (lov ov ovx sif/i ixavoö xvipaö Xvöat rov
ifiavra rcov vjtoöjjfiarojv avrov' ^eyco fiev sßajtrioa v^aö tv
vöari avroö 6s ßajtriosi vfmö sv Jivsvfiart ayim' '^xai sysvsro
SV raiö 7jf/8Qaiö sxsivatö 7/Xß^sv o upovö ajio vaC^aQar t/;(> yaXi-
Xaiaö xai sßajirLöd^7] vjio tojavvov sio rov lOQÖavtp'' ^^xai sv-
^scoö aimßaiVG)v ajto rov vSaroö iSsv öyi^o/fsvovö rovö ov-
QavovO xai ro ütvsvfia xaraßaivov ojösi jtsQi6rsQa7> sji avrov
^^xai (pG)V7j sysvsro sx ro)v ovQavo^v Ov si o vioö fiov o aya-
jifjroö SV öoi II 7jrdox7/oa' ^'^xai svß^vö ro Jt7'svf/a avrov sxßaX-
Xsi siö rrjv sQfj/fov ^-^xai 7jv sxsi sv r7/ sQtjf/m 7/ftsQaö rsöOSQa-
xoina jTSiQaCof/svoö vjto rov öarava xai 7]v ftsra rojv fh7jQiwv
xai ayysXoi öi7ixo7>ovv avroy ^^f/sra ds ro jraQado0^7/vai rov
icoavv/jv 7jX&tv 0 if/Oovo eiO r?/r yaXiXaiav x7jqv(jöcov ro svayye-
pp. 246 — 249] Codex Rossanensis, Mc 1. 61
Xiov TTjO ßaöiXeiaö rov d^eov ^^Xeymv ori jtejtZrjQcorai o TcaiQoo
xat rjyyixev r/ ßaoiXsia rov {hsov fisTavosLTe xai jtLOTSVEre ev
TCQ evayyeXtco' ^^'jrsQijrarcoi' ös jtaga xrjv d-aXaööav rr/O yaXi-
Xaiao lösv öLficova xai avÖQeav rov aösXfpov avzov rov öcfio)-
voo afKpißaXXovraö afKpißXfjOzQov tv rfj ^a- \\ Xaöorj' rjöav yag
aXistö' ^'^ocai ecjtsp avrotö o trpovO' ösvzs ojilOco (lov xac jcoi-
r/öco vfiaö yevtod^ai aXteiö av{)^Q(X)jt(DV' ^^xai svd^scoo afpevTSö
ra ÖLXTva avrmv rjxoXovd^riöav avrco' ^^xai jiQoßaö £X£l{}^8v lösv
laxmßov Tov rov L^eßsöatov xat iwavvrjv rov aöeXcpov avrov
xac avTOvO ev reo jiXotco xara^Tc^ovraö ra dixrva '^^xai
ev^scoö exaXeösv avxovö' xai afptvrsö rov jcazsQa avrcov C^sßs-
öatov £V T(D jtXoico fiera xcov fiio^oxcov ajtrjX&ov ojilCco avxov
'^^xai eiöJtOQsvovxai eio xajttQvaovfi' xat evd^swO xoiö öaßßaoiv
siöeXd^wv 8i(j X7]V övvaycoyriv sötöaöxev' "^^xat s^sjcXrjOöovxo sjii
X7] ÖLÖay?] avxov r/v yaQ || ötöaöxcov avxovö coö s^ovöiav ^imv
xai ovx coö OL yQafifiaxsiö avxmv '^^xai r/v tv xt] övvayooyi]
avxcov avd^Qoojioö ev jtvsvfiaxi axad^aQxco xat avexQa^ev '^^Xe-
yoov ea xt rjfiiv xat öoi L7]öov va^agr/vs' ?jXO^£ö ajioXeöat r/fiaö'
OLÖa ö£ xiö et o ayioö xov ^£ov' '^^xai £jisxifi7]ö£v avxco o lt]-
öovö Xsycov q)ifiOj{^?ixi xai e^sX^^^s ajt avxov '^^xat öjcaga^av
avxov xo Jtvsvfia xo axad^aQxov xat xga^av (pcov?] fisyaXr] e^tjX-
^sv ajt avxov ^'xai £d^afiß?j{)^rjöav jiavxtö coöxs öwC^r/xecv
jtQOö savxovö Xeyovxaö' xt eöxiv xovxo' xiö r] öidax^] r/ xaivrj
avxT] oxi xax e§ovötav xat xoiö jcvsv/iaötv xotö axad^aQxotö
sjttxaööet xat vjtaxovovötv avxco' '^^xat s^fjX- \\ d^tv r/ axor] av-
xov evO-vö £iö oXr/v xrjV ji£QtxooQOV xrjö yaXtXataö' '^^xat £§£X-
^cov £v^vö £x xTjö övvaycoyrp ijXÜ£V £tö X7/v otxtav ötficovoö
xat avÖQatov (i£xa taxcoßov xat tcoavvov ^^rj d£ jt£v{^£Qa öt^ioo-
voö xax£X£txo jivQ£ööovöa xat £v^£(dö Xeyovötv avxco ji£Qt av-
XTjö' ^^xat JtQOö£Xd^cov riy£tQ£v avxi]V XQaxr/öaö X7]ö X£tQOö av-
xjjö xat 8vd^£0Jö a(prjX£v avxrjv o jivq£xoö xat 6t7]xov£t avxotö'
^^otptaö 6£ y£VOfi£vrjö ox£ eSv o rjXtoö £(p£QOV JtQOö avxov jtav-
xaö xovö xaxcoö E^ovxaö xat xovö öatfiovtC,ofi£vovö' ^^xat r/v
7] jtoXtö oXrj £jitövv7jyfi£V7] JtQOö X7jv d^vQav ^^xat £d'£Qajt£vö£V II
üioXXovö xaxcoö E^ovxaö jtotxtXatö voöotö xat datfiovta jtoXXa
£^£ßaX£v xat ovx 7jg)t£v XaXetv xa öat/xovta ort 7jÖ£töav avxov
62 Codex Eossanensis, Mc 1. 2. [pp. 250 — 252
XQiOTOV etvai' ^^xat jiqcol svw^ov Xtiav avaöraö e^rjXd^sv otat
ajcr/Xd^sv siö sQTjfiov tojiov xaxsi jiQOOrjvi^ro' '^^xcu xareötco^ai'
avTOV 0 öLficov xat oi f/£T avTOV ^'xac avQovreo avrov sljiov
avT(X) OTL jiavTSö C,rjTOV(jLV OS' ^^xai XsysL avroLO' aycofitv eio
rao 8X0fi£vaö xcofiojcoZsio tva xai exsi x?jqv$,oj' sio tovto yaQ
xai £§£hjlv{}^a' ^^xat rjv xr/QvöOcov £V raiö övvayojyato avzcov
etö oXrjV rr/v yaXilaiav xai xa öaLfiovia exßaXXcov ^^xai SQyj-
rai jtQoö avTov Xbjtqoö jtaQaxcOxov avrov xai yovvjie- || xcov
avTov xai Xsycov avrco ' xvqls eav ^£X?]0 övvaoai fie xad-agiOai '
^^o de i7]OovO ojiXay'/VLOd^SiO exrsirao rjjV x^^Q^ 7]\paT0 avrov
xat XeysL avrco' d-eXco xadaQiöd^rirr ^^xai eijcovroo avrov ev-
^scoO ajtrjXd-sv aji avrov ri Xejiga xat 8xa{}^8Qiöd^r/' ^^xat sfißQi-
fiTjöafisvoö avrm svd^scoo e^sßaXsv avrov ^^xai Xeyu avrco' oga
fiTjösvL i-irjöbv tLJtrp aXXa vjtayt oeavrov öel^ov reo isQSi xai
jcQOösvsyxs jtsQi rov xa^aQiöfiov öov a jtQOöera^sv ficovOrjö tio
ftaQrvQiov avroiö' *'^o de e^sX^cov rjQ^aro xrjQvööiv jioXXa xai
dia(p7]fiiC,£iv rov Xoyov coörs fi?]xeri avrov övvaöd^ai (paveQcoö
£i6 jioXiv eiöeXd^tiv || aXX e^co ev egr/f/oio rojtoio rjv xai ?/q-
Xovro jzQOö avrov jtavrod^ev
II. Kai siöijX^ev JtaXiv eiO xajtSQvaovfi öi ijfJSQcov xai
rjxovöd^?] ori ev oixco eöriv '^xai svd^ecuo cvrv?]x^^oav jioXXoi
coörs f/?/xsri x^Q^^^^ f^?/ös ra jiqoö r7]v d^vQai^ xai sXaXsi avroiö
rov Xoyov ^xai SQXOvrai jiqoö avrov cpsQovrsö jtaQaXvrixoi^
aiQOfisvov vjto rsööaQcov ^xai fit] övvafisvoi JiQoösyyiöai avrco
6ia rov ox^ov ajtsörsyaöav r)jv örsy?/v ojtov jjv xai s^oQv^av-
rsö x^^^ooöiv rov xgaßarrov scp oj o jiaQaXvrixoö xarsxsiro'
^siöcov 6s o irjöovö r?jv jtiöriv avrcov sijtsv reo jiaQaXvrixco'
rsxvov acpscovrai öoi ai a- \\ ftaQriai öov ^7]öcw ös sxsi rivsö
rcov yQa^fiarscov xaS^inisvoi xai öiaXoyi^Ofisvoi sv raio xa^-
öiaiö avrcov 'ri ovroö ovroj XaXsi ßXaö(p7jfnaö' riö övvarai
ag)isvai afiagriaö si fi7] siö o{hsoö' ^xai svdsojö sjriyvovö o uj-
öovö reo jtj^svfiari avrov ori ovrcoö avroi diaXoyi^ovrai sv
savroiö sijtsv avroiö' ri ravra diaXoyiC^söd^s sv raiö xct^diaio
vficov ^ri söriv svxojicorsQOV siJisiv reo jraQaXvrixco acpscov-
rai öov ai atiiaQriai >/ sijtsiv sysiQs aQOv rov XQCtßarrov öov
xai jrsQijiarsi' ^^ iva ös si6t/rs ori s^ovöicw s/si o vioö rov av-
pp. 253 — 256] Codex Rossanensis, Mc 2. (J3
d^Qcoüzov 8Jti TTjO yrfi aq)ievaL afiagriaö tots Zeyti zm üiagaXv-
TLXco' II ^^öOL Xsyco syeiQs xai agov top xQaßarrov öov xat vjtaye
u6 rov OLxov öov ^'^xat rjysQ^f^ evd^emö xat agaö rov xgaßar-
Tov E^rjld-Ev tvavTLOv Jtavxmv coOrs s^iCraO^ai jtavtao xai
öo^dC^uv TOP d^soi^ Xsyovraa ort ovöejzoxe LÖafisv ovrcoö' ^^xat
s^r^ZO-sj^ o L7]öov6 jialiv jtaga rfjv {^alaööav xat jiaö o ox^oo
rjQisro jiQOö avToi^ xat sötöaöxev avrovö' ^^xat naQaymv iöev
Xevsiv rov rov al avroo xai gl fisr
avTOV ^^'jtojo Hö7iX{^w £10 rov oixov Tov d^tov sjtL a^jiad^aQ
Tov aQyitQicoö xai rovo agrovo t?]0 jiqo^sösoo ^(pay^v ovo ovx
s^sOTiv (pay^LV ei //r/ roio legevoiv xai eÖcozev '/ml roio fiez
avTOV II ovotv '^"'xai £?.£y£v avroiO' ro oaßßarov öia rov avB^Qco-
jiov sysvero xai ovy o avd^gojjcoo dia ro oaßßarov ^^o:>ot£ xv-
QIOO EOtlV 0 VLOO TOV aV^QOJJtOV Xai TOV oaßßaTov
III. Kai uö7jld^£i> jtaZiv eto ttjv Ovvaycoyyjv xai 7/v sxtt
avd^QcoJioo £^rjQafifi£v?/v Eywv T7/v yeiga' -xai jtaQeT7]QovvTO
avTOV et TOLO oaßßaotv d^eQajievu avTOV tva xaT?f/oQ?iOovoi)'
avTOV ^xai Xeyei ro? avd^Qmjtco tg) t^7]Qa^inevriv eyovri T?/r
X£LQa' syuQE £iO To f/sOov ^xai Xsyet avToiO' s^eOTtv tolo oaß-
ßaöLV ayad^ojtOi7]öai 7j xaxojtoi7]0ai ^wyrjv Omoai 7] ajtoxTeivac
OL de eOicojtrjöav ^xai jteQtßXe^a^ievoo avTOvo fier 0Qy7]0 övv-
kvjtovfisvoo ejii T7] jtcoQOJöei tjjO xagöiao avroii^ Xeyst reo av-
^QO)Jto3' exTBcvov T7jv yeiQa oov xat s^stlvsv xat ajtexaT-
eöTa^7/ 7] yeiQ avrov ^xat e^eld^ovTeo oi g)aQioaioi evd^sato
fisra Tcov 7]Qwdcavojv owßovXtov sjtoiovv xar avrov ojkdo
avrov ajioXsOovOiP' 'xat o ltjOovO aveycoQ7/Oev fiera rcov fiad^7j-
rmv avrov ejii rr]v d^aXaooav xai jioXv jtXrfO^oö ajto ttjO yaXi-
XaiaO rpcoXovd^tjOai^ avTO) xat ajio rr/o lovöaiao ^xai ajio lsqo-
OoXvfiojv xat ajco ttjo idovfiatao xat jitgav rov toQÖarov xai
OL JiSQt rvQov xat Otöcoi'a jth/d^oö jioXv axovöavrao ooa
ejtotet II 7/Xß^ov jiqoö avrov ^xat SLjiev roLO fta\)^7jraLö avrov Lva
jiXoLaQLOv JiQOöxaQrtQTj avroj ÖLa rov oyXov Lva fi7/ d^Xtßmötv
avrov ^^JioXXovo yag ed^eQajtevöev ojore ejit:jiLJtruv avra> Lva
avrov a^povraL oool SLyov fiaörLyao' ^^xaL ra jtrei\uara ra axa-
d^aQra orai^ avrov ed^ECOQOvv jiQooejtLjirov avrw xai exgaZor
Xtyovra otl ov sl o vloo rov d^eov ^'^xai jioX).a ejisrifia av-
rotö tva {i7j (favbQov avrov jtODiömOLV ^^xat avaßei-eL slö ro
OQOö xat jTQoöxaXtraL ovo rjd^eXtv avroö xaL ajiijXd-ov jiqoö
avrov ^^xaL ejroLf/ötv dojöexa Lva wöiv fier avrov xai tva
ajroOrsXXsL avrovö x7/()vöö£tv ^'""xat eyeLV e^ovöiav || i^eQajisveiv
rao voöovo xat exßaXXtiv ra öatfiovia' ^^xat £jt£d^7jxtv rm oi-
fiwvL ovo^ia jierQov ^'xml taxojßov rov rov ^eßeöaiov xat loj-
a7'V7]v ror icötXffov avrov xai ejre^^/jxej' avroio oroftara
pp. 261—264] Codex Kossanensis, Mc 3. 4. 65
ßoavTjQyeö o söriv vioi ßQOvrrjö' ^^xai avÖQsav Tcai (pilLjtjcov
Tcai ßagd^olo^aiov xat liard^atov Tcai d^mfiav xai Laxojßov rov
rov aXg)aiov xai d^aööatov xat oci^icova rov xavavirrjv ^^xai
iovöav löxaQLCQTrjj^ oü xac jcaQtömxev avrov ^^Tcai EQxovrai
£L0 oixov xai övvsQysTai jcaliv ox^oö coöts [irj övvaöß^ac av-
rovö ^TjTS aQTOV (payeiv "^^xai axovöavrsö ot jiaQ avrov !j
s^rjXd^ov xQazi/öai avrov ' sksyoi^ yaQ ort s^sör?]' ^^xai oijQan-
Haruö Ol ajto isQoöoXvffcov xaraßarrsO slsyov ort ßsslCsßovl
£X£i ^at ort SV rw ag/ovrc rwv daifiovicov sxßaXXst ra öaifiovia'
'^^xai jtQOOxaXsöaftsvoö avrovö sv jiaQaßoXaiö slsysv avrotö'
jtcoö dvvarai öaravaö Oaravav sxßaXXsiv ^^xac sav ßaöiZsia
sg? savrrjv f/sQio^rj ov övvarac örad^yjvai 7] ßaCiXua sxetvrj'
^^'^xai sav OLXta t(p eavrrjv fisgiO^f] ov övvarai örad^7pmt ?] oi-
xia sxsivi]' ^^^xat si o Oaravaö ar^eörrj £ avrotö tva fi?]dEV atgwötv Etö oöov Et p] Qaßöov
(lovov fir/ jitjQav fir/ aQrov firj Etö r?]v ^cov?]v yaXxov '^aZZa
vjtoÖEÖfjfiEVOVö öavöaXta xat f/rj EVÖEÖvöd^at ovo ytrcovaö' ^^xat
sXsyEV avrotö' ojcov eav EtöEld-rjrE Etö otxtav EXEt fiEVsrE eojö
av E^EXd^rjre exEtd-EV ^^xat oöot Eav fir} ÖE^ovrat v^aö fi7]dE
axovöojötv vftcov EXJtoQEVofiEVOt EXEtf^EV Exrtva^ars rov ypvv
rov vjcoxaroy rcov jtoöojv vfiwv Etö (laQrvQtov avrotö' a^rjv j
XEym vf/tv avExroxEQov Eörat öoöoftoiö // yofioQQOtö ev rjfisQa
XQtöEOJö fj rrj jtoXet sxEtvrj' ^^^xat E§,E)JhovrEö ex7]qvööov tva
fisravorjöovötv ^'-^xat öatfiovta jtoXXa £^Eßa)Jjw xat tjXtg)ov
EXatco jtoZXovö aQQcoörovö xat E^EQajtEvovro' ^^xai f/xovösv
o ßaötlEVö fjQcoörjö' cpavEQOv yaQ EyEVEro ro ovo^a avrov
xat ElEyEV ort tcoarv?]ö o ßajtrt^cov ex VEXQmv rjyEQd-t] xat 6ta
rovro at övvafiEtö EVEQyorötv ev avrco' '^ alXot öe sXsyov ort
VI, 3. TFXTojv o] iiiter tf et xtojv rasura trium vel quattuor litte-
rarura, itemque post xtoji> diiaruin fere litterarum; post o erasum a
Ä«
pp. 283—286] Codex Kossanensis, Mc 6. 71
rjltaö 80t tv aXXoi ös eZeyov oxi jtQOfprjzrjö sönv coö ei6 rcov
jtQOCprjTcop' ^^axovöaö ös o rjQcodtjO sijtsv ort ov syco ajts- |j
x£(paXiöa icoavvTjV ovroö sötlv avroO fjysQd^r] ajto rwv vexQcov
^'^ avTOö yaQ o 7]Qmörjö ajtoGruXaO sxQarr]6£v top icoavvrjj^ xat
tÖTjOev avTov sv (pvXaTcrj dia 7jQcodtaöa ttjv yvvacxa (ptXiJtJiov
Tov aöeXqjOv avrov ort avxrjv syafifjösv ^^sXsyev yaQ o loj-
avvrjO t(D rjQoyÖTj ort ovx s^söziv 6ot ty^stv rr/v yvvaixa rov
aöeXfpoi) Oov ^^tj 6s rjQmöiaö evux^v avzco xat rjd^sXsv avrov
ajioxrBit>ai xat ovx 7]övvaro' ^^o yaQ riQcod7]e scpoßsiro rov
LcoavvTjv idmO avrov avÖQa öixatov xac aytov xat OvvtrrjQsc av-
rov xai axovöaö avrov jzoXXa sjtoisi xat rjöeojö avrov || tjxovev
'^^xat yevofi£V7]ö rjfisQaö evxaiQov ors 7jqcoö?]6 roiö ysvsOioiö
avrov öeijtvov sjtotsi roiö (isycöraöLV avrov xat rocö ysiXiaQ-
yoi6 xat roiO JtQcoroLO r7]ö yaXiXataö '^^xat stöeXd^ovOTjö r7]6
d^vyarQoö avr7]a r7]ö rjQcoöiaöoö xat OQX^dccftsvfjö xat aQeöaörjO
reo 7jQO)d7j xat rotö övvavaxuiisvotö ujtsv o ßaöiXtvö reo xoQa-
ötoj' atrrjöE (is o eav ^8X7]6 xat öwöco öof '^^xat cofioöev avrT]
ort o eav //e atrrjOTjO ScoOco öot 8co6 rjfti'av rrjö ßaötXstaö fiov
'^^7] 08 8§8X^ovöa 8tJt8V T// (i7}rQt avr7]ö rt atr7]6cof/at' r] de
stjtev rrjv xeq)aX7jv tcoavrov rov ßa- \\ jtrtörov '^^ etöeXd^ovöa
08 ev&vö [lera OJtovörjö jiqoö rov ßaötXea rjr7]6aro Xeyovöa'
O^eXm tva 6cq6 [lot e^avrrjO ejtt jttvaxt rrjV x8(paX7]v tcoavvov
rov ßajtriörov' '^^xat jteQtXvjtoö yevoftevoö o ßaötXevö öta rovo
OQXovö xat rovö övvavaxeifievovo ovx rjd^eXrjOev ad^err^öat av-
rr/V '^'^xat ev^eojö ajtoöretXaö o ßaötXevö öjiexovXaroQa ejte-
ra^ev evex^fjvat r7]v xe(paXrjv avrov ^^o de aneXd^cov ajzexe-
(paXtöev avrov ev rrj (pvXax7] xat 7]veyxe7^ r7/v xegjaXtjv avrov
ejit Jttvaxt xat eömxev avr7jv rm xoQaötco xat ro xoQaötov
eömxei^ avr7]V rrj (i7]rQt avr7]ö' '^^xat axovöavreö ot nad^7]rat
avrov II 7iXd^ov xat rjQav ro Jtrcofia avrov xat ed^rfxav avro ev
fiV7]fietoj' '^^xat övvayovrat ot ajtoöroXot jiqoö rov trjöovv xat
ajiTjyyetXav avroj jtavra oöa ejtotrjöav xat oöa edtSa^av ^^xat
etjcev avrotö' öevre avrot vfietö xar tötav etö eQrjfiov rojiov
xat avajtaveöd^e oXtyov 7]öav yaQ eQxofievot xat ot vjiayovreö
jioXXot xat ovöe epayetv evxatQOW ^^xat ajirjXd-ov etö eQrjfiov
rojiov ev rm jtXotco xar tötav ^^xat töov avrovö vjiayovraö
72 Codex ßossanensis, Mc 6. [pp. 287—290
Tcai sjtsypojöap avzovo jtoXXot xat JteC^r] ajto jtaocov xo}v Jto-
Xecov ovvsÖQafiov sxst xat jtQOörjl&ov avToto xac ovv- \\ r/Z&ov
jtQoö avTov ^^xai ts^XO-cov o i7/öovö idev oyj.ov jtolvv xat
£öjt2.ayx'^f^ö^^] £-^ avxoLö oxc 7jöav ojö jtQoßara fir] syovra jiot-
fieva xat iiQ^axo Ötöaöxuv avrovö jtoZXa' ^•''xai rjörj ojQao JtoX-
Xrjö ysvofievTjö jtQoorjl&ov avxco ot fia^rjxai avxov Xsyovxaö
oxc SQTjfioö söxLV o xojioö xat rjörj wQa jioXZr/' ^^ajtoXvoov av-
xovö Lva ajteX^ovxtö ecö xovo xvxZco aygovo xat xofiaö
ayoQaömötv eavxovo aQxovO' xt yaQ (payovötv ovx s/ovötv ■^' o
06 ajioxQtd^ttö stjtsv avxotö' öoxs avxotö vfieto (paysiv xat
Xeyovötv avxco ' ajisXd^ovxEO ayoQaöcofitv ötaxoöiojv öijvaQtcov
aQ- II xovo xat öwfiev avxoto (payatv ^^ o öe laytt avxotO' jco-
öovo aQxovö ayßxa vjtayexe xat löexs' xat yvovxso leyovOiv
avxco jtsvxs xat ovo tyßvao' ^^xat sjtsxassv avxotö avaxXetvai
jtavxaö öviijtoöta övnjtoöta sjtt xco yXcoQco yoQxm' ^^^xat avsjte-
öav JtQaötat jcQaotat ava exaxov xat ava jttvxijxovxa' ^^xat
Xaßa)V xovö Jtevxs aQxovö xat xovo ovo tyß^vao avaßXt^aö eto
xov ovQavov ivloyrjOev xat xaxexXaötv xovo aQxovö xat sötöov
xoto fiad-7jxato avxov tva jiaQa&coötv avxoto xat xovö ovo tyßvaö
e/i£Qiö8P jtaötv ^'xat £(payo7^ Jiavxto xat eyoQxaod^ijOav ^^xat
rjQav xXaöfiaxcov \\ dcodexa xo(ptvovö jclrjQtto xat ajto xcov ty-
{hvcDV ^^xcct Tjöav ot (payovxEö xovo aQxovo jtsvxaxtöyetXtot
avÖQSö' ^^xat av&scoö rjvayxaösv xovo fia&rjxao avxov 8^ßrj;vat
£tö xo jiXotov xat jiQoayttv avxov stö xo jitQar jiqoö ß?j^öatda
80)0 avxoö ajtoXvo?j xov oyXov ^^xat ajtoxa^afievoö avxotö
ajttjXd^sv eto xo oqoö jtQoöev^aod^at' ^'oipetao 6t yevof^ev)jö rjv
xo JiXotov tv fieöco X7jö ^a?.aöö7/0 xat avxoo (lovoo sjtt xfjö
yrjö' ^^xat töev avxovö ßaöavt^ofitvovo tv xco tXavvtv tjv yaQ
o ccvtfioö tvavxtoö avxotö' xat jttQt xtxaQxrjV (pvXax7jV \^
X7jö vvxxoö tQytxat jiqoö avxovö jztQtJzaxatv tJtt x7jö O^aXaööijö'
xat 7/O^tXtv jtaQtX^ttv ccvxovö' ^''ot dt töovxtö avxov jitQtJia-
xovvxa tjtt X7jö ^aXaööJjö t6o$,av (pavxaofia ttvat xat avtxQa-
^av ^'^jtavxtö yaQ avxov löov xat txaQayß tjöav xat tvO^tcoö
tXaXtjötv (itx avxwv o trjöovö xat Xeytt avxoio' fhaQOtxt tyco
Etf/i /oj (poßttö&f ^^xat avtßtj jiqoö avxovö tio xo jiXoiov xat
exojiaötv o avtfioö' xat Xiav tv tavxotö tx jitQtööov t^töxavxo
pp. 291—294] Codex Rossauensis, Mc 6. 7. 73
xat s^avfia^ov ^'^01; ya() övvrjxav sjti roiö aQzoiö' rjv yaQ av-
Tcov Tj xaQÖia jisjtcoQcofievr/ ' ^'^xat ötajteQaoaV' || t£ö fjXd^ov ejti
T7JV yrjv ysvv?]öaQtT xat JiQOöoQiiiöd^7j6av sxec ^^xat s^eX^ov-
zmv avTwv ex tov jtXoiov tvd^emö sjTiyvovzso avxov ^-'jtsQt-
ÖQaflOVTSÖ 0Xl]V T7jV JteQLXCOQOV tXUVTjV TjQ^aVTO SJZt TOiÖ
XQaßarrotO rovö xaxcoö eiovtaö jisQig)£()£ti^ ojtov rjxovov ort
£X8i eöTLV ^^xat OJTOV av slösjioqsvsto sio xco^aö tj jtohö tj
ayQovö ev raiö ayoQaiö trid^ow rovö aöd^svovvzaö xat jtage-
xalovv avTov tva xav tov XQaöJtsöov tov ifiaTiov avTov
a^povTar xat oöoi av tjjitovto avTov öieöm^ovTo'
VII. Kac Ovvayomai jiqoö avTov ot (pagtöaioi xat tiveo
TCOV yQafif/aTScov oi eZd-ovTsö ajto \\ isQoöoXvficov '^xac cöovtsö
Tivaö TCOV [lad^riTOJV avTov xotvacö x^Q^^ tovt sötiv avijtTotö
töd-iovTao Tovö aQTovo i:fi£f(ipavT0' '^oi yaQ (paQtOaiot xac
jtavTSö ot tovdatot sav [i?} Jtvyfir] vt^powTat Taö xetQaö ovx s6-
^tovOtr XQaTOVvTsO t?]v jtaQaöoötv tow jiQeoßvTeQcov ^xat
ajco ayoQaö sav (ir} ßajcTtöovTat ovx eöd^tovötv xat aXXa
jioXla eöTtv a jtaQsXaßov XQaTttv ßajtTtöfiovO JtoTTjQtmv xat
^eöTcov xat x^^^^f^oDV xat xletvow ^ejttTa sjcsQmxwOtv avTov
ot (paQtöatot xat ot y()afi//aTst6' ötaTt ot /la&rjTat öov ov jitQt-
jiaTovötv xaTa ttjv jzaQaöoötv tojv || jiQsößvTSQmv alla avtjt-
Totö ;f£()ötr töd^tovötv TOV aQTOv ^'o de ajioxQtd^etö etjtev
avTOtö OTt xaXmö JiQoefpr^Tevöev jteQt vf/cov rjOatao tcov vjto-
xQtTcov coö yeyQajtTaf ovtoö o Xaoo Toto ytXeötv fie Ttfia ?/ de
xaQÖta avTcov jzoqqco aüieyet ax efzov '' fxaTTjv de öeßovTat fie
dtöaoxovTeö ötdaoxaXtao evTaXfiaTa av&QcojtoJV ^acpevzeö yaQ
TTjv evToh]v TOV ^eov xQaxtTe ttjv JtaQaöoötv tcov avd^Qcojtcjv
ßajiTtöfiovö §eöT(DV xat jtoTTjQtcov xat aXXa jtaQO(iota TOtavTa
ütoXXa jtotetTe' ^xat eXeyev avTotO' xaXcoö aß^eTetTe ttjv evTO-
Xrjv TOV d-eov tva ttjv JtaQaöoötv vficov TrjQr]ör/Te' ^^[imv- || ö7]ö
yaQ etjtev Ttfia tov jtaTeQa öov xat ttjv fi7]TeQa öov xat o xa-
xoXoyov JtaTeQa // ftrjTeQa ^avaTco TeXevTaTco' ^^vftetö öe
XeyeTe' oö av etjttj avO-Qcojtoö tco jtaTQt ?] ti] ftrjTQt' xoQßav o
eöTtv öcDQov o av £§ e[iov co(peXt]0^r}ö' ^'^xat ovxeTt acpteTe av-
56. xav\ inter x et av erasum q
74 Codex Rossanensis, Mc 7. [pp. 295 — 297
Tov ov6ev jioupai rm jtaxQt avxov rj rrj fi7]TQi avrov ^^axv-
QovvreO tov Xoyov tov ß^eov rr/ jtaQaöoosi vfimv ?/ jtaQsöco-
xars' xat jcaQOfwia roiavra jtoXla jtoiSLxs' ^^xat jtQoöxaXeoa-
fisvoO jtavra tov oylov ^Xbyev avTOiö' axovtTe [tov jtavTSO
xai OvvetsTS' ^^ovdtv botlv s^coS^sv tov avO^Qojjtov siöjtoqsv-
of/svov Hö avTov o dv- || vaTac avTOV xotvojöai aXla Ta sxjio-
Qivofieva ajt avTov exscva sotcv tcc xoivovvTa tov avd^Qo^jtov
^^EL Tiö ^yßi coTa axovsLV axovsTco' ^'xat ots etör/X^sv sio
oLxov ajio tov oyXov ejtr]QcoTovv ot fia^r/Tat avTOv jisql ttjO
jtaQaßoX?jo' ^^xai Xeysi avTOiO' ovtcoö xac vfisiO aövvsTOt söts'
ov voeiTs OTi jiav to e^cod^tv etOjtOQtvof^evov eiö tov av^Qco-
jiov ov övvaTai avTov xon^ojocw ^'^oti ovx EiöjtoQSvsTat av-
Tov bl6 t7]v xaQÖiav aXX uö t7]v xoiXtav xai £l6 tov acptÖQcova
£XjcoQ8veTac xad^aQiZ^ov jtavTa Ta ßQcofiaTa' ^^sXsysv öe otl to
£X TOV aV^QOJJCOV SXJtOQSVOflSVOV 8X81VO XOLVOL TOV avd^QCO-
jtov II ^^e(j07\)^8v yaQ 8x t7]6 xaQÖiaö tojv av&Qcojtojv ot 6ia-
XoyLöfiOi OL xaxoL exjtoQSvovTat fioiyBiai jtOQViai cpovoi '^'^xXojtai
jiX80V8^iai jrov?/(nai öoXoö a(j8Xyia oq)^aXfio(j jtovijQOO ßXaöcprj-
fua vjt8Q7](pavia acfQoOvvtj' '^^jtavTa TavTa r« jtovfjQa 8öoj^8v
8XjcoQ8vovTat xttL xoivot TOV avd-QOüiov ^^xai 8X8id^8v avccöTaö
ajTtjXd'BV 8iö Ta fi8^0Qia tvqov xat OiÖoyvoö' xat 8t68X^cov 8iö
oixtav ovd8va 7]d8X8v yvcovai xat ovx 8dvvr]{hrj Xad^8iv' '^^axov-
öaöa yaQ yvv7j JitQi avTOV 7]0 8iy8v to ii^vyaTQiov avxrjo jtvBVfta
axad^aQTOV tXd-ovoa jüqo68ji868v jtqoö tovö jtoöao \\ avTOV '^hjv
6e 7] yvvrj 8XX7]vlö övQa cpoivixiOöa tco y8V8i' xat tjQcoTa avTov
iva TO öatfioviov 8xßaX7j 8x t7]ö d-vyaTQoO avT7]6' ^'o de /;/-
öovö 8Ljt8V avT7y acp86 jtQOTOv yoQTaö^7jvai Ta TBXva' ov yaQ
xaXov 8ÖTLV Xaß8iv tov aQTOv tcov T8XVC0V xat ßaXBiv tolö
xvvaQLOiö' ^^Tj 08 ajt8XQi{^r] xat X8y8i avTco' 7>aL xvQi8 xat
yaQ Ta xvvaQta vjioxaTco tjjö TQajt80]ö 80d^t8t ajio Tcor
^)ty8to)v Twv jtatötcov ^^^xat 8tjt8v avrt] o it]öovO' öta tovtov
18. ov voeire] haec bis scripta sunt, sed priore loco asteriscis ante ov
et post vosLTF positis improbata.
20. xoivot] KOIni codex. ] zov ccvO^qcotiov pagina exeunte sub ipsa
scripturae columua scriptum.
I
pp. 298—301] Codex Rossaneusis, Mc 7. 8. 75
rov Zoyov vjiays e^elrjlvd-ev ro öacfioviov ex ttjO d-vyatQOö
Oov '^^^xat ajtsld^ovöa ti6 top otxov avT7]ö svqsv ro öacfioviov
s^sXrjXiyd-axj xai tt/v d^vyarsQa ßeßlfj^uevrjv \\ sjtt rrjO xXsivfjö'
'^^xai jtaliv e^sXd^cov ex rcov oqlcov xvqov xai Oiöcovoö tjld^tv
jtQOö rrjv d-alaööav r/yö yaXilaiaö ava [leömv rcov oqlcov dt-
xajtolecQö' ^'^xaL (psQovötv avrco xmcpov fioyilaXov xat üiaQa-
xaXov6iv avrov cva ejitd^rj avrm raö xetQaö' ^^xat ajioXaßofie-
voO avrov ajto rov oxXov xar iötav sßaXsv rovö öaxrvXovö
avrov 6L6 ra cora avrov xai jcrvOaö rjtparo rrjö yXojöOfjö
avrov ^^xai avaßXe^paO £i6 rov ovqavov avsöreva^ev xat Xeyet
avrco £(pcpad^a o sörtv ötavocx^^rL' ^^xat ev^ecoö dtrjVOLX^rj-
öav avrov ai axoat xat sXv^r/ o dsöfioö rrjö yXcoöörjö avrov
xai II sXaXet oq^cqö' ^^xai öieöratXaro avrocö iva [iriöevi ujto)-
öLV oöov ÖS avroö avroiö öisörsXXsro avrot fiaXXov jtSQiööo-
rsQov exTjQvaoov ^'^xat vjtsQjtsQiööwö e^ejiXrjööovro Xeyovrsö'
xaXo?ö jtavra jteJtotrjXEV xat rovö xojcpovö Jtotec axoveiv xat
rovö aXaXovö XaXetv
VIII. Ev sxeivatö raiö rjfisQaiö jtaXiv jtoXXoi^ o^Xov ovroö
xat fit/ sxovrcov rt cpaycoöiv jiQoöxaXsöafievoö rovö (la^r/raö
Xeysi avrocö' '^öJtXayxvc^ofiai sjti rov oxXov ort f/dr/ r](/£Qai
rQstö jtQoöfisvovöiv [loi xat ovx exovöiv rt cpaycoöiv ^xai eai^
ajtoXvöco avrovö vr/öreiö eiö oixov || avrcov tyXvd^rjöovrai sv rrj
oöco' rivsö yaQ avrcov fiaxQod^ev rjxaöiv ^xai ajtsxQid^r/öav av-
rco Ol iiad^rjrai avrov jto^sv rovrovö övvrjöerai riö coSs xoQ-
raöai aQrcov eji eQTjfiiaö' ^xai sjtrjQcora avrovö' jzoöovö sx^re
agrovö' oi de sijtav sjtra' ^xai jtaQtjyysiXev reo oxXco avajtsöiv
ejti rrjö yrjö' xai Xaßcov rovö ejtra ccQrovö svxaQiörrjöaö
txXaöev xai söiöov roiö {la^rjraiö avrov iva xagad^coöiv' xai
jtaQsd-fjxav reo oxX^oj' "'xai uyov ix^vdia oXiya xai avra evXo-
yrjöaö sijiev jtaQcid^eivai avroiö' ^ecpayov de xai sxoQraöd^Tjöav
xai TjQav JtsQiöösvfiara xXcWfiarcov sjtra öütvQiöaö' ^rjöav de oi
cpayovreö \\ coö rerQaxiöysiXior xai ajteXvoev avrovö' ^^xai efi~
ßaö sv^sojö 6iö ro jtXoiov //era rcov ^ad^rjrcov avrov rjXd^ev
£iö ra OQia öaX^avov^a' ^^xai £§fjX^ov oi cpaQiöaioi xai tjq-
§,avro övvC,rjr8iv avrco ^rjrovvrsö JtaQ avrov örj^eiov ajto rov
ovQavov jzsiQa^ovrsö avrov ^'^xai avaörsva§aö ro? jtvevfiari
7Ö Codex Rossanensis, Mc 8. [pp. 302—305
avrov Xsyec rt rj yersa avrrj örjfisiov sjiLCrjrsr afiTjv Xeyat vfiiv
et dod^?]08Tai tt] yf^vea ravTTj ö7]ff8iov' ^^xai xaxalijKDV avrovö
tfißaö xaliv eto ro jtXotov ajtr/Xß^av hö to jtsQav ^^xac tjttla-
^OVTO Zaßeiv aQxovo -/ml sl [itj sra agrov ovx er/ov f/eß^ sav-
Tcov SV TCO jcloLCj' ^^xac öitöTÜJ.ero || avroLO Xeycov OQars
ßXEjtert ajto rr/ö C^vfirjO rojv (paQLöaiojv xac rrjö Ct\U7]0 ?/qo)6ov'
^^xai ÖLsloytC^ovro jiqoö alArjXovo Xeyovrsö ort agrovö ovx
exofisv ^'xai yvovo o irjoovo Xtyu avroLö' ri öta/.oyi^eöd-aL
OTi aQTOvo ovx sytTS' ovjtco vostra ovös övvitra' jtejtcoQcofievrjv
sysTB rrjv xaQÖiav vfiojv ^^ og)^aX^uovö tyovxeö ov ßXejrsrs xai
coza eyovrto ovx axovtrt' ovüzo) vostrs' ^^ors rovö jievrs aQ-
Tovo sxXaöa uö zovO jttvxaxtöystXiovo Jioöovo xoffn^ovö jtXrj-
QeiO xXaöfxarcov ijQare' Xtyovötv avrco öcodexa' ^^ore de zovo
ejtra sto tovo TSTQaxLOyec- \\ Xlovo Jtoöcov onvQcdcov jtX^jQcof/ara
xXaöftazcor rjQart' ol da bijiov ejtra' '-^xca sXsyev avxoiO' Jtoo
ovjtm övvLtTi:' ^^^xai aQyarca stö ßrjd-öaiöa' xat (paQovoiv avrco
rvcpXov xat jtaQCcxaXovöiv avrov Lva avrov atp7/rca' '^'-^xai ejii-
Xaßofievoo rr/ö yacQoö rov rvcpXov a^rfyayav avrov fg« rr]0
xcof/ijö xat jtrvöao ato ra ofi//ccrcc avrov ajn^aio raö yaiQao
avrco ajtriQoorrjöav avrov ti ri ßXajtai' '-^xat avaßXaipao Xayai'
ßXajico rovö avd-gcojtovö ort ojo öavÖQcc oqco jtaQLjiarovvrao'
^^■^aircc jtaXtv ajtad^7]xav avrov rao yuQaö ajti rovö ocpd^aX^ovö
avrov xat ajtoir/öev avrov avaßXa%Ka' xat ajtaxaraöra^?] xac
av- II aßXa'ipai^ rrjXavycoö ajiavraö' '^^xat ajtaöraiXav avrov ato
oixov avrov Xaycov fi7]6a acö rr/v xojfi7]v atöaXd-^jö n^jöa aijt7]ö
rtvi av rtj xo)fi7]' '^'^xat a^TjXO^ar o tfjöovö xat ot f/ad^tjrai av-
rov aiö raö xcofiaö xaiöaQiaö r7jö (piXiüzjtov' xai av rt] oöoj
ajt7jQcora rovö ficcS^t/raö avrov Xaycov avroiö' riva (la Xayovöiv
Ol avd^QOjjiOL aivat' '^^ot 6a ajiaxQLd^tpav icoavv7]v rov ßajtrtö-
r7]v aXXoi 6a r/Xiccr aXXoi 6a ava rcov jTQocp7]rcor' --^xai av-
roö Xayai avroiö' vfiaiö 6e riva fia Xayara aivar xai ajioxQi-
{haiö öificov jiErQoö aijiav avrco' öv ai o ygtöroö' '"^^^xai
ajtarifi7jöav avroiö iva (i7j6avi Xayojöi naQi avrov \\ '^^xai 7]Q^aT0
6i6aöxaiv avrovö ort 6ei rov viov rov ccr{)^()cojtov .loXXa Jiad^aiv
xai ajto6oxi[iaod^tivai vjio rcov JiQaößvraQcov xai aQyiaQacov xai
yqaniiaracov xai ajtoxravd^fjvai xai /lara rQiö TjfisQaö avaöT7]-
pp. 306—309] Codex Rossanensis, Mc 8. 9. 77
var '^'^xai jiaQQ7]öLa eXalsL rov loyov xai jtQooZaßofisvoö av-
TOP o jisTQoO ?jQ$,aTo sjtLTLfiav avTco' 3^0 ()f sjtujTQag}8L(j xat
LÖmv TovO fiaß-fjraö avrov sjtsTif/TjOev rm jzstqcq Zsycov ' vjcays
ojitöco fiov öarava ort ov (pQovstO ra xov ^sov alla ra rcov
avd^Qojjtmv ^'^xai OvvxaXeöa^^voo top ox^ov övp roto fia{}^7j-
raiö avrov slüi^p avroLO' oöriö ^^Xst ojtcöco fiov eXd^eip ajraQ-\\
PTjOaöd-o) savTov xai agarco top OravQOP avTov xai axoZov-
d^siTO) fiOL' '^^00 yag ap d^altj ttjp i^wx^jp avTOV öcoöat ajtoleösc
avTTjP' 00 6 ap ajtoZsOrj ttjp ^v^^jp avTOv spsxsp sfiov xai tov
evayyshov Oo^öet avTTjp' '"^^tl yag ojg)sXrjOsc ap^QcojtoC sap
xEQÖriörj TOP xoOfiop olop xai C;tjiiwjd^t] ttjp xf)vx7]P avTOV ^^/y
TC öcoösi ap^QCüjtoö aPTallayiia t7]0 ^vyip avTOV ^^oö yaQ
aap 8jtaLöivpd^7j fis xai tovö sfiovo loyovO sp tt] yepea TavTfj
T7J fioixaXtöi xac a^aQTcoliX) xai o vioö tov apß^Qcojtov tjiaio-
)(ypd^7j68Tai avTOP OTap eXd^rj 8P t?j do$,rj tov jtaTQOö avrov
(isra rcop ayysXo^v tcop ayimp'
IX. Kai sXsysp avroiö' || a//7y2' Xeyco vfitp ort Siön> riveö
Tcoi> coöe £öTi]xor(X)P otrwso ov fi7] yevöoprai d^aparov ecoO ap
LÖmöLP TTjP ßaOilttap rov d^eov £Xr/kv{^viap tp övpafii' '^xat (is^
?/fi8Qao 8^ jtaQa/.af/ßapt o ltjOovö top jcstqop xai top laxmßop
xai icoappr^p xai apag)8Q8i avTovö 8iG oqoö v\p7]Xop xar idiap
fiopovö' xai fi8T8[ioQ(p(od^7j 8fijt(J0ö^8p avTWP' '^xai ra ifiaria
avTOV 8y8POPTO öTiXßoPTa X8vxa Xiap mo /«cö?^ oia ypag)8vö 8jti
TTjö yrjö ov övparai 2.8vxapai ovtcqö' ^xai ccKp^y avToiö 7ßiaö
ÖVP ^(X)v08i xai 7jöap Ovi'laXovPTeö toj i7/aov' ^xai ajtoxQiÜ8iö
o J18TQ0Ö X8y8i avTG)' Qfxßßi xalop 8ÖTIP Tj^aO ojd8 8ipai xai \\
jtoi7]öojfi8P 0x7jpaö TQiö 601 fiiap xai (ig)vö8i ftiap xai rjXia fiiap'
^ov yaq rfi8i ti lahi68i' 7]öap ya() 8X(poßoi' '^ 8y8P8TO 08 P8(p8Xrj
8jciöxia^ovöa avTOio xai 7j?.^8P (pcopfj 8x Ttjo P8cp8Zrjö' ovroO
80t ip o vioO fiov o ayaji7]T0ö avTOv axov8T8' ^xai 8^ajtipa
Jt8Qlß?.8lpafl8POl 0VX8TI Ov68Pa lÖOP 81 ,W// TOP ITjöOVP flOPOP ^U8^
8avTCQP' '^ xaraßaiPOPTmp 08 avTa)P ajio tov oqovO öi8öT8iXaTO
avToiO iva fi7]d8vc öi7jy7]60PTai a löop 8i ^7] orap o vioö tov
apd^Qcojiov 8X V8XQ(DP apaOT7]' ^^xai top loyop 8XQaT7jöap jigoö
savTOvo OvpC^7]tovpt80 ti 80TIP To 8X P8XQCDP apaOT/jpai' !
^^xai 8jc7jQa)Tovp avTOP X8yoPT8ö oti X8yovöip oi yQafiffaT8iö
78 Codex Rossanensis, Mc 9. [pp. 310 — 312
ort rjXiav dei eX^nv jzqcotov' ^'^o 6e ajcoxQid-uo sijtsv avroiO'
rjXiaö fi£v s?.^cov jiqcotoö ajioyMd^Löra jtavra xai jtcoö ysyQajt-
rai sjtL xov vtov zov avd^Qojjiov iva üiolla jtad-rj xat ssovd^e-
vrfii]' ^^aXla Xsym vfiiv ort r]ZLa(j r/dr] ehjlvd^sv y.at £jtou]Oav
avTco oöa rjd^ElrjOav xad^ojö yeyQanxai £jt avrov ^^xai sX^coj'
jtQOö Tovö [iad-riraö idsv ox^ov Jtolvv jisql avrovo xül YQccf/-
fiazsiö övv^r/Tovvraö avrotö' ^^xat svd^two jcaö o oyloö tdcov
avTov £^8d^a{ißrj^rj xat jcQOOTQsyovrsö 7]6jta^ovTO avrov ^^''xai
8jt7jQcoT7]ö£v TOVÖ yQamiaxziö' XI <)VJ^^?]X6ix£ JtQOö avxovö' \\ ^"'xai
ajioxQLd^Hö £10 £x xov oyjiov £ijc£V' ÖLÖaöxaX£ rjv£yy.a xov vtov
f/ov JtQOö ö£ £yovxa jtviv^a alalov ^^xai ojtov av avxoi'
xaxaXaßi] q?jöö£l avxov xai a(pQiC,£i xai xQiC,£t xovö oöoi'xaö
avxov xai ^riQ£V£xai' xai £iJtov xolö fiaü^?]xaiö öov iva avxo
£xßaZcoöi7^ xai ovx löyvöav ^^o Ö£ ajtoxQi^£iö X£y£i avxco' co
y£V£a ajtiöxoö £coö Jtox£ jtqoö vfiaö £öofiat' £(oö jtox£ av£sOf/ai
vficov (p£Q£X£ avxov JtQOö fi£' '^^xui 7]V£yxav avxov JtQOö av-
xov xai löcov avxov £v{^8cqö xo JtV£Vffa £öjtaQa§£7^ avxov xai
jt£öo:)v £jti xTjö yrjö £xvXi£xo a(pQiL,(X)V '^^xai £jt7jQcox?]ö£V xov
jtax£Qa avxov o itjöovö' Jtoöoö xqovoö £öxlv a(p ov\ xovxo y£yov£i
avxüj' o 6£ £ijt£v £x Jtai6o0-£V '^'^xai jtoXlax£iö avxov xai £iö
jtvQ £ßal£v xai £iö vöaxa iva ajto/.£ö?] avxov aXX £i xi övva-
öai ß07lt)^7]Ö07' 7]fllV öJtXayyVlöd^£lÖ £(p 7j^aö' ^-^O 6£ UpOVÖ £lJt£V
avxco xo £1 dvv7j' jiavxa dvvaxa xm jtiöx£voi^xi' -^xai £vi^£coö
xQa^aö o jtax7jQ xov jtaiöiov f/£xa öaxQvcov £X£y£V jtiöx£vco
XVQl£ ß07jd^£l f/OV XTj ajtlÖXia' '^^lÖa)7' Ö£ O 17JÖ0VÖ OXl £JtlöVV-
xQ£X£i ox^oö £Jt£xifiiö£7' xco Jt7'£vf/axi xco axa^aQxco X£ycov
avxw xo jtV£Vfia xo aXalov xai xaj(poi' £yco öoi £jtixaööoj
£^£X^£ £$, avxov xai fi7]X£xi £iö£X{^7jö £iö avxo7^' '^'^xai xQa^av
xai jtoXXa öJtaQa^av avxoi> £B,7iX{h£v' xai £y£V£Xo g)ö£i 7^£xqoö
WÖX£ II JtolXoVÖ X£y£lV OXl ajt£d^aV£7>' ^'O Ö£ 17JÖ0VÖ XQaXijöaö
avxov T?]ö x^^Q^^ 7]y£iQ£7> avxov xai av£öx7j' '^^xai £Xd^ovxa
avxov £iö oixov Ol ^ad^7jxai avxov £jt7]Qcoxovv avxov xax löiav
0X1 7i(i£iö ovx 7jöv7'7/^')^7/{j£v £xßaX£i7' avxov '^'^xai £iJt£V avxoiö'
xovxo xo y£i'Oö £v ovd£vi övvaxai £$,£iX^£iv £i fifj fr jtQoö£vyjj
17. Tcviv/Lta «A«Ao>'] littera a vocis 7ii'tvjn(( erasa; videtiir voliiisse :irev/i(C(
XuXov
pp. 313—316] Codex Rossanensis, Mc 9. 79
xai vriöTua' ^^xat exetd-ev s^sX^ovzso jtaQSJtoQsvovro öia ttjö
yaliXaiaö xat ovx tjd^eXsv iva riö yvm' ^^edtöaoxsv yag tovö
f/ad?jTaö avTOV xai sXsysv avroio ori o vioö rov av^Qcojtov
jiaQadidorac eto ;fft()«ö avd^Qcojtcov xat anoxTEVovöiv avzov xat
ajtoxrav^stö ttj rgirrj rjfisQa \\ avaöTrjösrai' ^'^oi ös r/yvoovv xo
^rjfia xat tfpoßovvTO avzov ejieQmTTjüar ^^xai 7]Xd^tv 8tavv7] reo ovo-
fiart 60V exßaXXovxa öatfiovia oö ovx axoXovi^et rifitv xat exm-
Xvüafiev ax^Tov ort ovx axoXov^et ?]fttv' ^^o 6e tijöovö etjtev
fiTj xmXvere avzov ovöetö yaQ eöxtv oö jtot7]öet övvafitv ejtt ro)
ovof/art fiov xat dw^jöerat rayv xaxoXoy7/öat fie' ^^oö yaQ ovx
eöTtv xad- vficov vjisq viicov eöxtv ' ^^oö yaQ aj^ jtoxtörj vfiaö
jtox7]Qtoi^ vöaxoö ev ovofiart oxt yQtöxov eöxe afiTjv Xeym v^tv
ov fiTj ajco- II Xeö?] xoi^ /Jtö&ov avxov ^^^xat oö eav öxai>öaXtö7j
eva x(Di^ ^txQcov xmv jitöxevovxcov etö efie xaXov eöxtv avxco
^aXXov et üteQtxetxat Xtd^oö fivXtxoö jteQt xov xQax^jXov avxov
xat ßeßX7]xat etö X7p^ d^aXaööair ^^xat eav öxavdaXtC,7j öe 7j yetQ
öov ajioxo^ov avx7pr xaXov öot eöxtv xvXXov etö x7/v C,co7]v
etöeXd^etv 7/ xaö ovo yetQaö eyovxa ajieXS^etv etö X7jv yeevvav
etö xo jtvQ xo aößeöxov ^^ojiov o öxmX7]^ avxcov ov xeXevxa
xat xo JivQ ov ößevvvxat' ^^xat eav o Jtovö öov öxavöaXtC,7j öe
ajtoxotpov avxov xaXov öot eöxtv etöeX^etv etö X7jV ^co7jv yco-
Xot^ 7] xovö ovo jto- II öaö eyovxa ßX^T^^rjvat etö xtjv yeevvav etö
xo JtvQ xo aößeöxov ^'^ojiov o öxa)X7/$, avxcov ov xeXevxa xac
xo jivQ ov ößevvvxat' ^''xat eav o ocp^aXfioö öov öxavöaXtC^rj öe
45. ovo] 6 super n scriptum.
80 Codex Eossanensis, Mc 9. 10. [pp. 317—319
sxßaZs avTov xalov öoi soriv ^ovo(f^^al^o7> eiosX^heiv blö rtfi^
ßaöiZeiav rov d-sov ?] 6vo o^d-aZfJovö v/ovxa ßhi^i^vac eiö rrjv
yesvvav rov jivqoö ^^ojiov o öxcdZtj^, avxmv ov T8?.svTa xai ro
jtvQ ov Oßsvvvrai' ^^Jtaö yag jcvql aXiod^y^öerai yml jtaoa ^v-
öca ali a?uo^7]ö£TaL' '^^xaXov ro alao' sav ds ro aXaö avaXov
yEVTjrai £v nvi avro agrvöerai ' s^sre sv eavroiö aZao xai stg?/-
veverai sv alh^XoLO'
X. Kai exstd^sv ava- || 6ra6 sgyerai aio ra OQia r7]0 lovöca-
aa rov jisQav rov toQÖavov xai öviiJtOQ£vovrat jiaXiv oykoi
jiQOO avrov xai mo sico^sl jtahv bölÖüöxbv avrovö' ^xai jiqoo-
sZd^ovrsö OL (paQiöaiOL 8Ji:?jQcor7jöav avrov sl s^eörtv avÖQi yv-
vaixa ajtoZvOai jr£i,QaCovr£ö avrov ^o 6s ajroxQidsiO sljisv
avroiO' rt vfiiv svsrsilaro fia)v(j7jö' ^oi 6s sijrov fimvöTjO sjts-
rQs^psv ßißhov ajioöraOLOv ygatpac xat ajtoXvöar '""xac ajtoxQL-
d^sio o iTjöovC sijisv avroLO' JtQOO rijV (jx?.7]QoxaQ6iav vfior
sjisrgs^psv vfctv r7/v svroh]v ravr7]v' ^ajro 6s ciQyj/O xriöscoo
aQösv xai d^TjXv sjiotrjösv avrovö o ^soo xat siJtsv ''svsxsv
rovrov xaraXitpsi aj'd^Qcojtoö rov jiarsga avrov xai T?yr fi7]rsQa
xai jrQOOxolh]^7]Osrai rrj yvvaixi avrov ^xai soovrai oi 6vo
£iö öaQxa liiav coörs ovxsrt stOiv 6vo alXa nia öag^' ^o ovv
o {^soö övvsC^sv^sv avd^QcojTOö fiT] ycoQiL^sro)' ^^xai sv r7j oixia
jcaXiv Oi fia{^7jrai avrov jisql rovrov sjt7jQ(Dr7]öav avrov ^^xai
Xsysi avroLö' oO sav ajroXvö7] r7jv yvvatxa avrov xat yan7](i7i
aXh]v y.oiyarai sji avr7/V ^'^xai sav yvv?/ ajioXvörj rov av6Qa
avr7jö xai yaf/7j{}^7j aXXco y.oiyarai' ^"^xai jtqoos^sqov avrco jcai-
6ia iva axp?jrai avrmv oi 6s fja{^7jrai sjrsnf/cov roiO jtqoo-
(psQOVöiV '^^i6f/ev ev rrj öos^ Oov
3^0 ÖS iTjöovö sijtsv avrotö' ovx oiöars rt airioß^s' övvaöd^ac
jtiSiV ro jiorrjQwv o syco jtiiwj rj ro ßajtriöfia o sym ßajtrc^o-
fiai ßajiriod^rivar ''^^oi ös sijtov avrm övvafis&a' o ös u^oovö
sijisv avroiö ' ro [isv jtorrjQLov o syco jtivoj jzcsü^s xat ro ßajt-
riOfia o s- II 709 ßajiriC^o^at ßajtriö^7](}S0{^at ^^ro ös xad^SLöat
sx ös^icov [iov xat ss svcovvficov ovx söriv s[iov öovvai aXX 016
7]rof(iaörcu' ^^xai axov6avrs6 01 ösxa rjQ^civro ayavaxrsLV jtsql
taxcoßov xat icoavvov' ^'^o ös i?]6ov6 jcQoöxaXsOaftsvoö avrovö
Xsysi avroiö' oiöars ori 01 öoxovvrso aQyiv row sd^vcov xara-
xvQisvovöiv avrcov xat ot nsyaXoi xars^ovöiai^ovöiv avrcov
^^oir/^ ovrcoö ös sörai sv vfiiv aXX oö sav d^sXrj ysvsöd^ai fisyaö
SV x^(jtiv sörai vfiojv öiaxovoö ^^xai 06 sav ß^sX?] ysvsö&ai vf/cov
jiQo^roö sörai jiavrojv öovXoö' ^^xai yaQ o vioö rov av^Qw-
jtov ovx TjXd^sv II öiaxovr]&?]vai aXXa öiaxovtpai xai öovvai r?iv
^vxf]v avrov XvrQov avri jioXXcov ^^xai sQXovrai siö isQiym'
xai sxjtoQSvofisvov avrov ajio isqixoj xai rcov fiaß?jrojv avrov
xat o/Xov ixavov o vioö rinaiov ßaQrifiaioö o rvcpXoö sxad^rjro
jtciQa rtjv oöov jiQoöaircov ^"'xai axovöaö ort i?]öovö 0 vaC^oj-
Qaioö söriv TjQ^aro xqcil^siv xai Xsysiv vis öaö irpov sXs?jöov
[xs' ^^xai sjtsrificov avrco jtoXXoi iva öicojtfjö?^' 0 ös jtoXXco
fiaXXov sxQa^sv v)is öaö sXsi]öov fis' ^^xcci öraö o i7]öovö sijisv
cpcovr/d^7]vai avrov: xai cpcovovöiv rov rvcpXov Xsyovrsö avro'
{hagösi sysiQs cpatvsi ös' ''^o ös ajto- \\ ßaXcov ro ifiariov avrov
avaöraö 7]Xd^sv jiqoö rov i7]öovv' ^^xai ajtoxQiO-siö Xsysi avro7
o i7]öovö' ri d^sXsiö jtoi?]öoj öoi' 0 ÖS rvcpXoö sijtsv avrco' Qaß-
ßovvi iva avaßXs^po)' ^'^0 ös irjöovö siJtsv avrm' vjtays rj jriöriö
öov ösöomsv öS' xcu svO^sojö avsßXsipsv xai f/xoXovO^si reo it]-
öov SV rfj oöo?'
pp. 328—331] Codex Eossanensis, Mc 11. §3
XL Kat ots rffyiCpv ec6 isQoöoXvfia u6 ßfjd-öffayi] xai
ßrjd^aviav jüqoö to oqoö to xaXov(.ievov elatcov ajtoCreXXei ovo
Tcov (lad^rjTow avzov ^xat Isyet avroiö' vjtaysrs ei6 rtjv xco-
firjv T7]v xaTsravTc vfimv xat tvd^ecoö eiijJiOQevofitvot eio avrrjv
8VQ7]ö6T8 jtcoXov öeörjfisvov e(p 07^ II OVJICO ovöuö av^Qcojicov
xexad^fjxev XvOavrso avrov ayaysrs' '-^ xat sav riö vfiiv stjtr/'
TL jioisiTS TOVTO' siJtazs OTi o xvQioö a'Otov y()£iav exst- xat
8v^8(o(j avrov ajtoörelXu cods' ^ajt7]X&^ov ös xat, rjvQov jiolov
deös^utvop jtQoö TT/v d^vQav e§co ejit rov aiicpoöov xat Xvovoiv
avrov ' ^rtvea de rojv txet eörcorcov sXeyov avroiö' n jtoieirs
Xvovreö rov jtcoXov ^oc öe ujtov avrotö xad^ojö evsrsiXaro o
LTjöovö' xat ag)7]xav avrovö' '^xac ifyayov rov JtcoXov jzqoö rov
ifjöovv xat sjteßaXov avrco ra tftarta avrcov xat txaß^etöev sjt
avroj' ^jtoXXot de ra tfiaria avrcov \\ eörQcoöav ev r?] oöco aX-
Xot ÖS örotßaöaO sxojtrov ex rcov ösvöqojv xat eörQcovvvov ev
rrj oöco' ^xat ot jtQoayovreö xat ot axoXovü^ovvreo exQaC,ov Xe-
yovreO' coöavva evXoy7]fievoö o eQyofievoö ev ovofiart xvQtov
^^ evXoyrjfievT] ?/ eQXOfievrj ßaötXeta ev ovofiart xvQtov rov jta-
rQoö rj(icDV öaö' ojöavva ev roto vxptörotö' ^^xat etOijXd^ev etö
teQoöoXvf/a o ir/öov6 xat etö ro teQov xat jteQtßXe^anevoö üiav-
ra oxptaö tjÖtj ovötjö rrjö coQaö e^rjXd^ev etö ß7]d^avtav fiera row
dcoöexa' ^^^xat rrj ejtavQtov e^eXi^ovrcov avrcov ajio ßrjd^avtaö
ejttvaöev ^^xat töcov övx)]v ajio fiaxQod^ev ey^ov- || öav cpvX^Xa
r/XO^ev et aQa rt evQ7]öet ev avri]' xat eXd^cov ejt avrrjv ovöev
evQev et (17] cpvXXa fiovov ov yaQ 7]v xatQoö övxcxw ^^xat ajio-
XQtd^etö etjtev avrrj' (irjxert ex öov etö rov atcnva f/r/detö xaQ-
jtov cpayot' xat rjxovov ot na^7]rat avrov ^'""xat eqyovrat jta-
Xtv etö teQoöoXvfia' xat etöeXd^cov o tfjöovö etö ro teQov 7]Q^aro
exßaXXetv rovö jtojXovvraö xat rovö ayoQa^ovraö ev reo teQo?
xat raö .rgajte^aö rcov xoXXvßcörcov e^eyeöev xat raö xa&eÖQaö
rcov jtcoXovvrcov raö jteQtöregaö xareörgeTpev ^^xat ovx i]cptev
tva rtö öteveyxtj öxevoö öta rov teQov ^"xat eötöaöxev \\ Xeycov
avrotö' ov yeygajrrat ort o otxoö fiov otxoö jiQOöevyriö xXtj-
XI, 13. aQo] syllaba Qa supra liueam scripta.
15. E^ex^ösv] fort, e^sy^ev codex; vide Prolegom.
84 Codex Rossaneusis, Mc 11. 12. [pp. 332—334
d-7](j£Tat jtaöiv TOiö eO^veöiv vfieiö de sjtoirjöarE avrov öjct]-
Xaiov Xrjöxojv ^^zat 7]xov(jav ot yQaf/fiaretö xai oi aQyuQHö
xai 8^7]T0vv Jiwö avrov ajioXEöcoöiv tfpoßovvTO yaQ avrov ort
jtaö o ox^oö estJiXrjööEro sjti rrj öiöayr/ avrov ^'^xat ors oipe
syevsro s^sjtoQevero s^oj rr/O Jiolm^O' ^^xat jzqcol jiaQajcoQsv-
ofisvoi lÖov r7]v övxrjv es^Qaf/fievrjV sx qi^cov '^^xac ava^uvtjO-
d^etö o jterQoö Xtyei avro)' Qaßßi lös ?] övxtj tjv xar7]Qa6oj
i:c,7]Qavd^7]' 2^x«i ajtoxQid^eiö o irjOovö Xr/f:i avroiO' f/6T£ jtt-
oriv d^eov '^•^afii]v yaQ Xs- \\ yco vfiiv ort oö av etjr?] reo oQt
rovrm aQd^tjrt xat ßXrid^r]rt £to rrjv d^aXaooav xat fir/ dtaxot-
d^Tj SV rrj xaQÖia avrov aXXa jiiorevö?] ort o XaXst ytvsrat eora
avrm o eav stjirj' '^^öta rovro Xsyco vfitv jtavra oOa sav jtqoö-
evyo/ievot atrttö{^e jctörsvsre ort Xafißavire xat eörat i\uiv'
"^'""xat orav 6r?jxrjrat jcQoöevxofisvot afpisre u rt ex^re xara
rtvoö' tva xat o jiarrjQ vftcov o ev roiö ovQavotö acprj i\utv
ra jtaQajtrcofiara vfiwv '^^\8t öe vfiiö ovx aq)itre ovöe o jiarr]Q
vfimv o SV ovQavco a(pr/6st ra jtaQajtroyfiara vficov '^'xat sq-
Xovrat jtaXtv stö tsQoöoXvfia' xat sv reo tsQco jis- || QtJtarovv-
roö avrov sQ^oinat jiqoö avrov ot aQxtsQstO xat ot ygafifiarstö
xat ot jiQsößvrsQot '^^xat Xsyovotv avrco' sv Jtota s^ovöta
ravra jiotstö xat rtö öot rt/v s^ovötav ravr7jv söcoxsv tva
ravra jiotjp' ^-'o 6s trjöovö aitoxQtd^stö stjisv avrotö' sjtsqoj-
rrjöoy v(ia6 xayco sva Xoyov xat ajtoxQtd^i^rs fiot xat sqoj vfitv
SV Jtota s^ovOta ravra jiotco' ^^ro ßajtrtOfia tcoavvov s^ ovQa-
vov rjv Tj s^ avd^Qmjtcov ajtoxQt&r/rs fiot' -^'ot ös sXoytC^ovro
jiQOö savrovö Xsyovrsö' sav stjtojfzsv tg ovgavov SQSt' Start ovv
ovx sjitörsvöarat avrco' ^'^aXXa stjicofisv £5 avd^Qmjtcov (poßov-
ftsd^a rov oyXov Jtavrso || yaQ s^ovötv rov tcoavv?]v atö jiqo-
vö?/ö syQaxpsv
?/^uiv ori 8av rivoö aöeX^poö ajro^avrj xai xaraXijtrj yvvaixa xai
rexva fi?] aq)7/ iva Xaßij o aösX(poö avrov r?jv yvvaixa avrov
xai 8^avaör7^öri öJteQ^a reo ad8X(pG) avrov '^^ejtra ovv aöeXcpoi
7jöav xai o jiQmroö 8Xaß8v yvvaixa xai ajto{^VTjöxmi^ ovx a(p7]'
86 Codex Rossanensis, Mc 12. [pp. 339—342
X8V öJtsQfta' "^^-aai o öevTsgoo sZaßsv avT7]v yMt ajted^avev 7cac
ovdt avToö ag)7jxev OjteQfia xai o tqitoo ojöavtcoO' "^'^xai eXa-
ßov avxjjv OL ejcra y,ai ovx ag)9/xav öjaQ(ia' eöyarov 6s Jtavrcov
ajts^avsp xat ?/ yvviy ^^ev ttj avaaraou ovv orav avaorcoöiv
Tivoö avTcov eözac yvv7]' oi yag tjrra so- \\ yov avrrjv yvvaixa'
'^^YMi ajtoxQid^tiö o tr/öovö ujtsv avToiO' ov ÖLa Tovro üiXavaö-
d-B nrj löoreö rao ygafpaö firjös rtp övvaf/iv tov O^sov ^^orav yag
ex V8XQCOV avaörojöLv ovöe ya^uovöiv ovös ya^iLöxovraL aXX eiOiv
(DO ayysXoi ev tolö ovQavoiö' ^^jtsgt 6e rmv vsxqcov ort sysiQov-
rat ovx aveyvcoTE ev r?] ßtßXco fcojvöecoö sjct rrjö ßavov wo
Hjtev avTco o ^soo Xsycov syco o ^eo6 aßQaafi xai o ^soo
lOaax xat o d^soo laxmß' '^''ovx soriv o d^soö vsxqcov aXXa ^cov-
Tcov vfisio ovv jtoXv jrXavaöß'S' '^^xai jiQoOeX^ojv eiö rcov ygafi-
fiarswv axovöaö avzmv övvC,7]T0vt(X)V LÖmv ort xaXcoO avroiö
ajieXQL- II d^7] 6Jt7]QCOT7j(JtV CWTOV JtOia SÖriV JtQG)T7l JiaVTGOV
SVTOXtj' 2^0 (Jg L7JÖ0VÖ ajlSXQLd^7] aVTOJ OTL JIQC0T7] JCÜVTCOV SV-
ToXrj' axovs iöqütjX xvqcoö o d^soO 7/ficov xvqioo siö blö sOztv'
^^xai ayajtr/östo xvqiov tov d^tov öov e^ oXrjö ttjO xaQÖcao
oov xai 8$, oX7]C T7/Ö ^vy/jö oov xat e^ oXrjO r/yö öiavoiao
öov xat, 6^ oXrjO rrj6 töyvoo öov avT7] jtQC0T7] evroXrj' ^^xat
öevTsga ofiota avT7]' ayaji7]ö8tö top JtXr/ötov öov wo savrov
fistC^wv TOVTwv aXXrj svzoXr/ ovx sortv ^'^xat etjtsv avrw o
ygafiftarevO' xaXcoö ötöaOxaXt sjt aXrfi^taO etjteö ort stö eörtv
xat ovx BöTtv aXXoö 7tXr]v av- || rov ^^xat ro ayajiav avrov
s§ oXtjO TTjO xagötao xat 8$, oX7jö t?;ö Ovvböbwö xat e^ oX7]0
r7jö ipvyr/O xat eg oXtjO rrjo toyvoo xat ro ayajtav rov jtXrj-
ötov wo 8avrov JiXstov eortv Jtavrwv ra>j^ oXoxavzwf/arwj^
xat d-vOtwv ^^xat o trjOovo töwv avrov ort vovvBywO ajtsxgt-
d^fj etjtev avrw ov fiaxgav 8t ajto rr^o ßaOiXetao rov d^sov
xat ovÖBtO ovxert 8roX}ia avrov 8Jt8Qwr7]Oat' "^'-^xat ajtoxQtd-Biö
0 t7]öovö sXeysv öidaoxcov ev to? tsQW' %wö Xeyovötv ot ygaft-
fiarsto ort o ygtoroö vtoO eörtv rov öaö' ^^avroO yag öaö etJtev
ev jtvevfiart ayiw etjtev o xvgtoö rw xvgtw fiov xad^ov ex
öe^twv fiov ewö av d^w rovo eyß^govo öov vjto- \\ jtoötov rcö^
jtoöwv öov ^^ et oiw öaö Xeyet avrov xvgtov xat Jtwo vioö av-
rov eörtv Tcat o jroXvO oyXoO tpcovev avrov ijöewö' ^^xat tXeyev
pp. 343—346] Codex Rossanensis, Mc 12. 13. 87
avTOiö £V TT] ötöayji avrov ßlEjiere ajto tcov yQa^ufiarscoj' rmv
d^eXovTcov 8V öroXaLö jütQijtaxsiv xat aöjtaöfiovö ev ratö ayo-
gaiö ^'^xai üiQcoroxad^eÖQLaö ^v raiö Ovi^ayor/aiO xat ütgo^ro-
xXiOiaö £V roiö ösijcvoiO' ^^ot xarsö^LOVTso zao oixiao rmv
yjjQcov xai nQO(paöH (laxQa jtQoösvyoftsvoi' ovrot XrjfiipovTai
jisQiööoTSQOv xQLfia' ^^xai xad^^Löaö o ltjöovö xarsvam rov
yaC,o(pvlaxLov s&sojqi jtmo o oylo6 ßalXsi yaXxoi^ \\ eiö ro
ya^ocpvXaxeiov xcu jioXZoi jtXovOioc eßaXXov jüoXXa' ^'^xai s?.-
d^ovöa ^ta yriQa Jtrcoyrj sßaXsv Xsjtra ovo o sOriv xoÖQavTrjO'
^^xat jtQoöxaXeOafievoö rovö (iad^^iraö avrov stJtev avroiO' afir/v
XsycQ vfiiv Ott Tj yrjQa iq jtTmyrj avrrj jtZstov jtavTcoj? eßalev
TCOV ßaZXovTon^ eio ro ya^o(pvXaxiov' ^^JtavTeö yag ex rov
jisQiOösvovToö avToiö sßaXov avr?] öe ex Ti]ö vöTeQ9/ö£coö av-
T?jO Jtavxa oöa uyev eßakst^ oXov rov ßiov avT7]0'
XIII. Kai exjtoQevo^evov avrov ex rov cegov Zeyei avrco
eiO TCOV fiad^/]rojv avrov öidaöxaXe löe jtorajtoi lid^oi xat jio-
rajtai OLXoöoiiar '^xat ajroxQid^eiö || o UjöovO eijtev avrco' ßZe-
jteiö ravrao raö fieyaXao otxodo/mö' afi7jv Zeyco öoi ov fi?]
a(ped^?j wöe Xid^oö ejtt Xid^co o6 ov fi?/ xaraXvd^i]' ^xai xa{)-7](ie-
vov avrov ejti ro oqoö roov eXaicov xarevavrt rov legov ejti}-
Qcorcov avrov xar löiav jterQoö xat laxcoßoö xat looavvrjO xat
avÖQeaö' ^etjte ?]fitv jrore ravra eörat xat rt ro C7]fietov orav
fieXet ravra jtavra ovjneXetöd^at' '^o de t7j6ovO ajcoxQt&eiO av-
roto 7]Q^aro Xeyetv ßXejtere fi7]6eiö vf/ao jiXavrjöri' ^jtoXXot yaQ
eXevöovrat ejtt reo ovo^art fiov Xeyovreö ort eyco etfit xat jioX-
Xovö jtXavrjOovOtv' ''orav öe axov- || 67]re jtoXefiovo xat axoao
jioXeficov fifj d^Qoetöd^e' öet yag yeveöß^at aXX ovjtco ro reXocr
^ eye q{)-?]ö erat yaQ e&voö ejt e^voo xat ßaötXeta ejit ßaOtXetav
xat eöovrat Otöfiot xara rojtovö xat eöovrat ?ufiot xat Xotfiot
xat ragayat' ^aQyat coötvcov ravra' ßXejiere 6e v^tö eavrovO'
jtaQaöcoöovötv yaQ vfiaö etö övveÖQta xat eto övvaycoyaö daQ7j-
Oeo^at xat ejit r/yei/ovojv xat ßaOtXecov Orad^7jöeöd'at evexev efiov
eto ftaQrvQtov avrotO' ^^xat etö jtavra ra ed^vr} öet juQcorov
x7]Qvyß^7]i^at ro evayyeXtov ^^orav öe ayaycoOtv vfiaö jtaQaöt-
öovreö fi7i jiQOfieQtfivare rt XaX7]ö7jre \\ aXX o eav öo&tj v^itv ev
8g Codex Uossanensis, Mc 13. [pp. 347 — 350
exetvrj rry coQa tovto ZaXstTS' ov yag vfittö söre ot laXovvreo
alla ro jtvevfia ro ayiov ^^^TtagadcoOsi de aöeXtpoö a6eX(pov
8C6 davarov xat jicctt/q tsxvov xat sjtavaryrrjöovTai rsxva ejii
yovuö xat {^^avarojöovoiv avrovO' ^'^xat eoeod^ai fiiöovfievoi vjto
jtavTwv öia ro oj'Ofia fiov o de vjtofieivaö eio xsXoo öod^tjös-
rar ^^oxav 6t tiörjtt ro ßösXvyfja rt]0 tQr/ftojösmö ro Qrß^ev vjio
6avi7jl TOI' jiQocprirov eöroo ojcov ov Sei' o avaytvcooxcov vo-
eiroj' rort oi sv rr/ lovöata (psvyaroDOav siö ra oqyj' ^-'o öe
ejii rov öcofiaroO \\ (xrj xaraßarm sl6 rr]v oixtav fif]6s uöeXd-s-
roj agat rt tx r?jö oixiaö avrov ^^xat o etö rov ayqov cov (11]
ejtiörgeiparco siö ra ojttöoj agai ro iftariov avrov ^''ovat ös
raio ST yaörQt exovöaio xac raiö d-rjXa^ovöaiö sv exsivaiö raio
?]fi£QaiO' ^^ jigoöev^eöd^t dt tva (irj yevrjraL t] (pvyrj vftCDV ysifio9-
voö [iTjöt öaßßarov ^^ tOovraL yaQ ai TjfisQat sxeivai f^Xiipio oia
ov ytyovtv rotavrrj ajt aQyrfi xriöewö rjv exriosv o {heoo ovo
ov fi7] ysvyrai' '^^xai tt fir/ xvqioö txoXoßoösv raö TjfitQao exu-
vaO ovx av töcod^?] jiaöa Oag^' aXXa öta rovö exXsxrovö ovo
e^sXs^aro exoXoßmötv || rao 7j/z£Qaö sxstvaö' -^'roTe sav riö vfiiv
eijtrj iöov (DÖt o ygiOroö 7] löov exet firj jitörtvörjre' ^'^eysQ-
{h7j(j07'rai yaQ ^tvöoxQtöroL xac ^psv6ojtQOCp7]rai xai öcoOovötv
Or/fitia xai rsgara jtQoö ro ajiojtXavav u övvaroi' xai rovö
€xX.£xrovö' '^^vfieco ös ßXejcsrs' löov jtQoecQTjxa vfiiv ajiavra'
^^aXX ev sxeivaio raiö r/fisgaio fisra r7]v O-Xtipiv rcov 7]fi£Qcov
txHvmv o tjXloö öxortöd^TjOeraL xai rj öeXrivrj ov öcoöei ro g)sy-
yoo avr7jö '^^xai ot aOrsQtö rov ovgavov eoovrai sxjtijtrovreö
xat at övvafiuö at sv rotö ovQavotO öaXsvO-7]öov- \\ rat' ~^xat
rors oipomat rov vtov rov avd^Qmjtov SQyofisvov sv vsfpsXatö
fisra övvafisojo jtoXX7jö xat öo§7]6' '^''xat ajtoOrsXXst rovö ayys-
Xovö avrov xat sjttövvaB^st rovö sxXsxrovö avrov sx rcov rsö-
öaQwv avs/imv aji axQov yr}ö scoö axQov ovQavov ^"^ajto ös r?]ö
övx7]ö fiaihsrs r7/v jiaQaßoX7]V' orav 7]örj o xXaöoö avrjp ysv7]-
rat ajtaXoö xat sx(pV7] ra (fvXXM ytvmöxsrs ort syyvö ro d-sQoö
sörtv ^'^ovrcoö xat vfistö orav ravra tÖ7/rs ytvofisva ytvcoöxs-
rs ort syyvö sörtv sjtt d-vgatö' ^'^a^uf/v Xsyco vfiiv ort ov fi7j
jraQsXd^7} 7] ysvsa ai)r7j {isygiö ov jravra ravra ys7'7]rat' "^^o
ovQavoö xat || tj y7j jiaQsXsvösrat ot ös Xoyoi /.wv ov ,(//; jia^sX-
pp. 351—353] Codex Rossanensis, Mc 13. 14. 89
^coöiv ^'^jisQi ÖS T7]d fjuegaö exsivrjö rj coQaö sxstvrjö ovöeiö
oiöev ovös Oi ayyeXoL tojv ovQavcov ovös o vtoO si fir/ o jcarr/Q'
^^ßZsjtSTS de ayQvxveire xai jiQoOsvxsödaL ' ovx oiöars yag jtors
o xaiQoö tOTiv ^^coöJteQ yaQ av&QWJtoö ajtoör/fioO a(p£i6 rrjv
oixtav avTOv xac öovö rotö öovXoiO avzov rrjv s^ovöiav xai
BxaöTca To SQyov avrov xai reo d^vQcoQm tvereilaro iva yQTj-
yoQTj' ^^yQr/yoQeiTS ovv ovx oiöare yag jtors o xvqloö r/yö ol-
xiaö sQysraL oips tj (ieöovvxrioD rj aXsxroQocpcoviaö rj jtQcor
^^fiTj eZd^cov 8^ai(pvrj(j svgrj vfcaö xaihsvöov- \\ zaö' ^'^ a öe v^w
Xsyoj jtaöiv Xeym' yQTjyoQsire'
XIV. Hv Ö£ TO üia()ya xai ra aC^vfta fisra ovo rjfiSQaO'
xai E^7jTovv OL aQxi£Q£i(j xai ot ygafiftareLö ro jtcoo avroi> öoXco
xQaT7jöavT£0 ajtoxTLVcoönr '^sXsyov Ö8' fiij ev ttj eoQrrj ft7jji0T£
^OQvßoö sörai rov Xaov ^xat ovroö avrov ev ßrjd^avia ev rrj
oixta Oificovoö rov Xejcqov avaxei^ievov avrov rjXd^ev yvvrj syov-
öa aXaßaorgov fivQov vaQÖov Jtiörix7j6 jtoXvreXovö xai övvrQi-
ipaöa rov aXaßaorgov xarex^ev avrov xara rrjö xetpaXrjö' ^rjöav
de riveö ayavaxrovvreö jtQoO eavrovö xai XeyovreO' eiO ri tj
ajtcoXia avrrj rov fivQov yeyovev ^7j6v- \\ varo yaq rovro ro
fivQOV jiQad^rjvai ejtavm rQiaxoöimv örjvaQimv xai öod^rjvai roiO
jirmxoiö' xai eveßQificovro avrrj' ^o öe irjoovö eijtev acpere av-
rrjV n avrrj xojtovö JiagexBre' xaXov egyov eigyaöaro ev efioi'
'^ jtavrore yaQ rovö jcrmyjovö exsre fied- eavrcov xai orav ^e-
Xrjre dvvao^e avrovö ev jtoirjöai' efie öe ov jtavrore e^sre' ^o
eö^sv avr7j ejioujöev jiQoeXaßev ^vQiöai ro öcofia fiov eiö rov
evratpiaöfiov ^afi7jv Xeyco vfiiv oüzov eav X7jqvx^^] to evayye-
Xiov rovro eiö oXov rov xoöfiov xai o ejtoirjöev avrrj eiö [ivrj-
[loövvov avrrjö XaXrjd^rjöe- || rar ^^xai lovöaö o löxaQicorrjö eiö
Tcov ömöexa ajtTjXS-ev jtgoo rovö aQxisgeiö iva jiaQaöo) avrov
avroiö' ^^01 6e axovöavreö exccQTjöav xai ejt7jyyeiXavro avrm
aQyvQia öovvai' xai e^Tjrei jimö evxaigcoö avrov jtaQaöco' ^'^xai
rrj jtQcorrj Tjfiega rmv aC^vfiojv ore ro jtaöxcc e^vov Xeyovöiv
avrco Ol fiad'7jrai avrov jtov ^eXeiö ajteX^ovreö eroifiaömfisv
iva (payrjö ro Jtaöxa' ^^xai ajtoöreXXei ovo rmv (iad^rjroov av-
rov xai Xeyei avroiö' vjiayere eiö rrjv jcoXiv xai eiöeXd^ovroav
90 Codex Eossanensis, Mc 14. [pp. 354 — 357
vficov siö TT]v jtoXiv ajtavxrjöEL vfciv avd^QODjioö xegafiiov vda-
TOö ßaöra^ojv axolovd^rjCaTe avtm ^^xac o- \\ Jtov sav tioekO^?/
eutaxat toj oixoöeojcor?/' o ÖLÖaOTcaXoö Xtyw Jtov eoriv ro
xaraXvfia fwv ojiov ro jiaoya fiera tojv fia^?/TOJp fcov (paym'
^^xai avToO vfiLV öl^l avcoytov ^tya i^öTQojiievov eroifiov exei
STOtfiaöaxs rjfiLV ^^xai e^rjXO^ov ot fiaü-rjzaL avxov xai rjXd^ov
8iO T?]v jioliv xai 8VQ0V xa^coo £ijt£v avToiö xai ?]Totfiaöav
ro üiaöya' ^'o^peiaö ös y8vofi£V7/6 sgyerai fiera rcov öo:^d£xa'
^^xai araxeifievcov avrcov xat eo^iovrojv eijisv o irjoovo' afi7jv
Xsyo) vfitv ort stö eg vficov jtaQaÖcoösi (le o söO^icov fiex efiov
^^01 de rjQ^avTo Xvjtuöd^ai xac Xeyuv avxoj || elö xad^ eiO' fir/ri syoj
£if/i' xai aXXoö' fi9jTi syco si^ut' ^^o da ajtoxQL^sio ecjt£V avroio'
£iö ex TCQP öcoöexa o efißaipao fier efiov eio ro TQvßXiov ^^o
f/ev VLOö Tov avß-Qcojiov vjtayei xad^wö yeyqajtxai jteqi avrov'
ovac de tcd m>d^QmjzG) £X£ivm 6i ov o vtoö rov at^O^QWjtov jtaQa-
ÖLÖorat' xaXoi> r]v avTCO £i ovx £y£vvrj^rj o avd^Qcojioö exetvoO'
"^^xai eöd^Lovrmv avtcov Xaßcov o irjöovö rov agrov xai evXoy?]-
oao £xXaO£V xai eöojxev avroLö xai eijtet>' Xaßere tpayere rov-
ro eöTiv ro Ocofia f/ov' '^^xai Xaßwv jioxrjQiov evyaQiötf/ciaö
eöcoxev avroiö xat ejtiov e^ avrov jtavreö' ^^xac eijcev avroic
rovro eOrcv \\ ro aifta fiov ro rrjö xaivrp dia{^7jX7]0 ro JieQi
jioXXcov exyvvvofievov' ^^afi?]v Xeyco vfiiv ort ovxert ov firj jitco
ex rov yev7]fiaroo r7]ö afijteXov ecoö rrjö r/f^egaö exeivr/O orav
avro Jttvm xatvoiy ev rrj ßaotXeta rov O^eov ^^xat vf/t^7]0avreö
e^rjX^ov etö ro oqoö rmv eXatcov '^''xat Xeyet avroto o t7]öovö
ort jtavreö oxavöaXiöß?jO£öd^at ei^ efiot ev rrj vvxrt ravr7j' ye-
yQanrat yaQ' üiara^m rov jtotf/eva xat ötaöxoQjtt6&7/6ovrai ra
jiQoßara' '^^ aXXa fiera ro eyeQ{^7jvat (ie jtQoa^co vfiaö etö rr/v
yaXiXaiav '^^o de jterQoo e^rj avrco' xat et jravreo öxavöaXto-
d^f/öovrat II aXX ovx eyw ^^xat Xeyet avrco o t7jOovO' af/7jv Xeyco
cot ort öv 07jfteQOv ev rrj vvxrt ravr7j jtqiv 7] öiO aXexroga
cpcov7jöat rQtö ajiaQV7j07j fie' '^^o de jierQoö ex jceQtööov eXeyev
ftaXXov ' eav öetj ftat övvajto^a7>etv öot ov ,w?/ öe ajtaQV7jöoftai '
coöavrcoö öe xat jtavreö eXeyov ^'^xat egyovrat etö x<^^(^^ov ov
ro ovo^a yeöötj^avet xat Xeyet roiö f.iai)^7jraiö avrov xa^eiöare
cüöe ecoö av ajteXd^cov Jigoötv^cofiat' '^''^xai jtaQaXaiißavet rov
pp. 358—361] Codex Rossanensis, Mc 14. 91
jtezQOV xat iaxcoßoj> xai icoavvrjv //e^ eavtov ocai rjQ^aro ex-
d^außeiöd^ai xai aörjUOVBLV ^^xat ?.ty£t avToiö' jibqlIvjioö eöriv
Tj ^pv^rj fiov sojö d^avarov fisivaze w6e \\ xat yQrjyoQstTS' ^^xai
jtQ06eld^cov fiixQov sjtsöev sjti jtQoömjtov ejtt rrjö yrjö xat jtQOö-
7]vx£T0 Lva £1 dvvarov söriv jiaQtld^rj ax avtov rj coQa ^^xai
sX^yev aßßa o naT7]Q jtavxa övvara öot' jragsvEyxs ro jtor?/-
QLOv TOVTO ajt sfiov jiXtjv aXX ov ro sym d-eZm aXX ort ov
^''xai sQx^rat xat svQiöxet avrovö xa^svöorrao xai leyu reo
TtSTQco' öLfimv xaO-svöeiö' ovx lOxvöaö fiiav coQav yQr/yoQ7](jac'
^^yQ7]yoQure xat jtQoösvxsd^s iva firj uOeld^rjre £i6 jtsiQaöfiov
ro fi£v jtvsvfia jtQo^vftov rj 6s öaQs aöd^evrjO' '^^xai jiaXiv aji-
sl^cov jiQO07]v^aTO TOP avTov Xoyov sijrcov \\ ^^xat vjcoöTQe-
ipaö evgev avrovö xa^svöovraö' r/öav yag oi oq)&aXfioi avrcov
xaraßagwoiievoi xat ovx löiöav n avxco ajtoxQid^möiv ' ^^xat
€QX£Tai ro TQLTov xai Isyu avroiö' xa^svösrs ro XoiJtov xai
avaxav8öd^£' aüisx^r r/Xd^ev rj coQa' löov uiagaöiöoTai o vioö rov
avd^Qcojiov SLö x^^Qf^^ t^^^ anaQxmXwv ^'^eysiQSOü^s aycofisv
löov o jtagaöiöovö fis rjyyixsv ^^xai eri avrov XaXovvxoö jzaQa-
yivsxai lovöaO uö xcov ömösxa xai fiex avxov oxXoo jtoXvo
fiexa fiay^aigcop xai ^vXcov jtaQa xcot^ aQX^^Q^f^^ ^^^ ^<^^ ygaf/-
^axsmv xai xcov jtQeößvxsQcov ^^öeöo)- \\ xsl Se o jtaQaöiöovö
avxov övööTjfiov avxoiö Xsymv ov av (ptXrjOm avxoo söxiv xga-
X7]öax£ avxov xat ajtayaysxe avxov aOg)aXwö' ^^xai eXd-mv
svO^swö jtQOOeXd^cov xco irjöov Xsysi avxm Qaßßi gaßßt xai xaxe-
g)iXrjö£v avxov ^^ol 6s sjteßaXov avxm xaö x^f^Q^^ avxcov xai
£XQaxr](jav avxov ^'^£10 Ö£ xiO xcov jtaQ£Ox7]xoxcov Ojta(jafi£voö
xrjv iiaxaiQav £üiaiö£v xov öovXov xov aQX^^Q^^^ ^cai a(piX£v
avxov xo coxiov ^^xai ajioxQi^£i6 o irfiovö £iJt£V avxoiö' wo
ejti Xr/öxrjv £^7jX&'ax£ fisxa fiaxaiQcov xai ^vXcov (jvXXaߣiv //e*
^^xaü- ?]- II fi£Qav ?]fi7]v jiQoO vfiaö £v xco i£Qm öiöaöxmv xai
ovx £XQax7]6ax£ f(£' aXX iva jrXrjQco^coöiv ai yQacpai' ^^oxs oi
fia^7]xai ag)£vx£ö avxov 3iavx£ö scpvyov* ^^xai £iö xiO V£avi0-
XOÖ 9]XoXoV^riO£V aVXG) Jl£QiߣßX?]fl£VOO öiVÖOVa £Jli yvfivov
xai xgaxovöiv avxov ot v£aviöxoi' ^^o Ö£ xaxaXijtwv xr]v
^0. oxe] fort. TOTE codex; vide Prolegom.
92 Codex Rossanensis, Mc 14. [pp. 362—365
öivöova yvfivoö scpvysv an avrow ^^xai ajtrf/ayov rov irjöovv
JTQOO rov agycegea xai övvEQxovrat avrco jtavrso ol agyisQuö
y,ai OL jtQSOßvTSQoi xai ol yga^xiiaretö' ^^xai o jistqoö ajto
[laxQo^^v ijXoXovd^TjOtv avTco smö £Ooj blö r7]v avltjv rov
aQyiSQsmö xai 7]v övvxad^rjfievoö xai || {^sQ^uaivofisvoö fieza rmv
VJl7]Q8TCOV JtQOO TO CpCOÖ' ^^01 6i- aQyiEQStö XÜL oXoP TO ÖVV£-
ÖQLOV eC^7]Tovv xaxa rov ltjöov ^uaQzvQiav slö to d-avaratOac
avTOV xat ovx svqlöxov ''^jioXXol yaq sipEvdo^uaQrvQovv xar
avTOv xai Löai ai naQTVQiai ovx i]6av' ^'^xai rivso avaörav-
T£ö sipsvdof^aQTVQovv xar avrov XeyovTso -'^ori 7]fi£io rjxov-
Oafiev avTov XeyovroO ort ^ym xaralvöm rov vaov rovrov
rov x^f^QOJtoirjrov xat aXlov ayetQOJtoir]rov öia rgiojv 7]f/eQCDV
ocxoöofir/Oo}' ^^xac ovös ovrcaö löö?] ?]V fj fiaQrvgia avr(x>7>'
^^xai avaörao o aQyisQSvö siO fisoov sjtrj- || QCDrrjösv rov i7j-
öovv X^ycDV ovx ajtoxQi7>7] ovÖBV ri ovrot öov xarafiaQrvQov-
CiV ^'^o ÖS söLcojta xat ovösv ajtsxgtvaro' jtaXtv o aQyiSQSvö
£jc7]Qa)ra avrov xai XzyBi avrco' öv sl o ygiöroö o vioö rov
8vXoy7]rov' *'^o ob i7]6ov6 bijtbv Bym Bifit' xai o^Böf^B rov
viov rov avO^Qcojtov bx öb^icov xad^r^iBVOV rrjö övvafiBODö xai
BQXofiBvov fiBra rmv VBcpBXcov rov ovgavov ^^o 6b aQyiBQBvo
öiaQQTj^aö rovö yirwvao avrov XByBi' ri Bri yjQBiav Byoy^Bv
HaQrvQCßV ^^?]xovöarB jtavrBö rrjö ßXaö(p7]fiiaö avrov ri vfiiv
öoxBi' Ol ÖB JtavrBö xarBxgivav avrov Bivai bvo/ov ^avarov ;
^^xai 7jQ^avro rivBö Bf/jtrvBiv avroj xai jiBQixaXvjtrBiv ro^
jrQ0öa)jt07' avrov xai xoXaq)i^Biv avrov xai XByBiv avrco' jtqo-
(frjrBvöov rjfiiv yQiörB riö Böriv o jiaiöaö öb' xai oi vjt7]QBrai
Qajüiöfiaöiv avrov BßaXXov ^^xai ovroö rov jcBrQov bv t?/
avXrj xaro) BQysrai fiia rmv Jtaiöiöxmv rov agyiBQBmö ^"'xai
löovöa rov jtBrgov -O^BQfiaivofiBVov Bvß?,£ipaöa avrm XByBi' xai
öv fiBra rov 7>a^aQ7jvov ujöov 7]ö{^a' ^'^o 6b 7jQV7]öaro X^Bymv
ovx oi6a ov6b BJiiora^ai öv ri XByBiö' xai B^7]Xd^BV B^m Bio ro
üiQoavXiov xai aXBxrmg B(pmv7jöBV' ^'^xai 7] Jtai6iöx7/ i6ovöa av-
rov jiaXiv 7jQ^aro XByBiv roiö jtagBör?]- \\ xoöiv ori ovroö
B$, avrmv Böriv '^o 6b jtaXn^ 7jQV7jöaro' xai fiBra fuxQoi^
jiaXw Ol jiaQBörmrBö BXByov rm jTBrgm' aXf/d-mö b^ avrmv
Bi xai yag yaXiXaioö bi xai 7/ XaXia öov 6//X01' '^o 6b 7/()^aro
pp. 366—369] Codex Rossanensis, Mc 14. 15. 93
ava&sfiati^eiv xai ofivveiv ort ovx oiöa rov avd^QCjjtov ov
XsY^Te' '^'^xai ex öevregov aXexrcoQ ^(pcovrjOev' xat avefiv?](jB^ri
0 jtSTQOö TO ()7]fia o eijru^ avrco o irjöovö ort jiqlv aXtxroQa
cpcovrjOai ajtaQP?jörj fie tqiö' xac ejtcßaZcov exZaiev
XV. Kai evO^scoö ejti ro jtQcoi övfißovhov jtoirjOavTsö
01 aQxi£Qsi6 f/exa rov jtQsößvrsQcov xat yQafifiaTecov xat
oXov TO öx'VhÖQLoi^ ötjöav- II reo top i?]6ovv ajt7jyayov xat
jtaQEÖcoxav ro? jtiXaTco' '^xai njirjQcorrjOtv avrov o jnXaroö'
öl? iL o ßaöiXsvö rcov lovöaicov o de irjöovö ajtoxQi^siö eijtev
avTco' öv Xeyeiö' ^xai xaTi]yoQovv avrov oi aQ^HQHö jtoXXa
avTOö de ovöei^ ajtexQivaro' ^o 6e jtiXaroö jiaXiv ejirjQcor^jöev
avrov Xeyojv ovx ajtoxQiv?] ovöev ei6e Jtoöa öov xaza-
fiaQri^Qovöiv '""o 6e irjöovö ovxeri ovöev ajtexQiü^rj coöre ^av-
(la^eiv rov jtiXarov ^xara Se eoQrrjv ajteXvev avroiö eva
öeöfiiov ovjteQ rjrovvro' '^rjv de o Xeyofievoö ßagaßßaö (lera
rcov övvöraöiaörcov || öeöefievoö oiriveö ev rrj öraöei cpovov
jtejioiTjXiöav ^xai avaßorjöaö o o^Xoö rjQ^aro aireiöd^ai xaü-coö
aei sjtoiei avroiö' ^o öe jtiXaroö ajiexQid^rj avroiö Xeymv
0-eXere ajtoXvöco viiiv rov ßaöiXea rcov lovöaicov ^^ eyivcoöxev
yaQ ort öia cpd^ovov jtaQeöojxiöav avrov oi agy^iegeiö' ^^oi öe
aQXieQeiö aveöiöav rov oxXov iva (laXXov rov ßagaßßav ajto-
Xvö?j avroiö' ^^o öe jiiXaroö ajioxQid^eiö jtaXiv eijiev avroiö'
ri ovv d^eXere Jioirjöco ov Xeyere ßaöiXea rcov lovöaicov ^'^oi
Öe jtaXiv exQa^av öravQcoöov avrov ^^o öe jiiXaroö eXeysv
avroiö' ri yaQ xaxov ejtoujöev oi öe jj jteQiööoregcoö exga^av
öravQcoöov avrov ^^o öe JtiXaroö ßovXofievoö reo oyXcx) ro
ixavov üioirjöai ajteXvöev avroiö rov ßagaßßav xai jtaQeöorxev
rov irjöovv cpqayeXXcoöaö iva öravQco&rj' ^^oi öe örQaricorai
ajirjyayov avrov eöco r?jö avXrjö o eöriv jtQaircoQiov xai övv-
xaXovöiv oXrjv rrjv öJteiQav ^'xai evSvovöiv avrov jioQcpvQav
xai jteQirid^eaöiv avra> jtXe^avreö axavO-ivov örecpavov ^^xai
rjQ^avro aöjia^eöd^ai avrov xai ).eyeiv x^^Q^ ^ ßaöiXevö rcov
lovöaicov ^'^xai srvjtrov r7jv xecpaXrjv avrov xaXaiico xai
evejtrvov avrco xai riO-evreö ra yovara jtQoöexvvovv avrco'
'^^xai ore evejtai- |1 ^av avroj e^eövöav avrov rrjv jioQ(fVQav
94 Codex Rossanensis, Mc 15. [pp. 370—372
xai svedvOav cwrov za ifiaria ra löia' xac e^ayovöiv avxov
Lva öravQOJöovöiv avrov '^^yMt ayyaQevovötv riva öifxojva
xvQTjvaiov SQyofisvov ajio aygov top jtareQa aXe^avÖQov xat
Qovq)Ov iva agrj top ötüvqop avrov ^'^-xai (pegovöip avrov
EjtL rop yolyod-ap rojtop o eörip fied^eQf/?]pevofi£POO xgapiov
rojtoö' ^^xac söiöovp avroj jtisip eöf/vQPiöfiepov otvov oö de
ovx eXaßev' '^^xat öravQcoöapreö avrop 6tafieQiC,opro ra ifia-
na avrov ßaXlopreö xItjqop sjt avra riö rt agr/' ^'^7]p 6e
coQa rQtri] xat söravQcoOav avrov '^^xac rjp ?] £jnyQag)rj
rrjö II airiaö avrov sjtiysyQafiizsprj' o ßaötZsvO ro?p lovöatow
'^''xac Ovp avrco oravQovöip ovo hpraü spa ex ös^icop xat
£pa E^ svcopvf/CQP avrov ^^xai ejtXrjQcod^rj rj ygacprj ?] Xeyovöa'
xat ^isra avoficop eXoytod^rj' '^^xat oi JtaQajtoQevof/epot sßXaö-
(ptjuovv avrop xsipovpreo rao xe^aXao avrojp xat Xeyopreö'
ova o xaraXvcop rop vaov xat ev rQtötp r/fisgaio ocxoSofioop'
'■^^öojöop ötavrop xai xaraßa ajto rov OravQov ^^oftoiwö de
xat ot aQxtegeto efiJtatC^ovreö jtQoö aXXrjXovö fiera rojv yQafi-
[lareow eXeyop' aXXovö eOcooev eavrop ov övvarat oojöat'
•^■^o ;f()«öTO(> o ßaötXevö rov \\ t(jQa?]X xaraßarco pvp ajto rov
OravQov tva töcofiep xat jti6rev6co(iev avrm' xat ot övpeörav-
Qro/tepot avrco optöei^op avrop' ^^yepo(ieP7]ö 6e coQaö exri]6
Oxoroö eyepero e(p oX7]p rrjv yrjp ecoö wQaö evarip' '^^xat
rrj wQa rtj evarrj eßotjöep o trjöovö cpcop?] (leyaXtj Xeyow eXojt
eXcot Xä/ia öaßayßavet' o eörtp fied^eQ/njpevofiepOP' o d^eoö
fiov o d^eoö fiov etO rt f/e epxareXtjteö' '^^xat rtped rcov
jtaQeOr7jxorcop axovöapreö eXeyop' löov 7]Xtav [cpcopet'] ^^ÖQa-
ficop 6e etö xat yefitoaö ojtoyyop o^ovö jieQtd^etö [re xaXaf/co]
ejtort^ev avrop Xeycop' arpere || lörnftep et eQyerat r/XtaO xad-e-
Xetp avrop' '^' o de tf]6ov6 acpetö (pcoP7]p (teyaX7]p e^ejtpevöEV'
^^xat töov ro xarajteraOf/a rov vaov eöyt(jd^7] eio ovo ajto avo>-
24. 6La[JLeQit,ovxo] fort. 6iFf^8()itorTo codex; vide Prolegom.
34. käßd] ita codex A« linea exeunte et fia in principio sequentis
liueae scripto.
35. (ptorei membrana lacerata periit.
36. Tf xakafxüj] membvaua lacerata iit supra.
I
pp. 373—375] Codex Rossanensis, Mc 15. 16. 95
^£V £co6 xarcQ' '^^löov de o xsvtvqcojv o jtaQsöTrjxcoö e§
svavTiaö avTov ort ovtcoö xga^aö s^sjtvsvöev eijtsv aZrj&oyö
o avd^Qcojioö ovToö vioö rjv d-eov ^^tjöav ös xat yvvaixeö ajio
fiaxQod^sv d^tcoQovöat sv aiö rjv fiaQia rj [iayöaXrjvrj xat fiaQia
f/ taxmßov Tov f/iXQOV xat icoOrj firjtrjQ xat öaXcofirj ^^at xat
ors TjV 8V ZTj yaXtXata rixolov^rfiav avxm xat ötr]xovovv xat
aXXat jtoXXat at övvavaßaöat || avXG) stö tegoöoXvfia' ^'^xat
7]6rj orptaö y£vo(/svT](j ejtt rjv jtaQaOxsvrj o eörtv jtQoö öaßßa-
Tov ^^sXd^cov tco(j7]' nicht
fiav&dvcov) . . . susceperat verwandeln p. 77, 25?" Der „hässliche Grä-
cismus", den Hieron. p. 78, 9 angeblich durch einen gewöhnlichen latei-
nischen Ausdruck ersetzt haben soll, ist von Zahn in den Text von B
durch eine Conjectur erst eingesetzt worden.
Der angebliche Commentar des Theophilus. -121
Jedenfalls liefert aber die Vergleicliung der Texte keinen An-
haltspunkt für die Annahme, dass in B das betreffende Stück
eine Abschrift aus Hieronynins sei.
2) Jedoch andere Erwägungen scheinen diese Hypothese
recht wahrscheinlich zu machen. Es steht der betreffende Ab-
schnitt (Erklärung von Lc. 16, If.: Parabel vom ungerechten
Haushalter) in B an einer sehr verdächtigen Stelle, nämlich
am Schlüsse des dritten Buches (HI, 20), während vorher schon
Stellen aus c. 15 — 19 besprochen worden waren. Die ausführ-
liche Behandlung der Parabel c. 16, If. erscheint somit wie ein
Nachtrag. Noch mehr: die Parabel selbst war schon vorher
(HI, 11) kurz erklärt oder vielmehr die Grundzüge einer Erklä-
rung waren angedeutet: „Homo quidam erat dives qui habe-
bat villicum. Hanc comparationem salvator villico iustitiae,
id est episcopis dedit, ut, quomodo domino suo fraudem fecit, ut
haberet unde postea viveret, ita episcopi non omnia peccata ul-
cisci debeant, sed locum poenitentiae reservare eos conveniat, cum
praesertim ipse dominus dixerit: Nolo mortem peccatoris, sed ut
convertatur a via sua et vivat. Ideo autem laudavit dominus
lesus fraudatorem domini sui, ut eins sequentes exemplum non
omnia debita exigamus." Trotz dieser Deutung folgt nun am
Schlüsse des Buches, III, 20, eine zweite Auslegung, die mit der
ersten gar nichts gemein hat; denn der Haushalter wird hier
auf Paulus gedeutet, und diese Erklärung wird an der ganzen
Parabel verhältnissmässig eingehend durchgeführt. Am Schlüsse
aber heisst es ohne jeden Übergang (S. SO, If. bei Zahn): „Scien-
dum est autem hanc comparationem salvatorem nostrum epis-
copis posuisse.'^ Diese Worte, durch welche die neue Erklärung
mit der zuerst gegebenen — schlecht genug — verbunden wer-
den soll, finden sich bei Hieron. nicht, während er doch noch
die unmittelbar vorhergehenden wiedergegeben hat.^^) Somit
liegt die Annahme sehr nahe, dass die Erklärung, welche Hieron.
in der ep. ad Algas. als aus Theophilus stammend mitgetheilt
hat, in B erst nachträglich zugesetzt worden ist. Der Bearbeiter,
so scheint es, hat es sich so leicht wie möglich gemacht. Er
hat die Erklärung, welche er bei Hieron. gelesen, in den Um-
fang seines Buches — welches er für das des Theophilus
18) In welch' eigenthümlicher Art, darüber s. unten.
\22 ^^^ angebliche Commentar des Theophilus.
ausgeben wollte — einfach aufgenommen, obgleich er selbst
aus seiner Vorlage schon eine andere Erklärung der Parabel
mitgetheilt hatte. Die Vereinigung der beiden hat er so be-
wirkt, dass er am Schlüsse der zweiten noch einmal an die erste
erinnert hat. Ein solches Verfahren ist aber sonst in dem
ganzen Werke, trotz aller Unordnung, die in demselben
herrscht, beispiellos. Wohl giebt es Fälle, die dem hier
vorliegenden nahe kommen; aber einen völHg analogen wird
man nicht angeben können. I, 25 ist mit III, 3 wörtHch iden-
tisch. In I, 18 behandelt der Verf. Mt. 13, 44, als ob er diesen
Vers noch gar nicht erklärt hätte, während er doch schon I, 11
eine Deutung gegeben hatte. Die neue ist der erst gegebenen
immerhin sehr verwandt und nur zum Theil eine wirklich neue.
Die „5 Brode und 2 Fische'' hat der Verf. dreimal behandelt,
aber stets dieselbe Auslegung befolgt (I, 12. I, 19. II, 5). Am
nächsten kommt noch dem bei der Deutung der Parabel vom
ungerechten Haushalter vorliegenden Verfahren das oben in den
Fällen D, E, F, G, H, I, L beobachtete. Allein der wichtige
Unterschied bleibt immer noch bestehen, dass in allen jenen
Fällen der Verf. bei der je späteren Erklärung niemals auf die
frühere zurückgeblickt, sondern unbekümmert um das, was da-
hinten lag, seine neuen Quellen ausgeschrieben hat. Hier da-
gegen ist er sich augenscheinlich bewusst, die Parabel Lc. 16, If.
schon einmal gedeutet zu haben, und er erinnert seine Leser in
plumper Weise an diese Deutung, um das Auffallende der Dou-
blette zu verdecken. Es ist der einzige Fall in dem formlosen
W^erke, in welchem eine Absicht des Verfassers, resp. eine Re-
flexion desselben hervorzuleuchten scheint. Ist es nicht überaus
verdächtig, dass dies gerade bei der Erklärung der Perikope zu
Tage tritt, welche die einzige ist, die ein Zeugniss des Alter-
thums für ihren Ursprung von Theophilus besitzt? Aber dieses
Zeucrniss steckte doch an einer recht verboro-enen Stelle. Soll
man dem Verfasser so viele Kenntnisse zutrauen, dass er die
theophilinische Erklärung jener Parabel in der ep. ad Algas.
des Hieron. aufgefunden und aus ihrem Verstecke befreit hat?
Diese Annahme scheint schwierig, aber sie ist es durchaus nicht:
denn es lässt sich ein völlig analoger Fall nachweisen. Zacha-
rias Chrysopolitanus (saec. Xll.) in seinem Commentar zur
^vangehenharmonie (dem lateinischen Tatian) bezieht sich an
Der angebliche Commentar des Theophilus. 123
drei Stellen auf den Brief des Hieron. an die Algasia und
schreibt das ganze Stück, welches Hieron. aus Theo-
philus mitgetheilt hat, aus.i^) P. 738 äusserten „Non ab-
sonum videtur, evangelium compendiose nos recipere in uno opere
Theophili episcopi vel Tatiani seu Ammonii Alexandrini aut
alius cuiuslibet, congruo componentis ordine, unam ex quattuor
narrationem". P. 742 schreibt er: „Ad haec pater Hieronymus in
homilia de villico iniquitatis introducens Theophili expositiones,
hanc eins laudem adiecit: ,Theophilus Antiochenae ecclesiae sep-
timus post Petrum Apostolum episcopus, quattuor evangelistarum
in unum opus dicta compingens, ingenii sui nobis monimenta
dimisit'". P. 855 endlich, nachdem er die Parabel vom unge-
rechten Haushalter erklärt, fährt er fort, gleich als hätte er
selbst die Commentare des Theophilus eingesehen: „Theophilus
Antiochenus, qui quattuor evangelistarum in unum opus dicta
compinxit, haec super hanc parabolam in suis commentariis est
locutus", und nun folgt in vollem Umfang und wörtlich das
Stück, welches Hieron. dem Theophilus-Commentar entnommen hat.
Diese Stellen sind äusserst wichtig; sie zeigen uns l) dass
man — und das geht aus vielen Äusserungen des Zacharias
Chrysopolitanus hervor — im Abendland im Mittelalter ein be-
sonderes Interesse für alte Zeugnisse betreffs kirchlicher Evan-
gelienharmonien besessen hat; der „Tatian", den man las, hielt
dieses Interesse rege; 2) dass gerade der Abschnitt aus dem
Briefe des Hieron. an die Algasia im Mittelalter nicht unbekannt
war; denn auch Zahn gesteht zu, dass Zacharias seine Kunde
von Theophilus lediglich aus Hieronymus geschöpft hat. Aber
das Zeugniss des Zacharias ist nicht das einzige. Zahn selbst,
unterstützt durch eine Nachweisung älterer Gelehrter, macht auf
die selbständige Verbreitung der von Hieron. aus Theophilus
abgeschriebenen Erklärung der Parabel im Mittelalter aufmerk-
sam (S. 16). „Die von Hieron. im Brief an Algasia mitgetheilte
Auslegung der Parabel vom ungerechten Haushalter ist allge-
meiner bekannt geblieben und häufiger reproducirt worden. In
einem Homiliarium des 10. Jahrh. auf Monte Cassino findet sie
sich sammt der Einrahmung, welche ihr Hieronymus dort ge-
19) S. Bibliotheca Max. Lugdun. (1677) T. XIX p. 732—957. S. dazu
Fabricius-Harless, Biblioth. Graeca VII p. 105 sq.
124 1^61- angebliche Commentar des Theophilus.
geben hat. Ebenso in einer Handschrift der mediceischen Biblio-
thek aus dem 11. Jahrhundert."^'^)
Also im 10., 11. und 12. Jahrhundert ist die Bekanntschaft
mit jener Theophilus-Hieronymusstelle nachweisbar, und von dem
Commentar des Theophilus wusste man dort überall nur so viel,
als Hieron. mitgetheilt hatte. Das Interesse muss ein lebhaftes
gewesen sein; denn man stellte sich — richtig — den Theo-
philuscommentar als die Auslegung einer Evangelienharmonie vor.
Welche Bedeutung aber eine solche, aus ältester Zeit von einem
orthodoxen Vater stammende, für die Phantasie der mittelalter-
lichen Theologen haben musste, das braucht nicht ausgeführt zu
werden.
Die Annahme hat mithin nicht die geringste Schwierigkeit,
dass der Verf. von B, sei es direct aus dem Briefe des Hieron.,
sei es aus einem Excerpte desselben, die Auslegung der Parabel
vom Haushalter seinen Allegorien beigefügt hat, und nach den
oben mitgetheilten Beobachtungen über die seltsamen Umstände,
unter welchen die Auslegung in B steht, wird man diese Hypo-
these bereits für sehr wahrscheinlich halten müssen.
Aber es giebt noch ein durchschlagendes Argument, welches
es zweifellos macht, dass die Auslegung der Parabel vom unge-
rechten Haushalter in B eine Abschrift aus dem Briefe des
Hieronymus ist.
Hieronymus hat in der ep. ad Algas. lediglich die Auslegung
der ersten acht Verse des 16. Capitels abgeschrieben. In ihnen
ist in der That die ganze Parabel abgeschlossen enthalten; denn
von V. 9 ab folgt bekanntlich die Nutzanwendung. In B sind
aber auch die Verse 10 — 12 noch erklärt. Dies hat auf den
ersten Blick nichts Auffallendes, ja scheint für die Unabhängig-
keit B's von Hieron. zu sprechen. Allein die Erklärungen
von V. 10 — 12 sind, wie Zahn entdeckt hat — wörtlich iden-
tisch mit den Erklärungen, welche Hieron. wenige Zei-
len vor seinem Excerpt aus Theophilus selbst gegeben
hat. Diese Entdeckung ist, wie man leicht sieht, für die Zahn-
sche Hypothese ganz besonders fatal. Zahn sucht sich also mit
20) S. die Nachweise bei Zahn, a. a. 0. S. 16 n. 2. 3. Dazu die
Bemerkung S. 114 n. 3: Notke5_-hat-=gMrf--die ep. ad Algas. ausdrücklich
aufmerksam gemacht. jii'^'^ '\^^ ^^ ^^O/zj^^^^^
Der angebliche Commentar des Theophilus. 125
ihr abzufinden (S. 98): „Es bedarf wolil nicht der Ausfülirung.
wie unglaublich das Verfahren des Pseudotheophilus wäre, wenn
er ausser dem, was Hieron. als Worte des Theophilus citirt hat
auch noch einige (eigene?) Bemerkungen des Hieron., welche
diesem Citat vorangehn, mitaufgenommen hätte, und zwar mit
so sicherer Hand, dass er kein Wort zu viel oder zu wenig ab-
schrieb (?), und nun eine vollständige, glatt bis zu Ende fortlaufende
Erklärung der Parabel zu Stande brachte. Denkbar ist doch
nur der andere Fall, welcher vorliegt, wenn unser Theophilus
derselbe ist, aus welchem Hieron. sein Citat gegeben hat. Zuerst
hat Hieron. nach seiner Weise stillschweigend ein Stück aus
Theophilus sich angeeignet. Dann fiel sein Blick auf die ganze
höchst originelle Auslegung der Parabel bei Theophilus. Diese
ebenso wie das einfachere Schlussstück stillschweigend sich an-
zueignen, ging nicht an, da diese Deutung des ungerechten Haus-
halters auf den Apostel Paulus gar zu sehr der exegetischen
Methode des Hieron. widersprach. Sollte es dennoch als ein in-
teressanter Versuch der Auslegung einer schwierigen Parabel
mitgetheilt werden, so konnte es nur in der Form eines ehrlichen
Citates geschehen".
Zahn muss also annehmen, dass Hieron., obgleich er genau
markirt, wo sein Citat aus Theophilus beginnt, doch schon vor-
her zehn volle Zeilen aus dem Werk des Antiocheners und zwar
wörtlich — nicht nur referirend — demselben entnommen habe.
Diese Zeilen aber haben einen Inhalt, der mit der Erklärung der
Parabel selbst gar nichts gemein hat. Hieron. selbst unter-
scheidet sie scharf von der Parabel selbst. Er beginnt seine Er-
klärung von V. 9^ — 12 mit den Worten: „Denique post parabolam
intulit (seil, evangelista)." Ferner: die Erklärung des Hieronymus
zu V. 9 findet sich in B nicht. Zahn muss also behaupten, dass
Hieron. lediglich den neunten Vers selbständig erklärt, während
er sowohl die Deutung von v. 1— 8, als die von v. 10 — 12 wörtlich
aus Theophilus übernommen hat. Endlich: Zahn muss annehmen,
dass Hieron. zuerst die sehr einfache Erklärung von v. 10 — 12
bemerkt hat, „dann erst fiel sein Blick auf die ganze höchst
originelle Auslegung der Parabel bei Theophilus". Dem gegen-
über ist es vielmehr das einzig Wahrscheinliche, dass der, wel-
cher den 9. Vers commentirt hat, auch die eng mit diesem ver-
bundenen Verse 10 — 12 gedeutet hat; den 9. Vers hat aber auch
126 Der angebliche Commentar des Theophilus.
nach Zahn Hieron. selbständig erklärt. Die Deutung der Pa-
rabel allein hat er nach seinen eigenen Worten bei Theophilus
gefunden. Diese hat er durch ein «ehrliches Citaf^ in extenso
als dem Theophilus angehörig bezeichnet. Ist es denkbar, dass er
die höchst simplen Bemerkungen zu v. 10—12 nicht aus eigenen
Mitteln leisten konnte, sondern sich hier in der raffinirtesten
Weise mit fremden Federn geschmückt hatV^i) Dazu kommt
noch schliesslich, dass die Auslegung von v. 10 — 12 ihrer Form
nach, soviel ich sehe, in B beispiellos ist.
Es gilt bei Zahn als ein böses Charakteristikum der Kritiker,
die er die .modernen" nennt, dass sie das Wahrscheinliche be-
vorzugen und das Unwahrscheinliche bei Seite lassen. Gevriss
kann man oft mehr Gelehrsamkeit und Geist bei der Vertheidi-
gung eines verlorenen Postens in der Kritik leuchten lassen als
bei der Behauptung einer sicheren Position. Schon nach dem
bisher Ausgeführten könnte man die, welche an der Originalität
des fraglichen Abschnittes in B festhalten, ihrem Schicksale über-
lassen; wer wirklich ohne Voreingenommenheit prüft, der wird
zugestehen, dass die Abhängigkeit B's von Hieronymus hier er-
wiesen ist; denn — die Gründe mögen noch einmal kurz for-
mulirt zusammenstehen —
1) die Deutung der Parabel vom Haushalter steht in B an
einer auffallenden Stelle;
2) in dem Buche selbst findet sich vorher schon eine andere
Deutung ;
3) der Verf verräth ein Bewusstsein davon, dass die doppelt
gegebene Auslegung auffallend sein muss;
21) Nach Zahn sollen die folgenden Worte des Hieron. wörtliches
stillschweigendes Citat aus Theophilus sein: ^Qui fidelis est in mi-
nimo, id est in carnalibus, et in multis fidelis erit, hoc est in spiri-
talibus; qui autem in parvo iniquus est, ut non fratribus det ad
utendum, quod a deo pro omnibus est creatum, iste in spiritali pecunia
dividenda iniquus erit. Si autem, inquit, carnales divitias, quae la-
buntur, non bene dispensetis veras aeternasque divitias coelestis
doctrinae quis credet vobis? Et si in his quae aliena sunt (alienum
est autem a nobis, quod saeculi est) infideles fuistis, ea quae vestra
sunt et proprie homini dej)utata, quis credet vobis? Unde corripit
avaritiam, dicens eum, qui amat pecuniam, deum amare nonposse." Da-
gegen die relativ schwierigere Erklärung von v. 9 soll Hieron. selbst er-
dacht haben.
\
Der angebliche Commentar des Theophilus. 127
4) die Stelle aiLS dem Brief des Hieron., welche mit dem be-
treffenden Abschnitt in B identisch ist, war im Mittelalter
wohl bekannt; sie hat sogar in Sonderabschriften circnlirt
und ist in extenso in einen mittelalterlichen Commentar
aufgenommen worden;
5) in B findet sich unmittelbar nach dem betreffenden Ab-
schnitt ein Stück, welches in dem Briefe des Hieron. als
dessen Eigenthum steht, und dessen Herkunft von Hieron.
selbst zu bezweifeln nicht der geringste Grund vorliegt.
Man könnte noch als 6. Grund hinzufügen, dass die Deutung
der Parabel III, 20 von allen sonst in B gegebenen Allegorien
sich unterscheidet, nicht durch ihre Ausführlichkeit, ^2) wohl aber,
weil sie eine historische Deutung ist. Als einzige Parallele
wäre HI, 13 (zu Lc. 18, 2) anzuführen: doch ist dieselbe auch
nicht in jeder Hinsicht eine schlagende. Hiernach ist zu ur-
theilen: der Compilator von B hat den Brief des Hieron.
ausgeschrieben. Aber — und das wäre wohl das letzte Be-
denken, welches man noch erheben konnte — erscheint nicht
das Verfahren des Compilators von B so als ein schwer ver-
ständliches? Wie konnte er so lui vorsichtig sein, ausser dem
wirklichen Citat aus Theophilus, welches er bei Hieronymus fand,
auch Auslegungen des Hieronymus selbst abzuschreiben, sie für
solche des Theophilus auszugeben und damit seine Quelle und
die Mache zu verrathen? Hier giebt uns Zacharias Chrysopoli-
tanus einen überraschenden Aufschluss. Auch dieser Compi-
lator, der, wie Zahn selbst zugesteht, nur das über und
vonTlieophilus gewusst hat, was beiHieronymus zu lesen
stand, giebt die Auslegung von v. 9 u. 10, wie sie beiHiero-
nymus zu lesen steht, als den Schlussabschnitt der Er-
klärung des Theophilus. Also ist die Sache evident. Der
Compilator von B hat wie Zacharias eine Abschrift des
betreffenden Stückes des Briefes des Hieron. vor sich ge-
habt, in welcher die hieronymianische Auslegungder auf
die Parabel 16, 1 — Sfolgenden Verse als Schlussabschnitt
der Erklärung des Theophilus mit dieser zu einer Ein-
heit verbunden war, oder — was unwahrscheinlicher
ist — beide haben willkürlich und selbständig die
22) S. I, 30. II, 6. III, 6. III, 8. III, 10.
128 Der angebliche Commentar des Theophilus.
Auslegung des Hieron. für die des Tlieopliilus ausge-
geben. In der Sache kommt das auf dasselbe heraus. Die
künstlichen Annahmen, zu welchen Zahn sich dem gegenüber ent-
schliessen muss, um die Originalität von B zu retten, sind folgende.
I) In B ist die Auslegung von Lc. 10, 1 — 8. 10—12 die origi-
nale Arbeit des Theophilus. 2) Hieron. hat in der ep. ad Algas.
diese Auslegung abgeschrieben, aber so, dass er erst v. 9 selb-
ständig erklärte, dann die theophilinische Deutung von v. 10—12
wörtlich herübernahm und dabei für sein geistiges Eigenthum
ausgab, endlich die Auslegung von v. 1—8 als Citat mittheilte.
3) Zacharias Chrysopolitanus hat wiederum — durch einen glück-
lichen Zufall; denn er hatte nur den Hieronymus vor sich —
dem Theophilus sein geistiges Eigenthum in Bezug auf den 10.
Vers zurückgegeben, indem er freilich zugleich auch die Aus-
legung des V. 9 ihm vindicirte. Mit anderen Worten: Dass bei Za-
charias die Deutung von v. 10 dem Theophilus zugewiesen wird,
soll auf Willkür beruhen, die aber zufällig das Richtige ge-
troffen hat: dass sie in B ihm ebenfalls beigelegt wird, sei da-
gegen ursprünglich! Nein — Zacharias bezeugt, dass man im
Mittelalter Stücke der Auslegung des Hieron. für theophilinische
ausgegeben hat, obgleich man zur Herstellung des Theophilus
nichts besass, als eben den Hieronymus. Dasselbe hieronymia-
nische Stück ist in B als theophilinisch bezeichnet, welches —
auch nach Zahn — Zacharias ^villkürlich dem Hieronymus ent-
rissen hat; also beruht, zuiual da schlechthin alles Übrige diesem
Schlüsse günstig ist. die Bezeichnung der Auslegung des Verses
Lc. 16, 10 bei beiden Autoren auf der gleichen Willkür. Ein
Zweifel kann aber dann nicht mehr bestehen: in B ist
die Auslegung der Parabel vom Haushalter aus Hiero-
nymus' ep. ad Algas. abgeschrieben.
II, 5.
Auf Grund der bisherigen Nachweisungen fällt auf B ein
helles, aber unerfreuliches Licht. Wir haben es mit einer gänz-
lich unbezeugten Sammlung von Allegorien zu den vier Evan-
gelien zu thun, die unter den Namen des alexandrinischen Theo-
philus gestellt war, und welcher ein Excerpt aus dem Briefe des
Hieron. ad Algas. beigefügt ist. Der (\)mi)ilator, so scheint es,
Avollte die Grlaubwüi digkeit seiner Sammlung dadurch sicher-
Der angebliche Commentar des Theophilus. 129
stellen, dass er jenes bekannte Citat des Hieronymus aus den
Commentaren des Theophilus ihnen zugesellte. Dabei ist ihm
das Missgeschick passirt, ein paar Sätze aus Hieronymus selbst
mit aufzunehmen, die ihn verrathen.
Allein, wie bereits oben angedeutet worden, es ist wenig
wahrscheinlich, dass die Quelle des Compilators der Brief des
Hieronymus selbst gewesen ist. Die Unvorsichtigkeit, resp.
Dreistigkeit kann man ihm schwerlich zutrauen, dass er, obgleich
er den ganzen Brief in extenso vor sich hatte, doch Sätze des
Hieronymus in eine Sammlung aufnahm, welche das Werk des
Theophilus sein sollte. Man sieht sich vielmehr zu der
Annahme gedrängt, dass dem Compilator lediglich eine Ab-
schrift des aus Theophilus geschöpften Stückes aus der ep. ad
Algas. vorgelegen hat, in welcher bereits die hieronymianische
Erklärung von v. 10 — 12 der Deutung des Theophilus (v. 1 — 8)
angehängt war. Diese Hypothese stützt sich auf die Thatsache,
dass die von Hieron. abgeschriebene Parabeldeutung des Theo-
philus auch besonders im Mittelalter verbreitet war, und dass
auch Zacharias bei der Auslegung der Parabel den Text des
Hieron. und den des Theophilus gemischt hat. Der Compilator
wäre somit das Opfer einer Verwechslung geworden, die schon
vor seiner Zeit statt gefunden hatte. Indessen bleiben auch so
noch Schwierigkeiten, wenn man sich das Verfahren des Com-
pilators construiren will. Warum trägt seine Allegoriensamm-
lung die Aufschrift: „Theophili archiepiscopi Alexandrini",
wenn er doch ein Stück, welches dem antiochenischen Theo-
philus gehört, in dieselbe absichtsvoll aufgenommen hat? Hier
giebt es zwei Möglichkeiten: entweder das „ Alexandrini " ist
eine spätere Änderung, oder der Compilator hat selbst schon
den Theophilus, von dessem Werke ihm ein dem Hieron. ent-
nommenes Excerpt Kunde brachte, für den berühmteren Alexan-
driner gehalten. In diesem Falle müsste in jenem Excerpt die
Bezeichnung des Theophilus als antiochenischen Bischofs gefehlt
haben. Allein das ist nicht wahrscheinlich, da sie sich in den
Sonderabschriften der Stelle, die zu Florenz und Monte-Cassino
aufbewahrt werden, findet und auch bei Zacharias gelesen wird.
Also wird man annehmen müssen, dass dem Compilator die
Herkunft des Fragmentes vom antiochenischen Bischof be-
kannt gewesen ist. Dann aber kann die Aufschrift des ganzen
Texte und Untersuchungen I, 4. 9
130 Der angebliche Commentar des Theophilus.
Werkes „Theophili Alexandrin i* nur ein Irrthum eines spä-
teren Sclireibers sein. Allein das Verfahren des Compilators
bleibt auch so noch auffallend genug, zumal wenn wir annehmen,
dass er nicht allzulange nach Hieron., etwa im 5. oder 6. Jahr-
hundert, sein Werk zu Stande gebracht hat. Soll man sich da-
von überzeugen, dass um diese Zeit ein Scribent auf Grund jener
einen Stelle bei Hieron. eine umfangreiche Sammlung allegori-
scher Erklärungen zu evangehschen Sprüchen angelegt und die-
selbe dem Theophilus zugeschrieben hat? Zahn hat ganz Recht,
wenn er sagt, dass das Verfahren eines solchen Pseudotheophilus
ein unbegreifliches wäre. Es kommt dazu, dass Hieron. ja aus-
drücklich von Commentaren und nicht von Allegorien des
Theophilus gesprochen, und dass er als die Grundlage dieser
Commentare ein evangelium quadriforme und nicht die vier
Evangehen bezeichnet hat. So hat man ihn aber auch noch im
späteren Mittelalter richtig verstanden, wie Zacharias Chrysopoli-
tanus zeigt. Also ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein Fäl-
scher das uns in B vorliegende formlose Werk, welches zudem
die Evangelien gesondert behandelt, mit betrügerischer Absicht
auf Grund jener Stelle in der ep. ad Algas. componirt hat.
Aber diese Annahme ist auch nicht nothwendig. Es lasst
sich vielmehi' eine Ansicht aufstellen, die alle Schwierigkeiten,
welche Zahn mit Eifer geltend gemacht hat, vermeidet. Diese
Sammlung von Allegorien braucht keine Fälschung zu sein; sieht
sie doch nicht wie eine solche aus. Der Compilator mag ledig-
lich die Absicht gehabt haben, aus einem, oder walu'scheinlich
(s. oben) aus mehreren Commentaren zu den Evangelien sich eine
Blüthenlese von alleo'orischen Erklärunofen zusammenzustellen.
Dabei ist ihm auch die theophilinische Erklärung der Parabel
vom Haushalter als ein selbständicres Bruchstück aus dem Brief
des Hieronymus an die Algasia zu Gesichte gekommen: er hat
sie seiner Sammlung am Schlüsse des 3. Buches beigefügt, ohne
desshalb der ganzen Sammlung einen ihr fremden Ursprung an-
dichten zu AvoUen. Erst in späterer Zeit, d. h. ün eigentlichen
Mittelalter, hat die imklare Kunde von exegetischen Arbeiten eines
Theophilus einen halbgelehrten Librarius — jedenfalls nicht de
la Bigne selbst — veranlasst, der unbestimmten Aufschrift
,.Allegoriae in Matthaeum" etc. die Worte vorzusetzen „S. P. nostri
Theophili archiepiscopi Alexandrini".
Der angebliche Commentar des Theophilus. 131
Diese Hypothese darf als die wahrscheinlichste bezeichnet
werden; aber die grössere oder geringere Wahrscheinlichkeit, die
man ihr beilegen mag, kann die Evidenz der Beobachtung nicht
gefährden, dass B nicht eine Quelle des Hieronymus ist, sondern
vielmehr deutliche Abhängigkeit von demselben aufweist.
III.
Mit dem obigen Ergebniss könnten wir die Untersuchungen
über „die Commentare des Theophilus von Antiochien zum Evan-
geham" abschliessen. Es hat sich herausgestellt, dass die einzige
Brücke, welche von den Angaben des Hieron. über jene Com-
mentare zu B herüberführt, eine nur scheinbare ist. Somit fehlt
jeder äussere Grund zu der Annahme, dass irgend ein Zusammen-
hang zwischen B und jenen Commentaren besteht, deren Existenz
im Alterthume Niemand ausser Hieronymus bezeugt hat. Jeden-
falls hat B nicht mehr Anrecht auf theophilinische Bestandtheile
hin untersucht zu werden, als irgend welche andere namenlose
oder benannte exegetische Arbeiten, die uns aus dem Alterthum
oder dem Mittelalter überliefert sind. Welche Mittel besitzen
wir aber, um irgend ein Stück in B als aus den Commentaren
des Theophilus entnommen bezeichnen zu können, da wir doch
von diesen selbst beinahe Nichts wissen? So viel ich sehe, bleibt
uns nur ein Doppeltes übrig. Wir müssen 1) untersuchen, ob
die in B vorliegenden Allegorien sich durch innere Merkmale als
aus dem 2. Jahrhundert stammend bekunden, und 2), falls diese
Frage bejaht werden muss, zusehen, ob nicht vielleicht einige
von den Allegorien eine frappante Verwandtschaft mit Stellen
in den drei Büchern ad Autolycum aufweisen. In diesem Falle
wäre es möglich, dass sie zum grösseren oder geringeren Theile
aus den Commentaren des Theophilus geschöpft sind. Indessen
muss von vornherein darauf hingewiesen werden, wie unwahr-
scheinlich ein solches Ergebniss , und wie aussichtslos daher die
Untersuchung ist. Müsste doch, falls es sich so verhielte, das
seltsame Spiel des Zufalls gewaltet haben, dass ein unkundiger
Schreiber den Excerpten, indem er ihnen willkürlich eine Eti-
Cjuette gab, den Namen des Autors beigelegt hat, dem sie wirk-
lich das Meiste oder einen Theil verdanken, und müsste doch
ferner angenommen werden, dass der Compilator von B sowohl
die Commentare des Theophilus selbst als das Excerpt des Hiero-
132 ^6^ angebliche Commentar des Theophilus.
nymus aus denselben ausgeschrieben hat! Es ist in der That ein
opus supererogationis , welches wir hier unternehmen; aber wir
dürfen uns demselben nicht entziehen; denn Zahn hat behauptet
und in seinem grossen Werke angeblich bewiesen, dass B sich
durch seinen Inhalt zweifellos als ein Werk des 2. Jahrhunderts
und zwar als ein Werk des Verfassers der drei Bücher ad Auto-
lycum erweise. Ich stelle dem die Behauptungen gegenüber, dass
nicht drei zusammenhängende Seiten in B nachgewiesen werden
können, die im 2. Jahrhundert auch nur geschrieben sein könnten,
dass B frühestens am Ende des 5. Jahrhunderts compilirt sein
kann, und dass B höchstens zum Theil eine Übersetzung aus
dem Griechischen ist. Allerdings kann ich es mir nicht als Ziel
setzen, Zahn selbst hier zu überzeugen. Unsere methodischen
Grundsätze und kritischen Massstäbe sind zu verschiedene, als
dass eine Verständigung irgend zu erhoffen wäre. Ich vermag
die einschlagenden dogmengeschichtHchen Partieen seines Werkes,
in denen er mit grosser Unbescheidenheit gegen diejenigen auf-
tritt, welche er „gewisse Kritiker" nennt, nur als einen gewal-
tigen Rückschritt in der Forschung zu bezeichnen, der dieselbe
indessen nicht aufhalten wird, weil er selbst den zur „Umkehr^
Bereiten zuviel zumuthen dürfte.
In dem Folgenden stelle ich einen Theil der Stücke und
Sätze zusammen, die frühestens im 3., resp. in späteren Jahr-
hunderten geschrieben sein können; sie finden sich in aUen
Theilen des Werkes. Zuvor noch eine Bemerkung über den Sprach-
charakter. Dass einige, vielleicht nicht wenige, Stücke aufge-
nommen sind, die dem Compilator als lateinische Übersetzungen
eines griechischen Originals vorlagen, ist zweifellos. Die Nach-
weisungen von Zahn S. 157 f, wenn sie auch nicht alle gleich
schlagend sind, genügen hierfür. Ist doch auch das von Theo-
philus durch Vermittelung des Hieron. übernommene Stück wahr-
scheinlich eine Übersetzung aus dem Griechischen. Andererseits
aber ist gewiss, dass das Werk als Ganzes und in seinen Haupt-
bestandtheilen keine Übersetzung ist. So braucht der Verfasser
S. 33, 6 das Wortspiel „panis-pannis"; S. 37,8 liest man: civitas
acivibusdicitur, idestab habitatoribus appellatur". S. 37, 17 f.
heisst es: „Iota unum vel unus apex non praeteribit a
lege, donec haec omnia fiant. Per iota vetus significat testa-
mentum quo decalogus continetur, iota enim pro decem est
Der angebliche Commentar des Theophilus. 133
apud Graecos; apex autem, quattuor litteras Habens, per
evangelium quadruplex testamentuxn indicat novum".
Auch sonst finden sich noch Stellen, die als Übersetzungen nicht
begreiflich sind (vgl. z. B. das „gentilitas", welches einige Male
vorkommt, ferner „saeculum" „saecularis"). Von den angeführten
hat Zahn die erste nicht aufgeführt — weil er sie für kein
Wortspiel geh-alten — , die zweite für ein griechisches Original
zu retten versucht und die dritte für eine spätere Interpolation
erklärt. Wir können uns mit dem hier Angeführten begnügen,
da Nachweise folgen werden, die es als völlig überflüssig er-
scheinen lassen, die Frage nach einem eventuellen griechischen
Original überhaupt zu behandeln.
I) Zum dogmatischen Standpunkt des Verfassers.
Trinität: 1) I, 11: Margarita pretiosa est trinitas sancta, quae
dividi non potest, nam in unitate consistit (zu
Mt. 13,46).
2) I, 25: Per tria tabernacula ostendit trinitatis figu-
ram (zu Mt. 17, 4; s. auch III, 3).
3) III, 7: Antichristus legem veteris testamenti scrip-
tam in duabus tabulis praedicabit, Helias autem
patrem et filium et spiritum sanctum annuntiabit.
Tunc sancti confessuri sunt trinitatem, impii vero
diaboli sequentur doctrinam (zu Lc. 12, 52).
4) III, 9: Mulier accepit fermentum, id est doctrinam
Christi. Sata tria significant trinitatem (zu Lc. 13,21).
5) IV, 2: Quod vero ternas dicit, eos demonstrat, qui
trinitatis virtute spiritales efFecti sunt (zu Joh. 2, 6).
Christologie: 6) I, 29: De die illa autem vel hora nemo seit
(zu Mt. 24, 36). Diem et horam deus se tantum
scire, non hominem voluit, et ideo nee filium dixit
scire, ut improbitatem humanam in iudicii divini
cviriosa inquisitione confunderet, cum filium ho-
minis hoc nescire dixisset. Caeterum filius dei, qui
deus ex deo est, hoc ignorare non poterat, quippe
dixit: Omnia patris mea sunt. Si ergo natura patris
in filio erat, scientiae natura degenerare non po-
terat; ergo divinitas una patris et filii diem et ho-
J34 I^6r angebliche Commentar des Theophilus.
ram noverat, quam creavit, non poterat autem
nosse humana fragilitas quod utiliter ignorabat.
7) III, 17: Aut quomodo in coelo erat, cum adhuc
esset in terra? Sciendum est, quod secundum car-
nem in terra erat, secundum deitatem in coelo non
deerat; ideo et ipse ascendit qui descendit, quia,
licet homo factus sit, non tamen deus esse destitit.
Idem est ergo liomo et deus, id est Christus una
persona est (zu Joh. 3, 13).
8) IV, 2: Hoc ideo ait, quia Christus et deus erat de
deo natus, faciens miracula, et homo erat per ma-
trem, humana tractando (zu Jöh. 2, 4).
9) IV, 4: Venit ad aegrum Jesus, qui erat deus et
homo (zu Joh. 5).
10) IV, 8: Sciendum est, quod Christus dominus noster
ita verus homo et verus est deus, de patre deo deus,
de matre honiine homo (zu Joh. 14, 28). lUic se-
cundum hominem, hie secundum deuni loquutus
creditur; iuxta quam rationem etiani in rehquis,
quae aut aequalitatem cum patre aut humilitatem
eins humanitatis sonant, facile intellectus patebit.
11) I, 17: Nam lesus Christus dominus noster humili-
tatis studio filium hominis dicebat, cum esset et per
patrem deus et per matreni homo (zu Mt. 12, 32).
Dazu III, 13: Iudex nee deum timens nee hominem
reverens (zu Lc. 18, 2), Christum scilicet dicit, qui
deus erat et homo.
Kirche: 12) I, 5: Civitas ecclesia (zu Mt. 5, 14).
13) I, 10: Columba ecclesia est (zu Mt. 10, 16); s. auch
corpus = ecclesia (I, 0 zu Mt. 6, 22); Rahel = ec-
clesia (1,2 zu Mt. 2, 18); mulier infirma = ecclesia
(III, 18 zu Lc. 13, 11); stabulum = ecclesia (III, 6
zu Lc. 10, 34) etc., z. ß. regina, area, navis, II, 1 :
Socrus Petri (zu Mc. 1, 29 sq.) synagoga est, fihaque
eins ecclesia, quam regen dam Petrus apostolus
accepit. *
14) IV, 16: Hortus domini (zu Joh. 20, 15) est ecclesia
cathoHca, in qua sunt rosae martyrum, liha vii'gi-
num, violae viduarum, liedera coniugum.
Der angebliche Commentar des Theophilus. 135
15) I, 23: Puella, id est ecclesia, accepit caput Christi
(zu Mt. 14, 3. 11), quod obtulit matri, scilicet sy-
nagogae.
16) I, 29: Sicut mola (zu Mt. 24, 41) duobus lapidibus
constat, ita alter populus invisus deo, alter catho-
licae ecclesiae orbem in terris complent.
17) IV, 9: Per palmitem (zu Job. 15, 1) vero fructiferum
catliolicum populum significat ubique diffusum; per
infructuosum autem liaereticos notat.
18) I, 18: Arborem (zu Mt. 13, 32) ecclesiam, quae
post passionem et resurrectionem domini nata est,
ostendit.
19) IV, 4: Ideo autem ad motum aquae unus curabatur
(zu Job. 5), quia unica est ecclesia.
20) I, 11: Capti sunt pisces (zu Mt. 13, 47), id est con-
venerunt ad ecclesiam boni et mali; sed mali rupe-
runt retia, Schismata facientes, et multi infideles
exierunt de congregatione catholica.
21) I, 12: Ecclesia, in qua boni et mali sunt iuncti.
22) I, 29: Exsurget regnum super regnum, id est ad-
versus regnum Christi catholicum (zu Mt. 24, 7).
23) I, 13: Cum aliquis sacerdotum de catholico dog-
mate in aUquam haeresim declinaverit, abiciendus
est (zu Mt. 18, 9).
24) I, 18: Spiritales sunt, qui in apostolorum catholica
doctrina requiescunt.
Sünde und Sündenvergebung: 25) IV, 6: Per caecum natu-
raliter non videntem et illuminatum significat Iju-
manum genus originali peccato detentum (zu Joh.
9, 1). Auch das Folgende ist zu beachten, wo ge-
sagt wird: „ut illuminationem nostram auctori im-
putemus potius quam naturae". Dazu dann III, 10
(zu Lc. 15, 23): Per vitulum occisum Christum
pro Adam, scilicet pro gentibus, significat passum.
26) I, 21: ... unde debitum, id est peccatum, generis
humani possit absolvi, quia passione Christi libe-
randi eramus a debitis peccatorum.
27) I, 17: Ergo sicut quemcunque filium hominis hu-
niana meditanteni impune contemnimus, ita dicenti
136 ^^^' angebliche Commentar des Theophilus.
agentique spiritalia ut filio dei non resalutare per-
petuus est reatus, nisi poenitentiae remedio conse-
quamur (zu Mt. 12, 32).
28) III, 1 1 : Episcopi non omnia peccata ulcisci debent,
sed locum poenitentiae reservare eos convenit (zu
Lc. 16, 11) ... Ideo autem laudavit dominus lesus
fraudatorem domini sui, ut eins sequentes exemplum
non omnia debita exigamus.
29) I, 19: Si quis de multis vel unum praeceptum
salvatoris fecerit, remedium percipit salutare (zu
Mt. 14, 36).
30) III, 16: Qui habet dabitur illi (zu Lc. 8, IS). Verbi
gratia, si fidem liabens cbaritatem non habet, etiam
cadet a fide, quam se habere credebat. Dazu IV, 7 :
Martha et Maria ecclesiae fides et opera intelli-
guntur.
Sacrament und Kanon: 31) I, 7: Per porcos illos vult intel-
ligi, qui necdum evangelio crediderunt et in luto
incredulitatis suae vitiisque versantur; quibus ait
margaritas, id est mystica sacramenta fidei non
debere cormnitti (zu Mt. 7, 6).
32) I, 35: Velum templi scissum significabat populum
ad videnda sacramentorum mysteria conversum ad
deimi ex gentibus, quas credidisse noscitur (zu
Mt. 27, 51).
33) I, 3: Ecce securis ad radices arboris posita est, id
est praedicatio sermonis divini, ex utraque parte
habens acutum novi ac veteris testamenti (zu
Mt. 3, 10).
34) I, 5: Apex autem, quattuor litteras habens, per
evangelium quadruplex testamentum indicat novum
(zu Mt. 5, 18).
35) I, 12: De duobus piscibus, hoc est duobus testa-
mentis, vetere et novo (zu Mt. 14, 17): s. auch 1, 19:
Per duos pisces duo testamenta, vetus et novum,
quibus dominus genus humanum pascit. IL 5. I, 31:
Et uni dedit quinque talenta, i. e. Pentateuchum.
quem accipiens fidelis servus decalogi praecepta
complevit. Alii dedit duo talenta, hoc est duo
I
Der angebliche Commenfcar des Theophilus. 137
testamenta, vetus et novum, de quibus fidelis servus
evangelia virtutum opere coaequavit.
36) I, 21: Der Fisch mit dem Stater im Munde ist der
Mensch, habens in ore suo staterem, id est didragma,
quattuor continens dragmas, quibus intelligenda
sunt quattuor evangelia.
37) I, 33: Vestis (zu Mi 21, 7) est apostolica scriptu-
rarum expositio divinarum.
38) IV, 7: Per quartum diem resurrectionis Lazari (zu
Joh. 11, 39) quattuor evangeliorum demonstrat
figuram, quorum praedicatio duritiam a nobis aufert
cordis.
39) III, 3: Nam dixerat sancto Petro: Modicae fidei,
quare dubitasti (zu Mt. 14, 31). I, 25.
Mystik: 40) I, 15: Dominus lesus venit hie ad nuptias, ut ani-
mam nostram spiritui maritaret, quorum copula
spiritali filios procreamus, charitatem scilicet, pacem
gaudium, spem, bonitatem, mansuetudinem, conti-
nentiam.
Eschatologie: 41) IV, 7: In hoc quoque, quod apud infernum
Abrahamum videt, hie subesse a quibusdam ratio
putatur, quod omnes sancti ante adventum domini
lesu Christi etiani ad interna, licet in refrigerii
locum, descendisse dicuntur. Alii opinantur locum
illum, in quo Abraham erat, at illis inferni locis
seorsim in superioribus fuisse constitutum.
II. Geschichtliche Zustände zur Zeit des Verfassers.
Heiden: 42) I, 3: Per locustas populos agrestes significat, mel
autem fructum indicat credulitatis ipsorum . . . sive
per locustas gen t es, per mel autem significat lu-
daeos (zu Mt. 3, 4).
43) II, 1 : Per locustas ludaeos, qui non militantes deo
sine rege sunt ut locustae, per mel autem silvestre
rusticos dicit, qui credentes dulces facti sunt deo
(zu Mc. 1, 6).
44) I, 3: Lapides (zu Mt. 3, 9) pro paganis ait propter
cordis duritiam.
J38 1^6^ angebliche Commentar des Theophilus.
45) I, 10: Celeriter ite ad gentes, lioc est paganos (zu
Mt. 10, 23).
46) I, 29: Orate ne fiat fuga vestra hieme vel sabbato
(Mt. 24, 20), id est ne refrigescente cliaritate ad
gentilitatem revertaris.
47) IV, 6: Mittitur in Siloa (Job. 9, 7); id est in baptis-
matis fönte a gentilitatis sacrilegio detentus
liberatur.
Clerus: 48) I, 6: Lncerna corporis tui est oculus tuus (Mt. 6, 22).
Lncernam, oculum, lumen pro episcopo vel his, qui
in ecclesia clari sunt, dixit ; corpus pro ecclesia posuit.
49) I, 10: Et quod in aure auditis, praedicate super
tecta (Mt. 10, 27). Aurem populum ait propter
auditum, si oculi principes intelliguntur, eo quod
caeteros illuminent praedicatione divina.
50) I, 13: Oculus scandalizat (zu Mt. 18, 9), cuius sacer-
dos tantum dictor est et non factor, dicente domino
apostolis: Vos estis lux mundi. Et quid est: Erue
eum abs te? nani cum aliquis sacerdotum de catho-
lico dogmate in aliquam liaeresim declinaverit,
abiciendus est, ne cum illo plebs in geliennam
mittatur.
51) I, 29: In agro sunt (zu Mt. 24, 24), qui gubernant
ecclesiam.
52) III, 6: Stabularii episcopi siuit (zu Lc. 10, 34). Quod
autem dixit: Revertam reddens tibi, in futuro ad-
ventu mercedem medicinae ac praedicationis suae
daturum se poUicetur episcopis.
53) HL 11: Zur Parabel Lc. 16, 11 f.: Haue compara-
tionem salvator villico iustitiae. id est episcopis dedit.
ut episcopi non omnia peccata ulcisci debeant etc.;
s. III, 20 iin.
54) II, 1 : Ecclesiajn regendam Petrus apostolus accepit;
s. I, 12: In Petro figuratur ecclesia.
Weltchristen, „Geistliche", Mönche: 55) I, 3: Vox clamantis
in deserto (Mt. 3, 3), id est in saeculo, eo quod non
habentes fidem saeculares deserunt cultum dei.
Der angebliche Commentar des Theophilus. 139
56) III, 10: Zu den „Trabern" (Lc. 15, 16) wird be-
merkt: id est saecularium cibis uti delectabatur.
57) I, 5: Die Stelle, dass man sein Auge unter Um-
ständen ausreissen soll, wird so erklärt, dass man
auf Weib, Brüder, Kinder u. s. w. verzichten soll,
wenn sie „ad contemplandam veram lucem" uns
hinderlich sind.
58) Ausdrücke wie „pabnlum spiritale" (I, 13) „copula
spiritalis" (I, 15) „spiritalis pecunia" (II, 6), finden
sich hie und da. Wichtiger ist, dass der Verfasser
zwischen gewöhnlichen Christen und «spiritales"
unterscheidet. Die ersteren nennt er auch „inde-
voti", die letzteren sind die, welche in „virginitas"
und „devotio" leben, die fünf Sinne '^•'^) in asketischer
Zucht halten und einmal geradezu „monachi" ge-
nannt werden. Im Folgenden die Belege:
59) I, 18: Volucres autem coeli (Mt. 13, 32), habitantes
in ramis, homines significant spiritales, qui in
apostolorum catholica doctrina requiescunt; qui
ideo volucres appellantur, quoniaui sanctae con-
versationis studio volare videntur ad coelum, a
terrenis operibus recedentes.
60) I, 18: Propterea regnum dei grano sinapis adae-
quatur, quia ita difficilia indevotis praecepta di-
vina, sicut vehemens est ac molestum sinapi illud
sumentibus: vgl. I, 30: virginitatis devotionis-
que ipsius corruptor est diabolus; I, 29: ne in sab-
bati otio devotionis timorem niinime servare pos-
sitis. III, 15: torcular = patientiam voluntatis
et devotionis perseverantiam.
61) I, 27 zur Parabel von den Arbeitern im Weinberg:
Primae horae operarii virgines sunt, qui se labo-
rem corporis et calorem primae aetatis tolerasse
dixerunt, per caetera autem aetatis augmenta in-
continentes accipiendi sunt.
62) I, 30 die Parabel von den 10 Jungfrauen wird so
23) Mit den fünf Sinnen macht sich der Verf. vielfach zu schaffen.
140 ^^^ angebliche Commentar des Theophilus.
ausgelegt, dass die Klugen die Menschen sind, welche
ihre fünf Siime in asketischer Zucht halten, als
Lampen -opera bona" haben und „virginitatem
devotionemque" bewahren.
63) II, 3 zur Parabel vom Säemann: tricesimum, quod
ad coniuges pertinet; aliud sexagesimum, hoc ad
viduas respiciens dicit; aliud centesimum, virgi-
nibus fructus iste convenit (s. Hieron. adv. Jovin.).
64) IV, 2 : Quod autem dicit scriptura capientes metretas
binas vel ternas (Joh. 2, 6), binae eos significant,
qui matrimoniis coniunguntur; quod vero ternas
dicit, eos demonstrat, qui trinitatis virtute spiri-
tales effecti sunt.
65) IV, 11: Per pisces magnos (Joh. 21, 11) animas
sanctas significat, quia ideo CLIII esse evangelista
commemorat, quoniam qui decalogi praecepta custo-
diunt accepto spiritu septiformi, sancti esse noscun-
tur ... Spiritales ergo, legunt evangehum, qui
servantes numero et merito apostoli ehguntur.
66) IV, 16: Hortus domini est ecclesia catholica, in qua
sunt rosae martyrum, lilia virginum, violae
viduarum, hedera coniugum.
67) I, 29: Duo in lecto (Lc. 17, 34): In lecto esse
monachos significat, qui amant quietem, alieni a
tumultu generis huniani et domino servientes, inter
quos sunt boni et mali.
Schliesslich sei noch eine charakteristische Stelle angeführt:
68) III, 18: In muliere infirma (Lc. 13, 11: Ecce mulier,
quae habebat spiritum infirmitatis annis X et VIII)
est figura ecclesiae, quae cum mensuram legis, in
qua est decalogus, et resurrectionem Christi, in
qua octo beatitudines sunt, impleverit, tunc sab-
bato, id est quiete perpetua, perfruetur . . . in decem
verbis legis perfectio est, in octavo numero re-
surrectionis est plenitudo.
Die hier aufgeführten Stellen, die, wie man sieht, aus allen
Th eilen der Allegoriensammlung genommen sind, müssen vor
allem in Betracht gezogen werden, wenn man die Zeit des Com-
Der angebliche Commentar des Theophilus. 141
pilators bestimmen will ^ 4). Nach Zahn weisen sie sämmtHch
— eine Interpolation (Nr. 45) ausgenommen — auf das 2. Jahr-
hundert oder schliessen es doch nicht aus. Manches ist ihm
freiHch unter dieser Voraussetzung „interessant" , was in dem
Buche zu lesen steht. Aber „wenn wir aus dem bisher vernach-
lässigten Buch gar nichts Neues lernten, würde ich mich nicht
so anhaltend um dasselbe bemüht haben" (S. 193). Die SS. 132
bis 193 sind dem Nachweise gewidmet, dass man auf den antioche-
nischen Theophilus als Verfasser fest bauen darf.
Nach dem, was bisher auf dem Gebiete der Dogmengeschichte
für sicher gegolten hat, wird man ohne Schwanken urtheilen:
Diese Compilation ist zu einer Zeit zusammengestellt, in welcher
die augustinische Terminologie im Abendlande bereits
vulgär geworden war, in welcher ferner das Mönchthum sich
schon völlig eingebürgert und das freiere Asketenthum verdrängt
hatte, und in welcher endlich das Heidenthum nur noch unter der
bäuerischen Bevölkerung, resp. bei wilden Völkern, zu finden war.
Darnach ist der terminus a quo der Abfassung frühestens auf das
Ende des 5. Jahrhunderts anzusetzen. Auf das Abendland weisen
alle Spuren, vor allem auch die christologischen Formeln mit ihrem
kurzen und unreflectirten Bekenntniss zu den zwei Naturen und
zur Einheit der Person.
Das Gewicht der Gründe, welche für die Abfassungszeit dieser
Compilation nach der Mitte des 5. Jahrh. sprechen, ist ein so über-
wältigendes, dass kein Einsichtiger sich angesichts dieses Schrift-
werkes zu Untersuchungen über den älteren Gebrauch solcher
theologischer Termini, die erst im 4. und 5. Jahrhundert officielle
Geltung erhalten haben, veranlasst sehen wird. Die Wichtigkeit
solcher Untersuchungen ist gewiss nicht zu unterschätzen. Aber
wo die Stichworte einer späteren Zeit in solcher Fülle auftreten,
wie in diesem Commentar, da sind dieselben nicht am Platze.
Daher soll auch hier das Material, welches Zahn recht kritiklos ge-
sammelt hat, weder gesichtet, noch beurtheilt, noch vermehrt wer-
den. Selbst wenn für jeden einzelnen Terminus eine versteckte Stelle
in der Literatur des 2. Jahrhunderts aufgewiesen werden könnte.
24) Es giebt noch viele andere nicht minder charakteristische, die
ich nur deshalb nicht mitgetheilt habe, weil diese ihre Eigenschaft nicht
auf den ersten Blick deutlich sein wüVde.
j^42 1^61- angebliche Commentar des Theophilus.
SO wäre damit doch noch nichts erreicht, da das Ensemble in
diesem Evangehencommentar unerklärt wäre.
Allein diese Urtheile können für Zahn nichts Überzeugendes
haben; denn da er sich die Zustände der cliristlichen Kirche um
d. J. 170 so denkt, wie wir uns die Zustände derselben um d.
J. 470 vorstellen, so macht ihm weder „die eine und ungetheilte
Trinität", noch die Formel, „dass Christus Gott und Mensch
zugleich und als solcher eine Person ist", noch die Anschauung,
dass Petrus die Kirche, welche die Tochter der Synagoge ist,
zur Regierung überkommen habe, noch das .peccatum originale",
noch die Priester, die Mönche, die Spiritalen und die Devoten etc. etc.
Schwierigkeit.
Indessen es giebt noch einen Weg, um selbst diejenigen zu
überzeugen, denen man mit dogmen- und kirchenhistorischen
Erwägungen nicht beizukommen vermag; es giebt einen Beweis,
der an Evidenz nichts zu wünschen übrig lässt. Um ihn zu
führen, muss ich etwas vorgreifen.
Zahn hat nach dem Vorgang Anderer nachgewiesen, dass
ein sehr grosser Theil — nach meiner Berechnung mehr als die
Hälfte — der in B enthaltenen allegorischen Erklärungen sich
entweder wörtlich oder mit sachlichen Varianten, in erweiterter
Gestalt, bei Hieronymus und Arnobius Junior, resp. auch bei
Ambrosius und Hilarius wiederfindet. Zahn nimmt in allen diesen
Fällen an und muss es annehmen, dass die genannten Schriftsteller
eben B, und zwar gerade so wie er uns vorhegt, d. h. in latei-
nischer Übersetzung, grösstentheils wörtlich ausgesclirieben haben.
Liesse sich nun vielmelii' der umgekehrte Fall nachweisen, so wäre
damit unabhängig von dogmengeschichtlichen Vorurtheilen be-
wiesen, dass B nicht vor der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts
geschrieben sein kann, da Arnobius Junior frühestens der Mitt:e
dieses Jalirhunderts (c. 460) angehört. Unsere oben gegebene
Zusammenstellung von c. 80 Stellen in 68 Nummern ist nun der
geeignetste Prüfstein, um die Prioritätsfrage zu entscheiden. Sie
enthalten die Bestandtheile der Allegoriensammlung, welche, wie
Zahn selbst zugestehen wird, dem Geschmack einer späteren Zeit
besonders zusagen mussten. Man wird also erwarten, dass bei den
angeblichen Plagiatoren, Hieronymus, Arnobius, Ambrosius u. s. w.,
sich ein gutes Theil gerade jener Stellen wiederfinden wird.
Diese Erwartimg täusclit aber. V^on jenen c. 80 SteUeii
Der angebliche Commentar des Theophilus. 143
finden sich bei den angeblichen Plagiatoren nur 23 wieder (nicht,
wie man erwarten müsste, c. 40). Von diesen 23 aber sind ledig-
lich 6 wörtlich oder nahezu wörtlich identisch (Nr. 5. 35. 37.
38. 57. 62); bei den 17 übrigen finden sich charakteristische
Varianten. Es soll nun im Folgenden der Leser urtheilen, ob
die ältere Form bei B zu suchen ist, oder bei den angeblichen
Plagiatoren. Er braucht dabei kein Urtheil darüber zu fällen,
ob die Form, welche B bietet, eine ist, die im 2. Jahrh. mög-
lich gewesen ist oder nicht; sondern nur darauf kommt es an,
ob im Vergleich mit den angeblichen Plagiatoren der Ausdruck
in B als der alterthümlichere oder als der jüngere erscheint.
Nr.2) Hieron. Comm. in Mt.p. 130. B, I, 25.
Fac tria tabernacula,immo Per tria tabernacula osten-
unum patri et filio et spiritui dit trinitatis figuram.
sancto.
Nr. 4) Hieron. Comm. inMip. 94. B, HI, 9.
. . . satis tribus commiscu- Sata tria significant trini-
erit credulitati patris et filii et tatem.
Spiritus sancti.
Was ist wahrscheinlicher, dass der Ausdruck „trinitas" das
Ursprünglichere ist, oder die Nennung der drei Personen der
Gottheit?
Nr. 17) Arnob. in Joh. c. 6. B, IV, 9.
Palmitem vero quod dixit Per palmitem vero fructi-
fructiferum , nostrum populum ferum catholicum populum sig-
significat; infructuosum autem nificat ubique diffusum; per in-
haereticorum figura est, quam fructuosum autem haereticos
ignis exspectat. notat, quos . . . gehennae ignis
exspectat.
Zahnmuss hier annehmen, dass Arnobius das „catholicum"
und das „ubique diffusum" aus seiner Vorlage getilgt hat. Aber
es ist evident, dass das Umgekehrte das allein Wahrscheinliche ist.
Nr. 22) Arnob. in Mt. c. 25. B, I, 29.
Regnum super regnum Exsurget regnum super
quod dicitur, hoc est, quod super regnum; id est adversus reg-
regnum Christi audet diabolus num Christi catholicum audebit
haereses suscitare. diabolus haereses concitare.
Vgl. die Bemerkung zur vorigen Nummer.
144 D^^' angebliche Commentar des Theophilus.
Nr. 25) u. 47) Arnob. in Joh. c. 3. B, IV, 6.
Ca e cum quod dixit, geniis Per caecum naturaliter non
hominum gentilium demonstrat, videntem et illuminatum signi-
quique a nativitate in caecitu- ficat humanuni genus originali
dine errabamus. Siloam autem peccato detentum. Mittitur in
fontem luminis interpretantur, Siloa, id est in baptismatis
quod est baptisma, unde cordis fönte a gentilitatis sacrilegio
oculos illuminamus. detentus liberatur.
Nach Zahn hat Arnobius, ein kirchlicher Schriftsteller um
d. J. 460, das „humanum genus origmali peccato detentum" ge-
lesen, aber gestrichen; ebenso das „gentiUtas" vorgefunden, aber
nicht aufgenommen. Das Umgekehrte, dass B aus Arnobius ge-
schöpft hat, ist hier nicht nur das WahrscheinUche, sondern das
einzig Mögliche.
Nr. 30 b) Arnob. in Joh. c. 4. B, IV, 7.
Nam Lazarus genus humanuni Per Lazarum humanum genus
demonstrat, qui in niorte coii- ostenditur, quod ante adventmn
dormiebat, priusquam Christus Christi in saeculi noctibus dor-
veniret, Martha autem et Maria niiebat. Institis autem con-
ecclesia et fides intelliguntur strictus significat peccatis pro-
rogantes Christum, ut Lazarum priis obvolutum. Martha vero
suscitaret. et Maria ecclesiae fides et opera
intelliguntur, rogantes Christum,
ut Lazarum, id est humanum
genus, vivificet.
Die Unterscheidung von „peccata propria" und allgemeinem
Sündenverhängniss hat erst B eingesetzt. Ebenso hat er den
ungelenken Ausdruck „ecclesia et fides" in den gemeinen dog-
matischen „ecclesiae fides et opera" umgewandelt. Arnobius ist
hier also unzweifelhaft nicht der Plagiator, sondern die Quelle.
Nr. 31) Hieron., 1. c. p. 3S sq. B, I, 7.
. . . porcos autem eos, qui Per porcos illos vult intelligi,
necduni evangelio crediderunt qui iiecdum evangelio credide-
et in luto incredulitatis vitiis- runt et in luto incredulitatis
que versantur. Non convenit suae vitiisque versantur; quibus
igitur istiusmodi hominibus cito ait margaritas, id est mystica
evangelicam credere niarga- sacranientafidei,noiideberecom-
ritam. mitti.
Der angebliche Commentar des Theoi)hilus. 145
Zahn hat die Parallele aus Hieronymus (S. 40 s. Ausgabe)
nur bis „versantur" angegeben. Aber gerade das Folgende be-
weist, dass Hieronymus die Quelle ist; denn ihm ist die Perle
einfach das Evangehum, B dagegen hat daraus „mystica sacra-
menta fidei" gemacht.
Nr. 33) Hieron., 1. c. p. 18. B, I, 3.
Praedicatio sermonis evange- Securis, id est praedicatio
lici, qui ex utraque parjbe acutus sermonis divini, ex utraque parte
est gladius, securis appellatur. habens acutum novi ac veteris
testamenti.
Dass das zweischneidige Schwert das Alte und Neue Testa-
ment bedeute, hat erst B zugesetzt; nach Zahn freilich hat
Hieron. diese Worte aus B weggelassen!
Nr. 42) Arnob. in Joh. c. 3. B, I, 3.
Locustas quas dixit, popu- Per locustas populos agres-
lorum multorum demonstrant tes significat, mel autem fruc-
figuram, qui ad loannem venie- tum indicat credulitatis ipsorum,
bant. Mel autem fructum dul- quibus prophetantis dulcis audi-
cedinis eorum demonstrat, quo- tus erat, ut fide sua pascerent
rum credulitate et fide loannes praedicantem.
saturabatur.
Aus den „popuH multi" des Arnobius hat B „populi agrestes"
gemacht, weil zu seiner Zeit die Heiden bei den uncultivirten
Völkern zu suchen waren. Nach Zahn freilich (S. 178 f.) sind
die „populi agrestes" harmlose Bauern des 2. Jahrhunderts, die
erst Arnobius in „populi multi" verwandelt hat!
Nr. 44) Hieron. 1. c. p. 18. B, I, 3.
Lapides ethnicos vocat prop- Lapides pro paganis ait prop-
ter cordis duritiam. ter cordis duritiam.
Auch diese „pagani" soll man nach Zahn als harmlose
Bauern deuten, die mit den pagani seit dem Ausgang des 4. Jahr-
hunderts nichts zu thun haben, und die erst Hieron. in „ethnici''
verwandelt hat. Was soll man zu solcher Kritik sagen!
Nr. 46) Arnobius in Mt. c. 26 stimmt hier — soweit der
verderbte Text desselben ein Urtheil zulässt — im AUge-
meineti mit B, I, 29; aber das spätlateinische Wort „gentilitas"
Texte und Uuteisucliuiigeii I, 4. 10
146
Der angebliche Comnientai' des Theophilus.
findet sich bei iliiii nicht. Nach Zalm hatte er es vorgefunden,
aber weo^a'elassen.
OÖ'
Nr. 52) Die Erldärnng der Parabel vom barmherzigen Sama-
riter (B, III, 6) findet sicli ähnlich wie in B anch bei Ambro-
sins, Origenes und Titus von Bostra. Aber keiner von diesen
sagt ^.stabularii episcopi sunt"; vielmehr begnügt sich Origenes
mit der Deutung der „Herberge" auf die Kirche; Ambrosius
versteht unter dem Wirth den Apostel Paulus und die übrigen
ersten Lehrer, ähnlich Titus. Die clerikale Deutung steht also
allein in B. Nach Zahn freilich ist sie die älteste; die Plagia-
toren haben sie durch eine historisch-allegorische ersetzt!
Nr. 59) Wie B (I, 18) deutet auch Hilarius (Conmi. in Mt.
p. 676) in der Parabel vom Senfkorn die Zweige auf die Apostel;
aber die Vögel des Himmels deutet er auf die „gentes": „.. .
in quos gentes in spem vitae advolabunt et . . . tamquam in
ramis arboris acquiescent". B dagegen deutet die Vögel des
Himmels auf die .homines spiritales. qui in apostolorum catho-
lica doctrina requiescunt", und die desslialb .V()gel" genannt
werden, „quoniam, a terrenis operibus recedentes, sanctae con-
versationis studio volare videntur ad coelum". Nach Zahn ist
diese Fassung die ältere!
Nr. 61) Arnob. in Mt. c. 20. B, I, 27.
Paterfamilias Christus est, qui Paterfamilias Christus est, qui
operarios conducit, hoc est, qui operarios conducit et qui cre-
credentes colligit, ut mercedem dentes colligit, ut mercedem
accipiant. Vinea autem cultura suae sanctitatis accipiant. Vinea
legis est; denarius autem vita vero obedientia legis est. dena-
aeterna est. Quod autem dixit rius autem vita aeterna. Primae
ad horam primam operatos esse, horae operarii virgines sunt, qui
virgines sunt, qui se laborem se laborem corporis et calorem
corporis et calorem carnis susti- primae aetatis tolerasse dixerunt,
nuisse dicunt; qui autem sero per caetera autem aetatis aug-
ad opus accesserunt, abstinentes
sunt. Quod autem dixit „ves-
pere mercedem accepe-
runt", hoc est, quod in adventu
('lu'isti recipiunt casti mercedem
laboris sui.
menta incontinentes accijiiendi
sunt. Vespere accepisse
mercedem in adventu significat
Christi.
Der ang-eblicbe Commentar des Tlieophilus. 147
Die Parallele bei Arnobius ist wiederum bei Zalin (S. 54)
im Hauptpunkt unvollständig mitgetlieilt. An zwei Stellen er-
weist sich B schlagend als der jüngere Text: 1) lässt er die
Arbeiter den Lohn ^ ihrer Heiligkeit" empfangen; Arnobius
schreibt einfach „den Lohn"; 2) hat er kein Verständniss mehr
für die Unterscheidung von virgines und abstinentes. Bei
Arnobius sind die zuerst Gemietheten die Jungfrauen, die später
Gemietheten die Ehelichen, welche den Entschluss der Enthalt-
samkeit in der Ehe gefasst haben. B setzt dafür die „inconti-
nentes", d. h. die gewöhnlichen, verheiratheten Christen, die er
auch in der Parabel unterbringen will, während Arnobius an
diese überhaupt nicht gedacht hat.
Nr. 64) Arnob. in Job. c. 2. B, IV, 2.
Quodautemdicit: „capientes Quod autem dicit scriptura
metretas binas", hi sunt, qui capientes metretasbinas vel
matrimoniis iunguntur. Temas t e r n a s , binae eos significant, qui
autem capientes sunt spiritales matrimoniis coniunguntur; quod
et continentes, qui trinitatis vir- vero ternas dicit, eos demonstrat,
tutibus implentur. qui trinitatis virtute spiritales
effecti sunt.
Es liegt hier derselbe Fall vor wie bei der vorigen Parallele.
B hat für die „continentes" neben den „spiritales" kein Ver-
ständniss mehr; sie sind ihm keine Classe und kein Stand in
der Kirche mehr (s. IV, 16: martyres, virgines, viduae, coniuges).
Das weist auf eine spätere Zeit.
Nr. 68) Bei Ambrosius (Comm. in Lc. p. 978. 982 sq.) findet
sich B, III, 18 — ein Abschnitt von 17 Zeilen Umfang —
nahezu wörtlich wieder. Allein gerade die Erwähnung
der 8 Seligpreisungen neben dem Dekalog findet sich
nicht. Nach Zahn hat Ambrosius sie ausgelassen! Ich be-
ziehe mich hier auf Göbl, Gesch. der Katechese im Abend-
lande vom Verfalle des Katechumenats bis zum Ende des Mittel-
alters (1880), der S. 210 folgendes mittheilt: „Für den - kate-
chetischen Gebrauch der acht Seligkeiten finden sich im
MA. reichliche Belege, wenn auch erst in der zweiten
Hälfte desselben. Der h. Edmund von Canterbury bespricht
nach den 7 Hauptsünden die 7 evangelischen Tugenden, die
er den Hauptsünden gegenüberstellt. Es sind aber diese
10*
148 I^^r angeblichfC Commentar des Theophilus.
evangelischen Tugenden die ersten sieben von den aclit Selig-
keiten. Auch das kurz vorher genannte Concil von Lavour
weiss nur von sieben Seligkeiten zu reden. Dagegen setzt
Berthold von Regensburg die acht Seligkeiten als bekannt
voraus (s. Pfeiffer S. 388). Geffcken (Bilderkat. Beilage
S. 89. 108. 121. 158. 194. 196) bietet uns eine Reihe von
Zeugnissen für den Gebrauch der acht Seligkeiten". Dass
die 7 (8) Seligkeiten gerade mit dem Dekalog zusammen be-
handelt wurden, ist bekannt. Ich bemerke aber, dass sich in
B auch die übrigen mittelalterlichen Zusatzstücke zum Dekalog,
nämlich die sechs Werke der Barmherzigkeit (I, 30), die sieben
Gaben des h. Geistes (I, 15) und die Berücksichtigung der
fünf Sinne (I, 30. I, 12. II, 6. IV, 14) finden.
Nach der oben gegebenen Parallelentafel kann das ürtheil
nicht zweifelhaft sein. Da in allen oben aufgeführten Fällen B
eine Fassung des Textes aufweist, welche im Vergleiche mit der
des Ambrosius, Hieronymus und Arnobius Junior unbedenklich
für die spätere gehalten werden muss, so ist B der Plagiator
und nicht jene Kirchenväter. Damit ist erwiesen, dass der Ver-
fasser von B ebenso wie er das theophilinische Stück aus der
epist. ad Algas. des Hieronymus abgeschrieben, so auch den
grösseren Theil seines Werkes den Vätern des 4. und 5. Jahr-
^ hunderts entnommen hat. Er kann daher nicht vor dem Ende
des 5. Jahrhunderts gelebt haben.
IV.
Wir haben nun das Recht erworben, alle diejenigen «Er-
klärungen" in B, welche sich mehr oder weniger wörtlich genau
bei anderen Schriftstellern wiederfinden, für Entlehnungen zu
halten. Indessen wollen wir von diesem Rechte noch keinen
Gebrauch machen, sondern die Composition von B untersuchen,
ohne aus dem Ergebnisse des vorigen Capitels allgemeine Schlüsse
zu ziehen.
Es ist oben bemerkt worden, dass ^dele Abschnitte sich mit
Stücken in dem Commentar des Hieronymus zum Matthäus-Evan-
gelium und mit solchen, welche einem Arnobius Junior zuge-
schrieben werden, wörtlich berühren. Dieselben finden sich in
allen Theilen von B, sind aber in dem ersten Buche c. 1 — 10
Der angebliche Commentar des Theophilus.
149
besonders zalilreicli. Folgende Tabelle wird aber bereits ohne
Weiteres zeigen, dass der Verfasser von B der Plagiator ist. In
der Seiten- nnd Zeilenzählnng folge ich der Zahn'schen Ausgabe:
B I, 1 p. 31,
15
-32, 5.
B I, 1 p. 32,
6-
-33, 2.
B I, 2 p. 33,
3-
— 7.
B I, 2 p. 33,
8-
-34, 3.
B I, 2 p. 34,
3-
-10.
B I, 2 p. 34,
10-
-14.
B I, 2 p. 34,
14-
-25.
B I, 3 p. 34,
26-
-27.
B I, 3 p. 35,
1-
- 2.
B I, 3 p. 35,
2-
- 5.
B I, 3 p. 35,
5-
- 8.
B I, 3 p. 35,
8-
-10.
B I, 3 p. 35,
10-
-15.
B I, 3 p. 35,
15-
-36, 2.
B I, 3 p. 36,
2-
- 7.
B I, 3 p. 36.
7-
-11.
B I, 4 p. 36,
12-
-16.
B I, 4 p. 36,
16-
-18.
B I, 4 p. 36,
18-
-37,2.
B I, 5 p. 37,
3-
- 6.
B I, 5 p. 37,
6-
-38, 1.
B I, 5 p. 38,
1-
- 7.
B I, 5 p. 38,
7-
- 8.
B I, 5 p. 38,
9-
-14.
B I, 6 p. 39,
1-
- 5.
B I, 6 p. 39,
5-
- 9.
B I, 6 p. 39,
9-
-12.*
B I, 6 p. 39,
12-
-18.
B I, 7 p. 39,
19-
-40, 1.
B I, 7 p. 40,
1-
- 6.
B I, 7 p. 40,
7-
-12.
B I, 7 p. 41,
13-
-17.
B I, 8 p. 41,
1-
-11.
B I, 9 p. 41,
12-
-24.
B I, 9 p. 41,
25-
-42, 6.
Hieron. in Mt. p. 11.
Hieron. in Mt. p. 16.
Hieron. in Mt. p. 17.
Hieron. in Mt. p. 18.
Hieron. in Mt. p. 18.
Hieron. in Mt. p. 21.
Hieron. in Mt. p. 24.
Ambros.inLc.p.799sq.
Arnob. in Mt. c. 1.
Arnob. c. 2.
Arnob. c. 3.
Arnob. c. 4.
Arnob. c. 5.
Arnob. c. 6.
Hieron. in Mt. p. 29. —
Arnob. c. 7.
Arnob. c. 8.
Hieron. in Mt. p. 36.
Hieron. in Mt. p. 38 sq.
Arnob. c. 9.
Arnob. c. 10.
Arnob. c. 11.
Arnob. c. 12.
Arnob. c. 13.
150
Der angebliche Commentar des Theopbilus.
B I, 9 p. 42, 6—13.
B I, 9 p. 42, 13—15.
BI, 10 p. 42, 16-43,5.
B I, 10 p. 43, 5—44, 2.
B I, 10 p. 44, 3— 8.
BI, 10 p. 44, 8-lS,
Hieron. in Mt. p. 53.
Arnob. c. 14.
Arnob. c. 15.
Von den 41 Abschnitten, in welche hier die 10 ersten Ca-
pitel zerlegt sind, finden sich 11 bei Hieronymus, 15 bei Arno-
bius Junior wieder. Keiner der Abschnitte ist aber von
beiden bezeugt. Sie sollen aber nach Zahn die Plagiatoren
sein. Wie unwahrscheinlich diese Annahme ist, ist leicht zu
zeigen. Sie kommt etwa der Unwahrscheinlichkeit gleich, die
sich für den Fall ergiebt, dass man aus einer Urne mit 41 Kugeln
erst 11, dann — nachdem diese wieder in das Grefäss gelegt wor-
den sind — 1 5 Kugeln herauszieht, und dass dabei keine einzige
Kugel doppelt gezogen wird. Die Wahrscheinlichkeit nämlich,
dass eine Kugel zweimal gezogen wird, beträgt ^^'4051